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Details

»Er brauchte sie, damit es funkelte. Und sie brauchte ihn, um ungestört funkeln zu können.«

Die zweitgrößte Liebe

Reicht die Liebe im Zweifel? Ein Roman über die Liebe, die Freiheit, die Abhängigkeit:

Michelle ist Anfang dreißig, als ihr Leben im Osten des Landes auseinanderbricht. Sie steigt auf ihre Vespa, lässt alles hinter sich und fängt von vorne an: Als Rezeptionistin eines Hotels trifft sie auf Luxus, westdeutschen Reichtum und – Henry. Einer, der ganz andere Startmöglichkeiten hatte als sie, dem es nie an irgendetwas gemangelt hat. Sie verlieben sich, allen Unterschieden zum Trotz. Ein sorgenfreies Leben scheint Michelle erstmals möglich – nur zu welchem Preis?

Ruth-Maria Thomas erzählt von der bösen Zufälligkeit, die darüber entscheidet, in welches Leben man hineingeboren wird – und von der Liebe dazwischen. Ein Buch, in das man tief hineinfällt und aus dem man verändert wieder auftaucht.

Bibliografische Daten

EUR 24,00 [DE] – EUR 24,70 [AT]
ISBN : 978-3-423-28576-6
Erscheinungsdatum: 30.07.2026
4. Auflage
304 Seiten
Format : 11,8 x 19,5 cm
Sprache: Deutsch

Autor*innen

Autor*innenporträt

Ruth-Maria Thomas

Ruth-Maria Thomas, 1993 geboren und in Cottbus aufgewachsen, war als Sozialarbeiterin in der Jugendhilfe tätig. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Ihr Debüt ›Die schönste Version‹ (2024) war für den Deutschen Buchpreis, den aspekte-Literaturpreis, den Buddenbrookhaus-Preis, den Preis der deutschen Wirtschaft nominiert und wurde mit dem Ulla-Hahn-Preis ausgezeichnet. 2025 erschien der rbb-Podcast ›Der Bruch – Frauen zwischen Ost und jetzt‹, dessen Host Thomas war. ›Die zweitgrößte Liebe‹ ist ihr zweiter Roman.

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Leserstimmen

116 von 116 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.69 von 5 Sternen


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3 - 10 von 116 Leserstimme

wordfflow am 31.08.2026 00:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Scharfsinnig seziert Thomas Klassenunterschiede innerhalb einer Liebesbeziehung

In Die zweitgrößte Liebe setzt Ruth-Maria Thomas wieder eine Beziehung in den Mittelpunkt der Handlung, die von ganz anderen Themen und Herausforderungen geprägt ist als ihr Debüt. Michelle und Henry kommen aus verschiedenen Welten: Michelle aus familiär und finanziell instabiler Lage aus dem Osten des Landes und Henry aus gutem Hause, der sich über Sicherheit und seine Zukunft nie sorgen musste. Aktuell arbeitet Michelle in einem Luxushotel, wo sie Henry begegnet und die beiden sich verlieben. Doch kann die Liebe die Abgründe zwischen ihren Welten und das daraus resultierende Machtgefälle überwinden?Thomas Beobachtungsgabe, ihr Scharfsinn für Details über gesellschaftlich relevante Themen und zwischenmenschliche Dynamiken findet sich in ihren erzählerischen Feinheiten und ihrer zum Teil schmerzlichen Präzision wieder. Bereits im Prolog deutet sich an, dass die Beziehung sehr abrupt zu enden scheint, also kein romantisches Happy End zu erwarten ist. Besonders fand ich dabei, dass es nicht um Richtig oder Falsch oder Gut oder Böse geht, was dieses Ende erklären würde. Vielmehr wird eine Beziehung dargestellt, die zwar nicht perfekt ist, aber letztendlich durch die grundlegenderen Dynamiken aufgrund der Klassenunterschiede und dem damit verbundenen Machtgefälle zu diesem Ausgang führt. Damit ist der Roman ein realistischer und notwendiger Kontrast zu der ansonsten viel zu häufig romantisierten Rich Man/Poor Woman-Liebesgeschichte.Das Buch endet mit dem Epilog quasi zeitgleich zum Prolog, nur aus Michelles Perspektive. Sicherlich nicht jeden Geschmack treffend, aber mit umso größerem Nachhall ist das Ende gleichzeitig ernüchternd wie herzzerreißend und verwirrend wie nachvollziehbar.Mich hat Die zweitgrößte Liebe beim Lesen und noch lange darüber hinaus zum Nachdenken angeregt. Mir fällt es gerade immer noch schwer, meine Gedanken zu sammeln und diese Rezension zu verfassen. Für mich ist das ein Qualitätsmerkmal, weswegen ich das Buch auch unbedingt empfehle. Eine fantastisch erzählte Geschichte zu einem Thema, das sich noch mehr Menschen zu Herzen nehmen sollten.

