Ein Roman über eine junge Frau, die im Londoner Fundbüro arbeitet und es schließlich schafft, über ihren eigenen großen Verlust hinwegzukommen und sich dem Leben wieder zu öffnen.
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Das Fundbüro der verlorenen Träume
Seit dem bitteren Verlust, der ihr Leben erschütterte, hat sich Dot von der Welt zurückgezogen. Sie vergräbt sich in ihrer Arbeit im Londoner Fundbüro und geht ganz in ihrem Job als Hüterin verlorener Dinge auf. Ihre größte Freude ist es, wenn sie jemandem einen vermissten Gegenstand wiedergeben kann. Denn hinter ihrer stachligen Fassade schlägt ein sehr großes Herz. Als ein bekümmerter älterer Herr in ihr Fundbüro kommt, der eine Tasche mit einem Andenken an seine verstorbene Frau darin verloren hat, setzt Dot alles daran, Mr. Applebys Tasche wiederzufinden. Dabei findet sie schließlich auch etwas, womit sie gar nicht gerechnet hätte: Sich selbst und ihr wirkliches Leben.
Bibliografische Daten
3. Auflage
Helen Frances Paris
Helen Frances Paris ist künstlerische Leiterin des Londoner Theaters Curious. Ihre international ausgezeichneten und geförderten Theaterinszenierungen und Performances werden auf der ganzen Welt gezeigt, von Edinburgh über New York bis Sydney und Taiwan. Sie hatte fast zehn Jahre lang eine Professur für Theaterwissenschaft an der Stanford University in Kalifornien inne und lebt jetzt wieder in Großbritannien. Für ihre Lyrik erhielt sie den renommierten englischen Bridport Prize.
2 - 10 von 110 Leserstimme
Frauenpower!
"Eine Frage der Chemie" ist das neue Lieblingsbuch für jede Feministin dieser Welt. Eine starke Frau, die sich von niemandem ihr Leben diktieren lässt und trotzdem auch ihre verwundbare Seite hat. Eine Heldin, die man liebt, mit der man lacht und weint und von der man in jedem Kapitel neu inspiriert wird. Elizabeth Zott ist ihrer Zeit unglaublich weit voraus und rüttelt die Leute um sie herum damit ordentlich auf, sodass es ein Genuss ist, ihr dabei zuzusehen. Die Geschichte bringt einen zum Lachen, aber sie lässt einen auch darüber nachdenken, wie viel in Sachen Gleichberechtigung schon erreicht ist - und erst recht wie viel noch zu tun bleibt. Der Schreibstil ist dabei - passend zu unserer wissenschaftlichen Protagonistin - eher nüchtern. Manchmal vielleicht sogar zu nüchtern. Dennoch ein tolles Buch, das ich nur empfehlen kann! So interessant waren Kochsendungen jedenfalls noch nie.
Ein berührendes Buch um Trauer und Verlust
Immer wieder gibt es Bücher, deren Klappentexte etwas versprechen, was die Geschichte an sich dann jedoch niemals halten kann. Manchmal werden Erwartungshaltungen geweckt, die niemals in Erfüllung gehen können. Oder Handlungsstränge erwartet, die dann nicht im Buch auftauchen. Oftmals ist es eher enttäuschend, wenn Klappentext und Inhalt nicht zusammenpassen. Eben, weil man als Leser:in das Buch mit einer bestimmten Erwartung aufschlägt und immer weiterliest, in der Hoffnung, dass das Erwartete irgendwann einmal in der Geschichte auftaucht. Und immer mehr ernüchtert, je mehr Seiten vergehen.Auch bei diesem Buch hat das Zusammenspiel von Klappentext, Cover und Titel bei mir ganz andere Erwartungen geweckt. Aber glücklicher Weise gehört „Das Fundbüro der verlorenen Träume“ zu der eher selteneren Kategorie: Ein Buch, das im Vorfeld andere Erwartungen weckte und dessen Tiefe und Inhalt mich als Leserin überraschte und mich begeistern konnte. Erwartet hatte auch ich eine Handlung, die viel mehr auf die Fundstücke und das Fundbüro fokussiert wäre, nicht aber eine Geschichte um Familie, Trauer, Verlust und Schuld. Ich würde im Nachhinein empfehlen, den deutschen Klappentext nur zu überfliegen und lieber den originalen Klappentext zu lesen, der dem eigentlichen Inhalt ein weniger näher ist. Dabei ist der Klappentext nicht schlecht, er konzentriert sich jedoch nur auf einen Teilaspekt der Geschichte. Mit Dot als Protagonistin habe ich mich anfangs etwas schwergetan. In einzelnen Passagen fand ich sie unheimlich sympathisch und liebenswürdig, außerdem verfügte sie über ein erstaunliches Einfühlungsvermögen in andere Menschen. Dann aber ist sie echt biestig, stößt Menschen von sich, lässt keine Nähe zu und denkt dermaßen in Kategorien und Schubladen, aus denen die betreffenden Menschen sich scheinbar nicht mehr „befreien“ können. Liebevoll, lebensfroh, unternehmungslustig auf der einen Seite, engstirnig, verurteilend und überlegen auf der anderen.Doch nach und nach löste Dot sich selber aus dem Muster, in das ich sie gedanklich sortierte.Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen kann einen Menschen einfach verändern. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, was verstärkt dazu führte, dass man sich als Leser:in noch mehr mit Dot und ihrer Vergangenheit beschäftigte und sich in sie hineinversetzen konnte.Auf der anderen Seite blieben dadurch die Nebencharaktere etwas zurück. Manche von ihnen waren detaillierter ausgearbeitet als andere. Aber vielen fehlte es ein wenig an Tiefe und Charakter. Das ist aber für die Geschichte verschmerzbar, schließlich geht es um Dot und ihr Leben. Die Handlung an sich fand ich wirklich toll. Ja, anders als erwartet, aber einfach besser. Ein wenig störte ich mich an dem teilweise sehr exzessivem Alkoholkonsum, aber andererseits fand ich es als Angehörige eines Menschen, der sich nach dem Verlust eines geliebten Menschen selbst in den Alkohol flüchtete und der nun schon seit Jahrzehnten erfolgreich trocken ist, sehr realitätsnah.Trotz der Melancholie und vergänglichen, traurigen Stimmung war der Schreibstil passagenweise wirklich humorvoll und gefiel mir gut. Ich persönlich fand das Ende nicht ganz passend zum Rest der Handlung, aber ich verstehe, weshalb die Autorin es so geschrieben hat.Alles in allem hatte ich eine echt schöne Lesezeit und kann das Buch wirklich empfehlen.Achtung: Spoiler wegen Triggerwarnungen!TW: Alkoholkonsum, Suizid, Suizidversuch, Trauer, Depression, sexueller Übergriff
Ein Leben in der Warteschleife
Dorothy Watson, genannt Dot, arbeitet im Fundbüro von London Transport. Täglich werden zahlreiche Gegenstände abgeliefert, die in den Londoner Bussen oder U-Bahnen liegengeblieben sind. Von der abgewetzten Jacke bis zum Luxuskoffer ist alles dabei. Dot macht es Freude, sich die Besitzer der Gegenstände auszumalen und mit besonderer Befriedigung erfüllt es sie, wenn die Gegenstände zu ihrem Besitzer zurückfinden. Eines Tages kommt ein älterer Herr ins Fundbüro, der die Ledertasche seiner verstorbenen Frau verloren hat. Für ihn war sie ein Bindeglied zu der Frau, die er offensichtlich sehr vermisst, und Dot wünscht sich nicht mehr, als ihm die Tasche zurückgeben zu können. Umso mehr freut sie sich, als sie tatsächlich abgegeben wird, doch leider ist die Adresse von Mr. Appleby unauffindbar. Mit detektivischem Spürsinn (nomen est omen!) macht sich Dot auf die Suche nach dem alten Herrn.Abgesehen von ihrem Job hat Dot wenig Abwechslung in ihrem Leben. Ihr Vater, zu dem sie ein sehr enges Verhältnis hatte, ist tot, die zunehmend demente Mutter im Seniorenwohnheim. Zu ihrer übergriffigen und besserwisserischen älteren Schwester Philippa vermeidet sie den Kontakt, soweit möglich. Philippa ist es auch, die so schnell wie möglich die Maisonettewohnung der Mutter, in der auch Dot lebt, verkaufen möchte, was Dot ziemlich aus der Bahn wirft. Nach und nach erfährt der Leser mehr über Dots Leben. Sie war nicht immer die zurückgezogene und wie aus der Zeit gefallene Frau, die andere in ihr sehen. Vor Jahren studierte sie in Paris, war lebenslustig und hatte große Pläne für ihr Leben. Doch dann kam es zu einem Ereignis, das alles veränderte.„Das Fundbüro der verlorenen Träume“ fiel mir zuerst wegen des wunderschönen und ausgefallenen Covers auf. Die Leseprobe hat mich positiv überrascht. Ich hatte einen seichten und vorhersehbaren Feelgood-Roman befürchtet, doch der Stil war unerwartet geistreich und witzig und der Roman hat sehr viel mehr Tiefgang als der Titel vermuten lässt. Die liebevoll gezeichneten, teils recht skurrilen Personen und überraschende Wendungen in der Geschichte haben das Buch für mich zu einem Lesevergnügen gemacht.
