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Eichenblätter auf gelbem Hintergrund, mittig der Text "Die Suche nach dem Käfer und dem, was bewahrt werden muss - im Leben wie in der Natur", rechts davon das liegende 3D-Cover von "Der Einsiedlersommer" von Anne Sverdrup-Thygeson und links das Zitat "
Eichenblätter auf gelbem Hintergrund, mittig der Text "Die Suche nach dem Käfer und dem, was bewahrt werden muss - im Leben wie in der Natur", rechts davon das liegende 3D-Cover von "Der Einsiedlersommer" von Anne Sverdrup-Thygeson und links das Zitat "
Die Suche nach dem Käfer und dem, was bewahrt werden muss  – im Leben wie in der Natur

Der Einsiedlersommer

Mit Wärme, feinem Witz und großem sprachlichem Einfühlungsvermögen erzählt Anne Sverdrup-Thygeson von zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen – und von einem Sommer in den uralten Eichenwäldern Norwegens, der zeigt, wie aus Verletzlichkeit neue Kraft erwachsen kann. Dieser berührende, vielschichtige Roman verbindet die Suche nach dem Eremitenkäfer mit einer entscheidenden Frage unserer Zeit: Was müssen wir bewahren, damit Leben möglich bleibt – in der Natur und in uns selbst?

Nach einem schmerzhaften Verlust zieht sich Eva Wist aus Oslo, Norwegen, in ein Dorf in Vestfold zurück, um den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer zu suchen. Dort begegnet die 33-jährige Biologin ihrer neuen Nachbarin, der exzentrischen Olga. Die 76-Jährige lebt als Einsiedlerin inmitten des uralten Eichenwaldes. Auf ihrem Grundstück soll ein Steinbruch entstehen. Das Projekt verspricht Arbeitsplätze und eine Zukunft für die Region. Doch Olga will das unbedingt verhindern: Für sie ist der Wald lebendige Erinnerung – und der Schlüssel zu einem Familiengeheimnis, das sie endlich aufklären will. Während Eva die Artenvielfalt erkundet und mit Olga Freundschaft schließt, findet sie Schritt für Schritt aus der Trauer und ringt um die Frage, was bewahrt werden muss – im Leben wie in der Natur.

»Niemand schreibt so über die Natur wie Anne Sverdrup-Thygeson« Maja Lunde

Warm, hoffnungsvoll, hochaktuell – ein Roman mit echter Relevanz
Dieser Roman verbindet eine intime, emotional packende Geschichte mit großen Zukunftsfragen: Artensterben, Naturschutz, Verantwortung und die fragile Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Mit Wärme, Hoffnung und erzählerischer Kraft zeigt er, wie Natur trösten kann – und wie Freundschaft Grenzen von Alter, Erfahrung und Lebenswegen überwindet.

Für Fans von Die Geschichte der Bienen‹ von Maja Lunde, Der Gesang der Flusskrebse‹ von Delia Owens und Die Hummerfrauen‹
Wer Romane liebt, die Natur, Menschlichkeit und gesellschaftliche Themen klug miteinander verknüpfen, findet hier die perfekte Lektüre – atmosphärisch, berührend und lange nachhallend.

Internationaler Spitzentitel: Der große Roman der Frankfurter Buchmesse 2025
Ein Titel mit enormer Strahlkraft: auf der Frankfurter Buchmesse 2025 international gefeiert und bereits in 15 Länder verkauft – ein Roman, der Leserinnen und Leser weltweit erreicht.

Warum dieses Buch jetzt lesen?

