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Die Farben der Rebellion sind bunt!

Wenn die Bienen schweigen

Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt aus den Fugen. Im Alter von elf Jahren werden Mädchen in Camps gezwungen, wo sie per Hand die Blüten der Obstbäume bestäuben. Kaum gebärfähig, werden sie verheiratet. Jess ist eines dieser Mädchen. Sie kennt die Welt vor dem Kollaps aus Büchern und liebt die Natur. Frei will sie sein, leben! Und schon lange weiß sie, dass Pinsel nicht zum Bestäuben von Pflanzen erfunden wurden. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gerät, schleicht sie sich aus dem Camp und malt ein leuchtendes Bild an die große Mauer. In den anderen Mädchen entfacht sie damit den Funken der Rebellion. Und einmal gedacht, lässt sich der Gedanke der Freiheit nicht mehr unterdrücken.


»Eine packende Handlung und eine poetische Erzählstimme machen dieses Buch zu etwas Besonderem.« – Kirkus Reviews, starred review

»Kunst und Literatur als Mittel zum Überleben und zur Veränderung … Kraftvoll zurückhaltend und beunruhigend.« – Horn Book

»Ein kluges und dunkles Leseerlebnis, das an Margaret Atwoods ›Der Report der Magd‹ und Ray Bradburys ›Fahrenheit 451‹ erinnert, mit einer Umweltkrise als Hintergrundfolie und voller wichtiger Themen.«​ – School Library Journal


  • Ein bewegendes Ausgangsszenario: die Welt nach dem Aussterben der Bienen
  • Der Roman verbindet die Belastung der Ökosysteme und die Sorge darum mit einer emotionalen Freundschaftsgeschichte und gesellschaftlichen Fragen 
  • Vom inneren Widerstand zum offenen Aufruhr – über den Kampf gegen ein autoritäres System
  • Eine Liebeserklärung an die Kunst, die Fantasie und das Erzählen von Geschichten
  • Mit einer feministischen Botschaft

Bibliografische Daten

EUR 18,00 [DE] – EUR 18,50 [AT]
ISBN : 978-3-423-65052-6
Erscheinungsdatum: 16.07.2026
2. Auflage
304 Seiten
Format : 13,6 x 21,0 cm
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Englischen von Anu Stohner
Lesealter ab 14
Autor*innenporträt

Caryl Lewis

Caryl Lewis, geboren 1978, ist eine preisgekrönte walisische Autorin, Dramatikerin und Drehbuchautorin. Sie schreibt für Kinder und Erwachsene und ist Gastdozentin für Kreatives Schreiben an der Cardiff University. Caryl Lewis lebt mit ihrer Familie auf einer Farm in der Nähe von Aberystwyth in Wales.

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Übersetzer*innenporträt

Anu Stohner

Anu Stohner, geboren 1952 in Helsinki, lebt als Übersetzerin und Autorin in Altlußheim am Rhein. Für ihre Übersetzungen aus dem Englischen, Finnischen und Schwedischen wurde sie unter anderem mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis für ÜbersetzerInnen und dem Finnischen Staatspreis ausgezeichnet. 

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139 von 139 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.65 von 5 Sternen


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10 - 10 von 139 Leserstimme

aliceimbücherland14 am 09.07.2026 19:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Beängstigend

Die Bienen sind ausgestorben und nun müssen junge Mädchen, die Bäume per Pinsel bestäuben, bevor sie zur Frau werden und für Nachwuchs sorgen sollen. Doch plötzlich ist da ein Bild und die Liebe zur Kunst und dass es vielleicht ein Entkommen aus dieser Welt gibt. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, da er sehr bildlich war und kurze, prägnante Sätze hatte. Man merkt daran auch, dass das Buch ein Jugendbuch ist, was mich aber nicht weiter gestört hat. Die Figuren haben mir gut gefallen und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Man merkt den jungen Figuren keine Naivität an, was mich angesprochen hat. Ich kann das Buch Dystopie-Fans empfehlen, da hier teilweise eine beängstigende Zukunftsaussicht dargestellt wird. Ich bin selbst kein großer Dystopie-Fan, fand das Buch, vor allem aufgrund der jungen Figuren, jedoch gut.

