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»Die Zeiten haben sich geändert. Die Verbrechen auch.«

Im Schatten der Wende

Dezember 1989. Die Mauer ist gefallen. Der angehende Kriminalpolizist Tobias Falck tritt bei dem neu gegründeten Kriminaldauerdienst in Dresden an – und wird vor große Herausforderungen gestellt. Drogenhandel, Prostitution, Mord auf offener Straße – die Kriminalität im Osten verändert sich drastisch. Und es ist völlig unklar, welche Rechtsgrundlage für ostdeutsche Polizeiarbeit kurz nach der Wende gilt. Das KDD-Team gerät zusehends unter Druck, vor allem als plötzlich eine westdeutsche Kollegin auftaucht und um Amtshilfe bei der Suche nach einem Auftragskiller ersucht …

Bibliografische Daten

EUR 16,95 [DE] – EUR 17,50 [AT]
ISBN : 978-3-423-26318-4
Erscheinungsdatum: 16.02.2022
2. Auflage
368 Seiten
Format : 13,6 x 21,0 cm
Sprache: Deutsch
Autor*innenporträt

Frank Goldammer

Frank Goldammer, geboren 1975, ist Handwerksmeister und Autor. Bekannt wurde er mit seiner historischen Krimi-Bestsellerreihe über Kommissar Max Heller. Goldammer lebt als freier Autor in seiner Heimatstadt Dresden.

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107 von 107 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.54 von 5 Sternen


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6 - 10 von 107 Leserstimme

buchina am 18.02.2022 16:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Mehr Gesellschaftsroman als Krimi

Die Verknüpfung zwischen Historien und Krimi ist Frank Goldammer schon in seinen Nachkriegsromanen sehr gut gelungen. Diesmal widmet er sich der chaotischen Zeit ´89/90 in der DDR, genauer in Dresden. Den Einstieg im Roman beginnt er aber mit sehr emotionalen Szenen von der bekannten Demonstration ´89 in Leipzig, aus Sicht eines Polizisten. Als Leipzigerin, deren Eltern selbst bei dieser Demo waren, war es besonders emotional für mich.Danach gab es einen Szenenwechsel nach Dresden kurz vor der Wende. Sehr gut beschreibt Goldammer anhand seiner Protagonisten die Zerrissenheit der Gesellschaft und auch der einzelnen Personen. Der Kriminalfall an sich war im ersten Teil des Buches für mich eher verwirrend und nicht gut herausgearbeitet. Aber vielleicht war des extra so, denn Polizeianfänger Tobias Falck wirkte oft orientierungslos und war allein mit seinen Ermittlungen. Dann der Wechsel Falck beginnt seine neue Stelle nach der Wende im Dresdner Kriminal Dauerdienst. Auch hier wirkte der Fall für mich durcheinander gewürfelt. Gut gelungen ist dagegen, wie der Autor das Leben in dieser Zeit dargestellt hat. Es ist keine Ostalgie, sondern beschreibt auch eindeutig das Ende des korrupten, bankroten Staates, der so hätte, nicht weiter existieren können. Gleichzeitig beschreibt er aber auch, welche Veränderungen es für alle DDR-Bewohner bedeutet hat. Veränderungen, die für die Menschen in der BRD kaum nachvollziehbar sind. Insgesamt ist der Roman eher Gesellschaftsroman als Krimi. Denn die Krimihandlung fand ich etwas schwach und verworren, sie konnte mich nicht so richtig packen. Dagegen gefiel mir die Beschreibung von Dresden, hauptsächlich Dresden Neustadt, das gesellschaftliche Leben und die gut herausgearbeiteten Charaktere sehr gut.Ich würde mich sehr freuen, wenn weitere Romane über den KDD kommen, die Charaktere bieten noch einiges an Potential für weitere Geschichten.

buchfan am 17.02.2022 23:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Interessante Einblicke in eine Zeit des Umbruchs

