Alex trägt eine tiefe Wut in sich. Auf der Suche nach iherer Wurzel stößt er auf die Geschichte zweier unglücklich Liebender, die zeigt, wie Leidenschaft, Eifersucht und Wut über Jahrzehnte und Generationen hinweg Wogen schlagen können.
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Verbrenn all meine Briefe
Drei Menschen. Zwei Generationen. Ein Geheimnis.
Woher kommt diese tiefe Wut, die Alex in sich trägt? Auf der Suche nach Antworten stößt er auf die Geschichte seiner Großmutter, die zeigt, wie sich Leidenschaft und Eifersucht über Jahrzehnte und Generationen hinweg in eine Familie graben können.
Sommer 1932: Die 24-jährige Karin verliebt sich in den jungen Schriftsteller Olof. Aber es gibt ein Problem: Karin ist mit Sven verheiratet, einem stürmischen, hochrangigen Schriftsteller mit einer grausamen Ader. Wird sie es wagen, ihren Mann verlassen und ein anderes Leben mit ihrer neu entdeckten Liebe beginnen? 68 Jahre später fragt sich Karins Enkel Alex, Autor und dreifacher Vater, warum er eine solche Wut in sich trägt; eine Wut, die seinen Kindern Angst macht und eine Kluft zwischen ihm und seiner Frau schafft. Er stößt auf die Geschichte zweier unglücklich Liebender, deren Wogen bis zu ihm reichen.
»Sein Buch ist kein Krimi und könnte doch aufregender nicht sein.« Christine Westermann, Stern
»Ein wahnsinnig klug gebauter, faszinierender, erschütternder Roman.« Frank Dietschreit, rbb Kultur
Ebenfalls von Alex Schulman bei dtv erschienen sind:
›Die Überlebenden‹
›Endstation Malma‹
Bibliografische Daten
6. Auflage
Alex Schulman
Alex Schulman, geboren 1976, ist einer der populärsten schwedischen Schriftsteller. Sein Roman ›Die Überlebenden‹, 2021 bei dtv erschienen, wurde in 30 Sprachen übersetzt. Mit ›Verbrenn all meine Briefe‹, bei dtv 2022, gelang ihm in Schweden 2018 der Durchbruch als literarischer Autor.
Hanna Granz
Hanna Granz, geboren 1977, hat unter anderem Werke von Patrik Svensson, Tove Alsterdal, Johanne Lykke Holm und Tone Schunnesson ins Deutsche übersetzt.
3 - 10 von 117 Leserstimme
Eindrückliche Familiengeschichte
Wut ist das zentrale Thema dieses Romans. Der Autor Alex Schulman geht der Frage nach, woher all die Wut kommt, die er tief in sich spürt. Dabei erforscht er seine Familiengeschichte und stößt auf unglaubliche Details. Er entdeckt, dass seine Oma Karin, die mit einem erfolgreichen Schriftsteller verheiratet ist, heimlich eine Affäre mit dem jungen Schriftsteller Olof hatte. Sie traut sich nie, ihren Mann (und somit Alex Opa) zu verlassen, obwohl dieser zu Gewalt neigt und eine tiefe Wut gegen seine Frau in sich trägt, dessen Wurzeln anscheinend noch in einem ganz anderen Kindheitstrauma liegen.Es ist sehr interessant, mit dem Autor zusammen seine Familiengeschichte und irgendwann auch das Geheimnis zu entdecken und zu sehen, wie sich dies auch auf die danach kommenden Generationen auswirkt. Der Autor erzählt dabei auch von eigenen Erinnerungen an seine Großeltern, die er nun in einem ganz anderen Licht sieht und anders interpretieren kann. Das Buch zu lesen ist eindrücklich und macht gleichzeitig betroffen. Es war keine leichte Kost, doch sehr interessant zu lesen.
