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Buch "Die Hummerfrauen" von Beatrix Gerstberger mit dem Zitat "... DAS Buch des Sommers, schon der erste Satz führt ins Leseglück." von Angela Wittmann, BRIGITTE sowie dem Button "Der Bestseller im Taschenbuch" und der Grafik eines Hummers
Buch "Die Hummerfrauen" von Beatrix Gerstberger mit dem Zitat "... DAS Buch des Sommers, schon der erste Satz führt ins Leseglück." von Angela Wittmann, BRIGITTE sowie dem Button "Der Bestseller im Taschenbuch" und der Grafik eines Hummers

Auch als Hörbuch bei Hörbuch Hamburg

Ungekürztes Hörbuch, gelesen von Tessa Mittelstaedt.

Mehr zum Hörbuch

Wo Vergangenheit auf Gegenwart trifft: drei Frauen in Maine

Die Hummerfrauen

»Ich kann dir nichts über das Meer beibringen«, hatte Ann einmal zu Mina gesagt. »Du spürst es oder eben nicht. Am Ende ist es mit dem Meer wie mit dem Leben, man muss alles allein herausfinden. Andere können dich auf dem Weg nur begleiten.«

Die Sommer ihrer Kindheit verbrachte Mina jedes Jahr auf einer kleinen Insel in Maine, gemeinsam mit ihren Eltern und dem großen Bruder. Auf Eagle Island fühlte sich das Leben frei und leicht an: Mina streifte mit dem Fischerjungen Sam durch die Kiefernwälder, sammelte Muscheln und Vogelfedern, während die Erwachsenen die Tage am Strand und auf Gartenpartys vorbeiziehen ließen. Doch ein schicksalhafter Sommertag veränderte alles, die Wege von Mina und Sam trennten sich.

Ein eindringlicher und berührender Roman über eine große Liebe, die für immer im Schatten der Vergangenheit steht

Nun, fast zwanzig Jahre später, ist Minas Familie durch den plötzlichen Tod des Bruders zerbrochen. Sie hat allen Halt verloren, auch sich selbst ist sie fremd geworden. Und sie weiß: Ihre Suche nach sich selbst muss an jenem Ort beginnen, an dem sie zum letzten Mal glücklich war. In Maine, so hofft sie, wird sie endlich herausfinden, warum die Familie die Insel nach diesem Sommer für immer verließ und nie wieder zurückkehrte.

Stürmisch wie das Leben, tief wie das Meer

Mina strandet in einem Hummerfischerdorf bei den beiden Fischerinnen Ann und Julie. Die 72-jährige Ann lebt seit der Trennung von ihrer Lebensgefährtin allein in einem großen Haus am Wasser, nur ein seltener blauer Hummer namens Mr. Darcy leistet ihr Gesellschaft. Julie ist Mitte 50 und musste sich ihren Platz in der männlich geprägten Dorfgemeinschaft hart erkämpfen. Sie packt an, wo es nötig ist und nimmt kein Blatt vor den Mund, aber ihre Gefühle für den Fischer Nat kann sie aufgrund alter Verletzungen nicht zulassen.

Der raue Alltag der Hummerfischerinnen wird zum Schauplatz eines inspirierenden Romans über Liebe, die Kraft weiblicher Gemeinschaft – und die Frage, ob die Vergangenheit unsere Gegenwart bestimmt

Mit Ann und Julie fährt Mina hinaus aufs Meer, von ihnen erfährt sie Wärme und ein noch nie gekanntes Gefühl von Zugehörigkeit. Dann begegnet sie jedoch Sam wieder. Die tiefe Verbindung aus Kindheitstagen ist vom ersten Moment an wieder spürbar: Mina und Sam verlieben sich leidenschaftlich ineinander. Aber auch Sam kämpft mit seiner Vergangenheit, denn auch seine Familie war nach jenem schicksalhaften Sommer nicht mehr die, die sie einmal war.

»Wusstest du, dass ein Hummer nur deshalb fast hundert Jahre alt werden kann, weil er sich alle zwei bis drei Jahre häutet? Er stapelt einfach ein Leben auf ein nächstes, ohne zwischendurch den Tod reinzulassen. Er wächst sein Leben lang weiter und muss deshalb regelmäßig den alten Panzer abwerfen, damit er nicht zerquetscht wird. Klingt nicht schön, ist aber die größte Weisheit, die der alte Mr. Darcy mir mitgegeben hat.«

»Ein literarischer Pageturner voller Wärme, Humor, Menschenkenntnis und ein umwerfendes Romandebüt. Das Buch des Sommers, schon der erste Satz führt ins Leseglück.« Angela Wittmann, BRIGITTE

Bibliografische Daten

EUR 22,00 [DE] – EUR 22,70 [AT]
ISBN : 978-3-423-28476-9
Erscheinungsdatum: 26.06.2025
9. Auflage
400 Seiten
Format : 13,8 x 21,5 cm
Sprache: Deutsch
Autor*innenporträt

Beatrix Gerstberger

Beatrix Gerstberger ist freie Autorin für ›Brigitte‹, ›Stern‹ und ›Geo‹. Sie schrieb den Bestseller ›Keine Zeit zum Abschiednehmen‹ über den frühen Tod ihres Partners und die Geschichten von weiteren jungen Witwen, als sie mehrere Monate in einem Fischerdorf in Maine lebte. Aus ihren Erinnerungen an diese Zeit entstand die Idee für den viel gelobten Roman ›Die Hummerfrauen‹, der monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste stand, und für ihr neues Buch ›Hummerjahre‹.

