Die Nebendarsteller

 

GERTRUDE STEIN

Die legendäre Gastgeberin eines Salons und experimentelle Autorin Gertrude Stein nahm Hemingway nach seiner Ankunft in Paris ebenfalls unter ihre Fittiche. Ihre stattliche Erscheinung und beeindruckende Persönlichkeit trugen ihr auf der Rive Gauche eine Reihe von Spitznamen ein: »Sumerian Monument«, »Great God Buddha« und, vielleicht am amüsantesten, »The Presence«.
 

SYLVIA BEACH

Die Amerikanerin Sylvia Beach war Verlegerin und Inhaberin von Shakespeare and Company, einer beliebten Buchhandlung auf der Rive Gauche, außerdem das Zentrum der Expat-Gemeinde. Auch sie lernte Hemingway nach seiner Ankunft in Paris kennen und wurde ein Fan. Ihrer Meinung nach war Hemingway für den Erfolg bestimmt: »Mir erschien es, als habe er in viel kürzerer Zeit viel mehr erreicht als die meisten der jungen Autoren, die ich kannte«, schrieb sie später.
 

HORACE LIVERIGHT

Hemingways erster amerikanischer Verleger Horace Liveright entsprach nicht unbedingt dem Bild eines Verlegers. Seine Kollegen hielten ihn für einen Scharlatan, der nur im Rampenlicht stehen wollte, einen rücksichtslosen Aufsteiger, der sich überall skandalös einmischte: »Wenn man ihn in seinem Verlag aufsuchte, war das ganze Vorzimmer oft voller Revuegirls«, erinnerte sich einer seiner Autoren. Irgendwann ließ er Hemingway ziehen – ein Fehler, den er sein Leben lang bedauerte.
 

F. SCOTT UND ZELDA FITZGERALD

Als Hemingway den Schriftsteller F.Scott Fitzgerald und seine Ehefrau Zelda 1925 kennenlernte, war Fitzgerald auf dem Höhepunkt seiner Berühmtheit. »Der arme Scott verdiente mit seinen Romanen derart viel Geld, dass er und Zelda in Montmartre Unmengen an Champagner trinken mussten, um es unter die Leute zu bringen«, erinnerte sich Sylvia Beach. Scott war bereits ein heimlicher Fan von Hemingway und investierte bald mehr Energie, um Hemingways Karriere voranzubringen als seine eigene. Zelda und Hemingway konnten einander nicht ausstehen.
 

HADLEY HEMINGWAY

Sie war Hemingways erste Ehefrau, er heiratete sie 1921. Sie war acht Jahre älter als er und sah einem ruhigen Leben im Schatten eines ehrgeizigen Künstlers entgegen. Während er seine Karriere vorantrieb und die Prosa revolutionierte, war sie seine enge Vertraute – doch in ihrer Ehe zeigten sich bald die ersten Risse. Bei der Veröffentlichung von ›Fiesta‹ stand ihre Nachfolgerin bereits in den Startlöchern.
 

SARA UND GERALD MURPHY

Die wohlhabenden und attraktiven Gastgeber Sara und Gerald Murphy bildeten den Mittelpunkt der Pariser Szene. Picasso, Cole Porter oder Douglas Fairbanks zählten häufig und gerne zu ihren Abendgästen. Sie spürten Hemingways aufblühendes Talent und unterstützten sein Vorankommen begeistert.
 

PAULINE PFEIFFER

Im Jahr 1925 machte Hemingway die Bekanntschaft der Vogue-Journalistin und Erbin Pauline Pfeiffer. Im Gegensatz zu Hadley war Pfeiffer eine modebewusste Erscheinung. Anfänglich waren sie und Hemingway nicht sehr beeindruckt voneinander – er wäre lieber mit ihrer Schwester Virginia ausgegangen, »in Paulines Mantel«, wie er bemerkte, und sie fand ihn abstoßend und verlottert. Doch schon bald entdeckten beide am jeweils anderen die charmanten Seiten.
 

MAXWELL PERKINS

Maxwell Perkins arbeitete als Lektor bei dem angesehenen Verlag Charles Scribner's Sons. Perkins war Harvard-Absolvent, aus bester Familie, und er hatte zugleich einen Blick für neue Trends in der Bücherwelt und für aufsteigende Talente mit Massenwirkung. »Perkins wäre bei Vanity Fair gut aufgehoben gewesen«, sagte einer seiner Kollegen bei Scribner. »Er hatte eine Ader für Kommerzielles.«
 

DOROTHY PARKER

Sie war einflussreiche Kritikerin, Autorin, Dichterin und scharfzüngiges Mitglied der Algonquin-Tischrunde. Hemingway begegnete Parker im Februar 1926, als er nach New York reiste, um den Vertrag mit Boni & Liveright zu lösen und bei Charles Scribner's Sons unterzukommen. Parker war von Hemingway überaus angetan. Sie entschied spontan, ihn auf der Schiffsreise zurück nach Europa zu begleiten, und war lange Zeit eine beredte Fürsprecherin seines Werkes.
Quelle: lesleymmblume.com; mit freundlicher Genehmigung von Lesley M. M. Blume; Übersetzung: Sylvia Spatz

Bildnachweise:
Gertrude Stein:
Jewish Chronicle Heritage Images/Getty Images
Sylvia Beach: Berenice Abbott/Getty Images
Horace Liveright: Courtesy of George Eastman House, International Museum of Photography and Film;
© Nickolas Muray Photo Archives
F. Scott und Zelda Fitzgerald: Mondadori Portfolio/Getty Images
Hadley Hemingway und Pauline Pfeiffer: Patrick Hemingway Papers, Box 2, Folder 9; Manuscripts Division,
Department of Rare Books and Special Collections, Princeton University Library
Sara und Gerald Murphy: Estate of Honoria Murphy Donnelly/Licensed by VAGA, New York, NY
Dorothy Parker: Hulton Archive/Getty Images
Pauline Pfeiffer: Apic/Getty Images
Maxwell Perkins: Archives of Charles Scribner’s Sons, Manuscripts Division, Department of Rare Books
and Special Collections, Princeton University Library
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