Kapitel 19

Bildreligion (1963)


Inwieweit diese neue Sichtweise eine Erweiterung der traditionellen Sichtweise zu Gott ist, wird in umstrittener Weise deutlich, als ein satirisches Programm 1963 zufällig das Konzept der "Bildreligion" einführt. Das kommt in den damals weitgehend religiösen Niederlanden nicht gut an.

Boudewijn de Groot - The Garden of Delights


Boudewijn de Groot - The Garden of Delights. Auf dieser mittelalterlichen Miniatur hat Gott die Welt als Handwerker geschaffen. Er hielt sie buchstäblich in der Hand, so wie Boudewijn de Groot in seinem Genesis-Lied "Eve" aus dem Zyklus "The Garden of Delights" singt. Aber seitdem ist vieles drastisch schiefgegangen.

Sweelinck - Ons is gheboren een kindekijn


Das alte Weihnachtslied "Ons is gheboren een kindekijn" drückt aus, dass jede Geburt den Empfang eines Kindes bedeutet.  Es geht in diesem Fall allerdings nicht um das göttliche Jesuskind, sondern die Geburt, die uns immer wieder passiert. Das "Wir" ist im Dativ: Wir sind diejenigen, denen etwas gegeben wird.

Huub van der Lubbe singt November


Huub van der Lubbe singt "November" von JC Bloem.

Heidegger und Totalitarismus


Heidegger und Totalitarismus. Allen Totalitarismen des zwanzigsten Jahrhunderts und vielen utopischen Bewegungen aus den Jahrhunderten davor fehlt eine Überschätzung der menschlichen Fähigkeiten. Sie versuchen, eine ideale Welt aus der Realität zu drängen, basierend auf dem, was sie als ihre eigenen tiefsten Erkenntnisse über die Welt betrachten. Dass diese Einsichten immer begrenzt und teilweise falsch sind, zeigt sich erst später. Was schief geht, muss seinen Ursprung in einem bösen Willen haben, der ausgerottet werden muss. Deshalb braucht jeder Utopismus im Vorfeld einen Sündenbock, einen "Mülleimer der Geschichte", wie Lenin es ausdrückte. Der sowjetisch-russische Kommunismus ließ die "Kulaken" und konterrevolutionären Elemente an den Gulag schicken, der Nationalsozialismus die Juden, die in die Konzentrationslager deportiert wurden. Die heidnische "Philosophie der Resignation" ist ein philosophischer Ausdruck dieser Einsicht - was ihn jedoch nicht daran hinderte, selbst zu einem Komplizen der betrügerischen Versprechungen des Nationalsozialismus zu werden.

Heidegger und Umweltdenken


Heidegger und Umweltdenken. Seine wichtigsten Erkenntnisse hat Heidegger bereits vor langer Zeit geäußert, als in den 1970er Jahren das Umweltbewusstsein an Boden gewann. Heidegger wird selten sehr konkret, aber seine Worte zeigen, dass er um das Schicksal der Erde und ihrer Natur besorgt ist. Sein Konservatismus steht überraschend im Einklang mit dem Thema Umweltschutz, das im ökologischen Denken eine so große Rolle spielt. Auch in diesem Denken dämmerte schnell die Erkenntnis, dass die Menschheit lernen muss, der Erde "zuzuhören", anstatt sich auf der Grundlage der Chimäre zu täuschen, dass wir damit machen könnten, was wir wollen. Wenn wir nicht erkennen, inwieweit wir von der Erde abhängig sind, entgleisen wir unwiderruflich. Der Ton und die Tiefe dieser Beobachtung ist anders als die Formulierung von Heidegger, aber der Ruf, der von ihr ausgeht, weist in die gleiche Richtung.
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