Mein Leben damals

Ich wohne schon mein ganzes Leben in Ost-Texas. Ich wuchs in einer winzigen Stadt namens Saltillo auf und machte dort in der Saltillo High School mit zwölf anderen Leuten meinen Abschluss. Ich wollte schon immer vom Schreiben leben, aber da ich mit 20 heiratete und mein erstes Kind bekam, hatte ich einfach nicht die Zeit, um mir eine Karriere als Schriftstellerin zu erarbeiten.

Anstatt Journalismus zu studieren, entschied ich mich für Soziale Arbeit als Studienhauptfach. Als ich mein erstes Buch schrieb, lebte ich mit meinem Mann und unseren drei Söhnen in einem Wohnmobil eine halbe Meile von dem Haus entfernt, in dem ich aufwuchs. Mein Mann war LKW-Fahrer und ich verdiente $9 in der Stunde. Wir waren glücklich, aber es war nicht ganz so, wie ich mir mein Leben vorgestellt hatte.


Das Schreiben liebte ich immer schon. Mit fünf Jahren schrieb ich meine erste Geschichte. Sie hieß ›Mystery Bob‹. Als ich sieben Jahre alt war, schrieb ich eine andere, die ich mit zum Erntedankessen brachte und sie jemand anderes für alle laut vorlesen ließ. Sie war in der ersten Person geschrieben und handelte von zwei Kindern, die auf dem Land lebten und von einem Psychopathen gestalkt wurden. An einer Stelle versteckten sich die Kinder unter der Veranda und der Erzähler beschrieb die Angst, die er spürte, als die Schuhe des Psychopathen unmittelbar vor seinem Gesicht waren. Der Psychopath packte die Kinder und zog sie unter dem Haus hervor und sagte: »Mhhhm. Das gibt ein leckeres Erntedankessen.« Es stellte sich heraus, dass der Erzähler ein Truthahn und der Psychopath ein Farmer war. Meine Mutter meinte damals, mit dieser Geschichte hätte ich irgendwie das Erntedankessen ruiniert.


In der High School wollte ich eine Schülerzeitung gründen, aber unsere Schule war klein und seit Jahren hatte es keine einzige gegeben. Ich sprach mit unserem Dekan, Kerry Garmon, und er genehmigte mir nicht nur die Gründung einer Schülerzeitung, sondern rief auch einen Journalismus-Kurs ins Leben. Ich erinnere mich daran, dass mich das wirklich nervös machte, denn mir war klar, dass ich vom Schreiben keine Ahnung hatte. Als ich ihn bezüglich der Zeitung um Rat fragte, sagte er: »Machen Sie sie einfach interessant.«

Ich nahm mir diesen Rat zu Herzen und so begann meine Karriere als Schriftstellerin. Mein Nummer-Eins-Ziel bei meinen Romanen ist es, das zu schreiben, was ich selbst gerne lese. Der Rest findet sich dann schon.

Meine Schreibkarriere begann im Oktober 2011. Ich war auf einem Konzert der Avett Brothers und eine Songzeile eines ihrer Lieder, die ich bereits eine Millionen Mal gehört hatte, traf einen Nerv in mir: »Decide what to be and go be it.« Das war der Moment, in dem ich wusste, dass ich mit dem Schreiben anfangen musste, auch wenn nichts dabei herauskommen würde.

Colleen Hoovers TattooKurz nach dem Konzert spielte mein Sohn bei einem Theaterstück der Gemeinde mit und ich hatte viel Zeit tot zu schlagen. Ich musste jeden Abend drei Stunden hinter der Bühne verbringen, fünf Tage die Woche mit nichts zu tun, und langweilte mich. Kurz davor hatte ich auf HBO eine Sendung über Slam Poetry angesehen und war davon total begeistert. Ich wollte mehr darüber lesen und suchte nach einem Buch über das Thema. Als ich keines fand, hatte ich die Idee, selbst eins zu schreiben. Das war im November.


Ich dachte, ich hätte gerade genug Zeit für das Buch, um es meiner Mutter zu Weihnachten zu schenken. Ich schlief kaum, soviel Spaß machte es. Meine Mutter, mein Chef, und meine Schwestern lasen alle das Buch, das ich schrieb, und wollten immer weiterlesen. Mein Chef sperrte mich sogar in meinem Büro ein und nahm meine Kundentermine für mich wahr, damit ich schreiben konnte.

Im Dezember fing ich an, einen Weg zu suchen, um das Buch besser mit meinen Freunden und meiner Familie teilen zu können. Ich druckte jeden Tag hunderte von Seiten aus, und ich dachte mir, dass es eine geldbeutelschonendere Möglichkeit geben musste. Dann entdeckte ich Kindle Direct Publishing, mit dem ich mein Buch auf Amazon veröffentlichen konnte, so dass meine Freunde und meine Familie es auf ihrem Kindle lesen konnten.

Sobald das Buch fertig war, veröffentlichte ich es und stellte es für 48 Stunden kostenlos zur Verfügung (das ist die Höchstgrenze, die Amazon erlaubt). Ich forderte alle dazu auf, es sich gratis herunterzuladen, solange sie konnten. Ich hätte niemals erwartet, dass noch mehr dabei herauskommen würde! Mit der Zeit erhöhten sich meine Verkaufszahlen. Menschen kauften mein Buch - Menschen, die ich nicht einmal kannte! Schließlich beschloss ich, dass die Geschichte von Layken und Will noch nicht zu Ende erzählt ist, und so schrieb ich ›Weil ich Will liebe‹ und alles nahm seinen Lauf!


© 2015 by Colleen Hoover
merkzettel (0)

Es befinden sich keine Artikel in Ihrem Merkzettel


zum Merkzettel
warenkorb (0)

Es befinden sich keine Artikel in Ihrem Warenkorb


Gesamtbetrag:
0,00 €
inkl. MwSt. zzgl. Versand
My dtv

Jetzt registrieren