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Klar, ehrlich und ungeschönt

Narbenmädchen

Lara ist 15 und muss die nächsten vier Wochen in einer Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche verbringen. Dass sie ziemlich verrückt ist, wie sie findet, sieht man ja schon daran, dass sie Rasierklingen in die Kur geschmuggelt hat, um sich weiter schneiden zu können. Aber die Gruppentherapie nervt einfach maximal und die Psychologin erzählt auch nur so komisches Zeug. Also fängt Lara an, mit Neo und Finn über ihre Probleme zu reden. Und diese beiden Teenager schaffen es irgendwie, Laras Leben zu verändern.

Das beeindruckende Debüt der jungen deutschen Autorin

  • Mal lakonisch und mit Selbstironie, mal voller unterdrückter Wut, aber immer emotional packend
  • Laras Panzer, aber auch ihre Verletzlichkeit und vor allem ihre Entwicklung nehmen die Leser*in jederzeit mit und lassen so schnell nicht mehr los

Bibliografische Daten

EUR 16,00 [DE] – EUR 16,50 [AT]
ISBN : 978-3-423-74135-4
Erscheinungsdatum: 12.03.2026
2. Auflage
352 Seiten
Format : 13,6 x 21,0 cm
Sprache: Deutsch
Lesealter ab 14
Autor*innenporträt

Lilly Bogenberger

Lilly Bogenberger wurde 1992 in München geboren. Sie studierte in Köln »Serial Storytelling«, arbeitet als Drehbuchautorin und war 2023 mit ›So laut du kannst‹ und 2025 mit ›Wer ohne Schuld ist‹ für den ›Deutschen Fernsehpreis‹ nominiert. Während der Corona-Pandemie schrieb sie das Manuskript zu ›Narbenmädchen‹, ihrem ersten Roman. Sie lebt derzeit mit ihrem Mann, ihrer kleinen Tochter und ihrem Hund in einem Campervan und reist durch Europa. 

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88 von 88 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.52 von 5 Sternen


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3 - 10 von 88 Leserstimme

gaudbretonne am 22.03.2026 09:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Innenansichten eines verletzten Ichs

Der Jugendroman Narbenmädchen von Lilly Bogenberger erzählt die Geschichte der fünfzehnjährigen Lara, die für vier Wochen in eine Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche eingewiesen wird. Bereits zu Beginn wird deutlich, dass Lara unter Selbstverletzung leidet und sich innerlich stark verschlossen hat. Die institutionellen Therapieangebote lehnt sie zunächst ab und begegnet ihnen mit Skepsis und Ironie. Erst durch die Begegnung mit den Mitpatienten Neo und Finn öffnet sich langsam ein Raum für zwischenmenschliche Nähe und Reflexion. Im Verlauf der Handlung wird schrittweise sichtbar, welche inneren Konflikte und biografischen Brüche Laras Verhalten prägen. Der Roman entfaltet sich somit weniger als klassische Handlungsgeschichte denn als Prozess innerer Entwicklung.Erzählt wird aus der Ich-Perspektive Laras, wodurch eine unmittelbare Nähe zu ihren Gedanken und Emotionen entsteht. Diese personale Erzählweise ermöglicht eine intensive Darstellung ihrer Ambivalenzen, insbesondere ihres Hin- und Hergerissenseins zwischen Selbstzerstörung und dem Wunsch nach Veränderung. Sprachlich ist der Text stark an jugendlicher Umgangssprache orientiert, was Authentizität erzeugt, jedoch zugleich den literarischen Anspruch begrenzt. Stilistisch wechseln lakonische, teilweise ironische Passagen mit emotional aufgeladenen Momenten, in denen unterdrückte Wut und Verzweiflung zum Ausdruck kommen. Die Figurenkonstellation fungiert dabei als Spiegel verschiedener Formen psychischer Belastung, ohne diese vollständig analytisch aufzulösen.Thematisch verhandelt der Roman zentrale Problemlagen jugendlicher Identitätsfindung, darunter Selbstzweifel, Mobbing, psychischer Schmerz und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Besonders hervorzuheben ist die sensible Darstellung von Selbstverletzung als Symptom innerer Konflikte, ohne diese zu romantisieren. Gleichzeitig integriert der Text Motive von Freundschaft, Hoffnung und Heilung, die eine vorsichtige Perspektive auf Veränderung eröffnen. Kritisch anzumerken ist jedoch, dass die institutionelle Rahmung der Kurklinik teilweise konstruiert wirkt und mitunter klischeehafte Elemente reproduziert werden. Dennoch gelingt es der Autorin, eine eindringliche Innenperspektive zu entwickeln, die Leser*innen emotional involviert.Fazit: Insgesamt erweist sich der Roman als ein wirkungsstarker Beitrag zur Jugendliteratur, der aufgrund seiner thematischen Relevanz und emotionalen Direktheit überzeugt. Trotz stilistischer Simplifizierungen entfaltet die Erzählung ein erhebliches Reflexionspotenzial, insbesondere durch die glaubwürdige Darstellung einer suchenden, widersprüchlichen Erzählerin. Gerade diese Unmittelbarkeit macht den Text gut lesbar und zugleich nachhaltig wirksam. Der Roman regt dazu an, vorschnelle Urteile zu hinterfragen und die Komplexität psychischer Krisen ernst zu nehmen.