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140 von 140 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.56 von 5 Sternen


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2 - 10 von 140 Leserstimme

krokussine.liest am 08.09.2025 14:09 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

so echt wie das Leben

Das Leben schreibt oftmals sein ganz eigenes Drehbuch – so auch bei den drei Frauen Ann Julie und Mina, alle drei haben sich ihre Lebensgeschichte ursprünglich anders vorgestellt. Schlussendlich landen alle drei in Stone Harbor, Maine. Dieses traditionelle Hummerfischerdorf, malerisch schön am Meer und jahrein jahraus im gewohnten Gang. Die Männer sind Hummerfischer, fahren aufs Meer, die Frauen zu Hause warten auf die Rückkehr ihrer Männer. Der Aufstand gegen Ann und Julie, Frauen, die ihr altes Leben hinter sich gelassen haben und Hummerfischerinnen zu werden – zum Teil nicht ganz freiwillig - ist groß und doch werden sie irgendwann so etwas wie akzeptiert und sich selber haben die beiden einen dicken Panzer zugelegt. Ann und Julie sind schon lange befreundet, als Mina unerwartet in ihr Leben tritt. Mina die nach Jahren und nach einem tragischen Verlust wieder an die Küste Maines zurückkehrt. Schon bald verbindet die drei eine enge Freundschaft – für immer – und mittendrin ist Mr. Darcy.Fazit:Mit den letzten Spätsommertagen habe ich mich mit diesem Buch in die wundervolle Landschaft von Maine mitnehmen lassen. Rau und stürmisch, dann wieder ruhig und glatt oder in Nebel versunken, ich hatte das Gefühl die salzige Meeresluft riechen zu können, die Natur ist im Buch wundervoll beschrieben. Die drei Protagonistinnen habe ich alle ins Herz geschlossen und musste am Schluss die eine oder andere Träne vergießen. Die Geschichte ist für mich so echt, so mitten aus dem Leben geschrieben mit allen Höhen und Tiefen, Freuden und auch Leid, Zweifel und Durchhaltewillen. Ich will gar nicht näher auf die drei Lebensgeschichten eingehen, denn ich fand, sie entfalten sich im Buch während des Lesens so wunderschön, dass ich sie hier nicht abkürzen will. Auf alle Fälle ist ein wundervolles, ruhiges, poetisches, authentisches Buch über Frauenfreundschaften, Zusammenhalt und Solidarität, aber auch eine Geschichte über Trauer, eine toxische Mutter-Tochter Beziehung und eine unglückliche Liebe. Ein Buch das ich wärmstens empfehlen kann – nicht nur im Sommer.

coffee2go am 30.08.2025 20:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

liest sich wie eine gute Freundin

Der Roman macht zuallererst mit dem wunderschönen, äußerst ästhetisch gestalteten Cover auf sich aufmerksam. Danach fällt der angenehme Schreibstil auf, man hat als Leser*in das Gefühl, wie mit einer Freundin über die anderen Personen zu sprechen oder auch Teil der Gesellschaft zu sein, da es persönlich und direkt formuliert ist. Mir haben die Lebensgeschichten der drei unterschiedlichen Frauen, die zufällig aufeinandertreffen und die dann doch mehr verbindet als zuvor angenommen, sehr beeindruckt. Vor allem das Fischereigeschäft, das eigentlich eine Männerdomäne ist, ist keine leichte Aufgabe für Frauen. Der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung, egal bei welchen Problemen, ohne groß zu fragen oder zu verurteilen, finde ich bewundernswert. Die Charaktere werden sehr gut beschrieben, vor allem auch aufgrund des Umfanges des Romanes ist dies gut möglich, sodass sie vielschichtig und authentisch dargestellt werden, mit all ihren Stärken und Schwächen. Mir hat auch der Bezug in zur Vergangenheit sehr gut gefallen, so sind gewisse Reaktionen und Handlungsweisen verständlicher und auch die Diskrepanz zwischen den Inselbewohner*innen und den Sommergästen ist aus der jeweiligen Sichtweise verständlich.

coni90 am 21.08.2025 18:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Beeindruckende Frauen

