»Verleiht der Natur ihre eigene Stimme« Maja Lunde, Bestsellerautorin von ›Die Geschichte der Bienen‹
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Details
Der Einsiedlersommer
Mit Wärme, feinem Witz und großem sprachlichem Einfühlungsvermögen erzählt Anne Sverdrup-Thygeson von zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen – und von einem Sommer in den uralten Eichenwäldern Norwegens, der zeigt, wie aus Verletzlichkeit neue Kraft erwachsen kann. Dieser berührende, vielschichtige Roman verbindet die Suche nach dem Eremitenkäfer mit einer entscheidenden Frage unserer Zeit: Was müssen wir bewahren, damit Leben möglich bleibt – in der Natur und in uns selbst?
Nach einem schmerzhaften Verlust zieht sich Eva Wist aus Oslo, Norwegen, in ein Dorf in Vestfold zurück, um den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer zu suchen. Dort begegnet die 33-jährige Biologin ihrer neuen Nachbarin, der exzentrischen Olga. Die 76-Jährige lebt als Einsiedlerin inmitten des uralten Eichenwaldes. Auf ihrem Grundstück soll ein Steinbruch entstehen. Das Projekt verspricht Arbeitsplätze und eine Zukunft für die Region. Doch Olga will das unbedingt verhindern: Für sie ist der Wald lebendige Erinnerung – und der Schlüssel zu einem Familiengeheimnis, das sie endlich aufklären will. Während Eva die Artenvielfalt erkundet und mit Olga Freundschaft schließt, findet sie Schritt für Schritt aus der Trauer und ringt um die Frage, was bewahrt werden muss – im Leben wie in der Natur.
»Niemand schreibt so über die Natur wie Anne Sverdrup-Thygeson« Maja Lunde
Warm, hoffnungsvoll, hochaktuell – ein Roman mit echter Relevanz
Dieser Roman verbindet eine intime, emotional packende Geschichte mit großen Zukunftsfragen: Artensterben, Naturschutz, Verantwortung und die fragile Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Mit Wärme, Hoffnung und erzählerischer Kraft zeigt er, wie Natur trösten kann – und wie Freundschaft Grenzen von Alter, Erfahrung und Lebenswegen überwindet.
Für Fans von ›Die Geschichte der Bienen‹ von Maja Lunde, ›Der Gesang der Flusskrebse‹ von Delia Owens und ›Die Hummerfrauen‹
Wer Romane liebt, die Natur, Menschlichkeit und gesellschaftliche Themen klug miteinander verknüpfen, findet hier die perfekte Lektüre – atmosphärisch, berührend und lange nachhallend.
Internationaler Spitzentitel: Der große Roman der Frankfurter Buchmesse 2025
Ein Titel mit enormer Strahlkraft: auf der Frankfurter Buchmesse 2025 international gefeiert und bereits in 15 Länder verkauft – ein Roman, der Leserinnen und Leser weltweit erreicht.
Warum dieses Buch jetzt lesen?
- Roman über die besondere und heilsame Kraft der Natur
- Generationenübergreifende Freundschaft zwischen Frauen
- Aktueller Konflikt um Umwelt, Arbeitsplätze und die Zukunft
- Warm und hoffnungsvoll, zugleich zugänglich, emotional berührend und richtig gut geschrieben
Bibliografische Daten
1. Auflage
Autor*innen
Anne Sverdrup-Thygeson
Anne Sverdrup-Thygeson ist Professorin für Naturschutzbiologie an der Norwegischen Universität für Biowissenschaften. Sie hat sechs gefeierte Sachbücher veröffentlicht, die in über 25 Sprachen übersetzt wurden, darunter ›Extraordinary Insects‹, ein Sunday Times-Bestseller. ›Der Einsiedlersommer‹ ist ihr erster Roman, der in fünfzehn Ländern weltweit erscheint.
Ricarda Essrich
Ricarda Essrich, geb. 1976, studierte in Köln Skandinavistik und Linguistik. Heute lebt und arbeitet sie als Fach- und Literaturübersetzerin in Düsseldorf und überträgt sowohl Romane als auch Sachliteratur aus dem Schwedischen, Norwegischen und Dänischen ins Deutsche.
