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Die Farben der Rebellion sind bunt!

Wenn die Bienen schweigen

Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt aus den Fugen. Im Alter von elf Jahren werden Mädchen in Camps gezwungen, wo sie per Hand die Blüten der Obstbäume bestäuben. Kaum gebärfähig, werden sie verheiratet. Jess ist eines dieser Mädchen. Sie kennt die Welt vor dem Kollaps aus Büchern und liebt die Natur. Frei will sie sein, leben! Und schon lange weiß sie, dass Pinsel nicht zum Bestäuben von Pflanzen erfunden wurden. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gerät, schleicht sie sich aus dem Camp und malt ein leuchtendes Bild an die große Mauer. In den anderen Mädchen entfacht sie damit den Funken der Rebellion. Und einmal gedacht, lässt sich der Gedanke der Freiheit nicht mehr unterdrücken.


»Eine packende Handlung und eine poetische Erzählstimme machen dieses Buch zu etwas Besonderem.« – Kirkus Reviews, starred review

»Kunst und Literatur als Mittel zum Überleben und zur Veränderung … Kraftvoll zurückhaltend und beunruhigend.« – Horn Book

»Ein kluges und dunkles Leseerlebnis, das an Margaret Atwoods ›Der Report der Magd‹ und Ray Bradburys ›Fahrenheit 451‹ erinnert, mit einer Umweltkrise als Hintergrundfolie und voller wichtiger Themen.«​ – School Library Journal


  • Ein bewegendes Ausgangsszenario: die Welt nach dem Aussterben der Bienen
  • Der Roman verbindet die Belastung der Ökosysteme und die Sorge darum mit einer emotionalen Freundschaftsgeschichte und gesellschaftlichen Fragen 
  • Vom inneren Widerstand zum offenen Aufruhr – über den Kampf gegen ein autoritäres System
  • Eine Liebeserklärung an die Kunst, die Fantasie und das Erzählen von Geschichten
  • Mit einer feministischen Botschaft

Bibliografische Daten

EUR 18,00 [DE] – EUR 18,50 [AT]
ISBN : 978-3-423-65052-6
Erscheinungsdatum: 16.07.2026
2. Auflage
304 Seiten
Format : 13,6 x 21,0 cm
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Englischen von Anu Stohner
Lesealter ab 14
Autor*innenporträt

Caryl Lewis

Caryl Lewis, geboren 1978, ist eine preisgekrönte walisische Autorin, Dramatikerin und Drehbuchautorin. Sie schreibt für Kinder und Erwachsene und ist Gastdozentin für Kreatives Schreiben an der Cardiff University. Caryl Lewis lebt mit ihrer Familie auf einer Farm in der Nähe von Aberystwyth in Wales.

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Übersetzer*innenporträt

Anu Stohner

Anu Stohner, geboren 1952 in Helsinki, lebt als Übersetzerin und Autorin in Altlußheim am Rhein. Für ihre Übersetzungen aus dem Englischen, Finnischen und Schwedischen wurde sie unter anderem mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis für ÜbersetzerInnen und dem Finnischen Staatspreis ausgezeichnet. 

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139 von 139 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.65 von 5 Sternen


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9 - 10 von 139 Leserstimme

ginger am 13.07.2026 15:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Dystropie mit beängstigender Aktualität

Zunächst klingt es weit entfernt, das Leben, das Jess führt. Dennoch gibt das Buch viel Raum zum Nachdenken. Die Handlung ist in der Zukunft angesetzt, Bienen sind ausgestorben und junge Mädchen müssen mit Pinseln Blũten bestäuben. Jess ist eines dieser Mädchen und hat Mühe, das System zu akzeptieren. Mädchen werden im Alter von elf Jahren von ihren Eltern weggeholt und für derartige Tätigkeiten herangeholt, bis sie für das Kinderkriegen reif genug sind. Karges Essen und körperlich harte Arbeit sind ihr Alltag. Mit dem Aussterben der Bienen ist die Nahrungsmittelproduktion zusammengebrochen, und mit dem einsetzenden Hunger die Gesellschaft. Jess’ Welt besteht aus Bürgerkrieg und Unterdrückung. Als sie begreift, dass der Mensch nichts daraus gelernt hat, beginnt ihr Widerstand. Mit Bildern, die sie mit Hilfe der Bestäubungspinsel a die Wände bringt, weckt sie die anderen Mädchen auf.Eine Geschichte, die aufwühlt.