geschichtenverweilerin am 08.07.2026 21:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Vorherbestimmtes Leben statt Freiheit und Bienensummen

Eine Welt, in der ein Pinsel zum Überleben statt zum Malen und Geschichtenerzählen gedacht ist. In dieser traurigen Welt lebt Jess. Die ersten Seiten haben mich gleich fesseln können und eine Welt aufgezeigt, welche man lieber nie erfahren möchte. Eine längst geschehene stille Tragödie, die Jess ganzes Leben bestimmt und auf welches sie keinen Einfluss hat. Oder könnte sie an ihrem Schicksal etwas ändern? Vielleicht sogar zuliebe ihrer Freundin Cass? Das Buch zeigt eine dystopische Welt auf, in der Mädchen keinerlei Mitspracherecht an ihrem Leben erhalten. Es zeigt, wie ein Funke Hoffnung Träume zum Leben erwecken kann. Die Feundschaft, die Jess und Cass teilen ist stark und etwas besonderes in dem tristen Camp, wo sich unter den Mädchen dauernd Gruppen bilden. Die Geschichte regt zum Nachdenken an, wie man auf die kleinen Wunder im Leben blickt. Besonders die Charaktere und die zwischenmenschlichen Beziehungen wurden gut dargestellt. Jeder Charakter hat seine eigenen Entscheidungen getroffen, um an diesem Ort bestehen zu können. Themen wie Selbstbestimmung, Freiheit und Träume nehmen eine große Rolle in der Geschichte ein. Doch es braucht einen guten Zusammenhalt und Vertrauen, um der Wahrheit begegnen zu können, die hinter dem System steckt. Das Buch hallt noch lange nach und passt gut in das Genre Jugendbuch, da die aufgegriffenen Themen in einem angemessenen und nicht zu düsteren Rahmen dargestellt werden.

bookworm_franzi am 08.07.2026 12:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Eine Dystopie, die unter die Haut geht

Dieses Buch hat mich echt überrascht. Es war unglaublich bedrückend und gleichzeitig einfach großartig. Die Vorstellung, dass die Bienen ausgestorben sind und sich dadurch die ganze Welt so verändert, fand ich erschreckend und leider gar nicht so unrealistisch.Jess war für mich eine starke Protagonistin. Ich habe die ganze Zeit mit ihr mitgefiebert und gehofft, dass sie ihren eigenen Weg gehen kann. Gerade ihre Sehnsucht nach Freiheit und ihre Liebe zur Natur haben mich sehr berührt.Die Geschichte hat mich oft nachdenklich gemacht und an manchen Stellen richtig traurig gestimmt. Trotzdem gibt sie einem auch Hoffnung, dass selbst kleine Taten etwas verändern können.Für mich war es ein Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde. Düster, emotional und mit einer wichtigen Botschaft. Ich kann es wirklich jedem empfehlen, der gerne Dystopien liest und Geschichten mag, die einen auch nach dem Zuklappen noch beschäftigen.

allywoodjohnson am 08.07.2026 08:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Bedrückend, zart und voller Hoffnung

