Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
»Dieser Roman ist unglaublich krass, von ungeheurer Sprachgewalt, es ist ein Thriller, eine Geschichte, die man gar nicht aus der Hand legen kann.« Stefanie Stahl, WDR 5, Bücher

Das wirkliche Leben

Eine Reihenhaussiedlung am Waldrand, wie es viele gibt. Im hellsten der Häuser wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Alles normal. Wären da nicht die Leidenschaften des Vaters, der neben TV und Whisky vor allem den Rausch der Jagd liebt.
In diesem Sommer erhellt nur das Lachen ihres kleinen Bruders Gilles das Leben des Mädchens. Bis eines Abends vor ihren Augen eine Tragödie passiert. Nichts ist mehr wie zuvor. Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt das Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten. Von Sommer zu Sommer spürt sie immer deutlicher, dass sie selbst die Zukunft in sich trägt, wird immer selbstbewusster – ihr Körper aber auch immer weiblicher, sodass sie zusehends ins Visier ihres Vaters gerät.

Bibliografische Daten

EUR 9,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-43690-8
Erscheinungsdatum: 24.04.2020
2. Auflage
304 Seiten
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Französischen von Sina de Malafosse
Autor*innenporträt

Adeline Dieudonné

Adeline Dieudonné, geboren 1982, lebt mit ihren Töchtern in Brüssel. Nach mehreren preisgekrönten Erzählungen und einem erfolgreichen One-Woman-Theaterstück entwickelte sich ihr Romandebüt ›Das wirkliche Leben‹ zu einem großen internationalen Bestseller. Sie wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, ihre Bücher in über zwanzig Sprachen übersetzt. Seitdem erschienen bei dtv der Text ›Bonobo Moussaka‹ sowie die Romane ›23 Uhr 12‹ und ›Bleib‹.

zur Autor*innen Seite
Übersetzer*innenporträt

Sina de Malafosse

Sina de Malafosse, geboren 1984, lebt als Übersetzerin und Lektorin in Toulouse. Sie übersetzt u. a. Pauline Delabroy-Allard, Julia Deck, Victor Jestin und Adeline Dieudonné. 2021 erhielt sie mit Fatima Daas den Internationalen Literaturpreis des HKW.

zur Übersetzer*innen Seite
Bei unserer Presseabteilung können Sie unter Angabe des Verwendungszwecks Autor*innenfotos anfordern.

144 von 144 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.72 von 5 Sternen


72%

28%

0%

0%

0%


Geben Sie eine Leserstimme ab!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Kunden.


13 - 10 von 144 Leserstimme

eselsohr7 am 25.03.2020 16:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Namenlos

Inhalt:Ein kleines Reihenhaus am Rande des Waldes, in dem wohnt eine vierköpfige Familie.Vater, Mutter und zwei Kinder. Alles scheint normal. Doch die Idylle trügt, denn was hinter den grauen Mauern vor sich geht, weiß keiner.Sie war gerade erst 10 als vor ihren Augen ein Unglück geschah und auch ihr kleiner Bruder Gilles musste alles mit ansehen.Seit dem hat sich alles noch einmal verändert und das nicht zum Guten.Aber sie würde alles tuen um ihren Bruder das Lächeln zurück zugeben.Meinung:Ein ruhiges und gleichzeitig stimmungsgewaltiges Buch über ein mutiges Mädchen, welches bereit ist für seine Ziele zu kämpfen.Die Atmosphäre ist trotz der distanzierten Beschreibungen förmlich greif- und spürbar.Alle Protagonisten sind sehr lebhaft dargestellt und man kann sich schnell ein genaues Bild von ihnen machen.Der Schreibstil ist kurz und knapp gehalten, so das man beim Lesen schnell voran kommt.Ein temporeiches Buch welches beeindruckt und im Gedächtnis bleibt.Als Jugendbuch würde ich es trotzdem nicht uneingeschränkt empfehlen. Auch das Cover mit dem rosa Kaninchen finde ich nicht unbedingt passend zum Inhalt des Buches.

ecinev am 25.03.2020 16:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Hyänen