Franziska Hüther
Franziska Hüther, geboren 1988, lebt als freie Übersetzerin aus dem Dänischen, Schwedischen und Norwegischen im Odenwald bei Darmstadt. Sie hat u. a. Werke von Kim Faber & Janni Pedersen und Marianne Kaurin ins Deutsche übertragen.
Nora Pröfrock
Nora Pröfrock, geboren 1981, übersetzt aus dem Dänischen, Norwegischen und Schwedischen. Nach zwölf Jahren in Norwegen lebt sie mit ihrer Familie mittlerweile in der Nähe von Aachen.
Pressematerialien
Leserstimmen
1 - 10 von 149 Leserstimme
Auszeit in der Abgeschiedenheit der Wälder
Nach einem traumatischen Erlebnis will Eva nur eines: raus aus ihrer gewohnten Umgebung in Oslo, Abstand von ihrem Partner. Sie bewirbt sich für ein Projekt in einem ländlichen Gebiet, in dem ein seit Jahren als ausgestorben geltender Eremitenkäfer gefunden wurde. Dort soll sie die riesigen alten Eichenwälder nach Spuren dieses Käfers durchsuchen und andere Insektenarten kartieren. Ihre Nachbarin ist die alleinlebende schrullige alte Olga, die alles andere als begeistert von ihrer neuen Nachbarin ist. Mit der Zeit akzeptiert sie jedoch Evas Anwesenheit und es entwickelt sich sogar eine Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Eva ist fasziniert von den uralten Wäldern und entsetzt, als sie erfährt, dass mitten im Wald mit dem ältesten Eichenbestand ein Steinbruch entstehen soll, da der Boden den wertvollen, weltweit gefragten Stein Larvikit enthält. Während sie mit ihren Kartierungsarbeiten gut vorankommt, setzt sie alles daran, die Abholzung der Bäume und die Zerstörung des Waldes zu verhindern.Ich habe beim Lesen gerne Eva auf ihren Streifzügen durch die Natur begleitet. Eva als Person blieb mir fremd. Ich fand ihr Benehmen oft nicht nachvollziehbar, ihr Verhalten gegenüber ihrem Partner unmöglich. Abgesehen von Evas Geschichte erfahren wir in einem zweiten Handlungsstrang viel über Olga und deren Vergangenheit. Allerdings bleiben am Schluss einige wichtige Fragen offen, was ich als frustrierend empfand. Ein ruhiges Buch mit interessanten Naturbeobachtungen, aber keines, das mir in Erinnerung bleiben wird.
Toll!
„Der Einsiedlersommer“ hat mich im Vorfeld etwas unsicher gemacht. 500 Seiten über einen Käfer, das kann entweder richtig gut oder ziemlich langweilig werden. Zum Glück waren meine Sorgen völlig unbegründet.Im Mittelpunkt steht eine Biologin, die in Norwegen nach dem Eremitenkäfer sucht. Dabei geht es aber um sehr viel mehr als nur um diesen Käfer. Das Buch verbindet Nature Writing mit Themen wie Trauer, Freundschaft, Liebe und Beziehungen. Gleichzeitig spielen Artensterben und Klimakrise eine wichtige Rolle. Diese Mischung hat mir richtig gut gefallen.Ich habe den größten Teil als Hörbuch gehört und fand das ebenfalls sehr passend. Besonders die Naturbeschreibungen haben für mich beim Hören gut funktioniert und dadurch konnte ich auch über die kleinen Längen hinwegsehen.Wer Bücher mit einem starken Naturbezug und vielfältigen Themen mag, sollte sich „Der Einsiedlersommer“ auf jeden Fall einmal anschauen.
