Ein Ehepaar, ein Vater mit seiner kleinen Tochter sowie eine Frau, die das Rätsel ihres Lebens lösen will. Sie alle fahren nach Malma, einen Ort wenige Stunden von Stockholm entfernt. Und keiner von ihnen weiß, wie ihre Schicksale verwoben sind.
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Endstation Malma
Ein Zug, drei Menschen und ihre miteinander verwobenen Schicksale: Nach ›Die Überlebenden‹ und ›Verbrenn all meine Briefe‹ erzählt Alex Schulman hier erneut mit großer emotionaler Wucht. Ein Familienroman über Schuld, Schweigen und die Sehnsucht, nicht allein zu sein.
Ein Zug fährt durch eine Sommerlandschaft. An Bord sind ein Ehepaar in der Krise, ein Vater mit seiner kleinen Tochter sowie eine Frau, die das Rätsel ihres Lebens lösen will. Sie alle fahren nach Malma, einen kleinen Ort, wenige Stunden von Stockholm entfernt, umgeben von Wäldern. Und keiner von ihnen weiß, wie ihre Schicksale verwoben sind und ob das, was sie in Malma erwartet, ihrem Leben nicht eine neue Wendung geben wird.
In bestechender Prosa baut Bestseller-Autor Alex Schulman seine Erzählung auf: wie einen Zug, der durch die Zeit fährt und in dem jedes Kapitel ein eigener Waggon ist, der an den nächsten angehängt wird. Lässt sich die Zukunft frei gestalten, oder ist sie durch Vergangenes vorgezeichnet?
»Ein tief bewegender Roman, der zu Herzen geht. Ein großes Leseerlebnis.« Aftonbladet
»Mit ›Endstation Malma‹ bestätigt Alex Schulman, dass er einer der größten Erzähler unserer Zeit ist.« Ölandsbladet
Ein Roman, der unter die Haut geht - geschrieben für Leserinnen und Leser, die skandinavische Gegenwartsliteratur von psychologischer Tiefe schätzen.
- Meisterhafte Struktur: Drei Zeitebenen, drei Perspektiven - verschränkt wie die Gleise einer Bahnstrecke
- Transgenerationales Trauma: Geheimnisse und emotionale Kälte werden von Generation zu Generation weitergegeben
- Poetische Präzision: Minimalistische, kraftvolle Prosa des schwedischen Bestseller-Autors
- Emotionaler Sog: Eine Familiengeschichte, deren Auflösung lange nachhallt
Ebenfalls von Alex Schulman bei dtv erschienen sind:
›Die Überlebenden‹
›Verbrenn all meine Briefe‹
›Vergiss mich‹
›Jetzt beginnt das Leben‹
Bibliografische Daten
2. Auflage
Alex Schulman
Alex Schulman, geboren 1976, ist einer der populärsten schwedischen Schriftsteller. Sein Roman ›Die Überlebenden‹, 2021 bei dtv erschienen, wurde in 30 Sprachen übersetzt. Mit ›Verbrenn all meine Briefe‹, bei dtv 2022, gelang ihm in Schweden 2018 der Durchbruch als literarischer Autor.
Hanna Granz
Hanna Granz, geboren 1977, hat unter anderem Werke von Patrik Svensson, Tove Alsterdal, Johanne Lykke Holm und Tone Schunnesson ins Deutsche übersetzt.
