Colleen Hoover im Interview


Im Interview spricht Autorin Colleen Hoover über ihren ersten Roman ›Weil ich Layken liebe‹, über den unerwarteten Erfolg, über Poetry Slams, Lasten und Lichtblicke im Leben ... und natürlich über die Liebe.
 

Im November erscheint Ihr Roman „Weil ich Layken liebe“ in Deutschland. In den USA hat er bereits eine unglaubliche Erfolgsgeschichte hinter sich: Sie haben ihn selbst als E-Book veröffentlicht und sind damit prompt auf der New-York-Times-Bestellerliste gelandet! Haben Sie mit einem derartigen Erfolg gerechnet?

Überhaupt nicht! Ich habe das Buch als Geschenk für meine Mom geschrieben und im Leben nicht damit gerechnet, dass mehr daraus werden würde. Es auf die New-York-Times-Bestsellerliste zu schaffen war eine wunderbare, aber völlig unerwartete Überraschung.

›Weil ich Layken liebe‹ ist Ihr erstes Buch. Was haben sie davor gemacht und wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Bevor ich zu schreiben begonnen habe, habe ich einige Jahre als Sozialarbeiterin und für WIC gearbeitet. Vor zwei Jahren spielte mein Sohn in einem Theaterstück mit und ich musste ihn für drei Stunden am Tag zur Probe fahren. Also hatte ich eine Menge Zeit übrig und beschloss, sie zum Schreiben zu nutzen. Ich wollte schon immer schreiben, habe aber bis jetzt nie die Zeit dafür gefunden.

Ihr Roman ist in erster Linie eine Liebesgeschichte zwischen der 18-jährigen Layken und dem 21-jährigen Will. Sie verlieben sich mit einem großen Knall und fühlen sofort, dass sie füreinander bestimmt sind. Glauben Sie an die eine große Liebe?

Ich habe meinen Mann getroffen, als ich 16 war, und wir sind heute immer noch zusammen. Ich denke, Menschen sind alle unterschiedlich, und ich glaube nicht, dass es unbedingt nur einen passenden Partner für jeden gibt. Wenn das so wäre, wäre die Chance, seine »eine große Liebe« zu treffen, ziemlich gering! Ich denke, das Leben ist eine Abfolge von Entscheidungen, die wir treffen müssen, und an einem bestimmten Punkt müssen wir alle entscheiden, ob der Mensch, mit dem wir zusammen sind, der Mensch ist, dem wir uns für immer widmen wollen. Ich denke, ob jemand der Richtige für dich ist, hängt von mehr ab, als nur von einer Verbindung zu ihm. Es geht auch darum, wo im Leben beide stehen und ob man an einem Punkt ist, wo man sich ganz darauf einlassen kann, oder eben nicht. Ich habe mein Ja zu einer Bindung in sehr jungen Jahren gegeben und es nie bereut.

Obwohl Sie von dieser wundervollen jungen Liebe erzählen, ist Ihr Roman alles andere als eine unbeschwerte
Teenie-Romanze. Layken und Will müssen schon früh viel Verantwortung tragen und werden mit harten Schicksalsschlägen konfrontiert. Während man all das mit ihnen durchmacht, kann man viel fürs Leben lernen. Was wollen Sie Ihren Leser(innen) mit auf den Weg geben?


Ich denke, ›Weil ich Layken liebe‹ hilft den Lesern zu verstehen, dass das Leben nicht fair ist und jeder seine Lasten zu tragen hat. Dass es aber trotzdem immer Lichtblicke gibt und man immer etwas finden kann, das einen glücklich macht und für das man dankbar ist.

In Ihrem Roman spielen Poetry Slams eine große Rolle. Was verbindet Sie damit?

Ich selbst habe noch nie auf einem Poetry Slam performt. Vor ein paar Jahren lief im Fernsehen ein Special über Poetry Slams und ich dachte: Das ist eins der beeindruckendsten Dinge, die ich jemals gesehen habe. Ich wollte unbedingt ein Buch über Slam Poetry lesen, habe aber keins gefunden. Also habe ich stattdessen eins geschrieben!

Auch die Texte einer Band namens ›The Avett Brothers‹ kommen in Ihrem Buch immer wieder vor. Was bedeutet Ihnen diese Musik? Haben Sie die Band nach dem Erfolg Ihres Buches mal getroffen? 

Nein, ich habe sie nie getroffen. Sie sind eine meiner All-Time-Favorite-Bands und sie sind so unglaublich großartige Lyriker. Es war wirklich eine Ehre, dass sie mir erlaubt haben, ihre Texte in mein Buch aufzunehmen.

Bei Ihrem riesigen Erfolg: Sind Sie inzwischen hauptberuflich Schriftstellerin?

Ich schreibe inzwischen – zum Glück – hauptberuflich. Einen Großteil meiner Zeit verbringe ich mit Schreiben, Signieren, Interviews, Bloggen oder anderen Dingen, die mit meinen Büchern zu tun haben. Es ist sehr zeitaufwendig, neben einem anderen Job wäre das nicht zu schaffen. Aber so sehr es mich auch auf Trab hält: Ich liebe es! 

Der Folgeband ›Weil ich Will liebe‹ (ebenfalls ein NYT-Bestseller) erscheint bei uns im Sommer 2014. Haben Sie von Anfang an geplant, die Geschichte weiterzuschreiben? Und können Sie uns schon ein bisschen was verraten?

Ich habe zuerst nicht vorgehabt, eine Fortsetzung zu schreiben, aber nach ›Weil ich Layken liebe‹ konnte ich mich noch nicht von Will und Layken lösen – und meine Leser genauso wenig. In ›Weil ich Will liebe‹ erzähle ich ihre Geschichte weiter, aber diesmal ist sie aus der Sicht von Will geschrieben.


Interview und Übersetzung: Veronika Moser / dtv

 


 

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