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Details

»Das ist der ideale Roman für Ihre Sommerferien!« Elke Heidenreich

Die Liebeshungrigen

Ein packender Gesellschaftsroman von Karine Tuil, der »Juli Zeh Frankreichs« (Brigitte), über Macht, Verführung und Abhängigkeit

Ein Jahr nachdem er den Élysée-Palast verlassen hat, ist der ehemalige Präsident Dan Lehman ein Schatten seiner selbst. Seine Ehe mit einer Schauspielerin ist nur noch Fassade. Er trinkt, wird in Gerichtsverfahren verwickelt und versucht mit einem Buch in die Medien zurückzukehren, während seine Frau die Rolle ihres Lebens spielt. Ihr Film ist ein Erfolg, wird für die Goldene Palme in Cannes nominiert. Und dort, in diesem Tempel des Kinos, in dem alles Illusion ist, vermischen sich Realität und Fiktion auf verheerende Weise.
Ein mitreißender Roman über die zerstörerischen Auswirkungen der Medienwelt auf Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen – aber vor allem über die Liebe.


»Ein grandioser Roman über Ruhm, Niedergang und den Körperkult in Cannes.« Christian Mayer, Süddeutsche Zeitung

»Genauso musste man mal über Macht, Ohnmacht und einen Ex-Präsidenten erzählen.« Thomas Andre, Hamburger Abendblatt

Bibliografische Daten

EUR 14,00 [DE] – EUR 14,40 [AT]
ISBN : 978-3-423-14982-2
Erscheinungsdatum: 15.04.2027
1. Auflage
400 Seiten
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Französischen von Maja Ueberle-Pfaff und Alexandra Baisch

Autor*innen

Autor*innenporträt

Karine Tuil

Karine Tuil, geboren 1972, ist Juristin und Autorin mehrerer gefeierter Bücher, darunter der Roman ›Die Gierigen‹. Zuletzt erschien ihr viel beachteter Roman ›Diese eine Entscheidung‹, der mit Preisen ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Karine Tuil lebt mit ihrer Familie in Paris.

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Übersetzer*innenporträt

Maja Ueberle-Pfaff

Maja Ueberle-Pfaff studierte Anglistik, Geschichte und Filmtheorie. Nach Anfängen als Verlagslektorin und Sprachdozentin übersetzt sie seit vielen Jahren Belletristik aus dem Englischen und Französischen.

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Übersetzer*innenporträt

Alexandra Baisch

Alexandra Baisch hat in Frankreich studiert und lebt in München, wo sie als Übersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Spanischen und als freie Lektorin tätig ist.

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Pressematerialien

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Leserstimmen

92 von 92 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.45 von 5 Sternen


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3 - 10 von 92 Leserstimme

easymarkt3 am 28.05.2026 09:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Ein sehr kritischer Gesellschaftsroman über Machtgefüge und Abhängigkeiten

