Der Hexer, Andrzej Sapkowsky, dtv, Fantasy

Die Bewohner der Welt der Geralt-Saga von Andrzej Sapkowski

Neben Elfen und Zwergen leben die Gnomen und die Halblinge mit den Menschen zusammen. Hingegen haben die Dryaden ihren Wald Brokilon, den sie praktisch nie verlassen, erfolgreich verteidigt. Sylphiden und Nymphen sind Verwandte der Dryaden, kommen in der Geralt-Saga aber nur ganz am Rande vor, ebenso wie Sirenen, Nereiden, Nixen, Tritonen, Fischmenschen und andere Wasserwesen. Außerordentlich selten sind auch die Sylvane, die einem Satyr ähneln und wegen der Hörner und Hufe mitunter auch Teufel genannt werden, sowie die Doppler (alias Täuschlinge, Wandler, Doppelgänger, Vexlinge, Bedaks), die die Gestalt anderer Wesen annehmen können.
Zu den seltenen vernunftbegabten Arten zählen auch die Echten Drachen. Sie kommen vor allem in der Gegend der nördlichen Gebirge vor; allerdings werden sie im weit im Süden liegenden Serrikanien religiös verehrt. Im Gegensatz zu drachenähnlichen Tieren wie Gabelschwänzen, Flatterern oder Flugschlangen werden Echte Drachen von Hexern nicht gejagt. Diese Schonung von Vernunftbegabten gilt allerdings nicht für Vampire (von denen es mehrere Arten gibt) und Werwölfe; sie zählen zu den Ungeheuern. Tiermenschen in der Art von Werwölfen sind auch die in Gebirgen, vor allem in Mahakam, vorkommenden Murmelmenschen.
Wesen ganz besonderer Art sind die Einhörner. Sie kommen nur am Rande der bewohnten Gebiete vor und sind auch dort derart selten, dass sie allgemein für legendäre, nicht wirklich existierende Wesen gehalten werden. Sie sind fremdartige, zauberkräftige Geschöpfe, bestehen geradezu aus fleischgewordener Magie und sind für andere Wesen kaum zu begreifen.
Hexer sind keine besondere Rasse, sondern Menschen, die als Kinder durch künstlich verursachte körperliche Mutationen und eine lange, harte Ausbildung zu berufsmäßigen Ungeheuervernichtern herangezogen wurden. Von diesen Ungeheuern nun gibt es eine Unmenge verschiedener Arten, der Hexer begegnet immer wieder anderen. Ziemlich viele davon erinnern an riesige Insekten oder ähnliche Gliederfüßer, andere sind reptilhaft. Manche Arten haben durch die vordringende Zivilisation ihren Lebensraum verloren und sind selten geworden, andere wieder profitieren von der Umweltverschmutzung oder – wie Graveire, Ghule und andere Leichenfresser – von großen Kriegen. Wer es genauer wissen will, sollte in der verfallenden Festung Kaer Morhen nachfragen, der Heimstatt der Hexer – dort gibt es alte Bücher mit gründlichen Beschreibungen aller möglichen Monster und Ungeheuer.