Hoffnung und Hoffnungslosigkeit stehen manchmal so dicht beieinander…Die Welt hat sich verändert seit die Bienen ausgestorben sind. Um die Blüten zu bestäuben, werden junge Mädchen im Alter von 11 Jahren gezwungen, dies zu tun. Es wird ihnen vorgegaukelt, sie wären eine große Familie, die einen wichtigen Beitrag leistet. Sie bekommen Nahrung und eine sichere Unterkunft. Doch das Essen ist eher dürftig und die Bedingungen und Regeln sind hart in den Camps. Jess, die Hauptprotagonistin, kennt das Leben wie es früher war noch aus Büchern. Sie ist eine der Wenigen die noch lesen gelernt hat. In Jess brodelt es zunehmend. Sie spürt, dass dieses Leben falsch ist. Jeder Mensch hat ein recht auf Freiheit und Selbstbestimmung. Jess hat vor der Zeit im Camp gerne gemalt und sie weiß, ein Pinsel ist nicht zum Bestäuben gedacht. Als sie durch einen Aufseher, dem sie zunächst nicht traut, an Farben kommt, entwickelt sich in ihr ein großer Drang diese zu benutzen. Sie will nicht nur einfach etwas für sich malen, sie will, dass es alle sehen können. Sie will mit ihrem Bild etwas bewirken. Sie hat keinen genauen Plan, aber Jess weiß, dass sie handeln muss um frei sein zu können. Ihr großes Bild, welches sie auf die Mauer des Camps malt, verändert alles in den Köpfen der Mädchen und langsam beginnt sich Widerstand zu regen. Diese Geschichte ist so wunderschön geschrieben. Auch wenn es eine Dystopie ist, welche oft düster und bedrückend ist, ist sie doch gleichzeitig zart, leise und voller Hoffnung. Freundschaft und Zusammenhalt zeigen, welche Kraft man entwickeln und Dinge zum Positiven wenden kann. Die Autorin regt den Leser an, aufmerksamer zu werden, auf die Kleinigkeiten um uns herum zu achten. Das in China, wie im Anhang geschrieben, bereits in einer Region Bäume von Hand bestäubt werden müssen, ist erschreckend. Lest dieses Buch und lasst in euren Gärten oder auf euren Balkonen Blumen blühen für die Bienen und all die anderen Insekten, denn ohne sie sind wir nichts.

steffi kohl am 07.07.2026 19:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Unsre Zukunft?

Die Leseprobe hatte mir sehr gefallen , und auch das Cover , auch wenn es nicht „reißerisch“ ist , wie man es von einem Jugendbuch vielleicht erwartet. Ich finde es sehr gelungen. Die große Biene auf dem Cover hat eine Art schwarzer Umhang, als ob sie einen Trauerflor trüge. Im Buch wird klar , warum sie den trägt.Bienen und andere Insekten und ihr Gesumme sind für mich schon immer ein Zeichen für Leben gewesen. Mit Bestürzung stelle ich seit Jahren bereits fest , dass es immer weniger Insekten gibt. Es ist bekannt , dass das Sterben der Insekten , darunter auch der Bienen katastrophale Auswirkungen auf unsere Erde und uns Menschen haben wird.Die beschriebene Realität , ganz ohne Bienen, ist schon beängstigend, die Atmosphäre deshalb bedrückend.Junge Mädchen werden unter entwürdigenden Bedingungen in Lagern gehalten , werden ihren Familien entrissen; angeblich im Dienste für die Gemeinschaft zu leisten Blüten zu bestäuben.. Im Mittelpunkt steht das Mädchen Jess, die von ihrer Mutter noch das Lesen gelernt hat. Dadurch konnte sie ihr eigenes Denken und ihre Kreativität schon als Kind entwickeln. Davon kann sie nun profitieren. In Jess wächst immer mehr die Wut über diese Zustände und der Drang, aus dem Camp auszubrechen. Ihr selbstständiges Denken verhilft ihr zu Mut und Zuversicht.Das Jugendbuch , das auch viele Erwachsene lesen sollten, macht nachdenklich. Es gibt im Roman viele Parallelen zu bereits bestehenden Missständen in Natur und Gesellschaft . Es ist auch eine Warnung an uns als Leser , dass es kaum möglich sein wird , entstandene Defizite in der Artenvielfalt auszugleichen.

meine_magische_buchwelt am 07.07.2026 17:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Bienen sind wertvoll und wichtig

Wenn Bienen schweigen ist eine Dystopie, die mich bewegt und zum Nachdenken gebracht hat, weil das Thema erschreckend realistisch wirkt.Das weltweite Bienensterben ist inzwischen Realität und was für verheerende Auswirkungen es auf die Menschheit und die Natur haben würde, das mag man sich gar nicht ausmalen. Der Schreibstil der Autorin ist dabei flüssig und leicht verständlich. Ich war sofort in der Geschichte drin und bin nur so durch die Seiten geflogen.Die bedrückende Atmosphäre und die Hoffnungslosigkeit war geradezu spürbar und die Unterdrückung der Mädchen regelrecht erschreckend. Allerdings fehlte es mir gerade im späteren Verlauf an Tiefgang und das Ende war mir leider viel zu kurz und zu plötzlich. Ich blieb mit offenen Fragen zurück und hatte das Gefühl, dass da einfach etwas fehlen würde.Fazit: Eine eindringliche Dystopie über ein wichtiges Thema und ein Weckruf an die Menschheit. Ein Buch, das mich bewegt und zum Nachdenken gebracht hat. Nur das Ende kam mir leider zu abrupt.