Keine leichte Lektüre für Jedermann
Dot ist Herz und Seele des Londoner Fundbüros. Es hat den Anschein als hätten das Gebäude und sein Innerstes nur auf Dot’s ungeplante Rückkehr aus Frankreich gewartet, um sie dort empfangen zu heißen, wo sie sich kümmern sowie andere Menschen im Idealfall glücklich machen kann. Im Zuge der Zeit drängen sich jedoch zu Dot’s Leidwesen Veränderungen im beruflichen und privaten Bereich auf, was ihre bislang zurückgezogene, sichere Welt ins Wanken bringt. „Das Fundbüro der verlorenen Träume“ wirbt für sich in der Buchbeschreibung in meiner Wahrnehmung als ein Roman, welcher leicht, etwas oldschool, zu Herzen rührend, vielleicht etwas verschmitzt, „typisch englisch“ und mit gesichertem Happy End daherkommen möchte. Doch entwickelt sich die Handlung völlig anders, als von mir durch das Schnuppern in die Leseprobe erwartet. Die Geschichte „dahinter“ ist gut, fesselnd und berührend, allerdings von einer Schwere und sich vom Fundbüro wegbewegend. Der im Klappentext erwähnte Mr. Appleby fällt leider „nur“ hinten runter. Gerade diese Geschichte hätte für mich, eben mit Bezug zum Fundbüro, Potential für die von mir erhoffte Erzählung haben können. Helen Francis Paris hat mich gut unterhalten. Es gab im Zuge der Ereignisse einige Längen und Episoden, welche ich in ihrer geschilderten Ausführlichkeit ermüdend fand. Insgesamt ein guter Plot, welcher im Grunde gut ausformuliert ist. Nur sind geschürte Lese-Erwartung und tatsächlich zu Lesendes m. E. sehr weit voneinander entfernt. Von daher sicherlich kein Buch für Jedermann. Das hübsche Cover mit einem Fundstück findet seinen Bezug im Buch durch Mr. Appleby.Helen Francis Paris, Das Fundbüro der verlorenen Träume, Roman, Paperback, dtv Verlagsgesellschaft, 15,95 €, 368 Seiten, Erscheinungstermin 16.03.2022
Die Suche lohnt sich
Dot scheint in ihrer Beschäftigung als Angestellte des Fundbüros für die Londoner Verkehrsbetriebe voll und ganz aufzugehen. Jedem einzelnen verlorenen Gegenstand bringt sie Wertschätzung entgegen, etikettiert, dokumentiert und vereint mit großer Freude ihre Kunden mit deren verloren gegangenen Besitztümern. Allerdings kann man mit fortschreitender Lektüre doch nicht umhin zu bermerken, dass Dots Berufung eigentlich eine andere ist. Und dass ihr Privatleben nicht gerade erfüllend ist. Und dass sie damals, vor ein paar Jahren, selbst so einiges verloren und bisher nie wiedergefunden hat: ihre Abenteuerlust, ihre Unbeschwertheit, ihren Studienplatz und aussichtsreiche Karrieremöglichkeiten, ihren damaligen Freund. Und vor allem: ihren Vater.Als dieser sich das Leben nahm, war Dot überzeugt, dass sie allein die Schuld trug und zog sich zurück in ein einsames, freudloses Leben. Zu ihrer Mutter hat sie nicht den gleichen guten Draht wie zu ihrem Vater, ihr Verhältnis zu ihrer großen Schwester Philippa ist schwierig. Die einst so reiselustige Dot beschränkt sich nun auf die intensive Lektüre von Reiseführern und erfreut sich daran, anderen Menschen bei ihren Verlusten zu helfen.Tatsächlich hatte ich damit gerechnet, dass der Roman auf dieser etwas freudlosen, aber erträglichen Ebene bleibt und dann zum Ende einen schönen Abschluss bietet, wo die Heldin dann doch ihre Lebensfreude wiederfindet und alles gut ist. Tatsächlich entwickelt sich die Story aber deutlich dramatischer als erwartet, was ich aber nicht gerade als schlecht empfinde. Der Umbruch in Dots Leben steht klar bevor: Ihre Mutter leidet an zunehmender Demenz und muss nach einem Sturz in eine Demenzklinik