Schöne Geschichte mit der biologischen Touch
Eva braucht nach einer Totgeburt erst mal eine Auszeit von ihrem Leben und auch von ihrem Partner Eirike. Eva ist Biologin und nimmt einen Sommerjob an. In Norwegens alten Eichenwäldern soll sie den Eremiten finden. Zudem soll sie die Wälder kartieren und in Schutzklassen einteilen. Denn diese Wälder stehen auf einem wertvollen Gestein - dem Lavakrit. Doch statt eines Käfers findet Eva erst mal einen menschlichen Eremiten: Olga.Mir hat der Roman gut gefallen. Es war eine schöne Mischung aus Naturbeschreibungen und der Arbeit einer Biologin und der Lebensgeschichte von Olga. Mir hat gut gefallen, dass Olga sich mit der Zeit öffnet und in Eva eine Freundin findet. Trotz des großen Altersunterschieds. Zoll fand ich auch die charakterliche Entwicklung von Eva und Olga. Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Er war eingängig, verständlich und die Naturbeschreibungen sehr anschaulich, sodass man sich fühlte, als wäre man selbst im norwegischen Wald.Ich habe die Geschichte gern gelesen und habe stets mitgefiebert. Ich vergebe vier von fünf Sterne.
Die Suche nach dem Käfer
Norwegen 2012. Eva Wist, Biologin, zieht für 3 Monate mit ihrer Hündin Orca nach Vestfold. Die Nachbarin Olga Frøyshov, 76 Jahre, wohnt allein & zurückgezogen. In dem Eichenwald soll Larvikit abgebaut werden. Eva ist auf der Suche nach dem Eremit. Was wird noch gefunden?******„Der Einsiedlersommer“ von Anne Sverdrup-Thygeson ist ihr 1.Roman.Olga & Eva sind 2 starke Frauen & unterschiedlich. Es verbindet sie jedoch viel. Beide mussten ihren Verlust des Ungeborenen Kindes verkraften. Mit ihrer Trauer gehen sie auf ihre Weise um. Eva flüchtet nach Vestfold, um den Eremit zu suchen. Olga hat ein Ritual auf den Friedhof. Aus Unbekannten werden Bekannte & Freundinnen. Sie schenken sich innerhalb der 3 Monaten Kraft & springen über ihren jeweiligen Schatten. Olga will endlich mit ihrer Familiengeschichte aufräumen. Wie verändert der Verlust den Menschen?Die Liebe kommt in keiner Weise zu kurz & findet in unterschiedlichen Arten wieder, ob in die Natur, Lebewesen, Partner & Gemeinschaft. Leidenschaft & Brennen für die eine Sache. Das Widerstehen der Versuchung. Wie weit kann Liebe gehen?Naturschutz vs. Tagebau. Für den Erhalt eines uralten Waldes/Käfer & gegen die Zukunft, Sicherung von Arbeitsplätzen & steigender Wirtschaft in der Region. Dies zeigt wie eng sie miteinander verbunden sind & welche Läger damit bedient werden.Sverdrup-Thygeson hat ein Buch für Naturliebhaber geschrieben. Beim Lesen atmet man förmlich die frische Waldluft ein, hört das Blätterrascheln oder Vögel singen. Verbindungen zwischen Deutschland & Norwegen innerhalb der Na*izeit spielen eine Rolle. Der Roman hat eine tolle Schreibweise mit kurzen Kapiteln die einen Sog auslöst. Eine tolle, bildhafte Sprache. Das Buch wird aus der Sicht von Olga & Eva erzählt, so ist der Roman nahbar. Die innere Zerrissenheit von Olga & die Hoffnung den Eremit zu finden ist stark zu spüren. Die Übersetzung ist toll. Der Eremit ist ein Einsiedler & Verbindung zu Olga.
Berührend, tiefgründig, wunderschön!
Die 33-jährige Biologin Eva Wist nimmt in dem norwegischen Ort Vestfold eine Stelle an, um den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer in den uralten Eichenwäldern zu suchen. Sie nutzt die Zeit auch als Auszeit, um einen schmerzhaften Verlust zu verarbeiten und die Beziehung zu ihrem Partner Eirik zu reflektieren. Vor Ort trifft sie auf die exzentrische 76-jährige Olga, die als Einsiedlerin auf dem Nachbargrundstück wohnt. Ausgerechnet auf ihrem Eichenwaldgrundstück soll bald Larvikit abgebaut werden. Doch für Olga sind die alten Bäume Erinnerung und Schicksal zugleich – verbergen sie doch ein uraltes Geheimnis. Nach und nach schließt Eva Freundschaft mit Olga, und so stellen sich beide Frauen gemeinsam ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft. Die Handlung erstreckt sich von Juni bis August und fängt den skandinavischen Sommer perfekt ein. Erzählt wird eine vielschichtige Geschichte über Verlust, Freundschaft, Erinnerung, Natur und Artenschutz. Die Ereignisse, die diesen kurzen Zeitraum von drei Monaten füllen, sind absolut glaubwürdig, unterhaltsam und nachvollziehbar. Die Autorin Anne Sverdrup-Thygeson hat ihren Protagonistinnen eine tiefgründige und berührende Vita verliehen. Eva ist manchmal etwas schnell in ihren Handlungen, aber durchaus liebenswert und Olga hat das Leben geprägt, eigenwillig aber mit Herz und Verstand.Dank des flüssigen Schreibstils und der kurzen Kapitel ist das Buch eine wunderbare Sommerlektüre. Die tolle Farbgestaltung des Covers bzw. des Einbandes und die spürbare Haptik des Käfers machen es zudem zu einem echten Kleinod, das man gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Meine absolute Leseempfehlung!
