James Carol

James CarolJames Carol wurde 1969 in Schottland geboren, wo er seine ersten Lebensjahre verbrachte. In den 80er Jahren zog er nach England. Er hat bereits als Gitarrist, Toningenieur, Gitarrenlehrer, Journalist und Pferdetrainer gearbeitet.
Als James Carol seine Thrillerserie um den Profiler Jefferson Winter plante, war es ihm wichtig, inhaltlich so viel Freiheit wie möglich zu haben. Obwohl die  Bücher als Serie angelegt sind, können sie auch unabhängig voneinander gelesen werden. Jeder Band spielt an einem anderen Ort und hat andere Figuren – das verbindende Element ist immer der Protagonist Jefferson Winter.

Wenn James Carol gerade nicht schreibt, trainiert er Pferde und arbeitet als Reitlehrer. Er ist ausgebildeter Gitarrist und entspannt sich am besten beim Schreiben und Musikaufnehmen. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Hertfordshire/England.

Über das Schreiben von »Broken Dolls«… und das Schreiben überhaupt

Fragen Sie ein Dutzend Schriftsteller nach ihrer Technik des Schreibens und Sie werden ein Dutzend verschiedener Antworten bekommen. Eine Sache, die ich wahnsinnig spannend finde; immer wenn ich mich mit anderen Autoren unterhalte, interessiert es mich, wie sie das Schreiben angehen. Einige machen sich Aufzeichnungen, andere nicht. Einige schreiben morgens, während sich andere am liebsten mitten in der Nacht hinsetzen: jeder hat seine Eigenheiten, es gibt kein Richtig oder Falsch. Es ist vollkommen egal, woher die Worte kommen – Hauptsache, sie kommen.

Schon bald merkte ich, dass morgens die beste Zeit zum Schreiben war. Das war eine ziemliche Überraschung für mich, weil ich eigentlich kein Frühaufsteher bin.  Verbal bekomme ich dann gerade mal ein unverständliches Grummeln zustande, trotzdem schaffe ich es irgendwie, am Computer ganze Sätze zu formulieren. Verstehe das einer! Meine Theorie ist, dass ich mich noch immer in einer Art verschwommenem Traum-Zustand befinde, was mir hilft, eine Verbindung zu dem Teil meines Unbewussten herzustellen, aus dem ich Wörter ausgrabe.

Mein Schreib-Tag beginnt um neun und dauert ungefähr bis halb eins. Wenn ich an einem ersten Entwurf arbeite, ist mein Ziel, 1500 Wörter zu schaffen. Schaffe ich mehr, ist es ein Bonus, aber vor 1500 höre ich auf keinen Fall auf. Ich stimme der These zu, dass Romane Wort für Wort entstehen. Wenn man da sitzt und sich vornimmt mindestens auf 100000 Wörter zu kommen, fängt man  gar nicht erst an. Aber ein Wort, ja, das kriegt man hin. Sammle einfach genug davon und schon hat man einen ganzen Satz; stell die Sätze sinnvoll zusammen und fertig ist ein Kapitel; füge die Kapitel aneinander und heraus kommt ein Buch. Klar, einige der 1500 Wörter passen vielleicht noch nicht, aber dazu ist der zweite Entwurf da.

Wenn ich mich an einen neuen Roman setze, habe ich vorher nie einen genau ausgearbeiteten Plan. Stattdessen nehme ich alles, was mir in den Sinn kommt und gehe ihm nach. Das heißt nicht, dass ich mir keine Gedanken über die Konstruktion mache; das geschieht nebenher. Während ich einen Satz schreibe, kommt mir schon die nächste Idee in den Sinn, wie die Geschichte weitergehen soll. Das notiere ich mir dann am Ende des Manuskripts. Am Anfang wird die Liste immer länger, aber irgendwann fängt sie an, wieder kürzer zu werden. Wenn keine Notizen mehr übrig sind, ist das Buch fertig.

Ich habe auch eine sehr pragmatische Vorgehensweise bei der Recherche. Damit ich mich nicht verzettele, recherchiere ich nebenbei. Das Internet ist dabei ein Geschenk des Himmels. Wenn ich Informationen brauche, frage ich Google. Das Tolle an dieser Methode ist, dass ich so nicht den Faden verliere, während ich arbeite.

Zum Thema Eigenarten… Ich habe eine Vorliebe für Tee von Fortnum and Mason. Und wenn ich mein wöchentliches Wörter-Pensum erreiche, belohne ich mich selbst mit einer neuen CD – ich höre immer Musik während des Schreibens, also ist es schön, wieder etwas Neues zu haben. Das ist alles, was ich an Eigenheiten zugebe.

Ist das die richtige Art, einen Roman zu verfassen? Wie ich schon sagte, es gibt hier kein Richtig oder Falsch. Es hat bei »Broken Dolls« und auch bei »Watch me«, meinem zweiten Jefferson-Winter-Roman, einwandfrei funktioniert, und ich bin zuversichtlich, dass es auch beim nächsten Mal klappt. Letztendlich zählt nur, dass das Buch geschrieben wird.

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