Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Details

»Er brauchte sie, damit es funkelte. Und sie brauchte ihn, um ungestört funkeln zu können.«

Die zweitgrößte Liebe

Reicht die Liebe im Zweifel? Ein Roman über die Liebe, die Freiheit, die Abhängigkeit:

Michelle ist Anfang dreißig, als ihr Leben im Osten des Landes auseinanderbricht. Sie steigt auf ihre Vespa, lässt alles hinter sich und fängt von vorne an: Als Rezeptionistin eines Hotels trifft sie auf Luxus, westdeutschen Reichtum und – Henry. Einer, der ganz andere Startmöglichkeiten hatte als sie, dem es nie an irgendetwas gemangelt hat. Sie verlieben sich, allen Unterschieden zum Trotz. Ein sorgenfreies Leben scheint Michelle erstmals möglich – nur zu welchem Preis?

Ruth-Maria Thomas erzählt von der bösen Zufälligkeit, die darüber entscheidet, in welches Leben man hineingeboren wird – und von der Liebe dazwischen. Ein Buch, in das man tief hineinfällt und aus dem man verändert wieder auftaucht.

Bibliografische Daten

EUR 24,00 [DE] – EUR 24,70 [AT]
ISBN : 978-3-423-28576-6
Erscheinungsdatum: 30.07.2026
4. Auflage
304 Seiten
Format : 11,8 x 19,5 cm
Sprache: Deutsch

Autor*innen

Autor*innenporträt

Ruth-Maria Thomas

Ruth-Maria Thomas, 1993 geboren und in Cottbus aufgewachsen, war als Sozialarbeiterin in der Jugendhilfe tätig. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Ihr Debüt ›Die schönste Version‹ (2024) war für den Deutschen Buchpreis, den aspekte-Literaturpreis, den Buddenbrookhaus-Preis, den Preis der deutschen Wirtschaft nominiert und wurde mit dem Ulla-Hahn-Preis ausgezeichnet. 2025 erschien der rbb-Podcast ›Der Bruch – Frauen zwischen Ost und jetzt‹, dessen Host Thomas war. ›Die zweitgrößte Liebe‹ ist ihr zweiter Roman.

zur Autor*innen Seite

Pressematerialien

Bei unserer Presseabteilung können Sie unter Angabe des Verwendungszwecks Autor*innenfotos anfordern.

Leserstimmen

116 von 116 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.69 von 5 Sternen


69%

31%

0%

0%

0%


Geben Sie eine Leserstimme ab!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Kunden.


4 - 10 von 116 Leserstimme

die eine am 24.08.2026 06:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Bleibt im Kopf

„ Die zweitgrößte Liebe“ von Ruth Maria Thomas hat mich vor allem durch seine sehr persönliche und gefühlvolle Art berührt. Der Roman erzählt nicht einfach nur eine Liebesgeschichte, sondern beschäftigt sich mit Beziehungen, Sehnsüchten, Erinnerungen und den widersprüchlichen Gefühlen, die Menschen miteinander verbinden.Besonders gefallen hat mir, dass die Figuren nicht perfekt dargestellt werden. Sie wirken menschlich, manchmal verletzlich und manchmal auch schwer nachvollziehbar. Gerade diese Ecken und Kanten haben die Geschichte für mich glaubwürdig gemacht. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, über Situationen nachzudenken, die man vielleicht selbst schon einmal erlebt oder zumindest nachempfunden hat.Die Sprache von Ruth Maria Thomas fand ich sehr eindringlich und zugleich angenehm zu lesen. Manche Stellen haben mich zum Nachdenken gebracht, andere haben mich emotional erreicht. Gleichzeitig war die Geschichte für mich nicht immer leicht, weil einige Gefühle und Situationen durchaus nachdenklich oder melancholisch wirken.Insgesamt ist „Die zweitgrößte Liebe“ für mich ein Buch über die vielen Facetten der Liebe – darüber, dass Gefühle nicht immer einfach sind und dass eine Beziehung einen Menschen auch lange über ihre eigentliche Dauer hinaus beschäftigen kann.Ich würde das Buch besonders Leserinnen und Lesern empfehlen, die gerne ruhige, emotionale Geschichten lesen und sich auf die Gedanken und Gefühle der Figuren einlassen möchten. Für mich ist es ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern noch eine Weile im Kopf bleibt.

