Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt ein Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten.
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Das wirkliche Leben
Eine Reihenhaussiedlung am Waldrand, wie es viele gibt. Im hellsten der Häuser wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Alles normal. Wären da nicht die Leidenschaften des Vaters, der neben TV und Whisky vor allem den Rausch der Jagd liebt.
In diesem Sommer erhellt nur das Lachen ihres kleinen Bruders Gilles das Leben des Mädchens. Bis eines Abends vor ihren Augen eine Tragödie passiert. Nichts ist mehr wie zuvor. Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt das Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten. Von Sommer zu Sommer spürt sie immer deutlicher, dass sie selbst die Zukunft in sich trägt, wird immer selbstbewusster – ihr Körper aber auch immer weiblicher, sodass sie zusehends ins Visier ihres Vaters gerät.
Bibliografische Daten
2. Auflage
Adeline Dieudonné
Adeline Dieudonné, geboren 1982, lebt mit ihren Töchtern in Brüssel. Nach mehreren preisgekrönten Erzählungen und einem erfolgreichen One-Woman-Theaterstück entwickelte sich ihr Romandebüt ›Das wirkliche Leben‹ zu einem großen internationalen Bestseller. Sie wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, ihre Bücher in über zwanzig Sprachen übersetzt. Seitdem erschienen bei dtv der Text ›Bonobo Moussaka‹ sowie die Romane ›23 Uhr 12‹ und ›Bleib‹.
Sina de Malafosse
Sina de Malafosse, geboren 1984, lebt als Übersetzerin und Lektorin in Toulouse. Sie übersetzt u. a. Pauline Delabroy-Allard, Julia Deck, Victor Jestin und Adeline Dieudonné. 2021 erhielt sie mit Fatima Daas den Internationalen Literaturpreis des HKW.
14 - 10 von 144 Leserstimme
Düster, packend und sehr spannend!
Selten war ich bei einem Buch so hin und hergerissen wie bei diesem....Zitat „Dieser Roman ist anders als alles, was sie bisher gelesen haben“..Doch worum geht es!?Die Heldin des Buches ist ein kleines Mädchen! Sie wohnt zusammen mit ihrem Bruder und ihren Eltern an einem Waldrand. Der Vater ist Jäger und ansonsten eher ein Mensch der brutaleren Sorte. Dann passiert etwas, für die Kinder, und besonders für ihren Bruder, lebensveränderndes. Das Mädchen versucht alles damit der Bruder wieder lachen kann! Jedoch verändert er sich und so nimmt die Geschichte ihren Lauf!.„Das wirkliche Leben“ ist die Sensation aus Frankreich. Noch nie habe ich mich so gefragt ob ich ein Buch jetzt gut oder weniger gut finde! Aber je mehr ich drüber nachdenke, gefällt es mir sehr gut. Es gibt Szenen in denen man sich einfach nur ekelt. Die Sprache ist hervorragend und trägt absolut zum Spannungsaufbau bei. Die Story und auch gewissen Wendungen sind schon sehr krass und meiner Meinung nach auch nicht für zart beseitete Gemüter. Ab und zu musste ich es beiseite legen und darüber nachdenken was gerade passiert war. Das Buch ist aus der Perspektive des Mädchens geschrieben! Der Leser erhält einen hervorragenden Blick in ihre Gedankenwelt und ist immer mitten im Geschehen dabei. Die Szenen sind durchweg düster aber jederzeit interessant erzählt..Ich kann dieses Buch jedem empfehlen der mal eine etwas andere Story lesen will. Ein kleines Mädchen, welches aus ihrer Opferrolle hervortritt, eine Mischung aus Thriller, Psycho und auch Drama!
