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Cover: Torstraße 1

Torstraße 1

Für die letzte Party des Lebens kann man noch einmal Schlange stehen, auch wenn die Füße schmerzen und man offiziell keine Einladung hat für die »Club Opening Night«. Aber irgendwie wird Elsa an diesem windigen Frühlingsabend schon in das imposante Gebäude gelangen, das wie sie selbst in den vergangenen acht Jahrzehnten etliche Male den Namen gewechselt hat.

Die meisten Gäste um sie herum verbinden nichts mit seiner Vergangenheit. Doch für Elsa steckt das vom Keller bis zum Dach luxussanierte Haus voller persönlicher Erinnerungen: 1929, genau am Tag der Eröffnung des ersten Kreditkaufhauses von Berlin, kam sie hier überstürzt auf dem Packtisch der Poststelle zur Welt; hier spielte sie als uneheliche Tochter einer jungen Verkäuferin tagein, tagaus und bestaunte die Olympiaringe an seiner Fassade; hier musste sie aber auch mit ansehen, wie die jüdischen Besitzer die zersplitterten Scheiben der Schaufenster wegkehrten, und nach dem Krieg starrte sie schweigend auf das rußgeschwärzte, doch nahezu unversehrte Gebäude, auf dem ein riesengroßes rotes Banner mit den Konterfeis von Marx, Engels, Lenin und Stalin prangte …

All dies und noch viel mehr verbindet sie mit diesem Haus, aber auch mit Bernhard, Sohn des Zimmermanns Wilhelm Glaser, der zufällig Elsas Geburtshelfer und danach ein verlässlicher Freund ihrer Mutter wurde. Bernhard wurde am selben Tag, ja sogar zur selben Stunde geboren wie sie und sie bleiben einander ein Leben lang nahe. Auch dann, als eine Mauer Elsa und Bernhard trennt.

erhältlich als Taschenbuch, ebook und hörbuch

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