Manchmal stolpert man über ein Buch, das einen unerwartet packt – genau so ging es mir mit "Die Hummerfrauen". Schon nach wenigen Seiten war ich mittendrin in der rauen, salzigen Welt an der Küste von Maine. Eigentlich dachte ich ja immer, dass Hummerfischen eher was für Männer ist, aber ich wurde eines besseren belehrt. Beatrix Gerstberger hat sich mit "Hummerfrauen" getroffen, die diesen Knochenjob erledigen und wartet im Roman mit gleich drei Frauen auf, die diesem Job nachgehen.Was mich gleich begeistert hat, war der Schreibstil. Klar, direkt und gleichzeitig atmosphärisch – er hat mich sofort in den Bann gezogen. Die Figuren sind herrlich schroff, manchmal fast barsch, aber nie unecht. Im Gegenteil: Gerade dadurch wirken sie klar und wunderbar authentisch. Sie haben den Mund vielleicht ein bisschen zu weit vorne, aber das Herz definitiv am richtigen Fleck.Die Geschichte springt immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Diese Rückblenden haben meinen Lesefluss nicht gestört – im Gegenteil. Ich habe sie regelrecht herbeigesehnt, weil die Geheimnisse der Vergangenheit so geschickt angeteasert wurden, dass ich unbedingt wissen wollte, was damals passiert ist.Im Zentrum stehen Ann, Julie und Mina – drei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Ann, mit ihren 72 Jahren, lebt allein mit Mr. Darcy, ihrem blauen Hummer, der einfach nicht im Meer bleiben will. Julie, 54, ist direkt, manchmal scharf im Ton, aber eine Frau mit großem Herzen und Durchsetzungskraft. Und Mina, die Jüngste, die im Dorf nicht unbedingt leicht Fuß fasst, war für mich am wenigsten greifbar, aber dennoch ein spannendes Puzzlestück.Gerstberger schildert das karge Leben im Fischerdorf eindringlich: den harten Alltag, die raue See, aber auch das Untereinander der Dorfbewohner – inklusive der Skepsis gegenüber Neuankömmlingen.Und obwohl es im Roman viele Dramen, Konflikte und Verletzungen gibt, strahlte die Geschichte gleichzeitig eine tiefe Ruhe aus. Fast so, als würde man mit den Figuren am Hafen sitzen, aufs Meer schauen und spüren: Das Leben ist nicht einfach, aber es ist echt.Ein intensiver, vielschichtiger Roman über starke Frauen, Geheimnisse, Zugehörigkeit und das raue Meer – für mich eine kleine Entdeckung, die ich in kurzer Zeit verschlungen habe.

melanie22 am 20.08.2025 09:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Wunderschöner Roman mit bezauberndem Setting am Meer

Das Buch "Die Hummerfrauen" erzählt die Geschichte von drei starken Protagonistinnen aus verschiedenen Generationen mit unterschiedlichen Schicksalen. Da ist zum einen Mina (28), die durch Schicksalsschläge jeglichen Halt verloren hat und zurück nach Eagle Island, einer kleinen Insel in Maine, auf der sie die Sommer ihrer Kindheit verbrachte, reist, um ihr Leben neu auszurichten und sich sich selbst wieder zu finden. Auf Eagle Island trifft sie auf die Hummerfischerinnen Ann (72) und Julie (54). Auch diese haben schon einiges erlebt und nehmen Mina in ihre Gemeinschaft auf. Mich hat das Buch sehr begeistert. Wir erfahren in der Geschichte nach und nach immer mehr über das Leben der drei Protagonistinnen, aus deren Perspektive die Geschichte abwechselnd und auf verschiedenen Zeitebenen erzählt wird. Auch über das harte Leben auf der Insel und den Hummerfang erfahren wir sehr viel. Das Buch ist sehr interessant, einfühlsam und birgt so viele spannende Lebensweisheiten in sich, dass ich öfter inne halten und nachdenken musste. Es ist ein sehr inspirierendes Buch über die Liebe, das Leben und die Kraft weiblicher Gemeinschaft. Das Buch ermutigt dazu, Krisen zu überstehen und sich trotz aller Schicksalsschläge nicht von der Vergangenheit dominieren zu lassen, sondern sich auf die Zukunft zu freuen und sich auf das Abenteuer Leben einzulassen, auch wenn es nicht immer leicht ist. Es hat daher etwas Tröstliches und Zuversichtliches an sich. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und obwohl es auch um ernste Themen geht, ist er locker und humorvoll, teils auch voller Ironie und Sarkasmus. Das Buch lässt sich leicht lesen und ich fand insbesondere die Charaktere der Protagonisten sehr detailliert und fein gezeichnet. Es ist ein Buch bei dem man wirklich mitleidet, mitlacht, das einen nicht loslässt und über das man noch lange nachdenkt. Das Setting am Meer ist so schön bildhaft und eindringlich geschildert, dass man das Meeresrauschen förmlich hören und die salzige Luft riechen kann. Durch diese Beschreibungen kann man tief in den Roman eintauchen und wunderschön entspannte sowie inspirierende Lesestunden verbringen. Fazit: Ein großartiges Buch mit bezauberndem Setting, in welchem die ganz großen Lebensthemen durch die Schicksale von drei starken, mutigen Frauen dargestellt werden. Sehr berührend, amüsant und noch lange nachwirkend.

