Das letzte Bild

Roman

Als Eva zufällig auf ein Phantombild in einer Zeitung stößt, gerät ihr Leben plötzlich aus den Fugen. Es ist das Bild einer Frau, die im November 1970 im norwegischen Bergen gewaltsam zu Tode gekommen ist und deren Identität nie aufgedeckt wurde. Doch warum sieht diese Frau ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich?

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Ein altes Phantombild – ein düsteres Familiengeheimnis
Das letzte Bild

Als Schriftstellerin Eva in der Zeitung ein Phantombild entdeckt, ist sie tief schockiert: Die Unbekannte hat frappierende Ähnlichkeit mit ihrer Mutter. Die Frau war in Bergen gewaltsam zu Tode gekommen, ihre Identität konnte nie aufgedeckt werden. Eine Reise nach Norwegen führt Eva Schritt für Schritt in die Vergangenheit einer Fremden voller Rätsel – und zurück in ihre eigene Familiengeschichte.

 

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›Der Apfelsammler‹
›Das Nachtfräuleinspiel‹
›Novemberasche‹
›Rabenfrauen‹
›Herbstvergessene‹
›Die fremde Tochter‹

Bibliografische Daten
EUR 9,99 [DE]
ISBN: 978-3-423-43929-9
Erscheinungsdatum: 02.08.2021
2. Auflage
480 Seiten
Sprache: Deutsch
Autor*innenporträt
Anja Jonuleit

Anja Jonuleit wurde in Bonn geboren. Sie arbeitete als Übersetzerin und Dolmetscherin, bis sie anfing, Romane und Geschichten zu schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie nahe Friedrichshafen.

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mamaliestschonwieder am 29.06.2023 11:06 Uhr
Vielschichtig und mitreißend

Bei einem zufälligen Blick in die Zeitung meint die Schriftstellerin Eva, ein Bild ihrer Mutter Ingrid zu sehen. Doch es handelt sich um das Phantombild der „Isdal-Frau“, der Ingrid erschreckend ähnlich sieht. Die Unbekannte wurde 1970 ermordet in Norwegen aufgefunden, ihre Identität konnte nie geklärt werden. Eva beginnt zu recherchieren und deckt eine unglaubliche Familiengeschichte auf. Lasst euch nicht von dem (ziemlich unglücklich gewählten) Cover des Buchs abschrecken, es handelt sich hier nicht um eine blumige Liebesgeschichte, sondern um einen packenden, mitreißend geschriebenen Kriminalfall. Er spielt in zwei Zeitebenen, im Jetzt hat Jonuleit mit Hilfe der Figur Eva alle Recherche-Ergebnisse zur „Isdal-Frau“ zusammengeführt, in der Vergangenheitsebene erzählt sie die Geschichte der Unbekannten, die sie Margarete genannt hat und führt im Nachwort auf, wo die Fakten enden und ihre Fantasie begonnen hat, die weißen Stellen in der Biografie der nie identifizierten Frau aufzufüllen. Und sie hat wirklich gute Arbeit geleistet, aus dem wenigen, was man über die Frau weiß, hat sie eine komplexe Geschichte gewoben, die sich über ein verlorenes Kind und die Schrecken des NS-Regimes bis in die 70er Jahre erstreckt, in denen Margarete bei ihrer Suche nach ihrer Familie den falschen Menschen vertraut. Für mich nicht nur eine unterhaltsame Lektüre, sondern auch ein faszinierender Einblick in die Arbeit einer Schriftstellerin, die aus einem eher mageren Gerüst an Fakten mit Hilfe ihrer Vorstellungskraft eine vielschichtige, nachvollziehbare Geschichte geschaffen hat.