schmiesen am 30.08.2026 18:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Ist Liebe trotz Klassenunterschieden möglich?

"Er brauchte sie, damit es funkelte. Und sie brauchte ihn, um ungestört funkeln zu können."Als Michelles Leben durch die Pandemie aus den Fugen gerät, trifft sie eine schwere Entscheidung und wagt den Neustart in einer großen Stadt. Sie arbeitet im Hotel, steigt schnell auf, lebt in einer winzigen, aber bezahlbaren Kammer. Eines Abends trifft sie Henry - ein Mann, der völlig andere Startmöglichkeiten hatte als sie. Reich geboren, reich geblieben. Die beiden verlieben sich heftig ineinander, und zum ersten Mal scheint ein Leben ohne Geldsorgen möglich zu sein für Michelle. Doch ist Henry wirklich so großzügig, wie der Schein vermuten lässt?Ruth-Maria Thomas verhandelt auch in ihrem zweiten Roman psychologisch und philosophisch hochinteressante Themen auf Ebene der Paarbeziehung. Die große Frage, die der Roman stellt: Lassen sich Klassenunterschiede in einer Liebesbeziehung je wirklich überbrücken? Oder müssen sich alle Beteiligten dauernd fragen: Ist es Liebe, Glück und Zuneigung, oder schlichtweg Habgier gekoppelt mit Gönnertum? Und genau in diesem riesigen Dilemma befinden sich die beiden frischverliebten Michelle und Henry.Keiner von beiden meint es böse, keiner von beiden will dem anderen etwas Schlechtes. Und doch steht das große Thema Geld immer zwischen ihnen. Michelle hat keins, Henry zu viel davon. Michelles Sorgen drehen sich beinahe ausschließlich um Geld, Henrys darum, ob er "jemals wieder wirklich lieben kann". Michelle war noch nie wirklich im Urlaub, Henry reist hin, wo es ihm gefällt. Michelle fährt Vespa, Henry Taxi. Und so weiter, und so fort. Mit diesen Alltäglichkeiten zeichnet die Autorin sehr klar nach, wo die Trennlinien verlaufen, die Kluften, die Stolperfallen. Henry kann (oder will?) Michelles Welt nicht verstehen, das Erbe, das sie von ihrer Mutter mitbekommen hat und das sich nicht auf dem Bankkonto zeigt, das traditionelle Fischbrötchenessen an Weihnachten mit ihrem Bruder. Er will sie da rauskaufen, ihr "etwas Besseres bieten", ist felsenfest überzeugt, dass er das kann. Dass sie das braucht und will. Und irgendwie ist das auch so. Aber Henrys Bedingungen werden immer enger.Und hier setzt das Beklemmende des Romans ein. Obwohl beide, wie gesagt, keine bösen Absichten haben, so sehen sie einander auch nicht klar. Henry spielt sein Rettersyndrom an Michelle aus, will sie fast schon kaufen, will sein Leben mit irgendeinem Sinn füllen, als wäre sie ein Ehrenamtsprojekt. Michelle ist härter, klarer, sie behält sich ihre Weit- und Klarsicht. Sie fühlt sich nie recht wohl in Henrys Welt, mit seiner Familie und seinen Freunden, selbst mit ihm. Und das tut manchmal weh zu lesen. Denn die Vorbehalte loslassen geht nicht, wenn immer die Möglichkeit besteht, dass die Liebe endet, und man als Frau dann wieder mittellos dasteht. Der Roman ist also ein wenig moderne Cinderella, aber als feministischer Klassenkampf.Thematisch also ein reichhaltiges, nachdenklich machendes Lesevergnügen, das ein wenig dadurch verliert, dass der Schreibstil oft sehr abgehackt wirkt. Hauptsätze werden aneinandergereiht, es wird zwar viel zwischen den Zeilen platziert und Atmosphäre erzeugt, dafür aber oft auch mit leichtem Kitsch gearbeitet, der mir nicht recht gefiel. Gerade auch die angedeutete Ost-West-Thematik hat sich mir nicht so ganz erschlossen - darum muss es bei Klassenunterschieden jetzt ja nicht unbedingt gehen. Stilistisch sicher kein Meisterwerk, aber inhaltlich reich und vielschichtig.