saboe am 18.08.2025 18:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

3 starke Frauen

Der Roman Die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger handelt von drei Frauen unterschiedlichen Alters, die das Schicksal in Stone Harbour in Maine zusammenführt. Mina ist 28 und zieht nach dem Tod ihres Bruders nach Maine. Dorthin, wo die Familie immer glückliche Sommer verbracht hat, bis zu dem einen Sommer, der alles veränderte. Juli ist 54 und hat einen schweren Unfall hinter sich. Sie verliebt sich in den Witwer Nate, jedoch steht ihr ihre Vergangenheit im Wege. Ann Ist 72 und die älteste Bewohnerin des Fischerdorfes. Sie lebt alleine mit ihrem blauen Hummer Mr. Darcy in einem großen Haus am Meer. Der Roman hat für mich eine Ruhe und Stille ausgestrahlt, obwohl ich ihn unheimlich packend fand und kaum aus der Hand legen konnte. Alle 3 Frauen sind mir richtig ans Herz gewachsen, daher habe ich auch mit großem Interesse die einzelnen Schicksale verfolgt. Es wird in der Vergangenheit und in der Gegenwart erzählt, sodass man in die einzelnen Geschichten der Frauen abtauchen kann. Ein sehr schönes Buch, das mir ruhige lesen Stunden bereitet hat. Erwähnenswert finde ich noch die beeindruckende und detaillierte Beschreibung der Landschaft. Kann ich nur empfehlen. 5 Sterne.

blauerjanuar am 17.08.2025 19:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Favorit des Jahres

Das schlichte Cover mit dem Hummer darauf hat mir gleich gefallen. Als kleines Gimmick zeigt das Cover unter dem Schutzumschlag einen seltenen blauen Hummer.Die Geschichte dreht sich um drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen, die im Laufe der Handlung eine Freundschaft verbindet, die trotz aller Unterschiedlichkeiten fest und unverrückbar ist. Alle drei Frauen wurden durch Schicksalsschläge in die kleine Hafenstadt in Maine gebracht und sind dort zu Hummerfischerinnen geworden.Ein wundervolles Buch, welches eine dichte Atmosphäre kreiert. Trotz teilweise ungemütlicher Wetterbeschreibungen hat man als Leser ein Sommergefühl und ganz viel Hoffnung, dass am Ende immer alles gut ausgehen wird. Die Autorin verpackt viel Wissen in ihren Roman, das sie selbst als Hummerfischerin erworben hat, ist dabei aber niemals aufdringlich.

marli_04 am 13.08.2025 12:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Berührend

Das Cover mit dem auffälligen Hummermotiv hat sofort meine Aufmerksamkeit geweckt und lässt bereits erahnen, dass die Geschichte eng mit dem Leben an der Küste verbunden ist. Bereits auf den ersten Seiten war ich in der Welt des kleinen Küstenortes Stone Harbor angekommen.Im Mittelpunkt stehen drei bemerkenswerte Frauen: Ann, die 72 jährige Hummerfischerin, die ihren Alltag mit viel Erfahrung und einer großen Portion Sarkasmus bewältigt. Julie, die nach einem schweren Unfall einen neuen Anfang sucht. Und Mina, die nach einem persönlichen Verlust an den Ort ihrer Kindheitssommer zurückkehrt und dort Sam begegnet, den sie aus dieser Zeit kennt.Beatrix Gerstberger verwebt die Geschichten dieser drei Frauen behutsam. Durch Rückblenden und Gespräche erfahren wir mehr über ihre Vergangenheiten, Verluste und Hoffnungen. Besonders gelungen fand ich die Beschreibungen der Landschaft von Maine, die sowohl Schönheit als auch Härte des Lebens an der Küste spürbar machen.„Die Hummerfrauen“ ist kein leichter Ferienroman, sondern eine ruhige, feinfühlige Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und Neuanfänge und damit eine Lektüre, die nachdenklich stimmt und im Gedächtnis bleibt.

buchgespür am 12.08.2025 05:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Gefühlvoll und authentisch