In zwei Kapiteln geht es um Männer und dem Verlust ihrer verschiedenen Machtpositionen, sei es zunächst mit dem Ex- Präsidenten Dan Lehman in seiner schwindenden Welt der Politik in Paris und ebenso in der Welt des Films mit dem Regisseur Romain Nizan und dem Medienzirkus rund um die Verleihung der Goldenen Palme in Cannes anlässlich des jährlichen Filmfestivals. Analysiert wird deren Leben im schwindenden Rampenlicht, dennoch weiterhin auf der Suche nach Anerkennung und Zuneigung in der Öffentlichkeit und in ihrem persönlichen Umfeld. Dan, auch mit der Verkaufsrate seines Buches wenig erfolgreich, verfällt zunehmend dem Alkohol und in Selbstmitleid, während seine zwischenmenschlichen Beziehungen zur Familie zerfallen. Seine Ehefrauen Marianne & Hilda sind als Buchautorin bzw. als Schauspielerin erfolgreich. Aus unterschiedlichen Perspektiven wird besonders sein Umgang mit Medien, gesellschaftlichem Druck und der Einsamkeit in Paris beleuchtet.Im zweiten Teil in der Welt des Films steht vor allem der Regisseur Romain Nizan mit seiner negativen Einstellung Frauen gegenüber im Kreuzfeuer. Beleuchtet werden die Me-too-Bewegung und die krassen sexuellen Abhängigkeiten im Glanz von Preisverleihungen wie der Trophäe für beste schauspielerische Leistungen wie hier für Hilde. Der übergriffige Romain in seiner extrem Frauen verachtenden Art erliegt ebenso der medialen Macht, hier dank der Frauenbewegung.Zwar sind Frauen beruflich erfolgreich, schön, selbstbewusst und freiheitsliebend, lässt sie jedoch auf ihrer Suche nach inniger, partnerschaftlicher Beziehung und Liebe ebenso einsam suchend zurück wie Männer. Frustration spricht aus diesem französischen Gesellschaftsroman, ohne menschliche Wärme in den Charakteren außer der kindlichen, behinderten Anne, für die kein liebevoll beschützender Familienrahmen geboten wird.Inhaltlich hätte das 1. Kapitel mit Dan gerne etwas gestrafft werden können, der Sprachstil im 2. Teil wirkt teilweise vulgär. Zu viele wichtige gesellschaftliche Themen wurden nur angerissen. Ansonsten ein wichtiger Roman, der der mondänen und elitären Gesellschaft harsche Kritik entgegen bringt.

jennylovesreading am 24.05.2026 17:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Macht, Medien und persönliche Opfer

Der gesellschaftskritische Roman Die Liebeshungrigen von Karine Tuil erschien am 15. Mai 2026 als Hardcover-Ausgabe im dtv Verlag. Auf 400 Seiten beleuchtet die Autorin die Auswirkungen eines Lebens in der Öffentlichkeit aus der Perspektive eines ehemaligen französischen Präsidenten, seiner Ex-Frau und seiner aktuellen Ehefrau.Im Mittelpunkt stehen Themen wie Machtverlust, öffentliche Wahrnehmung, mediale Berichterstattung und die unterschiedlichen Maßstäbe, nach denen Männer und Frauen bewertet werden. Besonders eindrücklich wird dargestellt, welche persönlichen Opfer hinter einer erfolgreichen politischen Karriere stehen.So hat die Ex-Frau des Präsidenten ihre eigene Laufbahn als Schriftstellerin selbstverständlich zurückgestellt, um seinen beruflichen Erfolg zu unterstützen, ohne dass diese Entscheidung jemals bewusst miteinander besprochen wurde. Auch seine heutige Ehefrau verzichtete zunächst auf ihre Karriere als Schauspielerin. Als sie später selbst beruflich erfolgreich wird und in Cannes gefeiert wird, erlebt sie jedoch, wie stark Frauen in der Öffentlichkeit auf ihr Äußeres und ihr Alter reduziert werden.Auch die Rolle der Medien wird differenziert betrachtet. Einerseits sind sie ständig auf der Suche nach Skandalen und persönlichen Fehltritten, andererseits tragen sie dazu bei, Missstände sichtbar zu machen, etwa bei der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen in der Filmindustrie.Der Roman regt zum Nachdenken über Politik, Medien und gesellschaftliche Erwartungen an. Gleichzeitig zeigt er eindrucksvoll, welche Auswirkungen öffentliche Aufmerksamkeit auf Beziehungen und Familien haben kann. Eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die sich für Politik, Medien und die #MeToo-Debatte interessieren.

