Portrait des Autors Michael Wolffsohn

Michael Wolffsohn

Michael Wolffsohn, Prof. Dr., geb. 1947 in Tel Aviv, stammt aus einer deutsch-jüdischen Familie, die 1939 nach Palästina fliehen musste. Seine Eltern kehrten 1954 nach Deutschland zurück. Von 1981 bis 2012 war er Professor für Neuere Geschichte an der Bundeswehruniversität München. Michael Wolffsohn veröffentlicht regelmäßig in nationalen und internationalen Medien und hat über 30 Bücher vorgelegt, unter anderem ›Wem gehört das Heilige Land?‹ (11. Aufl. 2014).

Michael Wolfssohn auf Facebook

www.wolffsohn.de

Veranstaltungen

Wiesbaden, 05.10.2017

Gespräch mit Michael Wolffsohn

Michael Wolffsohn »Deutschjüdische Glückskinder«
Datum:
Donnerstag, 05.10.2017
Zeit:
19:30 Uhr
Ort:
Roncalli-Haus
Friedrichstraße 26 - 28

Prof. Dr. Michael Wolffsohn und Prof. em. Friedhelm Hengsbach im Gespräch mit Meinhard Schmidt-Degenhard
Weitere Infos hier.

Düsseldorf, 23.11.2017

Lesung mit Michael Wolffsohn

Michael Wolffsohn »Deutschjüdische Glückskinder«
Datum:
Donnerstag, 23.11.2017
Zeit:
19:00 Uhr
Ort:
Haus der Kirche
Bastionstr. 6

Kartenvorbestellung unter: 0211-95757 792

Interview

Michael Wolffsohn: Weltfrieden

Interview mit Michael Wolffsohn

Von Prof. Dr. Michael Wolffsohn ist jetzt das Buch ›Zum Weltfrieden‹ erschienen. Darin plädiert Michael Wolffsohn für ein radikales Umdenken, weg vom traditionellen Staatenmodell, hin zu föderativen Systemen. Wir haben den Autor zu seinen Thesen befragt.

Ihr Buch ›Wem gehört das Heilige Land?‹ liegt bereits in der 11. Auflage vor. Sie gelten vor allem als Kenner der Verhältnisse im Nahen Osten. Was hat Sie zu diesem Buch und seinem globalen Ansatz motiviert?


Meine jahrzehntelange universalhistorische Forschung und die ebenfalls jahrzehntelange Analyse der Internationalen Politik. Mein Spektrum war und ist erheblich breiter als nur Nahost.

Sie sind ein großer Verfechter des Föderalismus. In Deutschland führt jedoch die »Kleinstaaterei« unter anderem zu einem äußerst uneinheitlichen und komplizierten Bildungssystem. Bei Lebensmittelskandalen und Epidemien gibt es regelmäßig ein Chaos der Zuständigkeiten. Nicht zu sprechen von dem Kostenaufwand für die vielen Parlamente, Regierungen und Verwaltungen. Wiegen die Vorteile die Nachteile auf?


Ja, Lebensmittelskandale und so weiter sind empörend, aber im Vergleich zu Fragen von Sein oder nicht Sein »Peanuts«. Mir geht es um die Frage: Wie kann Gewaltlosigkeit, ja, Frieden in und zwischen Staaten erreicht werden. Weltweit schlachten sich Menschen gegenseitig ab. Dabei wollen im Prinzip alle gut leben. Das heißt: Sie wollen durch individuelle und kollektive Selbstbestimmung politische Befriedigung sowie wirtschaftliche Zufriedenheit. Befriedigung plus Zufriedenheit sind Voraussetzungen für Frieden. Wie also erreichen wir in vielschichtigen Gesellschaften (und das sind die meisten) Selbstbestimmung? Meine durch Analysen bestimmte Antwort heißt: durch bundesstaatliche und/oder staatenbündische Zusammenschlüsse. Der Nationalstaat, also die Einheit von Bevölkerung und Staatsgebiet, war und ist fast überall Fiktion, nicht Fakt. Dem muss Rechnung getragen werden. Das vermögen nur föderative Strukturen.

