Who’s Who im Antiken Rom

Julius Cäsar: römischer General und Staatsmann, der durch erfolgreiche militärische Einsätze das Römische Reich ausweitete und siegreich aus einem Bürgerkrieg und Auseinandersetzungen mit dem römischen Senat (dem Hauptregierungsorgan) hervorging und römischer Diktator wurde. Er adoptierte seinen Großneffen Octavius und erklärte ihn zu seinem Erben und Nachfolger, was von vielen Seiten angefochten wurde. 44 v. Chr. wurde er von einer Gruppe Senatoren ermordet, ein Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung.

Gaius Octavius Cäsar / Cäsar Augustus (Octavian): Offiziell zum Erben von Julius Cäsar erklärt, überstand Octavius in der Anfangszeit Machtkämpfe und einen Bürgerkrieg und behielt die von seinem Großonkel vererbte Gewalt über Rom. Rom war offiziell eine freie, vom Senat regierte Republik gewesen; Octavius gab dem Senat nach außen hin seine einstige Macht zurück, doch behielt er sein Leben lang die Gewalt über Staat und Militär, was ihn de facto zum Alleinherrscher machte. Er gilt daher als der erste Römische Kaiser und erhielt nach seinem Sieg über Marcus Antonius und Cleopatra den Ehrennamen Augustus. Unter seiner Herrschaft verschoben sich die Grenzen des Römischen Reichs beträchtlich nach außen, der Staatshaushalt wurde saniert, und es entstand eine bedeutende Infrastruktur mit Straßen, Kanalisation und öffentlichen Einrichtungen. Augustus gilt als Förderer der Künste, insbesondere der Dichtung.

Marcus Junius Brutus: Politiker und einer von Cäsars Mördern. Aufgrund der öffentlichen Empörung nach Cäsars Tod floh Brutus aus Rom. Später sammelte er ein Heer um sich und marschierte gegen die Hauptstadt, wurde aber in der Schlacht bei Philippi in Makedonien, 42 v.Chr., von Marcus Antonius und Octavius geschlagen. Brutus konnte entkommen; er nahm sich später das Leben.

Gaius Cassius Longinus: Senator und ein weiteres Mitglied der Senatorengruppe, die Cäsar ermordete. Er unterstützte Brutus’ Pläne zur Eroberung Roms, nahm sich aber das Leben, als er von Brutus’ Niederlage erfuhr.

Marcus Antonius (Marc Anton): General, Politiker (Triumvir) und ein Verbündeter Julius Cäsars. Nach dessen Ermordung bemühte er sich aus strategischen Gründen um Aussöhnung mit den Mördern, doch als klar wurde, dass Brutus und Cassius einen Angriff auf Rom planten, schlug er sich auf die Seite von Octavius und besiegte die beiden Gegner. Er übernahm die Regierungsgewalt für den östlichen Teil des Reichs und wurde Verbündeter (und Geliebter) der ägyptischen Königin Cleopatra. Die Beziehungen zu Rom und Octavius gestalteten sich zunehmend schwierig; auch die Heirat mit Octavius’ Schwester, Octavia, änderte daran nichts. Es kam schließlich zum Bruch mit Rom (und seiner römischen Ehefrau); Marcus Antonius verbündete sich privat und politisch mit Cleopatra und nutzte ihr Militär, um im Osten neue Gebiete zu erobern. Als Rom Ägypten den Krieg erklärte und in der Schlacht bei Actium vor der Westküste Griechenlands, 31 v.Chr., Marcus Antonius und die ägyptische Flotte besiegte, bedeutete das das Ende des Pharaonenreiches. Octavius marschierte darauf in Ägypten ein. Marcus Antonius nahm sich gemeinsam mit Cleopatra das Leben, 30. v.Chr.

Marcus Tullius Cicero: berühmter Philosoph und Redner. Er wurde nach der Ermordung Cäsars zu einem der einflussreichsten Politiker in Rom; es gelang ihm, sich sowohl mit den Mördern als auch mit Marcus Antonius zu verbünden. Doch als er sich mit Letzterem überwarf, wurde Cicero von der neuen Regierung unter Marcus Antonius und Octavius zum Staatsfeind erklärt und umgebracht.

