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Buch Coast Road, Foto von Autor Alan Murrin und Zitat von Gillian Anderson. Diesen Roman habe ich geliebt.
Buch Coast Road, Foto von Autor Alan Murrin und Zitat von Gillian Anderson. Diesen Roman habe ich geliebt.
An der irischen Küste schwimmt man nicht gegen den Strom

Coast Road

Herbst 1994. Die Bewohner des irischen Küstenstädtchens Ardglas beschäftigt nur ein Thema: Colette Crowley – Dichterin, Bohemienne, die Frau, die ihre Familie verlassen hat, um in Dublin ihr Glück zu finden – ist zurück und wohnt in einem kleinen Cottage an der Coast Road. Jeder ihrer Schritte wird von der Gemeinde argwöhnisch beäugt. Hat sie es verdient, dass ihr Mann ihr den Zugang zu den Kindern verwehrt? In ihrer Verzweiflung bittet Colette eine Bekannte um Hilfe, Izzy Keaveney, Hausfrau und Mutter, unglücklich verheiratet mit einem Lokalpolitiker, der sich ausgerechnet für die Legalisierung der Scheidung im Land einsetzt. Und so entsteht zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Frauen eine Bindung, die ihre Leben in ungeahnte Bahnen lenkt.

In schnörkelloser Prosa, mit psychologischem Feingefühl und großartiger Beobachtungsgabe erzählt Alan Murrin von den gesellschaftlichen Einschränkungen, die Frauenleben in Irland vor gerade einmal dreißig Jahren bestimmten – kurz bevor Scheidung in einem Referendum mit knapper Mehrheit legalisiert wurde – und beleuchtet dabei subtil, was Frauen überall auf der Welt auch heute noch davon abhält, ihre Partner zu verlassen.

Ausgezeichnet als »Newcomer of the Year« bei den Irish Book Awards 2024

»Alan Murrin schreibt wie die besten irischen Autoren mit einer ruhigen, poetischen Gewandtheit.« Sarah Winman

»Die weiblichen Figuren sind komplex und faszinierend, voller Wut und Hoffnung. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen.« Gillian Anderson

»Alan Murrin ist ein begabter Erzähler, der seine Figuren so dreidimensional zeichnet, dass ich mit ihnen mitgefiebert und mitgelitten habe, als wären sie real.« Louise Kennedy

Bibliografische Daten

EUR 24,00 [DE] – EUR 24,70 [AT]
ISBN : 978-3-423-28457-8
Erscheinungsdatum: 13.02.2025
3. Auflage
384 Seiten
Format : 11,8 x 19,5 cm
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Englischen von Anna-Nina Kroll
Autor*innenporträt

Alan Murrin

Alan Murrin ist ein irischer Schriftsteller, der seit einigen Jahren in Berlin lebt. Er absolvierte den renommierten Masterstudiengang im Kreativen Schreiben an der University of East Anglia. 2021 gewann er für seine Kurzgeschichte ›The Wake‹ den Bournemouth Writing Award; die Geschichte stand ebenfalls auf der Shortlist für die Kurzgeschichte des Jahres der Irish Book Awards. Als Kulturkritiker schrieb er u. a. für The Irish Times, TLS  und The Spectator. ›Coast Road‹ ist sein Debütroman, für den er 2024 bei den Irish Book Awards als ›Newcomer of the Year‹ ausgezeichnet wurde.

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Übersetzer*innenporträt

Anna-Nina Kroll

Anna-Nina Kroll, 1988 in Essen geboren, studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf. Sie hat u. a. Werke von Donal Ryan, Carmen Maria Machado, John Irving und Anna Burns ins Deutsche übertragen. Für ihre Übersetzung von Anna Burns' ›Milchmann‹ erhielt sie im Jahr 2021 den Förderpreis zum Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW.

