»Er brauchte sie, damit es funkelte. Und sie brauchte ihn, um ungestört funkeln zu können.«
Die zweitgrößte Liebe

Reicht die Liebe im Zweifel? Ein Roman über die Liebe, die Freiheit, die Abhängigkeit:

Michelle ist Anfang dreißig, als ihr Leben im Osten des Landes auseinanderbricht. Sie steigt auf ihre Vespa, lässt alles hinter sich und fängt von vorne an: Als Rezeptionistin eines Hotels trifft sie auf Luxus, westdeutschen Reichtum und – Henry. Einer, der ganz andere Startmöglichkeiten hatte als sie, dem es nie an irgendetwas gemangelt hat. Sie verlieben sich, allen Unterschieden zum Trotz. Ein sorgenfreies Leben scheint Michelle erstmals möglich – nur zu welchem Preis?

Ruth-Maria Thomas erzählt von der bösen Zufälligkeit, die darüber entscheidet, in welches Leben man hineingeboren wird – und von der Liebe dazwischen. Ein Buch, in das man tief hineinfällt und aus dem man verändert wieder auftaucht.

Bibliografische Daten
EUR 24,00 [DE] – EUR 24,70 [AT]
ISBN : 978-3-423-28576-6
Erscheinungsdatum: 30.07.2026
1. Auflage
304 Seiten
Format : 11,8 x 19,5 cm
Sprache: Deutsch
Autor*innenporträt
Ruth-Maria Thomas

Ruth-Maria Thomas, 1993 geboren und in Cottbus aufgewachsen, war als Sozialarbeiterin in der Jugendhilfe tätig. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Ihr Debüt ›Die schönste Version‹ (2024) war für den Deutschen Buchpreis, den aspekte-Literaturpreis, den Buddenbrookhaus-Preis, den Preis der deutschen Wirtschaft nominiert und wurde mit dem Ulla-Hahn-Preis ausgezeichnet. 2025 erschien der rbb-Podcast ›Der Bruch – Frauen zwischen Ost und jetzt‹, dessen Host Thomas war. ›Die zweitgrößte Liebe‹ ist ihr zweiter Roman.

zur Autor*innen Seite
Bei unserer Presseabteilung können Sie unter Angabe des Verwendungszwecks Autor*innenfotos anfordern.

10 von 22 Leserstimmen

4.77 von 5 Sternen


77%

23%

0%

0%

0%


Geben Sie eine Leserstimme ab!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Kunden.


antje1968 am 27.07.2026 09:07 Uhr

Wunderbarer Schreibstil

Was für ein tolles Buch! Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, weil ich schnell den Fortgang der Geschichte erfahren wollte.Michelle und Henry- zwei so unterschiedliche Charaktere , die sich Hals über Kopf verlieben. Sie kommen aus unterschiedlichen Gesellschaftskreisen und ihnen sind völlig andere Dinge wichtig. Michelle hatte bisher kein leichtes Leben, musste sich alles erkämpfen um zu überleben. Henry kann aus einer finanziellen Sicherheit heraus sein Leben gestalten.Gemeinsam gehen sie ein Stück ihres Lebens, immer darauf bedacht sich und seinen Grundsätzen nicht untreu zu werden. Das führt zu Spannungen und zu einem teilweise stattfindenden Umdenken bei Henry.Mich hat vor allen Dingen dieser einfühlsame und nachdenklich machende Schreibstil beeindruckt. Mit einfachen Worten wurde hier eine ganz tolle und trotz der Geschehnisse beeindruckende Stimmung geschaffen.Das " Funkelzitat " ist so wunderschön!Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.

frauatze am 27.07.2026 22:07 Uhr

Zwei Welten

Das Buch beginnt- wie bereits das Debut der Autorin- mit dem Ende und wird dann von Beginn erzählt. Am Ende schließt sich der Kreis dann und ließ mich traurig zurück. Michelle und Henry lieben sich. Doch Michelle kommt aus einfachen, ja ärmlichen Verhältnissen, sie zahlt aktuell Schulden ab, arbeitet in einem Hotel und hatte noch nie im Leben Rücklagen. Henry ist das Gegenteil von ihr und diesen Gegensatz im Leben zeichnet Ruth-Maria Thomas so gekonnt und fein, dass ich zwischen den Perspektiven beider Protagonisten hin und her schwankte, so gut konnte sie deren Gedanken und Worte Ausdruck verleihen. Einerseits die Normalität des Geldes, der Beziehungen und der Gesprächsthemen die es in Henrys Leben gibt, andererseits die Sorgen, die Michelle um sich und ihren Bruder hat. Ein starker Roman mit einer großen Protagonistin, die ehrlich, stark und mutig ist! Kein Heile-Welt-Roman aber so wichtig!