  • Roman über die besondere und heilsame Kraft der Natur 
  • Generationenübergreifende Freundschaft zwischen Frauen 
  • Aktueller Konflikt um Umwelt, Arbeitsplätze und die Zukunft
  • Warm und hoffnungsvoll, zugleich zugänglich, emotional berührend und richtig gut geschrieben

Bibliografische Daten

EUR 23,00 [DE] – EUR 23,70 [AT]
ISBN : 978-3-423-28566-7
Erscheinungsdatum: 21.07.2026
1. Auflage
480 Seiten
Format : 12,8 x 21,0 cm
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Norwegischen von Ricarda Essrich, Franziska Hüther und Nora Pröfrock
Autor*innenporträt

Anne Sverdrup-Thygeson

Anne Sverdrup-Thygeson ist Professorin für Naturschutzbiologie an der Norwegischen Universität für Biowissenschaften. Sie hat sechs gefeierte Sachbücher veröffentlicht, die in über 25 Sprachen übersetzt wurden, darunter ›Extraordinary Insects‹, ein Sunday Times-Bestseller. ›Der Einsiedlersommer‹  ist ihr erster Roman, der in fünfzehn Ländern weltweit erscheint.

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Übersetzer*innenporträt

Ricarda Essrich

Ricarda Essrich, geb. 1976, studierte in Köln Skandinavistik und Linguistik. Heute lebt und arbeitet sie als Fach- und Literaturübersetzerin in Düsseldorf und überträgt sowohl Romane als auch Sachliteratur aus dem Schwedischen, Norwegischen und Dänischen ins Deutsche.

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Übersetzer*innenporträt

Franziska Hüther

Franziska Hüther, geboren 1988, lebt als freie Übersetzerin aus dem Dänischen, Schwedischen und Norwegischen im Odenwald bei Darmstadt. Sie hat u. a. Werke von Kim Faber & Janni Pedersen und Marianne Kaurin ins Deutsche übertragen.

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Übersetzer*innenporträt

Nora Pröfrock

Nora Pröfrock, geboren 1981, übersetzt aus dem Dänischen, Norwegischen und Schwedischen. Nach zwölf Jahren in Norwegen lebt sie mit ihrer Familie mittlerweile in der Nähe von Aachen.

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141 von 141 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.61 von 5 Sternen


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1 - 10 von 141 Leserstimme

bookloving am 06.09.2026 23:09 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Berührender Debütroman