1 - 10 von 112 Leserstimme
Reise durch drei Leben
🦅»𝘕𝘶𝘳 𝘦𝘪𝘯 𝘦𝘪𝘯𝘻𝘪𝘨𝘦𝘴 𝘔𝘢𝘭 𝘪𝘮 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯 𝘨𝘦𝘴𝘤𝘩𝘪𝘦𝘩𝘵 𝘦𝘴, 𝘥𝘢𝘴𝘴 𝘮𝘢𝘯 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘉𝘭𝘪𝘤𝘬 𝘢𝘶𝘧 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘴𝘦𝘭𝘣𝘴𝘵 𝘦𝘳𝘩𝘢𝘴𝘤𝘩𝘵«, 𝘴𝘢𝘨𝘵 𝘴𝘪𝘦. »𝘜𝘯𝘥 𝘥𝘪𝘦𝘴, 𝘶𝘯𝘥 𝘯𝘶𝘳 𝘥𝘪𝘦𝘴, 𝘸𝘪𝘳𝘥 𝘦𝘯𝘵𝘸𝘦𝘥𝘦𝘳 𝘻𝘶𝘮 𝘨𝘭𝘶̈𝘤𝘬𝘭𝘪𝘤𝘩𝘴𝘵𝘦𝘯 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘻𝘶𝘮 𝘴𝘤𝘩𝘳𝘦𝘤𝘬𝘭𝘪𝘤𝘩𝘴𝘵𝘦𝘯 𝘔𝘰𝘮𝘦𝘯𝘵 𝘥𝘦𝘴 𝘦𝘪𝘨𝘦𝘯𝘦𝘯 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯𝘴.«⁽ᵁᴺᴮᴱᶻᴬᴴᴸᵀᴱ ᵂᴱᴿᴮᵁᴺᴳ ⁻ ᴿᴱᶻᴱᴺˢᴵᴼᴺˢᴱˣᴱᴹᴾᴸᴬᴿ⁾💭 Ich muss gestehen, es ist mein erster Schulman und er hat beeindruckt.Drei Generationen, ein Zug – und eine Reise, die weit mehr ist als nur eine Fahrt von A nach B. Alex Schulman entfaltet die Geschichte Stück für Stück, sodass jede neue Seite ein weiteres Detail preisgibt.Nach und nach erschließt sich, wie die einzelnen Figuren miteinander verbunden sind und welche Erlebnisse sie zu den Menschen gemacht haben, die sie heute sind. Besonders Harriet ist eine Schlüsselfigur. Ihre Entscheidungen und Erlebnisse sind wie ein roter Faden, der sich durch die gesamte Handlung zieht. Je mehr man über sie erfährt, desto deutlicher wird, wie sehr sie das Leben aller anderen beeinflusst.Schulman verwebt die Zeitebenen und Perspektiven kunstvoll miteinander, sodass ein dichtes Geflecht aus Erinnerungen, Verletzungen und unausgesprochenen Wahrheiten entsteht. Das Buch ist so detailreich, dass man es vermutlich zweimal lesen muss, um wirklich alles zu entdecken.Der Roman ist leise, aber eindringlich – kein Drama, sondern eine einfühlsame Erzählung über Familie und die Last der Vergangenheit. Am Ende schließt sich der Kreis auf eine Art, die berührt und nachhallt.Ein klug konstruierter, ruhiger und atmosphärischer Roman, der lange im Kopf bleibt.⭐️⭐️⭐️⭐️☆
Bewegender Roman in drei Erzählsträngen
Alex Schulman hat mit "Endstation Malma" einen bewegenden und emotionalen Familienroman geschrieben. Schulman nähert sich den handelnden Personen in der Form einer Zugfahrt von Stockholm nach Malma, einem kleinen Ort der einige Stunden von Stockholm entfernt liegt. In drei Handlungssträngen erzählt er die Geschichte von einem Vater und seiner Tochter, einer jungen Frau und einem Paar. Aus unterschiedlichen Beweggründen fahren diese nach Malma, doch sie haben mehr miteinender zu tun als man zunächst vermutet. Die Entwickung der einzelnen Geschichten, mit ihren Gedanken, sowohl verschieden als auch mit Überschneidungen, könnte den Roman verwirrend machen, trägt jedoch sehr zur Spannung zum Vergnügen der Lektüre bei. Interessanten Stoff bieten die Überlegungen des Autors über das Wesen zwischenmenschlicher Beziehungen. Besonders bleibt der Satz "Du bist nicht allein" in Erinnerung.