antjep78 am 13.07.2026 10:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Eine Dystopie, die erschreckend real wirkt

„Die Welt endete Jahre, bevor es irgendjemand bemerkte, und es geschah in vollkommener Stille.“Es gibt Bücher, die man liest. Und dann gibt es Bücher, die sich leise in die Seele schleichen und dort noch lange nach der letzten Seite bleiben. „Wenn die Bienen schweigen“ von Caryl Lewis gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.Selten hat mich eine Dystopie so tief berührt. Nicht, weil sie mit spektakulären Katastrophen oder atemloser Action schockiert, sondern weil ihr Horror erschreckend still ist. Der Untergang beginnt nicht mit Explosionen, sondern mit dem Verstummen der Bienen und mit ihnen verschwindet nach und nach alles, was unsere Welt lebenswert macht.Jess’ Geschichte hat mich vom ersten Moment an nicht mehr losgelassen. Sie lebt in einer Welt, in der Hoffnung systematisch ausgelöscht wird. Tag für Tag bestäubt sie Blüten von Hand, gefangen in einem grausamen System, das Menschen zu Werkzeugen degradiert. Besonders erschütternd fand ich, dass selbst die Pinsel aus Menschenhaar gefertigt werden – ein kleines Detail, das die Entmenschlichung dieser Gesellschaft auf beklemmende Weise greifbar macht.Und dennoch ist dieses Buch keine Geschichte der Hoffnungslosigkeit. Es erzählt davon, wie Kunst, Erinnerungen und Menschlichkeit selbst unter den dunkelsten Umständen weiterleben können. Der Moment, in dem Jess mit den Farben an den grauen Mauern etwas erschafft, das niemand mehr aufhalten kann, hat mich tief bewegt. Manchmal reicht ein einziges Bild, um Widerstand zu entfachen.Caryl Lewis schreibt mit einer leisen, beinahe poetischen Sprache, die einen Satz für Satz einfängt. Gerade weil sie auf große Dramatik verzichtet, entfalten viele Szenen eine unglaubliche Wucht. Die wechselnden Zeitebenen, Jess’ Erinnerungen an ihre Familie und an die Welt vor dem Zusammenbruch, haben mein Herz immer wieder schwer werden lassen. Sie zeigen nicht nur, was verloren gegangen ist, sondern auch, warum es sich lohnt, darum zu kämpfen.Was mich allerdings am meisten zurückgelassen hat, war ein Gefühl, das ich kaum abschütteln konnte: Verachtung. Verachtung für all jene, die aus der Not anderer Profit schlagen. Für Menschen, die Macht über Mitgefühl stellen und Leid als Mittel zum eigenen Vorteil nutzen. Gerade weil diese Geschichte in vielen Momenten erschreckend real wirkt, hallt dieser Gedanke noch lange nach.„Wenn die Bienen schweigen“ ist für mich weit mehr als eine Dystopie. Es ist eine eindringliche Mahnung darüber, wie zerbrechlich unsere Welt ist und wie wichtig Mitgefühl, Erinnerungen und Menschlichkeit bleiben, selbst dann, wenn alles andere verloren scheint.Dieses Buch hat mich bewegt, traurig gemacht, wütend werden lassen und gleichzeitig Hoffnung geschenkt. Es ist leise, poetisch und unglaublich kraftvoll.Ein absolutes Herzensbuch und für mich ein ganz klares Highlight.

queck2009 am 12.07.2026 15:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Was, wenn sie eines Tages wirklich schweigen?

Das Buch lässt sich leicht lesen und regt definitiv zum Nachdenken an. Auch heute spricht man schon vom Bienensterben. Was wird sein, wenn es wirklich so kommt. Die Menschen werden die Pflanzen tatsächlich von Hand bestäuben müssen, weil sie sonst verhungern. Aber werden sie rechtzeitig reagieren? Eigentlich möchte ich gar nicht darüber nachdenken. Aber, genau das ist das Problem! Man darf die Augen nicht davor verschließen.Grundsätzlich hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn es mir etwas an Tiefe gefehlt hat. Es zeigt, dass man durch Freundschaft und Zusammenhalt mehr erreichen kann, als man denkt. Aber auch, dass die Menschen, die eine gewisse Macht haben, diese immer ausnutzen werden.Meine persönliche Meinung ist, dass die gleichzeitige Nutzung von Gegenwartsform und Ichform einer Geschichte immer etwas von der Spannung nimmt. Das habe ich auch hier so empfunden. Aber vielleicht ist das nur mein Empfinden.