Jennifer am 24.05.2026 15:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Macht, Medien und persönliche Opfer

Der gesellschaftskritische Roman Die Liebeshungrigen von Karine Tuil erschien am 15. Mai 2026 als Hardcover-Ausgabe im dtv Verlag. Auf 400 Seiten beleuchtet die Autorin die Auswirkungen eines Lebens in der Öffentlichkeit aus der Perspektive eines ehemaligen französischen Präsidenten, seiner Ex-Frau und seiner aktuellen Ehefrau.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie Machtverlust, öffentliche Wahrnehmung, mediale Berichterstattung und die unterschiedlichen Maßstäbe, nach denen Männer und Frauen bewertet werden. Besonders eindrücklich wird dargestellt, welche persönlichen Opfer hinter einer erfolgreichen politischen Karriere stehen.
So hat die Ex-Frau des Präsidenten ihre eigene Laufbahn als Schriftstellerin selbstverständlich zurückgestellt, um seinen beruflichen Erfolg zu unterstützen, ohne dass diese Entscheidung jemals bewusst miteinander besprochen wurde. Auch seine heutige Ehefrau verzichtete zunächst auf ihre Karriere als Schauspielerin. Als sie später selbst beruflich erfolgreich wird und in Cannes gefeiert wird, erlebt sie jedoch, wie stark Frauen in der Öffentlichkeit auf ihr Äußeres und ihr Alter reduziert werden.
Auch die Rolle der Medien wird differenziert betrachtet. Einerseits sind sie ständig auf der Suche nach Skandalen und persönlichen Fehltritten, andererseits tragen sie dazu bei, Missstände sichtbar zu machen, etwa bei der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen in der Filmindustrie.
Der Roman regt zum Nachdenken über Politik, Medien und gesellschaftliche Erwartungen an. Gleichzeitig zeigt er eindrucksvoll, welche Auswirkungen öffentliche Aufmerksamkeit auf Beziehungen und Familien haben kann. Eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die sich für Politik, Medien und die #MeToo-Debatte interessieren.

stella-sophie am 23.05.2026 20:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein Kampf für die Frauen

Der Roman "Die Liebeshungrigen" könnte aktueller nicht sein! Wir tauchen ein in die Glitzerwelt der Filmindustrie, lernen das Nachspiel einer Politikerkarriere kennen und die Rücksichtslosigkeit der Medien wenn es um die Verbreitung des nächsten Skandals geht. Das Buch hat jeweils 2 männliche und zwei weibliche Gegenspieler: da ist der ehemalige Präsident, der sich ohne Regierungsgeschäfte lieber dem Alkohol hingibt und der umtriebige Regisseur, der sich auf dem aufsteigenden Ast seiner Karriere befindet.Die weibliche Seite der Handlung wird durch eine jüngere Schauspielerin und eine ältere Schriftstellerin präsentiert, in deren Zentrum ein und derselbe Mann steht.Das Buch ist unglaublich reich an modernen polarisierenden Themen wie die Me-too-Bewegung, der Umgang mit Alkohol und der Rolle der modernen Frau. Der Autorin gelingt es auf eine faszinierende Art, die Sichtweisen verschiedener Generationen auf die gleiche Fragestellung darzustellen.Spannung und Unterhaltung sind hier vorprogrammiert!

esbirgit am 18.05.2026 16:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Keine Angst vor unbequemen Wahrheiten

Dan Lehman ist am Ende. Der ehemalige französische Präsident steht vor dem Scherbenhaufen seines Lebens, beruflich und privat. Seine größte Angst: In der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.Doch nicht nur ihm ergeht es so. Denn Macht, Einfluss und deren Verlust sind Themen, die in Karine Tuils neuem Roman „Die Liebeshungrigen“ alle Protagonist:innen umtreiben. Es geht um unerfüllte Träume, verletzte Gefühle und die Abgründe der Politik und Medienwelt. Dabei hat die Autorin auch keine Angst vor unbequemen Wahrheiten und eindeutigen Parallelen zum echten Leben.Mir hat das Buch gefallen, weil es wirklich gut geschrieben und anspruchsvoll ist und zum Nachdenken anregt. Im Gegensatz zu Karine Tuils vorherigen Romanen habe ich jedoch länger gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen. Das mag am Inhalt liegen, aber vor allem an den Protagonist:innen, von denen mir bis zum Ende niemand wirklich sympathisch wurde. Das kann gewollt sein, bei mir hat’s aber leider nicht wirklich funktioniert. Empfehlen würde ich das Buch trotzdem, wenn auch mit Einschränkung.