raganiuke am 07.07.2026 17:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Gar nicht so unrealistische Dystopie

"Fantasie ist die einzige Waffe im Kampf gegen die Realität"– mit diesem Zitat beginnt „Wenn die Bienen schweigen“ von Caryl Lewis und genau das fasst die Botschaft des Buches für mich gut zusammen.Das Buch ist ein dystopischer Jugendroman, der die fragile Abhängigkeit der menschlichen Zivilisation von der Natur – insbesondere von Bienen – thematisiert. Die Geschichte beginnt mit der Erkenntnis, dass die Welt bereits vor Jahren endete, bevor es irgendjemand bemerkte – nicht mit einem lauten Knall, sondern in völliger Stille. Die letzte Biene stirbt, und mit ihr bricht das Gleichgewicht der Natur zusammen. Hauptcharakter der Erzählung ist Jess, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird. Die Welt vor dem Zusammenbruch kennt sie nur aus mittlerweile verbotenen Büchern und den Erzählungen einer Nachbarin, aus der Zeit, bevor sie ihre Mutter verlassen musste um in einem Mädchenlager Obstbäume mit Pinseln zu bestäuben, um die Lebensmittelversorgung aufrechtzuerhalten.Jess hat durch ihre Mutter Lesen und Zeichnen gelernt und hält an der Erinnerung an die Welt vor dem Zusammenbruch fest. Sie erinnert sich an Bücher, Farben, Musik und die Schönheit der Natur. Diese Erinnerungen sind ihr einziger Halt. Als sie in der Werkstatt für die Bürsten arbeitet, entdeckt sie, dass die Bürsten aus den Haaren der Mädchen hergestellt werden – ein weiteres Symbol der Ausbeutung. Doch sie entdeckt auch, dass sie mit den verbotenen Farben, die ihr ein Wachmann organisiert, etwas Neues schaffen kann – und dass Pinsel nicht zum Bestäuben gedacht sind, sondern zum Malen.Mit einer im geheimen angefertigten Wandmalerei weckt sie auch den Widerstandsgeist der anderen Mädchen und löst einen Aufstand aus, auch dies ein Symbol dafür, dass kleine Dinge Großes bewirken können.Die Geschichte zeigt, wie die Machtstrukturen die Freiheit und Individualität von Frauen untergraben. Die Mädchen werden mit 11 Jahren in die Arbeitslager gesperrt und sobald sie die Pubertät hinter sich lassen, werden sie verheiratet um Kinder zu gebären und so der Gesellschaft zu dienen. Da das Buch aus der Perspektive eines Mädchens geschildert wird, fehlt für mich ein wenig der Blick auf die Jungen und Männer in dieser Gesellschaft, denn natürlich gibt es in den Lagern die „Mütter“, Aufseherinnen, die den Tagesablauf der Mädchen kontrollieren und damit also auch Teil des Machtapparates sind. Aber was geschieht mit den Jungen in dieser Dystopie, die werden ja auch verheiratet ohne Mitspracherecht, oder sie werden Soldaten, ob sie wollen oder nicht. Diese Seite der Gesellschaft fehlt mir ein wenig, ansonsten finde ich den Roman durchaus gelungen, denn er zeigt, dass die Existenz der Menschheit von der Vielfalt der Natur abhängt und diese von den Bienen, die für die Bestäubung von Pflanzen verantwortlich sind. Ihr Verschwinden führt zu einer Kettenreaktion: Hunger, Kriege, Zerstörung der Ökosysteme.Wie weit wir von einer solchen Zukunft entfernt sind, ist einen Gedanken wert.

