Wenn die Bienen schweigen
Ein packender Roman über den langsamen Untergang der Gesellschaft nach dem Aussterben der Bienen, über die große Bedeutung vermeintlich kleiner Dinge und die Auflehnung gegen ein patriarchales System
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Wenn die Bienen schweigen
Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt aus den Fugen. Im Alter von elf Jahren werden Mädchen in Camps gezwungen, wo sie per Hand die Blüten der Obstbäume bestäuben. Kaum gebärfähig, werden sie verheiratet. Jess ist eines dieser Mädchen. Sie kennt die Welt vor dem Kollaps aus Büchern und liebt die Natur. Frei will sie sein, leben! Und schon lange weiß sie, dass Pinsel nicht zum Bestäuben von Pflanzen erfunden wurden. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gerät, schleicht sie sich aus dem Camp und malt ein leuchtendes Bild an die große Mauer. In den anderen Mädchen entfacht sie damit den Funken der Rebellion. Und einmal gedacht, lässt sich der Gedanke der Freiheit nicht mehr unterdrücken.
»Eine packende Handlung und eine poetische Erzählstimme machen dieses Buch zu etwas Besonderem.« – Kirkus Reviews, starred review
»Kunst und Literatur als Mittel zum Überleben und zur Veränderung … Kraftvoll zurückhaltend und beunruhigend.« – Horn Book
»Ein kluges und dunkles Leseerlebnis, das an Margaret Atwoods ›Der Report der Magd‹ und Ray Bradburys ›Fahrenheit 451‹ erinnert, mit einer Umweltkrise als Hintergrundfolie und voller wichtiger Themen.« – School Library Journal
- Ein bewegendes Ausgangsszenario: die Welt nach dem Aussterben der Bienen
- Der Roman verbindet die Belastung der Ökosysteme und die Sorge darum mit einer emotionalen Freundschaftsgeschichte und gesellschaftlichen Fragen
- Vom inneren Widerstand zum offenen Aufruhr – über den Kampf gegen ein autoritäres System
- Eine Liebeserklärung an die Kunst, die Fantasie und das Erzählen von Geschichten
- Mit einer feministischen Botschaft
Bibliografische Daten
2. Auflage
Caryl Lewis
Caryl Lewis, geboren 1978, ist eine preisgekrönte walisische Autorin, Dramatikerin und Drehbuchautorin. Sie schreibt für Kinder und Erwachsene und ist Gastdozentin für Kreatives Schreiben an der Cardiff University. Caryl Lewis lebt mit ihrer Familie auf einer Farm in der Nähe von Aberystwyth in Wales.
Anu Stohner
Anu Stohner, geboren 1952 in Helsinki, lebt als Übersetzerin und Autorin in Altlußheim am Rhein. Für ihre Übersetzungen aus dem Englischen, Finnischen und Schwedischen wurde sie unter anderem mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis für ÜbersetzerInnen und dem Finnischen Staatspreis ausgezeichnet.
