Alex trägt eine tiefe Wut in sich. Auf der Suche nach iherer Wurzel stößt er auf die Geschichte zweier unglücklich Liebender, die zeigt, wie Leidenschaft, Eifersucht und Wut über Jahrzehnte und Generationen hinweg Wogen schlagen können.
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Verbrenn all meine Briefe
Drei Menschen. Zwei Generationen. Ein Geheimnis.
Woher kommt diese tiefe Wut, die Alex in sich trägt? Auf der Suche nach Antworten stößt er auf die Geschichte seiner Großmutter, die zeigt, wie sich Leidenschaft und Eifersucht über Jahrzehnte und Generationen hinweg in eine Familie graben können.
Sommer 1932: Die 24-jährige Karin verliebt sich in den jungen Schriftsteller Olof. Aber es gibt ein Problem: Karin ist mit Sven verheiratet, einem stürmischen, hochrangigen Schriftsteller mit einer grausamen Ader. Wird sie es wagen, ihren Mann verlassen und ein anderes Leben mit ihrer neu entdeckten Liebe beginnen? 68 Jahre später fragt sich Karins Enkel Alex, Autor und dreifacher Vater, warum er eine solche Wut in sich trägt; eine Wut, die seinen Kindern Angst macht und eine Kluft zwischen ihm und seiner Frau schafft. Er stößt auf die Geschichte zweier unglücklich Liebender, deren Wogen bis zu ihm reichen.
»Sein Buch ist kein Krimi und könnte doch aufregender nicht sein.« Christine Westermann, Stern
»Ein wahnsinnig klug gebauter, faszinierender, erschütternder Roman.« Frank Dietschreit, rbb Kultur
Ebenfalls von Alex Schulman bei dtv erschienen sind:
›Die Überlebenden‹
›Endstation Malma‹
Bibliografische Daten
6. Auflage
Alex Schulman
Alex Schulman, geboren 1976, ist einer der populärsten schwedischen Schriftsteller. Sein Roman ›Die Überlebenden‹, 2021 bei dtv erschienen, wurde in 30 Sprachen übersetzt. Mit ›Verbrenn all meine Briefe‹, bei dtv 2022, gelang ihm in Schweden 2018 der Durchbruch als literarischer Autor.
Hanna Granz
Hanna Granz, geboren 1977, hat unter anderem Werke von Patrik Svensson, Tove Alsterdal, Johanne Lykke Holm und Tone Schunnesson ins Deutsche übersetzt.
7 - 10 von 117 Leserstimme
Enkel eines Genies
Der schwedische Schriftsteller Alex Schulman schreibt in seinem Roman Verbrenn alle meine Briefe, seinen Großvater den Schriftsteller Sven Stolpe und seiner Großmutter Karin.Alex bemerkt, das seine Tochter vor ihm Angst hat. Er überlegt wo seine Wut immer herkommt.Er denkt an seinen Großvater, der immer sehr streng und brummig war.Von Sven Stolpe gibt es Unmengen von Unterlegen, die er alle durchliest. So erfährt er, warum das Verhältnis zwischen den Großeltern so gespannt war.Zu der Zeit war es für eine Frau schwierig sich scheiden zu lassen.Auch erfährt Alex, das der Vater seines Großvaters schon die Familie verlassen hat.Es ist interessant so viel von den Vorfahren zu erfahren. Aber das geht ja nur von berühmten Personen.Aber ich kann mir nicht vorstellen, das die Vorfahren etwas mit seiner Wut zu tun hat. Das ist mir zu einfach.Alex Schulmann hat eine guten Schreibstil und versteht es zu unterhalten.
Wie die Wut eines Einzelnen eine Familie über Generationen beeinflussen kann
Dieses Buch beschreibt eine Familie über 3 Zeitebenen hinweg.Die Kapitel wechseln zwischen 1932, 1988 und heut ab.Der Protagonist Alex versucht seine eigene Wut zu ergründen und gerät dabei in die Geschichte seiner Grosseltern hinein.Es wird zwar im Nachwort betont, dass es sich um einen Roman handelt, jedoch sind alle handelnden Personen real und die Gegebenheiten lassen sich zum Teil auch durch Internet Recherche nachvollziehen.Der Schreibstil ist einnehmend und flüssig zu lesen.Die Figuren scheinen authentisch zu sein.Der Autor legt Schicht um Schicht ein gut gehütetes Familiengeheimnis frei, das der Auslöser für alle Zerwürfnisse innerhalb der Familie zu sein scheint.Die Schilderung entfalteten einen wahren Sog auf mich, sodass ich der Geschichte, so verstörrend sie teilweise auf mich wirkte, atemlos folgen musste.Sprachlich ist es sehr gelungen, was sicherlich auch durch eine adäquate Übersetzung unterstützt wird.Für mich ein ansprechendes Leseerlebnis, dass sicherlich noch lange nachhallen wird.Von mir gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung für diesen wahrscheinlich autobiographisch gefärbten Roman.