Ich konnte es kaum aus der Hand legen
Auf der Suche nach einem spannenden Reise-/Familienroman, den man nicht aus der Hand legen kann? Dann kann ich dieses Buch von Alex Schulman wärmstens empfehlen! Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Oskar, Harriet und Yana erzählt. Sie alle befinden sich auf einer Zugreise nach Malma, jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Schulman erzählt nicht chronologisch; jedes Kapitel deckt einen Abschnitt der Reise ab, mal früher, mal später. Mit jedem Kapitel erfährt man mehr über die Vergangenheit der Protagonist*innen und ihre Beweggründe, nach Malma zu reisen. Diese Erzählweise sorgt für einen stetigen Spannungsaufbau. Ich habe jede Seite förmlich verschlungen, um endlich zu erfahren, was in Malma geschehen ist. Ein äußerst empfehlenswertes Buch!Kein Wunder also, dass Schulmans Roman "Verbrenn all meine Briefe" direkt im Anschluss auf meine Leseliste gewandert ist!
Halt auf freier Strecke
Als die achtjährige Harriet mit ihrem Vater im Zug sitzt, weiß sie noch nicht genau, wohin sie diese Reise führen wird. Während ihr Vater seine große Kamera dabei hat, trägt das Mädchen in ihrem Rucksack ihre Malsachen - und eine Urne. Ebenfalls im Zug sitzt Oskar mit seiner Ehefrau. Die beiden hatten sich einst auf einer anderen Zugfahrt kennengelernt, doch mittlerweile herrscht zwischen ihnen nur noch Schweigen. Und dann ist da noch Yana, die ohne Begleitung reist und gedankenverloren in ihrem Fotoalbum blättert. Sie alle haben ein gemeinsames Reiseziel: Malma, ein kleiner Ort, an dem man sich wundert, dass hier überhaupt noch ein Zug hält. Ein Ort, der für jede:n einzelne:n von ihnen eine ganz besondere Bedeutung hat..."Endstation Malma" ist der neue Roman des schwedischen Erfolgsautoren Alex Schulman, der in der deutschen Übersetzung von Hanna Granz jetzt bei dtv erschienen ist. Auf dem deutschsprachigen Buchmarkt sorgte Schulman vor allem mit "Die Überlebenden" für Furore und erfreut sich seitdem einer treuen Leserschaft. Sein neues Werk ist über weite Strecken ebenso lesenswert, krankt aber leider an derselben Schwäche - einem überkonstruierten und unglaubwürdigen Ende. Doch während man bei "Die Überlebenden" noch mit einem Kopfschütteln darüber hinwegsehen konnte, entpuppt sich das Finale von "Endstation Malma" als regelrechtes Ärgernis.Wie schreibt man eine Rezension, in der man über den absoluten Schwachpunkt des Romans gar nicht viel sagen kann, weil man künftigen Leser:innen ansonsten damit die Freude respektive den Ärger verderben würde? Und wie bewertet man ein Buch, das einen über gut 250 Seiten absolut gefangen nimmt, um mit einer Schlussvolte alles auf den Kopf zu stellen? Ein schwieriges Unterfangen...Zunächst einmal fällt "Endstation Malma" durch seine wunderbare Sprache, vor allem aber die hervorragende Komposition des Textes auf. Auf der sprachlichen Ebene kommen nicht nur Zugfreund:innen auf ihre Kosten. Sehr gelungen, wie Schulman einerseits poetische Beschreibungen der vorbeirauschenden Landschaften mit knallhartem Realismus paart, wenn die Bahn mal wieder auf freier Strecke zum Halt kommt. Brillant gar, wie es dem Autoren gelingt, Schritt für Schritt das Verhältnis der Figuren zueinander und das Rätsel über die Zugfahrt aufzudecken. Da ist höchste Aufmerksamkeit der Leserschaft erforderlich. Gemein haben alle Figuren auf jeden Fall, dass sie in ihrem Leben mindestens einmal zutiefst verletzt wurden und noch immer darunter leiden. Dabei gelingt Schulman eine der vielleicht traurigsten Szenen der Gegenwartsliteratur. Fast schmerzhaft ist es, wenn