nataliegoodman am 23.08.2026 11:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Liebe mit Klassenunterschieden

Ein Paar Anfang 30 lernt sich kennen und lieben. Das ist nie so einfach, wie es klingt, auch nicht bei Michelle und Henry. Beide kommen aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen: Während Henry wohlhabend aufgewachsen ist und als Erwachsener einen gut bezahlten Job hat, kennt Michelle nur den finanziellen Struggle. Das führt zu sehr unterschiedlichen Erfahrungen und zu stark unterschiedlichen Machtpositionen in der Beziehung.Diesen Teil der unterschiedlichen Klassenzugehörigkeit und der Entwicklung fand ich sehr gut und sensibel herausgearbeitet und spannend zu lesen. Man spürt förmlich Michelles Zerrissenheit, die einerseits ihre Unabhängigkeit wahren will und sich gleichzeitig Henrys großzügigen Angeboten vom Zusammenziehen bis zur Unterstützung ihrer Selbstständigkeit gegenübersieht.Dass der Beziehung vermutlich kein Happy End gegönnt ist, lässt sich schon in einer Art Prolog vermuten. Dort kommt Henry in die gemeinsame Wohnung, die verlassen ist, obwohl beide verabredet waren. Dann springt die Handlung 2,5 Jahre in die Vergangenheit und erzählt Michelles und Henrys Liebesgeschichte von Anfang an.Immer wieder zeigen kurze Rückblenden dazwischen Momente aus Michelles Vergangenheit, vor allem aus ihrer Jugend mit ihrer Mutter und ihrer Zeit als elbstständige Schmuckdesignerin mit eigenem, finanziell erfolglosem Laden. Die Szenen fügen sich nahtlos in die Erzählung ein und geben nach und nach ein komplexes Bild der Protagonistin. Henry bleibt im Vergleich blasser und uninteressanter für mich. So richtig habe ich auch die Anziehung zwischen beiden nicht nachvollziehen können.Insgesamt ein wirklich toll und mitreißend geschriebener Roman über Klassenzugehörigkeit in Beziehungen, der in seinen zarten zwischenmenschlichen Tönen glänzt.

heike_18.8 am 22.08.2026 17:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Feinheiten zwischen den Zeilen

Mit dem Schmuckladen und ihren eigenen Kreationen ist Michelle pleite gegangen. Jetzt steht sie an der Rezeption eines Hotels, lebt von dem Essen was die Gäste übrig lassen, um schnellstmöglich die Schulden zu reduzieren. Bei Henry ist es ganz anders, sicherer Job, Eigentumswohnung, Essen gehen - alles kein Problem. Das entsteht erst, als diese beiden Leben aufeinander treffen. Zwar ist Henry im ersten Moment schon fasziniert von Michelle, doch ist er sich auch nicht ganz sicher, ob sie nicht Geld für die gemeinsame Nacht von ihm haben möchte. Doch "so eine" ist sie nicht. Trotzdem ist das Thema Geld zwischen den beiden allgegenwärtig. Während Henry seiner Freundin gerne ein sorgenfreies Leben und freie Entfaltungsmöglichkeiten bieten möchte, sind das für Michelle Almosen, Fußfesseln und einfach nicht das, was sie sich unter einer gleichberechtigten Beziehung vorstellt. Ruth-Maria Thomas skizziert hier eine Beziehung mit psychologischen Tiefgang und den gewissen Feinheiten zwischen den Zeilen. Ein außerordentlich tolles Buch!

rosetheline am 19.08.2026 20:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Zwischen arm und reich