Mitten im Herz der Natur
„Der Einsiedlersommer“ entführt uns mitten in die Natur und das Herz der norwegischen Wälder. Wir begleiten zwei Frauen, die auf den ersten Blick vollkommen unterschiedlich erscheinen, dann aber doch mehr Gemeinsamkeiten aneinander entdecken, als man anfangs für möglich gehalten hätte. Die unterschiedlichen Perspektiven haben mir gut gefallen, da sie einerseits Spannung erzeugen, aber auch dabei helfen, die Figuren besser kennen zu lernen. Toll fand ich auch, wie die Geheimnisse rund um Olgas Familie eingeflochten wurden und man bis zum Schluss dran bleiben wollte, um herauszufinden, was damals nun wirklich geschah.Der Weg bis zu dieser Auflösung kam mir teils aber etwas länger vor als nötig. Ein paar Passagen hätte man in der Mitte sicherlich kürzen können. Ganz im Gegensatz zu der Entwicklung der Frauen-Freundschaft, die mir sehr plötzlich erschien. Zwischen absoluter Abneigung und einer Einladung zu Kaffee und Kuchen haben mir mindestens zwei Kapitel gefehlt.Wer sich für starke Frauen und alle Themen rundum Tier- und Artenschutz interessiert, wird sich hier sicher gut aufgehoben fühlen.
Grenzen
Ein nahezu ausgestorbener Käfer. Eine Frau, die mit einem Verlust zu kämpfen hat. Und eine Einsiedlerin, die ein Geheimnis hat. Diese Konstellation erwartet mich in „Der Einsiedlersommer“.Eva hat einen schmerzhaften Verlust zu verarbeiten. Da erhält die Biologin den Auftrag, den scheinbar ausgestorbenen Eremitenkäfer in Vestfold zu suchen. Sie trifft auf die zurückgezogene Olga, die ein eigenes Geheimnis hat. Daher weigert die alte Dame sich, ihr Grundstück zu Gunsten eines Steinbruchs zu verlassen. Werden die beiden Frauen eine Lösung finden? Der Roman hat es geschafft, mich gleich zu Beginn zu fesseln. Das lag nicht an einer sehr spannenden Handlung, sondern im Gegenteil an der ruhigen Atmosphäre. Anne Sverdrup-Thygeson gelingt es, die Ruhe aus den norwegischen Wäldern zu mir nach Hause zu transportieren. Durch präzise Beschreibungen und detaillierte Vergleiche entsteht während des Lesens eine Szenerie in meinem Kopf, die einer möglichen Realität entspricht.Auch die Handlung wird ruhig geschildert. Passend zum Titel Leben Eva und auch Olga eher zurückgezogen, sogar der Käfer zeigt sich kaum. Daher beschränkt sich die Handlung größtenteils auf die Geschehnisse im Dorf und selbst wenn das Thema Geheimnisse und Steinbruch gewisse Brisanz beinhaltet, wird es eher im ruhigen Ton geschildert. Dank der authentischen Beschreibungen wird es nicht langweilig und neue Blickwinkel ergeben sich schnell.Was mich allerdings stört ist Evas Verhalten. Sie benutzt die Vorschlaghammer Methode, mischt sich ungefragt ein und erkennt die Grenzen nicht. Das empfinde ich während des Lesens als störend. Olga ist zwar der ruhige Gegenpol, aber Evas Getue nervt. Erst spät erkenne ich, dass Eva menschliches Eingreifen in natürliche Vorgänge verkörpert- etwas, das nicht immer ohne Folgen bleibt. Für mich ist die Folge, dass ich mich trotz Evas Bemühungen mehr zu Olga und der ruhigen, natürlichen Seite hingezogen fühle. Insgesamt erhält der ruhige, atmosphärische Roman von mir vier Sterne. Über weitere Bücher der Autorin freue ich mich jetzt schon.
