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Elke Heidenreich

Elke Heidenreich, geboren 1943, war Moderatorin verschiedener Talkshows und schrieb lange Zeit die Brigitte-Kolumne. Mittlerweile begeistert sie als Autorin Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Interview

»Wenn die Geschichte stimmt, und wenn sie gut erzählt ist, dann ist das ein gutes Buch!« - Elke Heidenreich im Interview mit Susanne Krones (dtv)

Mit »Am Südpol, denkt man, ist es heiß«, »Nero Corleone« und »Sonst noch was« haben Sie drei ganz unterschiedliche, reich illustrierte Geschichten für Kinder vorgelegt. Schreiben Sie für Kinder anders als für Erwachsene?

Schreiben nicht direkt, aber die Inhalte sind für Kinder natürlich anders. Aber ich lasse heimlich immer eine zweite Ebene für Erwachsene mitlaufen. Alle drei Bücher sind deshalb keine reinen, klassischen Kinderbücher.

»Sonst noch was« beispielsweise ist eine freche und witzige Familiengeschichte für Kinder und Erwachsene, melancholisch und heiter, nachdenklich und übermütig zugleich. So zwischen den Zielgruppen, den Tonarten wechseln zu können - ist das eine Besonderheit literarischer Texte?

Ich glaube, das ist ein besonderes Talent. Ich sage das ohne Einbildung. Das ist einfach etwas, was ich kann und was ich auch will: die Tonarten wechseln. Ich habe das in allem, was ich beruflich mache, immer wieder getan - ich war Else Stratmann - eine komische Figur - und ich schreibe Libretti für Opern - etwas Ernstes. In Deutschland wird man für Vielseitigkeit immer sehr bestraft, das muss mir aber egal sein. Ist es auch!

Mit »Nero Corleone« ist Ihnen ein außergewöhnlicher Erfolg beim Publikum gelungen, Leserinnen und Leser aller Altersstufen ließen sich von Ihrer Geschichte begeistern. Wie kam die Geschichte zu Ihnen? Hatten Sie beim Aufschreiben schon das Gefühl: das wird ein besonderes Buch?

Ach, das war einfach ein besonderer Kater! Es gab ihn ja wirklich, den wilden Nero. Und es war in großen Teilen auch seine wahre Geschichte - seine und meine. Ich habe es mit leichter Hand geschrieben, und dass es ein besonderes Buch würde, habe ich geahnt, als ich die Bilder von Quint Buchholz dazu sah!

»Am Südpol, denkt man, ist es heiß« ist eine große Ballade. Ihr erstes Experiment in Versen?

Ja, kann man so sagen. Diese Geschichte ist ja so verrückt und albern, da boten sich einfache Reime eher an als klassisches Erzählen. Kinder können das übrigens sofort auswendig!

Ganz verschiedene Illustratoren haben Ihre Geschichten bebildert. Bernd Pfarrs skurrile Figuren in »Sonst noch was« haben mit der fast fotografischen Realität von Quint Buchholz' Bildern in »Nero Corleone«, ihrem magischen Realismus in »Am Südpol, denkt man, ist es heiß«, so gar nichts gemeinsam. Wie ist es für Sie als Autorin, Ihre Geschichten abgebildet zu sehen? Fühlen Sie sich gut getroffen? Fügen derart eigenständige, starke Illustrationen einer Geschichte auch eine neue Dimension hinzu?

Unbedingt! Ich fand diese Arbeit mit Malern, mit Zeichnern ganz wunderbar beflügelnd, es kommt soviel Neues dazu - bei Quint die Melancholie, der hintergründige Witz, bei Bernd die Abgründe und das Ironische. Beide sind mir auch Freunde fürs Leben geworden, wobei es unendlich traurig ist, dass Bernd Pfarr inzwischen gestorben ist. Er fehlt mir und ist immer in meinem Herzen als mein Freund.

Eines Ihrer Lieblingsbücher ist Nigel Hintons »Im Herzen des Tals«. Warum hat es Ihnen gerade dieses leise Buch so angetan?