7 - 10 von 139 Leserstimme
⭐️⭐️⭐️⭐️
Was wäre, wenn die Bienen verschwinden?Diese Frage bildet den Ausgangspunkt einer erschreckend realistischen Dystopie, die zeigt, wie eng das Schicksal der Menschheit mit der Natur verbunden ist. Caryl Lewis erzählt jedoch nicht nur vom ökologischen Kollaps, sondern auch von Unterdrückung, Hoffnung und dem Mut, für Freiheit einzustehenNachdem die letzte Biene ausgestorben ist, hat sich die Welt grundlegend verändert. Mädchen werden bereits mit elf Jahren in bewachte Camps gebracht, wo sie Tag für Tag Obstbäume von Hand bestäuben, eine Aufgabe, die einst Millionen Bienen übernommen haben. Freizeit, Privatsphäre oder eine unbeschwerte Kindheit gibt es nicht. Sobald die Mädchen ihre erste Periode bekommen, werden sie zwangsverheiratet und dienen nur noch einem Zweck: Kinder zu bekommenIm Mittelpunkt steht Jess, die sich mit dieser Welt nicht abfinden kann. Sie liebt Bücher, interessiert sich für die Natur und hinterfragt Dinge, die für alle anderen längst selbstverständlich geworden sind. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gelangt, beginnt sie zu malen und entfacht damit den Funken einer Rebellion. Denn manchmal reicht schon ein kleines Zeichen, um Menschen daran zu erinnern, dass Freiheit möglich istSchon der Klappentext hat mich sofort angesprochen, denn Dystopien gehören zu meinen liebsten Genres. Besonders beeindruckt hat mich, wie glaubwürdig diese Zukunft wirkt. Das Aussterben der Bienen ist kein unrealistisches Gedankenspiel, sondern eine reale Gefahr, über die heute bereits viel gesprochen wird. Gerade deshalb wirkt die Geschichte so beklemmendDie Atmosphäre ist durchgehend düster und bedrückend. Der Alltag im Camp besteht aus harter Arbeit, strengen Regeln und ständiger Kontrolle. Die Handlung entwickelt sich eher ruhig und lebt weniger von spektakulären Ereignissen als von den kleinen Momenten, in denen Hoffnung aufkeimt oder neue erschreckende Wahrheiten ans Licht kommen. Caryl Lewis beweist dabei, dass eine Geschichte nicht laut sein muss, um tief zu berührenJess ist eine wunderbare Protagonistin. Ihr Mut, ihre Neugier und ihr Wunsch nach Freiheit machen sie sofort sympathisch. Auch ihre Freundinnen wachsen einem ans Herz. Besonders schön fand ich, dass der Roman zeigt, wie Widerstand entstehen kann: nicht durch eine einzelne Heldin, sondern dadurch, dass immer mehr Menschen beginnen, Fragen zu stellen und sich gegenseitig Mut machenSehr gelungen fand ich außerdem die vielen literarischen Bezüge. Bücher stehen in dieser Geschichte für Erinnerung, Wissen und Freiheit. Besonders dieser Satz hat mich tief berührt:„Unsere Mutter meinte, dass die Welt am Ende ist, hätte sie nicht daran gemerkt, dass es immer mehr Hungersnöte und Flüchtlingsbewegungen gab – das hätte sie erst begriffen, als man anfing, Bücher zu verbrennen.“Er macht deutlich, dass nicht nur die Natur zerstört wurde, sondern auch Bildung, Geschichte und freies DenkenEin weiteres Zitat, das für mich den Kern des Romans trifft, lautet:„Die Biene bekam für ihre Arbeit etwas zurück. Es war eine Beziehung von Geben und Nehmen. Ich weiß nicht, was unser Lohn sein soll.“Dieser Vergleich zeigt auf erschütternde Weise, dass die Mädchen schlechter behandelt werden als die Bienen, deren Arbeit sie ersetzen müssen. Die Natur war einst ein Kreislauf des Gebens und Nehmens, die Menschen hingegen kennen nur noch AusbeutungMein persönliches Lieblingszitat ist jedoch:„Ich habe Angst, weil die Wahrheit schmerzhaft ist, schmerzhafter als all die Lügen, die sie uns erzählt haben.