Ein Krimi vor überaus interessanter historischer Kulisse. Die Handlung ist zweigeteilt. Der erste Teil spielt kurz vor der Wende. Volkspolizist Falck sieht sich mit zunehmenden Protesten und Unzufriedenheit in der DDR Bevölkerung konfrontiert. Als verdeckter Ermittler soll er bei der Aufklärung eines Mordes oder Unfalls helfen. Dann kurzer Zeitsprung in paar Monate später. Falck ist beim KDD gelandet. Neue Verbrechen und völlig veränderte Rahmenbedingungen prägen die Zeit. Eine Kollegin aus Frankfurt konfrontiert das Team mit einem Fall, rund ums Rotlichtmilieu und Auftragsmord. Der Erzählstil gefällt mir gut, die Figuren sind auch fesselnd. Der Fall selbst kommt für mich aber etwas kurz. Vielmehr verliere ich etwas den Überblick zwischen verschwundenen Leichen, versuchter Vergewaltigung, getöteter Kleinkrimineller und dem gesuchten Verbrecher aus Frankfurt. Das ist am Ende etwas schade.

beastybabe am 17.02.2022 21:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Spannende Zeit, spannende Story ...

Das Cover des Buches hat mich nicht wirklich angesprochen, aber der Name "Frank Goldammer" steht einfach für super Geschichten und so hab ich trotzdem zugegriffen. Das hat sich als gute Wahl herausgestellt ...Im Mittelpunkt steht der junge Polizist Tobias Falck, den wir während einer sehr spannenden Zeit kennenlernen dürfen, nämlich inmitten der Wirren der DDR-Grenzöffnung im Jahr 1989.Tobias ist ein sehr sympathischer Protagonist, aber neben ihm gibt es noch weitere Figuren, die man schnell ins Leserherz schließt.Genau so lebendig und authentisch wie die Handelnden beschreibt der Autor auch seine Schauplätze. Generell ist der Schreibstil wirklich mitreißend und bestens zu lesen. Er fängt auch die Stimmung in dieser besonderen Zeit sehr glaubhaft ein. Emotionales wird hier auch groß geschrieben, nicht nur Spannung und gelegentliche Action - eine absolut gelungene Mischung.Besonders gefallen hat mir neben der glaubwürdigen Szenerie auch die fesselnde Story, die mit einigen Überraschungen und Wendungen sehr spannend zu lesen ist. Etwas Humor zwischendurch fehlt auch nicht.Es geht nicht allzu blutig zur Sache, so dass auch Leser mit schwächerem Magen zugreifen dürfen.Eine gut durchdachte Geschichte zwischen Ost und West, die für einige Stunden bester Leseunterhaltung sorgt.

hasirasi2 am 17.02.2022 21:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ermittlungen zwischen Anarchie und Aufbruchsstimmung

