Ginny und Adrian sind perfekt füreinander – aber haben sie den Mut, sich trotz ihrer inneren Probleme aufeinander einzulassen?
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GUY'S GIRL
Eine Achterbahn der Gefühle mit unglaublicher Sog-Wirkung Der neue zeitgenössische Liebesroman für Leser*innen von Colleen Hoover ›Zurück ins Leben geliebt‹ (Ugly love)
Zwei Menschen, deren innere Probleme sie daran hindern, sich wirklich aufeinander einzulassen: Die lebenslustig wirkende Ginny, die in die WG ihrer besten männlichen Freunde zieht, obwohl es in deren Gesellschaft ungleich schwerer ist, ihre Essstörung zu verbergen. Und Adrian, der seit dem frühen Tod seines Vaters ein Meister im Unterdrücken von Gefühlen ist. Schnell kommen die beiden sich näher. Doch mehrfach – nämlich immer dann, wenn es ernst zu werden verspricht zwischen den beiden – weist Adrian Ginny von sich...
Bibliografische Daten
1. Auflage
Emma Noyes
Emma Noyes schreibt Bücher über Liebe, Magie und Mental-Health-Themen für Jugendliche und Erwachsene. Ihre Werke wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt und umfassen unter anderem ›Unterwassertage‹ und ›Guy's Girl‹. Die Autorin hat einen schwedischen Ehemann und einen Pomeranian.
Birgit Niehaus
Birgit Niehaus, geboren im äußersten Norden Deutschlands, studierte Romanistik, Hispanistik und Sprachlehrforschung in Hamburg und Bordeaux, war etliche Jahre in der Verlagspressearbeit tätig und lebt heute mit ihrer Familie als Autorin, Übersetzerin und Lektorin in Berlin.
3 - 10 von 116 Leserstimme
Emotional
Erst einmal ein ganz großes Kompliment für das absolut geniale Cover, das einfach anders ist als die, die zurzeit vorherrschend sind. Und somit fällt das Buch schon einmal direkt auf.Wir begeben uns hier auf eine Reise nach New York. Ginny kehrt in die Metropole zurück und zu Beginn feiert sie wieder mit ihren ehemaligen WG-Mitbewohnern. Allerdings merkt man schon bereits zu Beginn, dass sie eine Essstörung hat, denn sie zählt sogar die Kalorien von jedem Schluck Alkohol und auch nach einer langen Tour auf den Rollerblades möchte sie nur einen kleinen Salat essen. Sie und Adrian kommen sich näher, liegen erst nur so beieinander. Aber auch Adrian hat Probleme und Komplexe.Die Geschichte hat mir gut gefallen, denn sie lässt sich Zeit und ist nicht nur und die ganze Zeit über problembelastet, zeigt aber ein ehrliches Bild von den Problemen.
Eindrucksvolle und berührende Realitätsnähe
Der Roman erzählt die Geschichte von den jungen Erwachsenen Ginny und Adrian und ihrem Kennenlernen im gemeinsamen Freundeskreis (der WG, in die Ginny zu ihren College-Freunden zieht) und dem Beginn ihrer gemeinsamen Geschichte in New York. Zwischen ihnen funkt es direkt und in einem 08/15-Liebesroman würde sich jetzt eine nette oder witzige Liebesgeschichte entfalten, die unweigerlich auf ein Happy End rausläuft. In „Guy’s Girl“ aber wird vielmehr die Realität abgebildet und es geht viel tiefer in die Psyche und die komplizierten Beziehungsdynamiken zwischen allen Charakteren in dem Freundeskreis. Alle