Bewegend und Gewaltig
"Das wirkliche Leben" beschreibt das Erwachsenwerden eines anfangs 10 jährigen Mädchens aus schwierigen Familienverhältnissen. Durch einen Unglücksfall verändert sich ihr kleiner Bruder und die ganze Welt wird auf den Kopf gestellt. Das Buch hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen, ich konnte es kaum aus der Hand legen und hatte es in zwei Tagen durchgelesen. Das Mädchen ist so beschrieben, dass man sofort mit ihr mitleidet, mitfiebert und mit ihr Hoffnung schöpft. An vielen Stellen fand ich die Beschreibung von Familiensituationen sehr realistisch und die Stellen an denen die Gewalt egal ob körperlich oder psychisch beschrieben wurde aber auch sehr hart. Trotzdem beinhaltet das Buch so viel Hoffnung, dass es auch schön war, es zu lesen.
Brutaler Coming-of-Age Roman
„Ich regte mich nicht darüber auf. Ich nahm es damals als gegeben hin, dass ein Junge mehr wert war als ein Mädchen und es Bereiche gab, zu denen ich keinen Zutritt hatte. Das war normal, so war es eben, wahrscheinlich war es genetisch vorbestimmt, sagte ich mir. Marie Curie konnte ich mir schließlich auch nicht mit einer AK-47 in den Händen vorstellen.“Die Protagonistin der Geschichte ist zu Beginn des Romans zehn Jahre alt. Zusammen mit ihrem sechsjährigen Bruder Gilles wächst sie in einem trostlosen, grauen Wohnviertel auf, als Tochter eines Vaters der Jagdtrophäen sammelt und in regelmäßigen Abständen seine aufgestaute Wut an seiner Frau auslässt. Nach einem tragischen Unfall, der den Eismann des Viertels das Leben kostet, gerät auch der traumatisierte Gilles immer tiefer in eine Spirale aus Sadismus und Gewalt. Während die Atmosphäre im Haus der Familie immer bedrückender, die Angriffe auf die Mutter und letztendlich auch die Protagonistin immer brutaler werden, vergräbt sich die Protagonistin immer tiefer in die Physik – in der verzweifelten Hoffnung mit der Hilfe einer Zeitmaschine zumindest ihren kleinen lustigen, gutmütigen Bruder retten zu können.Die Geschichte wird komplett aus der Perspektive der Protagonistin erzählt, der die Leser im Laufe des Romans beim Erwachsenwerden zusehen. Die Sprache der Erzählerin hat mich dabei sehr schnell in den Bann gezogen – auf der einen Seite relativ kindlich und teilweise naiv, wie man bei einer Zehnjährigen erwarten würde, gleichzeitig sehr sachlich, distanziert und desillusioniert. So wird die Ausweglosigkeit der häuslichen Situation auch immer wieder sprachlich untermalt.Der Roman liest sich leicht – ich habe das Buch innerhalb eines Tages inhaliert – trotzdem sollte man definitiv keine leichte Lektüre erwarten. Die sehr sachliche Schilderung von Bedrohung und Gewalt hat mich doch in ihrer Brutalität überrascht. Adeline Dieudonné hat sich mit ihrem Debüt in Frankreich direkt auf die Bestsellerliste geschrieben. Man kann ihrem Buch also auch in Deutschland nur viele Leser wünschen.
