Wenn die Nacht am stillsten ist
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Wenn die Nacht am stillsten ist
Bibliografische Daten
1. Auflage
Arezu Weitholz
Arezu Weitholz geboren 1968, arbeitet als Textdramaturgin und Songtexterin für namhafte deutsche Rockgrößen wie Herbert Grönemeyer sowie als Journalistin, u.a. für die ›Süddeutsche Zeitung‹, die ›Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung‹ sowie Magazine. Sie lebt in Berlin.
2 - 10 von 17 Leserstimme
intressant
das buch von Arezu Weitholz *wenn die nacht am stilissten ist*das buch hatte ich innerhalb von 3 tagen durch es war auch intressant zu lesen .das cover macht mir nun nicht den eindruck um es gleich zu kaufen aber die story hatte was es war kein krimi/thirller/liebesstory...ein buch zwischen mord und liebeweiß net wo mann es unterordnet aber zum lesen is das buch wert..vor allem es lädt einfach zum weiter lesen ein da es nur unter zwei kapiteln auf geteilt ist und torzdem spannend ist!anna ist mit ludiwg 8 monate zusammen und dann passiert es er bringt sich mit einer überdosis schlaft tabelleten um ...anna findet ihren freund tot inder wohnung aber warum erzählt sie im vonm ihren leben statt den notarzt zu rufen??wobei ihr leben einiges in sich hat und gard net langweilig ist..vielleicht is das eine art sich so von ihm zu verabschieden,,da ludwig tot ist und sie ihm ihr ganzes leben erzählt kommt alles an licht wie ihre drogen kariere...ihr leben in afrika...ihre mutter einfach alles denn irgendwann kommt alles raus...anna findet in hannes einen guten freund dem sie das mit ludiwg anvertrauen kann...ja ihre mutter is im altenheim das beste was es gibt und trotzdem läuft da was schief bzw da sieht mann den notstand der pfleger..anna findet in hannes einen guten freund ...im allgemeinen is das buch lesens wert ich würde es weiter empfehlen denn die geschichte über anna + ludiwg ist intressant und spannend allerdings vergebe ich 4 sterne statt 5 da mir ein wenig die kapitel fehlten...
Arezu Weitholz, Wenn die Nacht am stillsten ist
Ein gelungenes Buch in dem A. Weitholz radikal und zeitgleich poetisch über das Leben von Anna Born schreibt.
Das Cover finde ich sehr schön. Die schemenhafte Figuren-Malerei im Zusammenhang mit dem Titel „Wenn die Nacht am stillsten ist“ strahlt eine Ruhe aus, die auch auf den ersten Seiten der Geschichte wieder zu finden ist.
Nichtsdestotrotz hatte ich nach dem Lesen das Gefühl das Cover noch besser zu verstehen bzw. noch mehr hinein Interpretieren zu können.
So steht das halbe Frauen Gesicht, für mich, für Anna, die nur einen Teil von sich Preis gegeben hat und im Beisein von Ludwig auch nicht anders konnte als ihr eigenes Inneres zu verstecken.
Die Schemenhafte Männergestalt ist für mich Ludwig, der noch weniger von sich Preis gibt und niemanden ernsthaft an seinem Leben Teil haben lässt.
Das nah beieinander sein von Anna und Ludwig zeigt ihre Liebe, doch das unscheinbare spiegelt auch gleichzeitig wieder, dass ihre Beziehung etwas Geheimes ist, was nicht nach außen hin bekannt werden darf und somit auch nichts „ganzes“ sondern eher etwas „halbes“ ist.
Der Titel strahlt für mich auch weiterhin, wie oben schon beschrieben, Ruhe aus und schwirrt vor allem am Anfang während des Lesens einem im Hinterkopf herum.
Alles in allem ergibt es ein schönes Gesamtbild, was wie mit Öl Farbe gemalt aussieht, dabei ist der Titel etwas erhöht und in großen, schwarzen Druckbuchstaben geschrieben. Der Hintergrund ist weitestgehend in Hautfarbe, außer dem weißen Shirt von der Männer Silhouette sowie die schwarzen Haare der 2 Personen und das ebenfalls schwarze Auge der Frau.
