Eine Liebesgeschichte über weibliche Selbstbehauptung in einer Zeit, in der es dafür noch kein Wort gab – und über drei Schwestern, die einander verlieren und doch nie ganz loslassen
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Schwestern. Trotz allem
Am Ende des Zweiten Weltkrieges verliert Gerti alles: den Vater, der verschwindet, die Mutter, die stirbt, und die Schwestern, die ins Heim verstoßen werden. Allein bleibt sie bei den Großeltern zurück. Nur drei Knöpfe, abgerissen von einer alten Kletterweste, gedacht als Glücksbringer für jede von ihnen, erinnern Gerti ihr Leben lang an die geliebten Schwestern.
Drei Schwestern. Drei Leben. Vier Jahrzehnte
Als junge Frau lernt sie den verheirateten Albert kennen und verliebt sich in ihn. Er liebt auch sie, verlässt sie jedoch wieder, kehrt zurück und verschwindet immer wieder in ferne Länder. Gerti bleibt ihm treu. Zwei Kinder entstehen aus dieser schwierigen Liebe, die sie allein großziehen muss. Dem Argwohn der Nachbarn ausgesetzt und der Gefahr, durch die Jugendwohlfahrt die Kinder jederzeit zu verlieren. Mit Stolz und ihrer Sturheit meistert Gerti das Leben, getragen von ihrem größten Wunsch: einer eigenen Familie.
Ein mitreißender Schicksalsroman über weibliche Selbstbehauptung in einer Zeit, in der es dafür noch kein Wort gab
Rudi, schön und glamourös, möchte nur eines: ihre Kindheit im Heim vergessen. Sie jagt von Mann zu Mann, von Ehe zu Ehe. Stets begleitet von dem Gefühl, niemandem zu genügen, kämpft sie gegen sich selbst.
Alle drei sind sie Überlebende, jede auf ihre Weise, Kinder einer Zeit, die kein Erbarmen kannte
Hansi, bald von einem liebevollen Ehepaar adoptiert, ist die rastlose Jüngste, die sich weder durch Kind noch Mann gebunden fühlen möchte. Sie liebt ihre Unabhängigkeit, macht ihre Lehre als Hotelkauffrau und schließlich Karriere. Und trotzdem bleibt etwas, das fehlt.
Tief berührend und mit großer Sprachgewalt erzählt Bestsellerautor Max Moor von drei Schwestern, die einander verlieren und doch ein Leben lang nie ganz loslassen.
Bibliografische Daten
1. Auflage
Max Moor
Max Moor, 1958 in Zürich geboren, ist Moderator, Autor und Schauspieler. Anfang der 90er Jahre moderierte er das preisgekrönte Medienmagazin ›Canale Grande‹ auf VOX. Es folgten verschiedene weitere Sendungen, wie beispielsweise ›Bauer sucht Kultur‹ für den RBB. Bis 2024 war er der Kopf des ARD- Kulturmagazins ›Titel, Thesen, Temperamente“. ›Schwestern. Trotz allem‹ ist sein Romandebüt, wobei er bereits mehrere Sachbuch-Bestseller geschrieben hat, u.a. ›Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht‹.
1 - 10 von 17 Leserstimme
Eine berührende Geschichte über drei Schwestern und ein bewegtes Leben
„Schwestern. Trotz allem“ ist eine eher ruhige, aber sehr eindringliche Geschichte. Besonders Gertis Lebensweg hat mich beschäftigt. Sie muss schon als junges Mädchen mit Verlust, Einsamkeit und schwierigen Lebensumständen zurechtkommen und trotzdem immer wieder ihren eigenen Weg finden.Ich fand es interessant, wie die Geschichte zeigt, wie sehr die damalige Zeit und die gesellschaftlichen Erwartungen das Leben der Menschen geprägt haben. Gerade die Suche nach ihren Schwestern zieht sich wie ein roter Faden durch Gertis Leben und macht ihre Geschichte besonders emotional.An manchen Stellen war mir die Erzählung etwas zu ruhig und stellenweise hätte ich mir mehr Tiefe bei bestimmten Entwicklungen und Figuren gewünscht. Trotzdem hat mich das Buch zum Nachdenken gebracht und Gertis Geschichte ist mir auch nach dem Lesen noch im Kopf geblieben.Insgesamt ein bewegender Roman über Familie, Verlust, Zusammenhalt und ein Leben, das trotz aller Schwierigkeiten seinen eigenen Wert hat.
