Interview mit Diana Dreeßen

In Ihrem neuen Buch ›Steh auf und nimm dein Leben in die Hand‹ zeigen Sie, dass es sich lohnt, die Komfortzone zu verlassen und Neuland zu betreten. Auch Sie haben bereits einen radikalen Kurswechsel gewagt und sich nach achtzehn Jahren an der Frankfurter Börse als Managementtrainerin selbständig gemacht. Wie viele eigene Erfahrungen fließen in Ihre Bücher ein?

Sehr, sehr viele. Als ich die Idee hatte, meinen Job an der Börse an den Nagel zu hängen, um ein neues berufliches Terrain zu betreten, pflasterten viele Steine und Hindernisse meinen Weg. Oft erschien es mir leichter, mein Vorhaben aufzugeben, als den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen. Selbstzweifel und gut gemeinte Ratschläge von Verwandten und Freunden,  die mich davor bewahren wollten, einen großen Fehler zu begehen, waren an der Tagesordnung. Aussagen wie beispielsweise: »Diana, in solch unsicheren Zeiten macht sich doch kein Mensch selbständig«, waren dabei noch harmlos. Auch war es nicht so, dass alle Welt darauf gewartet hätte, dass ich in den für mich neuen Berufsmarkt eintauche. Ganz im Gegenteil. Etablierte Seilschaften wussten zu verhindern, dass ich in ihrem Unternehmen einen Auftrag bekam. Zu groß erschien ihnen die Gefahr, dass ihr gut funktionierendes Netzwerk gestört werden könnte. Insofern ist in mein Buch eine ganze Menge eigener Erfahrungen hineingeflossen. Und wie man heute sehen kann, hat sich meine Kurskorrektur für mich mehr als gelohnt.

Sie bieten seit dreizehn Jahren Managementtrainings für Vorstände und Führungskräfte an. 2014 erschien Ihr erstes Buch ›Mach dich unbeliebt und glücklich‹. Wie sind Sie zum Medium Buch gekommen?

Meine Kunden haben mich auf die Idee gebracht, Bücher zu schreiben. Immer mal wieder haben sie nach Workshops gefragt, ob ich nicht Lust hätte, all das zu Papier zu bringen, was ich den ganzen Tag über von mir gegeben hatte. Irgendwann dachte ich dann bei mir: »Ach, versuche es  doch mal. Wenn du damit noch mehr Menschen erreichen könntest, würden sich auch noch mehr trauen, ihr Wunschleben zu führen. Dann hätte das, was du machst, noch mehr Sinn.« Ja, und so habe ich dann damit begonnen zu schreiben und eine neue Leidenschaft in meinem Leben entdeckt.

Als Coach lernen Sie sehr viele unterschiedliche Menschen kennen – und das, was sie bewegt. Was können Sie aus dieser Arbeit für sich persönlich mitnehmen?

Manchmal werde ich von Trainingsteilnehmern gefragt, woher ich diese große innere Stärke habe. Sie nehmen mich als jemand wahr, dem sich keiner in den Weg stellen kann. Das stimmt so nicht ganz. Ich bin nicht immer gleich stark. Aber ich übe ständig und stelle mich meinen Unzulänglichkeiten und Ängsten. Diese wiederum können erst dann an die Oberfläche kommen, wenn ich ganz und gar in die Trainings eintauche, nah bei den Menschen bin und auch nicht davor zurückschrecke, mir eine »blutige Nase« zu holen. Das ist es, was ich aus dieser Arbeit mitnehme: den Mut, mir selbst zu begegnen, und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass andere dort ankommen, wo sie hinwollen.

Ihre Bücher richten sich besonders an berufstätige Frauen und Sie sind Mitglied im BPW Deutschland (Business and Professional Women Germany e.V.), einem der größten deutschen Frauennetzwerke. Spielte die Tatsache, dass Sie eine Frau sind, in Ihrer Karriere eine Rolle und können Sie Frauen besondere Tipps geben?

In meinen ersten zwanzig Berufsjahren war ich in einer Männerdomäne zu Hause und ich glaube nach wie vor, dass ich dort nicht zuletzt deshalb erfolgreich war, weil ich mich wie eine Frau verhalten habe – vielleicht ein bisschen schlagfertiger und frecher als andere Frauen in meinem damaligen Umfeld. Mein Tipp an Frauen, die Karriere machen möchten oder ihre Karriere stabilisieren wollen, ist ein ganz einfacher: Setzen Sie Ihre angeborenen Fähigkeiten der Empathie, Intuition und Nachhaltigkeit in Szene und paaren Sie diese mit den männlichen Eigenschaften: im Zielfokus zu sein und nicht aufzugeben, wenn mal etwas nicht auf Anhieb nach Wunsch läuft. Auch wäre es günstig, wenn Sie Ihren Perfektionswahn beiseitelegen und sich von dem Glauben verabschieden würden, alles alleine machen zu müssen. In diesem Punkt sind Männer vielen Frauen weit überlegen. Sie können sehr gut delegieren und nutzen mutiger Chancen, um ihre Ziele zu erreichen. Diese Chancen sind für alle da!

In Ihrem ersten Buch schrieben Sie darüber, wie man ein stärkeres Durchsetzungsvermögen erlernen kann, in Ihrem zweiten Buch ermuntern Sie zur Neuausrichtung. Welche Themen liegen Ihnen noch am Herzen?

Oh, mir liegen noch ganz viele Themen am Herzen. Themen wie beispielsweise mehr sich selbst und der eigenen Intuition zu vertrauen, die Wunder im eigenen Leben zu erkennen, eine ausgeglichene Work-Life-Balance in seinem Leben zu integrieren und vieles mehr. Mein drittes Buch ist schon in Arbeit und knüpft sehr gut an die beiden ersten Bücher an. Lassen Sie sich überraschen!

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