Ein wirklich starker Debutroman einer jungen Autorin. Erzählt aus Sicht eines anfangs 10-jährigen Mädchens in einer ganz normalen Reihenhaussiedlung. Sie liebt ihren jüngeren Bruder Gilles und beschützt ihn vor dem gewalttätigen Vater.Die Mutter hat Angst vor ihrem Mann der außer der Jagd nur seinen Whiskey und Fernsehen mag. Ein tragisches Ereignis im Sommer verändert alles. Das Mädchen sucht nach jemanden der sie in den Arm nimmt und die Welt wieder geraderückt. Der Bruder verändert sich zusehends. Er spricht nicht mehr und verbringt viel Zeit in dem Zimmer in dem der Vater seine Jagdtrophäen aufbewahrt. Das Mädchen hat den sehnlichsten Wunsch eine Zeitmaschine zu bauen und die Zeit zurück zu drehen. Sie entwickelt einen starken Ehrgeiz für alles Naturwissenschaftliche. Etwas Normalität findet sie bei einem älteren Professor. Um die vor dem Vater geheimgehaltenen Stunden zu bezahlen, geht sie Babysitten bei einer jungen Familie in der Siedlung. Als sie bemerkt das sie älter wird, fürchtet sie sich vor den Ausbrüchen des Vaters und fühlt sich zu dem Familienvater hingezogen.Der Schreibstil ist schnörkellos und doch gewaltig. Man kann sich gut in die Gemütslage des Mädchens hineinversetzen und ist geschockt von dem Familienleben. Das Cover ist verwirrend und erinnert mit dem springenden Hasen eher an ein anderes bekanntes Buch. Auf jeden Fall ist es ein Hingucker und absolut lesenswert.

jenvo82 am 25.03.2020 14:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Die schrecklichen Augen der lauernden Hyäne