man als Leser:in gemeinsam mit der kleinen Harriet den Eltern im Nebenraum zuhört und dabei erfährt, dass niemand von ihnen bei der geplanten Trennung Harriet "behalten" möchte. Tatsächlich wirkt das Kind hier wie ein unerwünschter Gegenstand.Ohnehin ist Harriet die Schlüsselfigur des Romans. Sie ist es letztlich, die die Fäden zwischen den Figuren zusammenhält und sie ist es auch, die den Verlauf des Romans am stärksten beeinflusst. In einer späteren Episode lernt man diese Harriet als junge Frau und gleichzeitig als hochinteressante und hochkomplexe Romanfigur kennen. Eine Frau voller Intensität und Emotionen, die ihren Mitmenschen alles abverlangt, aber auch so viel gibt. In einer besonders bemerkenswerten Szene sitzt diese Harriet gemeinsam mit ihrem neuen Freund auf dem Balkon und rührt diesen zu Tränen, als sie ihn über seine Kindheit reflektieren lässt. Es ist die wohl stärkste Szene des gesamten Romans und lässt sie nur noch intensiver werden, wenn man weiß, dass es hier auch um die Kindheitserlebnisse Alex Schulmans geht, die dieser wie schon bei "Die Überlebenden" gekonnt in die Romanhandlung einbindet.Mit zunehmender Dauer des Romans schleichen sich Szenen unnötiger Härte ein, die in ihrer Explizität die Handlung des Romans nicht voranbringen und in erster Linie wohl schocken sollen. Da beißt ein Kind dem anderen eine Brustwarze ab, was in seinen Details kaum zu ertragen ist. Ein weiteres Kind tritt versehentlich auf den Kopf eines Kaninchens und tötet es damit. Und ein Mädchen wirft in einem Zirkus einem Affen den Ball mit voller Wucht an den Kopf, so dass auch dieses Tier stirbt. Wer Mitleid mit Tieren hat, wie beispielsweise Büchner-Preisträger Clemens J. Setz, sollte bei dieser Lektüre also vorsichtig sein.Meisterlich gelingt es Schulman wiederum, die Erzählung voranzutreiben. "Endstation Malma" fliegt von Cliffhanger zu Cliffhanger. Nun mag man dem Schweden vorwerfen, dass er es damit übertreibt, doch wenn jemand dieses Spiel mit den Leser:innen so gut beherrscht, ist es durchaus legitim, dieses Mittel auch anzuwenden. "Endstation Malma" wirkt dadurch manchmal sogar wie ein Kriminalroman, allerdings wie ein besonders spannender und anspruchsvoller.Insgesamt also mit Ausnahme der Grausamkeiten ein hervorragender Roman, knappe fünf Sterne, Leseempfehlung. Könnte man meinen, wäre da nicht das vollkommen in den Sand gesetzte Finale. Dieses führt nämlich nahezu die komplette vorangegangene Handlung ad absurdum. Ja, eigentlich könnte man die gesamte Zugfahrt aus der Handlung streichen. Schulman setzt nämlich abermals auf den Überraschungseffekt, diesmal aber in mehrfacher Hinsicht. Da werden zwei Geheimnisse aufgedeckt, die die Leser:innen aber eigentlich überhaupt nicht tangierten. Es kommt zu dramatischen, völlig unglaubwürdigen Handlungen. Und, was fast das Schlimmste ist: Schulman führt seine Figuren vor, der Umgang mit ihnen ist nahezu schäbig. Während einige sang- und klanglos von der Bildfläche verschwinden, eine Figur plötzlich das Böse überhaupt verkörpert, muss ein anderer Charakter das ganze Schlamassel ausbaden. In jeder Hinsicht bedauerlich!So ist "Endstation Malma" insgesamt ein über weite Strecken hervorragender Generationen-Roman, der sehr gut komponiert und erzählt wird. Das Finale ist allerdings so unrund, dass ich nur eine begrenzte Leseempfehlung aussprechen kann. Oder man schlägt den Roman einfach nach 270 Seiten begeistert zu, erspart sich den Ärger - und nimmt sich einen Halt auf freier Strecke, ohne in Malma anzukommen.3,5/5
Familiendrama und Alex Schulman - ein großartiges Duo.
