Mit feinem Gespür und großer Intensität erschafft Ronja von Rönne ein Mosaik über Liebe als Behauptung und Wahrheit als Konstrukt.
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Alles Liebe
»Ronja von Rönne hat mit ›Alles Liebe‹ den vielleicht coolsten Roman des Sommers geschrieben.« Laura Hertreiter, DIE ZEIT
»Mit ihrem neuen Roman ist Ronja von Rönne der große Wurf geglückt: ›Alles Liebe‹ ist unterhaltsam, grausam und zwingend.« Arno Frank, DER SPIEGEL
»Mehr als dieses Nachdenken, das einen lange nach der Lektüre begleitet, kann Literatur kaum erreichen.« Marie-Luise Goldmann, Die Welt
Mit feinem Gespür und großer Intensität erschafft Ronja von Rönne ein Mosaik über Liebe als Behauptung und Wahrheit als Konstrukt.
Laura hat schon als Kind verstanden, wie Mitleid funktioniert. Barbara füllt ihr leeres Haus mit Versandhauskatalogen und einem Mann, den es nicht gibt. Heike sitzt seit dreißig Jahren in einem Haus, das ihrer Schwiegermutter gehört, und träumt von einem Garten, den sie nie haben wird. Christina verkleinert mit ihrer Kunst die Welt, weil sie sie sonst nicht aushält.
»Ein Buch, von dem man sich wünscht, dass es nie zu Ende geht.« Betterov
»Ronja von Rönne schreibt einfach umwerfend.« Katja Riemann
Bibliografische Daten
4. Auflage
Ronja von Rönne
Ronja von Rönne, geboren 1992, ist Schriftstellerin, Journalistin und Moderatorin. 2015 las sie beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Von 2017 bis 2022 moderierte sie auf ›Arte‹ die Sendung ›Streetphilosophy‹. Ab Herbst 2023 ist sie in dem neuen Format ›Unhappy‹ zu sehen. Sie schreibt für ›Die Zeit‹ und ›Zeit Online‹. Ihr Roman ›Ende in Sicht‹ wurde zum von der Kritik gefeierten Bestseller.
3 - 10 von 104 Leserstimme
Abgründe der Liebe
"Alles Liebe" hat mich wirklich überrascht, auf eine sehr positive Art.Ich konnte mir anfangs nicht vorstellen, was mich beim Lesen erwarten würde, dafür gab der Klappentext zu wenig Informationen her.Doch kaum hatte ich mit dem Lesen begonnen, war ich total eingenommen von den fünf kurzen Geschichten, aus denen dieses Buch bestanden hat.Geht es um Liebe?Ja schon, aber es ist deutlich komplexer.In jedem Abschnitt ging es um andere Charaktere, auch wenn sie alle lose miteinander verbunden sind.Sie alle haben eine Person in ihrem Leben, die sie auf ihre Art lieben.Doch diese "Liebe" drückt sich immer anders aus und manchmal ist es auch gar nicht die Liebe für einen Menschen, sondern man liebt eher das, was sie einem ermöglicht, Aufmerksamkeit, Ablenkung, Sicherheit und vieles mehr.Das Buch ist Fiktion und gleichzeitig auch wieder nicht.Die Figuren und Geschichten sind erfunden, aber sie könnten ebenso echt sein.Sie zeigen die Abgründe der Menschen und Emotionen und Gedanken, über die sonst geschwiegen wird.Es ist alles so glaubwürdig gewesen und manchmal war das echt schockierend, diese brutale Ehrlichkeit der Charaktere war aber trotzdem auch faszinierend. Ich hatte ein ganz besonderes Leseerlebnis mit diesem Buch und kann es nur empfehlen, möchte aber auch erwähnen, dass manche Themen sehr schwer waren und nicht für alle lesbar sind. Darüber sollte man sich vorher informieren.