„Ich hatte keine Ahnung, ob es so etwas wie ein gelungenes Leben gab und was das genau beinhaltete. Aber ich wusste, das ein Leben ohne Lachen, ohne Wahlmöglichkeiten und ohne Liebe ein vergeudetes war. Und deshalb erhoffte ich mir eine Geschichte, die mir erklärte, warum meine Mutter ihr Leben weggeworfen hatte.“InhaltDie Erzählerin der Geschichte ist zunächst nur ein 10-jähriges Mädchen, die verborgen hinter einer gutbürgerlichen Fassade in einer einheitlichen Reihenhaussiedlung gemeinsam mit ihrem kleineren Bruder Gilles aufwächst. Der Vater ein passionierter Großwildjäger und Trinker, der das Leben seiner Familie als Buchhalter finanziert, sich aber in der geschützten Privatsphäre zu einem gewalttätigen, gefährlichen Mann entwickelt, der seine erlegten Beutetiere ausgestopft in einem extra Zimmer der Wohnung deponiert. Das Mädchen hat nur ein Ziel: irgendwie dem häuslichen Wahnsinn entkommen und dabei ihren kleinen Bruder beschützen, der sich im Laufe der Jahre immer mehr für die Waffensammlung des Vaters und die getöteten Tiere interessiert. Als in der Gegend alle Katzen verschwinden und sie Gilles beim Quälen verschiedener Tiere beobachtet, schwört sie sich, dass ihr Leben eine Wende nehmen muss, damit die schrecklichen Augen der lauernden Hyäne aus dem Jagdzimmer nicht noch mehr Schaden im Kopf ihres Bruders anrichten. Sie stürzt sich voller Enthusiasmus auf den Bau einer Zeitmaschine, mit der sie in die Vergangenheit reisen möchte, um wenigstens Gilles vor all der Brutalität und den ungesunden Entwicklungen zu schützen. Erst als sie etwas älter ist, entdeckt sie die wahre Gefahr und rückt immer mehr ins Visier ihres Vaters, der mit dem Sohn mittlerweile eine Einheit bildet und sie fürchtet bald schon um ihr eigenes Leben. Doch in der Rolle des Opfers hat sie sich nie gesehen …MeinungNachdem ich die Leseprobe des Romans gelesen hatte, war ich mir eigentlich unsicher, ob der Text und die Thematik überhaupt etwas für mich sein könnten. Denn schon nach den ersten Seiten wird deutlich, dass Gewaltszenen und Brutalität hier ganz wesentliche erzählerische Elemente darstellen und wohl auch der folgende Text in dieser Ausrichtung gestaltet sein würde. Dennoch habe ich mich ohne besondere Erwartungshaltung und relativ unbedarft an diesen Coming-of-Age-Roman gewagt, um den „Liebling der französischen Buchhändlerinnen“ zumindest kennenzulernen. Und dann hat mich die Story regelrecht überrascht und mich unweigerlich in ihren Bann gezogen, so dass ich für dieses Buch gerade einmal einen Tag Lesezeit benötigt habe und entgegen meiner ursprünglichen Befürchtungen ein grandioses Stück Literatur geboten bekommen habe.Ganz klar: inhaltlich bewegt sich „Das wirkliche Leben“ ganz sicher nicht in meiner Wohlfühlzone, dominieren doch Gewaltszenen, Tierquälerei, zerrüttete Familienverhältnisse und die schier unvorstellbare Dominanz des Bösen über das Gute. Aber der belgischen Autorin meines Geburtsjahrganges ist es gelungen, eine wahnsinnig stimmige Geschichte zu erschaffen, die in erster Linie durch die Charakterstärke ihrer Protagonistin und deren Unverbesserlichkeit dem häuslichen Umfeld zu entkommen, besticht. Die geschilderten Sachverhalte waren manchmal nah dran, mich gänzlich zu schockieren und besitzen doch eine magische Anziehungskraft. Besonders eindrücklich schildert Adeline Dieudonné die Entwicklung eines 10-jährigen Mädchens, die jeden Tag die Prügelei des Vaters an der Mutter hinnehmen muss, die sich selbst ducken und verstecken muss, um nicht seinen Gewaltausbrüchen ausgesetzt zu sein und die ihren geliebten Bruder, den einzigen Menschen, dem sie restlos vertraut beschützen möchte. Ihre Luftgespinste mit einer Zeitmaschine lösen sich bald auf, doch ihr Interesse für Physik und die Naturgesetze, bieten ihr die Chance sich bald auch außerhalb der Familie neue Eindrücke zu verschaffen. Und als sie am Ende des Buches mit 15 Jahren alles gesehen zu haben scheint, was es an Machtdemonstration geben kann, ist sie sich doch bewusst, dass sie nicht dazu geboren wurde, für immer in der Rolle des Opfers zu bleiben. Und als ihr monströser Vater zum alles vernichtenden Schlag ausholt, ist sie ihm im wirklichen Leben schon längst entwischt …FazitDieser ungewöhnliche, einprägsame Roman konnte mich absolut überraschen und lebt durch die grandiose Gestaltung der diversen Figuren, die man alle direkt vor dem inneren Auge sieht. Ebenso gelungen empfand ich die Szenenwechsel, die Gestaltung der Handlung, den Ablauf der Zeit in Anbetracht des Heranwachsens der Hauptprotagonistin – kurzum die Rahmenhandlung nach klaren Vorgaben, die dennoch überhaupt nicht absehbar war. Der Leser wird langsam herangeführt an die Gedankengänge des Mädchens, spürt die komplette Bandbreite ihrer Emotionen und bewundert immer mehr ihren Sinn, sich der schrecklichen Realität zu widersetzen. Ein richtiger Pageturner, dem ich gerne 5 Lesesterne schenke und ihn als ein faszinierendes Leseerlebnis in Erinnerung behalten werde. Selbst wenn er nicht von Realitätsnähe und Allgemeingültigkeit geprägt ist und in erster Linie auch keinen literarischen Anspruch erhebt, gelingt es ihm, die Spannungsmomente auszureizen und trotz aller Gewalt zeigt er vielmehr die verborgenen Gefühle hinter den Machtspielchen kranker Seelen als die Schäden die Schläge hinterlassen können. Sehr unverbraucht, sehr innovativ – ich schließe mich den positiven öffentlichen Meinungen über dieses Debüt an und sortiere es als Highlight 2020 ins Bücherregal.

obilot am 25.03.2020 10:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ergreifend und tiefsinnig