“Dieser Satz fasst die gesamte Botschaft des Romans für mich sehr gut zusammenDie Wahrheit kann wehtun, aber sie ist gleichzeitig der erste Schritt in die Freiheit. Solange Menschen den Lügen eines Systems glauben, bleibt Veränderung unmöglichAuch dieser Satz hat mich nachhaltig beeindruckt:„Wir sind hier die Ernte, Jess. Sie pflücken und gebrauchen uns, dann werfen sie uns weg.“Mit wenigen Worten macht die Autorin deutlich, wie die Mädchen in dieser Gesellschaft nicht mehr als Menschen gesehen werden, sondern lediglich als eine weitere Ressource, die ausgebeutet wirdTrotz aller Begeisterung gibt es für mich auch Kritikpunkte. Da die Geschichte ausschließlich aus Jess’ Perspektive erzählt wird, bleibt die Welt außerhalb des Camps oft nur angedeutet. Ich hätte gerne mehr darüber erfahren, wie das Leben in den Städten aussieht oder wie Jungen und Männer diese Gesellschaft erleben. Dadurch hätte die Welt noch greifbarer und vielschichtiger gewirktMein größter Kritikpunkt ist jedoch das Ende. Es eröffnet verschiedene Möglichkeiten und vermittelt Hoffnung, beantwortet aber viele Fragen nicht. Für einen Auftakt einer Reihe wäre das ein gelungener Abschluss gewesen. Da der Roman jedoch wie ein Einzelband wirkt, hätte ich mir deutlich mehr Antworten und einen runderen Abschluss gewünschtDennoch überwiegen für mich ganz klar die positiven EindrückeWenn die Bienen schweigen ist eine ruhige, eindringliche und erschreckend realistische Dystopie über Umweltzerstörung, Machtmissbrauch und den Wert von Freiheit. Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie gefährlich es ist, wenn Wissen verloren geht, Menschen unterdrückt werden und die Natur zerstört wird. Gleichzeitig macht sie Hoffnung, dass selbst kleine Gesten den Beginn einer großen Veränderung auslösen könnenKurz: Eine bewegende, nachdenkliche Dystopie mit starken Figuren, eindrucksvollen Zitaten und einer wichtigen Botschaft. Das offene Ende und das etwas knappe Worldbuilding verhindern zwar die volle Punktzahl, dennoch hat mich der Roman nachhaltig beeindruckt und noch lange nach der letzten Seite beschäftigt⭐️⭐️⭐️⭐️
Eine schreckliche Vorstellung
Was für ein schreckliches Szenario. Kinder werden mit 11 Jahren in ein bewachtes Champ geschickt, um dort täglich viele Stunden lang die Blüten von Obstbäumen zu bestäuben. Sie haben kaum Freizeit, keine Privatsphäre und bekommen nur das nötigste zu essen. Sobald sie ihre Periode bekommen, werden sie zwangsverheiratet, um Kinder in die Welt zu setzen. Wie die Welt außerhalb des Champs aussieht, erfährt man nicht, man kann es nur erahnen. Es gibt aber das Gerücht, dass es im Norden einen besseren Platz zum Leben gibt. Jeff mit ihrem Mut zum Aufbegehren habe ich besonders gemocht. Aber auch ihre Freundinnen sind starke Charaktere, die zeigen das Resignation keine Option ist. Ein erschreckender, düsterer Roman, der eine unheilvolle Zukunft aufzeigt, die nicht unrealistisch erscheint. Mich hat das Buch jedenfalls sehr nachdenklich gemacht.
Erschreckend reale Dystopie
Mein Mann sollte für mich das Buch lesen, er brach nach 50 Seiten ab, weil es ihm schlechte Laune bereitete. Diese „schlechte Laune“ kann man als erschreckendes mögliches Szenario einer Welt beschreiben, in der es keine Bienen mehr gibt, keine Jahreszeiten und wo Bäume und Pflanzen von Mädchen per Hand bestäubt werden müssen.Die Mädchen leben in Camps, wo sie tagein, tagaus diese harte Arbeit verrichten. Mit den Protagonisten Jess und Cass erlebt man als Leser einen trostlosen Alltag und es wird deutlich, dass die vorangegangenen Generationen die Erde kaputt gemacht haben. Dieses Szenario einer Welt wie sie aufgrund des fortgeschrittenen Klimawandels aussehen könnte ist äußerst bedrückend und das Buch schafft es, dass es sehr lange nachhallt und zum Nachdenken anregt. Auch wenn es am Ende zu einem kleinen, feinen Lichtblick kommt.