„Der 9. November 1989. Sollte das tatsächlicher Tag sein, an dem eine neue Freiheit begann?“ (S. 140) Es gibt wohl kaum jemanden meiner Generation, der sich nicht an Günter Schabowskis berühmten Satz zur Maueröffnung in der Pressekonferenz zum Reisegesetzentwurf erinnert: „Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Tobias Falck, Obermeister der Volkspolizei der DDR, macht gerade eine Weiterbildung in Aschersleben und kann kaum glauben, als er davon im Radio hören. Ist die Mauer jetzt wirklich offen oder ist das nur Feindpropaganda? Dabei hat er in den letzten Monaten selbst erlebt, was in der DDR los ist, musste sich in Leipzig den Montagsdemonstranten entgegenstellen und dabei seine Angst vor einer Wiederholung des Massakers auf dem Tian'anmen-Platz unterdrücken. Seine Illusion von der heilen Welt bröckelte immer mehr. „In den letzten Tagen hatte sein Bild von der DDR Flecke und Kratzer bekommen. … Hier war kein Aufbau und kein Fortschritt. Hier sah man nur Stillstand und Verfall.“ (S. 86) Im Winter 1989 wird Leutnant Falck dem KDD (Kriminaldauerdienst) in Dresden zugeteilt und schon in den ersten Stunden aller Illusionen beraubt. Man empfängt ihn nicht nur nicht mit offenen Armen, sein Vorgesetzter Hauptmann Schmidt und seine Kollegin Stefanie Bach wissen nicht mal, dass er ihnen zugeteilt wurde. Es gibt keinen Schreibtisch, Stuhl oder gar eine Schreibmaschine für ihn – und was das Schlimmste ist, auch keine Fälle. „Hier macht jeder irgendwas, nur keine Polizeiarbeit!“ (S. 323) Sie sitzen auf Abruf, fahren als erste zu den Tatorten und entscheiden, welche Abteilung die Fälle weiterbearbeitet. Kein Wunder, dass Bach und Falck nebenher wegen eines Sexualstraftäters ermitteln, der seit Monaten sein Unwesen in der Dresdner Neustadt treibt. Doch dann steht plötzlich Sybille Suderberg im Büro, Hauptkommissarin der Kripo Frankfurt (Main). Der KDD soll sie bei einer grenzübergreifenden Ermittlung unterstützen. Dank ihr lernen die „Ossis“ ganz schnell kennen, was mit den „Wessis“ neben der D-Mark noch in die „Zone“ schwappt – großangelegter Drogenhandel, Bandenkriege, gewerbsmäßige Prostitution und Autoschiebereien.„Im Schatten der Wende“ ist für mich eine gleichzeitig erschreckende und faszinierende Zeitreise in meine Jugend. Ich bin Dresdnerin, war 1989 gerade 14 Jahre alt und in Budapest, als dort die Botschaft geöffnet wurde – ich habe es nur nicht mitbekommen. Ich kann mich noch sehr gut an die herrschende Aufregung, Ungewissheit und Aufbruchsstimmung erinnern, die Frank Goldammer hier sehr gut rüberbringt. Was wird jetzt aus jedem Einzelnen, aber auch aus dem gescheiterten Land? Wer verliert seinen Job, wem fällt seine Stasi-Zugehörigkeit auf die Füße und gibt es eine Reformation oder übernimmt der „Westen“ einfach alles? Vieles, was sich Frank Goldammers Protagonisten noch als Schrecken-Szenario ausmalen, ist später ja wirklich passiert. Nicht nur im KDD lässt er zwei Welten voller Vorurteile aufeinanderprallen. Da ist zum einen die überkorrekte Kollegin aus Frankfurt, die zwar erwartet hat, dass alle Polizisten zur Stasi gehören und deren Praktiken und Verbindungen nutzen will, andererseits aber über Schmidts zum Teil recht rüde Methoden und Rechtsbrüche entsetzt ist. Dabei beweist Schmidt je nach Ermittlungs- oder Verhörsituation, wie wandlungsfähig er ist und dass er sich immer neu auf sein Gegenüber einstellen kann. Aber auch die Frankfurter Kommissarin hat es in sich, ist arrogant und überheblich. Sie hofft im Osten auf die Karriere, die ihr im Westen verwehrt wurde und scheint bereit zu sein, dafür nicht nur sprichwörtlich über Leichen zu gehen. Stefanie Bach ist das vermittelnde Element der Dienststelle und Falck der zu Unrecht unterschätze Neue, der einige Fälle fast im Alleingang aufklärt und sich so den Respekt und die Anerkennung seiner Kollegen verdient. Ich habe es genossen, das junge Team bei ihren Ermittlungen und dem Zusammenwachsen zu begleiten. Und auch wenn das jetzt eher wie ein Wenderoman klingen mag, verwebt der Autor hier sehr geschickt mehrere komplexe, sich zum Teil überschneidende Handlungsstränge und lässt den KDD in wirklich spannenden Fällen ermitteln. Falck und seine Kollegen klären Morde auf, jagen Sexualstraftäter, suchen verschwundene Leichen und müssen sich mit den Abgründen der menschlichen Seele auseinandersetzen. Für mich ist dieser Auftakt seiner neuen Reihe ein absolutes Lesehighlight!

antje1968 am 17.02.2022 17:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Spannender Kriminalroman

Das toll gestaltete Buchcover passt perfekt zum Inhalt und ist auch so gestaltet, dass es eigene Gedanken zulässt und inhaltliche Aussagen unterstreicht.Der geschichtliche Zeitrahmen dieser Handlung ist äußerst interessant gewählt und der Autor Frank Goldammer hat es überzeugend geschafft, die Stimmung der Menschen und die Geschehnisse in dieser Zeit darzustellen, ohne zu beschönigen oder etwas zu erfinden. Mir hat besonders der Schreibstil gefallen, der spannungsaufbauend von der ersten bis zur letzten Seite war. Der Satzbau war kurz und präzise und sehr anschaulich in der Schilderung der Personen in ihren Handlungen und in ihrer persönlichen Weiterentwicklung.Die Verbindung mehrerer Fälle, denen sich Tobias Falck und seine Kollegen aus Ost und dann auch West stellen müssen finde ich unter der Berücksichtigung der verschiedenen Erfahrungswelten und Gesetze gelungen und verschaffte mir spannende Einblicke.Ein spannender Krimi mit einem Ende, das man so nicht erwarten konnte.Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

282k am 17.02.2022 16:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ost trifft West und ein spannender Kriminalfall

