Ruth Ware

Interview mit Ruth Ware über ihren Thriller ›Wie tief ist deine Schuld‹

1) Die Figuren in Ihrem Buch ›Wie tief ist deine Schuld‹ leben an der Südküste von England, wo auch Sie aufgewachsen sind. Gibt es einen autobiografischen Bezug zu Ihren Erlebnissen als Kind oder Teenager?
 
Glücklicherweise nicht! Ich ging auf eine ganz normale, staatliche Schule und am Ende des Tages gingen wir alle nach Hause zu unseren Familien. Mein Leben war nicht annähernd so zerrüttet, wie das der Mädchen im Buch. Doch die Freundschaften in meiner Teenagerzeit und wie diese während der Pubertät auf die Probe gestellt werden, das sind Erfahrungen, die ich selbst auch gemacht habe.
 
2) Sie haben als Kellnerin, Buchhändlerin und Englischlehrerin gearbeitet. Gibt es einen anderen Beruf, neben dem Schreiben, den Sie auch gerne ausprobiert hätten?
 
Als ich meinen Job kündigte, um Autorin zu werden, wusste ich, dass das eine Entscheidung war, die ich nicht hätte rückgängig machen können – selbst wenn das mit dem Schreiben nichts geworden wäre. Ich hatte einen anderen Plan B, nämlich, mich zur Buchhalterin umschulen zu lassen. Ich mag Zahlen, rechne gerne und liebe Tabellen. Ich glaube, ich wäre eine gute Buchhalterin!
 
3) Sie schreiben eine Menge Krimis und Thriller. Gruseln Sie sich im wahren Leben auch gerne, oder sind Sie in Wahrheit eher ängstlich?
 
Im wahren Leben bin ich eigentlich eher ein Angsthase. Ich mag es nicht besonders, über wahre Verbrechen zu lesen. Auch die schlimmen Geschichten von grausigen Verbrechen, die in den Kellern mancher Menschen geschehen, machen mich ziemlich krank. Ich mag Bücher, die mir einen leichten Schauer über den Rücken jagen wie ›Der Besucher ‹ (von Sarah Waters) oder ›Die Frau in Schwarz‹ (von Susan Hill), aber keine, die zu gewalttätig sind oder mir zu nahe gehen. Ich kann auch keine Bücher über misshandelte Kinder lesen. In meinen eigenen Büchern habe ich die Kontrolle über das, was ich schreibe. Das macht einen großen Unterschied. 
 
4) Wer darf Ihre Bücher zuerst zu lesen, bevor sie in den Druck gehen?
 
Normalerweise meinen Lektoren. Dazu kommen drei sehr gute Freunde und meine Schwester, die ich oft als erste Testleser wähle, falls ich eine zweite Meinung brauche. Manchmal habe ich dazu allerdings keine Zeit. 
 
5) Wie haben Sie sich beim Schreiben gefühlt?
 
›Wie tief ist deine Schuld‹ schrieb sich um einiges leichter als ›Woman in Cabin 10‹. Ich glaube, ich habe mich bei ›Woman in Cabin 10‹ stark unter Druck gesetzt. Es war mein zweites Buch und ich wollte unbedingt zeigen, dass ich keine Eintagsfliege war und beweisen, dass ich auch weiterhin so temporeich, gruselig und fesselnd schreiben kann wie beim ersten Buch. Bei ›Wie tief ist deine Schuld‹ war ich viel entspannter.
 
6) Haben Sie jemals darüber nachgedacht, Bücher in anderen Genres zu schreiben?
 
Auf jeden Fall, aber nicht in naher Zukunft. Ich möchte noch mindestens zwei Krimis schreiben, bevor ich mich anderen Genres zuwende.
 
7) Wie empfinden Sie den Erfolg, den die Bücher in den Vereinigten Staaten haben?
 
Es ist verrückt und verblüffend zugleich. Ich habe niemals erwartet, dass meine Bücher irgendwo anders, außerhalb Englands gelesen werden. Dass sie jetzt in so vielen Ländern verkauft werden und so erfolgreich in Amerika sind, ist ein bisschen surreal, aber auch sehr cool. 
 
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