Adeline Dieudonné - Das wirkliche Leben
Ein Sommerabend ändert alles im Leben eines jungen Mädchens. Eigentlich will sie mit ihrem kleinen Bruder nur beim Eismann eine Leckerei holen, doch der Sahnespender explodiert und beide müssen mitansehen, wie das Gesicht des Mannes hinweggefegt wird. Bei dem 7-jährigen Gilles hinterlässt der Schock tiefe Spuren, erst spricht er gar nicht mehr, dann verändert sich sein ganzes Wesen: aus dem zugewandten, fröhlichen Kind wird ein zurückgezogener, geradezu besessener Junge, der bald schon beginnt, den aufgestauten Frust an Tieren auszulassen. Dies ist sein einziges Ventil, ähnlich wie bei seinem Vater, der seine Frustration regelmäßig an der Mutter abarbeitet. Verzweifelt und einsam muss das Mädchen mitansehen, wie das Grauen ihre Familie übernimmt. Sie sieht nur eine Chance auf Rettung: sie muss eine Zeitmaschine bauen, um an jenen Tag unheilvollen Tag zurückzukehren und ihr Eis ohne Sahne zu bestellen.Adeline Dieudonnés Roman geht vom ersten Moment an unter die Haut. Gerade weil sie die Perspektive der jungen, namenlosen Ich-Erzählerin gewählt hat, wirkt deren Schmerz, den diese erleidet, umso stärker. Dass diese Geschichte kein wirkliches Happy-End haben kann, ist offenkundig, es bleiben beim Lesen immer nur die Fragen: wie schlimm wird es kommen, was wird noch geschehen und vor allem: wie soll ein Kind all das ertragen?Das tragische Ereignis eines Unglücksfalls wie jenes mit dem Sahnespender genügt eigentlich schon, um sich nachhaltig im Bewusstsein eines Kindes zu verankern. Die posttraumatische Belastungsstörung, die Gilles erlitten hat, bleibt unbehandelt und die Folgen werden von Adeline Dieudonné authentisch wiedergegeben. Die verschiedenen Stadien, die der Junge durchläuft, die seine Persönlichkeit tiefgreifend verändern, werden zwar durch die Augen der nur unwesentlich älteren Schwester geschildert, aber sie ist eine aufmerksame Beobachterin und kann diese passend in Worte fassen.Ebenso stark wirkt die häusliche Gewalterfahrung, die die Kinder machen. Es bleiben ihnen nur zwei Rollenbilder: Der Jäger und die Beute, die sich, zudem vom Vater gleichermaßen anschaulich verdeutlicht, in der Tierwelt auch wiederfinden lassen und zunächst keine Alternative oder Ausweg bieten. Es ist unglaublich, über welche Resilienz das Mädchen verfügt und wie es ihr gelingt - zunächst mit dem Ziel eine Zeitmaschine zu bauen, später mit dem größeren Ziel der wissenschaftlichen Erkenntnis – selbst kein destruktives Verhalten, sondern eine innere Stärke und Distanz zu entwickeln. Trotz all der Trostlosigkeit lässt sich so doch ein Funken Hoffnung in der Geschichte finden.Es ist kein Buch für Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, zu stark würde ich das Leseerlebnis einordnen und ganz sicher davor warnen wollen. Gerade aber auch aus diesem Grund finde ich solche Erzählungen wichtig, denn eine Sache wird ebenfalls transportiert: über viele Jahre bleibt die Gewalt – physisch wie psychisch – unentdeckt, die Kinder wie auch die Mutter entwickeln immer bessere Strategien des Versteckens. Es braucht schon sehr aufmerksame und einfühlsame Menschen in der Umgebung, um diese zu erkennen und eingreifen zu können. An der Figur des Professor zeigt sich jedoch auch, dass manchmal das einfache Dasein, ohne aktives Eingreifen, schon ganz viel bedeuten kann.
Der Opferrolle entkommen
Ein Roman, der als Liebling der französischen Buchhändlerinnen betitelt wird. Und ich kann mich dem nur anschließen.“Das wirkliche Leben“ ist eine solch bildgewaltige Geschichte, die ich in einem Rutsch gelesen habe. Adeline Dieudonne´ schreibt mit einer wortgewaltigen Sprache, stellt Vergleiche, Verbindungen dar, die in mir nur ein Staunen hervorriefen, mich in ihre Geschichte hineinzog. Man fiebert buchstäblich mit, wie sich das namenlose Mädchen aus ihrem Kokon herausschält, ihre Opferrolle verlässt, Stärke und einen unbändigen Willen entwickelt.Die Handlung wird aus Sicht des Mädchens erzählt. Sie geht zurück in eine Zeit, als sie gerade 10 ihr Bruder Gilles 6 alt ist.. Sie leben in einer Familie, wo es wenig Liebe gibt. Der Vater nur aus der Leidenschaft zum Jagen, seinen Trophäen, dem Fernseher und Whisky besteht. Ansonsten die Familie tyrannisiert, seinen Unmut durch Schläge gegenüber seiner Frau zum Ausdruck bringt. Eine schwache Frau, die ihren Kindern weniger Liebe entgegenbringt als ihren Ziegen.„Gilles Lachen konnte alle Wunden heilen.“Wenn Tschaikowskys Blumenwalzer ertönte kam der Eismann, von den Kinder stets herbeigesehnt.Doch dann passiert ein Unglück, bei dem das Lachen von Gilles verschwand, er sich von seiner Schwester entfernte, in einer anderen Welt lebte, sie aber stets auf ihn achtete, hoffend sein Lachen würde wieder erwachen.Man erlebt die Veränderung der Geschwister in einem Zeitraum von 5 Jahren mit, die dem Leser viel abverlangen, schonungslos.Ich kann nur empfehlen das Buch unbedingt lesen!