Tobias Falck, wohnhaft in Dresden, waren Recht und Ordnung schon immer wichtig. Deshalb entscheidet er sich für den Beruf des Polizisten. Als die Mauer fällt, hat er gerade den Lehrgang für Kriminalisten beendet und wird dem Kriminaldauerdienst zugeordnet. Dort trifft er auf die ihm bereits bekannten Kollegen Schmidt, an den er keine guten Erinnerungen hat und Steffi Bach. Die Arbeit gestaltet sich eher langweilig, bis die Westkollegin Suderberg auftaucht und Amtshilfe bei der Aufklärung einer ihrer Fälle einfordert. Welten treffen aufeinander, was die Zusammenarbeit nicht erleichtert.Als Falck die richtigen Schlüsse zieht, hängt das Leben seiner Kolleginnen bereits am seidenen Faden.Ich lerne Falck kennen, als er noch Volkspolizist in der DDR ist. Er steht fest zu den den Grundsätzen der sozialistischen Republik und kann nicht verstehen, dass man unbedingt in den Westen, den Staat der Ausbeuter, will. Was mich aber für ihn eingenommen hat, sind seine Träume von Familie und eigener Wohnung, sein Gespür für Menschen, seine Empathie und Hartnäckigkeit.Der Mauerfall ist erstmal ein Schock für ihn. Zum Glück kann er seine Arbeit behalten, wenn auch der Umgang mit den neuen alten Kollegen nicht einfach ist. Schmidt ist mir noch von seinem Auftreten in der DDR her unsympathisch. Er war in meinen Augen brutal und nicht unbedingt an der Aufklärung seiner Fälle interessiert. Kollegin Bach ist sehr darauf bedacht, dass es im Team zu keinen Konflikten kommt. Ich mochte sie, schon allein schon deswegen und weil sie sich um die Aufspürung von Sexualstraftätern bemüht - einer Tätergruppe, die es in der DDR offiziell nicht gab.Turbulent wird es, als die westdeutsche Kollegin auf der Bildfläche erscheint. Beide Seiten sehen ihre Vorurteile gegenüber dem jeweils anderen bestätigt und arbeiten eher gegen als miteinander. Das führt zu einigen humorvollen Szenen, über die ich mich wunderbar amüsiert habe. Der Fall selbst wird immer verworrener und die Beamten geraten mehrfach in große Gefahr.Die Lösung des Falles fand ich überzeugend und hat mir auch deshalb gefallen, weil bei allen Unterschieden es eben auch Gemeinsamkeiten gibt.

anne112 am 17.02.2022 14:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Positive Überraschung!

Als echtes Wendekind, geboren 1989 in Ostdeutschland, kenne ich die Zeit, in welcher der Roman um den Polizisten Tobias Falck spielt, mehr aus Erzählungen denn Erfahrungen. Mittlerweile kann man die immer gleichen Klischees rund um die DDR schon nicht mehr hören. Dementsprechend habe ich mir von dem Buch auch nicht allzu viel erwartet und wurde hier positiv überrascht. Das Thema rund um die Wende wird hier sowohl authentisch als auch locker aufgegriffen und super in die Handlung integriert.Der Protagonist, ein junger und sehr überzeugter DDR-Bürger wirkt drollig und sympathisch. Auch seine Ermittlerkollegen sind gut gewählte Charaktere. Als einen hochspannenden Krimi würde ich das Buch jedoch nicht bezeichnen, es geht für mich schon eher in Richtung "Cosy Crime". Trotzdem macht das Lesen Spaß, insbesondere durch einen gelungenen Schreibstil, tolle Charaktere und ein gut gebautes Setting.Ein besonderes Highlight für mich persönlich war auch der Heimatbezug zu Dresden. Fazit: Wer einen superspannenden Krimi erwartet, wird hier wahrscheinlich nicht fündig, wer aber eine stimmige Handlung in einer geschichtlich spannenden Zeit mit "ein bisschen Krimi dazu" lesen möchte, der ist hier genau richtig!

brauneye am 17.02.2022 14:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Hat mir gefallen