Tolle Betrachtungen
Hallo ihr Lieben, heute habe ich meinen Rezension zu „Alles Liebe“ von Ronja von Rönne für euch. Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da ich den Klappentext super fand und mich auf tiefgründige Inhalte gefreut habe. Das Buch wird als Roman beworben, aber eigentlich ist es kein Roman, sondern verschiedene Kurzgeschichten, die zum Teil miteinander verwoben sind. Das sollte man, finde ich, vorher wissen, um dann mit den richtigen Erwartungen an die Inhalte ran gehen zu können. Die Geschichten sind so unterschiedlich, wie die Figuren, die wir als Leser*innen dabei begleiten und die Themen sind aus dem Leben gegriffen und doch etwas mehr. Der Schreibstil von Ronja von Rönne hat mir gut gefallen. Die Autorin schreibt flüssig und schafft es eine Nähe zwischen Leser*innen und Charakteren herzustellen, der ich mich nur schwer entziehen konnte. Was sie aber ganz besonders gut kann ist genau hinzusehen und Grauzonen und provokante Lebens- und Denkbereiche, auch in unserer Gesellschaft, gnadenlos zu beleuchten. Ich habe es beim lesen oft so empfunden, dass sie auch den Leser*innen den Spiegel vorhält, was dazu führte, dass ich mich unweigerlich selbst hinterfragt habe, wie ich manches einordnen würde. Die Autorin und die Inhalte der Geschichten beleuchten das Leben, die Liebe, Verluste, Lügen, Egoismus, psychische Probleme, Kontroverse und regen zum Nachdenken und Reflektieren an. Ich habe mich auch dabei ertappt über meine eigenen Voreingenommenheit in bestimmten Themenbereichen zu stolpern, was das Buch etwas unbequem, aber gerade dadurch auch so gut gemacht hat.Die Charaktere in den Geschichten sind einzigartig und facettenreich und wenige, vielleicht sogar keiner, könnten als „Everybodys Darling“ durchgehen und genau das habe ich geliebt. Figuren mit Ecken und Kanten, die ich begleiten konnte und die durch verschiedenste Handlungen Emotionen bei mir wecken konnten von Mitgefühl, Traurigkeit, Wut, jemanden zur Rede stellen wollen und die Erkenntnis, dass die Autorin durch die erzählten Geschehnisse die Leser*innen lenken kann und das niemand gänzlich vor Manipulation geschützt oder von Voruteilen frei ist, war an Gedanken alles dabei. Am meisten berührt und nachdenklich gestimmt haben mich die Geschichten um Laura als Erwachsene und Christina. Wer Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind und doch etwas tiefer gehen lesen möchte, sich gerne mit unbequemen Wahrheiten konfrontiert und sich auch mal selbst hinterfragt, sollte sich „Alles Liebe“ näher anschauen. Falls ihr die Möglichkeit habt es in einer Leserunde zu lesen, kann ich das nur empfehlen. Die Inhalte sind spannend und perfekt, um sich darüber mit anderen auszutauschen.
Ist es wirklich alles Liebe?
Ronja von Rönne hat mit Alles Liebe einen Roman geschrieben, der mich überrascht, berührt und immer wieder zum Nachdenken gebracht hat. Hinter dem eher schlichten Titel verbirgt sich keine klassische Liebesgeschichte, sondern ein Episodenroman, der zeigt, wie unterschiedlich Menschen nach Liebe, Anerkennung und Nähe suchen – und welche Wege sie dabei manchmal einschlagen.In fünf miteinander verwobenen Geschichten begegnen wir Figuren, die alle ihre ganz eigenen Verletzungen, Sehnsüchte und Abgründe mit sich tragen. Sie handeln nicht immer sympathisch oder nachvollziehbar, wirken dabei aber erschreckend menschlich. Gerade diese Widersprüchlichkeit macht den Reiz des Buches aus. Ronja von Rönne verzichtet darauf, ihre Figuren zu bewerten oder einfache Antworten zu liefern. Stattdessen überlässt sie es uns Leserinnen und Lesern, ihre Entscheidungen einzuordnen und über die feinen Grauzonen zwischen Liebe, Egoismus, Verlust und Einsamkeit nachzudenken.Besonders gefallen hat mir der Aufbau des Romans. Zunächst scheinen die einzelnen Geschichten unabhängig voneinander zu sein, doch nach und nach fügen sie sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Diese kleinen Aha-Momente haben das Lesen für mich besonders spannend gemacht. Gleichzeitig verlangt das Buch Aufmerksamkeit – es ist kein Roman, den man einfach nebenbei liest, sondern einer, auf den man sich bewusst einlassen sollte.Ronja von Rönnes Schreibstil ist dabei genau das, was ich an ihren Büchern so schätze: klar, direkt und dennoch voller Feingefühl. Zwischen leiser Melancholie, scharfem Humor und schmerzhaft ehrlichen Beobachtungen entsteht eine Atmosphäre, die noch nachhallt. Manche Szenen haben mich tief berührt, andere haben mich schmunzeln lassen – oft sogar beides gleichzeitig.Einzig an manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, die Autorin würde einzelnen Figuren noch etwas mehr Raum geben, um ihre Beweggründe noch intensiver zu beleuchten. Trotzdem ist Alles Liebe für mich ein besonderes Leseerlebnis. Ein kluger, unbequemer und zugleich einfühlsamer Roman über die vielen Facetten der Liebe und darüber, wie sehr sie unser Leben prägt – im Guten wie im Schmerzhaften.