Beeindruckend und erschütternd
Alex Schulman „ Verbrenn all meine Briefe“. ( 2018/2022 )Der 1976 geborene Alex Schulman ist einer der bekanntesten schwedischen Autoren der Gegenwart. Mit großer Begeisterung habe ich seinen 2021 auf Deutsch erschienenen Roman „ Die Überlebenden“ gelesen. Deshalb bin ich nun mit hohen Erwartungen an sein neues Buch herangegangen.Nach einem furchtbaren Streit mit seiner Ehefrau wird Alex Schulman bewusst, dass er etwas tun muss. Seine unvorhersehbaren Wutanfälle drohen seine Ehe zu zerstören. Sogar die Kinder haben Angst vor ihm. Eine Therapie in Form einer Familienaufstellung soll zur Klärung beitragen und so eine Verhaltensänderung ermöglichen. Dabei wird gleich ersichtlich, wo er suchen muss, nämlich in der Familie seiner Mutter. Hier sind schon immer alle Familienmitglieder heillos zerstritten. Das „ Wut- Zentrum“ findet Alex Schulman in der Person seines Großvaters Sven Stolpe. Der war und ist in Schweden eine Berühmtheit: Schriftsteller, Übersetzer, Literaturwissenschaftler und Kritiker, tiefgläubiger Christ, ein Mann mit hohen Erwartungen an sich selbst und an seine nächste Umgebung. Als Kind hatte der Autor ein zwiespältiges Verhältnis zu seinem Großvater. Der machte zwar gerne Späße mit den Enkeln, gleichzeitig war er unberechenbar in seiner Wut.Alex Schulman beginnt nun sich näher mit seinem Großvater zu beschäftigen und stößt dabei auf das Jahr 1932. Hier muss das Schlüsselerlebnis liegen, das alles verändert hat. Doch was ist damals tatsächlich geschehen?Das Ehepaar Stolpe war Gast im Hause der Sigtuna - Stiftung. Hier trafen sich junge Autorinnen und Autoren zum Arbeiten und zum gemeinsamen Austausch. Dabei trifft die verheiratete Karin Stolpe den jungen Dichter Olof Lagercrantz, eine schicksalhafte Begegnung. Die beiden verlieben sich heftig ineinander. Karin will sich von ihrem dominanten Ehemann trennen, doch Sven weiß das mit allen Mitteln zu verhindern. Damit ist das Leben aller Beteiligten für immer geprägt. „Der eine geht in eine lebenslange Finsternis ein. Der andere hört niemals auf zu träumen.“ Und Karin harrte aus, neben dem ungeliebten Ehemann. „Sie schrumpfte mit geradem Rücken.“Alex Schulman erzählt auf drei Zeitebenen diese Geschichte. Auf der Gegenwartsebene beschreibt er beinahe dokumentarisch seine Recherchearbeit und das, was dies bei ihm auslöst. Da sowohl Sven Stolpe als auch Olof Lagercrantz bekannte Persönlichkeiten waren, gibt es eine Unmenge an Material. Nicht nur deren poetisches Werk, sondern auch auf Tagebücher und Briefe konnte Alex Schulman zurückgreifen. Während sich bei Sven Stolpes Romanen als immer wiederkehrendes Motiv die treulose Ehefrau finden lässt, so hat Olof Lagercrantz seine Liebe zu Karin in vielen Gedichten beschworen. Zwischen diesen Text aus der Gegenwart flicht der Autor zwei weitere Erzählstränge, die in die Vergangenheit führen.Dabei geht er zum einen ins Jahr 1988, als er bei seinen Großeltern zu Besuch ist. So wirft er aus der kindlichen Perspektive einen kritischen Blick auf seinen Großvater, der seine Frau dominiert und schikaniert. Spürbar ist dabei die Liebe des Enkels zur Großmutter, die geduldig und demütig das furchtbare Verhalten ihres Mannes erträgt. Nicht ohne Grund widmet ihr Alex Schulmann sein Buch.Im Zentrum des Romans steht aber das Schicksalsjahr 