Anna Born, eine Frau die viele Geheimnisse hat und schon einiges durchmachen musste, sitzt im Bett neben ihrem Freund Ludwig Faller, ein Spießer ersten Grades, der sich eine Überdosis Schlaftabletten geschmissen hat.
Warum ? Das weiß allein nur Ludwig, doch Anna sitzt neben ihm, Rätselt wie es dazu kommen konnte und erzählt.
Erzählt von sich, von ihrem Leben, von ihren Gedanken und Gefühlen.
Kann Ludwig sie hören ? Sie weiß es nicht und dennoch erzählt sie immer weiter und weiter.
Durch die Geschichten wurde mir Anna sehr schnell Vertraut und auch Ludwig konnte ich nach kurzer Zeit etwas besser einschätzen. Was mir dabei aufgefallen ist, ist die Unterwürfigkeit von Anna gegenüber Ludwig und das, obwohl er sie oft schlecht behandelt und mies zu ihr ist, sie zu ihm hält, Verständnis aufbringt und sein schlechtes benehmen sogar noch verteidigt.
Ich stell mir das ziemlich schwer und auch anstrengend vor und konnte es auch oft nicht wirklich nachvollziehen wieso sich jemand so etwas freiwillig antut.
Ist DAS wirklich Liebe ?
Irgendwie ein wenig zu Klischeehaft meiner Meinung nach, zeigt es doch, was viele wohl auch denken, dass es Frauen gibt die auf A\*\*\*\*\*\*\*\*er stehen, in der Hoffnung sie ändern zu können und mit der Gewissheit einen „Beschützer“ an seiner Seite zu haben.
Ludwig Faller kam mir sehr Derb und erbarmungslos vor. Nicht nur in seinem Verhalten zu Anna, sondern auch gegenüber seinen Kollegen und Freunden weißt er eine Oberflächlichkeit auf, die schon an einem Asozialen Verhalten grenzt. Seiner Meinung nach kann man niemanden vertrauen und die meisten dienen ihm eher als Mittel zum Zweck.
Diese Prinzipien scheint er auch in der Liebe zu haben und stößt alle vor den Kopf die ihn mal etwas mehr bedeuten könnten.
Anna Born hingegen ist das komplette Gegenteil zu dem versnobten Ludwig. Sie ist für eine Zeit lang nach Afrika ausgewandert und war als DJ unterwegs. Sie hat so einige Partys mitgemacht und auch Erfahrungen mit verschiedenen Drogen kamen in ihrem Leben vor. Begleitet wurde sie dabei von eher skurrilen Freunden die für Ludwig niemals in Frage kommen würden. Auch sonst scheint Anna das Leben locker zu nehmen.
Zumindest bis zu dem Tag als sie Ludwig kennenlernte.
Mir kam es durch ihre Erzählungen so vor als ob sie mit einmal ein ganz anderer Mensch nun geworden war. Sie tat einiges bzw. sie tat nichts mehr nur um ihm zu gefallen. Neben ihrer Arbeit war sie nur für ihn da und lies sogar ihren besten Freund Hannes öfters einfach mal fallen. Sie verstellte sich, machte und sagt nur Dinge gegen die Ludwig nichts hatte. Sie wurde ruhiger, schon fast Schüchtern und erzählte ihm nicht einmal von ihren Sonntäglichen Besuchen bei ihrer Mutter im Heim, weil so etwas nicht in seine kleine heile Welt passte.
Und er ?
Er war immer nur auf sich und sein Leben fixiert, was Anna machte war ihm eher gleichgültig und auch ihre Vergangenheit interessierte ihn kein Stück.
Alles in allem ein Paar was in 2 Welten lebt und nicht unterschiedlicher sein könnte.