Der Roman ist aus der Ich-Perspektive eines heranwachsenden Mädchens erzählt. In einer von Gewalt geprägten Umgebung wächst dieses zusammen mit ihrem jüngeren Bruder, den sie stets versucht vor dem Vater zu schützen, auf. Denn der hat kaum etwas anderes im Sinn als seine Befriedigung im Töten von Tieren und dem Verprügeln der Mutter zu finden.Eine äußerst düstere Atmosphäre liegt über der gesamten Handlung. Nicht nur die Brutalität des Vaters sowie die Tatenlosigkeit der Mutter bedrücken, sondern auch äußere Geschehnisse und die langsame aber unübersehbare Veränderung des Bruders. Und doch schafft es die Heldin des Romans mit ihrer Gutherzigkeit, indem sie immer bemüht ist jeder Person und jeder Handlung nur das Beste zu sehen sowie durch ihre kindliche Naivität, indem sie an eine Zeitmaschine glaubt die alles noch zum Guten wenden könnte, dem Leser ein Lächeln abzuringen. Entgegen ihrer teilweise großen Naivität z. B. in Bezug auf ihren Glauben an die Möglichkeit einer Zeitmaschine, überrascht es, dass sie immer wieder tiefsinnen Gedanken nachhängt und sehr „erwachsene“ Zusammenhänge im Verhalten von Personen erkennt. Was hier für ein Mädchen diesen Alters etwas befremdlich erscheint, erklärt die Handlung des Buches und der darin vorkommenden Personen sehr gut und stört deshalb auch nicht weiter. Als Fazit kann man daher resümieren, die Menschen in dem Roman handeln wie sie handeln müssen, so schlecht dieses Handlungen auch immer sind. Sie befinden sich in einem Kreislauf aus dem sie nicht ausbrechen können, die Handlungen erfolgen daher zwangsläufig. Auch die positive Sichtweise der Protagonistin steht in diesem Zusammenhang. Nur durch ihre positive Einstellung kann sie sich in dieser feinseligen Umgebung behaupten. Ein äußerst tiefsinniger Roman, der in der Originalausgabe nicht umsonst unzählige Preise gewonnen hat.

dajana1985 am 24.03.2020 19:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Alltag

Das Buch ,, Das wirkliche Leben '' von Adeline Dieudonné bekommt von mir 5 Sterne. Das Cover gefällt mir so gar nicht. Aber der Klappentext hört sich sehr spannend an. Ich wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstyle ist klar und flüssig. Konnte es mir dadurch gut vorstellen. Ein 10 jähriges Mädchen lebt mit ihrer Familie in ein Haus. Sie liebt ihren kleinen Bruder sehr, erst recht wenn er herzlichst lacht. Doch muss sie fast täglich sehen wie der Vater die Mutter schlägt, sogar manchmal bis sie blutet. Aber das Mädchen ist hilflos und kann nicht helfen, da sie selbst Angst vor ihren Vater hat. Jeden Tag kommt der Eiswagen. Der Eisverkäufer, Giles und das Mädchen teilen ein Geheimnis. Sie liebt Sahne auf ihren Eis, doch der Vater verbietet das. Doch dann explodiert die Eismaschine und die zwei müssen mitansehen wie der Verkäufer stirbt. Giles braucht dringend eine psychologische Hilfe, bekommt die dennoch nicht. Und das Mädchen denkt sie wäre daran Schuld.

bezel64 am 24.03.2020 18:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Unglaublich starkes Debüt!

Wahnsinn! Dieses mitreißende Buch macht mich nahezu sprachlos. Das Cover, das originell und rechtharmlos daherkommt, lässt nicht vermuten, welche Abgründe sich hier auftun. Der Leser wird hineingeworfen in ein erschütterndes Familiendrama, in dem es nur Verlierer zu geben scheint. Der ständig alkoholisierte Vater verprügelt regelmäßig die Mutter, die sich nicht wehren kann. Als die Tochter, aus deren Sicht die Handlung erzählt wird, in den Fokus des gewalttätigen Vaters gerät, nimmt die Katatrophe ihren Lauf! Doch es gibt Hoffnung...Die Autorin ist ein wahres Schreibtalent und ich kann mir gut vorstellen, dass das Buch in Frankreich ein Riesenerfolg war. Ich konnte kaum aufhören zu lesen und war mit dem Buch in wenigen Tagen durch. Zu viel möchte ich von der Handlung jedoch nicht verraten. Nur eines sei noch dazu gesagt: Dies ist definitiv nichts für schwache Nerven!

simone1711 am 24.03.2020 18:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Gejagtes Kind