Inspiriert zum Entdecken schwedischer Literatur
Mit geringen Erwartungen bin ich an das neue Buch von Alex Schulmann herangegangen. Vor einem guten Jahr habe ich bereits "Die Überlebenden" gelesen, welches 2020 in Schweden veröffentlicht wurde und damit neuer als "Verbrenn all meine Briefe" (2018) ist. Zwar war ich von "Die Überlebenden" sehr begeistert, doch alles was kurz vor, während oder kurz nach dem ersten und zweiten Weltkrieg spielt schreckt mich ab. Das ist eine Thematik und Zeit, die mich gar nicht interessiert. Schulmann wollte ich aber eine Chance geben.Beide Bücher erzählen die Geschichte einer Familie und sind am Ende Geschichten, die anders verlaufen als ich es ursprünglich erwartet habe. Gerade "Verbrenn all meine Briefe" biegt irgendwann ab und nimmt keine Umleitung, sondern geht seinen ganz eigenen neuen Weg. Die Kritiken die aus dieser Abbiegung entstehen kann ich nachvollziehen, auch mich hat das gestört. Doch dieser neue Weg hat mich am Ende so begeistert und mitgerissen, dass ich damit leben kann. Hier ist es wirklich von Vorteil, wenn man nicht weiß worum es gehen soll.Edit: Ich habe den schwedischen Klappentext gelesen und dieser bezieht sich nicht ausschließlich auf das erste Kapitel wie der deutsche. Hier wird also nicht dieser trügerische Eindruck erweckt, dass es darum geht wie der Protagonist (Alex) herausfindet, dass seine Kinder und Frau Angst vor ihm haben und er versucht herauszufinden woher das kommt und wie er ihr Vertrauen zurückgewinnen kann.In dem Buch geht es um die Großeltern von Alex Schulman (erst später wurde mir klar, dass der Protagonist der Autor selber ist). Mir fällt es schwer den Finger darauf zu legen warum und was genau mir so gut gefallen hat. Vielleicht der Gedanke, dass ein großer Teil dieser Geschichte wahr ist? Alex Schulman schreibt am Ende, dass dies eine fiktive Geschichte ist, auch wenn dies die Geschichte seiner Großeltern ist. Immer wieder habe ich mich gefragt: ist das hier nun echt oder nicht?Die Wut die von Sven Stolpe ausgeht ohne jemals wirklich explizit in physischer Gewalt umzuschlagen ist so gut beschrieben. Sie ist immer mit im Raum, wenn er es ist. Gleichzeitig hat man diese inspirierende Liebe (Olof Lagercrantz). Es ist großartig zu sehen wie unterschiedliche diese Liebe zu Karin Stolpe wahrgenommen und verarbeitet wird. Wie unterschiedlich sie Schriftsteller inspirieren kann. Nachdem ich das Buch beendet habe, habe ich sofort angefangen die Personen und Orte zu googlen. Es ging nicht anders. Ich möchte gerne mehr erfahren, mehr von den Personen lesen über die hier geschrieben wurde und im Anschluss noch einmal diese Geschichte erleben. Mich hat diese Geschichte ebenfalls zum Lesen inspiriert. Danke.
Auf den Spuren des Familiengeheimnisses – Fiktion oder Wahrheit?
Nach einem erneuten Wutausbruch und dem Streit mit seiner Frau versucht Alex nach den Ursprüngen seines unkontrollierbaren Verhaltens zu suchen. Dem Rat seiner Psychologin folgend recherchiert er in der Geschichte seiner Familie und stößt auf eine unglückliche Liebesgeschichte, die bisher für alle Familienmitglieder Tabu war. Im Jahre 1932 verliebte sich Alex Großmutter Karin in einen jungen Schriftsteller Olaf und war bereit für ihn sogar die Ehe mit dem berühmten Schriftsteller Sven Stolpe zu beenden. Um die Sache genau zu ergründen stöbert Alex im Nachlass seines Großvaters, findet Briefe und Tagebücher von damals, erinnert sich an seine Besuche bei den Großeltern im Jahr 1988.„Verbrenn all meine Briefe“ ist ein beeindruckender Roman, in dem Alex Schulman über die intimsten Geheimnisse seiner Familie spricht. Er verrät mehrere Details aus dem Leben der Familie seines Großvaters Sven Stolpe; die Romanfiguren sind authentisch, er nennt sie sogar mit ihren richtigen Namen. Einfühlsam beschreibt er die dramatische Liebesgeschichte seiner Großmutter, nennt Orten und Zeit des Geschehens, schildert die darauffolgenden Veränderungen im Leben des Ehepaars Stolpe. In einer ruhigen, leicht lesbaren Sprache skizziert der Autor das Porträt seines Großvaters: eines verbitterten, bösartigen Mannes, der seine Familie jahrelang tyrannisiert hat. Der Titel des Romans „Verbrenn all meine Briefe“ klingt dramatisch und verkündet unwillkürlich eine Tragödie. Dementsprechend ist die von Alex recherchierte Geschichte extrem spannend; sie nimmt einen unvorstellbaren -Verlauf. In der Danksagung spricht Alex Schulman über seine Arbeit an dem Buch und betont ausdrücklich, dass obwohl die Geschichte auf wahren Begebenheiten berührt, es ist ein Roman. Ich habe das feinsinnig geschriebene Buch mit großem Interesse gelesen und würde es wärmstens empfehlen.