Schwestern
Ein Buch, emotional sehr nachwirkend, das 1945 beginnt. Die drei Schwestern Gerdi, Rudi und Hansi verlieren beide Eltern. Gerti findet bei den Großeltern und der herrischen Tante ein Bleibe, Rudi wird in einem Waisenhaus von strengen, bigotischen und sehr verbissenen Nonnen gequält und unterdrückt. Nur die kleine Hanni wird von einem liebevollen Bauernehepaar adoptiert. Wir begleiten die drei Schwestern bis hin im Jahr 2016, wobei Gerti hier den größten Teil des Buches einnimmt. Sie verliebt sich in den verheirateten Albert, bekommt zwei Kinder, er hält aber ein Leben lang zu ihr. Rudi kann ihre Vergangenheit im Kloster nicht vergessen, sie fühlt sich schlecht und minderwertig und auch ihre Beziehungen zu den Männern sind dadurch belastet. Hanni macht Karriere, bekommt auch Kinder aber ist sehr selbständig und steht auf eigenen Füßen. Hier erzählen die drei Schwester in den einzelnen Kapiteln jeweils voneinander, wir begleiten sie ein Leben lang durch alle Höhen und Tiefen. Dazwischen kommt Albert in tagebuchartigen Eintragungen zu Wort. Der Autor schildert in beeindruckender Weise die Entwicklung der Dreien, man ist mit in das Wirtschaftswachstum, der aufstrebenden 60iger Jahre involviert. Hautnah bekommen wir die Gefühle und Ängste mit, das Leben in der jeweiligen Zeit für die Schwestern bereit hält. Esi ist mehr als ein Roman, es ist eine lebensnahe, in die Tiefe gehende Homage und zeigt uns, welche Auswirkungen eine in der Kindheit erlittene Kränkung und Herabsetzung für das ganze Leben haben kann. Man merkt in der Ausdrucksweise und dem Schreibstil, dass der Autor auch als Moderator fungiert hat. Ich werde über das Buch und den Inhalt noch lange nachdenken. Das Cover zeigt drei Mädchen, die wie die Orgelpfeifen sich einander an den Händen halten. Vielleicht hören wir von Max Moor noch mehr.
Drei Schwestern,drei Leben!
1945 Die Welt ist aus den Fugen geraten!Die Geschichte der drei Schwestern die behütet und geliebt aufwuchsen aber nach dem Tod der Eltern getrennt werden hat mich sehr berührt.Gerti,die elfjährige, durfte bei Ihren Großeltern und Ihrer Tante aufwachsen .Die neunjährige Rudi und Ihre sechsjährige Schwester Hansi aber wurden von Ihrer lieblosen Tante ins Heim abgeschoben .Obwohl Gerti Ihre Geschwister sehr vermisste,wurde es Ihr verboten sie zu besuchen. Rudi erlebte schlimme Dinge im Heim.Die kleine Hansi hatte mehr Glück.Sie wurde von liebevollen Pflegeeltern adoptiert.Mit diesem Hintergrund wachsen die drei Mädchen heran. Der Autor versteht es sich in die Mädchen hereinzuversetzen und schafft es mit seinem emotionalen Schreibstil die Gefühle und Ängste der Mädchen vortrefflich zu beschreiben! Das Cover passt hervorragend zur Geschichte des Buches und gefällt mir außerordentlich gut.