1932. Hier erlebt der Leser eine Liebesgeschichte voller Gefühl und Dramatik, eine Liebe, die, obwohl sie nicht gelebt werden konnte, ein Leben lang andauert. Davon zeugen die Liebesbriefe ( Auszüge finden sich im Buch ), die Olof an Karin gesendet hat und die sie sechzig Jahre lang heimlich gehütet hat wie einen Schatz. Mit ihnen konnte sie sich in „ das Land, das nicht ist“ hinein träumen.Alex Schulmann beschreibt diese Liebesgeschichte einfühlsam und berührend und voller Poesie. Das ist herzzerreißend. Gleichzeitig liest man ungläubig und schockiert, was sich Sven Stolpe alles einfallen lässt, um diese Liebe zu unterbinden. Das Buch hat mich ungeheuer beeindruckt und erschüttert. Beeindruckt, mit welcher Aufrichtigkeit der Autor an das Erkunden der eigenen Familiengeschichte herangeht, ohne Schonung sich selbst und anderen gegenüber. Trotzdem ist das Buch keine Abrechnung geworden, sondern ein Versuch, zu verstehen. Erschüttert, weil diese große Liebe nicht zu einem gemeinsamen Glück geführt hat, sondern zu einem verfehlten Leben der drei Beteiligten und gleichzeitig negative Auswirkungen auf die nächste Generation hatte. Für den Autor scheint es Hoffnung zu geben, sich von den alten Verhaltensmustern lösen zu können. Der Schlusssatz legt zumindest nahe, dass er einen Neuanfang gemeinsam mit seiner Ehefrau versuchen möchte.
Ein Familienschicksal, das nicht mehr loslässt
„Sven wird verlangen, dass Du ihm all meine Briefe zeigst. Jetzt möchte ich Dich bitten: Verbrenn sie, um Gottes Willen! Und verrate mich nicht. Mein Leben hängt davon ab. Und deines ebenfalls.“ (S. 273)Beziehungen in Autor Alex Schulmans Familie sind von einer seltsamen Dysfunktionalität gezeichnet. Eine tiefe Wut entzweit Geschwister, Paare, Eltern und Kinder. Als die – dem Anschein nach vererbte – Wut ihre Finger nach der Ehe des Autors auszustrecken beginnt, macht sich Schulman auf die Suche nach ihrem Kern. Er stößt auf eine schicksalhafte Begegnung im Sommer 1932. Eine zart aufflammende, bald leidenschaftliche Liebe. Eine grausame Dreiecksgeschichte, die das Leben mehrere Generationen seiner Familie prägt. Es ist die Geschichte von Schulmans Großmutter Karin, die sich in den Schriftsteller Olof Lagercrantz verliebte. Kein Mensch wird gerne betrogen – vor allem jedoch nicht Sven Stolpe, ihr unnahbarer Ehemann, ein gefeierter Autor und ausgeprägter Narzisst. Scheidung ist für ihn die vorletzte Option, Vergebung die letzte. Weiter vorne stehen: lebenslanger Hass, Feindschaft, Demütigung, versuchter Mord.Schulman erzählt die dramatische Liebesgeschichte und ihre Folgen anhand der Briefe und Tagebucheinträge Karins und Olofs sowie seiner eigenen Kindheitserinnerungen an die Großeltern. Karins Schicksal fesselt und hat mich durch die Seiten fliegen lassen wie bei einem guten Krimi. „Verbrenn all meine Briefe“ ist ein kluger Roman über familiäre Konflikte, die sich wie ein Schwelbrand über Generationen hinweg ausbreiten können. Ich hatte mir allerdings aufgrund des Klappentextes erwartet, dass der Bezug zur Gegenwart, das Erkennen und Ausbrechen aus den toxischen Mustern, mehr Raum im Buch erhält. Die Geschichte von Karin, Sven und Olof steht jedoch klar im Vordergrund.Ich empfehle „Verbrenn all meine Briefe“ sehr gerne weiter und möchte unbedingt auch den anderen Roman des Autors lesen.