Nach dem Zuklappen dieses Romans habe ich eine Träne für Mina vergossen. Selten habe ich mich so tief mit den Ängsten, Gefühlen und Entscheidungen einer Figur identifiziert wie mit ihr. Auf der Suche nach sich selbst kehrt sie zurück an den einzigen Ort, an dem sie je wirklich glücklich war. Ein Ort, der ihr in ihrer Kindheit viel zu früh entrissen wurde. Ich war selbst in Maine. Ich kenne diese Fischerorte, das Licht über dem Wasser, die salzige Luft, das Knarzen der Holzstege. Gerade die regnerischen Tage haben sich in mein Herz eingebrannt. Diese raue Natur, die Menschen, der Fischfang, all das hat mich beim Lesen zurückversetzt. Die Erinnerungen an meine Reise standen greifbar vor mir.Was mich am meisten bewegt hat, ist die Komplexität der Figur Judith, Minas Mutter, die für so viel Leere in Minas Leben verantwortlich ist. Judith konnte nur Minas großen Bruder lieben, der tödlich verunglückte. Mina ließ sie bis ins Erwachsenenalter mit permanenter Kritik, mit Nichtgenügen, mit dem Gefühl zurück, nie gewollt zu sein. Mina wuchs mit väterlicher Zuneigung auf, die Mutter emotional nie greifbar. Es war schwer, das zu lesen. Und noch schwerer zu spüren, wie sehr sich das in Minas Erwachsenwerden eingegraben hat.Gerade deshalb war ich so stolz auf Mina, weil sie sich nicht hat kleinkriegen und verbiegen lassen. Weil sie ihren Schmerz aus Selbstachtung ansieht, zurückgeht, und am Ende ihre Grenze zieht. Dieser Umgang mit Verlust und Trauer, den nicht nur Mina, sondern auch die anderen Frauen in Stone Harbour vorleben,, ist so fein, so glaubwürdig, so vorbildlich im Roman gezeichnet, dass ich Seite für Seite dachte: So fühlt es sich also an, wenn jemand auf der Suche nach sich selbst leise stärker wird.An Minas Seite stehen Ann und Julie: zwei Frauen, die völlig unterschiedlich sind und doch genau wie sie lernen mussten, allein weiterzugehen. Dies ist ein Roman über starke Frauen, die für ihre völlige Unabhängigkeit von Männern kämpfen, ohne Männer zu verteufeln. Sie lieben sie. Sie werden geliebt. Männer dürfen hier fürsorglich sein, liebevoll, verlässlich: als Partner, als Freunde, als Väter. Der Zusammenhalt, der in diesem Buch beschrieben wird, ist berührend und glaubwürdig, auch über Geschlechterrollen hinaus.Die Handlungsweisen der drei Protagonistinnen sind so selbstverständlich, so in sich logisch, dass selbst ein blauer Hummer als Haustier nicht für Erstaunen sorgt, sondern seine Botschaft direkt ins Herz geht. Ich glaube, in jeder Frau steckt ein bisschen Ann, Julie und Mina mit all ihrem Mut, ihre Widersprüche und ihre Verletzlichkeit.Auch die Nebenfiguren sind liebevoll gezeichnet, tragen mit, halten aus, geben Halt. Dieser Roman erzählt nicht von Heldinnen im klassischen Sinn, sondern von Frauen, die leben, lieben, leiden und wieder aufstehen. Und er zeigt etwas, das mich besonders berührt hat: Dass es nicht immer nur ein Vorwärts geben muss. Manchmal ist auch ein Zurück ein Fortschritt. Manchmal führt uns das Leben genau dorthin zurück, wo wir heilen können. Und manchmal braucht es nur einen stillen Hafen, drei Frauen und einen Hummer, um zu begreifen, wer wir wirklich sind.

lesen-lesen am 11.08.2025 13:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Drei Frauenschicksale

Drei Frauen begleiten wir durch den Roman, die sehr unterschiedlich sind aber alle einen ungewöhnlichen Beruf haben. Da ist zum einen Ann, die älteste Hummerfischerin in einem kleinen Ort in Main. Sie ist etwas verschroben und ruppig, außerdem durch ihre Homosexualität eher eine Exotin. Ihre Freundin Julie ist eher das Gegenteil, sie ist ein wenig schrill und glitzernd und trägt ihr Herz auf der Zunge. Die ungleichen Freundinnen verbindet die Hummerfischerei, wo sie dem genauen Augenmerk der männlichen Fischer ausgesetzt sind, deren Respekt man sich hart erarbeiten muss. Dritte im Bund und jüngste ist Mina, die als Kind mit ihrer Familie in dem kleinen Ort immer den Urlaub verbracht hat. Sie lernt das Hummerfischen und es entsteht eine tiefe Frauenfreundschaft.Man könnte diesen Roman fast ein bisschen emanzipatorisch nennen, gehen die drei Frauen doch einem von Männern dominierten Beruf nach. Die unterschiedlichen Charaktere der Hummerfrauen sind sehr unterhaltsam zu lesen, mir gefällt allerdings die meist ruppige Ann mit ihren trockenen Kommentaren am besten. Mina ist zunächst die hilfsbedürftigste der drei, tut jedoch auch ihren Freundinnen sehr gut.Viele Facetten hat dieser Roman, es geht um Liebe, um Freundschaft und auch um ein Geheimnis aus der Vergangenheit. Und doch ist auch hier nicht alles eitel Sonnenschein, der Roman hat durchaus auch ernste Themen im Gepäck. Die Autorin beschreibt das kleine Dorf in Main so intensiv, dass man die dümpelnden Fischerboote und die wunderschöne Natur fast vor den Augen hat. Auch die Nebencharaktere sind sehr liebevoll und manchmal etwas überspitzt dargestellt, was dem ganzen Roman etwas sehr leichtes und lustiges gibt.Für mich eine ideale Urlaubslektüre für Frauen, da den Männern durchweg eher Nebenrollen zukommen. Es ist nicht unbedingt ein besonders anspruchsvolles Buch, aber sehr unterhaltsam und oft auch humorvoll.

herbstrose am 10.08.2025 00:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Auf der Insel der Hummerfischer