Die Leseprobe von "Das wirkliche Leben" hatte mich gleich gefesselt, und auch das Buch habe ich sehr schnell durchgelesen. Doch ich überlege immer noch, wie ich es finde. Irgendwie hatte ich etwas anderes erwartet. Ein 10jähriges Mädchen lebt mit Eltern und Bruder zusammen in einem kleinen Haus. Der jüngere Bruder ist ihr ein und alles. Der Vater ist brutal und verprügelt die Mutter regelmäßig. Eines Abends sind beide Kinder Zeugen eines grauenhaften Unfalls. Der kleine Bruder verändert sich daraufhin, verliert sein Lachen. Und auch die Situation daheim wird eher schlimmer als besser. Obwohl die Geschichte sicherlich gut zu lesen und fesselnd ist, habe ich doch das Gefühl, dass hier die Tiefe fehlt. Manche Ereignisse kommen aus dem Nichts. Es ist ein verstörendes Buch, bei dem ich nicht weiss, was ich daraus mitnehmen soll.

mel.e am 24.03.2020 17:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Echt erschreckendes Familiendrama

"Das wirkliche Leben" ist ein unglaublich erschreckendes Familiendrama, da es von Gewalt erzählt, die sich komplett über die Story erstreckt und mich mitunter regelrecht erschüttert hat. Das Mädchen selbst, welches sich hier offenbart in all ihren Emotionen, bleibt namenlos. Dieses ist für mich regelrecht schockierend, denn ihre Geschichte ist ab Beginn grausam und entwürdigend, obwohl es auch den einen oder anderen schönen Moment bieten kann, bleibt die Grundstimmung traurig und düster. Nach einem Unfall, der für das Mädchen und ihren Bruder sehr traumatisch ist, beginnt der Bruder sich zu verändern, verliert sein Lachen und das ist, womit das Mädchen schwer zu kämpfen hat. Sie flieht in ihren Wissensdurst rund um die Wissenschaft und muss dennoch hilflos mit ansehen, zu welch Taten ihr Bruder fähig ist. Der Schreibstil ist sehr nüchtern gehalten und aufgrund der Leseprobe wusste ich, was mich erwartet, dennoch hegte ich die Hoffnung, dass hier Traumata verarbeitet werden. Leider musste ich feststellen, das die Handlung sich immer mehr zuspitzt und die Finsternis in denen sich die Heranwachsenden befinden einen Namen hat. Es ist nicht die Tiersammlung, die der Vater erlegt hat als begeisterter Jäger, sondern der Vater selbst, der Angst und Schrecken verbreitet. Hier werden einige Tabuthemen verarbeitet, die definitiv zu Überforderung führen können. Es ist schrecklich, wenn Kinder in solch einem Umfeld des Grauens groß werden und regelrecht wehrlos sind. Die inszenierte Jagd vom eigenen Vater organisiert ist das I-Tüpfelchen der Grausamkeit und zeigt dessen Lieblosigkeit sehr deutlich. Es ist als würde das Mädchen nur auf Zehenspitzen laufen, um nicht den Zorn des Vaters herauf zu beschwören. Insgesamt eine sehr gelungene runde Geschichte, die aber eben auch in manchen Punkten überfordernd wird, insbesondere an Menschen deren Kindheit selbst von Gewalt beherrscht worden ist. In diesem Fall lasst die Finger von dem Buch, denn es wird sicherlich die eine oder andere Wunde erneut öffnen!

leseratte5853 am 24.03.2020 14:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Tage voller Angst

Dieser Roman hat mich so stark berührt, dass mir beim Lesen der Atem stockte. Das Thema ist beängstigend grausam, aber der Schreibstil, der rein gar nichts beschönigt ist aufrüttelnd schön. Es ist ein Roman, der so, oder so ähnlich grausam, in der Realität stattfinden könnte. Diese Gedanken hatte ich im Kopf, denn schon oft wurde in den Medien von solchen Verhältnissen in Familien berichtet. Diese Geschichte rüttelt jede Leserin und jeden Leser auf, hinzuschauen wenn etwas Verdächtiges zu beobachten ist. Durch Aufmerksamkeit, die aber keinesfalls als Neugier missverstanden werden sollte, kann man zur Entdeckung von häuslicher Gewalt beitragen, und wichtige Hinweise den Behörden geben.In dieser Geschichte hatte ich große Angst um Mutter und Tochter, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. War eine Szene überstanden konnte ich sicher sein, dass Weitere folgen werden. Dabei konnten meine Spekulationen die Tragweite der Taten keinesfalls erahnen. Unvorstellbar was immer wieder geschah. Trotzdem ist es wichtig diese Schilderungen nicht zu überblättern. Auch wenn Tränen fließen, und diese Geschichte " nur " ein Roman ist, so ist das vor Augen führen solcher Familiengeschichten sehr wichtig. Ja, es gibt sie auch in der Realität ! Traurig, aber auch glücklich hat mich dieser Roman zurückgelassen, und jeder der diese Geschichte liest wird vermutlich genauso empfinden. Ich vergebe diesem anspruchsvollen und bewegenden Roman selbstverständlich 5 Sterne !

kimonobooks.de am 23.03.2020 20:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Unangenehm – geht unter die Haut!