Die Charakter von Ludwig und Anna empfand ich, durch oben genannte Charaktereigenschaften, nicht als Sympathisch, dennoch als gut gewählte Protagonisten, die zum Nachdenken definitiv anregen.
Der Schreibstil geht in 2 verschiedene Richtungen.
Im 1. Kapitel „DIE NACHT“ führt Anna einen Monolog der sehr poetisch ist. Während des Lesens spürt man die Ruhe, die Gelassenheit mit der Anna neben Ludwig auf dem Bett sitzt und einfach erzählt.
Im 2. Kapitel „DER TAG ZUVOR“ wird die Geschichte von Anna erzählt von einem allwissenden Autor der nicht in der Handlung vorkommt, abgesehen von kurzen Dialogsituationen und wenigen Erzählsituationen wo Anna ihre Meinung, Gefühle, ect. selbst Kund tut.
Das Verhältnis vom 1. zum 2. Kapitel liegt dabei ¼ für den 1. Teil und ¾ für den 2. Teil.
Mir persönlich hat das 1. Kapitel und somit der sehr poetische Text besser gefallen und ich war ehrlich gesagt auch ein wenig enttäuscht das dies nicht im 2. Kapitel fortgesetzt wurde.
Was ich hingegen sehr schön finde ist die Verbindung zwischen dem Anfang und dem Ende. So hat die Geschichte meiner Meinung nach einen roten Faden beibehalten und einen perfekten Abschluss bekommen.
Des Weiteren habe ich auch in diesen Buch wieder eine kleine und lustige Weisheit gefunden, die es meiner Meinung nach Wert ist mit Notiert zu werden.
_„Das ist keine Phase, das ist Instinkt. Und Instinkt ist Verstand, der es eilig hat, ….“_
Seite 69, Zeile 8 – 9
Wenn die Nacht am stillsten ist von Arezu Weitholz ist für mich trotz ein paar Kritikpunkte sehr Lesenswert, der Anfang ist ein klasse Einstieg, der Mittelteil ein guter Übergang zum gelungenen Ende, trotz ein paar offen bleibenden Fragen.
Eine traurige Beziehung
Eine junge Frau sitzt am Bett ihre Freundes, welcher eine Menge Schlaftabletten genommen hat. Sie ruft aber keinen Notarzt, sondern erzählt ihm ihre Geschichte, ihre Gedanken. Diese Gedanken sind nicht positiv, nein sie macht ihrem Freund viele Vorwürfe. An diesem Tag hatte sich Ludwig von ihr getrennt, ohne Angabe von Gründen, einfach so. Verhält sich ein Mensch so wie Anna? Was stimmte nicht am Verhältnis der beiden, dass sie ihm dieses nicht erzählen konnte, bevor er die Tabletten eingeworfen hatte?Wenn man dann weiterliest, erfährt man sehr viel mehr über das Verhältnis der beiden. Anna stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Der Vater beging Selbstmord, die Mutter lebt in einem Pflegeheim. Anna war überall in der Welt unterwegs. Um sich selbst zu finden? Um ihrem Umfeld zu entfliehen? Jetzt arbeitet sie bei einer Zeitung. Die Kollegen leben in einer anderen Welt. Es herrscht eine seltsame Atmosphäre unter diesen Kollegen. Alle sind nur von Konsum und Aussehen geprägt und sind absolut oberflächlich. Heraus ragt Ludwig, der sein Anderssein ganz besonders pflegt. Man hat den Eindruck, dass alle nur bei ihm in einem guten Licht stehen wollen. Ludwig stammt aus besserem Hause, hat dort aber offensichtlich keine Wärme erhalten. Er ist sehr ordentlich, wahnhaft ordentlich. Obwohl er sich sehr gestört verhält, verliebt sich Anna in ihn. Sie versucht es, ihm alles recht zu machen, auch wenn er sie beleidigt. Dabei will er eigentlich keine Beziehung, dafür ist er zu egozentrisch. Ludwig bestimmt die Themen über die gesprochen werden darf, bestimmt die Meinung, die Anna haben darf. Anna nimmt ihm zuliebe ab. Sie verleugnet ihre Persönlichkeit. Es darf auch keiner wissen, dass die beiden sich regelmäßig treffen. Wer ist schuld, dass diese Beziehung, die eigentlich gar keine Beziehung ist, so abläuft? Ludwig, weil er so ist wie er ist? Oder Anna, weil sie sich selbst verleugnet.Das Buch ist gewiss keine leichte Kost, nichts was man mal so zur Unterhaltung runterliest. Und doch konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Es ist spannend mitzuerleben, wie Anna in diese Situation gekommen, dass sie so einfach neben dem sterbenden Ludwig sitzen kann und ihm alles erzählt, was sie acht Monate lang nicht aussprechen durfte. Es geht um Kälte in der Gesellschaft, Konkurrenz im Arbeitsleben, Lebensinhalt und Liebe.
