Polizeiobermeister Thies Detlefsen aus Fredenbüll an der nordfriesischen Küste hat jetzt schon seinen vierten Mordfall zu klären. Und seine Familie und Freunde sind natürlich auch wieder mit von der Partie. Als Leser glaubt man ja, solche Typen wie den gutmütigen Thies, die resolute Imbisswirtin Antje oder den etwas langsamen Postboten Klaas schon immer zu kennen.  Wie sind Sie auf Ihre Romanfiguren gekommen?
 
Da muss man bei uns im Norden nur mal in den nächsten Imbiss gehen. Da stehen dann Klaas und Piet Paulsen am Stehtisch und Antje serviert »Putenschaschlik Hawaii«. Ich muss eigentlich nur noch mitschreiben. Die andere Inspiration kommt aus dem Kino. Ich bin in meinem anderen Beruf ja seit vielen Jahren Filmkritiker. Wenn ich keine Krimis schreibe, sitze ich also im Kino. Da komme ich schon mal durcheinander. Dann wird der nordfriesische Krimi auf einmal zum Italo-Western wie zuletzt im ›Rollmopskommando‹. Da hatte ich als Soundtrack beim Schreiben Ennio Morricone im Ohr. Davor ›Mordseekrabben‹ war ein Hitchcock-Revival. Und in den ›Toten Tanten‹ gibt es auch wieder eine Hitchcock-Anspielung. Welche, das will ich jetzt gar nicht verraten. 
 
Tauchen Sie auch ab und zu in Ihren Büchern auf, ähnlich wie Hitchcock in seinen Filmen?
 
Ach, das wäre überhaupt mal eine Idee. Der Autor, der auf eine Tote Tante mal kurz in der »Hidden Kist« vorbeischaut. Aber bisher habe ich mich in Fredenbüll rausgehalten. Freunde von mir dagegen meinen immer wieder mal, sich in einzelnen Figuren wiederzuerkennen. Das ist aber gar nicht so. -  Oder vielleicht doch?
 
In Ihrem neuen Buch meint Piet Paulsen »dat is wie in den Skandinavien-Krimis. Die dänische Grenze is ja nich weit weg. Da kann schon mal wat rüberschwappen… « Von welchem Krimiautor haben Sie sich inspirieren lassen?

Na, von wem schon? Jussi Adler-Olsen. In seinem ersten Carl-Mørck-Band ›Erbarmen‹ gibt es ja diese Frau, die das ganze Buch über in einer Druckkammer eingeschlossen ist. In Fredenbüll findet sich jetzt auch eine Frau an einer Eisenkette in einem Vorratskeller zwischen den verstaubten Einmachgläsern mit Sauerfleisch wieder. Seltsam. Tatsächlich wie im Dänenkrimi. Aber wie Thies Detlefsen sagt: »Wir sind schließlich ganz dicht dran. Dat sind keine 15 Kilometer zur Grenze.« Und dann taucht in den ›Toten Tanten‹ auch noch ein dänischer Kommissar auf, der seinen Schreibtisch im Keller stehen hat.
 
Wie sind Sie auf den Titel gekommen - trinken Sie selbst gerne tote Tante?
 
Naja, es hält sich in Grenzen. Ich bin da eher bei Piet Paulsen, der die neue Begeisterung der Imbissrunde für die Toten Tanten ja auch nicht so nachvollziehen kann. Aber in nordfriesischen Cafés und Kneipen ist Tote Tante tatsächlich ein Klassiker.

Wie geht es weiter mit Thies Detlefsen und Fredenbüll?
 
Bei einer Veranstaltung sprach mich gerade ein treuer Leser an. Er fand, dass Thies Zwillinge Telje und Tadje im letzten Band ein bisschen zu kurz gekommen sind. Deshalb werden die beiden jetzt mal richtig zum Zuge kommen und ich werde sie auf Klassenfahrt nach Amrum schicken. Das geht natürlich nicht ohne Tote ab. Und dann wird es vor allem stürmisch, ein Hauch von »Schatzinsel« und »Fluch der Karibik«. Mal sehen. Ich bin selbst gespannt. Ich stecke noch in den Anfängen.

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