Erzählerisch starker Roman, bei dem Fiktion und Realität verschwimmen
Kann sich Wut über Generationen hinweg wie ein roter Faden durch eine Familie ziehen? Der schwedische Autor Alex Schulman stellt sich genau diese Frage in seinem neuen Roman „Verbrenn all meine Briefe“. Sein alter Ego Alex begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit seiner zerstrittenen Familie und rekonstruiert die Ereignisse des Jahres 1932, die die Ehe seiner Großeltern nachhaltig geprägt haben. Auch wenn wir es hier mit einem Roman zu tun haben, sind die Figuren real. Großvater Sven Stolpe war ein bekannter schwedischer Schriftsteller und Literaturkritiker und hat in dieser Funktion seinen Kontrahenten Olof Lagercrantz zeitlebens verrissen. Dass dieser Hass nicht von ungefähr kommt, ergründet Alex Schulman in seinen Recherchen. Gerade der Umstand, dass die Ereignisse auf realen Begebenheiten basieren, die Erzählung aber dennoch der Fantasie des Autors entsprungen sind, übt auf mich eine große Faszination aus. Der Erzählstil hat mich von der ersten Seite an gefesselt und auch wenn man erahnen kann, was sich zugetragen hat, entwickelt die Geschichte Spannung. Alex Schulman konnte mich sowohl sprachlich als auch durch eine interessante Geschichte begeistern. Große Leseempfehlung.
Tragische Vergangenheit
Das Cover zeigt ein Liebespaar , doch wie alles sich wenden kann zeigt dieses autobiographisches Buch von Alex Schulmann. Diesen Autor sollte man sich unbedingt merken. Der Schreibstil liest sich gut aber es ist eine schmerzhafte Geschichte von Alex der nach einem heftigen Streit erkennt das er eine unglaubliche Wut in sich trägt und diese bekämpfen muß. Auf der Spurensuche begibt er sich in das Leben seiner Großeltern die schon verstorben sind. Diese führten eine Ehe, die nichts mit Liebe zu tun hat. Die Ehe ist geprägt von argen Demütigungen und bedroht seine Frau aus lauter Eifersucht mit dem Tod. Anhand von Tagebucheinträgen und Briefwechseln gelingt es Schulmann in die Vergangenheit einzutauchen. Es ist eine sehr traurige Liebesgeschichte die noch die Generationen danach betrifft. Die Handlung erstreckt sich über drei Zeitebenen und zwei Perspektiven. Das Buch wirkt sehr lange nach. Unbedingte Leseempfehlung.
Ein feinfühliger und bewegender Romamn
Der Klappentext:Drei Menschen. Zwei Generationen. Ein Geheimnis.Sommer 1932: Die 24-jährige Karin verliebt sich in den jungen Schriftsteller Olof. Aber es gibt ein Problem: Karin ist mit Sven verheiratet, einem stürmischen, hochrangigen Schriftsteller mit einer grausamen Ader. Wird sie es wagen, ihren Mann verlassen und ein anderes Leben mit ihrer neu entdeckten Liebe beginnen? 68 Jahre später fragt sich Karins Enkel Alex, Autor und dreifacher Vater, warum er eine so tiefe Wut in sich trägt; eine Wut, die seinen Kindern Angst macht und eine Kluft zwischen ihm und seiner Frau schafft. Auf der Suche nach Antworten stößt er auf die Geschichte zweier unglücklich Liebender, die zeigt, wie Leidenschaft, Eifersucht und Wut über Jahrzehnte und Generationen hinweg Wogen schlagen können.Was mich an diesem Roman besonders interessiert hat, war wie Traumata und Negatives in den Nachfahren noch nach Generationen nachwirken können und insoweit bin ich vielleicht mit falschen Erwartungen an diesen Roman herangegangen, denn leider wurde darauf, wie sich das Erlebte der Großeltern konkret auf deren Kinder und anschließend auf die Enkelkinder übertragen hat, nicht wirklich tief eingegangen. Wenn man aber ohne solche Erwartungen herangeht, erwartet den Leser doch ein großartiges Leseerlebnis und eine berührende Geschichte, die der Autor feinfühlig und authentisch schildert. Natürlich muss man sehen, dass sich seine Recherchen bezüglich seiner Großeltern um Einiges einfacher gestaltete, als es bei uns der Fall wäre, waren sowohl seine Großeltern als auch der Geliebte