Hemingway & ›Fiesta‹

 

PARIS, 1921

Der zweiundzwanzigjährige Ernest Hemingway kreuzte in Paris auf, fest entschlossen, ein ganz großer Schriftsteller zu werden – aber der Durchbruch blieb ihm versagt. »Ich wusste, ich musste unbedingt einen Roman schreiben«, schrieb er später. Doch leichter gesagt als getan. Er unternahm mindestens drei Anläufe. Schließlich wurde ihm klar, dass er nur noch eine Chance hatte – nicht aufzugeben und zu warten, bis die Zeit reif war.
 

PAMPLONA, 1925

Auftritt von Lady Duff Twysden, einer kühlen und kühnen Aristokratin, der ganz Paris zu Füßen lag – auch Hemingway. Die einzelnen Personen mit ihren Pseudonymen in ›Fiesta‹ von links nach rechts: Ernest Hemingway (›Jake Barnes‹), Harold Loeb (›Robert Cohn‹), Lady Duff Twysden (›Lady Brett Ashley‹), Hadley Hemingway, Donald Ogden Stewart (›Bill Gorton‹) und Patrick Guthrie (›Mike Campbell‹).
 

PAMPLONA, JULI 1925

Hemingway, Lady Duff und eine kleine Gesellschaft begaben sich zum Stierkampf-Festival Sanfermines ins spanische Pamplona. Der Ausflug verkam schnell zu einem wüsten Trinkgelage, inklusive sexueller Eifersucht und blutrünstigem Spektakel – und er lieferte Hemingway endlich genau den Stoff, den er brauchte.
 

SEPTEMBER 1925

Nur wenige Wochen später hatte Hemingway den ersten Entwurf von ›Fiesta‹ fertiggestellt – fast eine getreue Nacherzählung der Exzesse von Pamplona – und aus Rüpelei war hohe Literatur geworden. Hemingway war sich sicher: Sein Romanstoff war heiße Ware – und seine Eintrittskarte in die Welt der großen Literatur. ›Und alle benehmen sich daneben‹ erzählt zum ersten Mal die Entstehungsgeschichte von ›Fiesta‹. Vor allem aber ist es die Geschichte, wie aus Ernest Hemingway der Hemingway wurde, den wir kennen.

Leben

1899 wurde Hemingway im Chicagoer Vorort Oak Park, Illinois, geboren. Nach dem Schulabschluss entschied er sich gegen das College und für ein Leben als Reporter der Zeitung ›Kansas City Star‹.

1918 beteiligte er sich als freiwilliger Ambulanzfahrer des Roten Kreuzes am Ersten Weltkrieg und wurde an der österreichisch-italienischen Front schwer verletzt.

In den Zwanzigerjahren arbeitete er als Reporter, zuerst für den ›Toronto Star‹, dann für die Hearst Gruppe in Paris.

Ab 1929 lebte und arbeitete er in Key West, Florida, und auf Kuba.

1937/38 Als Korrespondent der ›North American Newspaper Alliance‹ nahm Hemingway auf Seiten der Republikaner am Spanischen Bürgerkrieg teil.

1940/45 Im Zweiten Weltkrieg war er als Kriegsberichterstatter 1940/41 in China und 1944/45 für ›Collier’s‹ in Europa, wo er über die Landung der Alliierten in der Normandie und die Befreiung von Paris berichtete.

1945 kehrte Hemingway nach Kuba zurück und widmete sich dort der Hochseefischerei und dem Schreiben.

1953 wurde Ernest Hemingway für ›Der alte Mann und das Meer‹ mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, 1954 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

1960 ließ er sich in Ketchum, Idaho, nieder, wo er nach schwerer Krankheit, von Depressionen geplagt, 1961 freiwillig aus dem Leben schied.

BIBLIOGRAFIE

Auswahl der Übersetzungen

1928 Fiesta
1930 In einem anderen Land
1932 In unserer Zeit
1941 Wem die Stunde schlägt
1949 Der Schnee vom Kilimandscharo und andere Erzählungen
1951 Haben und Nichthaben
1952 Der alte Mann und das Meer
1957 Tod am Nachmittag
1965 Paris, ein Fest fürs Leben
1971 Inseln im Strom
Quelle: lesleymmblume.com; mit freundlicher Genehmigung von Lesley M. M. Blume; Übersetzung: Sylvia Spatz

Bildnachweise:
Hemingways Passfoto von 1923: Ernest Hemingway Collection, John F. Kennedy Presidential Library and Museum,
Boston
Hemingway und seine Entourage in einem Café in Pamplona im Juli 1925: Ernest Hemingway Collection,
John F. Kennedy Presidential Library and Museum, Boston
Hemingway 1925 als Amateurstierkämpfer in Pamplona, packt den Stier bei den Hörnern: Ernest Hemingway
Collection, John F. Kennedy Presidential Library and Museum, Boston
Hemingway 1924 vor seinem Haus in der Rue Notre-Dame-des-Champs 113 in Paris: Sylvia Beach Papers, Box 169,
Folder 2; Manuscripts Division, Department of Rare Books and Special Collections, Princeton University Library
Anzeigenwerbung für ›The Sun Also Rises‹: The New Yorker, Oktober 1926. Abdruck mit freundlicher Genehmigung
von The New Yorker
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