Hörbuch - sehr empfehlenswert
er Einsiedlersommer von Anne Sverdrup-Thygeson ist eine ruhige, atmosphärische Geschichte über Verlust, Neuanfang und die heilsame Kraft der Natur. Im Mittelpunkt steht Eva, die nach einem schweren persönlichen Schicksalsschlag Oslo verlässt und in eine abgelegene Gegend Norwegens geht. Dort soll sie als Biologin die Artenvielfalt eines alten Waldgebietes untersuchen und nach dem seltenen Eremitenkäfer suchen.Was zunächst wie eine sachliche Forschungsaufgabe klingt, entwickelt sich allmählich zu einer sehr persönlichen Reise. Eva begegnet Olga, einer älteren Frau, die auf ihre eigene Weise mit dem Wald und seiner Geschichte verbunden ist. Die beiden Frauen könnten unterschiedlicher kaum sein, und gerade deshalb ist es schön zu verfolgen, wie vorsichtig und glaubwürdig zwischen ihnen eine Freundschaft entsteht.Besonders gefallen hat mir, dass die Natur nicht bloß als schöne Kulisse beschrieben wird. Der Wald wirkt beinahe wie eine eigene Figur: geheimnisvoll, lebendig und voller Spuren aus der Vergangenheit. Die Suche nach dem Käfer steht dabei auch sinnbildlich für die Frage, was im Leben bewahrt werden sollte und was man irgendwann loslassen muss. Gleichzeitig bringt der Roman interessante Gedanken über Artenvielfalt und den Umgang des Menschen mit seiner Umwelt ein, ohne dabei wie ein Lehrbuch zu wirken.Als Hörbuch funktioniert die Geschichte für mich sehr gut. Heike Warmuth liest angenehm ruhig und einfühlsam. Ihre Stimme passt wunderbar zu der melancholischen, warmen Grundstimmung des Romans. Sie trägt die Trauer und Verletzlichkeit der Figuren zurückhaltend vor, ohne zu übertreiben, und findet auch für die humorvolleren Momente den richtigen Ton. Dadurch wirkt die Erzählung persönlich und nahbar. Gerade bei den stillen Szenen kann man sich gut in die Atmosphäre hineinfallen lassen.Man sollte allerdings keine rasante Handlung oder große dramatische Wendungen erwarten. Der Einsiedlersommer erzählt eher leise und nimmt sich Zeit für seine Figuren. An manchen Stellen ist das Tempo dadurch etwas gemächlich, was vermutlich nicht jedem gefallen wird. Für mich hat es aber gut zur Geschichte gepasst, denn auch Evas Heilung geschieht nicht plötzlich, sondern in kleinen Schritten.Insgesamt ist Der Einsiedlersommer ein berührendes und angenehm entschleunigtes Hörbuch. Die Verbindung aus Natur, Trauer, Freundschaft und Neubeginn hat mir sehr gut gefallen. Heike Warmuths warme Stimme macht die Geschichte zusätzlich zu einem schönen Hörerlebnis. Ein Hörbuch für alle, die ruhige Erzählungen mit viel Atmosphäre und einem hoffnungsvollen Grundton mögen.