Als Kind verbrachte Mina viele Sommer mit ihren Eltern und ihrem großen Bruder Christopher auf Eagle Island, einer kleinen Insel an der Küste von Maine. Völlig unbeschwert konnte sie dort mit dem Fischerjungen Sam herum streifen, Muscheln und Vogelfedern sammeln, schwimmen und mit seinem Boot hinaus aufs Meer fahren. Doch ein Ereignis änderte plötzlich alles - die Familie kehrte nie wieder auf ihre Urlaubsinsel zurück. Inzwischen sind zwanzig Jahre vergangen. Durch den plötzlichen Tod ihres Bruders ist ihre Familie zerbrochen und Mina hat jeglichen Halt verloren. Die Suche nach sich selbst führt sie an die Küste von Maine, dorthin, wo sie eine glückliche Zeit verlebte. Es war ein stürmischer Tag, als sie im Fischerdorf Stone Harbor ankam. Bei der 72jährigen Ann, die seit der Trennung von ihrer Lebensgefährtin alleine mit ihrem Haustier, einem seltenen blauen Hummer, lebt, findet Mina Unterschlupf und bei Julie, einer resoluten Hummerfischerin Mitte 50, kann sie sich nützlich machen. Sie fährt mit ihr raus aufs Meer zum Hummerfang. Von den beiden Frauen erhält sie die familiäre Wärme, die sie so sehr vermisste. Dann trifft sie Sam wieder und die tiefe Zuneigung von damals flammt sofort wieder auf. Auch seine Familie zerbrach an jenem tragischen Sommertag … Beatrix Gerstberger, geb. 1964 im Sauerland, ist eine deutsche Autorin und Journalistin, die bekannt ist für ihre emotionalen und tiefgründigen Reportagen und Bücher. Nach dem frühen Tod ihres Partners zog sie, um einen Weg aus der Trauer zu finden, Anfang der 2000er mit ihrem damals noch kleinen Sohn für ein halbes Jahr in ein Hummerfischerdorf. Dort lernte sie, dass es viele unterschiedliche Formen von Verlust gibt und dass es genau so viele unterschiedliche Wege gibt, damit umzugehen. Der damalige Aufenthalt in Maine inspirierte sie zu dem Roman „Die Hummerfrauen“ (2025, dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co KG, München). Beatrix Gerstberger lebt heute in Hamburg. Der Autorin ist es großartig gelungen, den beschwerlichen Alltag der Hummerfischerinnen in einen warmherzigen Roman zu integrieren. Wir lesen von drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber dennoch viel gemeinsam haben: ihre Liebe zum Meer und ihr Bedürfnis nach Zusammenhalt. Beatrix Gerstberger hat einen sehr lebendigen, flüssigen Schreibstil und erfasst auch Zusammenhänge und Beziehungen äußerst treffend. Dabei entsteht ein wunderbares Bild der Umgebung, des Meeres und des Dorflebens, sodass man das Gefühl hat, dabei zu sein. Sie erzählt uns die Geschichte der drei Frauen hauptsächlich in den Jahren 2000/2001, schweift gelegentlich zurück zum Sommer 1982, als Mina zum letzten Mal mit ihrer Familie auf der Insel war, und im Prolog und im Epilog erfahren wir, wie es Mina in der Zwischenzeit ergangen ist und wie sie heute lebt. Fazit: Ein außergewöhnlicher und einfühlsamer Roman über Verlust und Trauer, und über eine Liebe, die von der Vergangenheit überschattet wird.

Veranstaltungen & Medientermine

Veranstaltung
Beatrix Gerstberger liest aus ›Die Hummerfrauen‹
Moderation : Luzia Stettler
20.10.2026
19:30 Uhr (CEST)
Kantonsbibliothek Baselland
Emma Herwegh-Platz 4
4410 Liestal
Veranstaltung
Beatrix Gerstberger liest aus ›Die Hummerfrauen‹
Moderation : Luzia Stettler
21.10.2026
20:00 Uhr (CEST)
Orell Füssli
Spitalgasse 18/20
3011 Bern
Veranstaltung
Beatrix Gerstberger liest aus ›Die Hummerfrauen‹
Moderation : Luzia Stettler
22.10.2026
19:30 Uhr (CEST)
Bücher Lüthy Aarau
Bahnhofstrasse 20
5000 Aarau
Veranstaltung
Beatrix Gerstberger liest aus ›Die Hummerfrauen‹
Moderation : Luzia Stettler
23.10.2026
20:00 Uhr (CEST)
Buchhandlung Schreiber
Kirchgasse 7
4600 Olten
Veranstaltung
Beatrix Gerstberger liest aus ›Die Hummerfrauen‹
Moderation : Luzia Stettler
25.10.2026
16:00 Uhr (CEST)
Karl der Grosse
Kirchgasse 14
8001 Zürich
Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Passauer Neue Presse
Es sind vor allem die stark herausgearbeiteten Charaktere und ihre Lebensgeschichten, die diesen Rom...an zu einem Pageturner machen. mehr weniger

Rebecca Cischek, 26.01.2026

Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln
Ein literarisch feinfühliger Wellengang über Freundschaft, Zugehörigkeit und heilende Kraft, die ent...steht. wenn man die Gegenwart annimmt. mehr weniger

31.10.2025

Für Sie
Toll geschriebener Roman über das Meer und den Mut, einen Schicksalsschlag zu überwinden.

10.09.2025

Merian
Drei Frauen, drei Lebensgeschichten, viel raue See und herzerwärmender Zusammenhalt.

Tinka Dippel, 29.08.2025

denglers-buchkritik.de
Eine Geschichte, die einen umschließt wie eine warme Decke, in die man sich hineinkuscheln kann.