Zum Inhalt:Die Mauer ist vor kurzem gefallen als der angehende Kriminalpolizist Tobias Falck seinen POst beim neu gegründeten Kriminaldauerdienst antritt. Die Herausforderungen sind vielfältig aufgrund der neuen Situation. Drogenhandel, Prostitution und auch Mord sind plötzlich Delikte, bei denen nicht mal klar ist, welche Rechtsgrundlage denn eigentlich gilt.Meine Meinung:Irgendwie war mir gar nicht so richtig bewusst, dass es auch im Bereich der Kriminalität die Rechtsgrundlage zum Handels kurz nach der Wende nicht wirklich eindeutig war. Ich fand, dass der Autor dieses Thema sehr gut angegangen ist, man hat wirklich das Gefühl, dass es so gewesen sein könnte. Schon fast wie im rechtsfreien Raum wurde agiert. Der Roman war auch echt spannend geschrieben und hat mich gut unterhalten. Der Schreibstil war gut und liest sich flott weg.Fazit:Hat mir gefallen

herrygrill am 17.02.2022 11:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Wende-Krimi

Der Dresdner Bestsellerautor Frank Goldammer beginnt seinen Kriminalroman „Im Zeichen der Wende“ im Jahr 1988 in Leipzig. Der Protagonist Tobias Falck ist ein junger linientreuer Volkspolizist. Nach der Wende wird er zum Kriminaldauerdienst (KDD) nach Dresden versetzt. Dort stößt auch eine westdeutsche Hauptkommissarin zum Team. Sie ist auf der Suche nach einem Auftragskiller aus Frankfurt/Main, der sich in Dresden aufhalten soll.Die Spannung leidet unter vielen unterschiedlichen Erzählsträngen, wobei auch nicht alle Fälle logisch und nachvollziehbar aufgelöst werden. Sie zeigen aber, wie die zerfallende DDR von Kriminalität überschwemmt wurde. Auch die Charaktere, wie Falcks Vorgesetzter Edgar Schmidt, sind nur oberflächlich ausgearbeitet. Der Schreibstil wirkt punktuell holprig und abgehackt. Anfangs kommt kaum Spannung auf. Fazit: Mehr Wenderoman als Krimi

hennie am 16.02.2022 23:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Fast anarchische Zustände

Mittendrin im heißen Wendeherbst 1989 – so beginnt der neue Krimi von Frank Goldammer. Der junge Polizist Tobias Falck wird von seiner Weiterbildung aus Aschersleben abberufen, um die kritische Lage der Demonstrationen mit seinen Genossen der Volkspolizei in Leipzig, unter Kontrolle zu halten. Seine Gefühle, seine Ängste bei diesem Einsatz, die drohende Eskalation werden eindrücklich und fassbar geschildert. Nach der kurzen Einführung erfolgt ein Rückblick ins Frühjahr 1988 und man erhält Einblicke in den Arbeitsalltag von Volkspolizei-Obermeister Falck in seiner Heimatstadt Dresden. Ich finde das als einen geschickten Schachzug von Frank Goldammer, um die damaligen Gegebenheiten in der DDR zu verdeutlichen. Es handelt sich ja nur um wenige Monate, in denen sich große gesellschaftliche Veränderungen ereigneten.Kurz nach dem Fall der Mauer tritt Tobias Falck als Leutnant seinen Dienst beim Kriminaldauerdienst an. Die Rechtsgrundlagen in der veränderten Situation sind unsicher und die Herausforderungen an die Kriminalisten erweisen sich bald als sehr hoch. Die Kriminalität entwickelt sich rasant. Plötzlich haben sie es mit schwersten Delikten zu tun: Drogenhandel, Prostitution, Mord auf offener Straße. Leichen verschwinden spurlos vor ihren Augen. Dazu kommt plötzlich eine westdeutsche Kommissarin, die in Dresden einen Serienkiller vermutet. Das Team gerät immer mehr unter Druck.Der Autor verbindet geschickt die geschichtlichen Ereignisse der Wendezeit mit den Kriminalfällen. Dabei zeigt er eine realistische Sicht auf die Lage der Menschen in ihren Lebensumständen, auf die Orientierungslosigkeit der Jugend und ihr Abgleiten in die Kriminalität, auf den desolaten Zustand der Bausubstanz und der gesamten Infrastruktur. Das ist gut recherchierte Zeitgeschichte. Nach der Reihe um den sympathischen, geradlinigen Max Heller, die mir sehr gefiel, begegne ich nun einem neuen Typus Polizist. Tobias Falck wurde in der DDR ausgebildet und schwor seinem sozialistischen Staat die Treue. Doch der kam ihm fast über Nacht abhanden. (S. 86) „In den letzten Tagen hatte sein Bild von der DDR Flecke und Kratzer bekommen. Was er früher als kleine Unzulänglichkeit betrachtet hatte,…, hatte hier auf einmal eine andere Bedeutung bekommen. Hier waren kein Aufbau und kein Fortschritt. Hier sah man nur Stillstand und Verfall.“Wie der junge Mann damit zurechtkommt, wie er die neue Situation verarbeitet, wurde gut dargestellt. Es geht allzu vieles drunter und drüber. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung der Reihe und auf die Entwicklung der Charaktere der Kollegin Steffi Bach und des Vorgesetzten Edgar Schmidt. Vielleicht gibt es auch eine weitere Begegnung mit der Kommissarin aus Frankfurt am Main, Sybille Suderberg! Ich bin sehr gespannt auf Band 2.Fazit:„Schatten der Wende“ ist eine hervorragend aufgebaute Geschichte und interessant erzählt. Der Autor bleibt authentisch, beschönigt nichts an der Realität, übertreibt aber auch nicht. Ich kann das als ostdeutsche Zeitzeugin beurteilen.Der Protagonist Tobias Falck wurde nachvollziehbar charakterlich dargestellt, seine langsame Erkenntnis, die Wandlung in seinen Ansichten wird ersichtlich, sein Selbstvertrauen wächst.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Ruhr Nachrichten
Der Autor versteht es hervorragend, die Geschichte der beiden deutschen Staaten und der Wiederverein...igung als spannende Kulisse für seinen Krimi zu nutzen. mehr weniger