Grandios!
“Das wirkliche Leben” erzählt die Geschichte einer vierköpfigen Familie im Verlauf mehrerer Jahre. Der Vater trinkt gerne und zu viel und neigt zu Gewaltausbrüchen gegenüber der Mutter, welche sich ihrem Schicksal ergeben hat und weder sich noch ihre Kinder, ein Mädchen und einen Jungen, schützen kann. Durch ein tragisches Ereignis fallen die beiden Kinder in ein Loch, aus dem sich vor allem Gilles, der kleine Bruder der Protagonistin, die in der Ich-Perspektive erzählt, nicht mehr hochziehen kann. Fortan kämpft sie mit Mut und Intelligenz darum, das Schicksal ihres Bruders wieder zum Besseren zu bewegen, gerät dabei jedoch selbst immer mehr ins Visier des brutalen Vaters. Ich muss gestehen, dass mich das Cover nicht überzeugen konnte, allerdings habe ich bereits bei der Leseprobe festgestellt, dass es mir eine falsche Vorstellung des Textes gegeben hat, welcher fabelhaft ist. Bereits der erste Absatz hatte mich so in seinen Bann gezogen, dass ich wusste, ich muss dieses Buch lesen. Adeline Dieudonné schreibt bildgewaltig, emotional, wirklich. Sie versteht es, den Leser auf eine Achterbahn der Gefühle mitzunehmen, auf welcher man Lebensfreude und purer Verzweiflung begegnet, aber auch Hoffnung und Kampfgeist. Die Erzählung liest sich sehr leicht und die Seiten fliegen zur so vorbei – viel zu schnell war diese schrecklich wunderbare Geschichte zu Ende, nicht jedoch ohne mich durch ein grandioses Ende glückselig zurückzulassen.
Gewaltig
Zum Inhalt:Oberflächlich scheint in der Reihenhaussiedlung alles ganz normal zu sein, aber hinter den verschlossenen Türen ist alles anders als es scheint. Ein 10 jähriges Mädchen, dass alles für ihren kleinen Bruder tut, eine Mutter, die Angst hat, ein Vater, der eigentlich nur TV, Alkohol und die Jagd liebt und vorallem eins ist: brutal. Meine Meinung:Man kann nur hoffen, dass dieses wahre Leben nur für wenige Menschen das wahre Leben ist. Das Buch ist brutal offen und zeigt extreme Situationen, denen man selbst nicht ausgesetzt sein möchte. Um so schlimmer zu lesen, wie manche Frauen und Kinder Situationen ausgesetzt sind, denen sie nicht ausgesetzt werden sollten. Mit sehr klarer und offener Sprache wird eine Geschichte erzähkt, die wirklich lesenswert und empfehlenswert ist. Eine Geschichte, die gerührt und aufrüttelt.Fazit:Gewaltig
Schockierend und aufrüttelnd
Das Buch ist wirklich nichts für schwache Nerven. Ein 10-jähriges Mädchen erlebt in seinem Elternhaus täglich Gewalt gegen die Mutter und muß alles hilflos mitansehen.Der kleine Bruder genauso verstört wie Sie. Die Mutter in einer jahrelangen Opferrolle aus der Sie nicht herauskommt. Der Vater ein Monster.Und trotzdem geht das Leben weiter bis eines Tages im Eiswagen der täglich kommt ein Unglück passiert. Die Sahnemaschine explodiert und der Eisverkäufer stirbt, während die Kinder vor dem Wagen stehen und alles sehen.Ihr Bruder Giles wirft das völlig aus der Bahn und er bekommt keine psychologische Hilfe.Das Mädchen will ihn retten doch es gibt keine Möglichkeit und