Ich habe "Das wirkliche Leben" gestern Nacht in einem rauschhaften Lesefest beendet und muss wirklich sagen, dass es sich hierbei um eines meiner Jahreshighlights handelt!Es geht um eine namenloses zehnjähriges Mädchen, das mit ihrem jüngeren Bruder und der "Amöbe" – ihrer Mutter – unter der gewalttätigen Fuchtel ihres Vaters lebt und leidet. Dieser verliert regelmäßig wegen nichts und wieder nichts die Nerven und verprügelt seine Frau bis aufs Blut. Die Kinder flüchten in ihr Zimmer oder raus – raus zum Eiswagen. Bis eines Tages ein Unglück geschieht und der kleine Bruder Gilles nicht mehr der Alte ist. Über den Verlauf eines Sommers wandern seine Augen immer tiefer in seine Höhlen, er interessiert sich mehr und mehr für die Jagd seines Vaters und für dessen Gewehre. Seine Schwester sieht nur einen Ausweg: eine Zeitmaschine bauen, mit der sie an den Tag des Unglücks zurückreisen und es ungeschehen machen. Und somit Gilles' Milchzahnlächeln wiederzugewinnen. Doch als sie bald selbst in den Fokus der Gewalt ihres Vaters gerät, kommt ihr Plan ins Wanken und sie muss sehen, dass sie mit heiler Haut davonkommt – und überlebt.Sprachgewaltig, derb und sehr brutal – ein Buch, das nichts für jeden ist, aber jeden, der sich zur Lektüre traut, verschlingen wird!

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

EMMA
Für ihren märchenhaften Debütroman wurde die belgische Schauspielerin allein in Frankreich mit 14 Li...teraturpreisen ausgezeichnet. mehr weniger

ZDF
Welche Bücher haben es im Augenblick überhaupt geschafft, einen so in Bann zu ziehen, dass man tatsä...chlich mal für ein paar Stunden alles stehen und liegen lässt und einfach nur in einer Lektüre versinkt? Diesem Buch ist das gelungen. […] Es ist ein radikales Plädoyer, sich von der Angst nicht hetzen zu lassen. mehr weniger

Thea Dorn

Playboy
Eine umwerfende Coming-of-Age-Geschichte mit einem wilden Finale - ein verstörendes Vergnügen.

Günter Keil

SPIEGEL Bestseller
Etwas Stephen King, ein wenig Hitchcock und jede Menge Blut und Tod - und das alles in sanftem Ton e...rzählt. mehr weniger

WDR 5, Bücher
Dieser Roman ist unglaublich krass, von ungeheurer Sprachgewalt, es ist ein Thriller, eine Geschicht...e, die man gar nicht aus der Hand legen kann, allerdings, wenn man zart besaitet ist könnte es einem zu viel werden, also man muss schon ein bisschen dickeres Fell haben, um diesen Roman lesen zu können. Für mich ist es große Literatur. mehr weniger

Stefanie Stahl, 22.05.2021

NDR 1, Niedersachsen
Es kommt nicht so häufig vor, dass ich ein Buch mit angehaltenem Atem lese. Aber bei diesem Roman wa...r es so. mehr weniger

Julia Vogt, 08.04.2021

SRF
Ich habe das Buch gerne gelesen, es ist ein sehr farbenprächtiger Comic.

Viktor Giacobbo, 22.12.2020

BRF
Das Überraschende an ›Das wirkliche Leben‹ ist seine überzeugende Mischung aus Märchen und Thriller,... aus Gesellschaftsroman und Horrorgeschichte. mehr weniger

Judith Peters, 01.07.2020

diepresse.com
Das Leben ist ein Dschungel, und die gefährlichsten Tiere leben in der eigenen Familie.

01.07.2020

Brigitte
Die Coming-of-Age-Geschichte eines Mädchens, das alles tut, damit ihr Bruder wenigstens sein Lachen ...bewahrt, haut einen um. mehr weniger

Angela Wittmann, 17.06.2020

3sat
Die Sozialanalyse in diesem Buch ist zwischen den Zeilen einfach brillant.