Sehr bedrückend und überzeugend, aber das Ende ist viel zu offen!
Meinung:Da mich Dystopien ja schon immer ansprechen, hat mich auch dieser Klappentext sofort gefesselt. Und erneut ist es eine düstere Zukunftsszenerie, die durchaus im Bereich des Möglichen liegt und gerade dadurch so erschreckend und realistisch wirkt.Die Autorin stellt am Beispiel von Protagonistin Jess sehr eindrucksvoll dar, wie schrecklich sich die Zukunft verändert hat. Es herrscht das Militär - Macht und Unterdrückung sind an der Tagesordnung. Die Stimmung im Camp ist sehr gedrückt und belastend, der Plot eher ruhig und von viel harter Arbeit und Routine geprägt. Routine, die immer mal wieder durch neue, erschreckende Erkenntnisse und Entwicklungen durchbrochen wird. Es gibt auch ein paar Lichtblicke, diese sind aber auch eher klein gehalten und durchbrechen die bedrückende Atmosphäre immer nur partiell. Dennoch schafft es die Autorin wirklich, mit scheinbar kleinen Mitteln Akzente zu setzen und zum Nachdenken anzuregen. Die Entwicklungen erfahren wir alle nur aus der Sicht von Protagonistin Jess. Sie erzählt, was ihr erzählt worden ist, wie es früher war und wie es eben jetzt ist. So bekommt man schon einen guten Einblick, was sich alles getan hat und eben auch, wie schrecklich es jetzt ist. Und mit der Zeit wird da immer mehr drauf gesetzt, auch wenn es eher kindgerecht dargestellt und auf Details verzichtet wird. Dennoch machen die Schilderungen auch so wirklich betroffen.Die Geschichte funktioniert so wirklich ganz gut, aber um für mich perfekt zu sein, hätte ich doch noch etwas mehr Einblick in andere Sichten gebraucht. z. B. auch in die Sicht der Jungen/Männer, die auch zum Militär beordert werden, ohne dass sie es wollen. Oder eben auch, in das Leben/ die Aufruhren in der Stadt, ohne, dass nur aus der Ferne und vom Hörensagen davon berichtet wird. Also einfach noch mehr Worldbuilding und mehr Tiefe. Und ich hätte mir definitiv ein Ende gewünscht, dass nicht nur grobe Richtungen/Möglichkeiten vorgibt, sondern mehr konkrete Antworten liefert.So ist es zwar auf vielen Ebenen zufriedenstellend und für einen Auftakt fände ich es echt passend, aber ich habe das Gefühl, dass es die Autorin als Gesamtende so stehen lassen möchte und dafür ist es mir einfach viel zu offen. Nachdem ich die Figuren so intensiv begleitet habe, möchte ich schon Wissen, woran sie jetzt sind und da ist mir das doch definitiv zu wenig. Fazit:„Wenn die Bienen schweigen“ ist eine sehr bedrückende und gleichzeitig wieder erschreckend greifbare Dystopie, die es schafft, mit vielen leisen Tönen zu erschrecken und zu überzeugen und auch für jüngere Leser geeignet ist. Dennoch hätte ich gerne noch mehr Tiefe/ andere Einblicke gehabt und auch wenn das Ende auf vielen Ebenen zufriedenstellend ist, ist es mir als Gesamtende leider viel zu offen. Sollte noch eine Fortsetzung kommen, ist es gut, aber ich habe das Gefühl, dass es das war und dann fehlen mir einfach konkretere Antworten. In der Hoffnung, dass mich mein Gefühl trügt und es vielleicht doch noch eine Fortsetzung gibt und da der Rest wirklich gut gemacht ist, würde ich das offene Ende mal nicht so stark bewerten und noch 4 Sterne vergeben.