Ein kluger Roman über die großen Fragen des Lebens
Mit „Alles Liebe“ liefert Ronja von Rönne ein feinfühliges Buch ab, das den Fokus ganz auf die inneren Krisen, die Sehnsüchte und die persönliche Entwicklung seiner Figuren legt. Anstelle von rasanter Action erwartet den Leser hier ein tiefgründiger Blick auf das Zusammenspiel von Liebe, Nähe und der Suche nach dem eigenen Ich.Das Cover spiegelt die melancholische und ruhige Atmosphäre der Geschichte perfekt wider. Besonders hervorzuheben ist Rönnes Schreibstil. Sie formuliert pointiert und schafft das Kunststück, wichtige Themen mit einer Leichtigkeit zu transportieren, die niemals belehrend wirkt.Die Charaktere sind wunderbar unperfekt gezeichnet. Gerade ihre Fehltritte und Widersprüche machen sie so authentisch. Sei es das Erfinden von Lügengeschichten, um der eigenen Einsamkeit zu entfliehen, oder das Aufeinanderprallen gegensätzlicher Lebensentwürfe, hier trifft das Bedürfnis nach starrer Struktur auf den Drang nach radikaler Veränderung. Die Dynamik, die sich aus diesen unterschiedlichen Persönlichkeiten entwickelt, ist extrem spannend zu beobachten.Das Buch holt einen genau da ab, wo der Alltag oft wehtut. Die beschriebenen Zweifel und Emotionen kennen vermutlich die meisten von uns. Die Autorin verknüpft gesellschaftliche Realitäten gekonnt mit individuellen Schicksalen, ohne dem Leser dabei vorgefertigte Lösungen aufzudrängen. „Alles Liebe“ ist ein sprachlich starker und absolut gelungener Roman. Eine kluge Lektüre, die im Gedächtnis bleibt und zum Nachdenken anregt. Sehr empfehlenswert!
Der Kreislauf (Hörbuch)
Ich hatte eine Leseprobe von dieser Geschichte gelesen und diese hatte mich sofort in den Bann gezogen, schon auf den ersten Seiten! Als ich gesehen habe, dass es das Hörbuch gibt, war ich deshalb direkt Feuer und Flamme und wollte unbedingt mehr über Laura und die anderen Frauen in der Geschichte erfahren!Die Geschichte dreht sich um Laura, diese hat schon als Kind verstanden, wie Mitleid funktioniert. Barbara füllt ihr leeres Haus mit Versandhauskatalogen und einem Mann, den es nicht gibt. Heike sitzt seit dreißig Jahren in einem Haus, das ihrer Schwiegermutter gehört, und träumt von einem Garten, den sie nie haben wird. Christina verkleinert mit ihrer Kunst die Welt, weil sie sie sonst nicht aushält.Der Schreibstil ist so unglaublich toll, dass ich einfach immer weiter hören wollte und wirklich in jeder freien Minute das Hörbuch angemacht habe! Es entwickelt eine richtige Sogwirkung, die einen so schnell nicht los lässt!Eigentlich meint man, dass das Buch aus alleilei einzelnen Geschichten besteht, in der die eine Person eine andere Person aus einer vorigen Geschichte kennt. Jede Story für sich war auch schon wirklich sehr interessant zu lesen, das Ende des Hörbuch toppt das Buch aber nochmal und macht mich sogar ein wenig sprachlos, da man dann erst merkt, dass das Hörbuch eine Art Kreislauf ist. Absolut spitzenklasse gemacht!Auch die Sprecherin kann hier absolut punkten, denn sie spricht die Geschichte sehr lebendig und hat eine angenehme Stimme. Ich habe ihr zu jeder Zeit gerne zugehört.Fazit: Ein wirklich tolles Hörbuch, dass am Ende nochmal richtig zeigt was es kann! Ich kann es jedem nur empfehlen, der einmal in die eher düstere Welt von "Liebe" eintauchen möchte!