juma am 16.02.2023 18:02 Uhr
Geschichte kann spannend und berührend sein

Obwohl Anja Jonuleit auf einigen ihrer Bücher, die seit 2010 in loser Reihenfolge erschienen sind, als SPIEGEL Beststeller-Autorin genannt wird (auch auf dem neuen Cover ist dieses Label), habe ich von ihr bis dato nie etwas gehört oder gelesen. Mit „Das letzte Bild“ ist diese „Bildungslücke“ nun auch geschlossen. Die bisher erschienenen Bücher wechseln zwischen Romanen und Krimis, man wird das auch beim Lesen ihres neuen Buches merken, in dem sich die Genres überschneiden. Die Geschichte hat historische Hintergründe, zurückreichend bis in die Nazizeit, Krimi- und Thrillerelemente wechseln mit Szenen eines Familienromans und einer Spurensuche ab.Aufhänger des fiktiven Romans ist die bis heute nicht aufgeklärte Geschichte um die „Isdal-Frau“, deren Leiche 1970 in Norwegen aufgefunden wurde. Wenn man den Begriff googelt, erscheinen unzählige Einträge im Internet. Die Autorin lässt ihr Alter Ego Eva also auf diese BILD-Geschichte stoßen, die zu ihrem Erstaunen das Phantombild einer Frau zeigt, die ihr bzw. ihrer Mutter verblüffend ähnlichsieht. Wie es der Zufall will, ist Eva Schriftstellerin und sie beginnt mit der Spurensuche, die zuerst auf ihrem Dachboden in den vor Jahren vor dem Wegwerfzwang ihrer Mutter geretteten Kartons beginnt und dann mehrmals nach Norwegen führt. Dort wird Eva nach und nach das Puzzle zusammensetzen. Die Tote ist ihre in den Kriegswirren verschollene Tante Margarete.Der Roman spielt auf verschiedenen Zeitebenen, die kunstvoll einander abwechseln. Einerseits ist da die Lebensgeschichte des Kindes Margarete, das als deutsches Mädchen in Frankreich bei Pflegeeltern aufwächst und dort dann auch lebt, bis sie die Flucht aus diesem Leben ergreift und mit dem italienischen Fotografen Damiano nach Rom kommt.Die zweite Ebene ist die Suche Margaretes nach ihren Wurzeln, kreuz und quer vor allem durch Norwegen und zu den ehemaligen Lebensbornheimen. Dort vermutet sie Spuren ihrer Mutter, die als Ärztin in verschiedenen dieser Heime arbeitete. Margarete ist eine einsame Person, ihr fehlen jegliche familiäre Bindungen und diese Leere versucht sie nun mit allen Mittel zu füllen. Dass es für sie dabei auch gefährlich werden kann, begreift sie zu spät.Eva, die ihrerseits versucht, jeden Schritt Margaretes zu rekonstruieren, sieht sich dann auch dem wachsenden Interesse ihrer Mutter und deren Bereitschaft, endlich die Familiengeheimnisse zu lüften, gegenüber.Insgesamt sind alle Erzählstränge glaubwürdig erzählt, die Autorin nutzt auch die Krimi-Elemente gut für die Spannung der Familiengeschichte. Wer sich für Ahnenforschung, Geschichte und Krimis interessiert, findet hier eine gelungene Mischung. Wie die Geschichte ausgeht, will ich hier nicht beschreiben. Das sollte jeder selbst herausfinden, das Lesen lohnt sich auf jeden Fall.Aber nie ist nur Licht, es fallen auch Schatten. Das sehr informative und ausführliche Nachwort hat leider bei mir einen schlechten Geschmack hinterlassen, als ich das Folgende las „Und weil man als Romanautor*in eine gewisse Freiheit besitzt, war es mir – zum Trost der Leser*innen, vor allem aber zu meinem eigenen – ein Anliegen, die Frau, die ich Margarete genannt habe und die in einem einsamen Tal bei Bergen auf so schreckliche Weise ums Leben kam, zumindest literarisch heimzubringen.“ Was bringt eine gestandene Autorin und einen renommierten deutschen Verlag dazu, Gendersternchen zu benutzen? Wem partout das generische Maskulinum nicht ausreicht, der schreibe doch bitte die Wörter in weiblicher und männlicher Form aus. Wäre das Nachwort das Vorwort gewesen und mir wäre diese Entgleisung am Anfang des Buches begegnete, hätte ich es wahrscheinlich beiseitegelegt.Dem Nachwort folgen diverse Anmerkungen über die tatsächlichen Erkenntnisse, die es über die „Isdal-Frau“ gibt. Aus meiner Sicht wäre dieser lange Anhang nicht notwendig gewesen, das Nachwort erklärt bereits ausführlich genug, worum es geht und woher die im Roman verwendeten Details stammen.Beim Lesen hatte ich mehrfach die Idee, dass sich der Roman auch gut für ein Hörbuch eignen würde. Mit Freude habe ich in der Vorschau bei Amazon gesehen, dass es eins geben wird.