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103 von 103 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.5 von 5 Sternen


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7 - 10 von 103 Leserstimme

erul am 03.02.2025 22:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Frauenrechte in Irland – Emotional und beeindruckend

Alan Murrin hat einen sehr flüssigen fesselnden Schreibstil. Er beschreibt die Geschichte sehr detailliert und einfühlsam.Das Cover mit dem Blick 'hinter die Kulissen' ist wunderschön, ebenso das Hardcover, das ebenfalls farbig gestaltet ist.Die Handlung spielt in dem irischen Städtchen Ardglas an der Küste in der Zeit 1994 bis 1995. Die Geschichte der drei ganz unterschiedlichen Frauen wird sensibel in wechselnden Perspektiven geschildert.Izzy ist mit James verheiratet, einem Abgeordneten, der sich für das Recht auf Scheidung engagiert. Izzy ist aber unglücklich in ihrer Ehe.Dolores ist mit Donal verheiratet, der sie ständig betrügt und vor dem keine Frau sicher ist.Die Dichterin Colette hatte ihren Mann wegen eines anderen Mannes verlassen und ist wieder nach Ardglas zurückgekehrt.Der Roman hat mich so sehr berührt und gefesselt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.Für uns unvorstellbar, dass in Irland erst vor 30 Jahren Scheidungen legalisiert wurden. Über die Abschaffung des Ehescheidungsverbots wurde 1995 mit ganz knapper Mehrheit abgestimmt. Dass über dieses bedrückende Thema von einem Mann geschrieben wird, hat mich fasziniert.Das Leben zu der Zeit in Irland mit den gesellschaftlichen Zwängen und der verlogenen Moral wird einem klar vor Augen geführt.Absolut lesenswert!

gärtnerin am 03.02.2025 18:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Frauenleben

"Coast Road" von Alan Murrin ist ein Roman, der mich erschrocken zurückließ. Erschrocken darüber, wie kurz der Zeitraum erst her ist, wo es den Frauen in diesem Roman nicht möglich war, sich scheiden zu lassen.Erzählt wird hier die Geschichte zweier Frauen, eine davon ist aus ihrer Ehe ausgebrochen und musste ihre Kinder zurücklassen, die andere verharrt in einer Ehe, in der niemand glücklich ist.Mir haben hier die Beschreibungen sehr gut gefallen, die von Land und Leuten, von den gesellschaftlichen Gegebenheiten und Zwängen der Bewohner des irischen Küstenstädtchens Ardglas, im Herbst 1994.Das Leben der Frauen wird sehr gut gezeichnet, nichts beschönigt, man kann sie sich gut in ihrem Alltag und ihrer Verzweiflung vorstellen.Die Geschichte ist spannend, sie ist düster und nicht immer leicht zu ertragen, aber es ist eine Geschichte, die in mir noch lange nachhallen wird, die einen tiefen Eindruck hinterlassen hat.Der Schreibstil ist einfach zu lesen, alles ist gut und verständlich beschrieben, nichts bleibt ungeklärt.

toniba am 02.02.2025 21:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Berührend und zutiefst beeindruckend!

Mit seinem Roman „Coast Road“ schreibt sich der unglaublich begabte Alan Murrin direkt in die Herzen seiner Leserinnen und Leser. Mich hat dieser Roman wie kein anderer seit langer Zeit wirklich nachhaltig berührt und beeindruckt, zugleich auch schockiert, welche gesellschaftlichen Werte und Prinzipien noch vor weniger als 30 Jahren gültig waren. Murrin erzählt die Geschichte der mutigen und taffen Colette, die, nachdem sie ihrem Ehemann und der Familie den Rücken kehrte und nach Dublin zog, nun wieder in ihren Heimatort zurückkommt und sich dort vielen Widrigkeiten, Klatsch und Tratsch und Anschuldigungen stellen muss. Dabei macht sie Bekanntschaft mit Izzy, die auf den ersten Blick Colette überhaupt nicht ähnelt, doch relativ schnell entwickelt sich zwischen den beiden Frauen eine Freundschaft. Mich hat der Roman mit einer Wucht umgehauen, die seinesgleichen sucht - ich wollte garnicht mehr aufhören, zu lesen und war wirklich traurig, als das Buch zu Ende war. Herzensempfehlung!

jacky1304 am 02.02.2025 21:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Düstere Geschichte