einziehen. Philippa will die Wohnung verkaufen, so dass Dot sich wohl oder übel nach einer neuen Bleibe umsehen muss. Schließlich wird sie auch noch an ihrem Arbeitsplatz von ihrem neuen Chef überfallen, woraufhin sie sich wehrt und die Flucht ergreifen muss.Nun scheint sie ganz unten zu sein. Doch nicht umsonst heißt der Roman „Fundbüro der verlorenen Träume“ und nicht umsonst deutet das Cover an, dass auch verloren Geglaubtes wieder gefunden werden und neu erblühen kann. Das Cover hat mich zuallererst auf den Roman aufmerksam gemacht, weil es so wunderschön gestaltet ist. Und nach der Lektüre kann ich sagen, dass es obendrein noch sehr gut zu der Geschichte passt, ja geradezu sinnbildlich für die Grundaussage des Romans steht.Überhaupt lebt der Roman von den wunderschönen Bildern, die die Autorin hier heraufbeschwört. Kein Gegenstand scheint jemals einfach nur ein Gegenstand zu sein; jeder hat seine eigene ganz persönliche Bedeutung und spielt eine Rolle in der Geschichte. Dass die Autorin Gefühle so gut greifbar zu machen weiß, lässt sich ganz gut durch ihren Hintergrund erklären: Helen Frances Paris hat umfassende Theatererfahrung und beherrscht ihr Handwerk offenbar auch in Romanform sehr gut.Sie hat auch eine sehr besondere Form für die Kapitelüberschriften gewählt, die nicht nur sehr originell ist, sondern den Leser auch sehr gut auf das einstimmt, was ihn in dem jeweiligen Kapitel erwartet: Verloren- und Gefunden-Etiketten geben einen Hinweis auf den Kern des Kapitels und sind ein weiteres Beispiel dafür, wie gut das Bild des Fundbüros in alle Lebensbereiche passt. Aber auch dafür, wie gern Dot alles kategorisiert und rationalisiert.Wer einen gefühlvollen Roman mit hoffnungsvoller Botschaft und starken Bildern sucht, wird im „Fundbüro der verlorenen Träume“ ziemlich sicher fündig!
traurig, unerwartet und trotzdem schön geschrieben
Meine Vorstellung, von dem Buch, hatte eine bestimmte Richtung, lies aber auch Raum für ganz Anderes. So sollte es dann auch kommen.Der Einstieg war recht angenehm, da wir von Dot und ihrem Alltag im Fundbüro erfahren. Ihr Aufgabengebiet, die Kollegen und natürlich Näheres zu den Fundstücken und ihren (vermeintlichen) Besitzern. An dieser Stelle konnte man die Wendung, die die Geschichte nimmt, nicht im Ansatz vermuten.Zeitweise war ich etwas verwirrt von den vielen Beschreibungen des Lagersystems, im Fundbüro, auch da diese sehr genau aufgeführt werden. Gefallen haben mir dagegen aber die Szenen mit der Kundschaft. Besonders Herr Appleby hat es mir angetan, den konnte ich mir bildlich richtig vorstellen. Auf seine Passagen habe ich richtig gelauert, was zwischenzeitlich aber vergebens war. Schade, aber es ging ja nicht um ihn allein.Richtig schwer getan habe ich mich dagegen mit der rasanten, zerbröselnden Entwicklung von Dot und den Schicksalen, welche sie und ihre Familie erlebt haben. Leider fand ich diese oft etwas zu krass und überzogen. Lernen wir sie doch als geordnete, gewissenhafte und stets zuverlässige Person kennen. Aber gut, auch das gehört dazu, irgendwann bricht es aus.... Die anderen Charaktere sind sehr passend und stimmig, wenn da nicht der Eine wäre.... der, den man am liebsten schütteln will. Strafe kommt immer.Ein positives Erlebnis wurde mir aber auch noch vergönnt, so dass ich abschließend sagen kann: Am Ende rundet sich das Ganze ab und ich wurde zufrieden zurückgelassen. Auch wenn ich persönlich das ein oder andere nicht mochte - das Buch als solches ist gut geschrieben und ich empfehle es weiter.