lynas_lesezeit am 19.02.2022 21:02 Uhr
Spannend und faszinierend

"Das letzte Bild" von Anja Jonuleit ist hochgradig spannend und mysteriös. Das besondere an dem Roman ist, dass der Fall der Isdal-Frau auf einer wahren Begebenheit gründet. Er zählt "zu den mysteriösesten Kriminalfällen Norwegens" und hat "über die Landesgrenzen hinaus Aufsehen erregt". Die Autorin verwebt geschickt und mitreißend den fiktiven Rahmen der Geschichte mit realen Fakten des Falles. Eingebettet in die Suche Evas nach Klarheit über die eigene Familiengeschichte, entspannt sich eine Kriminalfall rund um die Frau vom Isdal. Die Handlung spielt passenderweise in mehreren Zeitebenen und ermöglicht gute Einblicke in die Geschehnisse. Es entsteht ein großer Sog und die Handlung fliegt nur so dahin. Ich könnte mir vorstellen, dass es genauso gewesen ist. Aber die wahren Hintergründe werden wohl immer ein Rätsel bleiben. Es lohnt sich sehr "Das letzte Bild" von Anja Jonuleit zu lesen. Klare Leseempfehlung.

gisel am 19.11.2021 17:11 Uhr
Das Rätsel der Isdal-Frau

Die Schriftstellerin Eva stößt in einer Zeitung auf das Bild einer Frau, die ihr selbst zum Verwechseln ähnlich sieht. Als sie nachforscht, entdeckt Eva die Geschichte einer Frau, die im November 1970 im norwegischen Bergen gewaltsam ermordet wurde. Ihre Identität konnte nie geklärt werden. Und Eva findet heraus, dass ein dunkles Geheimnis ihre eigene Familie überschattet. Eine Reise nach Norwegen soll helfen, das Geheimnis um die Frau aufzudecken.Schon von der ersten Seite an hat die Autorin Anja Jonuleit es geschafft, mich in eine Geschichte hineinzuziehen, die etwas von einem Cold-Case-Krimi hat, aber noch viel mehr Familiengeschichte ist. Hier verbinden sich Geschichten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs mit dem Rätsel der Isdal-Frau, die tatsächlich gelebt hat und deren Geheimnis nie gelüftet werden konnte. Viele verschiedene Handlungsstränge im Roman führen nach und nach zu einer fiktiven Auflösung des Geheimnisses, die äußerst realistisch erscheint. So erhält die Frau, die brutal ermordet wurde und die niemand je vermisst hat, ein Gesicht und ihre eigene (fiktive) Identität zurück. Das ist der Autorin meisterhaft gelungen, ich habe von Anfang an mitgefiebert mit Margaretes Suche nach ihrer Familie wie auch mit Evas Suche nach Margaretes Geschichte. In einem Nachwort im Anschluss an die Geschichte erläutert die Autorin die Fakten zu jener Isdal-Frau, die den Anstoß zu diesem Buch gab. Wie auch bei den Büchern, die ich bisher von Anja Jonuleit gelesen habe, konnte mich die Geschichte sehr schnell fesseln, sie ist mitfühlend und ergreifend erzählt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

engineerwife am 06.11.2021 12:11 Uhr
Ein wenig sperrig, nicht ganz rund ... dennoch spannende Themen, die hier verarbeitet werden ...