Colette wird von der Gemeinde wie eine Aussätzige behandelt, als sie nach Ardglas zurückkehrt. Immerhin hat sie ihren Ehemann verlassen, um ihr Glück in Dublin zu finden. Offenbar gescheitert, wohnt sie nun in einem verlassenen Cottage am Rande der Klippen und versucht zu überleben. Aber wie soll das gelingen, wenn man die eigenen Kinder nicht mehr sehen darf, die Trauer im Alkohol ertränkt und kaum soziale Kontakte hat? Einzig Izzy könnte ein Lichtblick sein - aber auch die hat so einige Päckchen zu tragen. Die Geschichte klang unglaublich vielversprechend. Die Tatsache, dass eine Scheidung noch nicht möglich war, und viele Frauen unglücklich in ihrer Ehe hielt, hat mich neugierig gemacht. Der Autor beleuchtet gleich mehrerer solcher Geschichten: eine Frau, die ihren Mann verlassen hat; eine, die es gerne würde, aber den Absprung nicht schafft; und eine, die ihrem Mann nahezu alles verzeiht und sich mit ihrem Schicksal arrangiert. Leider wurde hier meiner Meinung nach einiges an Potenzial verschenkt. Die Charaktere sind zwar durchweg spannend, bleiben aber blass. Und auch das Zwischenmenschliche kam für mein Empfinden zu kurz. Ich hätte mir mehr Tiefgang zwischen Colette und Izzy gewünscht. Leider kam dieser Moment erst ganz am Ende. Schade!Es kommen unglaublich viele (Neben-) Charaktere vor, die es mir anfangs schwer machten, sie alle zuzuordnen. Am Schreibstil kann ich nichts aussetzen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge. Ich mochte, dass man kapitelweise andere Frauen durch ihre Geschichten begleitet. Die Gemeinde wird bildhaft beschrieben - und auch das Cover passt perfekt zum Buch: düster und einsam. Es handelt sich mit Sicherheit um keine leichte Kost. Das muss man wissen und mögen. Es schwingt durchweg eine Melancholie mit und auch am Ende bleibt man nachdenklich zurück. Alles in allem ein gutes Buch, das mit noch etwas Verbesserungspotenzial ein echtes Highlight hätte werden können.

theresia626 am 02.02.2025 19:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Kein Entkommen aus einer unglücklichen Ehe

Alan Murrins Roman “Coast Road“ spielt in der Kleinstadt Ardglas an der irischen Küste Mitte der 90er Jahre kurz vor dem Scheidungsreferendum. Es geht im Wesentlichen um drei Ehepaare, deren Ehen nicht funktionieren. Colette Crowley ist gerade aus Dublin zurückgekehrt, wo sie kurze Zeit mit ihrem Geliebten gelebt hat. Sie quartiert sich im Cottage der Eheleute Mullen ein und leidet sehr darunter, dass ihr Mann Shaun ihr den Kontakt mit Carl, ihrem jüngsten Sohn verbietet. Die Tatsache, dass sie Mann und Kinder verlassen hat, war ein Skandal und ihre Rückkehr wird sehr skeptisch gesehen. Sie freundet sich mit Izzy Keveney an, die sich schon lange nicht mehr mit ihrem Mann James versteht, einem nicht sonderlich erfolgreichen Politiker. James muss ganz besonders auf sein Ansehen in der Gemeinschaft achten, und eine Trennung kommt schon deshalb nicht in Frage. Seine Karriere ist ihm wichtiger als alles andere. Donal und Dolores Mullen sind das dritte Paar, dessen Ehe nicht funktioniert. Donal hat ständig Affairen mit anderen Frauen, aber bei Männern wird das problemlos akzeptiert. Colette Crowley wird schon als Hure bezeichnet, weil ein Betrunkener aus dem Ort vor ihrem Haus gesehen wurde. Da heißt es dann gleich, bei ihr gäben sich die Männer die Klinke in die Hand.Der Roman erlaubt einen tiefen Einblick in die Situation irischer Frauen vor gerade mal dreißig Jahren. Da war nicht nur die noch ungebrochene Macht der katholischen Kirche. Sie mussten sich alle Arten von Einschränkungen gefallen lassen und waren oft häuslicher Gewalt ausgesetzt, ohne eine Chance, dem zu entkommen. Ich wusste nicht, dass es damals keine Scheidung in Irland gab und finde es umso erstaunlicher, dass ein Mann dieses Thema in seinem Debütroman so einfühlsam präsentiert. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich fand es außergewöhnlich und fesselnd. Ich werde den Autor im Auge behalten und ganz bestimmt seinen nächsten Roman lesen.

