E-Mail-Interview mit Brian Katcher

Erinnerst du dich noch, woher du die Idee für ›Ich, Jean und die Nacht meines Lebens‹ hast? Gab es einen speziellen Moment, der dich inspiriert hat?

Ich erinnere mich noch gut. Meine Lektorin, Claudia Gabel, hat mir eine E-Mail mit der Zusammenfassung eines Plots geschickt und mir gesagt, dass ich das Buch schreiben soll. Claudia ist großartig zu mir, sie war es auch, die sich die Idee für ›Ana und Zak‹ ausgedacht hat. Es macht großen Spaß, wenn sie mir das Skelett eines Buchs gibt und mir erlaubt, es zu meinem eigenen zu machen.

Wenn du Deacon wärst,
…würdest du deine Großmutter mit zum Abschlussball nehmen oder zu Hause bleiben?
…wärst du gerne ein YouTube-Star oder würdest du deine Privatsphäre vorziehen?


Ich denke, ich hätte meine Großmutter mit zum Abschlussball genommen. Jean basiert auf meiner Großmutter Belle, die 92 Jahre alt geworden ist. Sie hat sich nie ihrem Alter entsprechend verhalten, selbst mit 90 Jahren verhielt sie sich noch so, als ob sie halb so alt sei. Und sie hat das Tanzen geliebt. Und ja, ich wäre super gerne ein YouTube-Star. Ich bin der Typ, der seinen Namen dreimal am Tag googelt.

Deacon und Soraja lernen sich während des Tanzkurses kennen – hast du schonmal versucht, so jemanden kennenzulernen? Magst du Tanzen?

Ich bin ein furchtbarer Tänzer. Als ich in Mexiko gelebt habe, ist jeder gerne in Clubs tanzen gegangen. Ich habe mich nie auf die Tanzfläche gewagt und habe mich immer gefreut, wenn sie einen Billardtisch hatten. Außer dass ich auch im Billard schlecht bin.

Deacon macht eine enorme Entwicklung durch – vom einsamen Introvertierten zum YouTube-Star mit Freunden und einer Freundin. War es leicht für dich, diese Entwicklung zu schreiben? Oder hast du dich damit schwer getan?

Deacon war einer der schwierigsten Charaktere, den ich geschrieben habe. Meine Lektorin hatte ihn sich als schüchternen, kleinen, nerdigen Jungen vorgestellt. Es war meine Idee, aus ihm einen Riesen zu machen. In den ersten Entwürfen war er so unbeholfen, dass er ungefähr so sexy und sympathisch wie Frankensteins Monster war. Zum Glück hat mich meine Lektorin daran erinnert, dass ich unbeholfene Nerds am besten schreibe. Und ich kann mich mit Deacons Charakter identifizieren. Als ich 14 Jahre alt war, war ich zu verängstigt, um vor der Klasse zu sprechen. Zwei Jahre später war ich derjenige, der die Klappe nie halten konnte.

Mit wem kannst du dich besser identifizieren – Deacon oder Elijah?

Elijah. Physisch gesehen war ich nicht sonderlich beeindruckend, aber ich war lustig. Oder zumindest habe ich es versucht.

Schreibst du gerade an einem neuen Buch?

Ja. Ich habe ein Buch, das fertig ist, und meine Agentin sucht gerade ein Zuhause. Es handelt von einem behinderten Kind namens Gordon, das eines Tages ein Mädchen trifft, das einfach so der Welt erzählt, sie sei seine Freundin. Sie nimmt ihn mit auf tolle Abenteuer, aber verweigert Gordon, irgendetwas über sich selbst zu erzählen, inklusive ihrem richtigen Namen. Ich hoffe, ich werde für dieses Buch ein Zuhause finden.



Brian Katcher und seine Großmütter                                               Brian Katcher auf seinem Abschlussball
Katie (links) und Belle (rechts)



©dtv/Kim Lüneburg
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