Das Buch zeigt uns, wie sehr wir den Kontakt zu Tieren, zur Natur schon verloren haben und wie sehr doch alles zusammenhängt: wir und die Jahreszeiten, die Tiere, die Pflanzen. Es ist ein liebevolles Lehrstück für mehr Respekt und Rücksicht den Tieren gegenüber. - Und es ist hinreißend zu lesen, das sagt jeder, der sich darauf einlässt. Es ist auch ein Buch für Jugendliche und Erwachsene.

»Eine Liebesgeschichte zwischen Mensch und Buch ist durch nichts zu ersetzen«, haben Sie gesagt. Wie hat Ihre Liebesgeschichte mit den Büchern begonnen? Was hat Sie zum Lesen gebracht?

In der Nachkriegszeit gab es nicht soviel Geld und soviel Spielzeug, es gab kein Fernsehen, keine Computer, ich hatte nicht mal einen Plattenspieler. Ich hatte Rollschuhe für draußen und Bücher für drin. Und meine Mutter hat mich immer zum Lesen angehalten.

Erinnern Sie sich an ein ›erstes Buch‹?

Aber ja: Hugh Loftings »Dr. Dolittle und seine Tiere«. Das habe ich als erstes Buch allein gelesen.

Wie erkennen Sie ein gutes Buch? Ist Ihnen die Geschichte wichtiger oder die Sprache?

Wenn beides stimmt - das heißt, wenn die Geschichte gut ist und wenn sie gut erzählt ist, dann ist es ein gutes Buch!

Liest sich ein Buch in jedem Lebensalter anders?

Ja, natürlich. Ich habe z.B. »Das Herz ist ein einsamer Jäger« von Carson McCullers oder Marlen Haushofers »Die Wand« immer wieder gelesen, und immer wieder anders, je nach Alter, weil andere Dinge plötzlich mehr ins Blickfeld rücken. Bücher haben auch ihre Zeit für uns. Ich sage immer etwas flapsig: Die »Häschenschule« mit vierzig ist so falsch wie Proust mit achtzehn.

Für Ihre Sendung »Lesen!« sichten Sie Unmengen von Titeln; Sie sind eine hochprofessionelle Leserin, die ein immenses Pensum bewältigen muss. Macht Ihnen Lesen privat überhaupt noch Spaß?

Ja natürlich, wenn ich lese, trenne ich doch nicht zwischen beruflich oder privat. Ich lese, weil es mir Freude macht, weil ich es brauche, weil ich ohne Bücher gar nicht sein will, und dass das dann auch noch ein Beruf ist - herrlicher geht's doch gar nicht! Ich habe allerdings gelernt, Bücher, zu denen ich einfach keinen Zugang finde, nach etwa 60 bis 80 Seiten wegzulegen. Früher habe ich mich durch alles bis zum Schluss gequält. Heute lese ich ein Buch nur noch zu Ende, wenn es mich auch wirklich packt.

Unterscheidet sich professionelles und privates Lesen?

Höchstens insofern, als ich mir privat leiste, geliebte Bücher wieder und wieder zu lesen, einfach nur so, für die Seele…

Alle Bücher von Elke Heidenreich

2 Titel
Ansicht
Elke Heidenreich

Nero Corleone kehrt zurück

Es ist immer genug Liebe da

Der stolze, schöne Nero Corleone ist der wohl berühmteste Kater, seit es Katzengeschichten gibt. Und ebenso berühmt ist seine Erfinderin Elke Heidenreich, die hier erzählt, was aus ihm geworden ist.

Erhältlich als: Taschenbuch
Taschenbuch
x 8,95 €

Elke Heidenreich, Quint Buchholz

Nero Corleone

Eine Katzengeschichte

Die Geschichte des mutigen Katers Nero, der - aus Italien kommend - Köln am Rhein erobert.

Erhältlich als: Taschenbuch
Taschenbuch
x 9,95 €

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