"Endstation Malma" ist nämlich wieder so ein Roman, der mich sehr bewegt, emotional gefordert und betrübt zurückgelassen hat. Generell verbinde ich mit Schulman eine gewisse, intensive Auseinandersetzung - Traumata und ihre Folgen, menschliche Abgründe und eine Spurensuche nach deren Ursachen, bis es kurz vor Schluss zu einer 'Explosion' der Gefühle und Überforderung bei den Leser*innen kommt oder die letzte Wendung gar eine ganz neue Perspektive auf das Gelesene zulässt. Kindheitserinnerungen, Einsamkeit, die Beziehungen der Eltern, Streitereien, die Trennung, Egoismus... für ein Kind keine leicht zu verarbeitenden Themen, die sich Schulman für sein neustes Werk und die Protagonistin Harriet ausgesucht hat und doch gelingt es ihm mal wieder mittels verschiedener Erzählstränge seine Leser*innen ein Stück weit an der Nase herumzuführen, zu überraschen und, wie bereits gesagt, emotional zu fordern. Der Ausgangspunkt dieses Buches ist eine Zugfahrt nach Malma, einem kleinen, abgelegenen Ort , ein paar Stunden von Stockholm entfernt. Mittels dreier Erzählstränge schildert Schulman die Geschichten von einem Mädchen und ihrem Vater, einer jungen Frau, sowie einem Paar, die sich Schritt für Schritt Malma nähern, aus ganz unterschiedlichen Beweggründen diese Reise antreten und deren Schicksale doch so viel mehr miteinander zutun haben, als man glauben mag. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht vorweg nehmen, auch wenn die Entwicklungen, Überschneidungen und Gedanken der fortgeschrittenen Geschichten sehr viele interessante Anhaltspunkte und harte, wie intensive Aussagen und Diskussionsgrundlagen über zwischenmenschliche Beziehungen enthalten, die ich in dieser Form und Kombination bislang noch nirgends gelesen habe... und gerade das macht es spannend. Vielleicht, und das wäre mein einziger Kritikpunkt, hat Schulman es mit den drei abwechselnden Erzählsträngen etwas verwirrend gestaltet, zumal sich die Erzählungen nicht immer eindeutig voneinander trennen lassen und es schon eine Kunst für sich ist, die entsprechenden Figuren zu unterscheiden, allerdings zeigt dies auch, dass im Leben viel mehr zusammenhängt, verwischt und eben auch andere ähnliche Erlebnisse zu überwinden, erleben und zu bewältigen haben. Und da passt dann auch dieser Satz, der mich seit dem Lesen stets begleitet... "Du bist nicht allein."
Tolles Buch über schwierige Familienbeziehungen
Eine Reise durch das ländliche Schweden. Ein zehnjähriges Mädchen und sein Vater, ein Mann mit seiner Frau in einer kriselnden Ehe und eine junge Frau auf der Suche nach den Antworten zu ihrer Kindheit. Sie alle sind unterwegs nach Malma, weil sie hoffen, dort die Lösung für ihre dysfunktionalen Familienbeziehungen zu finden. Für mich war es das erste Buch des Autors, sodass ich "unvoreingenommen" an das Buch herangehen und es nicht mit vorherigen Werken vergleichen konnte. Und es hat mich sehr beeindruckt. Die Geschichte ist toll konstruiert, wie die verschiedenen Reisen und Personen letztlich zusammengehören. Und auch wenn das nach relativ wenigen Kapiteln schon klar ist, möchte ich das hier nicht spoilern. Die Zugreise strukturiert die gesamte Geschichte, obwohl man durch Rückblenden während der Reise in die jeweilige Geschichte der Figuren eintaucht und vieles abseits der Bahnreise erfährt. Schulman ist eine emotionale Familiengeschichte gelungen, die gleichzeitig dramatisch und andererseits nicht übertrieben oder unglaubwürdig ist. Alle Figuren sind bemitleidenswert und es ist tragisch, wie sie in ihren Familiendynamiken gefangen sind. Das eigentlich Tragische an der Geschichte ist, dass vieles hätte anders verlaufen können, wenn die Figuren nur aus sich heraus gekonnt oder aus ihren