nicautz am 02.02.2025 18:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Nachdenklich

Ein Buch welches zum Nachdenken anregt. Keine 30 Jahre ist es her, dass Frauen in Irland noch in einer männerdominierenden Gesellschaft lebten und, wie hier im Buch, leiden.Dies hat mich schon zum Nachdenken gebracht!Der Klappentext beschreibt die Geschichte recht gut. Der Schreibstil ist flüssig, ruhig und gut lesbar.Das Cover gefällt mir sehr gut. Das kleine Cottage, das Meer und man sieht nur einen Teil und vielleicht auch nur das was man sehen möchte.Leider fand ich das Buch etwas zu hart. Hier wurden nur "leidene" Frauen beschrieben. Als hätte jede Frau unter ihrem heroischen, betrügenden Ehemann gelitten.Ein wenig positives wäre an manchen Stellen schön gewesen.Dennoch ist es lesenswert und empfehlenswert für die Leute, die gerne am Schicksal anderer teilhaben...Ich fand es etwas zu düster und mir fehlte die Spannung daher die Bewertung.

gkw am 02.02.2025 15:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Spannende Frauenschicksale im Irland der 90er Jahre

Drei Frauen und ihre Familien lernen wir im Buch kennen, dessen Handlung im Oktober 1994 in der irischen Küstenstadt Ardglas startet.Izzy durchlebt Höhen und Tiefen, phasenweise läuft es gut in ihrer Ehe, dann gibt es wieder Wochen, in denen sie und ihr Mann nach einem Streit nicht miteinander reden. Dolores streitet nicht, sie fügt sich in ihr Schicksal. Ihr Mann demütigt sie mit Worten und seinen ständigen Seitensprüngen. Colette hatte Mann und Kinder verlassen, um mit einem anderen in Dublin zu leben, nun ist sie zurückgekommen. Sie wirkt selbstbewusst, vielleicht sogar selbstbestimmt. Aber auch ihr Leben ist nicht so, wie sie es sich wünscht: Sie leidet an der Trennung von ihren Kindern, an der Ablehnung durch einen ihrer Söhne und auch an wirtschaftlichen Schwierigkeiten.Mit Argwohn und auch Neid wird sie von den Dorfbewohnern beobachtet.Alan Murrin erzählt diese Schicksale flüssig und empathisch. Durch wechselnde Perspektiven bekommen wir Einblick in die Familien, speziell in die Gefühle und Gedanken der Frauen. Allerdings gab es bei zwei der Hauptfiguren im Laufe des Buches Entwicklungen, die für mich nicht erklärbar waren. Spannend war es dennoch bis zum Schluss, an ihrem Leben teilzunehmen. In diesem Zusammenhang sei auf das Cover hingewiesen. Der Schutzumschlag symbolisiert einen geheimen Blick auf eine Ortschaft. Und genau das erhalten wir: einen Einblick in Psyche und Probleme verschiedener Personen und Familien.Das Buch führt uns in die irische Gesellschaft der90er Jahre, in Familienleben und Frauenrollen in einer männerdominierten Gesellschaft, die noch sehr in konservativen Traditionen verhaftet ist. Das Buch handelt von Befreiung, Selbstfindung und Selbstverwirklichung und zeigt auch, welche Bedeutung Freundschaft und Unterstützung auf diesem schwierigen Weg haben.

marcialoup am 02.02.2025 14:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Irische Frauen