buecher.am.meer am 30.08.2026 11:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Wie frei kann Liebe sein?

Die zweitgrößte Liebe von Ruth-Maria ThomasNach „Die schönste Version“ war ich sehr gespannt auf den neuen Roman von Ruth-Maria Thomas.»Sie wusste, sie konnte es mit Henry schaffen. Er hatte, was sie brauchte. Und das war das Problem.«Michelle ist Anfang dreißig, als sie ihr bisheriges Leben hinter sich lässt. Mit ihrer Vespa fährt sie los, beginnt neu und landet schließlich in einem Hotel, wo sie Henry kennenlernt. Er kommt aus einer völlig anderen Welt, ist mit Möglichkeiten und Sicherheit aufgewachsen, die Michelle nie selbstverständlich waren. Trotzdem verlieben sie sich.Und genau hier wird der Roman interessant: Ruth-Maria Thomas erzählt nicht einfach eine Liebesgeschichte, sondern fragt, was Liebe eigentlich mit Freiheit, Abhängigkeit und den unterschiedlichen Voraussetzungen eines Lebens zu tun hat.Ich mochte sehr, wie selbstverständlich dabei auch soziale Ungleichheit und die Frage nach der eigenen Herkunft mitschwingen. Wie viel unseres Lebens ist tatsächlich unsere eigene Entscheidung – und wie viel davon hängt davon ab, wo und unter welchen Umständen wir geboren wurden?Michelle ist dabei keine Figur, die man einfach nur beobachten kann. Ich habe sie mit ihren Wünschen, Zweifeln und Entscheidungen sehr nah erlebt und mich beim Lesen immer wieder gefragt, was ich an ihrer Stelle getan hätte.Auch wenn ich vielleicht nicht mehr ganz zur Zielgruppe dieses Romans gehöre, konnte ich mich gut auf Michelle und ihre Geschichte einlassen – und vieles hat mich zum Nachdenken gebracht.„Die zweitgrößte Liebe“ ist für mich ein kluger, manchmal schmerzhafter und gleichzeitig sehr lebensnaher Roman über Liebe, Ungleichheit und die Suche nach einem eigenen Leben. Eine kurzweilige und unterhaltsame Lektüre, die einige interessante Gedanken mitgibt.Das Ende war für mich leider etwas vorhersehbar. Dennoch: Wer „Die schönste Version“ mochte, sollte sich auch diesen Roman unbedingt anschauen.

annnna97 am 28.08.2026 17:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Klassenunterschiede, Machtgefälle und die Liebe