Marcus Agrippa: loyaler Freund von Octavius und sein fähigster General. Er spielte eine entscheidende Rolle beim Sieg über Marcus Antonius und Cleopatra und bei der Ausweitung des Reiches. Lange betrachtete Octavius Agrippa als seinen Nachfolger, und um die Verbindung zwischen ihnen weiter zu stärken, überredete er Marcus, sich von seiner Nichte (Marcella) scheiden zu lassen und seine Tochter Julia zu ehelichen. Marcus Agrippa starb unerwartet im Alter von einundfünfzig Jahren.

Gaius Cilnius Maecenas: Schriftsteller, Politiker, Soldat und enger Freund von Augustus. Förderte die Dichtung.

Titus Livius: Livius verfasste ein umfangreiches, bis heute erhaltenes Werk zur Geschichte Roms. Es reicht von den frühesten Mythen über die Gründung Roms bis zum Lebensende von Augustus.

Quintus Horatius Flaccus (Horaz): einer der bedeutendsten lateinischen Lyriker zu Lebzeiten von Augustus. Horaz diente kurzzeitig in Brutus’ Armee, wurde aber durch seinen Förderer Maecenas trotzdem ein enger Freund von Octavius.

Publius Vergilius Maro (Vergil): einer der bedeutendsten Dichter des Alten Rom, vor allem bekannt für sein episches Gedicht ›Aeneis‹, das die Geschichte des Helden Aeneas von der Zerstörung Trojas bis zur Gründung Roms erzählt. Octavius war ein großer Bewunderer und Förderer von Vergil und weigerte sich, den Wunsch des sterbenden Dichters zu erfüllen und das in Vergils Augen mangelhafte Werk ›Aeneis‹ zu verbrennen. In Buch Sechs der ›Aeneis‹ begibt sich der Held in die Unterwelt, das Totenreich. In dem Roman ›Augustus‹ liest Vergil dem Kaiser diesen Teil laut vor, was auf dessen Schwester Octavia eine tiefe Wirkung hat. Das Buch Sechs inspirierte Dante Jahrhunderte später dazu, Vergil in der ›Göttlichen Komödie‹ zum Führer durch das Inferno zu machen.

Publius Ovidius Naso (Ovid): vor allem berühmt für ›Ars Amatoria‹, ein frivoles Lehrgedicht, und ›Metamorphosen‹. Ovid wurde von Octavius aus unbekannten Gründen aus Rom verbannt; etwa zur gleichen Zeit wurde Octavius’ Tochter ins Exil geschickt.

Nikolaos von Damaskus: griechischer Schriftsteller, Philosoph und Historiker; enger Freund von König Herodes und Hauslehrer der Kinder von Antonius und Cleopatra. Er verfasste eine Biographie über Augustus; es sind aber nur Teile seines umfangreichen Werkes erhalten.

Tiberius Claudius Nero: Stiefsohn von Octavius, Sohn von Livia. Tiberius war Julias dritter Ehemann und wurde von Augustus adoptiert, um dessen Erbe anzutreten. In den frühen Jahren seiner Herrschaft hatte er einige wichtige militärische Erfolge und konnte das Reich weiter ausdehnen. Doch blieb er ein unnahbarer und wenig beliebter Herrscher und zog sich gegen Lebensende weitgehend von seinen Aufgaben als Kaiser zurück.

Cleopatra: letzter weiblicher Pharao. Cleopatra entstammte dem alten Herrschergeschlecht der Ptolemäer; als Alleinherrscherin über Ägypten wurde sie überdies als Reinkarnation der Göttin Isis gefeiert. Sie war die Geliebte von Julius Cäsar, später von Marcus Antonius und hatte mit beiden Kinder. Nach der Niederlage der ägyptischen Flotte bei Actium nahm sie sich, gemeinsam mit Marcus Antonius, das Leben, angeblich durch einen Schlangenbiss.

Octavia: Schwester von Octavius; eine der Ehefrauen von Marcus Antonius; Mutter von Marcellus (zunächst von Octavius als Erbe bestimmt).

Livia: Ehefrau von Tiberius Claudius Nero, Vater des gleichnamigen Kaisers; dritte Ehefrau von Octavius.

Julia: Octavius’ einziges Kind von seiner zweiten Ehefrau Scribonia. Sie wurde mehrfach zu strategischen Eheschließungen gezwungen – mit Marcellus, Marcus Agrippa und schließlich Tiberius, den sie aufrichtig hasste –, um die Beziehungen ihres Vaters zu diesen potentiellen Nachfolgern zu stärken.
 

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