Aktuelles
18.07.2016

Thomas Harding hat die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt - als Reaktion auf das Brexit-Votum

Seine jüdischen Urgroßeltern und ihre Kinder mussten in den 30er-Jahren nach England fliehen. Mehrere Mitglieder der Familie wurden im Holocaust ermordet. Lange fiel es Thomas Harding schwer, den Deutschen zu vergeben. Dann begann er, sich mit der Geschichte seiner Familie und Deutschland zu befassen. Er schrieb ein Buch über ›Hanns und Rudolf‹, seinen Großonkel Hanns Alexander, der als britischer Soldat nach dem Krieg Rudolf Höß, den Kommandanten von Auschwitz, aufgestöbert hatte. Als er erfuhr, dass das alte Sommerhaus seiner Familie am See von Groß Glienicke, das die Zeiten wie durch ein Wunder überstanden hatte, abgerissen werden sollte, besuchte er es noch einmal und beschloss, das Haus zu retten. Mit vielen engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern gelang es, den Abriss zu verhindern. Inzwischen steht das ›Sommerhaus am See‹, dessen Geschichte Thomas Harding in seinem jüngsten Buch erzählt, unter Denkmalschutz. (www.alexanderhaus.org)

Am Tag des Brexit-Votums erfuhr Thomas Harding nun, dass die Bundesregierung 140.000 Euro für die Restaurierung und die Umwandlung in eine internationale Begegnungsstätte zur Verfügung stellt. Er beantragte die deutsche Staatsbürgerschaft. Als Nachfahre ehemaliger deutscher Staatsbürger hat er einen Anspruch darauf. Aber sein eigentliches Motiv ist das Entsetzen darüber, dass Großbritannien Europa spaltet, während Deutschland alles versucht, um Europa zusammenzuhalten.

(Brexit drove me to embrace my German roots, www.theguardian.com, 2. Juli 2016)

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