Unerwartet vielschichtig
"Das Fundbüro der verlorenen Träume" ist nicht unbedingt das, was man auf den ersten Blick erwartet. Wer sich einen kitschigen Roman erhofft, der banale und oberflächliche Probleme erwartet, bei denen am Ende alles supi ist, wird zumindest zum Teil die Schrecken der Realität kennenlernen. Der Roman ist zwar stellenweise kitschig und rosarot, wie das Cover, zum Teil aber auch grausam, verletzend und emotional herausfordernd. Das Buch braucht eigentlich mehrere Triggerwarnungen, schon alleine, weil das Thema Depressionen und Suizid sehr präsent sind.Die Geschichte ist vielschichtig und als Leser gräbt man sich nach und nach frei. Dots zu Beginn sehr eingeschränkte Sicht wird schubweise erweitert, sodass man auch als Leser phasenweise erkennt, was passiert ist, wer was getan hat und wer welche Charaktereigenschaften tatsächlich trägt. Dot selbst ist ein Charakter, zu dem man nicht unbedingt vollständig einen Zugang findet. Sie ist sehr verschlossen und zum Teil auch eher seltsam, aber herzensgut. Insgesamt ist das Buch eine lesenswerte Geschichte, die zwar sicherlich kleinere Schwächen hat, aber insgesamt durch ihre Tiefe und auch durch ihre sprachliche Gestaltung überzeugt.
Schön geschriebene, tiefsinnige Geschichte
Dot ist Anfang 30 und eine Expertin für Verluste.Sie arbeitet im Fundbüro der Londoner U-Bahn.Auch Dot hat einen bitteren Verlust erlitten und sich völlig von der Welt zurückgezogen.Sie lebt nur noch für ihre Arbeit.Hütet die verlorenen Gegenstände und freut sich immer wenn sie etwas ihrem Besitzer wieder zurückgeben kann.Eines Tages kommt ein älterer Mann in das Fundbüro.Er hat eine Tasche verloren und drin befand sich ein Andenken an seine verstorbenen Frau.Dot setzt alles in Bewegung die Tasche de Mannes zu finden.Dabei findet Dot sich selbst und ihr wirkliches Leben.„Das Fundbüro der verlorenen Träume“ ist eine emotionale und warmherzige Geschichte von Helen Frances Paris.Dot, auch wenn sie oft recht widerborstig daherkommt war mir schnell sympathisch.Ich hatte den Eindruck, als sei das Fundbüro ihr Zufluchtsort. Sie versteckt sich dort vor der Welt. Manchmal hatte ich den Eindruck, als wären die gefundenen Gegenstände ihre Freunde.Auch sie hat etwas verloren. Ihren Vater. Den kann ihr niemand mehr zurückgeben.Dafür hütet sie verlorene Gegenstände und freut sich immer, wenn etwas davon seinen Besitzer wiederfindet.Aber auch Dot hatte einmal große Träume doch die sind mit ihrem Vater gestorben.Dann trifft sie auf Mr. Appleby. Ein sympathischer älterer Mann der seine Tasche verloren hat.In der Tasche stecken Erinnerungen an seine verstorbene Frau.Dot möchte die Tasche für Mr. Appleby finden. Zu gut versteht sie seinen Schmerz.Die Geschichte hat viele Facetten. Nicht nur die Tasche von Mr. Appleby beschäftigt Dot.Sie wird auch mit ihrem Verhältnis zu ihrer Schwester und mit der Gesundheit ihrer Mutter konfrontiert.Helen Frances Paris erzählt die Geschichte in einer wunderschönen, ja ich möchte sagen fast poetischen Sprache.Die Geschichte und die Charaktere sind sehr lebendig. Gleichzeitig hat die Geschichte einen feinen Humor der recht zart daherkommt.„Das Fundbüro der verlorenen Träume“ ist ein Buch in das man ganz tief versinken kann. Man taucht ab und taucht erst wieder auf wenn man es zu Ende gelesen hat.Helen Frances Paris ist ein Name den ich mir merken werde.
