Cover: Drei Leben

Wir trauern um unseren Autor Max Mannheimer

Max Mannheimer wurde 1920 in Neutitschein im heutigen Tschechien als ältestes von fünf Kindern einer jüdischen Familie geboren. Nach der Angliederung Nordmährens an das Deutsche Reich 1938 wurde sein Vater erstmals inhaftiert.

Nach seiner Entlassung floh die Familie nach Ungarisch Brod, wo Max Mannheimer 1942 Eva Bock heiratete. Am 27. Januar 1943 wurde die gesamte Familie nach Theresienstadt und anschließend nach Auschwitz deportiert.
Seine Eltern, seine Frau, zwei Brüder und eine Schwester wurden in Auschwitz ermordet.  
 
Nur Mannheimer und sein Bruder Edgar überlebten. Im Oktober 1943 wurden sie in das Konzentrationslager Warschau verlegt. Im August 1944 folgte ein Transport nach Dachau bei München und in das Außenlager Karlsfeld, wo die Brüder zu Zwangsarbeit im Außenkommando Mühldorf gezwungen wurden. Max und Edgar Mannheimer befanden sich am 29. April 1945 auf einem Todestransport in den Süden, als sie von den Alliierten befreit wurden.
Mannheimer verließ Deutschland. Er schwor sich damals, nie wieder deutschen Boden zu betreten.
Dennoch kehrte er 1946 nach Deutschland zurück. Mit Elfriede Eiselt, seiner zweiten Frau, einer deutschen Widerstandskämpferin, und der gemeinsamen Tochter zog er nach München.
Nach dem Tod Eiselts heiratete Mannheimer die Amerikanerin Grace Franzen, wenig später wurde Sohn Ernst geboren. Bis zu seinem Ruhestand arbeitete Mannheimer in München als Kaufmann.  
Über Jahrzehnte kämpfte Max Mannheimer gegen das Vergessen. Seit vielen Jahren hält er in Vorträgen und Reden die Erinnerungen an den Holocaust und die Verbrechen des Nationalsozialismus wach. So auch in seinen Büchern, wie zuletzt in seinen Erinnerungen Drei Leben, aufgezeichnet von Marie-Luise von der Leyen (dtv, 2012 ).
Für sein Wirken wurde er vielfach ausgezeichnet, 2012 wurde ihm das Große Verdienstkreuz verliehen.
Als Maler expressionistischer Werke ist er unter dem Namen ben jakov bekannt.

Am Freitag, den 23. September 2016, ist Max Mannheimer im Alter von 96 Jahren in einer Münchner Klinik gestorben.

Wir trauern um einen großen Menschen, der als Opfer und Überlebender der Nazibarbarei jahrzehntelang gegen das Vergessen und für die Demokratie kämpfte – ein Vorbild für Generationen.

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