Beate Rottgardt, 16.03.2022

BÜCHER Magazin
Im Rückblick sieht man manches klarer und Autor Frank Goldammer gelingt mit ›Im Schatten der Wende‹ ...ein gut erzählter Krimi, vor allem aber ein stimmungsvoller und mit Details angereicherter Kommentar auf vieles, was in Ostdeutschland zur Wendezeit so ablief. mehr weniger

15.03.2022

Mainhattan Kurier
Start einer fesselnden neuen Krimi-Reihe des Bestsellerautors, die große Lust macht auf mehr.

15.03.2022

Westfälische Nachrichten
Eine fesselnde Reise in die jüngere deutsche Geschichte und ein spannender Einstieg in eine neue Kri...mireihe mit einem sympathischen Ermittlerteam. mehr weniger

26.02.2022

Morgenpost Sachsen
Der Autor wendet viel Sorgfalt auf, den historischen Schauplatz zu definieren, das Stadtbild, die St...raßennamen, die sozialen Milieus. mehr weniger

14.02.2022

musicalcocktail.info
Frank Goldammer startet mit diesem Buch eine vielversprechende Serie, die mehr als nur ein Krimi ist.... mehr weniger

08.06.2022

buecherplaza.de
›Im Schatten der Wende‹ ist der gelungene Auftakt einer neuen Krimireihe rund um Kriminalpolizist To...bias Falck und seine Kollegen. mehr weniger

06.06.2022

denglers-buchkritik.de
Frank Goldhammer startet mit dem ›Kriminaldauerdienst: Team Ost-West‹ eine verheißungsvolle neue Rei...he, die schon nach dem ersten Band süchtig macht! mehr weniger

Alex Dengler, 28.03.2022

literaturmarkt.info
Die Romane von Frank Goldamer: definitiv und ohne jeden Zweifel das Nonplusultra in der deutschen Kr...imiliteratur. mehr weniger

Susann Fleischer, 21.02.2022

eschborner-stadtmagazin.de
Es ist schon bemerkenswert, wie dicht der Autor die Gefühlslage eines jungen Polizisten schildert, d...er bei einer Montagsdemonstration in Leipzig eingesetzt wird und sich einer riesigen Menschenmenge gegenüber sieht. mehr weniger

Stephan Schwammel, 16.02.2022

diebedra.de
Zusammen mit den ein oder anderen überraschenden Wendungen sind nicht nur die Handlung, sondern auch... die Figuren so interessant, dass man von diesem Ermittlerteam gern mehr lesen möchte. mehr weniger

16.02.2022

der-kultur-blog.de
Mit diesem ersten tollen Band startet der Autor seine neue, vielversprechende Krimi-Serie.

Ingrid Mosblech-Kaltwasser, 16.02.2022

buechertreff.de
Eine sehr fesselnde Zeitreise zurück zum letzten Jahr der DDR und zur Wende, sehr lesenswert!

15.02.2022