auserlesenes am 27.07.2026 15:07 Uhr

Gesellschaftliche Gräben

Michelle (33) ist Rezeptionistin in einem Hamburger Nobelhotel. Mit Henry, ebenfalls Anfang 30 und Sohn reicher Eltern, ist sie zusammengezogen. Beide sind verliebt. Doch eines Tages findet Henry sie nicht wie verabredet zu Hause. Sie ist aus seiner Wohnung verschwunden und es gibt einige besorgniserregende Hinweise, dass dies nicht mit rechten Dingen zugegangen sein könnte. Was ist geschehen? Und wie ist es dazu gekommen?„Die zweitgrößte Liebe“ ist ein Roman von Ruth-Maria Thomas.Erzählt wird die Geschichte in der personalen Perspektive aus der Sicht von Michelle. Der Roman besteht aus vielen kurzen Kapiteln, eingeleitet von einem Prolog. Die Handlung umspannt einen Zeitraum von rund zweieinhalb Jahren, wobei es immer wieder zeitliche und räumliche Sprünge gibt. Anders als der Titel vermuten lässt, geht es um weitaus mehr als nur romantische Liebe. Der Roman handelt von Klassizismus, sozialer Herkunft, gesellschaftlichen Unterschieden, Selbstbestimmung und Selbstaufgabe sowie Privilegien. Vor allem aber stellt er die Frage, welche Art von Liebe die beste oder wichtigste ist: die für sich selbst oder andere. Auf einer übergeordneten Ebene leistet der Roman einen feministischen und gesellschaftskritischen Beitrag. Er regt zum Nachdenken an. Auf den knapp 300 Seiten kommt die Geschichte gänzlich ohne Längen aus. Sie ist fesselnd, hält zugleich einige berührende Momente bereit.Die Charaktere wirken glaubwürdig und in sich stimmig. Vor allem Protagonistin Michelle wird mit vielen psychologischen Details dargestellt. Ihre Gedanken und Gefühle werden sehr gut deutlich.Der Schreibstil ist modern und ungekünstelt. Die Dialoge sind zum Teil frech, die Sprache manchmal etwas vulgär, aber nicht zu platt.Das kunstvolle Covermotiv, ein Werk des Künstlers Lino Lago, weckt Aufmerksamkeit und hebt sich angenehm von der Masse ab. Der Titel erschließt sich nicht sofort, passt allerdings gut.Mein Fazit:Nach ihrem tollen Debütroman hat mich Ruth-Maria Thomas auch mit ihrem zweiten Roman überzeugt. „Die zweitgrößte Liebe“ ist eine unterhaltsame Lektüre mit Tiefgang, die mich emotional erreichen konnte. Definitiv empfehlenswert!