haben ihr Päckchen zu tragen, welche von der Autorin Emma Noyes jeweils so gut und authentisch erzählt werden, dass man gar nicht anders kann, als mitzufühlen und mitzufiebern. Man möchte am liebsten in die Geschichte eingreifen können und Ginny und Adrian zu einer besseren und offeneren Kommunikation zwingen können, aber so läuft es nunmal im echten Leben auch nicht. Kein Wunder, dass ich das Buch regelrecht verschlungen habe so sehr emotional involviert war ich.Es ist auch auf anderen Ebenen nicht einfach „nur“ ein Liebesroman, denn die Lebensrealität, also alle Bedürfnisse, Komplikationen und Sorgen der Protagonist*innen beschränken sich nicht Liebes- und Beziehungsthemen, sondern die jeweilige Alltagsrealität und Vergangenheit bilden die Quellen ihrer Probleme und Motivationen ihrer Handlungen. Es ist beeindruckend, wie der Schreibstil der Autorin so ehrlich schonungslos und nüchtern ist, aber gleichzeitig so schön und subtil poetisch, dass man das Buch einfach nicht weglegen möchte. Die Charaktere sind sehr detailliert und liebevoll herausgearbeitet und dabei im allerbesten Sinne so originell und besonders gezeichnet, dass man mit allen sehr mitfühlt und -fiebert, trotz oder eher gerade wegen ihrer nachvollziehbaren Struggles im Leben.Das Cover ist haptisch und optisch wirklich sehr schön, ein Pluspunkt, den die tolle Geschichte aber nicht einmal bräuchte :)Alles in allem wirklich eine große Leseempfehlung, denn meine Erwartungen wurden bei dem schwierigen Thema (Essstörungen und weitere mentale Probleme) in dem ausgelutschten Genre „Liebesroman“ komplett übertroffen. Ich finde, solche stigmatisierten Themen aus der Mitte vieler Lebensrealitäten sollten viel mehr und öfter in Geschichten stattfinden. Wenn dies dann auch noch auf so schöne, authentische und mitreißende Art und Weise, wie hier, passiert, ist das ein rundum tolles Leseerlebnis, das mich nachhaltig beschäftigt und in Erinnerung bleibt.
Gefühlvoll
Ginny hat eine Freundesgruppe in deren WG Adrian wohnt. Als sie beschließt in die selbe Stadt zu ziehen und in das ehemalige WG Zimmer von Adrian einzieht der mittlerweile beschlossen hatte auszuziehen, kommen sie sich näher.Die Gefühlswelt der beiden Protagonisten ist voller Wendungen, Ängste, Zweifel und Hoffnung. Die Essstörung von Ginny nimmt einen bedeutenden Teil in ihrem Leben ein und wird in dieser Geschichte ehrlich dargestellt, von so manchen Szenen war ich fassungslos beim Lesen. Durch die ernsten Themen hat dieses Buch so einige schwere Szenen die einen zum nachdenken anregen, dennoch hat es auch schöne und locker bis lustige Szenen. Man muss sich hier drauf einlassen. Interessant ist auch die Strukturierung, denn es gibt keine klar voneinander getrennten Kapitel. Es gibt Teile in die das Buch unterteilt ist, diese stellen einen zeitlichen Sprung in der Geschichte dar.Wenn man sich drauf einlassen kann ein wirklich interessantes Buch. Menschen die sich von dem Thema Essstörung triggern lassen könnten, sollten es jedoch nur lesen, wenn sie sich dafür bereit fühlen.