lena92 am 12.07.2026 13:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Beängstigende Dystopie

Jess ist alt genug um in ein Bestäubungscamp zu kommen. Dort erlebt sie totale Kontrolle, Hörigkeite und Hoffnungslosigkeit. Aber sie bewahrt sich ihre rebellische Art und mithilfe eines jungen Wärters schafft sie es durch Kunst eine Revolution zu starten.Wow, einfach nur Wow! Ich habe alles an diesem Buch geliebt, die nüchterne erzälweise, Jeds Kampfgeist und die Mädchen, denen die Hoffnung zurückgegeben wird und sich inspirieren lassen. Am berührendsten fand ich die Szene, in dem aus Feindinnen Freundinnen werden! Diese Szene hat mir gezeigt, dass verzeihen immer wichtig und immer möglich ist. Es ist in Ordnung Fehler zu machen und sich für sie zu entschuldigen. Beklemmend finde ich die Aktualität des Romans. Es ist weltweit bekannt, dass es den Bienen immer schlechter geht und die Völker sich verringern. Warum wird nichts getan? Für alles gibt es eine Lösung, aber sobald es um das Wohlergehen aller geht, wird nichts geforscht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

lemmi am 12.07.2026 10:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Freiheit kann man malen

Fast unbemerkt verschwanden die letzen Bienen und das damit verbundene Ökosystem brach weitgehend zusammen. Wie nun die Menschheit ernähren? Es bleibt nur eine Bestäubung per Hand und das ist eine harte und gleichzeitig filigrane Arbeit. Junge Mädchen sind wie geschaffen dafür, kaum elf Jahre alt, pfercht man sie in Lager und lässt sie in den heißen staubigen Plantagen schuften.Die dreizehnjährige Jess kennt eine andere Welt, zusammen mit ihrem Bruder und ihrer Mutter durfte sie lesen lernen, frei denken und malen. Doch nun muss sie, zusammen mit vielen anderen, mühselig mit einem kleinen Pinsel Pollen von Blüte zu Blüte übertragen. Die Aussichten sind wenig hoffnungsvoll, denn bald wird ihr ein genetisch passender Ehemann zugeteilt werden. Wurden Pinsel wirklich nur für diesen einen Zweck erschaffen? Jess weiß es soviel besser. Sie merkt schnell, daß ihr im Lager jegliche Grundrechte verweigert werden und sehnt sich nach einem freien Leben. Doch wie soll das Mädchen alleine ausbrechen?„Das Schweigen der Bienen“ von Caryl Lewis zeichnet ein düsteres Bild einer möglichen Zukunft, bei der die Menschen trotz aller Widrigkeiten nach Freiheit streben. In fein ausgearbeiteten Sätzen schildert die junge Jess in der Ich-Form das triste Leben im Lager, es ist ein Buch der leisen, eindringlichen Töne. Man kann sich sehr gut in die Hauptperson hineinversetzen, denn die Schilderung ihrer Gedankenwelt treibt die Geschichte voran. Dieses Buch richtet sich nicht nur an Jugendliche, auch für Erwachsene ist die Lektüre sehr lohnend. Es lehrt, daß keine Situation aussichtslos ist, wenn man zusammensteht und die Schwächen eines Systems ausnutzt. Dann genügen manchmal etwas Farbe und ein Funke.Das Buch lässt gegen Ende durchaus einige Fragen offen, aber auch Raum für Hoffnung.

bookstormbymary am 11.07.2026 18:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Berührend und sehr bildhaft