25.08.2025

BZ
Drei Frauen in einer kleinen Maine-Krabbenfischergemeinde begegnen Neuanfängen, Freundschaft und fam...iliären Umbrüchen – erzählt mit viel Wärme und typisch nordatlantischem Flair. mehr weniger

Antonia Schöne, 18.08.2025

Die Presse am Sonntag
Ein bittersüßes Sommerbuch, das man genauso gern im Herbst und im Winter liest.

10.08.2025

myself
Erzählung von Menschen, die sich gegenseitig so sein lassen. Für Fans von Elizabeth Strout und Mira...nda Cowley Heller. mehr weniger

01.08.2025

ndr.de
Die Hummerfrauen‹ ist ein starkes Romandebüt, bei dem es natürlich auch ums Hummerfischen geht. Doch... vor allem handelt es von Freundschaft: Von drei Frauen aus drei Generationen, die immer wieder aufstehen und weitermachen, auch wenn das Schicksal jede Einzelne auf eine harte Probe stellt - so wie Beatrix Gerstberger. mehr weniger

Stefanie Wittgenstein, 01.08.2025

Pforzheimer Zeitung
Ein kraftvoller, leiser Roman über das Ankommen, das Verzeihen und die zweite Chance im Leben.

Sandra Pfäfflein, 30.07.2025

Oberländer Rundschau
Ein berührender Roman über Liebe, Verlust und die Suche nach Zugehörigkeit, der so stürmisch wie das... Meer und so tief wie die Erinnerungen ist. mehr weniger

30.07.2025

Trierischer Volksfreund
Ich war nach zehn Seiten so begeistert, dass ich das Buch an einem Sonntag komplett gelesen habe. (…...) So ein großartiges Buch! mehr weniger

Florian Valerius, 23.07.2025

Madonna
Beatrix Gerstberger liefert mit ›Die Hummerfrauen‹ einen Roman über den Mut zum Weitermachen.

19.07.2025

Morgenpost
Ein erfrischendes Leseerlebnis – ein vielgelobtes und vielgelesenes Buch.

17.07.2025

In – Das Star & Style Magazin
Wunderbarer, berührender Pageturner - man will am liebsten sofort die Koffer packen und an die US-Kü...ste fliegen! mehr weniger

01.07.2025

Event Magazin
Der raue Alltag der Hummerfischerinnen wird zum Schauplatz eines kraftvollen, inspirierenden Romans ...über einen schicksalhaften Sommer vor bald zwanzig Jahren, eine Liebe aus Kindertagen und das Drama einer Familie. mehr weniger

27.06.2025

Freundin
Mutmachende Sommerlektüre.

25.06.2025

Bild am Sonntag
Perfekter Lesestoff für den Sommer.

22.06.2025

Brigitte
Man spürt, dass Beatrix Gerstberger erlebt hat, wovon sie schreibt. Ein unterhaltsamer, kraftvoller ...Roman. mehr weniger

04.06.2025

Hummer News

Willkommen in Maine

Hier wurde Beatrix Gerstberger zu ihrem großen Roman inspiriert

Maine liegt in der nordöstlichsten Ecke der USA, da wo es nicht mehr weitergeht, es sei denn, man will nach Kanada. Es gibt dort riesige Wälder, ein paar beeindruckende Berge, den Acadia National Park, eine zerklüftete, endlos lange felsige Küste mit Bilderbuchdörfern, eiskaltes Atlantikwasser und 3000 Inseln. Maine ist bekannt für seine wilden Blaubeeren, die strahlendweißen Leuchttürme – und natürlich für seinen Hummer. Von ihm lebt auch heute noch ein Großteil der Küstenbevölkerung, er gilt als der schmackhafteste der Welt und wird überall in Buden am Straßenrand angeboten. Warnung an Touristen: Die Menschen in diesem Bundesstaat nehmen kein Blatt vor den Mund und sprechen mit einem nur ihnen verständlichen einzigartigen Akzent. Was man hier unbedingt machen sollte: einen Ausfug mit einem der historischen Windjammer in der Hafenstadt Camden, das jährliche Hummerfestival in Rockland besuchen und schließlich ein paar Tage auf Monhegan Island verbringen – wegen des ganz besonderen Lichts lange Zeit ein beliebtes Ziel für Maler und andere Künstler.

Küste von Maine

Wer sind die Hummerfrauen?

Ann (72)

 

 ist die älteste Hummerfischerin von Stone Harbor. Sie wohnt allein in einem großen Haus am Meer, ist sarkastisch, hart zu sich selbst und anderen – außer ihrem blauen Hummer Mr. Darcy, der in einem Aquarium in der Küche lebt.

Julie (54)

 

 fand nach einem schweren Unfall erst auf ihrem Fischerboot zurück ins Leben. Sie drängt sich ungerührt in die Angelegenheiten aller, die ihrer Meinung nach Hilfe benötigen. Doch als sie sich in den Witwer Nat verliebt, stehen alte Verletzungen einem Neuanfang im Weg.

Mina (28)

 

 zieht es nach einem tragischen Verlust zurück nach Maine – wo ihre Familie vor Jahren das letzte Mal glücklich war. Sie begegnet Ann und Julie, die ihr das Hummerfischen beibringen. Und sie trifft Sam wieder, dessen Familie nach jenem letzten Sommer in Maine auch nie mehr dieselbe war.