nicautz am 21.03.2026 07:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Jugendnah und beeindruckend

Ein aktuelles Buch das sehr viel von unserer heutigen Jugend zeigt. Flüssig geschrieben, gut lesbar und mit Dialogen die authentisch sind. Die 15 jährige Lara kommt für 4 Wochen in eine Kurklinik. In diesem Buch wird ihre Zeit dort beschrieben, ihre Gedanken, Zweifel, Ängste und Therapieansätze. Alles wird aus ihrer Sicht beschrieben. Wir lernen Ihre egozentrische Mutter kennen, Therapeuten, Jugendliche mit anderen eigenen Problemen. Alles sehr jugendnah.In diesem Rahmen lernt sie zwei weitete Jugendliche kennen und gemeinsam meistern sie diese Zeit. Anfangs verhalten sie sich wie Jugendliche sich verhalten, doch es wird tiefgründiger und gegenseitig lernen sie wieder sozialen Umgang miteinander.Ein wichtiges Buch. Ein gutes Buch. Klare Leseempfehlung für Jugendliche und Erwachsene!Vielleicht gibt es eine Fortsetzung und wir erfahren wie es weitergeht?!

yvonnchen am 20.03.2026 20:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Rau, echt, unvergesslich – Narbenmädchen trifft mitten ins Herz

Das Cover macht direkt neugierig: schlicht in Schwarz mit einer lila Distel – zart, aber dunkel. Passt perfekt zum Inhalt, ohne zu viel zu verraten. Genau das richtige Maß.Inhaltlich geht es ans Eingemachte: Lara ist 15 und landet für vier Wochen in einer Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche – Rasierklingen inklusive, die sie heimlich eingeschmuggelt hat. Klingt schwer, ist es auch. Aber Bogenberger schafft es, das ohne Kitsch oder erhobenen Zeigefinger zu erzählen.Der Schreibstil ist das eigentliche Highlight: Laras Perspektive ist teils humorvoll, teils trotzig und voller Wut – man landet direkt in ihrem Kopf. Klar, direkt, kein Schönreden. Das fühlt sich echt an.Die Figuren überzeugen ebenfalls. Besonders die Beziehung zwischen Lara, Neo und Finn trägt das Buch – drei Jugendliche, die sich gegenseitig auffangen, weil sonst niemand da ist. Authentisch und ohne falsche Harmonie.Kurzes Fazit: Ein ehrliches, mutiges Debüt, das wichtige Themen nicht wegschaut. Unbedingt lesen – aber mit der richtigen Portion innerer Stabilität im Gepäck.

gisel am 20.03.2026 12:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ungeschönt und dabei äußerst einfühlsam