irina2605 am 18.05.2026 14:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Ruhm und Zerrissenheit

"Die Liebeshungrigen" ist ein durch und durch unterhaltsamer und illustrer Roman aus unserer Zeit. Tja, zuerst ist da Macht, Ehrgeiz, Erfolg und dann das Nichts. Ein dunkles Loch, in das der Protagonist Dan Lehman fällt und es sieht so aus, als ob dieses Loch so gar kein Ende hat. Dan war einst Frankreichs Präsident, doch jetzt, nach dem alles längst vorbei ist und ein Jahr nach der Beendigung seiner Amtszeit verstrichen ist, steht die große im Raum: Wer ist er? Dans Frau, eine Schauspielerin, lebt weiterhin im öffentlichen Leben, doch er trinkt sich aus der Realität und versucht krampfhaft mit einem eigenen Buch zurück in die Medien zu gelangen.Ein Auf und Ab der Gefühle, Verzweiflung und auch Hoffnung treiben Dan Lehman (und auch den Leser) durch die Zeilen und Seiten. Die elitäre/prominente Welt der französischen „Schickeria“ ist spannen, doch ich persönlich fand die Zerrissenheit des Protagonisten spannender. Ein wirklich toller, und wie schon erwähnt unterhaltsamer Gesellschaftsroman, den ich gerne weiterempfehle.

monsieur am 18.05.2026 08:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Liebe, Macht und Moral als Kräfte gesellschaftlicher Selbsttäuschung