Drei Schwestern, drei Schicksale
Der Roman begleitet drei Schwestern ab Ende des zweiten Weltkriegs. Die bunte Truppe, wie die drei liebevoll genannt werden, muss dabei einiges erleiden - ihr Vater verschollen, die Mutter stirbt und zuletzt werden die drei auch noch auseinandergerissen. Gerti, Rudi und Hansi: drei Schwestern, drei Schicksale über vier Jahrzehnte erzählt.Der Fokus in der Erzählung liegt klar bei Gerti, der ältesten der drei Schwestern. Sie begleiten wir über die gesamte Zeit, verfolgen ihren Werdegang und fühlen mit ihr mit. Ebenfalls einen wesentlichen Anteil bekommt Albert, ihr Geliebter. Diese Kapitel werden in Form von Briefen, die er an einen befreundeten Pfarrer verfasst, abgehandelt. Die Idee, diesen Erzählstrang so abzubilden, hat mir sehr gut gefallen, da man so ganz tief in seine Gedanken und Gefühle eintauchen kann. Allerdings haben mich sich genau diese Kapitel anfangs auch verwirrt, da ich diese gar nicht einordnen konnte. Rudi und Hansi hingegen begleiten wir relativ wenig, da hätte ich mir tatsächlich mehr Fokus auch auf die beiden gewünscht, da schon gut ersichtlich wird, dass sie sehr viel erleiden mussten. Auch das Ende des Romans hinsichtlich der drei Schwestern war mir persönlich etwas zu kurz und knapp abgehandelt. Alles in allem ist es aber ein sehr bewegendes Buch, in dem der Autor die damaligen Zeiten mit all ihren Entbehrungen, ihren oftmals unerträglichen Situationen aber auch den kleinen, feinen Glücksmomenten eindrücklich festgehalten hat. Von mir dafür eine Leseempfehlung.
Schade...
Bei „Schwestern. Trotz allem“ bin ich mit ganz anderen Erwartungen an die Geschichte herangegangen. Der Titel und die Leseprobe ließen mich eine intensive Familiengeschichte über drei Schwestern erwarten, über ihre Trennung, ihre Verbundenheit und darüber, wie die gemeinsamen Erlebnisse ihr späteres Leben prägen. Umso bedauerlicher fand ich es, dass sich der Roman hauptsächlich auf Gerti und ihren Lebensweg konzentriert und ihre Schwestern für mein Empfinden zu sehr in den Hintergrund treten.Gertis Geschichte habe ich aber trotzdem gerne verfolgt. Besonders die Verbindung ihres persönlichen Schicksals mit den gesellschaftlichen Bedingungen der Nachkriegszeit hat Max Moor perfekt eingefangen. Einige ruhig erzählte familiäre Szenen haben mich sehr berühren können. Auch sein Schreibstil hat mir gefallen, denn Moor erzählt angenehm, flüssig und ohne übertriebene Dramatik.Meine größte Kritik bleibt aber die Gewichtung der Geschichte. Einige Figuren und Lebensabschnitte hätte ich gerne ausführlicher kennengelernt. Vor allem hätte ich mir, wie bereits erwähnt, deutlich mehr über die Beziehung der Schwestern gewünscht und wie ihre einzelnen Erfahrungen sie langfristig geprägt haben. Hier wurde für mich einiges an emotionalem Potenzial nicht ausgeschöpft.Vielleicht war meine Erwartung durch den Titel einfach eine andere. Bekommen habe ich also weniger einen Roman über drei Schwestern als vielmehr Gertis Lebensgeschichte vor dem Hintergrund ihrer Zeit. Diese ist interessant und durchaus auch berührend, konnte mich aber allein nicht vollständig überzeugen.Für Leserinnen und Leser, die ruhige Lebensgeschichten mit historischem Hintergrund mögen, ist das Buch sicherlich einen Blick wert.