Liebe ist nicht gleich Liebe
Alles Liebe von Ronja von Rönne ist eine besondere Sammlung miteinander verbundener Lebensgeschichten. Jede Figur erhält eine eigene Stimme, gleichzeitig wird sie durch den Blick einer nahestehenden Person ergänzt. Dadurch entstehen unterschiedliche Perspektiven auf dieselben Beziehungen und Situationen, wodurch deutlich wird, wie verschieden Menschen einander wahrnehmen. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Liebe eigentlich bedeutet. Das Buch zeigt, dass Liebe viele Formen annehmen kann: Freundschaft, familiäre Verbundenheit, romantische Nähe, Fürsorge oder auch die oft schwierige Beziehung zu sich selbst. Die kurzen Kapitel laden zum Nachdenken ein und machen deutlich, dass es selten nur eine Wahrheit gibt. Ronja von Rönne schreibt einfühlsam, klug und mit feinem Humor. Insgesamt ist Alles Liebe ein bewegendes Buch über Beziehungen, Nähe und die vielen Facetten der Liebe.
Facetten von Einsamkeit
Der Titel "Alles Liebe" lässt schon vermuten, dass es sich um keinen durchgängigen Handlungsstrang mit einem oder zwei Hauptpersonen handelt. Stattdessen gibt es mehrere, teilweise locker miteinander verknüpfte Episoden, in deren Mittelpunkt immer Personen stehen, die nach Liebe und Aufmerksamkeit suchen.Gemeinsam haben alle, dass sie mit ihrem aktuellen Leben nicht zufrieden sind, teilweise auch schlimme Verluste erlebt haben und nach Strategien suchen, wie sie ihr Glück noch finden können. Diese fallen dann teilweise sehr extrem aus. So führt Barbara eine fiktive Beziehung mit einem Mann, den sie nur als Model aus dem Versandhaus-Katalog kennt und Laura gewinnt die Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler:innen auf Kosten ihrer kranken Freundin. Auf den ersten Blick scheinen die einzelnen Episoden komplett voneinander unabhängig zu sein, aber am Ende ergeben sich doch Zusammenhänge. Die Autorin hat ihre Charaktere sehr überzeugend ausgestaltet, teilweise hätte ich mir aber eine noch etwas tiefergehende Beschäftigung mit ihnen und ihren jeweiligen Motiven gewünscht und dafür weniger einzelne Geschichten. Der Schreibstil war gut nachvollziehbar und anschaulich und auch die Sprecherin des Hörbuchs empfand ich als zum Roman passend gewählt.