Vorausschicken möchte ich dieser Rezension, dass ich großer Fan der Autorin Anja Jonuleit bin. Stets wählt sie Themen für ihre Romane, die ihre Leser zum Nachdenken, oft sogar recherchieren animieren, denn sie enthalten immer mal ein wenig mehr, mal ein bisschen weniger Körnchen von Wahrheit, die aufrütteln. So nun also auch bei ihrem aktuellen Buch „Das letzte Bild“, das sogar mehr als nur ein paar Elemente Wahrheit in sich beinhaltet.Die Autorin arbeitet diesmal die Geschichte einer mysteriösen Toten auf, die im November 1970 – true story - als verbrannte Leiche in Norwegen entdeckt wurde und deren Identität nie geklärt werden konnte. Man stelle sich den Schreck vor, wenn man morgens nichtsahnend zum Bäcker Brötchenholen geht und einem das eigene Konterfei von der Titelseite der BILD Zeitung ins Auge springt. Genau das ist die fiktive Taktik, die Anja Jonuleit wählt, um einen viel zu lange ungeklärten Mordfall zu entschlüsseln. Sie schickt die Schriftstellerin Eva, ihrerseits selbst bestens mit Recherchearbeiten vertraut, auf eine Reise in die Vergangenheit, die nebenher aber auch Evas eigene Gegenwart und das etwas surreale Verhältnis zur eigenen Mutter aufarbeiten wird, um Licht ins Dunkel zu bringen. Als Leser springt man zwischen Gegenwart und Vergangenheit und ist verblüfft, wie oft man sich sagt „Das kann doch nicht sein?“. Wie kann es möglich sein, dass die eigene Familie irgendwo existiert und man ihrer nicht habhaft werden kann? Und so verbringt nun die arme Frau, die später diesem schrecklichen Verbrechen zum Opfer fallen wird, ihr Leben genau damit, mit der nicht erfolgreichen Suche nach ihrer eigenen Identität. Quasi als Bonus erfahre ich als Leserin aber auch über ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte, nämlich der Lebensborn Heim in Zeiten der Hitlerdiktatur.Eine großartige Idee für einen Roman mit fesselnden Elementen. Warum hat es also bei mir nicht ganz zur ansonsten meist vergebenen Bestnote gereicht? Mir persönlich war die Geschichte ein wenig zu sperrig. Dinge, die mich sehr interessierten, wurden eher in einem Nebenstrang abgehandelt und im Hauptstrang waren mir manchmal ein paar zu vielen Längen. Ich vergebe für dieses bestimmt akribisch und sehr gut recherchierte Meisterwerk deshalb 3,5 von 5 möglichen Sternen und werde dieser wundervollen Autorin auf jeden Fall die Treue halten. Ihrem nächsten Werk sehe ich mit Spannung entgegen.

gärtnerin am 06.11.2021 08:11 Uhr
Die Isdal-Frau

"Das letzte Bild" von Anja Jonuleit ist ein Roman, den ich am liebsten am Stück gelesen hätte. Er hat es geschafft, mich ganz tief in diese Geschichte eintauchen zu lassen. Die Erzählung beruht auf wahren Begebenheiten und es wurde in eine fiktive Rahmenhandlung eingebettet.Eva sieht ein Bild einer Frau in der Zeitung, die ihr selber sehr ähnlich sieht. Als ihre Mutter bei Nachfragen gänzlich verstummt, ist ihr klar, dass das kein Zufall sein kann. Auf dem Foto ist die Isdal-Tote, die vor vierzig Jahren in Norwegen gewaltsam zu Tode kam. Ihre Identität und die Tat wurden nie aufgeklärt.Eva lässt es keine Ruhe und sie beginnt zu recherchieren....Es gibt hier verschiedene Erzählstränge, die aber sogar in der Schriftart zu unterscheiden sind, das ist sehr gut gelöst. Zum einen haben wir eine junge Frau, Marguerite, die in der Nachkriegszeit verzweifelt auf der Suche nach ihren Wurzeln und ihrer Familie ist. Sie hatte alle als kleine Mädchen verloren und nur noch wenige Erinnerungen und Bilder im Kopf. Es ist sehr spannend, sie bei ihrer Suche zu begleiten.Dann gibt es einen Universitätsprofessor, der sich mit der Vergangenheit seines Vaters auseinandersetzen muss, den Strang konnt ich erst später richtig einordnen, er bringt aber immer mal eine andere Perspektive.Und dann natürlich Eva, die nach Norwegen reit, mit der Polizei zusammen arbeitet und jede noch so kleine Spur verfolgt. Das ist spannend wie ein Krimi, grade durch die vielen historischen Hintergründe.Das Buch hat mir rundum gut gefallen, die Charaktere wirkten authentisch, der Schreibstil war gekonnt und flüssig und es blieb durchweg spannend. Am Ende des Buches werden von der Autorin nochmals Quellen und Fakten zu dem Fal dargelegt, so dass man sieht, was Fiktion ist und was wahr. Das fand ich total interessant. Ein sehr lebendiges Stück Geschichte wurde hier verarbeitet, sehr gelungen.