Der Schreibstil ist wirklich bildhaft, sodass diese unheimliche und bedrückende Atmosphäre spürbar ist. Die Handlung hat mich schon allein durch die wichtige Botschaft rund um Umwelt, Freiheit und Selbstbestimmung überzeugt. Die Spannung entsteht vor allem durch Jess’ Entwicklung und ihren wachsenden Mut. Auch andere Figuren wurden im Buch spannend dargestellt. Das Erzähltempo ist an sich eher ruhig, aber dadurch sind die emotionalen Momente und die dystopische Welt vorhanden. Jess und die anderen Charaktere entwickeln sich im Verlauf der Geschichte spürbar weiter. Auch wenn es keine richtig großen Spannungsbogen gibt, hat mich das Buch doch immer wieder dazu gebracht, weiter zu lesen.Fazit: Eine erschütternde, aber auch hoffnungsvolle Dystopie mit einer starken Botschaft. Für alle, die nachdenkliche Jugenddystopien mit Tiefgang und starken Figuren lieben.

paulkretzschmar am 11.07.2026 17:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Der Tod der Bienen

Die preisgekrönte walisische Autorin hat mit der klugen und düster-schönen Dystopie "Wenn die Bienen schweigen" ein Buch geschaffen, das nachwirkt.Die tief berührende Poesie und die Liebe zur Natur spricht aus jeder Zeile.Mit dem Aussterben der letzten Biene geht auch der Untergang der Gesellschaft, wie wir sie kannten, daher.Es entsteht ein patriarchales System in dem junge Mädchen gezwungen werden, das Bestäuben von Pflanzen zu übernehmen und nach ihrer Geschlechtsreife zwangsverheiratet und zum Kindergebären missbraucht werden. Ein schreckliches Schicksal, das ihnen allen droht.Aber die Freiheit lässt sich niemals auf Dauer unterdrücken, und die Kraft des Zusammenhaltes und der Freundschaft entfacht eine unaufhaltsame Rebellion.Der Autorin gelingt es, einen hoch emotionalen Schreibstil mit einer eindringlichen Warnung vor den Gefahren eines zutiefst bedrohten Ökosystems zu verbinden.Eine Fantasie, die morgen bereits Wirklichkeit sein kann.Die Klimakrise wartet nicht und zwingt die Menschheit jetzt zum Handeln.Dies ist das sicherlich wichtigste Vermächtnis dieses Buches, das mich nachdenklich und betroffen zurücklässt.Ich habe mich ausgezeichnet unterhalten gefühlt und gebe gern eine Leseempfehlung an alle interessierten Leser ab!

deidree am 11.07.2026 08:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

So eine Welt will man sich nicht vorstellen, also aufwachen!

Dieser sehr tief gehende Roman von Caryl Lewis zeigt uns eine Zukunft, in der sicherlich niemand leben möchte. Und doch hat man beim Lesen das Gefühl, es könnte so ähnlich passieren. Eine feine Dystopie, die aufwecken will, die zeigen möchte, wozu Freundschaft und Zusammenhalt fähig, sind. Die aber auch den eigenen Blick schärfen möchte und die eigenen Gedanken ins Rollen bringt. Was passiert wenn die letzte Biene verschwunden ist? Steuern wir auf so eine Zukunft zu? Die Protagonistin Jess ist ein junges Mädchen mit den Träumen der Jugend. Sie will frei sein und kämpft dafür. Ihre Figur ist sehr sympathisch. Sie sehnt sich nach Freundschaft, will sich nicht mit diesem System zufrieden geben. Sie kämpft aber auch mit Selbstzweifel und Angst. Manchmal wirkt sie mit ihren Gedankenschlüssen etwas zu erwachsen. Doch das ist auch der einzige, kleine Kritikpunkt an dieser Geschichte. In unserer lauten Welt vergisst man oft, was es heißen wird, „Wenn die Bienen schweigen“. Hier zeigt uns die Autorin eindringlich eine Welt, in der man nicht leben will. Sie schreibt und beschreibt eine düstere Zukunft in bunten Farben. Bildhaft tauchen die Szenen vor dem inneren Auge auf und lassen den Leser nachdenklich zurück. Hoffentlich. Von mir gibt es eine Leseempfehlung in der Hoffnung auf viele nachdenkliche Leser und nicht nur unter Jugendlichen.

smilla.liest am 10.07.2026 09:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Fesselnde Near Future Dystopie