Der Roman erzählt die Geschichte der Beziehung zwischen Michelle und Henry, die sich in einander verlieben, obwohl sie aus unterschiedlichen Welten kommen. Henry ist aus einer reichen, gebildeten, westdeutschen Familie und Michelle aus eher ärmeren Verhältnissen Ostdeutschlands. Michelle ist eine sehr spannende Protagonistin. Sie ist zwar nicht immer besonders sympathisch, aber wirkt authentisch und lebendig. Bei dem Klappentext könnte man denken, dass es eine Art moderne Version von Aschenputtel ist, aber Michelle ist das absolute Gegenteil einer solchen Figur. Sie ist stark, selbständig und selbstreflektiert. Letzten Endes stellt der Roman die Frage, ob wahre Liebe wirklich alles überwinden kann, wie es uns in Liebesromanen immer erzählt wird oder ob es Unterschiede gibt, die unüberwindbar sind. Viele würden sagen, dass die Herkunft in Beziehungen heutzutage keine Rolle mehr spielt, aber das ist natürlich zu kurz gedacht. Mir hat der Roman wirklich richtig gut gefallen und ich finde, dass die Mischung aus Gesellschaftskritik und Liebesgeschichte gut gelungen ist. Die Fragen über Herkunft, Chancengleichheit, Klassismus, Machtgefälle etc., die aufgeworfen werden, machen die Geschichte sehr komplex und realistisch. Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen und ich werde sicher weitere Bücher der Autorin lesen. Ich würde den Roman auf jeden Fall weiterempfehlen, wenn man Lust auf eine etwas andere Art von Liebesgeschichte hat, die nichts romantisiert, aber zum Nachdenken anregt.

beavielleser am 28.08.2026 09:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Hut ab vor Michelle

Michelle hatte einen kleinen Schmuckladen und damit ihr Auskommen. Dann kam Corona und sie musste ihre einzige Angestellte entlassen und den Laden schließen. Was ihr blieb, war ein Berg aus Schulden. Sie zieht von der Kleinstadt in die Großstadt, weil sie dort dort einen Job als Rezeptionistin bekommt. Sie lebt in einer winzigen Dachgeschosswohnung und hat am Monatsende kaum noch Geld, da sie auch noch einen Berg Schulden abbezahlen muss. Aber sie hat schon als Kind gelernt mit wenig auszukommen und kommt klar. Eines Abends nach ihrer Arbeit trifft sie Henry. Die beiden kommen sich näher, verlieben sich. Michelle bekommt erst nach und nach mit, wieviel Geld Henry hat. Sie zieht zu ihm und versucht sich in sein Leben einzugewöhnen.In jeder Zeile spürt man, wie schwierig es für Michelle ist sich in diesen Luxus einzuleben. Henry versteht nicht, warum sie ein Problem hat Geld und Geschenke von ihm anzunehmen und wie schuldig sie sich deshalb fühlt."Je sorgenfreier ihr Alltag wurde, desto mehr sah sie, wie sorgenvoller der Alltag anderer war." (Seite 212)Zum Ende hin, saß ich mit offenen Mund da und konnte über Henry nur den Kopf schütteln. Für Michelle gibt es von mir ein Daumen hoch.Ein tolles Buch!

canyouseeme am 26.08.2026 22:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