marieon am 27.07.2026 11:07 Uhr

Männliche patriarchale Prägung

Michelle warf einen Blick in die Bar, innen an der Scheibe ein feuchter Schmierfilm, in dem sich ihr Gesicht verzerrt spiegelte. Sie sah einen freien Hocker an der Theke und dann ein hübsches Augenpaar, das in ihres blickte. Sie drehte sich um, entnahm ihrer Tasche eine Schachtel Marlboro Gold, die die Gäste liegen gelassen hatten. In den dunklen Tiefen raschelte die Alufolie mit den Essensresten, die sie auf dem Flur von den Servierwagen mitgehen ließ. Jemand räusperte sich hinter ihr. Sie drehte sich um und sah in die immer noch hübschen Augen. Ob sie für ihn auch eine Zigarette habe? Klar! Sie gab ihm Feuer, er inhalierte und hustete. Anfänger! Ein zähes Gespräch entstand. Er verunsicherte sie mit seinem Reiter-auf-Pferd-Emblem auf der Brust und der teuren Uhr, seiner offenen Zugewandtheit. Sie wollte es ihm gleichtun, gierte nach einer Gelegenheit. Ob sie noch etwas vorhabe? Ja klar, nach Hause gehen, saure Apfelringe essen und masturbieren. Wieder hustete er. Oh toll, schön, ähm, ob er ihre Telefonnummer haben dürfe? Nein. Sie holte ihr Handy raus, entsperrte. Du kannst mir deine geben. Wenige Wochen zuvor hatte sie ihren Schmuckladen ausgeräumt, Lara entlassen, geweint, getrunken, geflucht. Die Pandemie hatte ihr den Rest gegeben. Sie hat ein letztes Mal den Schlüssel umgedreht, sich auf ihre Vespa gesetzt und ist kilometerweit in den Westen gefahren. Jetzt sitzt sie in ihrem teuren zwanzig Quadratmeter Appartement und vermisst ihren Bruder und ihre Mutter. Die Kolleginnen im Hotel haben sie freundlich aufgenommen, dennoch fühlt sie sich fremd und einsam. Fazit: Die Sozialarbeiterin und Autorin Ruth-Maria Thomas hat in ihrem zweiten Roman eine Liebesbeziehung erzählt, aber die Geschichte greift noch tiefer. Ihre Protagonistin zieht nach ihrer Geschäftsaufgabe verschuldet aus dem Osten Deutschlands in den Westen. Sie hat ihre Mutter längst an eine Krankheit verloren und fühlt sich für den studierenden Bruder verantwortlich. In der großen Stadt lernt sie Henry kennen, einen liebenswerten Mann ihres Alters, der in der finanziellen Sicherheit, die seine Familie ihm bietet, ein etwas eintöniges Leben führt. Er bewundert die flippige Michelle, die ihn zu neuem Leben erweckt. Ab dem zweiten Jahr ihrer Liebe werden die beiden sich ihrer Klassenunterschiede bewusst. Während Henry von Liebe quatscht, offenbart sich seine Selbstbezogenheit. Er vergrößert seinen Druck auf Michelle, damit sie ihrem vermeintlichen Herzenswunsch folgt. Was mir an diesem Roman so gut gefällt ist, dass Henry ein ganz normaler Typ ist, klug genug, seine Gefühlslage zu analysieren und doch zeigt sich, wie patriarchal er geprägt ist. Michelle hat die Wahl, sich seinen Annehmlichkeiten zu unterstellen und abhängig zu werden oder integer zu bleiben. Der schmale Grat zwischen Selbstverleugnung und Selbstloyalität ist großartig herausgearbeitet. Während sie in ihrem ersten Buch (Die schönste Version) noch die weibliche Selbstermächtigung in einer brutalen Beziehung zeigte, bekommt man hier einen tiefen Einblick in die Tücken einer erwachsenen Beziehung zwischen zwei Menschen, die Welten trennen. Am Ende habe ich mich gefragt, wie ich mich entschieden hätte. Eine auf den ersten Blick harmlos daherkommende Geschichte, die auf den zweiten tief blicken lässt. Eine ganz und gar fesselnde Lektüre.

gaia am 27.07.2026 09:07 Uhr

Über Geld spricht man nicht, man hat es...