Mit Romanen wie »Die Gierigen« und »Die Zeit der Ruhelosen« hat sich Karine Tuil nicht nur in Frankreich, sondern längst auch im deutschsprachigen Raum den Ruf einer ernstzunehmenden Autorin für politische und gesellschaftliche Themen erarbeitet. Entsprechend groß waren die Erwartungen an ihren neuen Roman »Die Liebeshungrigen«, den ich mit spürbarer Vorfreude erwartet habe – und tatsächlich gelingt es Tuil erneut, eine Geschichte vorzulegen, die von gesellschaftlichen Spannungen, politischen Fragestellungen und moralischen Konflikten durchzogen ist. Dabei richtet sie ihren Blick zwar in erster Linie auf ihr Heimatland Frankreich, greift jedoch Themen auf, die weit über nationale Grenzen hinausreichen und viele moderne Gesellschaften gleichermaßen betreffen dürften.Wie bereits in ihren früheren Werken arbeitet Tuil mit mehreren Figuren, die gleichberechtigt nebeneinanderstehen und jeweils ihren eigenen Beitrag zu dem komplexen Gesamtbild leisten, das der Roman entwirft. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Welt des Films, genauer gesagt die Entstehung eines künstlerisch anspruchsvollen Films, der bewusst in aktuelle feministische Debatten eingreifen und gesellschaftliche Diskussionen anstoßen soll. Doch gerade dieses Vorhaben setzt zahlreiche Spannungen und Konflikte frei: beim ehrgeizigen Regisseur ebenso wie bei den Schauspielerinnen, der Autorin, den Kritikern, der Social-Media-Öffentlichkeit und letztlich auch beim Publikum, das sich zwischen moralischer Empörung, Sensationslust und echtem Interesse bewegt. Parallel dazu erzählt der Roman die Geschichte von Dan Lehman, einem ehemaligen Präsidenten, der zunehmend im Alkohol Zuflucht sucht und sich immer weiter in einen persönlichen Abgrund hineinbegibt.Im Vergleich zu einigen ihrer vorherigen Romane wirkt »Die Liebeshungrigen« weniger global ausgerichtet, doch das bedeutet keineswegs, dass Karine Tuil auf große gesellschaftliche oder ethische Fragen verzichten würde. Vielmehr konzentriert sie sich diesmal stärker auf die Mechanismen öffentlicher Debatten und auf die Macht kultureller Narrative, insbesondere im Medium Film, das heute wie kaum ein anderes gesellschaftliche Resonanz erzeugen kann. Tuil beschreibt eindrucksvoll, welche Dynamik entsteht, wenn Kunst nicht lediglich der Unterhaltung dienen will, sondern bewusst versucht, in aktuelle Diskurse einzugreifen und unbequeme Wahrheiten sichtbar zu machen – oft mit provozierenden und ungeschönten Mitteln.Erneut ist Karine Tuil damit ein Roman gelungen, der sich durchaus als literarischer Beitrag zu gegenwärtigen Debatten lesen lässt, wobei sie gesellschaftliche Konflikte nicht einfach nur abbildet, sondern durch ihre Figuren und Konstellationen weiterdenkt. Besonders überzeugend ist dabei, dass der Fokus nie ausschließlich auf den behandelten Themen liegt, sondern immer auch auf den Menschen selbst, auf ihren Widersprüchen, Sehnsüchten und persönlichen Interessen. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Mosaik unterschiedlichster Perspektiven und Motivationen.Wie schon in ihren früheren Büchern bewegt sich Tuil dabei überwiegend innerhalb privilegierter gesellschaftlicher Kreise: Sie schreibt über Politiker, Schriftsteller, Schauspieler und Regisseure und richtet ihren Blick damit weniger auf die breite Gesellschaft als vielmehr auf jene Menschen, die öffentliche Debatten prägen oder zumindest beeinflussen können. Das mag mitunter distanziert wirken, erscheint jedoch keineswegs unpassend, denn gerade in Zeiten sozialer Medien sind es häufig Kulturschaffende und Intellektuelle, von denen man sich differenzierte Beiträge zu gesellschaftlichen Fragen erhofft – auch wenn die Realität oft genug zeigt, dass dort ebenfalls Eitelkeit, Egoismus und der Wunsch nach Aufmerksamkeit dominieren. Genau diesem Spannungsverhältnis verleiht Tuil in »Die Liebeshungrigen« eine literarische Form und macht deutlich, wie stark persönliche Bedürfnisse, verletzte Egos und die Sehnsucht nach Liebe selbst politische oder moralische Entscheidungen beeinflussen können.Als Autorin gesellschaftspolitischer Literatur bleibt Karine Tuil damit weiterhin äußerst bemerkenswert. Zwar zeichnet auch sie ein eher düsteres Bild der modernen Gesellschaft, doch wirkt ihre Perspektive weniger radikal und kompromisslos als etwa die von Virginie Despentes, hinter deren literarischer Wucht Tuil letztlich doch etwas zurückbleibt.

leah:) am 17.05.2026 08:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Zwischen Glanz, Macht und innerem Zerfall