Barbara Vinken, 14.06.2020

3sat
Wenn ich nichts über das Buch und seine Autorin gewusst hätte, dann hätte ich garantiert gesagt, das...s ist wieder einmal ein typisches Beispiel der Meisterschaft des amerikanischen Erzählens – völlig falsch: die Frau ist Belgierin. mehr weniger

Gert Scobel, 14.06.2020

B5 aktuell
Es ist ein Debütroman von seltener Wucht.

Monika von Aufschnaiter, 05.06.2020

Für Sie
Geht unter die Haut

03.06.2020

MDR Kultur
Es ist die Stärke der Autorin Adeline Dieudonné: pointiert und temporeich erzählt sie in kurzen Kapi...teln vom Entkommen aus der Familienhölle. mehr weniger

Claudia Ingenhoven, 27.05.2020

rtl.de
Mit dramatischen Ereignissen, verpackt in ausdrucksstarke Worte, zieht einen die gewaltige Geschicht...e in ihren Bann und lässt einen nicht mehr los. mehr weniger

15.05.2020

Hörzu
Adeline Dieudonné wird in Frankreich für ihren teils harten, sehr eindrücklichen Roman gefeiert. Völ...lig zu Recht. mehr weniger

11.05.2020

Die Presse am Sonntag
Die Geschichte ist so packend, die Spannung so unheilvoll, die Heldin so entschlossen, dass man dies...es Buch erst wieder aus der Hand legt, wenn man es fertig gelesen hat. mehr weniger

Doris Kraus, 10.05.2020

Buchreport
Adeline Dieudonné fesselt jetzt auch die deutschen Leser.

07.05.2020

Focus
Ein Buch wie ein wuchtiger Rocksong: knallend, präzise und sehr lange nachhallend.

02.05.2020

Spiegel Online
Gegen Ende ist im Roman zu lesen: ›Es heißt, dass die Stille, die auf Mozart folgt, immer noch Mozar...t ist.‹ Die Stille, die auf die Lektüre von Dieudonnés Buch folgt, ist Schockstarre. Ihr Roman ist wie ein Faustschlag, von dem man sich erst mal erholen muss. mehr weniger

Franziska Wolffheim, 29.04.2020

WDR 5
Der ganze Roman lebt von einer unglaublichen Spannung, die nicht grell daherkommt, sondern fast schl...eichend, von Seite zu Seite bedrohlicher wird. mehr weniger

Christine Westermann & Andreas Wallentin, 24.04.2020

Stern
Jeder Satz ein Treffer: Adeline Dieudonné zeigt in ihrem Debüt, wie man sich gegen das Unglück wehrt.... […] Eine wilde Geschichte, bei der jedes präzise platzierte Wort funkelt, jede Metapher sitzt. […] Die Wucht, mit der die Autorin schreibt, nährt sich aus der Angst, die die Terroranschläge von Brüssel bei ihr hinterließen. Die Energie, mit der sie die Sätze rausfeuert, lieferte die musik, die sie beim Schreiben hört: Death Metal. Die Leichtigkeit, mit der sie Animalisches und Zartes verbindet, macht den Zauber ihres Romans aus. mehr weniger

Kerstin Hellberg, 23.04.2020

BuchMarkt
Hier kann man viel über die Zwiespältigkeit menschlicher Anlagen und Verhaltensweisen nachdenken, we...nn man die überaus farbige und eigentlich tragische Geschichte verschlungen hat. mehr weniger

Ellen Pomikalko

Maxi
Dass sie beim Schreiben besonders gern energische Musik hört, ist spätestens spürbar, wenn die Handl...ung an Fahrt aufnimmt. mehr weniger

ahoi! norderney
Ein radikales Plädoyer gegen die Angst.

Literaturbloggerin und Autorin (›Das Licht ist hier viel heller‹)
Es ist erstaunlich, dass Adeline Dieudonné mit so zarten Worten von derart roher Gewalt erzählen kan...n. Ein verstörend brutales, gleichzeitig faszinierend sanftes Buch — ein Debüt, bei dem man von der ersten bis zur letzten Seite Gänsehaut hat. mehr weniger

Mareike Fallwickl

WDR 5
Dieser Roman ist unglaublich krass, von ungeheurer Sprachgewalt, es ist ein Thriller, eine Geschicht...e, die man gar nicht aus der Hand legen kann. mehr weniger

Stefanie Stahl, 14.08.2021

Echo Rosenheim
Überaus spannend und mitreißend geschrieben!