Ein interessantes Cover, das eine aufgerissene Tapete zeigt, die einen Blick hinter Kulissen auf Häuser am Meer freigibt, lädt uns ein zu erforschen, was es denn zu verbergen gibt.Und dann sind wir mittendrin in der Coast Road, lernen Izzy kennen, die verheiratet ist mit dem Lokalpolitiker James und entsprechend Rücksicht auf ihre gesamtöffentliche Situation nehmen muß. Wir lernen Dolores kennen, verheiratet mit dem Elektriker Donal, von dem sie ihr viertes Kind erwartet und zwischen ängstlich, nachdenklich und unglücklich schwebt. Und dann taucht Colette auf, getrennt lebend von ihrem Mann Shaun, der ihr die Kinder vorenthält. Als Dichterin fällt sie in dem kleinen irischen Städtchen aus der Reihe, sie zieht in das Cottage über dem Meer, das Dolores und Donal gehört und versucht, zwischen Alkohol und Ruhe ihr Glück zu finden. Als Colette einen Schreib-Workshop anbietet, wird dieser von den Frauen des Städtchens gern angenommen und von den Männern eher ungern akzeptiert. Dafür sehen die Männer gern Colette…Durch Colette kommt insgesamt eine neue Dynamik in das verschlafene Städtchen Ardglas, doch Aufruhr und Aufregung enden in einem Drama, das auch ausreichend Spannung in diesen Roman einbaut.Der Autor Alan Murrin zeichnet ein sehr genaues, intensives Bild des irischen Lebens der 90er-Jahre, speziell das des Lebens der Frauen, die zu der Zeit kaum Rechte hatten und in Abhängigkeiten von ihren Ehemännern lebten. Obwohl es kaum mehr als 30 Jahre her ist, gab es in Irland zu der Zeit noch ein Scheidungsverbot!Mit außerordentlich dichten Sätzen belebt Alan Murrin das irische Städtchen Ardglas und stellt uns seine Protagonistinnen vor wie es persönlicher nicht sein könnte. Die Figuren sind direkt adaptierbar, der Text fließt in klugem Sprachgewand, und lässt durch sehr präzise Beschreibungen des Umfelds fühlbar lebensechte Szenarien entstehen.Ein kurzweiliger empfehlenswerter Roman.

worte.wald am 02.02.2025 11:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Ein großartiges Debüt!

„Es ist jedes Jahr das Gleiche: Ein Haufen Männer erzählt sich gegenseitig, wie toll sie sind, während ihre Frauen so tun, als hätten sie Spaß.“ (S. 47)Irland, 1994. Der Dorftratsch lebt auf, als Colette Crowley in das irische Küstenstädchen Ardglas zurückkehrt – nachdem sie wegen der Liebe nach Dublin gegangen ist. Ihr Scheitern sorgt bei den Bewohner*innen für hervorragende Unterhaltung, auch Izzy Keaveney kann sich davon nicht ausnehmen. Doch dann besucht sie Colettes Schreibkurs und die beiden gehen eine ungewöhnliche Bindung ein. Denn auch Izzy, die mit einem Lokalpolitiker verheiratet ist, ist in ihrer Ehe alles andere als glücklich – da trifft es sich doch gut, dass die Scheidung in Irland legalisiert werden soll, oder? Mir hat Coast Road wirklich gut gefallen! Der Schreibstil ist super angenehm und ich konnte das Buch einfach so weglesen. Ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte rund um Izzy und Colette ausgeht. Ich finde, das Coast Road eine sehr gute Begründung dafür ist, warum Scheidung quasi ein Grundrecht sein sollte. Wir lernen in dieser Geschichte viele unglückliche Kinder kennen, die unter der miesen Beziehung ihrer Eltern leiden. Im irischen 1994 tragen natürlich die Frauen die Lasten der Care-Arbeit, das dürfte auch niemanden überraschen – aber wütend beim Lesen macht es allemal!Ab und zu fand ich die Darstellung des irischen Dorflebens etwas einseitig, aber ansonsten habe ich nur lobende Worte für Alan Murrin! Ein grandioses Debüt und ich bin sehr gespannt auf die nächste Geschichte des Autors!4,25/5

kanshu am 01.02.2025 18:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Aufwühlend!