Zukunftsroman der nachdenklich macht
Wenn die Bienen schweigen von Caryl Lewis ist ein nachdenklicher Roman, der einen in eine Zukunft entführt, in der es keine Bienen mehr gibt. Dadurch wird einem noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie wichtig diese kleinen Tierchen für unsere Umwelt und unser Leben sind.Der Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich, sodass sich das Buch angenehm lesen lässt. Auch die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man immer weiterlesen möchte.Besonders beeindruckend fand ich die düstere Zukunftsvision, die zum Nachdenken anregt und erschreckend realistisch wirkt. Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, welche Folgen das Verschwinden der Bienen haben könnte.Das Ende bleibt allerdings relativ offen. Einerseits passt das gut zur Geschichte, andererseits hätte ich mir gewünscht, noch mehr über das Schicksal der Figuren und ihrer Welt zu erfahren.Insgesamt ist Wenn die Bienen schweigen ein bewegendes und lesenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Eine Zukunft, die unter die Haut geht!
Mit Wenn die Bienen schweigen hat Caryl Lewis eine eindringliche Dystopie geschaffen, die vor allem durch ihre bedrückende Atmosphäre und ihre wichtige Botschaft überzeugt. Die Grundidee einer Welt ohne Bienen, in der Mädchen die Bestäubung von Hand übernehmen müssen und dabei jeglicher Selbstbestimmung beraubt werden, hat mich von Anfang an gefesselt.Besonders gelungen fand ich die gesellschaftskritischen Themen. Klimawandel, Machtstrukturen, Unterdrückung und der Wert von Freiheit werden auf eine Weise verarbeitet, die zum Nachdenken anregt und lange im Kopf bleibt. Jess war dabei eine sympathische Protagonistin, mit der ich gerne mitgefiebert habe. Ihr Mut und ihre Hoffnung bilden einen schönen Gegenpol zu der düsteren Welt.Der Schreibstil ließ sich angenehm lesen und die Geschichte entwickelte schnell eine bedrückende Stimmung. Allerdings hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr Tiefgang gewünscht. Manche Themen werden angerissen, aber nicht so ausführlich behandelt, wie ich es mir erhofft hatte. Auch der Wechsel zum Ende kam für meinen Geschmack etwas plötzlich, sodass einige Entwicklungen nicht die Wirkung entfalten konnten, die sie eigentlich verdient hätten.Trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist Wenn die Bienen schweigen ein bewegender Roman mit einer starken Botschaft und einer erschreckend glaubwürdigen Zukunftsvision. Wer dystopische Geschichten mit gesellschaftlicher Relevanz mag, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben.
Krasse Dystopie
Die letzte Biene starb vor einigen Jahrzehnten und danach blieben die Ernten aus, viele Blütenpflanzen verschwanden für immer und schnell zerbrach jede Illusion von Stabilität. Hungersnöte verwüsteten die Welt, Staaten zerfielen und machten Platz für streng kontrollierte Militärregime.In Klaras Welt leben Mädchen ab ihrem elften Lebensjahr in Lagern - ihr wichtigstes Werkzeug ist ein Pinsel. Blüte für Blüte bestäuben sie von Hand täglich viele Stunden und übernehmen die Arbeit, die einst Milliarden Bienen verrichteten. Sobald Mädchen aber gebärfähig sind, werden sie genetisch mit einem Mann gematched. Sie bekommen Kinder, ziehen sie einige Jahre groß – und gelten danach als nutzlos.Dieses Buch ist ein unglaubliches Schreckensszenario. Nicht nur wegen des Hungers oder des ökologischen Kollapses, sondern noch mal mehr weil es zeigt, wie erschreckend verlässlich patriarchale Machtstrukturen funktionieren. Selbst wenn die Welt untergeht, bleibt eines offenbar bestehen: Frauen und Kinder sind Ressourcen. Ihre Körper werden verwaltet, ihre Arbeit ausgebeutet, ihr Wert an ihrer Nützlichkeit bemessen.Ich war beim Lesen immer wieder so sooo wütend. Hsb so eine tiefe, ohnmächtige Wut gefühlt, wie plausibel sich all das liest. Das eigentlich Verstörende ist nicht die Dystopie. Verstörend ist, dass dieses System keine monströse Ausnahme wirkt, sondern wie die konsequente Zuspitzung historischer und gegenwärtiger patriarchaler Verhältnisse.Genau darin liegt die Wucht dieses Romans. Er erzählt nicht einfach von einer Welt ohne Bienen. Er fragt, was von einer Gesellschaft übrig bleibt, wenn alles zusammenbricht – und wer den Preis dafür bezahlt. Die Antwort ist erschreckend vertraut. Und gerade deshalb lässt einen dieses Buch lange nach der letzten Seite nicht mehr los. Lest es!!!!