In Ruth-Maria Thomas zweitem Roman "Die zweitgrößte Liebe" geht es um Michelle (die man vielleicht noch aus "Die schönste Version", ihrem ersten Buch, kennt), einer Anfang Dreißigjährigen, die "im Osten" mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in einfachen Verhältnissen aufgewachsen ist. Nachdem sie sich mit ihrem eigens hergestellten Schmuck und dem eigenen Laden nicht mehr über Wasser halten konnte, beschloss sie nach Hamburg zu ziehen, einen gut bezahlten Job in einem Luxushotel anzunehmen und endlich ihre Schulden abbezahlen zu können. Eines Abends nach ihrer Schicht trifft sie dort auf Henry und es funkt zwischen den beiden. Doch was Michelle zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß ist, dass die Lebensrealitäten der beiden komplett unterschiedlich sind. Kann diese Liebe halten?Schon zu Beginn des Buches bekommt man mit, dass Michelle einfach abgehauen ist und Henry nicht mehr weiter weiß. Und so wird man mit dieser Info wieder ganz an den Anfang katapultiert und liest über die Anfänge der beiden und wie es letztendlich zu dem Ende kommt. Mit jedem Kapitel merkt man, wie unterschiedlich Michelle und Henry aufgewachsen sind und wie sehr das Thema Klassismus in beider Leben präsent beziehungsweise abwesend ist. Während Geld für Michelle in fast jeder Situation eine Rolle spielt, muss sich Henry darum kaum Gedanken machen. Es wundert ihn sogar, warum Michelle so viel über Geld nachdenkt und spricht. Er zeigt Michelle immer mehr von seiner Welt und versucht ihr zu zeigen, wie einfach es mit ihm an ihrer Seite sein kann und dass er ihr "Retter in der Not" ist. Gleichzeitig versteht er nicht, dass die ganze Situation nicht so simpel ist, wie er sich das vorstellt. Eines Tages wagt er dann einen Schritt, der alles zu übertreffen scheint. Doch hat er damit das Fass zum Überlaufen gebracht?Meiner Meinung nach hat Thomas gut eingefangen, welche Rolle Klassismus in einer Beziehung im etablierten Erwachsenenalter darstellen kann. Der Erzählstil hat mir gut gefallen und insgesamt hat mir "Die zweitgrößte Liebe" auch viel mehr gefallen als ihr Debütroman. Ein wichtiges Buch der heutigen Zeit und daher kann ich es definitiv empfehlen.

lesens_werte am 18.08.2026 11:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Geschichte mit Substanz

Die Arbeit im Hotel in der Großstadt war eigentlich nur eine Notlösung für Michelle, eine Überbrückung damit sie die Schulden möglichst schnell loswerden kann. Doch dann lernt sie genau dort Henry kennen. Er hat Manieren, ist offensichtlich aus gutem Haus, Geld spielt für ihn keine große Rolle, denn es ist genügend davon da. Er verliebt sich schnell in sie und irgendwie verliebt sich Michelle auch in ihn, obwohl da so viele Unterschiede zwischen ihnen beiden sind. Letztendlich stellt sie sich aber immer wieder die Frage, liebt sie Henry trotz oder wegen seines Geldes? "Die zweitgrößte Liebe" hat auf den ersten Blick etwas von einer "Pretty Woman"-Geschichte: ein wohlhabender Mann verliebt sich in eine attraktive verschuldete Frau und will ihr ein sorgenfreies Leben ermöglichen. Nun stimmt hier zwar der Kern der Geschichte, die Umsetzung des Romans ist aber weniger trivial, sondern vielschichtiger, feinsinniger und vor allem psychologischer als ein 90er-Jahre Film. Der Ball fliegt immer wieder zwischen Michelle und Henry hin und her. Beide Charaktere haben ihre Schwächen, man möchte beiden immer wieder auf die Sprünge helfen und viele Blamagen sind absehbar. Nach Ruth-Maria Thomas Debütroman aus  2024, der wahnsinnig gehyped wurde, hatte ich mir von diesem Buch irgendwie etwas mehr erhofft. Das schmälert allerdings nicht das großartige Thema, das nicht als Happy-End-Schnulze sondern als Geschichte mit Substanz umgesetzt wurde.

roomwithabook am 17.08.2026 22:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Geld oder Liebe