Lara ist fünfzehn. Die nächsten vier Wochen wird sie wegen psychischer Probleme in einer Kurklinik verbringen. Sie ritzt sich regelmäßig, das verschafft ihr Erleichterung, wenn alles andere über ihr zusammenzubrechen droht. Deshalb musste sie auch alle Rasierklingen gleich zu Beginn der Kur abgeben. Doch klammheimlich hat sie welche mit hineingeschmuggelt. Nichts in dieser Kur scheint wirklich zu helfen. Doch dann fangen Lara, Finn und Neo an, über den Grund ihres Kuraufenthaltes zu sprechen. Und das hilft mehr als alles andere...Lara ist ein Mädchen, das sich mit psychischen Problemen herumschlägt. Anfangs weiß der Leser noch nicht in allen Einzelheiten, was der Hintergrund dazu ist, und mit Lara zusammen fühlt man, wie vergebens die Kur doch sein wird. Die drei jungen Menschen finden ihre Inseln, in denen sie sie selbst sein können. Das kann dann schon mal eine Sauferei sein, wobei die Jugendlichen schnell merken, wie wenig sinnvoll diese Aktion ist. Doch nach und nach gelingt es ihnen, tiefer ins Thema zu gleiten, und sie nehmen den Leser mit auf ihre Weiterentwicklung. Sehr gut kommt dabei heraus, wie verletzlich alle drei jungen Menschen sind. Die Geschichte wirkt sehr authentisch, insbesondere da sie aus Laras Sicht erzählt wird. Da schwingt vor allem anfangs auch viel Wut mit, ungefiltert und ungehindert, wie Lara sie selbst empfindet. Am Ende des Buches sind hilfreiche Adressen gelistet, für alle Leser, die selbst Hilfe brauchen.Dieser ungeschönte Roman über psychische Probleme bei Jugendlichen überzeugt mit der Einfühlsamkeit, in der das Geschehen geschildert wird. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

heidi0658 am 19.03.2026 18:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Hat mich nachdenklich zurückgelassen!

Zum Inhalt: Dieser Roman spielt in einer Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche und bietet damit ein eher ungewöhnliches Setting, das Raum für intensive zwischenmenschliche Entwicklungen schafft. Im Mittelpunkt stehen die Figuren Lara, Neo (Torben) und Finn, deren unterschiedliche Hintergründe und Persönlichkeiten im Verlauf der Handlung nach und nach beleuchtet werden.Meine Meinung: Ich habe diese Story mit gemischten Erwartungen begonnen und war vor allem von der ruhigen, einfühlsamen Erzählweise der Autorin überrascht. Besonders die Geschichte von Lara hat mich nach und nach immer mehr berührt. Ihr innerer Kampf mit Selbstzweifeln und der Wunsch nach Selbstakzeptanz wirkten auf mich sehr authentisch.Interessant finde ich auch die Dynamiken innerhalb der Klinik und insbesondere, wie die Jugendlichen mit ihren individuellen Herausforderungen umgehen.Besonders hervorzuheben ist auch der angenehme und flüssige Schreibstil der Autorin. Dieser macht es leicht, der Geschichte zu folgen und sich in die Gedankenwelt der Charaktere hineinzuversetzen.Auch das Buchcover fügt sich stimmig in das Gesamtbild ein.Mir hat diese leise, aber eindringliche Geschichte über Selbstwert und den schwierigen Weg zur Selbstliebe gut gefallen.

anjakoenig am 17.03.2026 20:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

informativ und bewegend

das cover hat mich schon beeindruckt und die beschreibung verdeutlicht, dass es um ein schweres thema geht. sehr informativ wird erklärt wie sich die protagonistin fühlt, warum sie so denkt und auch, wie andere denken und handeln. toll, wie geschildert wird dass sie bei gleichgesinnten ansprache findet und dennoch sich distanziert. auch andere problematiken werden erläutert und alles in jugendverständlicher sprache. es gibt einiges zu lernen daraus und die schilderungen bewegen und regen zum nachdenken an. warum ritzt sich jemand, wie geht es in der klinik zu, wie agieren die psychotherapeuten und welche ansätze zur bearbeitung werden angebracht. auch andere thematiken werden verdeutlicht, durch die kontakte in der klinik. schwierigkeiten nach aussen, mit der familie und den freunden kommen zur sprache. für mich ein sehr ehrliches und authentisches buch, das unbedingt viele leser finden sollte.