Ein kleines Buch mit großen Worten
Als Anna Ludwig findet, liegt er im Bett. Nach einer Überdosis Tabletten ist er in einen tiefen Schlaf gefallen. Man würde erwarten, dass Anna nun panisch den Notarzt ruft. Doch nein, sie setzt sich an sein Bett, betrachtet den bewusstlosen Ludwig und beginnt zu reden. Was im ersten Moment irrational und hartherzig erscheint, erschließt sich beim weiteren Lesen als wortgewaltiger Ausbruch einer ungehörten Frau.Die von ihren Mitmenschen unbeachtete Anna und Ludwig, der weltgewandte Karrieremensch, der nur Bewunderung erntet - ein Paar, wie es unterschiedlicher nicht sein kann. Ihre Beziehung ist geheimgehalten sowie auch die Gefühle des Paares. Sorgen und Nöte sind für Ludwig ein Ausdruck von Schwäche und dafür hat er in seiner Welt keinen Platz. Er lässt die Frau an seiner Seite emotional verhungern und so muss diese alleine fertig werden, mit der Krankheit ihrer Mutter und mit ihrer Vergangenheit. Mit „Wenn die Nacht am Stillsten ist“ legt Arezu Weitholz ein kleines Buch großer Worte vor. Die ersten 40 Seiten umfassen einen Monolog Annas, während sie an Ludwigs Bett sitzt. Ihre Gedanken springen hin und her und man kann die Situation nicht sofort erfassen. Das zweite Kapitel befasst sich mit dem Tag vor dem einschneidenden Erlebnis. Hier wird der Erzählstil ruhiger und man fühlt sich schnell mitten im Geschehen. Die Charaktere und Orte entstehen lebendig vor dem inneren Auge des Lesers. Und auch die Emotionen Annas schwappen aus den Buchseiten heraus. Man empfindet Mitgefühl mit dieser einsamen Frau und möchte ihr gerne beistehen. Etwas störend empfand ich, dass das Buch in lediglich zwei Kapitel unterteilt ist und es so etwas schwierig ist, einen Absatz zu finden, um das Lesen zu unterbrechen. Aber da das Buch eine geringe Seitenzahl von 200 beträgt, habe ich einfach immer weiter gelesen, die Geschichte entwickelt einen Sog und lässt einen nicht mehr los. Die von Frau Weitholz verwendete Sprache ist wunderschön und ich habe bewusst langsam gelesen um kein einziges Wort, keinen Satz zu verpassen sondern alle aufzunehmen. Das Ende kommt viel zu schnell und lässt den Leser im ersten Moment ratlos zurück. Im nächsten Augenblick ist genau dieses Ende zum Roman passend – jedes Andere wäre zu trivial.