Michelle ist ziemlich am Ende, als sie in einer norddeutschen Stadt neu anfängt: Sie musste ihren Schmuckladen in ihrer Lausitzer Heimat schließen, hat Schulden und steht ohne jeden Rückhalt da. Die Arbeit im Nobelhotel, in dem sie anheuert, ist meistens erträglich, trotzdem kommt sie kaum über die Runden. Doch dann trifft sie Henry, und alles wirkt plötzlich fast zu schön, um wahr zu sein. Er scheint ein guter Typ zu sein, ist nett und sieht dazu noch gut aus. Allerdings stammen Michelle und er aus zwei ganz unterschiedlichen Welten, sie aus prekären Verhältnissen in einer ostdeutschen Kleinstadt, er aus einer gut situierten Akademikerfamilie, die zwar bestimmte Erwartungen an ihn hat, aber auch für ein Sicherheitsnetz sorgt, das ganz andere Entscheidungsspielräume zulässt. Während für Michelle Geld schon immer ein wichtiges Thema gewesen ist, weil einfach nie genug zur Verfügung stand, ist Henry oft irritiert von der Bedeutung, die sie allem Materiellen zuspricht. Und schnell wird klar, dass keine*r von den beiden so einfach den gelernten Habitus hinter sich lassen kann. Dabei lieben sie sich wirklich, besonders Henry möchte am liebsten den Rest seines Lebens mit Michelle verbringen. Und er möchte ihr helfen, ihren Traum vom eigenen Schmuckladen wiederzubeleben. Doch ist es wirklich die bedingungslose Unterstützung von Michelle, die ihn antreibt? Oder würde vielleicht eine Michelle, die eigene Schmuckkollektionen entwirft, viel besser in Henrys Leben passen als eine, die an einer Hotelrezeption arbeitet? Ruth-Maria Thomas zeichnet ihre beiden Hauptfiguren vielschichtig und teilweise widersprüchlich, ihre Sprache ist direkt und manchmal vulgär, wenn es um Michelle geht, überbordend und häufig zweifelnd, wenn sie aus Henrys Perspektive schreibt. Die Autorin zeigt gekonnt, dass man die eigene Herkunft nicht einfach hinter sich lassen kann und Klassenunterschiede auch im Privaten zu unüberbrückbaren Hindernissen werden können. Liebe ist eben kein Märchen mit Happyend, sondern etwas, das nicht im luftleeren Raum entsteht und entsprechend kompliziert ist. Mir hat dieser Roman wirklich gut gefallen, ich mochte schon Thomas’ erstes Buch und habe mich gefreut, hier wieder in ihren Kosmos eintauchen zu können.

galaxaura am 17.08.2026 22:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Urlaub von sich selbst in Zimmer 407