Dem Schmerz mit (Selbst)Täuschungen entfliehen
Ronja vom Rönne erzählt in „Alles Liebe“ in fünf lose miteinander verbundenen Kurzgeschichten fünf Lebensgeschichten von Menschen, die sich ihre Realität schönlügen, um dem eigenen Schmerz zu entfliehen.Laura versteht schon als Kind durch ihre krebskranke Freundin Miriam, wie man durch vorgetäuschte Schicksalsschläge und Tragödien zu Aufmerksamkeit und Mitleid kommt. „ ‘Ich habe Krebs, niemand ist sauer auf ein Kind mit Krebs’, sagte Miriam mit einer Selbstverständlichkeit, die überzeugte.Ich merkte mir diesen Satz sorgfältig, verstaute ihn wie eine wertvolle Münze in meinem Gedächtnis. ‘Ich habe Krebs, niemand ist sauer auf ein Kind mit Krebs.’ Das war mehr als nur eine Feststellung – das war ein Freifahrtschein, eine magische Formel. Das konnte ich verwenden, nicht für mich natürlich, aber ich konnte es für sie verwenden, und dadurch würde auch ich geschützt sein. Die beste Freundin eines Krebskindes zu sein, das war fast so gut, wie selbst Krebs zu haben. Ich würde unter ihrem Schutz stehen. Ich würde sie beschützen. Und mit dieser Art von Abhängigkeit konnte ich leben.“Barbara füllt ihr Haus und Leben mit endlosen Bestellungen aus Versandhauskatalogen und Fotos eines Models, nachdem ihr Ehemann sie verlassen hat und ihre Tochter an Krebs starb.Heike leidet unter der permanenten Einmischung ihrer Schwiegermutter, in deren Haus sie mit ihrem Mann lebt. Weil ihr Traum vom eigenen Garten unerreichbar bleibt, sucht sie Ablenkung im virtuellen Austausch mit einem Garten-Blogger.Der erfolglose Künstler Fedor verliebt sich in Christina, die mit ihren Kunst-Miniaturen großen Erfolg hat. Er verachtet ihre Kunst, aber ihre Einnahmen verschaffen ihm ein sorgenfreies Leben. Als Christina schwanger wird, stellt sie fest, dass ihre Liebe zu Fedor verschwunden ist. Im letzten Kapitel schließt sich der Kreis der verschiedenen Erzählstränge: Die inzwischen erwachsene Laura ist Journalistin. Ihre schon als Kind erlernten manipulativen Fähigkeiten setzt sie für Ihre Karriere ein. Als ihr Kollege Mattis seine Wut darüber nicht mehr bändigen kann, bringt ein Vorfall die beiden vor Gericht.„Am Anfang hatte Lauras Talent dazu ihn beeindruckt: der verletzte Blick, den sie immer einsetzte, wenn es darauf ankam. Auf Redaktionskonferenzen, wenn ihr Ressortleiter fragte, warum der Artikel noch nicht fertig sei. Oder warum sie ein Interview nicht zur Autorisierung freigegeben habe. Und einmal vor der Kamera, in einem Fernsehinterview mit einem Lokalsender, als man sie auf die Vorwürfe einer Hinterbliebenen ansprach, die behauptete, Laura habe Zitate verdreht. Ihr Blick sagte: Ich bin das Opfer. Ich war schon immer das Opfer. Und wer das nicht versteht, ist Teil des Problems. Und dann die selbstbewusste, stolze Laura. Die wieder geliefert hatte. Die trotz aller Widerstände fest im Leben stand.Aber diesmal würde sie nicht mit der Opfernummer durchkommen. Denn diesmal hatte er Beweise.“Ronja von Rönne ist eine feine Beobachterin; ihr Schreibstil, ihre Charaktere und der Aufbau des Romans haben mir sehr gut gefallen. Ich vergebe für diesen Roman über Liebe, Traumata, Einsamkeit und Selbsttäuschung 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!Vielen Dank an den dtv Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚
Nichts ist so, wie es scheint
Was für ein überraschendes und gutes Buch! Ich habe es innerhalb zwei Tagen zu Ende gelesen und konnte es kaum mehr aus der Hand legen.Von vielen der Frauen, deren Geschichte die junge Autorin erzählt, steckt doch ein Stück in uns allen. Und irgendwie hängen doch fast alle Erzählungen zusammen – zumindest kommen die gleichen Personen darin vor.Das krankhafte Geltungsbedürfnis der Schülerin Laura und die damit verbundenen Unwahrheiten konnte ich noch halbwegs verstehen und mit einem Schmunzeln hinnehmen. Überrascht war ich allerdings, als Laura in der letzten Erzählung als mittlerweile Erwachsene und Journalistin erneut als Hauptdarstellerin auftaucht. Das Ende ist nicht wie von Laura gewünscht, dafür hat sie sich hoffentlich die alte Weisheit „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er doch die Wahrheit spricht“ gemerkt und verinnerlicht.Die Geschichte von Barbara dagegen hat mich berührt. Einfühlsam und voller Emotionen erzählt die Autorin die ergreifende Story einer gebrochenen, schwersttraumatisierten Mutter. Als ihre Obsession für ein Männermodell aus dem Versandkatalog zur Sprache kommt, war mir eigentlich klar, dass die Geschehnisse in den 70ern oder spätestens 80er-Jahren stattfinden müssen. Nirgends werden Jahreszahlen oder Zeitangaben genannt, alle Geschichten können so in jedem modernen Jahrzehnt vorkommen. Lediglich die letzte Geschichte weist darauf hin, dass sich alle vorhergehenden Jahrzehnte vorher zugetragen haben.Ronja von Rönne ist mit „Alles Liebe“ ein beachtenswerter Roman gelungen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Besonders die tiefgründigen Charakterzeichnungen sind sehr gelungen. Alle Personen wirken glaubwürdig und lebendig. Dieses Buch war ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte. Es lässt den Lesenden nachdenklich zurück und beweist einmal mehr, dass man vom äußeren Erscheinungsbild einer Person nicht auf ihr Inneres schließen darf.