ostfriesenmädchen am 29.10.2021 11:10 Uhr
Düstere Familiengeschichte

Anja Jonuleit widmet sich in ihrem neuen Roman "Das letzte Bild" einer düsteren Familiengeschichte, in er es unter anderem um die Schriftstellerin Eva geht. Eva entdeckt zufällig in einer Zeitung ein Phantombild. Dieses Phantombild zeigt das Bild einer Frau, die in Norwegen im November 1970 gestorben ist und deren Identität niemals geklärt werden konnte. Evas Welt gerät daraufhin aus den Fugen, denn die Frau auf dem Bild ähnelt ihrer Mutter sehr. Als sie ihre Mutter darauf anspricht, weicht diese aus und Eva wird bewusst, dass sie auf ein Familiengeheimnis gestoßen sein muss. Eva reist daraufhin nach Norwegen und versucht, das Leben der Fremden zu rekonstruieren. Die Autorin schreibt diesen Roman wieder auf zwei Zeitebenen. Dies macht das Lesen deutlich spannender, weil beide Teile des Buches Stück für Stück zusammen gesetzt werden können und sich am Ende ein schlüssiges Bild ergibt. Anja Jonuleit hat einen angenehmen Schreibstil und das Thema dieses Romans ist erneut viel tiefer und bedeutsamer, als es der Klappentext vermuten lässt.

_sabrina_ am 24.10.2021 12:10 Uhr
Gelungene Verbindung von True Crime und Fiktion

Eva ist in einer Bäckerei und entdeckt eine Zeitung, die durch ein Foto ihr Interesse weckt. Abgebildet ist eine Frau, die Ähnlichkeit mit ihr und noch mehr mit ihrer Mutter aufweist. Diese sogenannte Isdal Frau war das Opfer eines Gewaltverbrechens in Norwegen vor 40 Jahren. Neue Analysen haben ergeben, dass die Frau auch in Deutschland gelebt hatte. Aufgrund der Ähnlichkeit fragt sie bei ihrer Mutter nach, die jedoch alle Fragen abblockt, was Evas Willen mehr zu erfahren nur noch erhöht. Sie will das Rätsel um die Isdal-Frau und ihre Familie lüften.Auf den ersten Blick hatte ich bei dem Buch etwas anderes erwartet, eher eine Art Liebesgeschichte, darum habe ich eher zufällig erfahren, dass es um etwas ganz anderes geht. Mal wieder eines der Bücher, dass man nicht nach dem Cover beurteilen sollte. Rosarot ist zwar das Cover, aber inhaltlich ist es alles andere als das und einfach nur extrem spannend sowie unterhaltsam. Von der Isdal-Frau hatte ich vorher noch nie gehört, aber kaum kannte ich nur in Ansätzen die Geschichte und wusste, dass diese in dem Buch den Rahmen bildet, so musste ich einfach zugreifen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Hier wird True-Crime mit Fiktion gekonnt verbunden und ich war einfach nur sehr angetan. Dass die Autorin sich an diesen ungeklärten echten Kriminalfall heranwagte und diesen so aufbereitet hat, ist einfach klasse. Man merkt dem Buch die Recherchearbeit im positiven Sinne an und die Verknüpfung mit den fiktiven Elementen fand ich grandios. Genauso könnte es tatsächlich gewesen sein. Die Geschichte bietet auch Einblicke in die Vergangenheit, die ich so im Detail nicht kannte und auch noch einiges mehr…leider kann ich da nicht zu sehr ins Detail gehen, um nicht zu spoilern – jedoch: Es hat sich mancher Abgrund aufgetan.Die Handlung ist in drei Strängen erzählt, die zunächst keinen Zusammenhang zu bilden scheinen und auch in ihrer Schriftart voneinander abgesetzt sind, sodass man es leichter erkennen kann, wer gerade an der Reihe ist. Zum einen gibt es einen in der Vergangenheit, in dem eine Marguerite von ihrem schwierigen Leben berichtet. Die Nachkriegszeit war alles andere als rosig und irgendwann startete sie die Suche nach ihrer Familie, die sie in den Kriegswirren verloren hatte.Dazu gibt es zwei getrennte Stränge in der Gegenwart. Zum einen gibt es Laurin, einen Professor, dessen Part in der Geschichte sich erst nach und nach offenbart, daher sage ich hier auch nicht mehr. Der eine ist von den Ermittlungen und Recherchen von Eva geprägt, die sich durch Aktenberge kämpft, mit ihrer Familie manchen Krampf durchstehen muss und auch sonst einige Steine in den Weg gelegt bekommt. Manche durch die vergangene Zeit, fehlenden Zeugen, falschen Erinnerungen, andere durch die „Arbeit“ gewisser Medien, deren Methoden sehr gut dargestellt werden. Meist finde ich einen Strang interessanter als einen anderen – hier kann ich eine solche Unterscheidung nicht machen, da mich alle auf ihre Weise interessiert haben und auch spannend waren. Zudem haben die Charaktere Ecken und Kanten, sind authentisch und scheuen sich auch nicht Schwächen zu zeigen.,Von der Autorin hatte ich bisher noch nichts gelesen, aber der Schreibstil ist flüssig, rund und sehr ansprechend. Es gab einen roten Faden der sich durch das Buch zog und vor allem war die Auflösung schlüssig und gelungen.