der Großmutter keine unbekannten Personen und somit vieles verbrieft oder auch aus den Werken der beiden rivalisierenden Männer herauszulesen.Niemand Geringeres als Sven Stolpe, ein in Schweden sehr bekannter Autor war sein Großvater und seine Großmutter die Tochter des Nobelpreisträgers Hans von Euler-Chelpin. Olof Lagercrantz war auch kein Unbekannter in der Literaturwelt Schwedens, woraus ersichtlich wird, dass sich eine Familienforschung mit diesen Gegebenheiten auch einfacher gestaltet haben muss, selbst wenn der Autor auch zwischen den Zeilen lesen musste und sich die Richtigkeit seiner Recherchen, manchmal erst beim Abgleich mit seinen Erinnerungen, welche er aber teilweise falsch gedeutet hatte, zeigte.Was also erwartet den Leser bei diesem autobiografischen Roman? Eine Geschichte über eine Frau, die an einem bestimmten Punkt im Leben entscheiden muss, ob sie den Mut hat, ihrem Herzen zu folgen und entgegen aller Konventionen alles hinter sich zu lassen für einen Mann, der sie genau so will, wie sie ist oder ob sie bei einem zutiefst narzisstischen Mann bleibt, bei dem sie eine Andere sein muss und sich ihm unterordnend anpasst. Wie sich diese Geschichte gestaltete, werde ich hier nicht erzählen und dazu soll sich auch jeder Leser selber eine Meinung bilden. Die Moral des Autors ist, dass er erkennt, was seine eigene Wut für seine Familie bedeutet und welche Konsequenzen es für alle haben kann, wenn er nichts daran ändert- ob seine Wut nun wirklich mit der Geschichte seiner Großeltern zusammenhängt, vermag ich nicht zu sagen, ich bin nicht ganz überzeugt. Macht Euch ein eigenes Bild und Eure eigenen Gedanken dazu, denn dazu regt diese Geschichte an und ist, obwohl anders als von mir erwartet, doch ein zartes, feinfühliges und berührendes Buch, welches viele begeistern wird.
Nimmt mit vom Anfang bis zum Ende
Aex Schulmans erster Roman war ein Jahreshighlight für mich. Klar also, dass auch "Verbrenn all meine Briefe" hier einziehen musste - und das hat sich gelohnt.In seinem Roman rekonstruiert der Autor die Geschichte seiner Großmutter Karin, die mit Anfang 20 den seinerzeit erfolgreichen schwedischen Schriftsteller Sven Stolpe heiratet. Das, was sie anfänglich für bloße Exzentrik gehalten hat, wird bald zu extremer Reizbarkeit, Kontrollzwang und Unterdrückung, sodass Karin stets auf der Hut sein muss vor den Unberechenbarkeiten ihres eigenen Mannes. Kein Wunder, dass sich die zarten Gefühle, die sie dann mit 24 für einen anderen Mann entwickelt, wie der langersehnte Ausweg anfühlen. Der Roman berichtet von den Ereignissen, die sich 1932, dem Jahr des Kennenlernens von Karin und Olof, abspielten.Die Tyrannei Svens und sein hohes physisches und psychisches Gewaltpotenzial sind dabei ständig spürbar, Karins zunehmende Verzweiflung und Angst davor, bei ihrem Mann zu bleiben, aber auch davor, was er tun wird, sollte er je hinter die geheime Beziehung kommen oder sollte sie ihn gar verlassen. Ihre Zerissenheit zwischen dieser Angst und der Hoffnung auf ein anderes, besseres Leben, auf ein Entkommen hin zu einem Mann, der sie so viel besser behandelt, der auf und an ihrer Seite steht - all das wird im Roman unglaublich greifbar und geht gleich nochmal viel näher, wenn man sich bewusst macht, dass das nicht nur fiktiv und vom Autor erfunden, sondern seine ganz persönliche Familiengeschichte ist.Der Roman ist keine leichte Kost und dessen sollte sich jede*r vor der Lektüre bewusst sein. Karins Geschichte geht nahe und nimmt mit, weil man sich die ganze Zeit über nichts sehnlicher für sie wünscht, als endlich aus dieser toxischen Beziehung und der explosiven Dreieckskonstellation entkommen zu können.Für mich ist "Verbrenn all meine Briefe" ein Roman von überraschender Intensität und Tiefgründigkeit, den ich regelrecht verschlungen habe. Er ist hart, lohnt sich aber wirklich.