„Die zweitgrößte Liebe“, der von mir sehr erwartete neue Roman von Ruth-Maria Thomas, erschienen 2026 bei dtv, schafft es qualitativ absolut an seinen Vorgänger „Die schönste Version“ anzuschließen und hat mich sehr gepackt und berührt.Wir begleiten Michelle und Henry bei einer Lovestory der Unmöglichkeit: Michelle verlässt ihr Leben in den neuen Bundesländern auf allen Ebenen gescheitert und mit großen Schulden im Gepäck, findet einen Job in einem Hotel im Norden Deutschlands, lebt ein Leben am unteren Rand der Existenz und schlägt sich tapfer durch – ohne wirklich eine Chance zu sehen, ihre Schulden abbauen zu können. Eines Abends lernt sie im Hotel Henry kennen – den jungen, attraktiven Mann aus gutem Hause, der sich eh nicht um viele Dinge Sorgen machen muss: und schon gar nicht um Geld. Was als lockere Affaire beginnt, gewinnt schnell tiefere Dimension, die Anziehung ist groß und irgendwie berühren beide einen Punkt beim anderen, der sie beieinander bleiben lässt – doch mit dem Bleiben steigen Abhängigkeit und offene Fragen und so ist es vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis der Märchentraum zerplatzt.Was auf der Oberfläche wirkt wie eine Romantasy, ist meilenweit davon entfernt. Thomas schreibt dicht, emotional und schmerzhaft, Zeitsprünge lassen einen immer wieder in die Vergangenheit eintauchen, Sorge und Angst bilden einen Untergrund, dem man sich nicht entziehen kann, was dem Lesen einen hohen Puls verleiht. Die Autorin findet schöne Bilder und ungewöhnliche, sehr besondere Formulierungen, sie schafft es, den Klassen-Gap nahezu körperlich erlebbar zu machen. Natürlich schreibt sie auch, wie man es von ihr kennt, sexuell durchaus explizit, nicht unbedingt jedermanns Sache, aber sie bleibt sich damit selbst treu. Und sie zeichnet ihre Figuren ehrlich – was diese nicht immer sympathisch wirken lässt.Vor allem aber schreibt Thomas hier eine Geschichte über eine Klassengesellschaft, über Armut und was sie wirklich bedeutet, über Klassismus, der nicht abgelegt werden kann, auch wenn die Liebe groß ist, über die noch immer vorhandene Trennung in Deutschland, die aufzuheben es viel mehr Bemühungen bräuchte, eine Geschichte darüber, dass Geld allein nicht glücklich macht, aber so sehr dabei hilft, sich glücklich zu fühlen. Eine Geschichte darüber, es besser haben zu müssen, es herausschaffen zu sollen, über die Frage, ob Geld die Liebe zerstört, über Erwartungen von Eltern und Familie, über Moral und ob man sie sich leisten können muss, über Objektifizierung und Patriarchat, über auf die Füße kommen und dennoch weiter Straucheln, über Sprachlosigkeit und nicht enden wollende Traurigkeit, über Rache auch und: über Freiheit. Und sie schont uns nicht. Sie schont uns wirklich überhaupt nicht. Wem diese Geschichte nicht das Herz rausreißt – der hat vermutlich keins.Unter der Geschichte einer unwahrscheinlichen Liebe serviert uns Ruth-Maria Thomas eine messerscharfe Sozialstudie im Hier und Jetzt unseres Landes mit einem realistischen Ende – denn wir können nicht auf Dauer Urlaub von uns selbst im Leben einer anderen Person machen, die Tage im Paradies sind abgezählt und unsere Herkunft müssen wir stark reflektieren wollen, um uns von ihr zu distanzieren – ganz ablegen können wir sie nie, weshalb Chancengleichheit auch nach wie vor ein Mythos ist, was dieses Buch zerstörerisch berührend zeigt. Lesen!Ein großes Dankeschön an vorablesen.de und dtv für das Rezensionsexemplar!

schokoladengourmet am 17.08.2026 09:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Liebe zwischen Macht, Geld und wahren Gefühlen

In „Michelle und Henry“ von Ruth-Maria Thomas geht es um eine große Liebe, die von Anfang an unter einem schwierigen Stern steht: Michelle kämpft mit Schulden und finanziellen Sorgen, während Henry aus einer reichen Familie stammt und sich nie Gedanken über Geld machen musste. Die Frage, ob eine Beziehung funktionieren kann, wenn Geld eine so unterschiedliche Rolle spielt, steht im Mittelpunkt. Die Geschichte zeigt, wie soziale Herkunft, finanzielle Abhängigkeiten und Machtgefälle eine Beziehung belasten können – und ob Liebe allein ausreicht, um diese Hindernisse zu überwinden.Die Autorin schafft es, die Dynamik zwischen den beiden Protagonist:innen einfühlsam und authentisch darzustellen. Henry stürzt sich leidenschaftlich in die Liebe, während Michelle das Gefühl hat, nicht gut genug zu sein. Die finanziellen Unterschiede und die damit verbundenen Erziehungs- und Lebenswelten zwingen das Paar, sich mit Abhängigkeit, Selbstständigkeit und Vorurteilen zwischen Gesellschaftsschichten auseinanderzusetzen.Der Schreibstil ist flüssig und angenehm, sodass man direkt in die Geschichte eintaucht. Die Charaktere sind so lebendig gezeichnet, dass man mitfiebert und sich gut in sie hineinversetzen kann. Das Buch wirft wichtige gesellschaftliche Fragen auf und regt zum Nachdenken an – auch noch lange nach dem Lesen. Das Ende ist emotional und lässt einen nicht so schnell los.Fazit: Eine moderne Version von Aschenputtel, in der die Prinzessin sich nicht retten lassen will. Absolute Leseempfehlung für alle, die eine fesselnde Liebesgeschichte mit Tiefgang suchen!

hamburger.deern am 17.08.2026 07:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Sehr fesselnd ...