Berührender Debütroman
MEINE MEINUNGMit dem eindrucksvollen Roman „Der Einsiedlersommer“ legt die norwegische Naturschutzbiologin Anne Sverdrup-Thygeson, bekannt durch mehrfach ausgezeichnete Sachbücher wie „Extraordinary Insects“, ihr erstes literarisches Debüt vor.Im Mittelpunkt ihrer Geschichte steht die 33-jährige Biologin Eva Wist, die nach der Totgeburt ihres Sohnes spontan von Oslo in das abgelegene Dorf Vestfold in der norwegischen Provinz zieht. Im Rahmen eines Forschungsauftrags soll sie die dortige Gegend kartieren und den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer aufspüren. Schon bald lernt sie die 76-jährige Nachbarin Olga, die als exzentrische Einsiedlerin lebt und einen uralten Eichenwald besitzt, der einem geplanten Steinbruch weichen soll. Aus der anfänglich zurückhaltenden Begegnung der beiden Frauen entwickelt sich trotz aller Unterschiede nach und nach eine vertrauensvolle Freundschaft. Obwohl der Roman schwerwiegende Themen wie Verlust und Traumata, Umweltzerstörung und Artensterben behandelt, gelingt es Sverdrup-Thygeson mit ihrem lebendigen Schreibstil hervorragend, uns in ihre Geschichte abtauchen zu lassen. Kurze Kapitel und ein geschickter Wechsel zwischen den Perspektiven der beiden Protagonistinnen sorgen für Abwechslung und bauen schon bald einen Spannungsbogen auf.Fesselnd ist es mitzuerleben, wie allmählich Olgas altes Familiengeheimnis ans Licht gebracht wird und wir mehr über Evas tiefe Trauer erfahren. Ein besonderes Highlight des Romans ist die glaubwürdige und tiefgründige Zeichnung der beiden so unterschiedlichen Hauptfiguren Eva und Olga – auch wenn die Ausgangskonstellation, in der eine junge, trauernde Frau auf eine ältere, verschlossene Außenseiterin mit einem Familiengeheimnis trifft, sicherlich kein neues Motiv darstellt. Der Autorin gelingt es, ihre Figuren als eigenwillige Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten zu entwerfen. Facettenreich, widersprüchlich und mit nachvollziehbaren Schwächen erweckt sie diese mit großem Feingefühl zum Leben. Die aufschlussreichen Einblicke in Gedanken, Sorgen und Hoffnungen der beiden Frauen lassen einen tief in ihre jeweilige Lebenssituation eintauchen und machen ihre Beweggründe nachvollziehbar. Gerade Olgas Verschrobenheit, Sturheit und Verschlossenheit sorgen dafür, dass echte Sympathie für sie erst nach und nach im Verlauf der Geschichte wächst.Ein weiteres Highlight sind die eindrucksvollen, lebendigen Naturschilderungen, durch die der norwegische Eichenwald mühelos zum Leben erweckt wird.Die Autorin versteht es, die Atmosphäre des Waldes, das Licht, die Geräusche und die Vielfalt des Ökosystems so anschaulich zu beschreiben, dass man mitten im Geschehen zu stehen scheint. Interessant ist auch ist die fachliche biologische Expertise, die die Autorin in ihre Geschichte um den vom Aussterben bedrohten Eremitenkäfer einbringt, wie beispielsweise in Form von eingeschobenen Passagen über Waldökologie und Insektenkunde. Schade nur, dass der Balanceakt zwischen fesselndem Roman und lehrreichem Sachbuch hier stellenweise etwas ins Wanken gerät und die Autorin etwas zu sehr ins Dozieren verfällt. Am Beispiel des geplanten Steinbruchs, der nicht nur den Lebensraum des Käfers, sondern auch Olgas emotionale Erinnerungsorte bedroht, behandelt der Roman aktuelle Fragen zu Artenvielfalt, wirtschaftlichen Interessen und dem Konflikt zwischen Naturschutz und regionaler Entwicklung. Geschickt verknüpft Sverdrup-Thygeson persönliche und ökologische Krise zu einer gelungenen, nuancierte Gegenüberstellung der verschiedenen Sichtweisen, die bewusst auf einfache Antworten verzichtet.FAZITEin berührender, atmosphärisch dichter Roman über Trauer, Heilung und die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Natur. Ein empfehlenswertes Debüt, das zum Nachdenken über Verlust, Freundschaft und unsere Verantwortung für die bedrohte Natur anregt.