...oder eben nicht. Michelle (eigentlich Mishelle, da es ihre Mutter in der ostdeutschen Provinz damals nicht besser wusste) hat kein Geld. Sie kann sich nicht auf ein Erbe verlassen. Sie hat sogar massive Schulden, seit ihr Schmuckhandwerksladen durch die Pandemie pleite ging. Henry hat Geld. Er hat einen guten Job und ist bereits durch Schenkungen und erwartetes Erbe sehr gut versorgt. Während Michelle sich niemals sicher fühlen kann in dieser Welt, hat Henry ein Grundvertrauen in die Welt in die Wiege gelegt bekommen. Nun treffen sich diese beiden Personen und verlieben sich. Wäre dies eine platte Romanze, könnte man nun eine Pretty Woman-Geschichte erwarten. Bei Ruth-Maria Thomas‘ zweitem Roman handelt es sich jedoch um eine differenzierte Betrachtung zweier Menschen und damit auch ihrer Welten und ein verschlungener psychologischer Testlauf, wie tatsächlich zwei Menschen, die aus unterschiedlicheren Familien kaum kommen könnten, miteinander auskommen, wenn das Auskommen zumindest für eine der beiden Personen ein riesiges Thema ist.Thomas inszeniert hier ein auf zweieinhalb Jahre angelegtes Kammerspiel zwischen ihren Figuren Michelle und Henry, die aus ganz unterschiedlichen Milieus kommen. Messerscharf analysiert sie in kleinen Beobachtungen und großen Zusammenhängen, wie stark Menschen in unserer aktuellen gesellschaftlichen Gemengelage, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht, durch ihre finanzielle Situation in ihren emotionalen Entscheidungen bestimmt sind. Dabei bedient keine der Figuren ein einfaches Klischee, sondern wird in der Tiefe betrachtet mit all ihren Überlegungen und Prädispositionen. Gleichzeitig zeigt Thomas eine Schieflage auf der Metaebene dar, denn Michelle kommt aus einer ostdeutschen Kleinstadt, während Henry einer Familie aus einer westdeutschen Großstadt angehört. Und auch wenn es in Ost wie auch West natürlich sowohl reiche wie auch arme Menschen gibt, so ist soziologisch belegt, dass es im Osten Deutschlands weniger zu vererben gibt. Privatbesitz war für die große Masse in der DDR nicht möglich anzuhäufen bzw. nicht erlaubt. So starten die Nachwendegenerationen meist ohne die Sicherheit einer, wie auch immer gearteten, Erbmasse oder größeren Ersparnissen in ihr Leben. Das bringt nicht nur die ganze Nation in eine gefährliche Schieflage, sondern auch Menschen auf der Mikroebene, wenn sie sich per Zufalle kennen und lieben lernen.So stellt Ruth-Maria Thomas in ihrem zweiten Roman die Fragen, ob diese Beziehungskonstellation funktionieren kann. Ob sie Bestand hat. Und ob ein Verständnis für die Lebenssituation des geliebten Menschen aus einem ganz anderen sozioökonomischen Milieu erwachsen kann.Sprachlich hat mich der Roman komplett mitgenommen und auch mitgerissen. Innerhalb kürzester Zeit war das Buch eingesogen. Da somit die Autorin auf sprachlicher, wie auch inhaltlicher Ebene mit einem nur selten auf diese Weise beleuchteten Thema punktet, gibt es eine klare Leseempfehlung von meiner Seite für diese unkonventionelle „zweitgrößte“ Liebesgeschichte.5/5 Sterne

joey131720 am 28.07.2026 15:07 Uhr

Geld oder Liebe?

Nach "Die schönste Version" beweist Ruth-Maria Thomas erneut, welch außergewöhnliche Erzählerin sie ist. Ihr Schreibstil ist einzigartig: eindringlich, atmosphärisch und so mitreißend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.Schon der Prolog zieht einen sofort in die Geschichte hinein. Obwohl er das Ende erahnen lässt, bleibt die Spannung über die gesamte Handlung hinweg erhalten. Man fragt sich ununterbrochen, wie zwischen Michelle und Henry eine so intensive Verbindung entstehen kann. Michelle, das vermeintlich „arme Mädchen aus dem Osten“, und Henry, der aus einer wohlhabenden Akademikerfamilie stammt, könnten unterschiedlicher kaum sein. Besonders eindrucksvoll zeigt der Roman, wie unterschiedlich beide auf Geld, Sicherheit und soziale Herkunft blicken. Henry bemüht sich zwar, Michelle zu verstehen, doch wird immer wieder deutlich, dass ihm der Stellenwert von Geld und Existenzängsten fremd bleibt, weil finanzielle Sicherheit für ihn selbstverständlich ist.Die wechselnden Perspektiven ermöglichen einen tiefen Einblick in beide Figuren und ihre Gedankenwelt. Trotzdem habe ich mich Michelle deutlich näher gefühlt – ihre Zerrissenheit und ihr Kampf zwischen zwei Welten sind unglaublich authentisch und berührend erzählt."Die zweitgrößte Liebe" ist ein Roman mit einer enormen Sogwirkung. Er fesselt von der ersten bis zur letzten Seite, lässt einen tief in seine Figuren eintauchen und entlässt einen schließlich sprachlos und nachdenklich. Für mich ist Ruth-Maria Thomas nach diesem zweiten Roman endgültig eine Autorin, deren Bücher ich blind lesen werde. Absolute Leseempfehlung!