Packender Roman
Der Episoden-Roman „Alles Liebe“ von Ronja von Rönne hat mir gut gefallen.In Kurzgeschichten lernen wir viele verschiedene Protagonisten kennen und dürfen ihre Geschichten lesen.Zum Schluss greifen alle ineinander. Der Roman hat eine sehr gute Mischung zwischen schweren Themen und Leichtigkeit. Es geht um Liebe und wie Menschen durch diese geprägt wird. Liebe kann aber auch zerstören.Ein ganz, ganz besonderer Roman, den man nicht aus der Hand legen kann. Die Figuren sind sehr authentisch und sympathisch. Mit einzelnen Ausnahmen. Man kann jeden Tag eine Geschichte lesen, oder einfach alles auf einmal. Die Geschichten sind eigenständig, aber am Ende hängt alles zusammen. Der Schreibstil von Ronja von Rönne ist sehr angenehm zu lesen und passt zur Geschichte. Ich empfehle es wärmstens. Eine große Empfehlung fürs Urlaubsgepäck!
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Ein Gespräch mit Tom Kraushaar, Michael Krüger, Susanne Schüssler und Ronja von Rönne
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Pressestimmen
Liebeskummer fühlt sich oft an, als würde plötzlich alles im eigenen Leben infrage stehen. (...) Gen...au an diesem Punkt setzt der neue Roman ›Alles Liebe‹ von Ronja von Rönne an – er spricht die Momente aus, in denen es weh tut, und nimmt gleichzeitig die Schwere nicht ganz so ernst, dass man daran zerbricht mehr weniger
Nadine Rehm, 26.08.2026
Einer der Romane dieses Sommers.
Stella Birkey, 20.07.2026
Mit ihrem neuen Roman ist Ronja von Rönne der große Wurf geglückt: ›Alles Liebe‹ ist unterhaltsam, g...rausam und zwingend. mehr weniger
Arno Frank, 10.07.2026
›Alles Liebe‹ ist „für alle, die schon mal unter der Liebe gelitten haben“, so die Autorin Ronja von... Rönne. (…) Intensiv und leicht, böse und komisch. mehr weniger
09.07.2026
Je weiter man liest, desto atemloser verfolgt man die zart ausgelegten Fäden, die Rönne mit gemächli...cher Coolness und kunstvollem Geschick zu einem großen Ganzen verspinnt. mehr weniger
Marie-Luise Goldmann, 05.07.2026
›Alles Liebe‹ zählt zu den coolsten Büchern des Sommers, ehrlich.
Laura Hertreiter, 02.07.2026
Ronja von Rönnes Buch ist unterhaltsam, spannend, böse und tragisch. Ihre Geschichten entlarven unse...re auf Selbstbetrug, eitlen Schein und brutale Aufmerksamkeitsökonomie angelegte Gesellschaft, die oft die Falschen belohnt. Gott sei Dank aber hält das Buch auch Trost und Genugtuung bereit. mehr weniger
01.07.2026
Zuweilen erinnert ›Alles Liebe‹ an ›Sommerhaus, später‹, Judith Hermanns bedeutenden Erzählband von ...1998. Wegen ähnlicher Lebenswelten und Figuren, aber auch wegen der präzisen Psychologie und der ausgekühlten Sprache, die in Kontrast zu einer oft verstörenden Handlung steht. mehr weniger
Linus Schöpfer, 28.06.2026