Elfen

Die Elfen haben eine eigene Sprache, die Ältere Rede, in der sie sich Aén Seidhe nennen. Man nennt sie auch das Ältere Volk und sogar die Uralten, das aber ist Menschensicht, denn als die Elfen in ihren Weißen Schiffen an der Westküste des Kontinents eintrafen, wo die Geralt-Saga spielt, waren Gnomen und Zwerge längst da. Die Elfen haben allerdings vor der Ankunft der Menschen diese Weltgegend beherrscht und sind von den Menschen erst allmählich verdrängt worden, teilweise in großen Kriegen. Die meisten großen Städte der Menschen sind auf den Fundamenten von Elfen- oder Zwergenstädten erbaut worden.
Die Elfen sehen alles in allem ziemlich menschenähnlich aus, wirken aber insgesamt schöner und edler; charakteristische Merkmale sind sehr gleichmäßige Zähne und spitze Ohren. Sie können mit Menschen (übrigens auch mit Dryaden) Nachkommen haben. Viele von ihnen leben inzwischen unter den Menschen, es gibt allerdings auch freie Elfen – etwa in den Blauen Bergen –, die auf die Menschen als kulturlose Barbaren herabsehen und möglichst nichts mit ihnen zu tun haben wollen. 
Da Elfen viel langlebiger sind als Menschen, betrachten manche von ihnen die Menschen als eine Art vorübergehendes Unglück. In den nördlichen Königreichen ist eine Partisanenbewegung von Elfen entstanden, die sich selbst »Scioa’tael« (»Eichhörnchen«) nennen; von Menschen verübte Pogrome gegen Nichtmenschen einerseits und Terroranschläge von Elfen andererseits bilden eine Gewaltspirale, die von Nilfgaard angeheizt wird.
Zauberer sind unter den Elfen ungefähr ebenso selten wie unter Menschen, die Elfen hatten die Magie jedoch schon zu einer hohen Kunst entwickelt, als die Menschen eintrafen, und manche Menschen haben bei ihnen gelernt, um ihre magischen Fähigkeiten zu vervollkommnen. Unter den freien Elfen gibt es eine Art besonders talentierter Zauberer, die »Aén Saevherne« genannt werden, »die Wissenden«.

Zwerge

Zwerge sind im Durchschnitt deutlich kleiner als Menschen, aber wiederum nicht sehr viel kleiner – einem ausgewachsenen Mann reichen sie etwa bis zur Brust, sind aber viel stämmiger, kräftiger und ausdauernder. Sie tragen lange Bärte – ein Zwerg gilt als erwachsen, wenn ihm der Bart bis zum Gürtel reicht, er ist dann ungefähr 55 Jahre alt. Neben den Elfen sind sie die wichtigste nichtmenschliche Art, die unter den Menschen lebt; relativ viele von ihnen dienen den nördlichen Königen als Soldaten und Wachleute, sie haben aber auch das Bankwesen der nördlichen Reiche zu einem großen Teil unter ihrer Kontrolle. Da sie wie alle Nichtmenschen gelegentlich unter Pogromen, öfter unter rechtlicher Benachteiligung zu leiden haben, schließen sich manche von ihnen den Scioa’tael, den Partisanenkommandos der Elfen an, das bleiben aber Ausnahmen.
Anders als die Elfen haben die Zwerge von alters her ein eigenes Gebiet inmitten der Menschenreiche behaupten können, das im Gebirgsmassiv von Mahakam liegt. Dort befinden sich die berühmten Bergwerke, Eisenhütten und Schmieden, auf deren Erzeugnisse alle umliegenden Länder angewiesen sind. König Foltest vom benachbarten Temerien beansprucht die Oberhoheit über Mahakam, doch das ist im Grunde ein leerer Titel – die Zwerge haben dort ihren eigenen Herrscher namens Brouver Hoog, über dessen Beliebtheit bei seinen Untertanen sich freilich streiten lässt.

Gnomen

Die Gnomen sind die ältesten Bewohner des Gebiets, in dem die Geralt-Saga spielt. Sie sind kleiner als Zwerge und leicht an ihren langen und spitzen Nasen zu erkennen. Sie leben sowohl unter den Menschen – etwa in der Handelsmetropole Nowigrad – als auch bei den Zwergen in Mahakam. Die Gnomen sind hochbegabte Mineralogen und Metallurgen; die besten Schwerter werden von Zwergen in Mahakam geschmiedet und von Gnomen geschliffen und geschärft.

Halblinge

Wie die Gnomen sind auch die Halblinge kleiner als Zwerge, etwa einen Meter groß; ihr auffälligstes Kennzeichen ist die lockige Behaarung – sogar an den Fußsohlen. Die meisten von ihnen scheinen sehr erfolgreich als Bauern und Farmer zu sein. Sie neigen zu einer ausgesprochen gutbürgerlichen Lebensweise, wozu auch die Blumennamen ihrer Frauen (Gardenia, Begonia, Petunia) passen. (Anders als Tolkiens Hobbits haben sie aber keine Vorliebe für das Wohnen in Erdhöhlen.) Unter den Menschen wenig bekannt ist ihr Talent, sehr zielgenau zu werfen.