so stürzt Sie sich ins Lernen und entdeckt ihre Weiblichkeit. Sie schwärmt für den Mann der Nachbarin bei der Sie Babysittet.Das Buch ist so klar und geradeaus geschrieben und so entsetzlich grausam.Man will die Kinder am liebsten retten und muß hilflos zusehen. Es läßt mich an der Menschheit zweifeln und doch weiß ich das so etwas jeden Tag irgendwo auf der Welt passiert. Das Männer ihre Frauen schlagen und Kinder dabei zusehen und wenn Sie Pech haben auch noch mißhandelt werden.Ein Buch das uns aufrütteln sollte und ermutigen besser hinzusehen.
Absolutes Highlight
Dieses Buch hat mich mehr als verzaubert und mich komplett in seinen Bann gezogen. Es erzählt die Geschichte eines intelligenten, jungen Mädchens auf dem Weg zum Erwachsen werden. Es erzählt auch die Geschichte ihres kleinen Bruders, der nach einem tragischen Ereignis sein Lächeln verloren hat. Sie versucht, ihm dieses zurück zu zaubern. Außerdem erzählt es davon, dass nicht jedes Familienleben ein Heiles ist und nicht alle Kinder in Liebe aufwachsen. Ich konnte und wollte dieses Buch nicht mehr aus den Händen legen, es war von der ersten bis zur letzten Seite spannend und mitreißend. Der Erzählstil ist ansprechend und kurzweilig, die Kapitellängen überschaubar. Ein sehr bewegendes Buch; für mich schon jetzt mein Lesehighlight 2020.
Der Opferrolle entwachsen
Das zehnjährige Mädchen wohnt mit ihrem kleinen Bruder Gilles und den Eltern in einer Reihenhaussiedlung am Waldrand. Es könnte alles normal sein, wenn der Vater neben seinen Leidenschaften fürs Fernsehen und Whisky nicht auch noch den Rausch der Jagd lieben würde. Daher ist das vierte Zimmer im Haus das Zimmer der Kadaver. Dort sammelt der Vater seine ausgestopften Tiere, die er selbst erlegt hat: Wildschweine, Antilopenschädel, Wasserböcke, Gnus, ein paar Zebraköpfe und schließlich die Hyäne – ausgestopft zwar, aber das Mädchen ist überzeugt, dass sie lebt und den Schrecken aller, die sie anzuschauen wagen, still genießt.Nur das Lachen ihres kleinen Bruders kann das Mädchen erfreuen, bis eines Abends vor den Augen der beiden Kinder ein tragisches Unglück geschieht. Danach ist nichts mehr wie zuvor, Gilles lacht nicht mehr und das Mädchen kommt nicht mehr an ihn heran. Von den Eltern ist keinerlei Hilfe zu erwarten, denn der Vater sinnt auf Rache, wo er nur kann. In seinen schlechten Phasen muss die schwache Mutter daran glauben, regelmäßig fällt er über sie her und prügelt sie bis zur Bewusstlosigkeit. Das Mädchen setzt alles daran, ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten, was sich als sehr schwierig erweist. Der Vater bringt seinem kleinen Sohn das Schießen bei und nimmt ihn mit auf die Jagd, bei dem kleinen Gilles wächst – zumindest anfangs – der Stolz. Aber das Mädchen ist eine mutige Kämpferin, sie steckt voller Energie und Intelligenz, und sie lässt sich in keiner Situation unterkriegen. Selbst als der Vater sie bei einer Treibjagd zur Beute erklärt, spürt sie ihre Kraft und ihre geheime Macht wachsen. Von Sommer zu Sommer wird