DIE ZWEITGRÖẞTE LIEBERuth-Maria ThomasET: 30.07.26„Ich musste immer gucken, wo ich bleibe, ich bin zu abgelenkt, ich glaub, ich kann nicht >einfach so< lieben um der Liebe willen, ich …“ (S. 235)Michelle arbeitet im Norden in einem großen Luxushotel. Doch sie hat keinen festen Arbeitsvertrag und ist jederzeit kündbar. An ihre Schulden mag sie gar nicht erst denken. Dabei lief doch alles so gut damals, in der Stadt im Osten der Republik. Dort hatte sie sich einen kleinen Laden aufgebaut, stellte Silberschmuck her und verkaufte ihn. Ihr Schmuck kam gut an und sie dachte, dass sie zum ersten Mal Glück im Leben hätte. Sie nahm einen Kredit auf, renovierte ihren Laden – und dann kam die Pandemie.Doch auch jetzt, trotz ihres Jobs im Luxushotel, hören die Existenzängste nicht auf. Im Gegenteil: Sie hat Angst, dass alles noch schlimmer werden könnte und sie irgendwann, wie das Pärchen am Hauptbahnhof, auf der Straße landen würde. Und dann lernt sie ihn kennen: Henry. Einen Mann, der ihre Nöte überhaupt nicht kennt. Der mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde und zu dem sie eigentlich überhaupt nicht passt.Ob die Liebe Zukunft hat und ob Michelle sich auf die zweitgrößte Liebe ihres Lebens einlassen kann – und zu welchem Preis –, müsst ihr wie immer selbst herausfinden.Ein Roman über Herkunft, gesellschaftliche Unterschiede und all die Zwänge, die damit einhergehen und in dessen Mittelpunkt eine Protagonistin steht, die es einem nicht leicht macht. Ruth-Maria Thomas zeichnet Michelle messerscharf und schonungslos. Oft habe ich ihre Entscheidungen hinterfragt, und trotzdem konnte ich mich ihrer Geschichte nicht entziehen. Wegen Thomas’ eindringlichem Schreibstil und ihrer Ehrlichkeit bin ich förmlich durch die Seiten geflogen.Für mich ein sehr gutes Buch, das ich euch gerne empfehlen möchte.4,5/5

frauklopp am 17.08.2026 06:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Reicht Liebe aus?

Michelle und Henry verlieben sich bei einer Zufallsbegegnung ineinander, es ist die ganz große Liebe. Wäre da nicht die Geschichte mit dem Geld. Während Henry sich noch nie Gedanken oder Sorgen machen musste und einer reichen Familie entstammt, schleppt sich Michelle mit Schulden und Geldsorgen rum und ist immer auf der Suche nach dem besseren Job, gerade nach dem Ende ihrer Selbstständigkeit. Kann eine Beziehung funktionieren, in der Geld eine so unterschiedliche Rolle spielt?In dieser Geschichte zwischen den beiden Protagonist*innen erkennt man so gut, wie schwierig Beziehungen sind, so viele Faktoren, die hier rein spielen: soziale Herkunft, finanzielle Abhängigkeiten, dadurch entstehende Machtgefälle und immer wieder dieser verdammte Zufall auf der einen oder anderen Seite geboren zu sein, was dich weder schlechter noch besser macht. Und dann kommt am Ende die große Frage: Reicht Liebe aus? Das Buch wird keine Antworten im klassischen Sinne geben, aber die Geschichte hallt nach und es sind so viele Gedanken, die seitdem in meinem Kopf rumspuken. Ruth-Maria Thomas hat eine Art moderne Version von Aschenputtel geschrieben, in der diese aber gar nicht von dem Prinzen gerettet werden will. Spoiler: Was hat mich Henry aufgeregt!!!! Das Ende des Buchs hab ich mir bereits bei der Hälfte der Geschichte so sehr gewünscht. Es konnte (für mich) gar nicht anders ausgehen. Diese Selbstgefälligkeit und diese Empathielosigkeit von Henry haben mich ganz bekloppt gemacht. Absolute Leseempfehlung!