"Wenn die Bienen schweigen" ist ein dystopischer Roman, der sich wie eine Mischung aus "Die Geschichte der Bienen" und "Der Report der Magd" liest.Nach einem massiven Klimawandel und dessen weitreichenden Folgen wurden für die Bevölkerung extreme Maßnahmen getroffen. Im Alter von 11 Jahren werden junge Mädchen ihren Familien entrissen und müssen in Camps zunächst das Bestäuben für die ausgestorbenen Bienen übernehmen, bevor sie mit passenden Männern zwangsverheiratet werden. Alles, um das Fortbestehen der Menschheit zu sichern. Doch zu welchem Preis?Die junge Jess will die Machtlosigkeit und Fremdbestimmung nicht hinnehmen und zettelt mithilfe eines Kunstwerks eine stille Revolution an. Doch haben ein paar Mädchen die Macht, ein ganzes System zu stürzen?Der Inhalt des Buches ist aktueller denn je, denn auch bei uns schreiten Klimawandel und Artensterben weiter voran. Und genau das macht die Geschichte so greifbar und mitreißend! Das Thema Umwelt bildet zwar den Rahmen, im Fokus stehen aber auch Themen wie Zusammenhalt und Freundschaft, Hoffnung in Zeiten der Hoffnungslosigkeit und Mut, gegen Unterdrückung aufzustehen.Das abrupte und offene Ende hat mich jedoch ein wenig unbefriedigt zurück gelassen, deswegen gibt es von mir einen kleinen Punktabzug.Fazit: das Buch ist wie ein kleiner Weckruf, der zum Nachdenken anregt!

franci am 10.07.2026 09:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Aufwühlend. Aufrüttelnd. Tief bewegend.