das Mädchen selbstbewusster, immer deutlicher spürt sie, dass sie die Zukunft in sich trägt und diese beeinflussen kann. Auch ihr Körper verändert sich, mit der wachsenden weiblichen Reife erwacht in ihr das Begehren, und so gerät sie immer mehr ins Visier des Vaters.Das Unglück am Ende wird zum Glück für die Familie, durch ihre innere Stärke hat sich das Mädchen aus der Opferrolle befreit und eine Zukunft geschaffen.Der im Original 2018 erschienene Roman wurde zu Recht bereits mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet.Adeline Dieudonné gelingt es, in ihrer eindringlichen und kraftvollen Sprache von der ersten Seite an zu begeistern. Sie erzählt die Geschichte aus der Sicht des Mädchens. Auch wenn die Hintergründe düster sind, strahlt der kompromisslose Schreibstil immer Hoffnung aus, das lässt beim Lesen nicht unberührt und man fiebert von Seite zu Seite mit, wie es ihr wohl gelingen mag, nicht nur sich selbst, sondern auch den Bruder und die Mutter zu retten.Die Leseprobe deutete für mich zunächst auf einen sexuellen Missbrauch in der Familie hin. Umso angenehmer überrascht war ich, als der Roman beim Lesen mit einer Wucht das Mädchen über sich selbst hinauswachsen ließ. Der Verlag wirbt auf dem Cover des Leseexemplar mit dem Slogan „Liebling der französischen Buchhändlerinnen“ - ich halte ein Debüt gelesen, das mich mehr in seinen Bann gezogen hätte!
Pressestimmen
Für ihren märchenhaften Debütroman wurde die belgische Schauspielerin allein in Frankreich mit 14 Li...teraturpreisen ausgezeichnet. mehr weniger
Welche Bücher haben es im Augenblick überhaupt geschafft, einen so in Bann zu ziehen, dass man tatsä...chlich mal für ein paar Stunden alles stehen und liegen lässt und einfach nur in einer Lektüre versinkt? Diesem Buch ist das gelungen. […] Es ist ein radikales Plädoyer, sich von der Angst nicht hetzen zu lassen. mehr weniger
Thea Dorn
Eine umwerfende Coming-of-Age-Geschichte mit einem wilden Finale - ein verstörendes Vergnügen.
Günter Keil
Etwas Stephen King, ein wenig Hitchcock und jede Menge Blut und Tod - und das alles in sanftem Ton e...rzählt. mehr weniger
Dieser Roman ist unglaublich krass, von ungeheurer Sprachgewalt, es ist ein Thriller, eine Geschicht...e, die man gar nicht aus der Hand legen kann, allerdings, wenn man zart besaitet ist könnte es einem zu viel werden, also man muss schon ein bisschen dickeres Fell haben, um diesen Roman lesen zu können. Für mich ist es große Literatur. mehr weniger
Stefanie Stahl, 22.05.2021
Es kommt nicht so häufig vor, dass ich ein Buch mit angehaltenem Atem lese. Aber bei diesem Roman wa...r es so. mehr weniger
Julia Vogt, 08.04.2021
Ich habe das Buch gerne gelesen, es ist ein sehr farbenprächtiger Comic.
Viktor Giacobbo, 22.12.2020
Das Überraschende an ›Das wirkliche Leben‹ ist seine überzeugende Mischung aus Märchen und Thriller,... aus Gesellschaftsroman und Horrorgeschichte. mehr weniger
Judith Peters, 01.07.2020
Das Leben ist ein Dschungel, und die gefährlichsten Tiere leben in der eigenen Familie.