Auf den Spuren des Familiengeheimnisses – Fiktion oder Wahrheit?
Nach einem erneuten Wutausbruch und dem Streit mit seiner Frau versucht Alex nach den Ursprüngen seines unkontrollierbaren Verhaltens zu suchen. Dem Rat seiner Psychologin folgend recherchiert er in der Geschichte seiner Familie und stößt auf eine unglückliche Liebesgeschichte, die bisher für alle Familienmitglieder Tabu war.
Im Jahre 1932 verliebte sich Alex Großmutter Karin in einen jungen Schriftsteller Olaf und war bereit für ihn sogar die Ehe mit dem berühmten Schriftsteller Sven Stolpe zu beenden. Um die Sache genau zu ergründen stöbert Alex im Nachlass seines Großvaters, findet Briefe und Tagebücher von damals, erinnert sich an seine Besuche bei den Großeltern im Jahr 1988.
„Verbrenn all meine Briefe“ ist ein beeindruckender Roman, in dem Alex Schulman über die intimsten Geheimnisse seiner Familie spricht. Er verrät mehrere Details aus dem Leben der Familie seines Großvaters Sven Stolpe; die Romanfiguren sind authentisch, er nennt sie sogar mit ihren richtigen Namen.
Einfühlsam beschreibt er die dramatische Liebesgeschichte seiner Großmutter, nennt Orten und Zeit des Geschehens, schildert die darauffolgenden Veränderungen im Leben des Ehepaars Stolpe. In einer ruhigen, leicht lesbaren Sprache skizziert der Autor das Porträt seines Großvaters: eines verbitterten, bösartigen Mannes, der seine Familie jahrelang tyrannisiert hat.
Der Titel des Romans „Verbrenn all meine Briefe“ klingt dramatisch und verkündet unwillkürlich eine Tragödie. Dementsprechend ist die von Alex recherchierte Geschichte extrem spannend; sie nimmt einen unvorstellbaren -Verlauf.
In der Danksagung spricht Alex Schulman über seine Arbeit an dem Buch und betont ausdrücklich, dass obwohl die Geschichte auf wahren Begebenheiten berührt, es ist ein Roman.
Ich habe das feinsinnig geschriebene Buch mit großem Interesse gelesen und würde es wärmstens empfehlen.
Aufrichtig und mit Leidenschaft geschrieben
Woher nur kommt diese Wut, die in Alex immer wieder aufschäumt? Seine Frau und seine Kinder können es nicht mehr mit ihm aushalten. Alex macht sich auf zu einer Reise in die Vergangenheit seiner Familie, die sehr schmerzhaft, aber am Ende auch heilsam sein wird. Der Autor Alex Schulman schreibt in "Verbrenn all meine Briefe" über das Leben des (fiktiven) Alex, der in seiner Familiengeschichte forscht, um Antworten für sein eigenes Leben zu finden. Alex Großvater ist der berühmte Schriftsteller Sven Stolpe, der einen nicht geringen Nachlass an Briefen und Materialien über sein Leben hinterlassen hat. Alex liest, forscht und findet Antworten. Wie bei einem Puzzle setzt er Stück für Stück einer Geschichte zusammen, die am Ende Licht in die Dunkelheit bringt, die auch Alex immer wieder in sich spürt. Eine traurige Liebesgeschichte, die seiner Großmutter widerfahren ist, wirkt sich noch Generationen später tragisch aus. Alex Schulman gelingt es meisterhaft, die auf drei Zeitebenen angesiedelten Geschichten miteinander zu verweben. Dieses Buch hat mir große Lesefreude bereitet, obwohl die Beschreibungen der Demütigungen, die Alex Großmutter erduldet hat, nicht leicht auszuhalten waren. Schulman hat letztendlich aber doch ein sehr tröstliches Buch geschrieben. Der Großvater hat mit seiner lebenslangen Wut eine Zerstörung hinterlassen, die auch in Alex wirkt. Doch Alex hat es geschafft: Er will es nicht zulassen, dass auch in ihm die Dunkelheit der Familie die Beziehung zu seiner Frau und seinen Kindern zerstört. "Ich tappe nicht länger im Dunkeln. Ich weiß, welche Aufgabe ich vor mir habe. Und ich stecke nicht fest, ich bin in Bewegung."So endet "Verbrenn all meine Briefe" und so beginnt eine neue Geschichte.