Tiefgreifend und bewegend
Das Buch hat mich beeindruckt. Es handelt sich einmal um einen ganz anderen Roman, weder Krimi noch Frauenroman. Ein tiefgreifender Roman, der nicht nur Unterhaltung liefert, sondern zahlreiche Aspekte zum Nachdenken bietet. Es geht um die Qualität von Beziehungen, verschiedene Menschentypen, Lebenszufriedenheit, den Sinn des Lebens und vieles mehr. Für dieses Buch habe ich meine eigentlich bevorzugten Krimis und Thriller gerne einmal zur Seite gelegt. Anna findet Ludwig, der wohl zu viele Schlaftabletten genommen hat um sich umzubringen, leblos im Bett auf. Sie holt keinen Notarzt, sondern setzt sich neben das Bett und beginnt einen Monolog. Sie analysiert dabei Ludwig, der sich am Morgen desselben Tages scheinbar plötzlich dafür entschieden hatte die Beziehung zu beenden. Sie nimmt auch ihre Persönlichkeit und die Beziehung der Beiden unter die Lupe. Das Paar könnte gegensätzlicher nicht sein. Anna, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt, sich an kleinen Dingen freuen kann, wagemutig und eher spontan ist, passt eigentlich gar nicht zu Ludwig, der nur auf Luxus, Kontrolle, Ansehen und Erfolg auf allen Ebenen aus ist. Ludwig wusste nur wenig von Anna, wie z.B. von ihrer geisteskranken Mutter oder anderen Problemen. Er hat dafür kein Verständnis aufgebracht. Anna versteht nicht, wie ein solcher Mann, dem Ansehen das Wichtigste ist, versuchen kann sich umzubringen. Hatte er nicht bedacht, dass er im Überlebensfall in eine geschlossene Heilanstalt eingewiesen werden würde? Und das wäre doch für einen Menschentyp wie Ludwig undenkbar. Ab dem zweiten Kapitel erfährt man Einiges über die Vorgeschichte der Beiden. Die Autorin schreibt ihren Roman so einfühlsam und fesselnd, dass ich mich ständig in einer Art angenehmem Gefühlschaos befand. Einerseits bekam ich fast Wut auf Ludwig, der Anna ganz klein gemacht hat und sie so verändert hat, wie er sie sich vorstellte. Teilweise war er äußerst beleidigend. „Schau nicht so blöd wie ein Rehkitz“ war z.B. ein Ausspruch mit dem Anna zu rechnen hatte, wenn sie sich gerade über etwas freute. Andererseits hatte ich fast Mitleid mit Anna und konnte mich richtig in sie hineinversetzten. Hätte ihr am liebsten geraten aus der Beziehung zu fliehen. Aber müsste man nicht eigentlich viel mehr Mitleid mit Ludwig haben, der keine Liebe, Freunde und Zufriedenheit kennt? Auch wurde mir bewusst, wie leicht sich Menschen manipulieren lassen. Alles in allem ein Buch, das mich bis zur letzten Seite sehr fesselte, beschäftigte und das ich auf jeden Fall voll empfehlen kann.
Am Ende geht es um den Moment
Sie trägt das mittelgraue Anthrazit, was ihm so an ihr gefällt, sie sitzt an seinem Bett und erzählt ihm ihr Leben.Ludwig, der Sohn aus gutem Hause, ein über den Dingen stehender Typ, hatte sich nie groß für ihr Leben interessiert.Er hatte einen Namen, eine Position und arbeitete bei einem Hamburger Gesellschaftsmagazin.Jetzt lag er da, im Koma gefangen, etwas lief aus dem Ruder, dem konnte er sich nicht stellen,Tabletten war sein Ausweg.War es eine Kurzschlussreaktion ?Er lag da wie ein Mann im Schlaflabor, und sie fragt sich ob er sie hörte.Sie, Anna, war wie ein verloren gegangenes Paket das durch die Welt irrte, nach Antworten suchte, die es doch nicht gab, immer süchtig nach Risiken.Hatte jahrelang als DJ in Südafrika Platten aufgelegt, in New York Musiker getroffen,Drogen probiert, Gewalt kennen gelernt.Acht Monate hatte sie