03.02.2021

SRF, Literaturclub
›Das wirkliche Leben‹ vom belgischen Shooting-Star Adeline Dieudonné schreibt vom Aufwachsen mit ein...em gewalttägigen Vater und der Unmöglichkeit, die Zeit zurückzudrehen. mehr weniger

22.12.2020

Ostfriesen-Zeitung
Die Autorin schildert genüsslich das Grauen des Alltags.

Marion Luppen, 05.12.2020

Hessische/Niedersächsische Allgemeine
Eine ganz großartige Vorstellung einer jungen, klugen und mutigen Frau. Unbedingt lesen, ein fantast...isches Debüt. mehr weniger

Heike Kahl, 05.10.2020

oliva Buchhandlung
Ein Buch wie ein Hammerschlag.

Michael Lehmann, 03.10.2020

Münchner Merkur
[Adeline Dieudonnés] unkonventionelle Geschichte eines Erwachsenwerdens in monströsem Umfeld ist vir...tuos erzählt und bleibt lange im Gedächtnis. mehr weniger

28.08.2020

morgenweb.de
Ein Roman, dessen mitunter düsterer Sog einen nicht mehr loslässt – bis am Ende das Licht sichtbar w...ird. mehr weniger

24.08.2020

Recklinghäuser Zeitung
Alles andere als leichte Kost – und doch ein literarisches Schmankerl, das seinesgleichen sucht.

18.08.2020

Bücher Magazin
Schmerzhafte, zarte Coming-of-Age-Novel, die zu Tränen rührt und erschütternd gut geschrieben ist.

01.08.2020

leselupe.de
Sie steigert mit ihren scharf beschriebenen Beobachtungen die Spannung bis zur Unerträglichkeit. Es ...stockt einem zuweilen fast der Atem. mehr weniger

Claudine Borries, 16.07.2020

Aachener Zeitung
›Das wirkliche Leben‹ ist ein spannendes, mitreißendes Buch gegen die Angst.

Madeleine Gullert, 15.07.2020

in-gl.de
Sie wollen ein Buch lesen, das Sie vollkommen gefangen nimmt, bei dem Sie alles um sich herum verges...sen? Dann ist dieser Roman genau richtig für Sie. Ein Wahnsinnsbuch. mehr weniger

Sylvia Jongebloed, 23.06.2020

Bündner Woche
Ein gewaltiger und brutaler wie auch überwältigend spannender Roman ausserhalb der Lesekomfortzone.

Martina Tonidandel, 10.06.2020

Steinmetz’sche Buchhandlung
Kraftvoll und schonungslos, übersetzt von Sina de Malafosse.

Lisa Schumacher, 09.06.2020

Buchhandlung Almut Schmidt
Für mich war es ein großartiger Lesespaß.

Hauke Harder, 04.06.2020

jastramkultur.blog
›Das wirkliche Leben‹ lohnt sich wirklich!

03.06.2020

morgenweb.de
[...] - ich habe selten ein Debüt gelesen, das mich mehr in seinen Bann gezogen hätte.

Barbara Breuner, 22.05.2020

Schwetzinger Zeitung
Adeline Dieudonné gelingt es, in ihrer eindringlichen Sprache von der ersten Seite an zu begeistern.

22.05.2020

Ludwigsburger Wochenblatt
Eindringlich erzählt die Autorin Adeline Dieudonné in ihrem Roman die Geschichte einer Tochter, die ...zur Gejagten wird. mehr weniger

07.05.2020

ekz bibliotheksservice
Dieudonné erzählt diesen Coming-of-Age-Roman so, dass er einen wie ein Fieber packt und erst wieder ...loslässt, wenn es zu Ende ist. mehr weniger

Fleur Hummel, 04.05.2020

denglers-buchkritik.de
Eine zarte und wilde Sprache, eine warmherzige, dramatische und traurige Geschichte, einmal angefang...en ist man im Flow und reitet diesen wilden Ritt bis zum Ende mit, das in einem großen Knall mündet! Eine Kindheit, eine Jugend, die einen durchrüttelt. mehr weniger

Alex Dengler, 27.04.2020