zwei Welten

In Die zweitgrößte Liebe erzählt Ruth Maria Thomas von Mishelle und Henry, zwei Menschen, die aus sehr unterschiedlichen familiären und gesellschaftlichen Welten kommen. Gerade diese Gegensätze machen ihre Beziehung schwierig: Beide bringen eigene Erfahrungen und Vorstellungen mit, die der jeweils andere nicht vollständig verstehen kann.Besonders gefallen hat mir Thomas’ Sprache. Der Schreibstil ist direkt, klar und angenehm zu lesen, wirkt dabei aber trotzdem eindringlich. Dadurch entsteht eine große Nähe zu den Figuren und ihren Konflikten.Spannend fand ich vor allem, wie Thomas das Aufeinandertreffen dieser beiden Welten beschreibt. Mishelle und Henry sind beide verschlossen und öffnen sich dem anderen nur schwer. Obwohl sie sich näherkommen, schaffen sie es deshalb nicht, einander wirklich zu verstehen. Aus ihrer unterschiedlichen Herkunft und ihrem fehlenden Austausch entstehen immer wieder Konflikte.Für mich zeigt der Roman sehr eindrücklich, dass Liebe allein nicht genügt, wenn zwei Menschen in völlig unterschiedlichen Lebenswelten aufgewachsen sind. Die zweitgrößte Liebe ist deshalb weniger eine klassische Liebesgeschichte als eine Geschichte über Nähe, Distanz und die Schwierigkeit, einen anderen Menschen wirklich zu verstehen.

murmel266 am 25.08.2026 07:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Schatten der Vergangenheit

Der im dtv Verlag erschienene Roman der Schriftstellerin Ruth-Maria Thomas ist das erste Buch, was ich von dieser Autorin gelesen habe. Das Cover mit dem halben Gesicht einer Frau passt sehr gut zum Roman. Auch die Farbgestaltung hat mich überzeugt. Ich bin gut in das Buch reingekommen und es hat sich flüssig lesen lassen.Michelle ist Anfang Dreißig und heutzutage würde man sagen in sehr prekären Verhältnissen zusammen mit ihrem Bruder großgeworden. Ihre Mutter ist sehr früh an Gebärmutterhalskrebs verstorben. Immer ging es darum sich von Monat zu Monat zu hangeln. Ihrer Arbeit geht sie als Rezeptionistin eines Luxushotels nach und sieht dort das, was sie selbst nie erlebt hat. Ein Leben in gesicherten Verhältnissen, wo Reichtum zur Tagesordnung gehört und man sich darüber keine Gedanken machen muss. Dann lernt sie Henry kennen und "lieben". Für sie sieht es so aus, als ob bei seiner Familie alles im Überfluss vorhanden ist. Sie ist die bindungsunwillige Frau, immer auf der Suche nach der Sicherheit, die sie niemals kannte. Die Beziehung kommt zu dem Punkt und Henry macht ihr einen Heiratsantrag. Sie die Frau, die niemals heiraten wollte.

mondscheinsonate am 24.08.2026 22:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein Roman, der nachhallt

„Die zweitgrößte Liebe“ ist mein zweites Werk von Ruth-Maria Thomas. Ihr Debütroman hat mich unglaublich berührt, und so war ich nun sehr gespannt auf ihren Folgeroman.In „Die zweitgrößte Liebe“ spielt die Darstellung von Klassismus eine große Rolle.Michelle stammt aus dem Osten Deutschlands und ist dort in relativ ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Als ihr Laden durch Corona nicht mehr gut läuft, zieht sie nach Westdeutschland, wo sie in einer kleinen Wohnung lebt und in einem Hotel arbeitet. Als sie auf Henry trifft, prallen zwei Welten aufeinander. Henry kennt keine Geldsorgen, seine Familie ist wohlhabend. Obwohl ihre Herkunft so unterschiedlich ist, finden sie zueinander. Doch kann Liebe wirklich alle Differenzen überbrücken?Ruth-Maria Thomas zeigt auch in dieser Geschichte wieder auf feinfühlige Art die Auswirkungen unterschiedlicher Machtgefälle innerhalb einer Beziehung.Wir haben hier Michelle, die ihre Armut eben nicht einfach „überwinden“ kann und deren Gedanken und Handeln von ihrer Herkunft beeinflusst werden. Für Henry ist das nicht unbedingt greifbar, denn er wurde durch ganz andere Lebensbedingungen geprägt.Man muss Michelle und Henry dabei nicht immer verstehen oder ihre Entscheidungen nachvollziehen können. Die Dynamik zwischen ihnen und ihre Liebesgeschichte ist trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen - so berührend, so leidenschaftlich und so schmerzhaft.„Die zweitgrößte Liebe“ ist ein Buch, das mir wieder lange im Kopf bleiben wird. Ich bin absoluter Fan der Autorin und freue mich auf jede weitere Geschichte von ihr.

