Alex Rühle im Interview

 „Zippel“ ist dein Debüt als Kinderbuchautor. Wie bist du darauf gekommen?
 
Wir wohnen in einem alten Haus und haben tatsächlich noch eines dieser großen Türschlösser, durch die man durchschauen kann. Eines Abends, als beim Aufsperren der Schlüssel mal wieder so komisch klemmte, ging mir plötzlich der Satz durch den Kopf: „Das muss ein Schlossgespenst sein.“ In derselben Nacht bin ich mit diesem Satz aus dem Schlaf aufgewacht, hab mich im Dunkel in die Küche gesetzt und die Geschichte von Paul und Zippel angefangen.
 
 
Was macht für dich das Besondere am Zippel aus? Was bedeutet der Zippel für dich?
 
Das eine, was mir so an ihm gefällt, ist seine kindliche Energie. Er will eigentlich immer alles richtig machen, da er aber keine Ahnung von unserem komischen Menschenleben hat, stiftet er dann jedes Mal ein riesiges Chaos. Und Gespenster haben ja, soweit ich weiß, keine Organe. Aber der Zippel hat ein riesengroßes Herz. Es war sehr schön, dabei zuzuschauen, wie unterm Schreiben diese Freundschaft zwischen ihm und dem Paul gewachsen ist. Diese Mischung aus lustig und freundlich, schüchtern und rotzfrech, chaotisch und total naiv, hat wahrscheinlich bewirkt, dass ich irgendwann beim Schreiben dachte: Das muss eigentlich der Axel Scheffler illustrieren. Dass der dann aber tatsächlich zugesagt hat, das war schon rambazamba.
  
Du bist ja eigentlich Journalist. Wie kommt es, dass Du jetzt Kinderbücher schreibst?

Ich hab meinen beiden Kindern von klein auf Geschichten erzählt. Erzählen müssen, mein Sohn hat nicht locker gelassen und wollte jeden Tag eine neue. Jetzt sind die Kinder groß, da muss ich sie nicht mehr Tag für Tag erzählen, sondern kann sie ganz in Ruhe aufschreiben.
Wie findest du Zeit zum Schreiben?    
        
Ich hab Familie und arbeite bei der SZ, wirkliche Ruhe zum Kinderbuchschreiben hab ich da eigentlich nur nachts im Dunkel, in der Küche.
 
Gibt es eine Stelle in "Zippel", an der dein Herz hängt?

Die Stelle, wo ich ihn selbst am rührendsten oder lustigsten finde, ist der Moment, wo er völlig versunken vor Begeisterungsglück vor dem Spülkasten auf der Toilette auf und abschwebt und es gar nicht fassen kann, was für ein großartiges Spielzeug er da entdeckt hat: Er hat keine Ahnung, dass er beobachtet wird und muss immer und immer wieder diese Spültaste drücken und - -  "Wasserfaaaaall!!!"
Und ich bin natürlich ziemlich erleichtert, dass am Ende alles so gut ausgeht. 
Fotos © Heike Bogenberger
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