Ist der föderative Staat nicht genauso ein Kunstprodukt wie der Nationalstaat? Wer soll in einem Land, in dem föderative staatliche Strukturen bislang noch nicht vorhanden sind, diese durchsetzen und wie ist ein solcher Wandel in einem Krisenland umsetzbar?


Ich will doch nicht den Inhalt des Buches auf zwei, drei Zeilen pressen.

Im weitgehend friedlichen Kern-Europa besitzen aktuell nur Deutschland, Bosnien und Herzegowina, Österreich und die Schweiz eine föderale Verfassung. Aber auch Russland und sogar zerfallende Staaten wie Irak, Äthiopien, Pakistan, Südsudan und der Sudan, sind zumindest auf dem Papier föderative Staaten. Wie ist das mit Ihrer These zusammenzubringen, dass Föderalismus Frieden schafft?


Papier ist geduldig. In Deutschland, Österreich, der Schweiz ist Föderalismus nicht Papier, sondern gelebter Alltag. Es lebe also der »kleine Unterschied« zwischen Deutschland und dem Sudan.

Weltweit zerfallen Staaten und gibt es Krisenherde. Aber verlieren mit Staatenverbünden wie der EU oder internationalen Organisationen wie der Afrikanischen Union Nationalstaaten nicht sowieso ihre Relevanz? Könnte eine Stärkung solcher staatenübergreifender Strukturen auch eine Lösung sein?


Das eine schließt das andere nicht aus. Das erkläre und zeige ich im Detail, ohne (so hoffe ich) die Leser durch Fakten zu erschlagen. Stets gehe ich von der Wirklichkeit aus. Dabei stelle ich immer wieder fest: Die Konstruktion der gegenwärtigen Staaten und Staatenwelt ist falsch gedacht und weil falsch gedacht, falsch gemacht.

NEWS

dtv in den Medien
21.05.2015
16.05.2015: Michael Wolffsohn zu Gast bei tagesschau24
Am 16. Mai 2105 war Michael Wolffsohn im Gespräch mit Ulrich Timm bei tagesschau24 (ARD). Thema der Sendung: ›50 Jahre diplomatische Beziehungen mit Israel‹.

Sendung jetzt in der Mediathek ansehen
dtv in den Medien
21.05.2015
13.05.2015: Michael Wolffsohn zu Gast bei tv.berlin
Am 13. Mai 2015 war Michael Wolffsohn zu Gast bei tv.berlin. Mit Peter Brinkmann sprach der Autor über sein neues Buch ›Zum Weltfrieden‹ und 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel.

Teil 1 der Sendung in der Mediathek ansehen
Teil 2 der Sendung in der Mediathek ansehen

Alle Bücher von Michael Wolffsohn

3 Titel
Ansicht
Michael Wolffsohn

Deutschjüdische Glückskinder

Eine Weltgeschichte meiner Familie

Als Glückskinder oder fast Glückskinder – denn sie hatten alles verloren außer dem Leben -, können die Mitglieder der weitverzweigten Familie Wolffsohn bezeichnet werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus dem Holocaust entkommen sind.

Erhältlich als: Hardcover, E-Book

Michael Wolffsohn

Zivilcourage

Wie der Staat seine Bürger im Stich lässt

Wer die Bürger zum »Aufstand der Anständigen« ruft, gefährdet ihr Leben.
Erhältlich als: Taschenbuch, E-Book
Taschenbuch
x 7,90 €

Michael Wolffsohn

Zum Weltfrieden

Ein politischer Entwurf

Michael Wolffsohn plädiert für ein radikales Umdenken, weg vom traditionellen Staatenmodell, hin zu föderativen Systemen.

Erhältlich als: Premium, E-Book

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