Zwischen Naturverbundenheit und großen Geheimnissen
„Der Einsiedlersommer“ von Anne Sverdrup-Thygeson überzeugt schon auf den ersten Blick mit seinem Cover. Die lebensfrohen Farben machen Lust, das Buch zu lesen, während das reduzierte, minimalistische Design angenehm unaufgeregt wirkt und sich gerade dadurch von anderen Buchcovern abhebt. Umso überraschender ist es, dass die Geschichte zunächst von eher traurigen Themen handelt.Besonders beeindruckt hat mich der einzigartige Schreibstil. Die detaillierten Beschreibungen der Natur sind so bildhaft, dass ich die verschiedenen Gerüche förmlich wahrnehmen und mir jede Szene unmittelbar vorstellen konnte. Dadurch entsteht eine ganz besondere Atmosphäre, in die man schnell eintaucht.Überhaupt hat mich das Buch von Beginn an in den Bann gezogen. Dazu tragen vor allem die interessanten und vielschichtigen Charaktere und die sehr angenehmen Kapitellängen, die für einen tollen Lesefluss sorgen, bei.Es steckt auch deutlich mehr in dem Roman, als wunderschöne Naturbeschreibungen: eine ungewöhnliche Beziehung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen, deren Beziehung sich vor allem durch die Entdeckung einer traurigen Gemeinsamkeit entwickelt; viele weitere, nicht immer leichte, zwischenmenschliche Beziehungen; zwielichte Machenschaften und ein großes Familiengeheimnis. So entwickelt die Autorin nach und nach eine Geschichte, die deutlich facettenreicher ist, als jemensch zunächst vermuten würde.„Der Einsiedlersommer“ ist für mich ein ganz besonderes Sommerbuch mit Tiefgang. Es lädt dazu ein, in eine wunderschön atmosphärische Geschichte einzutauchen, regt aber gleichzeitig dazu an, die eigene Verbindung zur Natur und den eigenen Umgang mit ihr kritisch zu hinterfragen. Vor allem hat es mich daran erinnert, im Alltag wieder häufiger mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und auch die kleinen und unscheinbaren Dinge in der Natur bewusst wahrzunehmen.Für mich eine rundum gelungene und besondere Lektüre, die noch lange nachwirkt. Eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die atmosphärische Geschichten lieben und sich gerne von einer besonderen Verbindung zwischen Mensch und Natur verzaubern lassen.
Pressestimmen
Für mich hat sich dieses Buch angefühlt wie ein Waldspaziergang.
Mona Ameziane, 08.09.2026
Ein ziemlich starkes Debüt.
Egbert Stahlschmidt, 10.09.2026
Ein hoffnungsvoller Roman über Freundschaft und die Kraft der Natur, die es mehr denn je zu schützen... gilt. mehr weniger
26.08.2026
Eva und Olga kämpfen, jede auf ihre Weise, fürs Leben und für die Natur.
29.07.2026
Berührend!
24.07.2026
Die Norwegerin Sverdrup-Thygeson versteht sich auf eine umstandslose Erzählweise. Dies ist ein guter... Stoff für Leseabende, an denen die Hitze des Tages langsam schwindet. mehr weniger
15.07.2026
Ein beeindruckender Debütroman. ›Der Einsiedlersommer‹ ist nicht nur eine Geschichte über Umweltschu...tz und bedrohte Artenvielfalt, sondern auch eine existenzielle Erzählung über Menschen, die nach dem Verlust von etwas Wesentlichem darum ringen, wieder Anschluss an das Leben zu finden. mehr weniger
09.06.2026
Ein lesenswertes Buch, voller Energie und tiefer Liebe zu allem, was in der Natur wächst und lebt.
09.06.2026
Leseprobe
Fordern Sie hier Ihre exklusive Leseprobe an
Lerne die Protagonistinnen Eva und Olga kennen
Auch als Hörbuch bei Hörbuch Hamburg
Ungekürztes Hörbuch, gelesen von Heike Warmuth.
Anne Sverdrup-Thygeson stellt ›Der Einsiedlersommer‹ vor
Interview mit Anne Sverdrup-Thygeson
Was hat Ihre Liebe zur Natur geweckt?
Ich war schon immer gerne draußen. Als Kind verbrachte ich die Sommerferien mit meiner Familie in einer kleinen Blockhütte im Wald. Abgesehen von Büchern war die Natur die einzige Unterhaltung – es gab einfach nicht viel anderes zu tun. So gewöhnte ich mich daran, mit den kleinen Waldbewohnern zu spielen und sie zu beobachten: Ameisen, Bienen und Käfer. Ich glaube, das war der Anfang meiner Faszination für die Natur.