Strukturen hätten ausbrechen können. Auch wenn die Handlungsbeschreibung dieses Buches zunächst eher langweilig klingt - ich gebe zu, dass ich mich nicht vom ersten Blick an für dieses Buch interessiert habe, sondern erst nach ein paar Stimmen dazu - entwickelt die Handlung einen stillen Sog und eine gewisse Spannung. Gleichzeitig geht es mit transgenerationalen Beziehungsproblemen oder gar Traumata um ein sehr ernstes Thema, das in einen angenehmen Erzählstil verpackt wird. Wechselnde Erzählperspektiven beleuchten die verschiedenen Probleme von verschiedenen Standpunkten, die alle nachvollziehbar und gerade dadurch besonders beklemmend und tragisch sind. Die Unfähigkeit der Eltern beeinflusst die Kinder ein Leben lang, selbst im Umgang mit ihren eigenen Kindern. Hier wird kein leichtes Thema verhandelt, doch "Endstation Malma" ist es ein beeindruckend einfühlsames Buch, das ich gern gelesen habe.
Du bist nicht alleine
Der Autor Alex Schulmann, erzählt in seinem neuen Roman „Endstation Malma“ eine bewegende Geschichte über die Macht der Erinnerung und das, was wir Familie nennen.Inhalt:Ein Zug fährt durch eine Sommerlandschaft. An Bord sind ein Ehepaar in der Krise, ein Vater mit seiner kleinen Tochter sowie eine Frau, die das Rätsel ihres Lebens lösen will. Sie alle fahren nach Malma, einen kleinen Ort, wenige Stunden von Stockholm entfernt, umgeben von Wäldern. Und keiner von ihnen weiß, wie ihre Schicksale verwoben sind und ob das, was sie in Malma erwartet, ihrem Leben nicht eine neue Wendung geben wird.In bestechender Prosa baut Alex Schulman seine Erzählung auf: wie einen Zug, der durch die Zeit fährt und in dem jedes Kapitel ein eigener Waggon ist, der an den nächsten angehängt wird. Lässt sich die Zukunft frei gestalten, oder ist sie durch Vergangenes vorgezeichnet?Meine Meinung:Der Autor wählt einen spannenden Einstieg in die Geschichte und lässt seine Protagonisten sich selbst darstellen mit ihren Erinnerungen aus ihrem Leben. Nur wer sind diese drei Charaktere und wie sind ihre Schicksale miteinander verbunden? Im Mittelpunkt der drei Protagonisten steht immer die Zugreise, versetzt auf drei verschiedenen Zeitebenen, 1976, 2001 und heute, von Stockholm ins fiktive Malma.Was verbindet diese drei Menschen mit dem gleichen Ziel der Reise nach Malma? Erst Seite für Seite wird klar, in welchem Verhältnis die Drei zueinander stehen. Harriet und Oskar sind verheiratet und ihre Tochter ist Yana.Harriet scheint in ihrer Vergangenheit gefangen zu sein und sucht in ihren Erinnerungen, nach Erklärungen, darunter leidet ihre Ehe mit Oskar.Als Harriet zehn Jahre alt ist, fährt sie mit ihrem unnahbaren und schweigsamen Vater mit dem Zug nach Malma, nicht nur um Ninchen zu beerdigen ...Als Erwachsene beschließt Harriet sich von Oskar zu trennen und reist kurzer Hand mit ihm nach Malma um ihm wenigstens einmal den Ort ihrer Hoffnungen und Sehnsüchte zu zeigen. Die dritte Reise nach Malma unternimmt Yana. Viel zu früh verschwand ihre Mutter aus ihrem Leben und ein Fotoalbum aus dem Nachlass ihres Vaters, soll ihr bei der Suche helfen.Malma ist ein Ort, der die Schicksale dieser drei Generationen verbindet auf der Suche nach der Vergangenheit, der Gegenwart und zu sich selbst.Fazit:Dem Autor gelingt es hervorragend, mit seinen Worten und Gedanken eine Atmosphäre zu schaffen, die mich direkt in die Geschichte hineingezogen und nachdenklich gemacht hat. Die Beschreibungen sind lebendig und bildhaft. Ich spürte von Anfang an eine gewisse Spannung, die mich neugierig machte, mehr über die Schicksale zu erfahren. Nach diesem gelungenen Roman, bin ich sehr auf weitere Veröffentlichungen des Autors, gespannt.Von mir 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!