Veranstaltungen & Medientermine

Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹ im Rahmen von "Literarischer Herbst"
Moderation : Verena Kessler

mit Dana Vonwinckel

15.10.2026
19:00 Uhr (CEST)
Werk 2 Halle D
Kochstraße 132
04277 Leipzig
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹
24.10.2026
19:30 Uhr (CEST)
Kapitel 10 GmbH
Limmattalstr. 197
8049 Zürich
25,00 €
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

im Rahmen der Literaturtage "Lesezeichen"

06.11.2026
18:00 Uhr (CEST)
"Gleis3" Brauhaus am Bahnhof
Bahnhofstr. 4
09633 Halsbrücke
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus "Die zweitgrößte Liebe"
17.11.2026
19:00 Uhr (CEST)
Buchhandlung am Fellbacher Platz
Heinsestr. 25
13467 Berlin
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

Mit Dana Vowinckel

24.11.2026
Kresslesmühle
Barfüßerstraße 4
86150 Augsburg
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹
Moderation : Teresa Reichl
02.02.2027
20:00 Uhr (CEST)
Buchhandlung Dombrowsky
St. Kassians-Platz 6
93047 Regensburg
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹
02.03.2027
20:00 Uhr (CEST)
Studio Filmtheater
Wilhelminenstr. 10
24103 Kiel
Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

WDR 2
Eine unbedingte Empfehlung für den Sommer, egal ob man den in der eigenen Villa mit Pool in Spanien ...verbringt, weil man es dicke hat, oder zu Hause auf dem Balkon, weil das Geld knapp ist. (...) Für alle, die auf der Suche nach einem klischeefreien und gesellschaftskritischen Liebesroman sind. mehr weniger

Christine Westermann, 02.08.2026

NDR Buch des Monats
Einer der schrecklich-schönsten Liebesromane der heutigen Zeit.

23.07.2026

Welt am Sonntag
Emotional mitreißend und nüchtern realistisch.

Mari-Luise Goldmann, 04.10.2026

Madame
Ruth-Maria Thomas kann wunderbar präzise über Liebe schreiben.

01.09.2026

SRF-Bestenliste
Ein Beziehungsdrama, das man verschlingt.

01.09.2026

Aachener Zeitung
Ruth-Maria Thomas lässt Lebenswelten kollidieren und zeigt sich einmal mehr als präzise Beobachterin... mit sprachlicher Brillanz. Gesagtes und Unausgesprochenes sorgen in starken Dialogen für nahbare und nachvollziehbare Charaktere. mehr weniger

Norbert Windeck, 31.08.2026

Tages-Anzeiger
Ruth-Maria Thomas beweist auch in ihrem zweiten Buch, welch großartige Erzählerin sie ist, wie schar...f und feinfühlig zugleich sie gesellschaftliche Themen – Klasse, Geld und letztlich auch Macht – bearbeitet. mehr weniger

31.08.2026

ARD Druckfrisch
Thomas erzählt aufregend neu die alte Geschichte von den zwei Königskindern, die nicht zueinanderkom...men. mehr weniger

Denis Scheck, 23.08.2026

SZ-Magazin
In nüchterner, unaufgeregter Sprache, zwischen Momenten rosarot-verliebter Zuckerwatte stellt die Au...torin Fragen nach Klasse, Geschlecht und Herkunft. Worteinschübe und lange Schachtelsätze erinnern stellenweise an einen Gedankenstrom und ziehen direkt in das Erleben der Figuren. Wie schon in ihrem Debüt „Die schönste Version“ erzählt Thomas die Geschichte der vielschichtigen Charaktere mit so vielen Details, dass man sie fast riechen, schmecken, greifen kann. mehr weniger

Cara Hofmann, 22.08.2026

Berliner Zeitung
Ruth-Maria Thomas gelingt besonders gut: Sie zeichnet mit diesem Roman ein Bild der Ungleichheit in ...der Gesellschaft, ohne auch nur eine einzige journalistische These aussprechen zu müssen. Es ist ein Ost-West-Roman, ohne dass die Namen der politischen Himmelsrichtungen fallen. mehr weniger