wifrisaju am 29.07.2026 18:07 Uhr

Beeindruckend

Ich bin schwer beeindruckt von diesem Buch. Wie schon in ihrem ersten Roman schaut und fühlt Ruth-Maria Thomas ganz genau hin und schreckt vor nichts zurück. Deshalb hat dieses Buch einfach alles. Echte Gefühle, ambivalente Charaktere, aufeinanderprallende Klassenunterschiede, moralische Dilemmata, intrusive Gedanken. All das kombiniert mit einer so spannenden Erzählweise, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Am Ende schlägt mein Herz für Shelly und ich bleibe mit dem Gedanken zurück, dass Männer allzu oft leider gar nichts verstehen, ohne es auch nur zu merken. Für mich ist dieser Roman fast noch besser als das Debut der Autorin. Nicht weniger drastisch aber mit noch mehr Zwischentönen und einem wunderbar gelungenen Schreibstil. Große Empfehlung an alle, die sich darauf einlassen können, hinter die Fassade zu blicken, auch wenn es manchmal schmerzt.

pageturner91 am 29.07.2026 19:07 Uhr

Jetzt schon unter meinen Jahreshighlights

„Die zweitgrößte Liebe“ heißt Ruth Maria Thomas neues Buch, doch für mich war dieser Roman von der ersten Seite an die ganz große Liebe. Ich habe jede Seite geliebt. Definitiv eines meiner Jahreshighlights! ❤Nach der Pleite ihres Schmuckgeschäfts lässt Protagonistin Michelle (Anfang 30) ihren großen Traum zurück, steigt auf ihre Vespa und verlässt den Osten. Als Rezeptionistin in einem Hotel prallt sie plötzlich auf westdeutschen Reichtum und auf Henry, der aus genau dieser wohlhabenden Welt stammt. Zwei völlig verschiedene Menschen verlieben sich ineinander, und Michelle taucht ein in ein Dasein ohne Geldsorgen, das sie so nie kannte.Dieses Buch hat mich komplett eingesogen. Wie schon in „Die schönste Version" ist auch hier Ruth-Maria Thomas' Schreibstil so nah. Mit ihrer feinfühligen Beobachtungsgabe fängt sie die zwischenmenschliche Dynamik zwischen Michelle und Henry großartig ein: Beide bemühen sich aufrichtig, die Welt des anderen zu verstehen und scheitern doch immer wieder an den unterschiedlichen Erfahrungen, die sie geprägt haben.Selten habe ich so nahbar über Klassismus in einer Beziehung gelesen. Wie verändert Geld unsere Beziehungen? Ist eine Beziehung auf Augenhöhe überhaupt möglich, wenn ein so großes Ungleichgewicht besteht? Dabei geht es Thomas um weit mehr als finanzielle Unterschiede. Sie zeigt eindrucksvoll, wie Herkunft, Sozialisation und Erfahrungen unsere Entscheidungen, Werte und unser Verständnis von Gerechtigkeit formen.Ich mochte beide Hauptfiguren sehr. Michelle ist eine großartige Protagonistin, die hin und wieder moralische Ansichten vertritt, die ich anders bewerten würde. Doch Thomas schafft es, dass man ihre Gedanken und Perspektive trotzdem sehr gut nachvollziehen kann. Henry ist ebenfalls keine eindimensionale Figur: Manche seiner Gedanke fand ich schwierig, gleichzeitig spürt man, wie ernsthaft er versucht, Michelle ein gutes Leben zu ermöglichen. Gerade dadurch macht der Roman deutlich, dass Liebe allein gesellschaftliche Ungleichheiten nicht auflösen kann.Ich habe das Buch zugeklappt und denke noch immer viel über die beiden nach. Ganz große Leseempfehlung!

downey_jr am 24.07.2026 16:07 Uhr

Kann man Liebe mit Geld und Sicherheit aufrechnen?