Ein Spiegel einer Welt, die gar nicht so fern scheint
Wie sieht eine Welt aus, in der die Bienen ausgestorben sind und der Klimawandel immer mehr Unheil mit sich bringt?Genau dieser Frage geht die Autorin mit ihrem Roman auf den Grund.Der Leser lernt die Hauptprotagonistin Jess kennen und man bekommt Einblicke in eine Welt, in der Bäume per Hand von Mädchen bestäubt werden müssen. Doch kann das Freiheit sein?Man verfolgt Jess in ihrem Alltag in einem Bestäubungs-Camp und kann Seite für Seite dabei zusehen, wie sich der Wunsch nach Freiheit immer weiter in ihr festigt und wie sie versucht diesem Wunsch nachzugehen.Jede Emotion von Jess kann mitgefühlt werden und sehr schnell merkt man, dass diese dort beschriebene, mögliche Zukunft gar nicht so weit weg scheint.Heute beschäftigt uns der Klimawandel genauso wie im Buch und auch die politischen, autoritären Strukturen kommen einem irgendwie sehr bekannt vor.Ich saß über dem Buch und habe viel genickt, weil ich vielen Aussagen über die Menschen in dem Buch zustimme.Nur 2 Dinge haben mich ein wenig gestört.Zuallererst hätte ich mich sehr darüber gefreut, wenn man den namensgebenden Bienen mehr Aufmerksamkeit zugeschrieben hätte. Ich hätte mich sehr darüber gefreut, mehr über das Aussterben der Bienen zu erfahren und dass man noch aktiver erwähnt hätte, dass sie der Kipppunkt waren bevor auch der Klimawandel seinen Teil beigetragen hat.Ebenso hat mich das Ende etwas enttäuscht. Ich hätte mich gefreut mehr darüber zu erfahren, was mit Shey passiert ist und passieren wird. Wir haben durch Jess so viel von ihm gelesen, aber aktiv Teil der Handlung war er dann nur sehr kurz.Alles in allem war es aber ein schönes Buch, was einen schlussendlich viel zum Nachdenken anregt.