MEINE MEINUNGMit dem eindrucksvollen Roman „Der Einsiedlersommer“ legt die norwegische Naturschutzbiologin Anne Sverdrup-Thygeson, bekannt durch mehrfach ausgezeichnete Sachbücher wie „Extraordinary Insects“, ihr erstes literarisches Debüt vor.Im Mittelpunkt ihrer Geschichte steht die 33-jährige Biologin Eva Wist, die nach der Totgeburt ihres Sohnes spontan von Oslo in das abgelegene Dorf Vestfold in der norwegischen Provinz zieht. Im Rahmen eines Forschungsauftrags soll sie die dortige Gegend kartieren und den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer aufspüren. Schon bald lernt sie die 76-jährige Nachbarin Olga, die als exzentrische Einsiedlerin lebt und einen uralten Eichenwald besitzt, der einem geplanten Steinbruch weichen soll. Aus der anfänglich zurückhaltenden Begegnung der beiden Frauen entwickelt sich trotz aller Unterschiede nach und nach eine vertrauensvolle Freundschaft. Obwohl der Roman schwerwiegende Themen wie Verlust und Traumata, Umweltzerstörung und Artensterben behandelt, gelingt es Sverdrup-Thygeson mit ihrem lebendigen Schreibstil hervorragend, uns in ihre Geschichte abtauchen zu lassen. Kurze Kapitel und ein geschickter Wechsel zwischen den Perspektiven der beiden Protagonistinnen sorgen für Abwechslung und bauen schon bald einen Spannungsbogen auf.Fesselnd ist es mitzuerleben, wie allmählich Olgas altes Familiengeheimnis ans Licht gebracht wird und wir mehr über Evas tiefe Trauer erfahren. Ein besonderes Highlight des Romans ist die glaubwürdige und tiefgründige Zeichnung der beiden so unterschiedlichen Hauptfiguren Eva und Olga – auch wenn die Ausgangskonstellation, in der eine junge, trauernde Frau auf eine ältere, verschlossene Außenseiterin mit einem Familiengeheimnis trifft, sicherlich kein neues Motiv darstellt. Der Autorin gelingt es, ihre Figuren als eigenwillige Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten zu entwerfen. Facettenreich, widersprüchlich und mit nachvollziehbaren Schwächen erweckt sie diese mit großem Feingefühl zum Leben. Die aufschlussreichen Einblicke in Gedanken, Sorgen und Hoffnungen der beiden Frauen lassen einen tief in ihre jeweilige Lebenssituation eintauchen und machen ihre Beweggründe nachvollziehbar. Gerade Olgas Verschrobenheit, Sturheit und Verschlossenheit sorgen dafür, dass echte Sympathie für sie erst nach und nach im Verlauf der Geschichte wächst.Ein weiteres Highlight sind die eindrucksvollen, lebendigen Naturschilderungen, durch die der norwegische Eichenwald mühelos zum Leben erweckt wird.Die Autorin versteht es, die Atmosphäre des Waldes, das Licht, die Geräusche und die Vielfalt des Ökosystems so anschaulich zu beschreiben, dass man mitten im Geschehen zu stehen scheint. Interessant ist auch ist die fachliche biologische Expertise, die die Autorin in ihre Geschichte um den vom Aussterben bedrohten Eremitenkäfer einbringt, wie beispielsweise in Form von eingeschobenen Passagen über Waldökologie und Insektenkunde. Schade nur, dass der Balanceakt zwischen fesselndem Roman und lehrreichem Sachbuch hier stellenweise etwas ins Wanken gerät und die Autorin etwas zu sehr ins Dozieren verfällt. Am Beispiel des geplanten Steinbruchs, der nicht nur den Lebensraum des Käfers, sondern auch Olgas emotionale Erinnerungsorte bedroht, behandelt der Roman aktuelle Fragen zu Artenvielfalt, wirtschaftlichen Interessen und dem Konflikt zwischen Naturschutz und regionaler Entwicklung. Geschickt verknüpft Sverdrup-Thygeson persönliche und ökologische Krise zu einer gelungenen, nuancierte Gegenüberstellung der verschiedenen Sichtweisen, die bewusst auf einfache Antworten verzichtet.FAZITEin berührender, atmosphärisch dichter Roman über Trauer, Heilung und die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Natur. Ein empfehlenswertes Debüt, das zum Nachdenken über Verlust, Freundschaft und unsere Verantwortung für die bedrohte Natur anregt.

oberfuchs am 31.08.2026 11:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Zwischen Naturverbundenheit und großen Geheimnissen

„Der Einsiedlersommer“ von Anne Sverdrup-Thygeson überzeugt schon auf den ersten Blick mit seinem Cover. Die lebensfrohen Farben machen Lust, das Buch zu lesen, während das reduzierte, minimalistische Design angenehm unaufgeregt wirkt und sich gerade dadurch von anderen Buchcovern abhebt. Umso überraschender ist es, dass die Geschichte zunächst von eher traurigen Themen handelt.Besonders beeindruckt hat mich der einzigartige Schreibstil. Die detaillierten Beschreibungen der Natur sind so bildhaft, dass ich die verschiedenen Gerüche förmlich wahrnehmen und mir jede Szene unmittelbar vorstellen konnte. Dadurch entsteht eine ganz besondere Atmosphäre, in die man schnell eintaucht.Überhaupt hat mich das Buch von Beginn an in den Bann gezogen. Dazu tragen vor allem die interessanten und vielschichtigen Charaktere und die sehr angenehmen Kapitellängen, die für einen tollen Lesefluss sorgen, bei.Es steckt auch deutlich mehr in dem Roman, als wunderschöne Naturbeschreibungen: eine ungewöhnliche Beziehung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen, deren Beziehung sich vor allem durch die Entdeckung einer traurigen Gemeinsamkeit entwickelt; viele weitere, nicht immer leichte, zwischenmenschliche Beziehungen; zwielichte Machenschaften und ein großes Familiengeheimnis. So entwickelt die Autorin nach und nach eine Geschichte, die deutlich facettenreicher ist, als jemensch zunächst vermuten würde.„Der Einsiedlersommer“ ist für mich ein ganz besonderes Sommerbuch mit Tiefgang. Es lädt dazu ein, in eine wunderschön atmosphärische Geschichte einzutauchen, regt aber gleichzeitig dazu an, die eigene Verbindung zur Natur und den eigenen Umgang mit ihr kritisch zu hinterfragen. Vor allem hat es mich daran erinnert, im Alltag wieder häufiger mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und auch die kleinen und unscheinbaren Dinge in der Natur bewusst wahrzunehmen.Für mich eine rundum gelungene und besondere Lektüre, die noch lange nachwirkt. Eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die atmosphärische Geschichten lieben und sich gerne von einer besonderen Verbindung zwischen Mensch und Natur verzaubern lassen.