Dryaden

Sehen meistens wie junge Frauen aus (obwohl es auch ältere gibt), von denen sie sich oft durch ungewöhnliche Haarfarben unterscheiden. Sie leben im Urwald Brokilon, den sie als unübertroffene Bogenschützinnen erbittert gegen Eindringlinge aus den umliegenden Menschenreichen verteidigen. Bäume sind ihnen heilig und dürfen niemals gefällt oder sonstwie beschädigt werden, auch Feuer ist im Brokilon verboten. Die Dryaden können das Wachstum der Bäume aber so beeinflussen, dass diese beispielsweise von selbst Baumhäuser bilden.
Die Dryaden verlassen den Brokilon so gut wie nie. Manchmal gewähren sie von Menschen verfolgten Elfen Zuflucht; ihre Sprache ähnelt der Älteren Rede der Elfen. Ihre Kinder, die immer Mädchen sind und alle Eigenschaften von der Mutter erben, haben als Väter Menschen oder Elfen; die Kontakte, die die Dryaden zu diesem Zweck mit den Männern eingehen, bleiben aber immer kurz und haben – aus Sicht der Dryaden – mit Liebe oder Erotik nichts zu tun. Da in den Kämpfen gegen Menschen, die in feindlicher Absicht in den Brokilon eindringen, mehr Dryaden umkommen als geboren werden, stehlen die Dryaden manchmal Mädchen der Menschen und verwandeln sie in Dryaden.

Vampire

Vampire gehören zu den Ungeheuern, die bei der Sphärenkonjunktion aus anderen Welten in die Welt Geralts verschlagen worden sind. Es gibt davon verschiedene Arten – Mula, Alb, Bruxa –, die alle annähernd menschenähnlich auszusehen scheinen. Eine weitere Art, der Höhere Vampir, ist von einem Menschen auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden, verfügt jedoch über verschiedene übernatürliche Fähigkeiten. Alle Vampire trinken Blut und werden von Hexern bekämpft (falls jemand dafür bezahlt, versteht sich). Die Opfer werden nicht notwendigerweise „ausgesaugt“ und dadurch getötet. Dass jemand, den ein Vampir gebissen hat, selbst zum Vampir wird, ist nicht wahr, wird aber auch in Geralts Welt von vielen Menschen geglaubt.

Hexer

Hexer sind Menschen – grundsätzlich Männer –, die im Kindesalter von erwachsenen Hexern als Waisen auf der Straße aufgelesen oder ihnen von den Eltern übergeben wurden und dann nach Kaer Morhen gebracht wurden, der Heimstatt der Hexer, einer seit vielen Jahren zerstörten Festung in den Feuerbergen, an der Grenze von Kaedwen. Dort werden die Kinder der »Kräuterprobe« und anderen Prozeduren unterzogen, bei denen mit Hilfe von Kräutern, Drogen und Elixieren in ihrem Körper Mutationen ausgelöst werden. Die wenigen, die das überleben, verfügen dann über außergewöhnliche Fähigkeiten wie erhöhtes Reaktionsvermögen, schnellere Bewegungen und geschärfte Sinne. Eine lange und harte Ausbildung befähigt sie schließlich, durchs Land zu ziehen und gegen Bezahlung Ungeheuer zu töten. Durch die Mutationen werden Hexer zwar nicht impotent, aber zeugungsunfähig. Sie leben deutlich länger als gewöhnliche Menschen, bis sie früher oder später doch in einem Kampf umkommen – ihre tatsächliche Lebenserwartung ist nicht bekannt, da noch nie ein Hexer an Altersschwäche gestorben ist.
Zur Standardausrüstung der Hexer gehören zwei Schwerter – ein auf dem Rücken getragenes stählernes für die meisten Fälle und ein im Gepäck mitgeführtes silbernes für den Kampf gegen bestimmte Ungeheuer –, Flaschen mit Hexerelixieren, die einer kurzzeitigen weiteren Steigerung der Fähigkeiten und der Heilung von Wunden dienen, sowie ein Medaillon, welches die Nähe von manchen Ungeheuern und auch von Magie signalisiert. Die Hexer selbst sind in der Regel nicht magisch begabt, können aber einige sehr einfache Zaubergesten – die »Hexerzeichen« – erlernen.
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