darkmum2508 am 17.03.2026 14:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Super spannendes und einfühlsames Buch

Lara ist ein 15 Jähriges Mädchen welches aud Grund von Selbstverletzungen für 4 Wochen in eine Kur kommt. Doch kann diese Kur ihr wirklich helfen? In dem Buch verfolgt man ihre Gedanken und ihren Weg in der Kur. Ebenso erfährt man ein Stück Ihrer Vergangenheit, wann die Selbstverletzungen angefangen haben. Man wird direkt in die Geschichte reingeworfen und das Buch ist so geschrieben, dass man sich in die Situation reinversetzen kann. Es zeigt auch, wie wichtig der soziale Umgang miteinander sein kann und wie wichtig es ist miteinander reden zu können. Schön wäre eine Fortsetzung um zu sehen, wie es mit Lara weitergeht. Bleibt sie nach der Kur stabil? Kann sie den Kontakt zu ihren Freunden halten und bleiben diese auch stabil? Wird die Wahrheit bei Ihren Eltern auch ankommen und die Eltern helfen ihr so, wie sie es braucht? Ich hoffe es.

jess.liest am 16.03.2026 22:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

„Ein kaputtes Regal kann ein kaputtes Regal sein. Oder es ist eine Chance auf einen Neuanfang.“

„Narbenmädchen“ ist der Debütroman von Lilly Bogenberger und erzählt die Geschichte der 15-jährigen Lara. Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive, wodurch man sehr nah an ihren Gedanken und Gefühlen ist.Lara wird wegen ihrer selbstzerstörerischen und selbstverletzenden Handlungen für vier Wochen auf „Kur“ geschickt. Dabei handelt es sich weder um eine klassische Psychiatrie noch um ein richtiges Krankenhaus. Die Jugendlichen selbst nennen die Einrichtung daher passenderweise „Elisabethenknast“. Genau dort trifft Lara auf andere junge Menschen, die ebenfalls ihre eigenen Geschichten und Probleme mitbringen.Interessant fand ich die Figuren. Lara, Neo und Finn sind sehr unterschiedliche Charaktere, die alle ihre eigenen Erfahrungen und Gründe mitbringen, warum sie dort gelandet sind. Nach und nach erfährt man mehr über ihre Hintergründe und beginnt besser zu verstehen, was sie geprägt hat. Gerade diese langsame Aufarbeitung der Geschichten hat mir gut gefallen. Im Verlauf der Handlung machen die Hauptfiguren Schritt für Schritt eine Entwicklung durch. Diese Veränderungen wirken nachvollziehbar und zeigen, dass der Aufenthalt für sie letztlich doch eine wichtige Erfahrung ist. Das Buch beschäftigt sich mit sehr sensiblen und wichtigen Themen wie Mental Health, selbstverletzendemVerhalten, Depressionen, Ängsten und Traumata. Die Autorin beschreibt diese offen, emotional und teilweise auch schonungslos, verliert dabei aber nie den Blick für zwischenmenschliche Momente wie Freundschaft, Verständnis und gegenseitige Unterstützung. Der Fokus liegt dabei weniger auf der genauen Schilderung eines spezifischen Krankheitsbildes. Leider werden manchmal zu viele Themen oberflächlich angekratzt und nicht weiter eingeordnet, was ihrer Schwere und dem damit verbundenen Leid nicht wirklich gerecht wird. Insgesamt fiel mir der Einstieg in die Geschichte recht leicht. Der Schreibstil ist locker und gut lesbar, teilweise stark von Jugendsprache geprägt. Daran musste ich mich zu Beginn erst ein wenig gewöhnen, für die eigentliche Zielgruppe wirkt es jedoch sehr passend und authentisch. Leider wurde ich trotz der authentischen und detaillierten Beschreibung des Erlebens der Protagonistin nicht wirklich warm mit ihr, aber vielleicht habe ich da zu sehr aus der Arbeitsperspektive drauf geschaut. Ein Fauxpas, der mir noch ins Auge stach, war die mehrmalige Verwechslung von autogenem Training und progressiver Muskelentspannung. Das hätte bei der Recherche eigentlich auffallen müssen. Aber da kommt wieder der Arbeitsmodus durch. Insgesamt ist „Narbenmädchen“ ein berührender Roman, der einige schwierige Themen bespricht und vor allem für jüngere LeserInnen empfehlenswert ist.