joana_mit_einem_n am 07.07.2026 17:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Herzergreifend, tiefgründiger Roman mit Appell an die Welt

...der Zusammenbruch, hier beginnt die Geschichte, nachdem die letzte Biene ihre Flügel schlug.Eine neu, aufgestellte Gesellschaft, Kinderarbeit, Zwangsheirat, Unterdrückung und Gewalt, vorbei mit der Freiheit und einem selbstbestimmten Leben.Mittendrin Jess, unsere starke Hauptprotagonistin mit Cass als Freundin an ihrer Seite kämpfen sie gemeinsam um Freiheit, welches sie als Zeichen ihrer Rebellion zum Ausdruck bringen mit einem Ende das mich tief berührt hat.Mich hat das Buch ab der ersten Seite gefesselt. Ihr außergewöhnlicher Schreibstil mit Liebe zum Detail hat mich begeistert und fasziniert. Wir sollten wieder lernen mehr zu schätzen was wir haben und nicht alles als selbstverständlich ansehen.Ich kann das Buch jeden wärmstens ans Herz legen, mich hat es zutiefst berührt. Für mich war es ein absolutes Highlight

rosenfreund am 07.07.2026 15:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein Weckruf an die heutige Bevölkerung

Die walisische Autorin, Caryl Lewis, selbst Imkerin, liefert uns mit einem schlichten Cover, auf dem eine Biene in Großformat abgebildet ist, und einem bedrohlich klingenden Titel, eine Einleitung zu ihrem dystophischen Roman, der in einer Zeit der Zukunft spielt, nach der Zerstörung der Umwelt durch die Klimakatastrophe und dem Sterben der Bienen. Ein brutales Militärsystem hat die Macht übernommen. Die Bevölkerung lebt in Bevormundung, wird dumm gehalten, denn die meisten Personen lernen weder Lesen noch Schreiben, sondern werden indoktriniert und ausgenutzt.Besonders schlimm ist das Schicksal der Mädchen und Frauen,. Ab dem Alter von 11 Jahren werden die Mädchen in Camps kaserniert, wo sie bei erbarmungsloser Hitze, mit wenig Essen, die Obstbäume per Hand , bis zur Erschöpfung, bestäuben müssen. Sobald sie zur Frau geworden sind, werden sie zwangsverheiratet mit Männern, die nach biologischen Kriterien, am geeignetsten sind, um gesunde Kinder zu produzieren. Die Jungen müssen zum Militärdienst. Über die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe erfahren wir wenig, nur, dass die erzeugten Früchte als Tauschmittel gegen Waffen, technische Geräte und Medikamente, zum Beispiel, dienen.Das Werk erinnert mich sehr an Margaret Atwoods „The Handmaid's Tale“.Auf alle Fälle werden wir auf schon heute bestehende Missstände in der Natur hingewiesen, und immer wieder wird Exkurs auf die “frühere“ Welt genommen, also unsere heutige zeit, als mit den Ressourcen geast wurde und die Menschen ihr schönes Leben durch Egoismus und Unachtsamkeit selbst zerstört haben.Jess, die Protagonistin des Werkes, hat von ihrer Mutter, einer Aktivistin, durch Erzählungen, Informationen über die frühere Welt bekommen, in der es noch Freiheit, Kunst und Kreativität, Bücher und Bienen gab. Jess lernt durch sie Lesen und durchlebt im Camp einen Selbstfindungsprozess, der sie ermuntert, eine Rebellion gegen das totalitäre System anzuzetteln. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sympathisch rüberkommt, hat künstlerische Fähigkeiten, die sie einsetzt, um ein Umdenken bei den anderen Mädchen zu erzeugen, durch ein Naturbild auf dem Ausgangstor.Als sie schon aufgeben will, wird ihr gesagt „ Du hast ein Streichholz angezündet, und das Feuer brennt schon. Jetzt müssen wir nur noch in die Flammen blasen( S,221)“.Wird ihr die Flucht aus dem Camp in den Norden gelingen, denn dort soll es eine neu auferstandene Zivilisation geben?Die Autorin versteht es, in philosophisch angehauchter, poetischer Sprache, mit viel Liebe für die kleinen Dinge des Lebens, Mut zu machen. Das Werk soll ein Weckruf an uns sein, umzudenken. Deshalb ist es nicht nur für die junge Generation, sondern auch für uns Erwachsene sehr geeignet. Mich hat es sehr zum Nachdenken angeregt, und deshalb vergebe ich 5 Punkte.

marikasu am 07.07.2026 11:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Packender, dystopischer Roman, der nachdenklich stimmt!