Dramatische Liebes- und Lebensgeschichte
Mutig arbeitet Alex Schulmann in seinem Buch "Verbrenn all meine Briefe" die weitgehend wahre Geschichte seiner Familie und insbesondere seiner Großeltern auf. Ausgehend von der Wut, die er selber in sich trägt, fängt er an zu forschen und versucht zu verstehen, was zwei Generationen vor ihm in der Familie geschah. Auf drei Zeitebenen - heute, in den 80ern als Enkelkind bei seinen Großeltern und im Sommer 1932 entwirrt er das Geschehen zwischen seinen beiden Großeltern, Sven und Karin Stolpe und Olof Lagercrantz, mit dem Karin Stolpe eine Liebesbeziehung beginnt. Der narzistische Sven Stolpe ist ein charismatischer Schriftsteller, der seine Frau Karin ob vermeintlicher Fehltritte quält und ihr mit seinen Wutattacken keinen Spielraum für eine eigene Entwicklung erlaubt. Mit Olof Lagercrantz scheint für Karin Stolpe jedoch eine romantische und gleichberechtigte Beziehung möglich, wäre da nicht die grenzenlose Wut ihres Ehemanns. Die Geschichte entwickelt sich so dramatisch, dass sie fiktional erscheint. Und obwohl man von Beginn an aufgrund der verschiedenen Zeitebenen weiß, wie sie ausgehen wird, hält Schulmann die Spannung spielend bis zum Schluß. Wie bereits in seinem Buch "die Überlebenden" haben die Ereignisse große Auswirkungen auf den weiteren Fortgang des Lebens der Protagonisten und derer Familien. Aber in beiden Büchern prägt der Charakter der Protagonisten deutlich den Verlauf des Geschehens - durch die Ereignisse verdichten sich die charakterlichen Eigenschaften der Akteure, für die es hier wie dort kein Entrinnen gibt.
Dramatische Liebes- und Lebensgeschichte
Mutig arbeitet Alex Schulmann in seinem Buch "Verbrenn all meine Briefe" die weitgehend wahre Geschichte seiner Familie und insbesondere seiner Großeltern auf. Ausgehend von der Wut, die er selber in sich trägt, fängt er an zu forschen und versucht zu verstehen, was zwei Generationen vor ihm in der Familie geschah.
Auf drei Zeitebenen - heute, in den 80ern als Enkelkind bei seinen Großeltern und im Sommer 1932 entwirrt er das Geschehen zwischen seinen beiden Großeltern, Sven und Karin Stolpe und Olof Lagercrantz, mit dem Karin Stolpe eine Liebesbeziehung beginnt. Der narzistische Sven Stolpe ist ein charismatischer Schriftsteller, der seine Frau Karin ob vermeintlicher Fehltritte quält und ihr mit seinen Wutattacken keinen Spielraum für eine eigene Entwicklung erlaubt. Mit Olof Lagercrantz scheint für Karin Stolpe jedoch eine romantische und gleichberechtigte Beziehung möglich, wäre da nicht die grenzenlose Wut ihres Ehemanns.
Die Geschichte entwickelt sich so dramatisch, dass sie fiktional erscheint. Und obwohl man von Beginn an aufgrund der verschiedenen Zeitebenen weiß, wie sie ausgehen wird, hält Schulmann die Spannung spielend bis zum Schluß.