dartmaus am 22.10.2021 14:10 Uhr
Starkes Buch

Meine Meinung: Dieses Buch hat mich vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Eva als Charakter hat mir insgesamt richtig gut gefallen. Eine tolle Frau, die alles dran setzt, das Familiengeheimnis zu lüften. Sehr deutlich beschrieben ist hier die Beziehung zu ihrer Mutter, aber auch die Veränderung der Beziehung durch das Auftauchen der toten Frau. Immer wieder wird man zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her geführt, so das auch die Beziehung bzw. die Sicht Evas auf die Frau auf dem Bild sehr deutlich nachvollziehbar ist. Aber auch die Erlebnisse von Evas Mutter in der Nazi Zeit, die Trennung von ihrer Zwillingsschwester und die Auswirkungen auf das weitere Leben werden sehr deutlich aufgezeigt. Wirklich sehr gelungen. Besonders gefallen haben mir auch die Zitate zu Beginn jeden Kapitels, die passender nicht sein könnten. Insgesamt hat mich dieses Buch wirklich überzeugen können, eine tolle Kombination aus Krimi, Familiengeheimnis und historischem Roman. Mein Fazit: Ganz klare Leseempfehlung. Volle 5 Sterne.

nicigirl85 am 10.10.2021 10:10 Uhr
Das Geheimnis einer Familie...

Ehrlich gesagt habe ich aufgrund der Optik zum Buch gegriffen und weil ich schon viel Positives über die Schreibe der Autorin gehört habe. Ich konnte doch nicht im Ansatz ahnen, was ich hier geboten bekomme...In der Geschichte geht es um die geschiedene Eva, die beim Bäckereieinkauf in der Zeitung ein Foto sieht, dass ihrer Mutter und ihr sehr ähnlich sieht. Wie kann das sein? Als sie ihre Mutter darauf anspricht und diese dicht macht, ist Evas Ergeiz geweckt und sie will dem Geheimnis auf die Spur kommen. Kann sie es lüften?Der Roman ist in drei Handlungsstränge untergliedert, die zunächst scheinbar nichts miteinander zu tun haben. In der Gegenwart begleitet man Eva und Laurin (getrennt von einander), in der Vergangenheit Marguerite. Und während ich normalerweise die Vergangenheit oft spannender finde, so muss ich sagen, dass alle drei Stränge sehr spannend und mysteriös sind.Gut gefallen hat mir, dass Eva eine Figur mit Ecken und Kanten ist und kein "Eitel- Sonnenschein"- Leben führt, sondern geschieden und alleinerziehend ist. So konnte ich mich deutlich besser mit ihr identifizieren, weil sie schon einiges durch hat im Leben.Der Schreibstil Jonuleits ist fesselnd ohne zu überfordern. Man kann sehr gut in die Welt der Figuren abtauchen. Gut fand ich zudem, dass die Schriftart immer mal anders ist, so dass man direkt weiß bei welcher Figur man gerade ist.Das Schicksal von Marguerite hat mich doch sehr berührt, weil sie viel durchmacht und dennoch nicht ihr Ziel erreicht hat. Tragisch, aber so ist das Leben manchmal.Besonders überrascht hat mich, dass ein Nachbarort Erwähnung findet aufgrund seiner Geschichte. Zudem mochte ich, dass der Roman auf einen echten Fall basiert und nicht nur Familiengeschichte, sondern auch spannender Krimi ist, was ich so nicht erwartet hatte.Das gelüftete Geheimnis empfand ich als besonders. Es wird alles schlüssig aufgelöst und ist zu jeder Zeit nachvollziehbar.Am Ende des Buches gibt es noch diverse Fakten und Infos zum echten Fall, was ich spannend fand, denn mir war dieser bislang gänzlich unbekannt.Fazit: Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Von mir daher eine klare Leseempfehlung. Klasse!

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