Ein Blick in den Verlag

Reicht es nicht, wenn der Autor etwas schreibt und man das dann druckt? Was machen eigentlich die Leute im Verlag den ganzen Tag? Und wie funktioniert das mit dem Drucken noch mal?

 

Hier kannst du dir in 10 Bildern ansehen, was alles passiert, bis ein Buch fertig ist.

 

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Traumberuf Lektorin

Was macht eigentlich eine Lektorin den ganzen Tag?
Nur lesen? Bei weitem nicht!

 

Dorothee Dengel ist seit über 10 Jahren Lektorin bei dtv junior und verrät euch mehr über ihre Arbeit.
 

 

Wolltest du schon immer Lektorin werden? 
Als Kind wusste ich gar nicht, dass es diesen Beruf gibt. Später wollte ich Journalistin werden, aber dann habe ich eines der ersten dtv junior magazine in die Finger bekommen. Da wusste ich: Da will ich mal hin! 


Was ist das definitiv Schönste an deiner Arbeit? 
Vieles! Das Schönste? Den Kontakt mit den Autorinnen und Autoren zu haben und mitzubekommen, wenn eine Geschichte richtig schwuppt! 
 

Was ist das definitiv Blödste?
Auch noch auf das letzte Komma zu achten ... Manchmal muss man ein bisschen pingelig sein. 
 

Was muss eine Lektorin können? 
Zuhören! Und gut kommunizieren - ich telefoniere oft stundenlang. Natürlich muss man gerne lesen - schließlich ist Lektor das lateinische Wort für Leser. Man braucht ein gutes Gespür für Sprache und Texte, muss kritisieren können. Autorinnen und Autoren wollen nämlich nicht nur Lob. Das Ziel von allen ist ja, das Beste aus einer Geschichte rauszuholen. 
 

Kann man das lernen? 
Auf alle Fälle kann man es üben und verbessern. Es ist wichtig, die eigenen Kriterien, das eigene Tun immer wieder neu zu überdenken. 


Wie und wo hast du geübt?  
Ich habe erst ein Praktikum und dann ein Volontariat bei dtv junior gemacht und mir dabei viel von meinen Kolleginnen abgeschaut. Irgendwann hab ich dann mein erstes Buch ganz allein lektoriert. Ich weiß noch, wie ich damals dachte: Mmh, jetzt musst du einfach machen. 
 

Was genau machst du?  
Wenn der Anfang eines Buches zu langatmig ist, kürze ich, damit die Geschichte schneller in Gang kommt. Ich diskutiere mit Autoren über inhaltliche Details, darüber, ob die Figuren glaubwürdig sind, ob die Sprache passt, ob die Handlung spannend ist. Immer wieder spürt man an einzelnen Stellen im Text eine besondere Kraft, eine besondere Qualität - die versuche ich dann an möglichst vielen Stellen im Buch zu erreichen. Das heißt: Ich streiche im Manuskript an, schreibe Vorschläge an den Rand - und schicke das dann wieder an die Autoren zurück. 
 

Wie reagieren die Autoren darauf? 
Im Großen und Ganzen sehr offen. Autoren wollen, dass man ihre Texte ernst nimmt - und zwar gerade dadurch, dass man sich intensiv mit ihnen beschäftigt. Aber Lektoratsarbeit ist tatsächlich oft eine Frage des Vertrauens. 
 

Wer behält im Zweifel Recht? 
Gerade weil im Kinderbuch die Geschichte im Vordergrund steht, versuche ich bei inhaltlichen Dingen schon zu überzeugen - aber wenn's um einzelne Formulierungen geht, zählt für mich immer der Wunsch des Autors. 
 

Liest du auch in deiner Freizeit? 
Ja! Sogar sehr viel - allerdings vorwiegend Bücher für Erwachsene. Wenn ich nicht gerade mit meiner kleinen Tochter Bilderbücher anschaue ...
 

Interview: Christine Knödler für dtv junior
 

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