Wie bereits in seinem Buch "die Überlebenden" haben die Ereignisse große Auswirkungen auf den weiteren Fortgang des Lebens der Protagonisten und derer Familien. Aber in beiden Büchern prägt der Charakter der Protagonisten deutlich den Verlauf des Geschehens - durch die Ereignisse verdichten sich die charakterlichen Eigenschaften der Akteure, für die es hier wie dort kein Entrinnen gibt.
Lovestory ohne Happy End
Mit diesem Buch begibt sich der Autor auf die Suche nach den Ursachen seiner Wut, die seit Jahren in ihm ist und von der er selbst erst jetzt realisiert hat, dass sie nicht nur ihm, sondern insbesondere seiner Familie schadet. Einen Ansatz findet er in der Familienlinie mütterlicherseits, dort waren Konflikte an der Tagesordnung und so wuchs er damit auf. Erste Nachforschungen führen ihn zu seinem Großvater, einem in Schweden berühmten Schriftsteller, der eine unglaubliche Fülle an Büchern und Schriftwerken hinterlassen hat. Dieser hat sein Leben lang in Konkurrenz mit einem anderen Autor gelegen, was aber wohl mehr im privaten als im schriftstellerischen Bereich gelegen hat. Alex Schulman fördert ungeheuerliches zutage, das ein ganz anderes Licht wirft auf seinen Großvater und besonders dessen Frau Karin.Wer nun ein Sachbuch erwartet, wird schnell eines besseren belehrt. Aus Büchern, Briefen und Tagebuchaufzeichnungen ergibt sich eine Geschichte, die schöner und tragischer nicht sein könnte. Schulman schreibt so intensiv, so einfühlsam über die Begegnung seiner Großmutter mit ihrer großen Liebe, dass es eine Freude ist, diesen Teilen im Buch beiwohnen zu dürfen. Eine große Liebe, ein Tabubruch, eine unerfüllte Sehnsucht und ein tragisches Ende, das keines war. Eine Geschichte wie ein Buch, das das Leben schrieb. Ich habe wider besseren Wissens darauf gehofft, dass es einen anderen Abschluss gibt, habe so sehr gewünscht, dass es anders endet. Immer wieder musste ich mir ins Gedächtnis rufen, dass dies andere Zeiten waren, dass es sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich war, was heute so selbstverständlich ist. Und trotzdem hat es mich erschüttert und emotional sehr bewegt, welche Bürde aus Pflichtgefühl und Angst Karin auf sich genommen hat. Die letzten Seiten haben mich so aufgewühlt, dass ich das Buch an die Seite legen und mich sammeln musste. Eine Liebesgeschichte ohne Happy End. Ein Meisterwerk. Volle Punktzahl mit Sternchen und eine Leseempfehlung gibt es von mir.
Zu den Wurzeln der Wut
Alex Schulmans 'Die Überlebenden' ist mir in sehr guter Erinnerung geblieben, denn es geht darin um traumatisierende Kindheitserlebnisse. Deshalb war ich sehr gespannt auf den Nachfolgeband und wurde nicht enttäuscht.Auch hier geht es um das familiäre Miteinander. Alex realisiert, dass seine Familie (seine Frau und seine Kinder) bisweilen Angst vor ihm hat. Dies beunruhigt ihn, denn er ist davon überzeugt, dass er eine Wut in sich trägt, die wegen unerheblichen Anlässen plötzlich ausbricht. Woher kommt diese Wut? Nachdem er gemeinsam mit einer Psychologin festgestellt hat, dass familiäre Disharmonien sich besonders häufig in der Familie mütterlicherseits befinden, beschließt er, dem Phänomen auf den Grund zu gehen. Er befürchtet, dass diese innerlich festgelegte Wut sonst auch im Verhalten seiner Kinder Fuß fasst. Also beginnt er mit Recherchen und fokussiert diese auf seinen Großvater Sven Stolpe, der ein erfolgreicher Schriftsteller war und in seinen Werken viel Persönliches einfließen ließ.Der Roman beinhaltet drei Handlungsstränge. Zunächst die Gegenwart, in der sich Alex der Gefahr bewusst wird und handelt. Sehr signifikant ist das Jahr 1932, denn da lernt seine Oma Karin, die bereits mit