Mr. Darcy

 

 ist ein leuchtend blauer Hummer – und Anns Haustier. Sie hat gleich erkannt, dass er etwas ganz Besonderes ist: »Fürs Erste heißt du Mr. Darcy. Du bist so einer, der erst einmal einen Panzer trägt, und wenn er sich häutet, kommt doch kein so großer Idiot zum Vorschein.«

Beatrix Gerstberger im Interview

Autorin Beatrix Gerstberger am Strand

Wie sind Sie in Maine gelandet, dem Schauplatz Ihres Romans?

Ich bin Anfang der 2000er mit meinem damals noch kleinen Sohn für ein halbes Jahr in ein Hummerfischerdorf gezogen, nachdem mein Partner gestorben war. Ein Ort am Meer, ein kleines Dorf schien mir der richtige Platz zu sein, um einen Weg aus der Trauer zu finden. Und mit der Zeit habe ich gelernt, dass es viele unterschiedliche Formen von Verlust auch in so einem Dorf gibt, dessen schöne Kulisse vielleicht darüber hinwegtäuscht. Und dass es genauso viele unterschiedliche Wege gibt, damit umzugehen.

Warum ist dieser Ort zu Ihrem Sehnsuchtsort geworden?

Ich mag dieses direkt am Meer leben mit Menschen, die immer noch vom Meer leben. Die Bewohner sind zwar auf den ersten Blick rau und unzugänglich, aber wenn sie dich mögen, dann sind sie umwerfend hilfsbereit und herzlich.

Welchen Bezug haben Sie persönlich zu den Hummerfrauen dort?

Zunächst gab es damals nur wenige Frauen, die mit raus zum Fischen fuhren, es sei denn, sie halfen ihren Männern. Die Hummerfischerinnen mit eigenem Boot waren selten und sind es auch heute noch. Ich bin mit einigen rausgefahren und habe mit ihnen Interviews geführt. Sie alle waren sehr unterschiedlich, aber fast jede hatte Tragisches in ihrem Leben erfahren, ist auf ihre ganz eigene Weise damit umgegangen, das hat mich zu diesem Roman inspiriert.

Die Hummerfrauen, das sind drei Frauen aus drei Generationen: Zufall – oder Absicht?

Eigentlich ist es eher Zufall. Ann, die älteste, war von Anfang an da, ihr Leben wollte ich erzählen, aber dann kam Mina dazu, als Auslöser für eine Neuausrichtung in Anns Leben. Und schließlich gab es schon immer Julie in meinem Kopf, sie hat sich sozusagen dazwischen gedrängt, was ganz ihre Art ist, und ist zum Klebstoff zwischen den drei Generationen geworden, die am Ende zu einer Wahlfamilie zusammenwachsen.

Welche Figur ist Ihre persönliche Lieblingsfigur?

Es ist tatsächlich Julie. Ich mag ihren Humor wahnsinnig gern, mit dem sie sich durchs Leben kämpft. Dass sich unter all ihrer Schlagfertigkeit aber auch ein verletzlicher Mensch versteckt, das zu zeigen, hat mir sehr viel Freude gemacht.

Verraten Sie uns, ob Ihr Roman autobiografische Züge hat?

Nur insofern, als mein erster Aufenthalt in Maine für mich von der Frage geprägt war, wie man nach einem schweren Verlust weiterlebt. Genau diese Frage stellen sich alle meine Protagonistinnen in diesem Roman.

Wie kamen Sie auf Ihre exotischste Figur – den blauen Hummer Mr. Darcy?

Als ich in Maine gelebt habe, gab es am Hafen einen kleinen Schuppen, in dem man die Hummer fangfrisch kaufen konnte. Sie waren in einem riesigen Aquarium, und nur einer von ihnen hatte eine ganz besondere blaue Farbe. So einen Hummer gibt es im Schnitt nur einmal unter zwei Millionen. Die Frau in dem Laden hat ihn nie verkauft, hat immer mit ihm gesprochen und ihn am Ende der Saison wieder ins Meer gelassen. Dieser Hummer und die Verbindung zwischen der Frau und ihm, das hat mich berührt.

Welche Botschaft möchten Sie mit Ihrem Roman transportieren?

Dass es in der Trauer auch sehr frohe und sogar witzige Momente geben kann. Die passieren oft genau dann, wenn man nicht damit rechnet. Und mit Menschen, die man vorher oft gar nicht richtig wahrgenommen hat, weil sie vielleicht komplett anders sind als man selbst. Trauer macht großzügig und offen anderen gegenüber, so wie meine beiden älteren Hummerfischerinnen Ann und Julie. Die sind absolut unterschiedlich und haben trotzdem ein feines Gespür für den Schmerz und die Hoffnungen der anderen.

Und last but not least: Wie sieht die Zukunft aus? Haben Sie denn vor, Maine noch einmal zu besuchen?

Ich war in den letzten 25 Jahren sieben Mal dort, zuletzt im vergangenen Sommer. Am liebsten hätte ich dort ein kleines Haus auf einem Felsen direkt am Meer, aber das wird wohl immer ein Traum bleiben.