Eindrücklich erzählt
Das ist sie also, die Liebe auf den ersten Blick, die ein Leben lang hält.Gerti und Albert, den es immer wieder in die Ferne drängt, sind ein Leben lang verbunden,auch wenn Gerti ihre beiden gemeinsamen Kinder meist alleine durchbringen muss, was in den Nachkriegs- und Aufbaujahren für eine unverheiratete Mutter mit großen Schwierigkeiten verbunden ist. Max Moor erzählt anschaulich vom Leben dreier Schwestern, die in der Nachkriegszeit durch tragische Umstände auseinandergerissen wurden, im Waisenhaus von sadistischen Nonnen gequält schließlich entkommen konnten und nun, jede auf ihre Weise, mit den entstandenen Verletzungen versuchen, sich ein Leben aufzubauen. Die bildhafte Sprache nimmt einen mitten ins Geschehen hinein. Was die Generation unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern in den Kriegsjahren und den schwierigen Verhältnissen der Nachkriegszeit erlebt und durchgestanden haben, wird hier sehr anschaulich dargestellt. Bald wird es vergessen sein. Umso mehr Grund, solche Geschichten zu erzählen.Der Autor wechselt in den Kapiteln zwischen den Schwestern, die sich vollkommen aus den Augen verloren haben, und Albert hin und her. Das macht das Buch sehr lebendig und spannend. Besonders gut gefiel mir die Idee, Albert seine Gedanken in einem Tagebuch in Form von Briefen an einen Pfarrer aufschreiben zu lassen, der ihn im Krieg von einem Selbstmordversuch abgehalten hatte. Dadurch gewinnt die Figur sehr an Tiefe.Was mich nicht ganz überzeugt hat ist der Aufbau. Sehr viel Gerti und Albert, eingestreut kurze Einblicke in Rudis und Hansis Leben- für mich etwas abrupt und unmotiviert. Das hätte man vielleicht anders lösen können.Dennoch: ein gutes Buch!
Drei Schwestern und die Narben einer schweren Kindheit
Das Buch "Schwestern trotz allem" von Max Moor erzählt die bewegende Geschichte der drei Schwestern Gerti, Rudi und Hansi, die am Ende des Zweiten Weltkriegs auseinandergerissen werden. Während Gerti bei den Großeltern bleibt, kommen ihre beiden jüngeren Schwestern ins Heim. Fortan gehen die drei sehr unterschiedliche Wege.Besonders ausführlich wird Gertis Leben erzählt. Ihre Beziehung zu Albert, ihre beiden Kinder und ihr Kampf darum, trotz aller Widrigkeiten eine eigene Familie zu haben, stehen im Mittelpunkt. Ihre Stärke und ihr unbeugsamer Charakter haben mich beeindruckt. Über Rudi und Hansi hätte ich allerdings gerne deutlich mehr erfahren. Ihre Lebenswege werden teilweise nur angerissen, wodurch für mich der Eindruck entstand, dass es eher Gertis Geschichte als die Geschichte aller drei Schwestern ist.Max Moor schreibt eindringlich und atmosphärisch. Besonders gefallen hat mir der Wiener Dialekt. Allerdings waren mir einige Begriffe unbekannt, sodass ich immer wieder nachschlagen musste. Fußnoten oder ein kleines Glossar mit Erklärungen hätte ich deshalb sehr hilfreich gefunden.Die Geschichte ist bewegend, aber auch sehr tragisch und dadurch keine leichte Lektüre. Manche Kapitel haben sich für mich etwas gezogen und auch das Ende hätte ich mir anders beziehungsweise etwas emotionaler gewünscht.Insgesamt hat mich die Familiengeschichte trotz einiger Schwächen berührt und zum Nachdenken gebracht. Wer gerne historische Familiengeschichten liest und sich auch auf schwere Schicksale einlassen kann, dem kann ich das Buch empfehlen. Ich vergebe 3,5 Sterne, die ich auf 4 aufrunde.