01.07.2020
Die Coming-of-Age-Geschichte eines Mädchens, das alles tut, damit ihr Bruder wenigstens sein Lachen ...bewahrt, haut einen um. mehr weniger
Angela Wittmann, 17.06.2020
Die Sozialanalyse in diesem Buch ist zwischen den Zeilen einfach brillant.
Barbara Vinken, 14.06.2020
Wenn ich nichts über das Buch und seine Autorin gewusst hätte, dann hätte ich garantiert gesagt, das...s ist wieder einmal ein typisches Beispiel der Meisterschaft des amerikanischen Erzählens – völlig falsch: die Frau ist Belgierin. mehr weniger
Gert Scobel, 14.06.2020
Es ist ein Debütroman von seltener Wucht.
Monika von Aufschnaiter, 05.06.2020
Geht unter die Haut
03.06.2020
Es ist die Stärke der Autorin Adeline Dieudonné: pointiert und temporeich erzählt sie in kurzen Kapi...teln vom Entkommen aus der Familienhölle. mehr weniger
Claudia Ingenhoven, 27.05.2020
Mit dramatischen Ereignissen, verpackt in ausdrucksstarke Worte, zieht einen die gewaltige Geschicht...e in ihren Bann und lässt einen nicht mehr los. mehr weniger
15.05.2020
Adeline Dieudonné wird in Frankreich für ihren teils harten, sehr eindrücklichen Roman gefeiert. Völ...lig zu Recht. mehr weniger
11.05.2020
Die Geschichte ist so packend, die Spannung so unheilvoll, die Heldin so entschlossen, dass man dies...es Buch erst wieder aus der Hand legt, wenn man es fertig gelesen hat. mehr weniger
Doris Kraus, 10.05.2020
Adeline Dieudonné fesselt jetzt auch die deutschen Leser.
07.05.2020
Ein Buch wie ein wuchtiger Rocksong: knallend, präzise und sehr lange nachhallend.
02.05.2020
Gegen Ende ist im Roman zu lesen: ›Es heißt, dass die Stille, die auf Mozart folgt, immer noch Mozar...t ist.‹ Die Stille, die auf die Lektüre von Dieudonnés Buch folgt, ist Schockstarre. Ihr Roman ist wie ein Faustschlag, von dem man sich erst mal erholen muss. mehr weniger
Franziska Wolffheim, 29.04.2020
Der ganze Roman lebt von einer unglaublichen Spannung, die nicht grell daherkommt, sondern fast schl...eichend, von Seite zu Seite bedrohlicher wird. mehr weniger
Christine Westermann & Andreas Wallentin, 24.04.2020
Jeder Satz ein Treffer: Adeline Dieudonné zeigt in ihrem Debüt, wie man sich gegen das Unglück wehrt.... […] Eine wilde Geschichte, bei der jedes präzise platzierte Wort funkelt, jede Metapher sitzt. […] Die Wucht, mit der die Autorin schreibt, nährt sich aus der Angst, die die Terroranschläge von Brüssel bei ihr hinterließen. Die Energie, mit der sie die Sätze rausfeuert, lieferte die musik, die sie beim Schreiben hört: Death Metal. Die Leichtigkeit, mit der sie Animalisches und Zartes verbindet, macht den Zauber ihres Romans aus. mehr weniger
Kerstin Hellberg, 23.04.2020
Hier kann man viel über die Zwiespältigkeit menschlicher Anlagen und Verhaltensweisen nachdenken, we...nn man die überaus farbige und eigentlich tragische Geschichte verschlungen hat. mehr weniger
Ellen Pomikalko
Dass sie beim Schreiben besonders gern energische Musik hört, ist spätestens spürbar, wenn die Handl...ung an Fahrt aufnimmt. mehr weniger
Ein radikales Plädoyer gegen die Angst.