Endlich ein neuer Roman von Ruth-Maria Thomas! Nach „Die schönste Version“ und „wie ich frau bin“ habe ich sehnsüchtig auf „Die zweitgrößte Liebe“ gewartet - und es hat sich gelohnt. Nach der Pleite ihres Schmuckgeschäftes muss Protagonistin Michelle, Anfang 30, ihren großen Traum hinter sich lassen. Sie packt ihren Koffer und beschließt, im Westen einen Neuanfang zu wagen. „In ihren Arbeitsvertrag hatte sie Michelle statt Mishelle eingetragen. [...] Sie hatte gedacht, es würde sie erleichtern. Endlich weg von dem fatalen Rechtschreibfehler ihrer Mutter, die ihre Sehnsucht nach einem anderen Leben in ihren und den Namen ihres Bruders, Maurice, gesteckt hatte. Endlich weg, weg von einem Namen, mit dem sie gescheitert war. Neuer Name, neues Glück, alles noch einmal auf Anfang. Doch es machte sie auch traurig: Hier wusste niemand, wie sie wirklich hieß und wer sie einmal gewesen war. Wenn sie mit ihrem Bruder telefonierte und der sie Shelly nannte, wie früher, war das tröstlich, irgendwie.“Als Rezeptionistin eines Hotels trifft sie auf eine für sie völlig fremde Welt aus Reichtum und Luxus – ein großer Gegensatz zu ihrem Leben, geprägt von Entbehrungen in der Kindheit damals und den belastenden Schulden und Sorgen heute.„Die Angst, dass es die falsche Entscheidung gewesen war wegzuziehen, in diese viel zu teure Stadt.Die Angst, dass sie bei dem Gehalt, in dem Tempo, in dem sie ihre Schulden abarbeitete, auch noch in hundert Jahren die Reste aus dem Hotel mitnehmen würde.Und was, wenn ihr etwas passierte?“„Abends, zu Hause auf ihrem Fensterbrett flackerten die Lichter der Stadt, und sie rechnete in ihrem Haushaltsbuch, einem karierten Schulheft, gegen die Angst an.“Michelle lernt Henry kennen. Er wuchs sehr privilegiert auf, Geldsorgen kennt er nicht. Trotz aller Gegensätze verlieben sich die beiden. Michelle taucht ein in ein Leben ohne Geldsorgen, das sie so nie erlebt hat.„‘Wie fühlt es sich eigentlich an, so abgesichert zu sein?’, fragte sie ihn in einer Nacht, in der sie nicht schlafen konnte, ihr Tag-Nacht-Rhythmus war durch die Schichten komplett hinüber. Sie lagen in ihrer kleinen Kammer, und die Heizung bollerte ununterbrochen.Henry sagte, dass er darüber noch nie nachgedacht habe, er müsse ja auch arbeiten gehen, fühle sich nicht wie jemand, der für immer ausgesorgt habe, ‘ja, aber’, entgegnete sie – dieses Gefühl, dass im Notfall für ihn gesorgt sei, dass die Familie Haus und Wohnungen, sicher auch Geld angelegt habe, oder? ‘Ja.’ Also, dieses Gefühl, dass ihm finanziell eigentlich nichts passieren könne, außer er würde spielsüchtig werden und alles im Casino verzocken, sie lachte bei der Vorstellung: Henry am einarmigen Banditen. Er schwieg, drehte ein paar ihrer Haarsträhnen um seinen Zeigefinger.‘Es fühlt sich … normal an. Schätze ich’, sagte er schließlich langsam. ‘Es ist etwas … Selbstverständliches für mich.’‘Ich stell es mir vor wie eine warme Dusche, wie ein weiches Bett, als wäre das Leben dann perfekt.’Er lachte auf. Perfekt sei es nicht. Schön wär’s. Probleme gebe es ja trotzdem immer irgendwie.Sie schwieg, dachte daran, wie viele ihrer Probleme mit Geld zu tun hatten.‘Und was ist das für ein Gefühl … Existenzangst zu haben?’[...]Wie sollte sie ihm erklären, was das für ein Gefühl war. Den Verdacht zu haben, dass es für sie keine gute Zukunft gab. Sich Träume lieber zu verbieten. Immer zu rechnen. Das ständige schlechte Gewissen beim Geldausgeben. Noch eine Nachtschicht anzunehmen. Und noch eine. Wer brauchte schon Schlaf? Immer zu müssen. [...] ‘Es ist, als würde über allem ein Schatten liegen’, antwortete sie schließlich nur knapp.“Und dank ihrer sich festigenden Beziehung scheint auf einmal auch für Michelle ein sorgenfreies Leben möglich zu sein – doch sie beginnt sich zu fragen, welchen Preis sie zu zahlen bereit ist.„‘Du möchtest mich heiraten, damit ich … mich sicher fühle?’‘Damit du abgesichert bist, das Angebot von Alexander nicht annehmen musst.’Sie sah ihn an, ihr Gesicht nicht ganz lesbar für ihn im Schein der Kerze.‘Abgesichert.’‘Abgesichert.’‘Abgesichert … mit wie viel?’‘Wie bitte?’Statt nach dem Ring, griff sie nach ihrer Zigarettenschachtel.‘Mit wie viel Geld wäre ich denn abgesichert?’“Ruth-Maria Thomas kreiert von Anfang an eine unfassbare Atmosphäre, die total in den Bann zog. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Dieser Roman über gesellschaftliche Unterschiede (auch im Hinblick auf Ost-West), Klassismus und Herkunft hat mich wirklich absolut begeistert: „Die zweitgrößte Liebe“ gehört definitiv zu meinen diesjährigen Jahres-Highlights!Vielen Dank an den dtv Verlag, Vorablesen.de & NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚

reader1965 am 28.07.2026 20:07 Uhr

Reicht die Liebe?

Ruth-Maria Thomas überzeugt auch mit ihrem zweiten Roman "Die zweitgrößte Liebe" wieder auf ganzer Linie und hat eine ganz besondere Liebesgeschichte geschrieben: aus dem Leben & ohne Kitsch.Michelle & Henry, beide um die 30, verlieben sich. Sie kommen aus unterschiedlichen Welten und Themen wie Herkunft & finanzielle Sicherheit werden zu einer großen Herausforderung für ihre Liebe. Dabei geht es auch um Abhängigkeiten, Verlustängste & wie frei kann man in einer Beziehung sein.Es ist beeindruckend, mit welcher Wortgewandheit & Ausdruckskraft Ruth-Maria Thomas die Gefühle der beiden einfängt & vermittelt - nicht in schwarz-weiß, sondern in der bunten Farbpalette des Lebens erzählt sie von kleinen & großen Begebenheiten. Gleichzeitig beweist sie viel Feingefühl & eine gute Beobachtungsgabe. Michelle ist liebenswert, gerade weil sie nicht perfekt ist und damit umso greifbarer. Henry ist auf seine Art sympathisch und auch seine Gefühle sind nachvollziehbar. Diese Geschichte hat mich gleich in ihren Bann gezogen und ich habe mitgelitten & mitgefiebert, ob die Liebe alles überwindet oder nicht.Diese authentische & tiefgründige Geschichte bekommt von mir 5 Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Veranstaltungen & Medientermine

Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

Moderation : Amelie May
24.08.2026
19:30 Uhr (CEST)
Literaturhaus Frankfurt e.V.
Schöne Aussicht 2
60311 Frankfurt am Main
12,00 €, Erm. 8,00 €
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

Moderation : Sophia Bahl
25.08.2026
19:30 Uhr (CEST)
Orangerie Theater Köln
Volksgartenstraße 25
50677 Köln
20,00 €
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

26.08.2026
18:00 Uhr (CEST)
BLEICHE RESORT & SPA
Bleichestr. 16 03096 Burg im Spreewald
03096 Burg im Spreewald
Buchpremiere

Ruth-Maria Thomas präsentiert ›Die zweitgrößte Liebe‹

Moderation : Laura Larsson
27.08.2026
20:00 Uhr (CEST)
Kino International
Karl-Marx-Allee 33
10178 Berlin
22,00 €
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

Moderation : Hendrik Röder

Lausitzer LesART & Cottbuser Buchpremiere

31.08.2026
18:00 Uhr (CEST)
Stadt- und Regionalbibliothek Cottbus
Berliner Straße 13-14
03046 Cottbus
12,00 €, Erm. 7,00 €
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