Ungeschönter Blick auf Essstörungen, der fürs Verständnis hilft
In Guy‘s Girl begleiten wir Ginny, die zunächst unter Magersucht und dann unter Bulimie leidet. Wir lernen ihre Freundesgruppe kennen und verstehen, wie sie in eine Essstörung rutschen konnte. Hierbei war besonders bedrückend, wie sehr Betroffene die Essstörung versuchen zu vertuschen und warum das Umfeld deswegen oft nichts merkt. Und dann wäre da noch Adrian, Teil ihrer Freundesgruppe, aber Ginny bis jetzt am wenigsten bekannt. Als sie ihn besser kennenlernt, muss Ginny feststellen, dass sie sich zu Adrian hingezogen fühlt. Doch Adrian hat eigene Probleme: er lässt keine Gefühle zu, weil er Angst hat, dass ihm das Herz gebrochen wird. Emma Noyes gelingt es, die lange Zeit einer Essstörung in dieses Buch zu packen, ohne dass man sich mit Informationen überladen fühlt. Vielmehr lässt sie den Leser die wichtigsten Zeiten der Essstörungen durchleben. Damit das Buch nicht zu langatmig wird, nutzt sie Zeitsprünge, mit denen nochmals eindrücklicher wurde, wie sehr sich Ginny verändert hat. Zwar endet das Buch an einem bestimmten Punkt, doch Noyes macht klar, dass es noch ein langer Weg wird, die Essstörung final zu überwinden.Im Vordergrund der Geschichte steht die Essstörung. Sie bestimmt Ginnys ganzes Leben. Ginnys Kampf gegen die Essstörung wird ausführlich und ungefiltert gezeigt, sodass deutlich wurde, wie schwierig es ist, eine Essstörung zu überwinden. Besonders schön war da, wie Adrians Großeltern unermüdlich mit Ginny gegen die Essstörung ankämpften und wie liebevoll Adrian sie unterstützt hat.Noyes litt selber unter Magersucht und Bulimie, verleiht dem Text also ihre eigene Stimme. Guy’s Girl ist deswegen auch an Stellen sehr harte Kost, wenn ausführlich beschrieben wird, wie eine Essstörung abläuft.Insgesamt ein empfehlenswertes Buch, um Essstörungen besser zu verstehen. Gerade für Nicht-Betroffene wird dadurch nochmals deutlicher, wie aufmerksam man sein muss, um mitzubekommen, dass eine Person eine Essstörung hat.
Sehr ernst, sehr traurig
Ich fand noch der Klappentext liest sich ein bisschen wie eine klischeehafte Liebesgeschichte, aber das Cover gab letztlich den Ausschlag für das Buch. Und kann guten Gewissens sagen, dass es keine klischeehafte Liebesgeschichte ist, sondern eine einfühlsame, aber ernste Geschichte über Essstörung, der Liebe zu sich selbst und Beziehung in all ihren Facetten. Überraschend tiefgründig und nahbar.Zum Inhalt: schon immer hat Ginny lieber mit Jungs abgehangen: ihren Brüdern, Klassenkameraden und dann ihrer Freundesclique am College. Immer war sie „eine von den Jungs“, aber nie gab es einen Jungen, für den Ginny „die eine“ war. Bis sie auf Adrian trifft und sich in ihn verliebt. Aber haben die beiden eine Chance, wenn sie sich gegenseitig verschweigen, was sie bewegt?Die Geschichte wird abwechselnd aus Ginnys und Adrians Perspektive erzählt, die Kapitel sind angenehm kurz und die Sprache modern und leicht zu lesen. Adrian, sowie seine Gefühle und Motive fand ich seltsam fern, bis zum Schluss war er für mich nicht so richtig greifbar, obwohl er immer durchblitzen lässt, was für ein großartiger Kerl er ist. Ginny dagegen ist total präsent und steht ganz klar im Fokus. Sie ist sehr facettenreich, ihre Geschichte ergreifend und auf sanfte, aber gleichzeitig sehr authentische Art wird in diesem Buch das Thema Essstörung betrachtet. Die Geschichte war teilweise erschreckend und Ginnys Erlebnisse haben mich richtig mitgenommen, sodass ich das Buch immer wieder zur Seite legen musste. Es geht neben der sich anbahnenden Liebesgeschichte auch viel um Freundschaft, Familie und die Zwischentöne menschlicher Beziehungen. Und ganz viel um Selbstreflexion. Sehr lesenswert
Hindernisse
Der Titel Guy's Girl beruht darauf, dass Protagonistin Ginny sich unter Jungs immer wohler gefühlt hat, erst unter ihren Brüdern und dann während ihres Studiums mit der benachbarten Jungs-WG, mit denen sie dann auch später zusammenwohnt. Beziehungstechnisch hat sie aber wenig Glück und will sich daher erstmal auf niemanden mehr einlassen. Dann lernt sie Adrian über ihre Jungs kennen und kann sich zum ersten Mal wieder mehr vorstellen, aber auch er ist nicht wirklich bereit für eine Beziehung. Und dann ist da noch Ginnys Essstörung und ihre Unzufriedenheit mit ihrem Körper, was ihr Leben immer mehr beeinflusst. Für mich persönlich enthielt der Roman etwas viel Hin- und Her und ich konnte auch nicht immer nachvollziehen, wie sich Ginny und die beiden Männer, die sie am meisten verletzt hatten, verhielten, anstatt offen für einen Neubeginn zu sein. Das trug dann auch dazu bei, dass mein Verhältnis zu den Hauptpersonen etwas distanziert blieb, was aber auch dem Schreibstil geschuldet war. Was Ginnys Essstörung angeht, schildert die Autorin diese sehr authentisch, sicher auch bedingt durch ihre eigenen Erfahrungen mit der Thematik. Manche Beschreibungen hätten für meinen Geschmack aber weniger detailliert sein dürfen, zumal sich einiges wiederholte. Auch die geschilderte Sexszene war mir etwas zu viel, hier wäre es mir lieber gewesen, mehr der Phantasie zu überlassen.