22.08.2026

Stuttgarter Zeitung
›Die zweitgrößte Liebe‹ ist weit mehr als ein gelungenes zweites Buch. Ruth-Maria Thomas schärft das..., was ihr Schreiben schon im Debüt so besonders gemacht hat: ihren Blick für das Ungesagte, für die leisen Verschiebungen zwischen Menschen und für die Art, wie gesellschaftliche Verhältnisse bis in die intimsten Beziehungen hineinreichen. mehr weniger

Sandra Belschner, 10.08.2026

tz
Dabei schafft die Autorin Identifikationsfiguren und erweitert den Horizont – mit ihrer klugen, einf...ühlsamen Sprache, die sich weigert, Menschen in Schubladen zu stecken. mehr weniger

Johanna Scultheiss, 03.08.2026

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Der zweite Roman von Ruth-Maria Thomas, ist die kluge Geschichte einer Liebe über soziale Unterschie...de hinweg. (...) Thomas erzählt das aus beiden Perspektiven, und sie tut es fair. (...) Am klügsten ist der Roman dort, wo er die Scham umverteilt. mehr weniger

Mariya Martiyenko, 02.08.2026

InStyle
In ›Die zweitgrößte Liebe‹ schreibt Autorin Ruth-Maria Thomas eine Lovestory, die mehr ist, als nur ...romantisch – und traut sich, wie gewohnt, auch über das zu schreiben, bei dem die meisten wegsehen. mehr weniger

Greta Lowak, 02.08.2026

Die Welt, Literarische Welt
Beziehungen wie die zwischen Henry und Michelle, also solche, die auf ökonomischen Ungleichheiten be...ruhen, gibt es in der Realität viele. Doch noch nie wurden die dahinterstehenden Gedanken, Hoffnungen und Gefühle so präzise durchleuchtet wie hier. mehr weniger

Marie-Luise Goldmann, 01.08.2026

rbb Radio 3
Ruth-Maria Thomas hat ihre Stimme und ihre Themen gefunden. Auf sensible Weise macht sie Machtgefäll...e in Beziehungen begreifbar. (...) Es ist eine der schmerzlich-schönsten Liebesgeschichten, die man aktuell lesen kann. mehr weniger

Corinne Orlowski, 31.07.2026

MDR
›Die zweitgrößte Liebe‹ besticht durch mitreißende Dialoge und ist psychologisch auf den Punkt erzäh...lt – [zum Beispiel, wenn Michelle und Henry dem jeweils anderen nur zögerlich von der eigenen Herkunft berichten]. Ruth-Maria Thomas meidet in ihrem Roman nicht nur jedes Klischee, sie fragt auch auf kluge Weise, wie selbstlos wir wirklich sind in der Liebe. mehr weniger

30.07.2026

SWR Kultur
Ruth-Maria Thomas besitzt ein gutes Gespür für Dialoge und zwischenmenschliche Spannungen. Ihre Figu...ren sprechen lebendig und lebensnah, sie findet starke Szenen. (...) Ruth Maria Thomas gelingt ein präzises Porträt zweier Menschen, die sich lieben – und dennoch an völlig unterschiedlichen Vorstellungen von Sicherheit scheitern. mehr weniger

Theresa Hübner, 30.07.2026

SRF
Legt man das Buch beiseite, wünscht man sich, die Autorin möge bitte bald eines nachlegen. Gerne auc...h wieder mit einer Protagonistin wie Michelle, die einem mit ihrer direkten, kaltschnäuzigen Art sofort ans Herz wächst. mehr weniger

Katja Schönherr, 30.07.2026

Leipziger Volkszeitung
Erneut erreicht Ruth-Maria Thomas mit der verblüffenden Leichtigkeit einer unbekümmert wirkenden Spr...ache emotionale Tiefen, wenn sie erzählt, wie möglich oder unmöglich es sein kann, ein Leben gleichberechtigt zu teilen. (...) Auch von solchem Schmerz erzählt dieser zweite Roman, der den hohen Erwartungen gerecht wird. mehr weniger

Janina Fleischer, 29.07.2026

Die Zeit
Es ist ein Roman, der eine wilde Sogkraft entwickelt, bis zu seinem fulminanten Ende.

Jolinde Hüchtker, 23.07.2026