Eine zutiefst bewegende Familiengeschichte
Das Cover ist beeindruckend und der Zeit angepasst. Drei Schwestern nach dem Zweiten Weltkrieg, die sich an den Händen halten und denen man wünschen würde, daß sie voller Hoffnung in die Zukunft schauen können. Aber dem ist nicht so. Der Autor hat eine sehr berührende Geschichte über Gertie, Rudi und Hansi geschrieben, die mich ins Herz getroffen hat. Der Vater war verschwunden, die Mutter verstorben. Die drei lebten noch auf dem Hofgut, auf dem ihre Eltern arbeiteten. Nach dem Tod seiner Tochter holte der Großvater seine Enkelinnen nach Hause. Dort lebten Hedwig, seine zweite Tochter und seine Frau Charlotte. Das Haus gehörte Hedwig und sie allein hatte das Sagen. Die Kinder ihrer verhaßten Schwester Johanna waren ihr von Anfang an ein Dorn im Auge. Sie besorgte einen Platz in einem Pflegeheim, um die drei loszuwerden. Auf Drängen des Großvaters durfte Gertie, die Älteste bei den Großeltern bleiben. Noch immer habe ich die grausamen Bilder vor Augen, als die Kinder bei der Übergabe im Heim auseinandergerissen wurden. Die Schilderungen der Zustände im Heim sind kaum auszuhalten. Die Geschichte der Mädchen wird vom Autor so emotional und eindringlich beschrieben. Nach der Trennung haben sie sich aus den Augen verloren. Mit großer Anteilnahme habe ich die unterschiedlichen Leben der drei verfolgt. Dieses Buch wird mich noch lange beschäftigen. Es ist nicht zu begreifen, wie mit Kindern so grausam umgegangen werden kann. Dies alles wird vom Autor in einem beeindruckenden Schreibstil erzählt, man muss aufmerksam lesen, um kein Wort und keinen Satz zu überlesen. Mehr als 5 Sterne gehen leider nicht, aber es gibt eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Bewegende Familiengeschichte
Max Moor erzählt in „Schwestern trotz allem“ die Geschichte der drei Schwestern Gerti, Rudi und Hansi, deren Leben durch die Nachkriegszeit völlig verändert wird. Nach dem Tod der Mutter und dem Verschwinden des Vaters werden die Mädchen auseinandergerissen und wachsen fortan unter ganz unterschiedlichen Bedingungen auf. Während Gerti beim Großvater bleibt, kommen ihre beiden jüngeren Schwestern in ein Waisenhaus. Erst viele Jahre später kreuzen sich ihre Wege wieder.Ich fand den Grundgedanken der Geschichte sehr interessant, vor allem weil man miterlebt, wie unterschiedlich sich die Leben der drei Schwestern entwickeln und welche Spuren die frühe Trennung hinterlässt. Dabei steht vor allem Gertis Lebensweg im Mittelpunkt. Ihre Beziehung zu Albert, die Geburt ihrer Kinder und ihr weitgehend auf sich allein gestelltes Leben zeigen, dass die schwierigen Jahre für sie auch nach dem Krieg noch lange nicht vorbei waren.Der Schreibstil hat mir gut gefallen und ließ sich angenehm lesen. Einige Abschnitte waren für mich allerdings etwas zu knapp erzählt. Gerade bei den beiden jüngeren Schwestern hätte ich mir mehr Einblicke gewünscht, denn ihre Lebenswege werden teilweise nur angerissen. Auch das spätere Wiedersehen der Schwestern hatte ich mir ausführlicher und emotionaler vorgestellt.Insgesamt war es für mich eine interessante Familiengeschichte über Verlust, Trennung und die Folgen einer schwierigen Kindheit. Ganz überzeugen konnte sie mich nicht in allen Punkten, dennoch habe ich die Schwestern und ihre unterschiedlichen Lebenswege gerne begleitet.
Berührende Zeitgeschichte
Max Moor versteht, Worte wohl geformt zu gestalten und wunderschön zu schreiben. Die Schicksale der drei Frauen mit ihren ungewöhnlichen Namen rühren an - von ihren unbeschwerten Kindertagen in Österreich über viele dramatische Zwischenstationen bis ins hohe Alter hat jede für sich vieles auszuhalten, denn das Leben meint es nicht immer gut mit ihnen. Feinfühlig und berührend zeichnet Moor ihre so unterschiedlich verlaufenden Lebensetappen und bietet damit gleichzeitig einen Spiegel der jeweiligen Gesellschaft und Zeitgeschichte. Und natürlich fiebert man mit, ob die Drei sich am Ende wieder finden, nachdem sie sich über Jahre und Jahrzehnte aus den Augen verloren haben. So sehr Moors spezifischer Sprachduktus eine gewisse Faszination ausübt, führt er jedoch auch gleichzeitig dazu, dass viele Passagen sehr breit und überladend wirken. 560 Seiten für einen Roman sind mir persönlich zu viel, aber das ist natürlich Geschmacksache. Trotzdem lohnt es sich, sich auf die "Schwestern" einzulassen.
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Lernen Sie die Schwestern kennen