In „Wenn die Bienen schweigen“ lädt uns Carly Lewis in eine Welt ein, in der die letzte Biene längst verstummt ist.Der große Zusammenbruch ist bereits einige Jahrzehnte her: Das Klima ist außer Kontrolle geraten, das Militär hat die Regierung übernommen, Bücher wurden verbrannt und Selbstbestimmung gleicht, ebenso wie Nahrung und sauberes Wasser, einer Rarität. Die Menschen hungern und leiden, kämpfen um ihr (Über)Leben, während die Kinder, bar jeglicher Bildung, früh aus ihrem Elternhaus gerissen werden. Jungs werden zu den Waffen gerufen und die Mädchen in Camps gesteckt, in denen sie bis zu ihrer Periode – nur mit einem Pinsel ausgestattet – Blüten von Hand bestäuben müssen. Sobald sie den physiologischen Pfad zur Frau bestreiten, werden sie gedemütigt und verheiratet. Mit dem Ziel, schnell und viele Kinder zu gebären.Statt sich mit den Fehlern ihresgleichen aus der Vergangenheit zu beschäftigen, aus diesen zu lernen, haben sich Wissenschaftler darauf fokussiert, perfekte Matches zu prognostizieren. Und so ist diese Welt, nachdem die Natur bis zum Grund ausgebeutet wurde, leer gesaugt von Gier und Konsumdrang, von immer mehr wollen, (wieder) zu einer verkommen, in der der Mann die Gewalt an sich gerissen hat und die Frau zum Objekt degradierte, zu etwas, das früh Nutzen bringt – oder aussortiert wird … „Wenn die Bienen schweigen“ wird aus der Perspektive der dreizehnjährigen Jess erzählt, die aus ganz bestimmten Gründen nicht die beliebteste unter den Mädchen, den „Müttern“ & Wärtern im Camp ist. Aber Jess schert sich nicht darum, denn seit ihrem ersten Tag hat sie Cass an ihrer Seite. Cass, die ihren Geschichten lauscht, die ihre Hand hält und sich gemeinsam mit ihr den Mobberinnen stellt.Schon früh hat Jess die Liebe zur Kunst in sich gefunden – und dann in all dem Wahnsinn, dem Aufbruch, der Anstrengung vergessen. Bis sie in die Pinselwerkstatt eingeteilt wird. Nicht mal das traurige Geheimnis dieser sanften Waffe hält ihre glücklichen, sie erfüllenden Erinnerungen davon ab, zu fließen. Und dann bekommt Jess einen unerwarteten Verbündeten und ein Geschenk, so wertvoll wie ein Sack reifer Äpfel.Ein Streichholz, mit dem sie den Funken der Rebellion auf ihre eigene Weise entzündet. Mit dem sie einen Flächenbrand schürt. Vor dem niemand, kein eisiges Kinderherz, kein müdes Mädchen, sicher ist … Denn Zuri, Deva, Emily und all die anderen jungen, mutigen, tapferen Arbeiterinnen, die nie Freiheit schmecken durften, haben so viel mehr verdient als ein Leben als Vieh – als Arbeitstier, als Rammbock, als Zuchtstute … »Wir sind hier die Ernte (...) Sie pflücken und gebrauchen uns, dann werfen sie uns weg.«Lewis schuf ein bedrückendes, schwermütiges Szenario, das von ebensolcher Atmosphäre ummantelt, von einer Dringlichkeit durchzogen wird. Der Stil ist hierbei vorstellbar und ausdrucksstark, zugleich flüssig-leicht, was dem Charakter des Buches Authentizität verleiht, erleben wir das Geschehen doch aus einer kindlichen Sicht, teils unbedarft, teils zu erwachsen. Zu hart.Werden zu Beginn die Umstände dargelegt, dominieren Verzweiflung und Erschöpfung, der fragile Funken Hoffnung, wächst im fortschreitenden Verlauf die Wut. Die Gleichgültigkeit ob der Konsequenzen. Der Drang, etwas, irgendetwas – die Mädchenschar – zu bewegen. Die Autorin lässt herzzerreißende Missstände aufleben, Ungerechtigkeiten und das Patriarchat; den Widerwillen des Menschen, reflektiert und nachhaltig zu handeln. Und ja, auch mich als Leserin machten diese Zustände zornig, verursachten sie Gänsehaut. Ein flaues, aus Angst geborenes Gefühl.Wir sehen Männer, die ihre Position ausnutzen, ihre Überlegenheit auf grausame Art demonstrieren, Träume und Freude im Keim ersticken. Mächtige, die sich mit Manipulation, Drohung, Gewalt und Gewehren Gehör verschaffen.Einige Momente erinnerten mich an Atwoods „The Handmaid's Tale“, machten das Atmen schwer, erweckten Mitgefühl.Neben den verheerenden Auswirkungen, die das Bienensterben über kurz oder lang nach sich ziehen kann, fließt stets auch die Kunst mit. Deren Relevanz und die Vielfalt, mit der sie ausdrückt, ermahnt, das Vergessen verhindert. Diese Komponente gab der Dystopie etwas Zartes, wie es nur die bedingungslosen Freundschaften, der erstarkende Zusammenhalt vermochten. Wie das Brechen ihrer Herzen, als die Mädchen die Wahrheit des Systems, all die Lügen, die leeren Worte sahen. VERSTANDEN.Obgleich vieles lediglich Andeutung ist, Ahnung bleibt, reicht die oft subtile Bedrohung, die hintergründig greifbare Gefahr, die erschaffene Atmosphäre, um gemeinsam mit diesen verlorenen Kindern weinen zu wollen.„Wenn die Bienen schweigen“ ist ein tief berührender, eindringlich erzählter Roman, der nachhallt und warnt. Ich empfehle einen Blick in das Nachwort, das das Gelesene abrundet und ihm noch mehr Gewicht, mehr Bedeutung verleiht.

Veranstaltungen & Medientermine

Schullesung
Schullesung mit Caryl Lewis aus ›Wenn die Bienen schweigen‹
Moderation : Lena Rumler

Eine Schulveranstaltung im Rahmen der ›lit.RUHR‹

08.10.2026
12:00 Uhr (CEST)
Halle 5, UNESCO-Welterbe Zollverein
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
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Pressestimmen

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Mehr als eine Dystopie: eine eindrucksvolle Hommage an die Kraft von Kunst, Fantasie und Geschichte.

01.09.2026

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Eine beklemmende Dystopie über Freiheit, Rebellion und die Kraft der Kunst.

01.09.2026

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›Wenn die Bienen schweigen‹ auf der ZEIT Kinder- und Jugendbuch-Bestenliste

›Wenn die Bienen schweigen‹ von Caryl Lewis in der Übersetzung von Anu Stohner steht auf der ZEIT Kinder- und Jugendbuch-Bestenliste im August 2026. Jeden Monat wählen 20 Redakteurinnen und Redakteure der ZE...IT fünf Bücher aus der Vielzahl der Neuerscheinungen für die Kinder- und Jugendbuch-Bestenliste aus. Aus allen Titeln kürt eine Fachjury zum Jahresende das beste Buch des Jahres.

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