Was macht man, wenn der Mensch, den man liebt, die Liebe nicht erwidern kann?
Inhalt:Ginny Murphy ist quirlig und lebenslustig, ein wahrhaftiger Sonnenschein. Doch innerlich hat sie mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen, mit Selbstzweifeln. Als sie Adrian kennenlernt, blüht sie kurzzeitig auf. Doch er hält sie auf Distanz. Als Ginny ihm gesteht, dass sie ihn liebt, weist Adrian sie zurück. Er mag sie zwar auch, mehr als alle bisherigen Frauen in seinem Leben, aber Adrian konnte noch nie gut mit Gefühlen umgehen…Meinung:Als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt, fragte ich mich, was der Titel zu bedeuten hätte. Nun denn, es steckt tatsächlich keine große Metapher dahinter, sondern einfach die Tatsache, dass die Protagonistin Ginny ein „Jungsmädchen ist“, ein Mädchen, das lieber mit Jungs abhängt als mit Mädchen. Da haben wir tatsächlich etwas gemeinsam, denn mir selbst geht es meist auch so. Ich will nicht sagen, dass Jungs oberflächlich wären, aber sie sind deutlich einfacher gestrickt als Mädchen. Wenn ich mit Jungs etwas unternehme, beispielsweise ins Kino gehe, dann habe ich einfach nur Spaß. Bin ich mit Mädchen unterwegs, fühle ich mich irgendwie deplatziert. Mädchengespräche sind meist ziemlich anstrengend und deshalb klinke ich mich da häufig raus, ich werde stiller. Ich bin kein Mensch, der gerne über Äußerlichkeiten anderer urteilt, weshalb ich dann nicht mitreden kann oder auch will. Außerdem fällt es mir schwer, Gespräche über Ernährung und Sport zu führen, denn ich habe ein anderes Verhältnis zum Essen als die meisten Mädchen in meinem Alter. Während ich meine Mahlzeiten zelebriere und gerne esse, gerne auch mal zu viel, picken andere in ihrem Salat herum. Dass ich Sport treibe, hat auch nichts damit zu tun, dass ich in Form bleiben will, um anderen zu gefallen, nein, ich liebe das Fußball spielen einfach so sehr, dass es mich glücklich macht. Ich denke nicht über Kondition, den Aufbau von Muskelmasse oder den Verlust von Kalorien nach. Ich habe daher tatsächlich etwas länger gebraucht, um Ginnys Verhalten nachvollziehen zu können. Ich kann mich nicht in Menschen mit Essstörungen hineinversetzen, denn ich war bisher nie in einer Situation, die in mir gewisse Gefühle oder Gedanken auslöst, die beispielsweise Ginny oder auch Adrian zu ihren Handlungen getrieben haben. Aber ich glaube, dass mir dieses Buch in gewisser Hinsicht die Augen geöffnet hat. Dieser Roman ist keine Liebesgeschichte im herkömmlichen Sinne, sondern eher eine Story, deren Protagonisten unter Essstörungen und Verlust- und Bindungsängsten leiden und auf der Suche nach sich selbst die große Liebe finden. Was mich persönlich berührt hat, war die platonische Liebe, Ginnys Freundschaft zu Clay und Tristan, oder auch ihre Beziehung zu ihrer Schwester. Es ist immer gut zu wissen, dass man jemanden im Leben hat, auf den man sich verlassen kann, weshalb ich tatsächlich auch eine Träne vergießen musste, als Heather sich ins nächste Flugzeug von L.A. nach New York gesetzt hat, um für ihre Schwester da zu sein.Fazit:„GUY’S GIRL“ von Emma V. R. Noyes ist eine ganz besondere Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Es ist keine typische Lovestory und dennoch berührte mich der Roman sehr. Deshalb vergebe ich gerne 4 von 5 Sternchen.