Authentische, bewegende Dystopie
Jahrelanges Ignorieren der Anzeichen eines Klimawandels hat zum Kollaps der Natur geführt. Die Bienen sind dadurch ausgestorben. Die Vielfalt von Pflanzen, Blumen, Früchten gibt es nicht mehr. Jess kommt mit 13 Jahren in ein Mädchenlager. Sie werden wie in einem Gefängnis gehalten. Männer überwachen sie. Per Hand müssen sie mit einem Pinsel Blüten bestäuben. Sobald sie ihre Tage bekommen, werden sie mit ihrem „Match“ zwangsverheiratet.Jess hat eine freie Erziehung bei ihrer Mutter erhalten, zudem kann sie als Einzige lesen. In ihr erwacht der Widerstand und mit ihren Bildern auch in den anderen Mädchen…….Ich lese eher selten Dystopien, um so gespannter war ich. Die Gründe der einschränkenden Lebensbedingungen sind eindeutig und scheinen nicht sehr weit entfernt. Zugleich wird hier sehr eindrücklich und beklemmend dargestellt, dass sich dadurch der Patriarchalismus wieder durchgesetzt hat. Alte narrative Geschlechterrollen werden notfalls mit Gewalt durchgesetzt. Mädchen werden zum Arbeiten verpflichtet und sobald sie geschlechtsreif sind, ist es ihre Aufgabe Kinder in die Welt zu setzen. Sehr authentisch, gefühlvoll und nachvollziehbar wird auch das Verhalten unter den Mädchen veranschaulicht. Dass die Wachmänner oft auch nur zwangsverpflichtet wurden, ist sehr glaubhaft geschildert. Das Hoffnungslicht in Person von Jess setzt Akzente, die auch den Freiheitsdrang der Mädchen in Gang setzen. Das Gefühl, dass Gemeinschaft Stärke ist, wurde für mich sehr schön umgesetzt.Die Sprache der Autorin, ist ruhig, aber auch eindrucksvoll und fesselnd.Das Ende ist passend zuversichtlich.Fazit: Ich mochte diese tiefgründige Dystopie sehr gern. Leseempfehlung!
Veränderung beginnt im Kleinen
"Wenn die Bienen schweigen" von Caryl Lewis ist eine wirklich fesselnde Hommage an die Bienen.Das Aussterben der Bienen ist zwar die Grundlage der Geschichte, aber das Buch erzählt schlussendlich die Geschichte von einem ganz anderen Bienenvolk...Im Alter von 11 Jahren, werden in einer Welt - in der die Bienen ausgestorben sind, junge Mädchen von ihren Familien eingezogen und Leben fortan, bis zum Einsetzen der Periode, in eigens für sie hergerichteten Camps. Während die Jungs im gleichen Alter zu Wächtern ausgebildet werden um die Camps und alle die darin leben zu beschützen, werden die Mädchen Tag für Tag zu Obstplantagen oder Gewächshäusern gefahren. Dort angekommen steigen sie mit einem Pinsel bewaffnet auf ihre Leitern, um jede einzelne Blüte von Hand zu bestäuben, statt der Bienen.Jess kam erst viel später ins Camp, ihre Mama wollte sie und ihren Bruder vor diesem Schicksal bewahren. Während der Alltag von anderen Mädchen ihres Alters also von Blüten und Pollen bestimmt war, lernte Jess Geschichten aus der Vergangenheit und aus Büchern kennen. Unwillig diese zu vergessen, rüttelt sie an Dingen, an denen in dieser Gesellschaft nicht gerüttelt werden sollte.Das Buch ist in meinen Augen ein kleines Kunstwerk, ich konnte es praktisch nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil der Autorin liest sich hervorragend und man gleitet förmlich durch das Buch, getragen aus einer Wolke voller Traurigkeit und der Hoffnung, dass Jess und auch unsere Geschichte doch noch ein gutes Ende nimmt. Das Buch regt zum Nachdenken an und das soll es auch.Wenn es mehr als eine leichte Lektüre sein darf, ohne Ausbrüche von Hormonschüben, dann ist dieses Buch genau das richtige. Gerne auch zum mehrfach lesen.
Veranstaltungen & Medientermine
Eine Schulveranstaltung im Rahmen der ›lit.RUHR‹
Gelsenkirchener Straße 181
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Pressestimmen
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Das Buch liest sich schnell und einfach und stellt die richtigen Fragen. Obwohl unsere Welt mögliche...rweise untergehen wird, wenn wir nichts gegen das Bienensterben tun, so weckt dieser Roman Hoffnung, wo vielleicht sonst keiner mehr suchen würde. Wie in jedem Jugendroman fehlt es selbstverständlich nicht an den Themen Freundschaft, Pubertät und erste (queere) Liebe. mehr weniger
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