eine Beziehung mit Ludwig, keiner in der Reaktion wusste davon.Dann sagte er es sei aus, und sie fühlte sich wie eine fallen gelassene heimliche Geliebte.Ein ungleiches Paar, eigentlich nicht füreinander bestimmt, und doch gab es da diesen Moment, der ihr Herz klopfen ließ.Anna die sich von Ludwig unterdrücken , verändern lässt, sich am Ende dennoch treu bleibt.Sich um die kranke Mutter kümmert ,die in einer Seniorenresidenz lebt, und ihr Leben langunter Depressionen litt. Der Selbstmord des Vaters immer ihr Leben begleitete.Es nie eine wirkliche Familie, Heimat für sie gab, und sich bei Ludwig angekommen fühlte.“ Mit Ludwig war das Leben wie ein Tape- voll mit großartigen Liedern, aber sanfte Übergänge gab es nicht.” (S.53)Ich mochte Anna, die so viel Wildheit in sich trägt, auf das Leben zugeht, und in Hannes einen tollen Freund hatte, den ich ihr eher an ihrer Seite gewünscht hätte.Ludwig war mir zu selbstgerecht, oberflächlich.Anna hätte ihm soviel voraus, nur schien er es in seiner Welt nicht zu erkennen.Geschrieben in zwei Teilen.Zu Beginn Anna an Ludwigs Bett, und im zweiten Teil des Buches wird der Tag davor beschrieben.Eine Geschichte über die Oberflächlichkeit einer Konsum orientierten Generation,aber auch über die Liebe.Was für eine Geschichte, was für ein Erzählstil, ein wunderbares Buch.
Wenn die Nacht am Stillsten ist - von der Liebe und mehr
Dieses Buch ist nicht wirklich leichte Kost. Es fordert, aber es fördert auch. Zentrale Themen sind Liebe und Selbstmord. Anna sitzt am Bett von Ludwig, der nach einer Überdosis Tabletten im Koma liegt. Warum hat er das getan? Sie redet wie Scheherazade auf ihn ein – erzählt ihm all das, was sie in den acht Monaten ihrer Beziehung, die nach Ludwigs Wunsch geheimgehalten werden musste, nicht erzählen durfte. Im zweiten Teil erfahren wir mehr von Anna und auch von Ludwig, es ist eine Zeitreise zurück in die Zeit vor diesem Vorfall. Und wir merken: Anna ist ein wunderbarer Mensch, der so viel zu erzählen hätte, wenn sie doch nur könnte. Ihre Sorgen und Ängste kann sie niemandem anvertrauen. Dabei würde gerade Ludwig so viel gewinnen, würde sie erzählen und er zuhören. Schnell merkt man, Ludwig hat ein total übersteigertes Selbstwertgefühl, wohingegen Anna absolut komplexbeladen ist und stark unter Minderwertigkeitsgefühlen leidet. Schon daher passten die beiden nie wirklich zusammen. Ludwig will Anna „stylen“, sie innerlich und äußerlich formen. Dabei ist Anna nahezu perfekt, Ludwig selbst jedoch könnte eine „Überarbeitung“ in jeder Hinsicht sehr gut brauchen. Annas bester Freund Hannes wäre ein perfekter Partner für sie, denn er versteht sie, er kennt sie, er weiß, wie er sie aufmuntert und er kennt ihre Reaktionen. Doch Liebe ist nicht logisch. Und Anna bringt es auf den Punkt: Am Ende geht es um den Moment.
Arezu Weitholz zeichnet Anna und die anderen Protagonisten so klar, dass man vergisst, dass es Romanfiguren sind. Gerade Anna möchte ich sehr gerne kennenlernen – wäre sie denn eine reale Person. Mich hat das Buch sehr berührt, auch wenn es Stellen gab, die ich nicht nachvollziehen konnte und auch Stellen, die mich lachen ließen. Ich habe es an einem Stück gelesen – weil der Stil sehr flüssig ist (trotz all der Passagen, die schwer zu verdauen sind und den Endloskapiteln) und ich einfach wissen wollte: wieso, weshab, warum, wie, wo, wann .....? Die Story klingt noch nach und ich vermute, das wird sie auch noch eine lange Zeit tun.