corbinian am 16.03.2026 15:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Tiefgründiges Buch über Jugendliche mit Problemen

Das Buch Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt und die daraus erwachsene Fernsehserie Der Club der Roten Bänder ist 2015 wie eine Bombe eingeschlagen. Sechs Freunde, die in einem Krankenhaus leben und überleben, haben alle Zuschauer tief berührt. Einige Zuschauende wurden aber auch inspiriert und begannen ihre eigene Geschichte oder die Geschichten anderer, die es vielleicht selbst nicht mehr können, zu erzählen.Ob Lilly Bogenberger von der Serie inspiriert wurde, das wissen wir nicht. Der Hintergrund ihres Buches Narbenmädchen könnte aber darauf hinweisen. Das Buch handelt auch von Jugendlichen, immerhin eine Gemeinsamkeit. Diese Jugendlichen sind aber nicht in einem Krankenhaus, sie verbringen vier Wochen in einer Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche. Dieses Buch ist Lilly Bogenbergers Debutwerk, sie war allerdings bereits als Drehbuchautorin für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Erschienen ist das Buch Mitte März beim dtv.InhaltDas namensgebende Narbenmädchen ist die Protagonistin Lara. Lara ritzt sich an verschiedenen Körperstellen und nun erhält sie in der Kur ihre letzte Chance vor der Psychiatrie. Für Lara ist diese Situation alles andere als einfach und nur das Ritzen sorgt für Entspannung. Mit ihr sind auch noch ein paar andere Jugendliche in der Kur. Diese Jugendlichen haben andere „Probleme“. Gewalt, Drogen, Suizidgedanken, Bulimie, um nur einige zu nennen. Wie soll man da therapiert werden? Das denken sich auch Neo und Finn, der eine ist wegen Drogen, der andere wegen Selbstmord in der Kur. Die drei bilden bald ein Trio und therapieren sich dann auch selbst.StilDas Buch wird komplett aus Laras Sicht beschrieben und wir können deshalb auch nur ein ihren Gedanken und ihren Einschätzungen teilhaben. Das passt aber, denn Lara ist scharfsinnig genug, um selbstironisch, lakonisch und emotional über sich und die Anderen zu berichten. Gut, dass macht natürlich die Autorin, aber sie macht es passend für eine 15-jährige Protagonistin. Das führt dazu, dass man immer mitgenommen wird und mitfühlt.  Vier Wochen sind keine lange Zeit und doch können wir Laras Entwicklung in den vier Wochen nicht nur erleben, sondern auch verstehen. Das gelingt nicht vielen Autor*innen.Auch die anderen handwerklichen Aspekte überzeugen komplett. Die Einführung aller Personen ist gelungen, auch wenn natürlich Laras Meinung und das Wissen immer wieder neue Elemente und tiefgründiges offenbaren. Natürlich auch über sie selbst. Die Spannungskurve ist mehr eine Linie, die durchgehend sehr weit oben ist, denn es passiert immer etwas und wir bleiben hoffnungsvoll nach vier Wochen mit Lara zurück.FazitNarbenmädchen ist ein Buch über eine vierwöchige Kur über ein Mädchen, dass sich, um sich besser zu fühlen, schneidet. Durch die Entwicklung der Protagonistin in den vier Wochen der Kur, fühlen und erleben wir mit, was Therapie mit einem machen kann. Spannung vom Anfang bis zum Ende und eine Autorin mit Tiefgang. Großartiges Debutwerk!

bella0070 am 16.03.2026 11:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Aufwühlend, direkt und ungefiltert