"Wenn die Bienen schweigen" von Caryl Lewis ist ein aufwühlender und absolut lesenswerter Jugendroman, der das Bienensterben mit all seinen weitreichenden katastrophalen Folgen für die menschliche Zivilisation, zum Thema hat. Das Buch ist im dtv-Verlag erschienen und wurde von Anu Stohner ins Deutsche übersetzt. Der Roman liest sich trotz seiner 304 Seiten, die in 42 kurze Kapitel aufgeteilt sind, sehr schnell und flüssig. Mich haben das Bienencover des Buches sowie der Inhalt des Klapptextes sofort angesprochen. Der Einstieg in den Roman gestaltet sich ruhig und unaufgeregt, ohne jedoch langweilig zu sein. Der sehr bildhafte und emotionale Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass der Leser sofort in die Geschichte eintaucht. Die sanft anmutende, unaufgeregte Sprache der Autorin steht im Kontrast zu den Grausamkeiten, die im Buch beschrieben werden.Die sehr aufwühlende Geschichte ist aus der Perspektive der 13-jährigen Jess geschrieben, einem Mädchen, dass in der Zeit nach dem Bienensterben aufwächst und die Welt davor nur aus den Erzählungen ihrer Mutter kennt. Sie schildert sehr abgeklärt und nüchtern wie sich die Welt nach dem ökologischen Kollaps negativ verändert hat. Es herrscht nun eine graumsame Militärdiktatur, die Mädchen und Frauen jeglicher Grundrechte beraubt und sie als Arbeitssklaven für die manuelle Bestäubung von Pflanzen mißbraucht. Sehr beklemmend fand ich die Stelle im Buch als Jess bei ihrer Ankunft im Arbeitscamp resigniert feststellt, sie habe nun verstanden, dass ihr Körper und ihr Leben nicht mehr ihr gehören. Man kann die Verzweiflung von Jess förmlich spüren als sie sich zu Recht fragt wie es denn nur so weit hat kommen können? Warum denn niemand rechtzeitg etwas dagegen unternommen hat? Jess, hat mich beim Lesen sehr beeindruckt. Sie macht im Laufe der Geschichte eine innere Entwicklung durch: Vom resignierten Mädchen reift sie zur rebellischen Widerstandskämpferin die einen stillen Protest anführt. Als sie eines Tages verbotene Farben findet und damit ein ausdrucksstarkes Bild an die Campmauer malt, entfacht sie so auch den Kampfgeist der anderen.Die Kunst steht symbolisch für die Hoffnung auf eine bessere Zeit.Auch die Darstellung der anderen Charaktere des Buches fand ich sehr gelungen:Da ist zum einen die fiese und intrigante Charmian, die Jess und den anderen Mädchen im Camp das Leben schwer macht. Oder die sensible Cass. Sie ist Jess beste Freundin und droht unter dem Druck des Arbeitscamps zusammenzubrechen. Der empathische Wärter Eliot wird zu Jess`wichtigstem Helfer bei ihrer heimlichen Kunstaktion.Alles in allem ein sprachlich und inhaltlich sehr gelungenes Werk der Autorin!Dieser tiefgründige Jugendroman regt zum Nachdenken an und wirkt lange nach dem Lesen nach. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!

Veranstaltungen & Medientermine

Schullesung
Schullesung mit Caryl Lewis aus ›Wenn die Bienen schweigen‹
Moderation : Lena Rumler

Eine Schulveranstaltung im Rahmen der ›lit.RUHR‹

08.10.2026
12:00 Uhr (CEST)
Halle 5, UNESCO-Welterbe Zollverein
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
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