Endlose Bahnreise
"Endstation Malma" von Alex Schulman erzählt eine Geschichte auf eine ganz besondere Art und Weise.Ein Zug fährt nach Malma, ein kleiner Ort in den Wäldern, etwas entfernt von Stockholm. Wir begleiten mehrere Reisende, zu verschiedenen Zeiten.Wir erleben hier ein Ehepaar, das sich nicht mehr gut versteht, eine junge Frau mit einem Familienalbum voller Fotos und einen Vater mit seiner Tochter.Nach und nach versteht man die Beziehungen der Personen zueinander und was diese Reisen für sie zu bedeuten haben.Alle diese Menschen tragen Verletzungen in sich, mit sich und hier erlebt man ihren Versuch, diese zu verstehen, zu verarbeiten.Wird Unglück vererbt, wird es weitergegeben in die nächsten Generationen? Und worum geht es hier, was ist in Malma geschehen?Sehr geschickt, mit einem guten, eindringlichen Schreibstil, setzt der Autor hier die Geschichte zusammen, in Zeitsprüngen und auch wechselnden Perspektiven und darin ist er meisterlich.Bis ganz zum Schluss bindet der Autor den Lesenden an die Geschichte und lässt ihn nicht los, ehe das letzte Wort gelesen ist. Das ist grandios gemacht, eine starke Geschichte, die Mut macht in all ihrer Trauer und Wut.
Gefangen in transgenerationalen Traumata
„Die Überlebenden“ und „Verbrenn all meine Briefe“ haben mich begeistert. Auch „Endstation Malma“ konnte mich mit seiner klaren Sprache, dem Spiel unterschiedlicher Zeitebenen und der beklemmenden Familiengeschichte sofort in seinen Bann ziehen.Schulmans großes Thema sind transgenerationale Traumata.Wir werden Zeuge dreier Zugfahrten mit dem Ziel Malma. Die 10-jährige Harriet ist mit ihrem Vater, einem Fotograf, unterwegs. Im Gepäck haben sie eine Urne, doch der Vater tritt diese Reise mit seiner Tochter nicht nur wegen des Begräbnisses an.Viele Jahre später begibt sich Harriet mit ihrem Ehemann Oskar auf dieselbe Reise. Harriet möchte Oskar in Malma etwas zeigen und vielleicht auch ihre Ehe retten. Auch Yana, ihre Tochter, zieht es als junge Frau mit dem Zug nach Malma. Sie sucht Antworten auf drängende Fragen, möchte verstehen, was in ihrer Familie geschehen ist. Die Reise nach Malma wird für alle Familienmitglieder zu einem Wendepunkt - danach ist nichts mehr wie es war.Schulman versteht es großartig, dysfunktionale Beziehungen zu skizzieren. Er zeigt, wie sich Verletzungen und Kindheitstraumata auf die nachfolgenden Generationen auswirken können. Die Lektüre lässt niemals kalt. Sie wühlt auf, stößt vor den Kopf, bedrückt. Es schmerzt wie sehr die Protagonist*innen in ihrem Schweigen und ihrer Einsamkeit gefangen sind.Endstation Malma ist ein klug konstruierter Roman, der geschickt die unterschiedlichen Zeitebenen verwebt. Mit seinem dritten auf Deutsch erschienen Roman erlangt Schulman den Platz eines Lieblingsautors. Ich freue mich schon sehr auf weitere Werke.
