Eine junge Frau erwacht eines Tages in einem anderen Leben: nicht mehr in der Stadtwohnung mit ihrem Partner, nein, im Heimatdorf mit ihrer Jugendliebe und Baby. Wäre ihr Leben etwa so verlaufen, hätte sie die eine entscheidende Abzweigung nicht genommen?
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Details
Im Leben nebenan
Der SPIEGEL-Bestseller jetzt als Taschenbuch!
Eines Morgens erwacht Toni nicht neben ihrem langjährigen Freund in ihrer kleinen Wohnung, weil die Dielen knarren und die Nachbarn viel zu laut sind. Nein. Zu ihrer Verwunderung befindet sie sich in einer großzügig geschnittenen Wohnung. Alles hell, ordentlich, teuer eingerichtet. Und der Blick aus dem Fenster? Seltsam vertraut. Antonia versteht: Sie ist wieder in dem Dorf ihrer Kindheit. Nach und nach erfährt sie, dass sie hier ein beschauliches Leben führt, bürgerlich geordnet, mit Auto vor der Tür, Schwiegermutter nebenan und Kind auf dem Schoß. Kind auf dem Schoß? Antonia kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ist das etwa ihr Baby? Und der Vater dazu? Offenbar ihre erste große Liebe – ein Mann, den sie nie ganz vergessen konnte.
Bibliografische Daten
2. Auflage
Autor*innen
Anne Sauer
Anne Sauer (*1989) lebt als freie Autorin und Moderatorin in Hamburg. Sie ist Teil von Literaturjurys und empfiehlt seit vielen Jahren aktuelle Gegenwartsliteratur, u. a. im Podcast ›MONATSLESE‹ oder als @fuxbooks auf Instagram. 2024 erschien ihr viel beachtetes Essay über Taylor Swift. ›Im Leben nebenan‹ ist ihr Romandebüt, mit dem sie direkt auf der SPIEGEL-Bestsellerliste einstieg und für den aspekte-Literaturpreis sowie den Harbour-Front-Debütpreis nominiert war.
Pressematerialien
Leserstimmen
18 - 10 von 175 Leserstimme
Welches Leben will ich leben?
Anne Sauer schafft mit ihrem Roman "Im Leben nebenan" ein schnörkelloses und doch bewegendes Portrait von den verschiedenen Lebenswegen in unserer heutigen Gesellschaft.Antonia hat den Sprung vom Dorf in die Großstadt gewagt und lebt dort glücklich in einer kleinen Wohnung mit ihrem Freund Jakob. Beide genießen ihr Leben in Freiheit und miteinander, bis Antonia plötzlich eines Morgens in einem neuen Leben aufwacht: mit einer frisch vernähten Kaiserschnittwunde im Dorf ihrer Kindheit mit dem Freund ihrer Jugend in einem von genug Geld geprägten Einfamilienhaus. Zunächst in Panik gerät Antonia in eine ausgeprägte depressive Phase und trauert dem verlassenen Leben nach. Währenddessen lebt Toni (Antonia) ihr Leben mit Jakob weiter, in dem sie mühsam versucht, eine Familie zu gründen. Abwechselnd begleiten die LeserInnen Antonia/Toni bei ihren Leben und den Gefühlswelten, die sie dabei durchleben. Antonia im neuen Leben hadert weiterhin und trauert dem "freien" Leben hinterher, bis sie nach und nach entdeckt, was dieses Leben lebenswert macht. Währenddessen geht es Toni während der Kinderwunschbehandlung zunehmend schlechter.Die Autorin versteht es wunderbar, mit authentischer Sprache und feinfühligen Beschreibungen die Situationen der Hauptprotagonistin für die LeserInnen nahbar zu machen. Die Story braucht keinen großen Spannungsbogen und fesselt allein durch die Gefühlswelten von Antonia/Toni in ihrem alltäglichen Handeln. Der positive Gesamteindruck wird minimal dadurch getrübt, dass das Leben mit Kind im Laufe des Buches als das "positivere" Leben gezeichnet wird. Dennoch kommt die Story ohne moralische Fingerzeige aus, sondern regt zum Nachdenken an, welche Lebenswege im eigenen Leben möglich sind, waren oder sein werden.Ich hatte tolle Lesestunden und kann bestätigen, dass sich meine Erwartungen an das Buch, die ich anhand des Klappentextes hatte, voll erfüllt haben. Ich freue mich auf weitere Geschichten von Anne Sauer und vergebe gern hier die volle Punktzahl!