buch.insel am 24.08.2026 19:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Sperrig und unangepasst

Zu diesem Buch habe ich öfter gelesen, dass es sich stark vom Debüt „Die schönste Version“ unterscheide. Für mich war es genau andersherum: Beide Bücher verbindet etwas, das ich an Ruth-Maria Thomas’ Geschichten besonders spannend finde: ihre unbequemen Protagonistinnen.Shelly, die Protagonistin in „Die zweitgrößte Liebe“, ist die Freundin von Jella, der Protagonistin aus „Die schönste Version“. Beide Frauen konnte ich beim Lesen nicht wirklich ins Herz schließen. Ihre eigenwilligen Charaktere und fragwürdigen Entscheidungen haben mich oft ratlos gemacht. Man möchte sie wachrütteln, ihnen den Weg zeigen und gleichzeitig sind sie so sperrig, unangepasst und individuell, dass man sich ihrer Wirkung kaum entziehen kann.Ruth-Maria Thomas’ flüssiger, zugänglicher Schreibstil schafft es dabei, gerade diese Eigenheiten der Figuren zu transportieren und sie für den Leser greifbar zu machen. So bringt sie uns ihren Figuren trotz ihrer Sperrigkeit näher.Trotzdem hatte ich immer wieder Mühe, am Ball zu bleiben und das Buch nicht allzu schnell wieder aus der Hand zu legen. Das ging mir bei ihrem Debütroman ebenfalls so.„Die zweitgrößte Liebe“ hat mich aus meiner Komfortzone geholt: Ich musste meine eigene heile Beziehungswelt für einen Moment beiseiteschieben und versuchen, die Welt der Figuren wirklich zu verstehen. Das macht für mich die Stärke dieses Romans aus.

mitsuqueen am 24.08.2026 08:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Reicht die Liebe aus?

Michelle kommt aus dem Osten von Ostdeutschland und ist dort mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in eher schwierigen finanziellen Verhältnissen aufgewachsen.Trotzdem hat sie mit ihrer Kunst, der Schmuckerstellung, einen kleinen Laden eröffnet, der einige Zeit gut lief. Corona veränderte das und Michelle sieht sich gezwungen, in einer anderen Stadt - in Westdeutschland - nochmal neu anzufangen.Eine Mini-Wohnung nur mit dem Nötigsten, ein Job im Hotel - so kommt sie zu recht und kann nebenbei ihre Schulden abzahlen.Dann trifft sie Henry und alles scheint plötzlich möglich. Henry hat Geld, eine Eigentumswohnung und ist sehr verliebt in Michelle. Dazu ist Henry attraktiv, liebenswert und klug - eigentlich könnte doch alles prima passen! Oder doch nicht?Ruth-Maria Thomas beschreibt sehr fein und oft zwischen den Zeilen die Entfernung zwischen den Welten von Michelle und Henry, die sich irgendwie nicht wegwischen lässt. Kann sich Michelle völlig auf Henry einlassen und in seine Welt eintauchen und ihn heiraten?Ich habe das Buch sehr gern gelesen und empfehle es uneingeschränkt weiter!

