Diesmal ist es etwas anderes. Darauf hofft Ina jedes Mal, wenn sie sich verliebt. Doch es geht immer schief. Sie arbeitet in einem Tattoo-Studio und wohnt mit ihrem Sohn Henry in der Siedlung »Am Kastanienbaum«, irgendwo mitten in einer großen Stadt. Dort gibt es noch mehr Menschen wie Ina, 1.583 genauer gesagt.
Ein anrührender Roman über das Alleinsein – und wie nah das Miteinander doch ist
Sie leben nah beisammen und bleiben doch allein. Da ist Herr Bello, der am liebsten im Faltenrock tanzt. Samy, der davon träumt, eine Ente zu streicheln. Und Frau Arslan, die Gedichte in Pralinenschachteln versteckt. Sie alle eint die Sehnsucht nach Glück und Verbundenheit.
»Wenn Sie dieses Buch beendet haben, wird Ihre Welt eine bessere sein. Ich verspreche es!« Florian Valerius @literarischernerd
Eines Tages macht Baggerfahrer Paco eine schicksalhafte Entdeckung: Eine Weltkriegsbombe liegt unter der Erde. Darauf geschieht in der Siedlung etwas Wundersames. Die Menschen kommen einander näher, als es möglich schien. Und Ina begegnet dem Mann, mit dem es etwas anderes ist.
Ein Gesellschaftsroman voller Wärme und zartem Humor über Freundschaft, Familie und Nachbarschaft
»Wäre Ina eine Minute später losgerannt, hätte sie Herrn Bello in seinem karierten Pyjama sehen können, wie er die Schlafzimmervorhänge aufzieht, das Fenster aufmacht und mit ernster Miene hinausschaut. Obwohl sie es eilig gehabt hätte, hätte Ina Herrn Bello zugewunken, sie kennt ihn vom Sehen, und Herr Bello hätte ›Guten Morgen‹ gesagt. Und damit hätte er an diesem Tag viel früher als sonst gesprochen. Es wäre eine flüchtige Begegnung gewesen, nichts Außergewöhnliches, nur ein kleiner Moment, der das Alleinsein überdeckt hätte.«
1. Auflage
Tanja Kokoska wurde 1971 in Frankfurt am Main geboren. Sie war viele Jahre Redakteurin der Frankfurter Rundschau, zuletzt als Leiterin des Magazin-Ressorts. Inzwischen arbeitet sie als freischaffende Journalistin und Autorin, unter anderem für die Satireseite "Die Wahrheit" (taz). Sie lebt nach wie vor in Frankfurt.
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ein warmherziger sozialroman!
das cover ist ziemlich auffällig und bunt gestaltet was direkt gut zur vielstimmigen nachbarschaft passt die im roman im mittelpunkt steht. schon nach den ersten seiten merkt man das hier kein klassischer einzelschicksalsroman erzählt wird sondern ein ganzes wohnviertel mit sehr unterschiedlichen menschen die sich zwar nahe sind aber oft aneinander vorbeileben. genau diese idee fand ich interessant weil sie sehr real wirkt und viele kleine beobachtungen aus dem alltag aufgreift. die figuren sind bewusst leicht überzeichnet aber trotzdem nahbar was mir gut gefallen hat!! besonders weil dadurch schnell ein bild dieser gemeinschaft entsteht. gleichzeitig bleibt vieles eher fragmentarisch was zwar zur atmosphäre passt aber manchmal auch dazu führt das einzelne handlungsstränge nicht so tief ausgearbeitet wirken wie sie es könnten. der schreibstil ist leicht, zugänglich und oft beobachtend, manchmal fast wie eine collage aus momenten. was das buch für mich besonders macht ist diese grundidee von verbindung.. wie sich menschen trotz nähe einsam fühlen können und wie kleine ereignisse eine ganze gemeinschaft verändern. das wirkt stellenweise leise aber emotional gut getroffen gerade durch die vielen kleinen alltagsmomente die sich zusammenfügen. insgesamt ein ruhiger, menschlicher roman über nachbarschaft, einsamkeit und zufällige begegnungen der vor allem durch seine atmosphäre lebt und weniger durch große spannungsbögen. empfehlung für alle die gesellschaftsromane mögen die nah am alltag bleiben und viele kleine beobachtungen statt große dramatik erzählen.
Lerne die Bewohner*innen der Siedlung »Am Kastanienbaum« kennen