Warum ein Roman – und kein weiteres Sachbuch?
Im Rückblick sehe ich, dass sich meine Stimme mit jedem Sachbuch, das ich geschrieben habe, weiterentwickelt hat. Nach und nach habe ich mich getraut, mehr von mir selbst in das Schreiben einfließen zu lassen – nicht nur „Professorin Anne“, sondern auch Anne als Mensch, als Bürgerin, als Mutter … wenn das Sinn ergibt? Dadurch entstand Raum für mehr literarische Elemente in meiner Arbeit. Und ich bin von Natur aus ein neugieriger Mensch, also fragte ich mich: Könnte ich meine Stimme und Kreativität noch weiterentwickeln – bis hin zum Schreiben von Fiktion, vielleicht sogar eines ganzen Romans? Ich beschloss, es zu versuchen.
Warum der Eremitenkäfer – und was löst er in der Geschichte aus?
Ich habe in meiner Arbeit viel Zeit damit verbracht, alte Eichen und ihre Insektenbewohner zu untersuchen und zu beobachten – darunter auch den Eremitenkäfer. Dieser Käfer ist groß, schön und gilt sowohl in Europa als auch weltweit als gefährdet, vor allem, weil die Zahl alter hohler Bäume in unseren heutigen Landschaften abnimmt. Für mich ist der Eremitkäfer nicht nur für sich genommen faszinierend. Er steht auch symbolisch für das Dilemma, das entsteht, wenn menschliche Landnutzung mit den Bedürfnissen anderer Arten in Konflikt gerät.
Die Protagonistinnen Eva und Olga trennen 43 Jahre: Was unterscheidet sie und was verbindet sie?
Ja, sie sind in vielerlei Hinsicht unterschiedlich – in Alter, Persönlichkeit und Hintergrund. Eva ist jung, unruhig und aufgeschlossen, eine Wissenschaftlerin mit einer großen Leidenschaft für den Schutz der Natur. Die deutlich ältere und introvertiertere Olga hingegen lebt lieber zurückgezogen auf ihrem Hof, klettert auf Bäume und redet mit ihrem Kater – bis Eva unerwartet in ihr Leben tritt. Trotz all ihrer Unterschiede werden die beiden Frauen Freundinnen. Ich denke, sie erkennen etwas in der jeweils anderen – eine gemeinsame Erfahrung des Verlusts und eine geteilte Sehnsucht, die Welt zu verstehen.
Der Roman hat ja den Titel ›Der Einsiedlersommer‹. Ist Olga eine Einsiedlerin?
In dem Moment, in dem wir sie kennenlernen, lebt Olga tatsächlich zurückgezogen von der Gesellschaft. Doch unter ihrer Schicht aus Misstrauen und Ablehnung verbirgt sich eine im Grunde warmherzige Frau, die den Kontakt zu anderen Menschen durchaus genießt. Das Leben hat sie jedoch mehr als einmal enttäuscht, und sie trägt Geheimnisse mit sich, die sie nur schwer verarbeiten kann.
Wie kamen Sie darauf, die Handlung im fiktiven Ort Lopperud bei Vestfold spielen zu lassen?
Diese Landschaft, mit einigen ihrer Schätze sichtbar und anderen, die unter der Oberfläche verborgen liegen, passt sehr gut zu meiner Geschichte. Sie spiegelt auch die realen Herausforderungen wider, vor denen wir ständig stehen: Wie finden wir einen Weg, unsere menschlichen Bedürfnisse mit denen der unzähligen anderen Arten in Einklang zu bringen, mit denen wir die Welt teilen?
Wie geht es nach ›Der Einsiedlersommer‹ weiter? Planen Sie einen weiteren Roman?
Jetzt, wo ich einmal damit angefangen habe, glaube ich nicht, dass ich mit dem Schreiben von Fiktion aufhören kann – auch wenn der Prozess manchmal holprig war, war er zugleich unglaublich bereichernd. Im Moment arbeite ich an einem Sachbuch, aber in meinem Kopf schwirren bereits Ideen und Figuren für einen neuen Roman herum …
Autorinnenfoto: © Agnete Brun