Tiefgründiger als erwartet
Das Äußere zeigt nicht immer, wie es innen drin aussieht. Das trifft sowohl auf Menschen als auch auf Bücher zu. Zugegeben, das Cover hat mich angezogen, habe ich doch auf eine locker-leichte Unterhaltungslektüre gehofft. Frau Paris hat dann aber doch ein wenig mehr abgeliefert.Dot arbeitet im Fundbüro, gehört anders als das ständig wechselnde Personal zum festen Stamm und geht in ihrem Job auf. Sachen sortieren, katalogisieren und mit ihren Besitzern zusammenbringen, das macht sie glücklich. Oder zumindest bietet es ihr Sicherheit und Halt in ihrer kleinen, gut organisierten und strukturierten Welt. Doch dann geschehen auf einmal mehrere Dinge gleichzeitig, die ihr kleines Kartenhaus zusammenstürzen lassen.Man muss ganz klar sagen, dass es in diesem Buch weniger um das Fundbüro als um die gute Seele desselben geht. Denn Dot steht ganz klar im Mittelpunkt der Erzählung. Auch wenn Fundsachen und die damit verbundenen Erinnerungen und Träume eine große Rolle spielen, so steht doch alles im Zusammenhang mit der innerlich gebrochenen Frau und ihrer unverarbeiteten Vergangenheit.Dot ist eine großartig gezeichnete Hauptfigur, ihr Denken und Fühlen wird auf eindringliche Art und Weise dargestellt und man fiebert förmlich mit ihr mit. Auch die Nebenfiguren haben mir gefallen, wenn auch nicht alle unbedingt sympathisch wirkten.Leider entstehen vor allem im Mittelteil gewisse Längen, dafür hat mich das überraschende Ende dann aber doch noch entschädigen können.Ja, in gewisser Weise ist es ein Wohlfühlroman, da es einen zuletzt mit einem wohligen Gefühl in der Brust verabschiedet. Bis dahin muss man aber einige emotionale Tiefen überwinden.
Anders als erwartet...aber dennoch ganz schön
Ich denke, der Titel dieser Rezension fasst meine Meinung zum Roman ganz gut zusammen, denn „Das Fundbüro der verlorenen Träume“ hat mich überrascht, teilweise auch etwas enttäuscht, insgesamt hat es mir aber trotzdem recht gut gefallen.Der Inhalt ist schwer zusammenzufassen, da das Buch mehrere Themen miteinander vereint. Anfänglich steht das Londoner Fundbüro im Vordergrund, man lernt Dot und ihre Arbeit kennen und erfährt so auch kleine Geschichten über die verlorenen Gegenstände. Jedes Kapitel beginnt anstelle einer Überschrift mit einem Etikett, wie es auch im Fundbüro zur Kennzeichnung von verloren gegangenen Gegenständen benutzt wird – eine schöne Idee!Rückblickend hat mir gerade am Anfang jedoch der rote Faden gefehlt, die Handlung kommt nicht richtig voran und wird teilweise sehr ausschweifend geschildert. Geschichten aus dem Fundbüro vermischen sich mit Dots Privatleben, das Fundbüro rückt nach und nach in den Hintergrund. Stattdessen erfahren wir mehr über Dot, die neben der fortschreitenden Demenz ihrer Mutter auch mit der Vergangenheit zu kämpfen hat.Der Klappentext verspricht eine leichte, hoffnungsvolle Geschichte – doch die wird man hier nicht immer finden. Es werden teilweise kritische, potenziell triggernde Themen wie Suizid, Tod und Gewalt angesprochen, die dem Roman zwar Dramatik und Tiefe verleihen, für einige Leser jedoch sehr unerwartet auftreten und belastend sein können.Lässt man sich jedoch darauf ein und folgt Dot durch ihr Leben, wird man auf eine berührende, melancholische Geschichte stoßen, die es wert ist, gelesen zu werden - trotz einiger Schwächen. Es ist sinnvoll, der Geschichte mit etwas Offenheit zu begegnen, nicht zu viel zu erwarten und auch auf tiefgründigere Themen eingestellt zu sein...
Pressestimmen
Helen Frances Paris, eigentlich Theatermacherin, nimmt uns dialogfreundlich mit in ›Das Fundbüro der... verlorenen Träume‹. mehr weniger
01.04.2022
Eigentlich sollte man direkt zwei Exemplare dieses Buches kaufen. Eins für sich selbst und eins für ...die Freundin, die man am meisten ins Herz geschlossen hat. Denn Glück verdoppelt sich ja bekanntlich, wenn man es teilt. mehr weniger
Mike Altwicker, 14.05.2024
Ein herzerwärmender Roman, der nichts weichzeichnet und die tragischen Wendungen des Lebens thematis...iert. mehr weniger
03.02.2023
Ein sehr trauriges, aber genauso kraftvolles Buch mit feinem Humor in einer filigranen Sprache, die ...zum Mehrfachlesen einlädt. mehr weniger
Antje Spitzner, 13.07.2022
Ein liebevoller, lebensbejahender Roman mit interessanten Figuren.
01.07.2022
Eine Suche, die das Leben verändert – ein warmherziger, wunderschöner Roman.
28.03.2022