generationsüberspannende Tragödie
„Verbrenn all meine Briefe“ ist ein interessanter Roman, der auf realen Personen und tatsächlichen Ereignissen beruht. Autor Alex Schulmann betont allerdings im Nachwort die Zeitschienen angepasst, Ereignisse vereinfacht und auch einige fiktive Begebenheiten eingefügt zu haben. Das macht den Roman zu einem faszinierenden Lesevergnügen über ein Liebesdrama im Schweden der 30er Jahre und eine ungeklärte Wut.Zum Inhalt: nach einem Familienstreit wird Alex klar- seine Kinder haben Angst vor ihm und seiner unberechenbaren Wut. Doch woher rührt diese Wut? Als Alex in sich geht wird ihn klar, dass auch seine Mutter oft wütend war und es viele Familienstreitigkeiten gab. Und auch sein Großvater war ein stoischer aber wütender Mann. Alex forscht in der Vergangenheit und findet ein Familiengeheimnis, dass Aufschluss über die geteilte Wut der Familie gibt.Was mir an diesem Buch besonders gut gefällt, ist der stilistisch Aufbau. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, zudem untermalen Tagebucheinträge und Briefe die Ereignisse der Vergangenheit und geben ihnen Plastizität. Ich finds immer was Besonderes, wenn Geschichten nicht einfach als Fließtext erzählt werden und daher hat mir das auch bei diesem Buch wieder sehr gut gefallen. Ein bisschen komisch fand ich das „Namedropping“ im Buch, aber gut, da die Personen nun mal realexistierend sind, lässt sich das vermutlich nicht umgehen. War aber für mich z.B. bei den ersten Erwähnungen von David Lagercrantz sehr gewöhnungsbedürftig.Ansonsten finde ich, dass die Tatsache, dass es die Personen und Begebenheiten tatsächlich in dieser Konstellation gab, die Geschichte noch eindringlicher und die toxische Beziehung noch erschreckender wirken lässt. Besonders die Bloßstellung Stolpes seiner Frau Karin fand ich einfach nur furchtbar und habe fast schon körperlich mitgelitten. Das Buch ist nicht nur eine tragische Liebesgeschichte, sondern auch ein zeitgenössisches Familiendrama. Auf eine sehr nahbare, aber dabei fast schon poetischer Art beschreibt er die Tragik einer verbotenen Liebe, von den tiefen Wurzeln einer unstillbaren Wut und der Suche nach einer Art „Familienidentität“. Ein Buch, wie ein Puzzle, bei dem sich die Teile nach und nach ineinanderfügen und ein zutiefst trauriges Gesamtbild ergeben. So muss man erstmal schreiben können. Allein dafür ziehe ich den Hut vor Alex Schulmann. Ein besonderes Buch, das mir gut gefallen hat.
Wundervoll!
Dieses Buch war der absolute Lesegenuss! Ales Schulman erkennt nach einem Familienstreit, dass in ihm eine Wut schlummert, von der er nicht weiß woher sie kommt. Als er auch noch bemerkt, dass seine Töchter in einigen Situationen Angst vor ihm haben, ist er beschämt und begibt sich auf die Suche nach der Wurzel seines wütenden Empfindens. Er gerät in die Geschichte seiner Großeltern Karin und Sven Stolpe, dem bekannten schwedischen Schriftstellers. Nach akribischen Recherchen findet Alex Schulman heraus, dass seine Großmutter Karin in den jungen Schriftsteller Olof Lagercrantz verliebt war. Abgeschreckt von ihrem tyrannischen und verletzenden Ehemann, hat sie sich in die Liebe zu dem sanften Olof geflüchtet. Sie ist kurz davor Sven zu verlassen, doch eine Drohung Svens hält sie zurück und lässt sie gefangen in dieser lieblosen Ehe. Alex Schulman spürt, dass sein Großvater die Verletztheit und die Wut auf seine Ehefrau Karin sein weiteres Leben und seine Werke in die nächste Generation begleitet hat. Nun weiß er gegen was er kämpfen muss. Beeindruckend, gewaltig und wunderbar geschrieben wird dieses Buch in die Riege meiner Lieblingsbücher aufgenommen!