Sven verheiratet ist, ihre große Liebe kennen und lässt sich darauf ein. Aber ihre Ehe ist ein Gefängnis, aus dem sie nicht ausbrechen kann, eine 'Amour fou', sehr leidenschaftlich, aber mit folgenschweren Auswirkungen für die Liebenden. Als Sven Karins Untreue bemerkt, macht er ihr das Leben zur Hölle, und es gibt für Karin kein Entrinnen.Der dritte Handlungsstrang beschreibt persönliche Erinnerungen, die Alex durch Besuche bei seinen Großeltern in den späten 80ern bewahrt hat und die seine Gedanken untermauern.Der Autor beschreibt atmosphärisch dicht, wie zerrissen sich Karin zwischen den beiden Männern fühlt und wie verfahren ihre Lage ist. Man leidet förmlich mit ihr. Überhaupt empfindet man tiefes Mitleid, denn schon kurz nach der Verlobung fängt sie an, sich Svens Wünschen unterzuordnen und damit ihr eigenes Glück aufzugeben. Sven erkennt ihre prekäre Situation und demütigt sie auf brutale Weise, manchmal nur wegen Kleinigkeiten. Einige Szenen sind sehr berührend, und man muss erstmal darüber nachdenken.Der Schreibstil gefällt mir außerordentlich gut, denn er vermittelt Spannung so intensiv, wie sie in vielen Krimis nicht entsteht. Deshalb möchte ich eine eindeutige Leseempfehlung aussprechen.
Zu den Wurzeln der Wut
Alex Schulmans 'Die Überlebenden' ist mir in sehr guter Erinnerung geblieben, denn es geht darin um traumatisierende Kindheitserlebnisse. Deshalb war ich sehr gespannt auf den Nachfolgeband und wurde nicht enttäuscht.
Auch hier geht es um das familiäre Miteinander. Alex realisiert, dass seine Familie (seine Frau und seine Kinder) bisweilen Angst vor ihm hat. Dies beunruhigt ihn, denn er ist davon überzeugt, dass er eine Wut in sich trägt, die wegen unerheblichen Anlässen plötzlich ausbricht. Woher kommt diese Wut?
Nachdem er gemeinsam mit einer Psychologin festgestellt hat, dass familiäre Disharmonien sich besonders häufig in der Familie mütterlicherseits befinden, beschließt er, dem Phänomen auf den Grund zu gehen. Er befürchtet, dass diese innerlich festgelegte Wut sonst auch im Verhalten seiner Kinder Fuß fasst. Also beginnt er mit Recherchen und fokussiert diese auf seinen Großvater Sven Stolpe, der ein erfolgreicher Schriftsteller war und in seinen Werken viel Persönliches einfließen ließ.
Der Roman beinhaltet drei Handlungsstränge. Zunächst die Gegenwart, in der sich Alex der Gefahr bewusst wird und handelt.
Sehr signifikant ist das Jahr 1932, denn da lernt seine Oma Karin, die bereits mit Sven verheiratet ist, ihre große Liebe kennen und lässt sich darauf ein. Aber ihre Ehe ist ein Gefängnis, aus dem sie nicht ausbrechen kann, eine 'Amour fou', sehr leidenschaftlich, aber mit folgenschweren Auswirkungen für die Liebenden. Als Sven Karins Untreue bemerkt, macht er ihr das Leben zur Hölle, und es gibt für Karin kein Entrinnen.
Der dritte Handlungsstrang beschreibt persönliche Erinnerungen, die Alex durch Besuche bei seinen Großeltern in den späten 80ern bewahrt hat und die seine Gedanken untermauern.
Der Autor beschreibt atmosphärisch dicht, wie zerrissen sich Karin zwischen den beiden Männern fühlt und wie verfahren ihre Lage ist. Man leidet förmlich mit ihr. Überhaupt empfindet man tiefes Mitleid, denn schon kurz nach der Verlobung fängt sie an, sich Svens Wünschen unterzuordnen und damit ihr eigenes Glück aufzugeben. Sven erkennt ihre prekäre Situation und demütigt sie auf brutale Weise, manchmal nur wegen Kleinigkeiten. Einige Szenen sind sehr berührend, und man muss erstmal darüber nachdenken.
Der Schreibstil gefällt mir außerordentlich gut, denn er vermittelt Spannung so intensiv, wie sie in vielen Krimis nicht entsteht. Deshalb möchte ich eine eindeutige Lese Empfehlung aussprechen.