08.09.2026
19:00 Uhr (CEST)
Puppentheater Magdeburg
Warschauer Straße 25
39104 Magdeburg
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

mit Dana Vowinckel

12.09.2026
20:30 Uhr (CEST)
Haus der Berliner Festspiele
Schaperstraße 24
10789 Berlin
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas: Danksagen: Die zweitgrößte Liebe

Ruth-Maria Thomas mit ihren Gästen Cynthia Cornelius und Mai-An Nguyen

14.09.2026
19:30 Uhr (CEST)
Literarisches Colloquium Berlin
Am Sandwerder 5
14109 Berlin
9,00 €, Erm. 5,00 €
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹ im Rahmen der Literaturshow SpeakEasy

Moderation : Rebecca Salentin
20.09.2026
19:00 Uhr (CEST)
Heilandskirche
Erich-Zeigner-Allee
Leipzig
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

Moderation : Cornelius Pollmer
24.09.2026
19:30 Uhr (CEST)
Zentralwerk
Heidestraße 2
01127 Dresden
15,00 €, Erm. 12,00 €
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus "Die zweitgrößte Liebe"

29.09.2026
19:00 Uhr (CEST)
Buchhandlung am Fellbacher Platz
Heinsestr. 25
13467 Berlin
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

Moderation : Anne Sauer
30.09.2026
19:30 Uhr (CEST)
Uebel & Gefährlich
Feldstraße 66
20359 Hamburg
24,00 €
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

05.10.2026
20:00 Uhr (CEST)
Buchhandlung Reuffel
Löhrstr. 92
56068 Koblenz
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas bei den Augsburger Gesprächen zu Literatur, Theater und Engagement 2026

Moderation : Niels Beintker
13.10.2026
20:00 Uhr (CEST)
Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg
Provinostraße 46
86153 Augsburg
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

24.10.2026
19:30 Uhr (CEST)
Kapitel 10 GmbH
Limmattalstr. 197
8049 Zürich
25,00 €
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

im Rahmen der Literaturtage "Lesezeichen"

06.11.2026
18:00 Uhr (CEST)
"Gleis3" Brauhaus am Bahnhof
Bahnhofstr. 4
09633 Halsbrücke
Veranstaltung

Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

Moderation : Teresa Reichl
02.02.2027
20:00 Uhr (CEST)
Buchhandlung Dombrowsky
St. Kassians-Platz 6
93047 Regensburg
Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

MDR

›Die zweitgrößte Liebe‹ besticht durch mitreißende Dialoge und ist psychologisch auf den Punkt erzäh...lt – [zum Beispiel, wenn Michelle und Henry dem jeweils anderen nur zögerlich von der eigenen Herkunft berichten]. Ruth-Maria Thomas meidet in ihrem Roman nicht nur jedes Klischee, sie fragt auch auf kluge Weise, wie selbstlos wir wirklich sind in der Liebe. mehr weniger

30.07.2026

SWR Kultur

Ruth-Maria Thomas besitzt ein gutes Gespür für Dialoge und zwischenmenschliche Spannungen. Ihre Figu...ren sprechen lebendig und lebensnah, sie findet starke Szenen. (...) Ruth Maria Thomas gelingt ein präzises Porträt zweier Menschen, die sich lieben – und dennoch an völlig unterschiedlichen Vorstellungen von Sicherheit scheitern. mehr weniger

Theresa Hübner, 30.07.2026

Leipziger Volkszeitung

Erneut erreicht Ruth-Maria Thomas mit der verblüffenden Leichtigkeit einer unbekümmert wirkenden Spr...ache emotionale Tiefen, wenn sie erzählt, wie möglich oder unmöglich es sein kann, ein Leben gleichberechtigt zu teilen. (...) Auch von solchem Schmerz erzählt dieser zweite Roman, der den hohen Erwartungen gerecht wird. mehr weniger

Janina Fleischer, 29.07.2026

Die Zeit

Es ist ein Roman, der eine wilde Sogkraft entwickelt, bis zu seinem fulminanten Ende.

Jolinde Hüchtker, 23.07.2026

NDR Buch des Monats

Einer der schrecklich-schönsten Liebesromane der heutigen Zeit.

23.07.2026