Authentisch und emotional mitreißend
Ginny wirkt bodenständig und ist scheinbar meistens gut drauf, ihre Essstörung weiß sie zu verbergen – als sie zurück nach New York und in die WG ihrer männlichen Freunde zieht, scheint das perfekt zu funktionieren. Doch dann funkt es zwischen ihr und Adrian, dem vorherigen Mitbewohner der WG, gewaltig. Wenn den beiden nur nicht ihr jeweiliges Päckchen im Weg stünde …„Guy’s Girl“ ist definitiv kein Wohlfühlbuch, das mal gleich vorneweg. Ja, es ist auch eine Liebesgeschichte – zumal eine richtig gut geschriebene, wie ich finde –, aber gerade Ginnys Kampf mit ihrer Essstörung wird schonungslos ehrlich beschrieben und auch sonst wird wenig beschönigt. Aber gerade das fand ich toll in diesem Buch, denn es macht die Geschichte zwischen Ginny und Adrian definitiv authentischer. Beide Charaktere sind sehr sorgfältig herausgearbeitet und lassen sich in ihrer Originalität nur schwer in eine Schublade stecken.Trotz der schwierigen Themen gelingt es der Autorin mit ihrem schnörkellosen und doch irgendwie poetischen Schreibstil, dass die Seiten beim Lesen nur so dahinfliegen. Sicherlich haben auch ihre eigenen Erfahrungen dazu beigetragen, dass man als Leser so sehr von der Geschichte eingenommen wird. Besonders schön und wirklich interessant fand ich auch das Setting von New York City bis Budapest.Insgesamt hat dieses Buch alle meine Erwartungen erfüllt und sogar noch ein bisschen was oben drauf gesetzt. Deswegen gibt es von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung für alle, die sich für authentische, emotional mitreißende Geschichten interessieren.
Nachhaltig berührend - Liebesgeschichte mit ernster Thematik
Es wird sich intensiv mit dem Thema der Essstörung – sowohl Magersucht als auch Bulimie – auseinandergesetzt. Die Darstellung ist authentisch und ziemlich nahegehend. Sofern Euch die Themen triggern, seid vorsichtig. Im Nachwort schreibt die Autorin, selbst eine Betroffene gewesen zu sein. Sie bringt ihre Erfahrungen mit ein und bringt uns Lesern die Thematik noch näher. Die komplexen Denkmuster und Teufelskreise, in denen sich Ginny als Betroffene der Essstörung befindet, werden auf anschauliche Weise dargestellt.Als Ausgleich zu dieser ernsten Thematik, die oft genug dafür sorgt, tief durchatmen und das Buch vielleicht auch mal zur Seite legen zu müssen, gibt es unbeschwerte Szenen und zahlreiche sympathische Charaktere. Insbesondere die männliche Freundesgruppe um Ginny hat eine humorvolle Dynamik und sorgt oft für ein Lächeln. Sie dürfen nicht fehlen, ohne sie geht es wahrscheinlich in keinem Buch: die weniger sympathischen wenn nicht sogar unsympathischen Charaktere. Auch hier sind sie zu finden und nehmen entscheidenden Einfluss auf den Fortgang der Geschichte. Um Spoiler zu vermeiden wird hier nichts in Detail gegangen, nur so viel sei gesagt: es sind nicht immer alle friedlich zueinander, Konfliktpotenzial ist ausreichend vorhanden.Dass es eine Liebesgeschichte gibt, ist bei diesem Genre sicher keine Überraschung. Macht euch gefasst auf sich authentisch entwickelnde Gefühle und das leise Knistern, die Unbeschwertheit, die dadurch entstehen kann.