Veranstaltungen & Medientermine

Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹ im Rahmen von "Literarischer Herbst"
Moderation : Verena Kessler

mit Dana Vonwinckel

15.10.2026
19:00 Uhr (CEST)
Werk 2 Halle D
Kochstraße 132
04277 Leipzig
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹
24.10.2026
19:30 Uhr (CEST)
Kapitel 10 GmbH
Limmattalstr. 197
8049 Zürich
25,00 €
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

im Rahmen der Literaturtage "Lesezeichen"

06.11.2026
18:00 Uhr (CEST)
"Gleis3" Brauhaus am Bahnhof
Bahnhofstr. 4
09633 Halsbrücke
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus "Die zweitgrößte Liebe"
17.11.2026
19:00 Uhr (CEST)
Buchhandlung am Fellbacher Platz
Heinsestr. 25
13467 Berlin
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

Mit Dana Vowinckel

24.11.2026
Kresslesmühle
Barfüßerstraße 4
86150 Augsburg
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹
Moderation : Teresa Reichl
02.02.2027
20:00 Uhr (CEST)
Buchhandlung Dombrowsky
St. Kassians-Platz 6
93047 Regensburg
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹
02.03.2027
20:00 Uhr (CEST)
Studio Filmtheater
Wilhelminenstr. 10
24103 Kiel
Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

WDR 2
Eine unbedingte Empfehlung für den Sommer, egal ob man den in der eigenen Villa mit Pool in Spanien ...verbringt, weil man es dicke hat, oder zu Hause auf dem Balkon, weil das Geld knapp ist. (...) Für alle, die auf der Suche nach einem klischeefreien und gesellschaftskritischen Liebesroman sind. mehr weniger

Christine Westermann, 02.08.2026

NDR Buch des Monats
Einer der schrecklich-schönsten Liebesromane der heutigen Zeit.

23.07.2026

Welt am Sonntag
Emotional mitreißend und nüchtern realistisch.

Mari-Luise Goldmann, 04.10.2026

Madame
Ruth-Maria Thomas kann wunderbar präzise über Liebe schreiben.

01.09.2026

SRF-Bestenliste
Ein Beziehungsdrama, das man verschlingt.

01.09.2026

Aachener Zeitung
Ruth-Maria Thomas lässt Lebenswelten kollidieren und zeigt sich einmal mehr als präzise Beobachterin... mit sprachlicher Brillanz. Gesagtes und Unausgesprochenes sorgen in starken Dialogen für nahbare und nachvollziehbare Charaktere. mehr weniger

Norbert Windeck, 31.08.2026

Tages-Anzeiger
Ruth-Maria Thomas beweist auch in ihrem zweiten Buch, welch großartige Erzählerin sie ist, wie schar...f und feinfühlig zugleich sie gesellschaftliche Themen – Klasse, Geld und letztlich auch Macht – bearbeitet. mehr weniger

31.08.2026

ARD Druckfrisch
Thomas erzählt aufregend neu die alte Geschichte von den zwei Königskindern, die nicht zueinanderkom...men. mehr weniger

Denis Scheck, 23.08.2026

SZ-Magazin
In nüchterner, unaufgeregter Sprache, zwischen Momenten rosarot-verliebter Zuckerwatte stellt die Au...torin Fragen nach Klasse, Geschlecht und Herkunft. Worteinschübe und lange Schachtelsätze erinnern stellenweise an einen Gedankenstrom und ziehen direkt in das Erleben der Figuren. Wie schon in ihrem Debüt „Die schönste Version“ erzählt Thomas die Geschichte der vielschichtigen Charaktere mit so vielen Details, dass man sie fast riechen, schmecken, greifen kann. mehr weniger

Cara Hofmann, 22.08.2026

Berliner Zeitung
Ruth-Maria Thomas gelingt besonders gut: Sie zeichnet mit diesem Roman ein Bild der Ungleichheit in ...der Gesellschaft, ohne auch nur eine einzige journalistische These aussprechen zu müssen. Es ist ein Ost-West-Roman, ohne dass die Namen der politischen Himmelsrichtungen fallen. mehr weniger

22.08.2026

Stuttgarter Zeitung
›Die zweitgrößte Liebe‹ ist weit mehr als ein gelungenes zweites Buch. Ruth-Maria Thomas schärft das..., was ihr Schreiben schon im Debüt so besonders gemacht hat: ihren Blick für das Ungesagte, für die leisen Verschiebungen zwischen Menschen und für die Art, wie gesellschaftliche Verhältnisse bis in die intimsten Beziehungen hineinreichen. mehr weniger