Lara ist 15 Jahre alt und verletzt sich selbst, daher wird sie für 4 Wochen in eine Kurklinik eingewiesen. Doch kann diese Klinik ihr die Hilfe bieten, die sie wirklich benötigt, und wird sie die Chance auf Veränderung überhaupt ergreifen können? Schon die ersten Seiten sind sehr aufwühlend. Man ist sofort mitten im Geschehen und kann Laras Wut, Hilflosigkeit und Angst spüren. Die Handlung wird ungefiltert aus Laras Perspektive erzählt. Der Schreibstil ist jugendlich flapsig. Ich habe das Gefühl, Lara steht neben mir und ich kann ihre Gedanken quasi hören. Nichts wird beschönigt. Der Hintergrund ihres Verhaltens erschließt sich nur langsam. Lara erscheint sehr authentisch und auch die anderen Jugendlichen, die im Laufe des Buches zunehmend an Profil gewinnen, sind sehr glaubwürdig dargestellt. Ihre Gefühle lassen sich sehr gut nachvollziehen. Die Geschichte ist einfühlsam geschrieben und besitzt eine eindrucksvolle emotionale Tiefe. Besonders die Freundschaft zwischen Lara, Neo und Finn ist berührend und von großer Wärme geprägt. Es ist ein Buch, das stellenweise sehr nervenaufreibend sein kann, besonders für Menschen, die bislang noch nicht mit diesem Thema in Berührung gekommen sind. Daher ist die Anmerkung der Autorin zum schwierigen Inhalt zu Beginn des Buches sehr sinnvoll. Positiv hervorzuheben ist auch die Zusammenstellung von Hilfe- und Anlaufstellen am Ende. Gut gefällt mir zudem, dass das Tabuthema der Selbstverletzung offen angesprochen wird. Auch der Schluss ist gelungen: Er verspricht nicht zu viel, lässt aber dennoch ein kleines Pflänzchen Hoffnung wachsen. FAZIT: Ein intensives, bewegendes Buch über ein schwieriges Thema. Absolut lesenswert!

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Bangerang
Eindringlicher Debütroman der Jungen Autorin Lilly Bogenberger, der ein intensiver Roman über Trauma...ta, Selbstverletzungen und Selbstfindung gelungen ist. mehr weniger

30.06.2026

Kinder- und Jugendmedien Bern-Freiburg
Ein tolles Debüt und ein wichtiges Buch gerade für junge Mädchen!

Mélanie Gerber, 13.04.2026

Eselsohr
Lilly Bogenberger erzählt keine ganz neue Geschichte, aber sie erzählt sie vielschichtig und unvorhe...rsehbar (…). Dabei sind fast alle Figuren weder klar gut noch böse. In diesen spannenden Grautönen bewegt sich auch die Handlung. mehr weniger

Eva Maus, 04.04.2026

Buch & Maus
Schonungslos, aber zugleich einfühlsam und überzeugend erzählt die Autorin in ihrem Debütroman aus L...aras Perspektive von Protagonistinnen, deren Gefühlswelten oszillieren zwischen Verzweiflung über die eigenen Süchte und Krankheiten auf der einen und der Hoffnung auf Hilfe, um gerade diese Süchte zu überwinden und Krankheiten zu besiegen, auf der anderen Seite. mehr weniger

01.04.2026

evangelisch.lesen
Der Blick in Laras Leben, ihre Gedanken und ihre Geschichte ist unterhaltsam und spannend. Gibt Anla...ss zum Nachdenken und Reflektieren. mehr weniger

Sandra Groß, 01.04.2026

lokalkompass.de
Spannung vom Anfang bis zum Ende und eine Autorin mit Tiefgang. Großartiges Debutwerk!

Martin Wagner, 16.03.2026

musicheadquarter.de
Der Roman liest sich sehr flüssig und ist durchgehend spannend aufgebaut.

12.03.2026

Redaktion querlesen
Ein tolles Debüt und ein wichtiges Buch gerade für junge Mädchen!

Melanie Gerber, 01.01.2026