Erstaunlich was Worte in einem auslösen können
„Guys Girl“ von Emma Noyes hat mich tief berührt und echt beeindruckt. Die Geschichte taucht in die tiefen Emotionen der zwei Hauptcharaktere ein und behandelt dabei sensible Themen wie Essstörungen und unterdrückte Gefühle.Die Protagonistin Ginny wird von der Autorin einfühlsam und authentisch dargestellt. Ihr scheinbar lebensfrohes Äußeres steht im starken Kontrast zu ihrer verborgenen Essstörung, die sie zu verbergen versucht. Die detaillierte Schilderung ihrer Gedanken und die Entwicklung der Essstörung ermöglichen einen intensiven Einblick in ihre Welt, was das Buch sowohl beklemmend als auch fesselnd macht. Dennoch muss ich sagen, dass ihre Art Freundschaften zu bilden sehr seltsam dargestellt wurde. Sie gibt weiblichen Charakteren überhaupt gar keine Chance emotionalere Freundschaften zu bilden. Ganz im Gegenteil. Sie bezeichnet sich mehrfach als „eine der Jungs“. Das fand ich schrecklich seltsam.Die Beziehung zwischen Ginny und Adrian besteht aus Intensität und emotionalen Höhen und Tiefen. Besonders Adrians widersprüchliches Verhalten , doch auch Ginny’s Art mit Dingen umzugehen schaffen dabei diese Höhen und Tiefen. Die Autorin hat es geschafft, die Spannung zwischen den beiden Charakteren auf eine beeindruckende Weise zu gestalten.Der Schreibstil von Emma Noyes hat mich persönlich angesprochen. Die lebensnahen Dialoge und die tiefen Einblicke in die Gedankenwelt der Charaktere haben die Geschichte für mich greifbar gemacht. Die distanzierte Beschreibung bestimmter Aspekte konnte ich als bewusst gewählt akzeptieren, da sie die emotionale Intensität der Geschichte unterstützte.Besonders positiv hervorzuheben ist die Art und Weise, wie die Autorin die Themen psychischer Erkrankungen und toxischer Beziehungen behandelt. Die realistische Darstellung, eingebettet in die persönlichen Erfahrungen der Autorin, schärft das Bewusstsein für Themen wie Anorexie und Bulimie, regt aber auch zum Nachdenken über persönliche Erfahrungen an.Insgesamt hat "Guys Girl" mich durch die gelungene Mischung aus Liebe, Freundschaft und der Bewältigung persönlicher Herausforderungen tief berührt. Die vielschichtigen Charaktere, die intensive Auseinandersetzung mit psychischen Erkrankungen und die authentische Darstellung der Beziehung machen das Buch für mich zu einer lesenswerten und bewegenden Lektüre. Emma Noyes versteht es, ernste Themen einfühlsam zu behandeln und gleichzeitig eine beeindruckende Liebesgeschichte zu erzählen. Dennoch checkt auf jeden Fall vorher die TWs!
Pressestimmen
Ein emotionales Buch, das nach der Beschreibung der einzelnen Charaktere sich von einem Roman über L...iebesbeziehungen zu einem aufrüttelnden Buch über Essstörungen und Verhaltensweisen entwickelt. mehr weniger
Kurt Claus, 09.12.2023
Eines meiner Jahreshighlights 2023.
Antonia Kriegsmann, 30.10.2023
Unbedingt lesen!
25.10.2023