Sandra Belschner, 10.08.2026

tz
Dabei schafft die Autorin Identifikationsfiguren und erweitert den Horizont – mit ihrer klugen, einf...ühlsamen Sprache, die sich weigert, Menschen in Schubladen zu stecken. mehr weniger

Johanna Scultheiss, 03.08.2026

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Der zweite Roman von Ruth-Maria Thomas, ist die kluge Geschichte einer Liebe über soziale Unterschie...de hinweg. (...) Thomas erzählt das aus beiden Perspektiven, und sie tut es fair. (...) Am klügsten ist der Roman dort, wo er die Scham umverteilt. mehr weniger

Mariya Martiyenko, 02.08.2026

InStyle
In ›Die zweitgrößte Liebe‹ schreibt Autorin Ruth-Maria Thomas eine Lovestory, die mehr ist, als nur ...romantisch – und traut sich, wie gewohnt, auch über das zu schreiben, bei dem die meisten wegsehen. mehr weniger

Greta Lowak, 02.08.2026

Die Welt, Literarische Welt
Beziehungen wie die zwischen Henry und Michelle, also solche, die auf ökonomischen Ungleichheiten be...ruhen, gibt es in der Realität viele. Doch noch nie wurden die dahinterstehenden Gedanken, Hoffnungen und Gefühle so präzise durchleuchtet wie hier. mehr weniger

Marie-Luise Goldmann, 01.08.2026

rbb Radio 3
Ruth-Maria Thomas hat ihre Stimme und ihre Themen gefunden. Auf sensible Weise macht sie Machtgefäll...e in Beziehungen begreifbar. (...) Es ist eine der schmerzlich-schönsten Liebesgeschichten, die man aktuell lesen kann. mehr weniger

Corinne Orlowski, 31.07.2026

MDR
›Die zweitgrößte Liebe‹ besticht durch mitreißende Dialoge und ist psychologisch auf den Punkt erzäh...lt – [zum Beispiel, wenn Michelle und Henry dem jeweils anderen nur zögerlich von der eigenen Herkunft berichten]. Ruth-Maria Thomas meidet in ihrem Roman nicht nur jedes Klischee, sie fragt auch auf kluge Weise, wie selbstlos wir wirklich sind in der Liebe. mehr weniger

30.07.2026

SWR Kultur
Ruth-Maria Thomas besitzt ein gutes Gespür für Dialoge und zwischenmenschliche Spannungen. Ihre Figu...ren sprechen lebendig und lebensnah, sie findet starke Szenen. (...) Ruth Maria Thomas gelingt ein präzises Porträt zweier Menschen, die sich lieben – und dennoch an völlig unterschiedlichen Vorstellungen von Sicherheit scheitern. mehr weniger

Theresa Hübner, 30.07.2026

SRF
Legt man das Buch beiseite, wünscht man sich, die Autorin möge bitte bald eines nachlegen. Gerne auc...h wieder mit einer Protagonistin wie Michelle, die einem mit ihrer direkten, kaltschnäuzigen Art sofort ans Herz wächst. mehr weniger

Katja Schönherr, 30.07.2026

Leipziger Volkszeitung
Erneut erreicht Ruth-Maria Thomas mit der verblüffenden Leichtigkeit einer unbekümmert wirkenden Spr...ache emotionale Tiefen, wenn sie erzählt, wie möglich oder unmöglich es sein kann, ein Leben gleichberechtigt zu teilen. (...) Auch von solchem Schmerz erzählt dieser zweite Roman, der den hohen Erwartungen gerecht wird. mehr weniger

Janina Fleischer, 29.07.2026

Die Zeit
Es ist ein Roman, der eine wilde Sogkraft entwickelt, bis zu seinem fulminanten Ende.

Jolinde Hüchtker, 23.07.2026