Karine Tuil zeichnet in Die Liebeshungrigen ein schonungsloses Bild einer Welt, in der Macht, Ruhm und öffentliche Aufmerksamkeit wichtiger erscheinen als echte Nähe. Im Mittelpunkt steht der ehemalige Präsident Dan Lehman, der nach seiner Wahlniederlage immer mehr den Halt verliert, während seine Frau Hilda als Schauspielerin erneut im Rampenlicht steht. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen öffentlicher Inszenierung und privatem Scheitern zunehmend.Das elegante, kühle Cover passt perfekt zur Atmosphäre des Romans. Besonders gefallen hat mir der präzise und intelligente Schreibstil, der die Figuren sehr intensiv beschreibt. Die Charaktere sind nicht unbedingt sympathisch, wirken dafür aber authentisch und glaubwürdig in ihrer Zerrissenheit. Gerade Dan Lehman ist faszinierend, weil sein Absturz emotional und psychologisch nachvollziehbar dargestellt wird.Die Themen Medienmacht, Alkohol, Beziehungen und gesellschaftlicher Druck werden eindringlich behandelt, ohne dass der Roman zu oberflächlich wirkt. Teilweise empfand ich die Vielzahl an Themen jedoch etwas überladen, wodurch manche Passagen distanziert wirkten. Trotzdem entwickelt die Geschichte eine starke Sogwirkung und regt zum Nachdenken an.Besonders interessant fand ich die kritische Darstellung der Medien- und Filmwelt sowie die Frage, was von Menschen übrig bleibt, wenn Macht und öffentliche Anerkennung verschwinden. Für Leserinnen und Leser, die gesellschaftskritische und psychologisch dichte Romane mögen, ist dieses Buch definitiv eine Empfehlung wert.

nupagadii am 16.05.2026 21:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Die Liebeshungrigen

„Die Liebeshungrigen“ das Buch hatte mir vom Klappentext her sehr gut gefallen. Allerdings mochte ich es dann nicht mehr so gerne, da ich am Anfang schwer in die Story gefunden habe. Es fiel mir schwer das Buch bis zum Schluss zu lesen. Wahrscheinlich aber auch weil ich mit den Protagonisten so nichts anfangen konnte. Alle wirkten sehr egozentrisch und auf sich bezogen, was es schwer macht mit den Personen warm zu werden. Außerdem war mir das Thema dann doch auch zu schwerfällig, da ich mit vielen der Themen Alkohol, Drogen usw. Nicht viel anfangen konnte.Der Schreibstil war ganz gut aber von vielen Umbrüchen geprägt, um die verschieden Zustände der Protagonisten dazustellen. An sich war es aber okay aber im Nachhinein einfach nicht mein Geschmack.Auf Grund des Covers hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht gekauft aber es zeigt einfach den Sachverhalt bzw. scheinbar die inhaltlich beschrieben Personen. Das Buch beschreibt eine Mischung aus Machtverlust, Alkohol und gesellschaftlichen Themen. Und zeigt das, die früher aber auch heutige Medienwelt zerstörerisch sein kann und nicht nur Glanz und Glamour ist, wie es nach außen hin oftmals scheint. Was grundsätzlich sehr interessant dargestellt ist, aber für meinen Geschmack einfach etwas zu überladen wurde. Ich würde das Buch trotzdem empfehlen, weil es auf eine besondere Art und Weise Themen wie Sehnsucht, Selbstbestätigung, Selbstdarstellung und auch gesellschaftliche Fragen beleuchtet – auch wenn ich gefühlsmäßig sowie inhaltlich nicht richtige darauf einlassen konnte.

atornatorn am 15.05.2026 10:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Differenzierte Perspektive auf Menschen in der Öffentlichkeit

Ein scharfer, vielschichtiger Roman über Macht, Öffentlichkeit und emotionale Abhängigkeiten! Im Zentrum stehen Menschen aus Politik und Kulturbetrieb, die nach Anerkennung, Liebe und Sichtbarkeit suchen und dabei zunehmend an ihren Rollenbildern zerbrechen. Besonders spannend ist, wie gezeigt wird, dass Beziehungen nie losgelöst von gesellschaftlichen Machtverhältnissen existieren.Aus feministischer Perspektive beeindruckt vor allem Hilda: Während ihr Ehemann nach dem Verlust seiner politischen Macht abstürzt, wird sie plötzlich wieder sichtbar und erfolgreich; allerdings um den Preis permanenter öffentlicher Bewertung. Der Roman macht deutlich, wie weiblicher Erfolg weiterhin an Jugend, Attraktivität und mediale Verwertbarkeit gekoppelt wird, während männliche Macht auch im Scheitern gesellschaftlich anders gelesen wird.