Ein Leben, zwei Wege
Was wäre, wenn man eines Morgens in einem völlig anderen Leben aufwacht – in einem, das man sich irgendwann vielleicht einmal ausgemalt hat, aber nie gewählt hat? Genau mit dieser Frage spielt Anne Sauer in ihrem Debütroman, und sie tut das auf eine überraschend zugängliche und ehrliche Weise.Im Mittelpunkt steht Toni, die eigentlich ein unabhängiges Leben in der Stadt führt. Doch plötzlich findet sie sich in einem Leben wieder, in dem sie in ihrem Heimatdorf wohnt – verheiratet, Mutter, mit Garten und einem ganz anderen Alltag. Es ist, als hätte sie an einer entscheidenden Kreuzung im Leben anders abgebogen. Was zunächst wie ein leicht fantastisches Gedankenexperiment klingt, entwickelt sich schnell zu einer sehr realen Auseinandersetzung mit Fragen, die viele Menschen kennen: Was macht ein erfülltes Leben aus? Welche Entscheidungen formen uns? Und gibt es den einen richtigen Weg überhaupt?Der Ton des Buches ist angenehm leicht, ohne oberflächlich zu wirken. Anne Sauer schreibt nahbar, mit trockenem Humor und einem guten Gespür für leise Zwischentöne. Die Dialoge wirken authentisch, die Figuren glaubwürdig, und obwohl man recht schnell die Grundidee durchschaut, bleibt die Geschichte durch ihre Emotionen und Beobachtungen spannend.Besonders gut gelungen ist die Darstellung der inneren Zerrissenheit: zwischen Unabhängigkeit und Zugehörigkeit, zwischen dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und dem Bedürfnis nach Nähe und Familie. Dabei verzichtet das Buch erfreulicherweise auf große moralische Urteile – es geht eher darum, verschiedene Lebensentwürfe nebeneinander zu denken und auszuhalten.Fazit:Im Leben nebenan ist ein stilles, kluges Buch über Entscheidungen, verpasste Chancen und den Mut, das eigene Leben mit allen Widersprüchen anzunehmen. Es liest sich leicht, bleibt aber lange nach dem letzten Kapitel im Kopf. Besonders für Leserinnen und Leser, die sich gerade selbst mit Lebenswegen, Umbrüchen oder Identitätsfragen beschäftigen, ist dieses Buch ein echter Gewinn.
Eine Frau - zwei Leben
Der Prolog ist alles andere als leicht verdaulich. Eine Frau erleidet auf der Bürotoilette eine Fehlgeburt in der elften Woche .Nach diesem kurzen Schockmoment nimmt Anne Sauer ihre Leser mit in das Leben der Protagonistin Antonia bzw. Toni. Eine Frau, die gerade ihr Leben in zwei Varianten erlebt.Zunächst wird Toni eingeführt. Sie ist kinderlos und lebt mit ihrem Freund Jakob in einer hellhörigen kleinen Altbauwohnung.Als nächstes wacht sie als Antonia auf und befindet sich mit ihrer ersten großen Liebe Adam und dem gemeinsamen Kind in einer schicken Wohnung. Sie kann die Situation nicht einordnen.Wer soll das was ihr gerade passiert glauben?Es gibt 19 Kapitel aus Antonias und 15 aus Tonis Perspektive.Die beiden Leben der Protagonistin sind sehr unterschiedlich, zeigen Möglichkeiten, Freiheiten, Verpflichtungen, Vor- und Nachteile verschiedener Lebensstile, wie es mit und wie es ohne Kind sein könnte.Das Leben bietet viele Wege und wir können immer nur einen Wählen. Welchen wir nehmen, müssen wir entscheiden und steht uns frei. Ob wir uns dabei falsch oder richtig entscheiden, hängt von unseren Wünschen ab.Letztendlich ist jeder Weg richtig, mit dem wir glücklich werden.
Zwei mögliche Lebensläufe
Das Buch hat mir wirklich gut gefallen und ich kann es sehr empfehlen. Allerdings - und deshalb auch ein Abzug in der Bewertung - lässt die sehr ungenaue Buchbeschreibung d. LeserIn möglicherweise von falschen Voraussetzungen ausgehen, die er/sie mit dem Roman verbindet. So ging es nämlich auch mir. Es ist dort nämlich die Rede davon, dass er den Horror in den Blick nimmt, mit Kind, aber auch ohne Kind zu leben. Ich bin aufgrund dessen davon ausgegangen dass eine der beiden jungen Frauen bewusst auf ein Kind verzichtet. Die Vorgeschichte dieser Frau ist dann aber so, dass sie den kompletten Horror von Kinderwunschbehandlungen durchgemacht hat, die dann meistens nicht zum Wunschkind führten oder aber zwar zunächst Erfolg hatten, dann aber in mindestens zwei Fehlgeburten mündeten. Erst nach diesem ganzen Szenario will sie kein Kind mehr. Passend zu meinen vorgenannten Ausführungen möchte ich noch darauf hinweisen, dass das Buch besser um eine Triggerwarnung ergänzt worden wäre. Denn ich denke, für Frauen in ähnlich belastenden Situationen rund um ihren Kinderwunsch ist dieses Buch schlichtweg ungeeignet, weil zu unsensibel. Ich konnte ganz neutral in die Lektüre einsteigen. Die Idee, ein und dieselbe Frau im Wechsel zwei unterschiedliche Lebensszenarien und Partnerschaften erzählen zu lassen, ist interessant. Die Frage, was gewesen wäre, wenn man früh im Leben jemand anderen zum Partner genommen hätte, hat sich vielleicht schon jede/r einmal gestellt. Wie diese beiden Geschichten dann am Ende zusammengeführt werden, war plausibel und gut gelöst. Vor allem die Passagen rund um das süße Baby Hanna begeistern – naturgemäß.
Sehr vielversprechend!
Als Buchcover-Junkie liebe ich dieses geschmackvolle Cover - nicht nur, weil es zur kommenden Schwimmbad-Saison wirklich trefflich passt!Das Thema "Was wäre gewesen, wenn..." mag ich prinzipiell gerne, im Fall dieses Romans finde ich es frisch und ansprechend und es wurde ein tolles Szenario geschaffen. Die Inszenierung von zwei sehr unterschiedlichen Lebensverläufen für die Protagonistin wird plausibel geschildert, nichts wirkt gezwungen oder konstruiert. Auch ich habe in schlaflosen Nächten schon öfter überleget, welche Wendung das Leben für mich bereitgehalten hätte, wenn ich...Für einen Debütroman finde ich den Schreibstil der Autorin sehr reif und gut, ohne Klischees, Kitsch und zu viel Romantik. Respekt!!!Ich freue mich schon darauf, dieses Buch weiterlesen zu können, erscheint mir absolut lesenswert!