Das Cover ist absolut passend und das Buch ist umfasst von einem Bild, das die wunderbare Landschaft zeigt. Das ist außergewöhnlich! Ansonsten ist die Gestaltung hochwertig, sogar mit Lesebändchen. "Coast Road" von Alan Murrin ist ein einfühlsamer Roman, der sich mit den Tiefen menschlicher Beziehungen, Verlusten und Neuanfängen befasst. Izzy lebt in einer unglücklichen Ehe und kann wegen des herrschenden Scheidungsrechts in Irland ihren Mann nicht verlassen. Colette hingegen hat ihren Mann verlassen, der ihr nun den Umgang mit den Söhnen verbietet. Colette sucht ihren eigenen Weg, was für eine Frau in Irland schwierig war. Sie freundet sich mit Izzy an. Das Thema und die Geschichte sind sehr berührend und aufwühlend beschrieben, wenn man erfährt, in welchen Situationen die Frauen verharrten. Colette als Abtrünnige genoss kein gutes Ansehen. Der Autor schafft es mit seinem unaufdringlichen Schreibstil, eine Nähe zu den Personen herzustellen. Man fühlt und leidet mit. Die Figuren sind absolut authentisch und spiegeln perfekt die Lage der Frauen in Irland wider.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

dpa
Ein großartiges Debüt. Der Autor erzählt nuanciert, einfühlsam und entwickelt die Geschichte konsequ...ent bis zum Höhepunkt. mehr weniger

Sibylle Peine, 17.03.2025

Kölner Stadt-Anzeiger
Alan Murrin schreibt diesen aufwühlenden Roman spannend und mit großer Sympathie für die Frauenfigur...en. mehr weniger

Elke Heidenreich, 08.02.2025

Brigitte
Mit Feingefühl und erzählerischem Können.

02.07.2025

Bücher Magazin
Hier passt alles zusammen: die herbe Landschaft, die starken Charaktere und eine Handlung ohne falsc...hes Pathos. mehr weniger

01.04.2025

TO GO Berlin
Ein unvergesslicher Roman über die gesellschaftlichen Beschränkungen von Frauenleben in Irland vor n...icht allzu langer Zeit. Und das alles von Männerhand geschrieben. Einfühlsam und gleichzeitig aufwühlend. mehr weniger

01.04.2025

Hamburger Abendblatt
Alan Murrin erzählt in ›Coast Road‹ von dramatischen Ereignissen um die tapfere, aber auch haltlose ...Colette, die sich lediglich deswegen ereignen, weil die irische Gesellschaft vor ein paar Jahrzehnten noch ziemlich rückständig war. Mit Figuren, die glaubwürdiger sind als Geschöpfe ihrer Zeit. mehr weniger

Thomas Andre, 24.03.2025

rbb radioeins
Alan Murrin ist ein wirklich toller Erzähler. Er gibt seinen Figuren mit weinigen Details, mit wenig...en Gesten und Worten eine große Tiefe. mehr weniger

Thomas Böhm, 03.03.2025

Emotion
Ein Buch, über das man mit seinen Freund*innen sprechen will… um sie danach zu umarmen.

Timothy Sonderhüsken, 03.03.2025

NDR Kultur
Es geht auch um die Freiheit der Wahl. Darum, dass die Unterdrückung nicht endet, bloß weil der Gese...tzgeber es will. Da wird ›Coast Road‹ brandaktuell. mehr weniger

18.02.2025

Deutschlandfunk Kultur
Alan Murrin gelingt es, den drei Frauen seines Romans scharfe Konturen zu geben, und die Fäden ihrer... mühsamen Leben geschickt miteinander zu verbinden. mehr weniger

Rainer Moritz, 14.02.2025

BÜCHER Magazin
Kindern einen Einblick in die vergangene Zeit zu geben, das gelingt Susanne Fritsche im Sachtext und... vor allem auch durch die Abbildung etlicher Dokumente und Gegenstände, die das Leben in der DDR maßgeblich prägten. mehr weniger

Antje Ehmann, 01.06.2024