Weil du mich befreien sollst
In skandinavisch nüchternem Stil beschreibt Schulman emotional hochgradig gestörte Frauen und einen jähzornigen Vater einer Familie. Die ganze Zeit fragt man sich, wo die Wurzel des Übels sitzt. Was ist an diesem See in Malma vorgefallen, das zu einer ungewöhnlich schockierenden gewalttätigen Auseinandersetzung und zum endgültigen Bruch der Geschwister führte? Mehrere Male reisen Tochter und Enkelin dorthin, um das Verschwiegene aufzuklären. Wer hat welche Schuld auf sich geladen? Episodenhaft, Kapitel für Kapitel aus der Sicht einer anderen Person, nähert sich der Autor dem Kern des Geschehens, bevor er in bewundernswerter Weise am Ende den Kreis noch schließt und den Lesern Aha-Effekte beschert.Kleine Szenen kindlicher Enttäuschung durchflechten den Verlauf der Dinge und tragen zur pessimistischen Lebenseinstellung bei. Wie die Erbsünde werden die psychischen Verbiegungen von Generation zu Generation weitergereicht, ohne Erlösung oder Erbarmen, und der Leser fiebert förmlich einer Auflösung entgegen - spannend wie in einem Krimi und dramaturgisch meisterhaft aufbereitet.
Pressestimmen
Schulman findet jedes Mal einen neuen erzählerischen Trick, der die Texte in eine strenge Form bring...t und ihnen dadurch einen Sog gibt, wie man das eher von Stephen-King-Büchern kennt. mehr weniger
Alex Rühle, 21.10.2023
Meisterhaftes Familienporträt, aufwühlend und schonungslos.
19.10.2023
Verstörend und schmerzhaft und wahnsinnig gut geschrieben.
01.02.2024
Schulman verwebt die Zeit, die einzelnen Personen und die jeweiligen Ereignisse auf wunderbare Weise.... Wenn man nach den ersten Kapiteln als Leser begreift, dass dieser Zug einer durch die Zeit ist, wird das Lesen zum Sog. mehr weniger
Ute Krebs, 23.12.2023
Schulmans Roman ist berührend und geht tief. Er zeigt, dass Traumata über Generationen vererbt werd...en und dass Worte manchmal heilen könnten. mehr weniger
07.12.2023
Intensiv, beklemmend und mitreißend.
06.12.2023
Allen, die emotionale Wucht beim Lesen lieben, ist diese Geschichte unbedingt zu empfehlen!
Ina Winkler, 03.12.2023
Alex Schulman hat mich mit seiner Schreibweise und der Art, Geschichten verweben zu lassen, völlig g...eflasht. mehr weniger
Yannic Skoko, 01.12.2023
Ein kleines literarisches Meisterstück.
Frank Dietschreit, 27.11.2023
Viele Bücher sind über das Drama des ungewollten Kindes geschrieben worden. Über den Mangel an Liebe..., der ein Leben lang nicht kompensiert werden kann. Aber selten bringt jemand das so auf den Punkt wie Alex Schulman. mehr weniger
Welf Grombacher, 18.11.2023
Ein anspruchsvoller, aber lohnender Roman aus Schweden.
03.11.2023
Intensiv, beklemmend und mitreißend: Ein Buch, das einen so schnell nicht loslässt.
29.10.2023
Ein starker Roman für alle, die wissen, dass man in die Vergangenheit schauen muss, um die Gegenwart... besser zu verstehen. mehr weniger
Theresa Hübner, 17.10.2023
Ein tief bewegender, sehr wahrer Roman. Ein elegant geschriebenes Stück Literatur, das zu Herzen geh...t, mit dem Alex Schulman einmal mehr beweist, dass er einer der wichtigsten schwedischen Erzähler ist. mehr weniger
16.10.2023
Große Gefühle, großartig in Szene gesetzt.
Dagmar Kaindl, 01.10.2023
Die perfekte Lektüre, wenn ihr selber gerade eine lange Zugfahrt vor euch habt.
18.09.2023