Es ist erstaunlich, dass Adeline Dieudonné mit so zarten Worten von derart roher Gewalt erzählen kan...n. Ein verstörend brutales, gleichzeitig faszinierend sanftes Buch — ein Debüt, bei dem man von der ersten bis zur letzten Seite Gänsehaut hat. mehr weniger
Mareike Fallwickl
Dieser Roman ist unglaublich krass, von ungeheurer Sprachgewalt, es ist ein Thriller, eine Geschicht...e, die man gar nicht aus der Hand legen kann. mehr weniger
Stefanie Stahl, 14.08.2021
Überaus spannend und mitreißend geschrieben!
03.02.2021
›Das wirkliche Leben‹ vom belgischen Shooting-Star Adeline Dieudonné schreibt vom Aufwachsen mit ein...em gewalttägigen Vater und der Unmöglichkeit, die Zeit zurückzudrehen. mehr weniger
22.12.2020
Die Autorin schildert genüsslich das Grauen des Alltags.
Marion Luppen, 05.12.2020
Eine ganz großartige Vorstellung einer jungen, klugen und mutigen Frau. Unbedingt lesen, ein fantast...isches Debüt. mehr weniger
Heike Kahl, 05.10.2020
Ein Buch wie ein Hammerschlag.
Michael Lehmann, 03.10.2020
[Adeline Dieudonnés] unkonventionelle Geschichte eines Erwachsenwerdens in monströsem Umfeld ist vir...tuos erzählt und bleibt lange im Gedächtnis. mehr weniger
28.08.2020
Ein Roman, dessen mitunter düsterer Sog einen nicht mehr loslässt – bis am Ende das Licht sichtbar w...ird. mehr weniger
24.08.2020
Alles andere als leichte Kost – und doch ein literarisches Schmankerl, das seinesgleichen sucht.
18.08.2020
Schmerzhafte, zarte Coming-of-Age-Novel, die zu Tränen rührt und erschütternd gut geschrieben ist.
01.08.2020
Sie steigert mit ihren scharf beschriebenen Beobachtungen die Spannung bis zur Unerträglichkeit. Es ...stockt einem zuweilen fast der Atem. mehr weniger
Claudine Borries, 16.07.2020
›Das wirkliche Leben‹ ist ein spannendes, mitreißendes Buch gegen die Angst.
Madeleine Gullert, 15.07.2020
Sie wollen ein Buch lesen, das Sie vollkommen gefangen nimmt, bei dem Sie alles um sich herum verges...sen? Dann ist dieser Roman genau richtig für Sie. Ein Wahnsinnsbuch. mehr weniger
Sylvia Jongebloed, 23.06.2020
Ein gewaltiger und brutaler wie auch überwältigend spannender Roman ausserhalb der Lesekomfortzone.
Martina Tonidandel, 10.06.2020
Kraftvoll und schonungslos, übersetzt von Sina de Malafosse.
Lisa Schumacher, 09.06.2020
Für mich war es ein großartiger Lesespaß.
Hauke Harder, 04.06.2020
›Das wirkliche Leben‹ lohnt sich wirklich!
03.06.2020
[...] - ich habe selten ein Debüt gelesen, das mich mehr in seinen Bann gezogen hätte.
Barbara Breuner, 22.05.2020
Adeline Dieudonné gelingt es, in ihrer eindringlichen Sprache von der ersten Seite an zu begeistern.
22.05.2020
Eindringlich erzählt die Autorin Adeline Dieudonné in ihrem Roman die Geschichte einer Tochter, die ...zur Gejagten wird. mehr weniger
07.05.2020
Dieudonné erzählt diesen Coming-of-Age-Roman so, dass er einen wie ein Fieber packt und erst wieder ...loslässt, wenn es zu Ende ist. mehr weniger
Fleur Hummel, 04.05.2020
Eine zarte und wilde Sprache, eine warmherzige, dramatische und traurige Geschichte, einmal angefang...en ist man im Flow und reitet diesen wilden Ritt bis zum Ende mit, das in einem großen Knall mündet! Eine Kindheit, eine Jugend, die einen durchrüttelt. mehr weniger
Alex Dengler, 27.04.2020