auserlesenes am 30.08.2026 21:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Auf der Jagd nach Norwegens seltenstem Käfer

Der kleine Ort Lopperud in der Region Vestfold im Sommer 2012: Kurz nach der Totgeburt ihres Sohnes Sander flieht Biologin Eva Wist mit ihrer Hündin aus Oslo in die norwegische Provinz, um sich einem besonderen Feldprojekt über den Sommer zu widmen. Sie soll den sehr seltenen, fast ausgestorbenen Juchtenkäfer, auch Eremitenkäfer genannt, suchen. Die 33-Jährige macht schnell nach ihrer Ankunft die Bekanntschaft von Olga Frøyshov, ihrer neuen Nachbarin. Die 76-Jährige lebt als Einsiedlerin im Wald, wird von wiederkehrenden Alpträumen verfolgt und legt keinen Wert auf Gesellschaft. Doch die beiden Frauen nähern sich an und befinden sich bald auf derselben Seite eines Kampfes …„Der Einsiedlersommer“ ist der Debütroman von Anne Sverdrup-Thygeson.Eingeleitet von einem Prolog, setzt sich der Roman aus 99 kurzen Kapiteln zusammen. Sie erstrecken sich über drei Teile, benannt nach den Sommermonaten, in denen die Handlung spielt.Erzählt wird die Geschichte in personaler Perspektive, im Wechsel aus der Sicht von Eva und Olga. Dazwischen sind hin und wieder Tagebucheinträge eingefügt.In erster Linie befasst sich die Geschichte mit dem Natur- und Artenschutz. Im engeren Sinn spielt der Eremitenkäfer eine entscheidende Rolle, aber in größerem Kontext wird auch die Zerstörung der Umwelt thematisiert. Somit regt die Geschichte zum Nachdenken an.Darüber hinaus ist der Roman aber noch weitaus vielfältiger. Es geht um Verluste, Traumata, Geheimnisse, Lebenskrisen und Verletzungen, aber auch um Freundschaft, Liebe und Selbstfindung. Dadurch bietet er einige Anknüpfungspunkte und schafft berührende Momente.Die zwei interessanten Protagonistinnen sind einerseits sehr unterschiedlich, haben andererseits aber Gemeinsamkeiten. Die Gedanken und Gefühle der beiden Frauen werden zwar sehr gut deutlich. Dennoch hat mich vor allem Evas widersprüchliches, inkonsistentes und übergriffiges Verhalten immer wieder befremdet und irritiert.Auf den rund 470 Seiten ist die Geschichte unterhaltsam. Da sich einige Geheimnisse und Zusammenhänge nur schrittweise offenbaren, bleibt die Handlung spannungsreich und überraschend.In sprachlicher Hinsicht sind vor allem die eindrücklichen Naturbeschreibungen hervorzuheben. Der Schreibstil ist atmosphärisch und aufgrund vieler Dialoge lebhaft.Die hochwertige Aufmachung der deutschen Hardcover-Ausgabe mit dem reduziert, aber hübsch gestalteten Käfer sticht positiv ins Auge. Der Titel bleibt nahe an der norwegischen Originalformulierung, die prima zum Inhalt passt.Mein Fazit:Mit „Der Einsiedlersommer“ hat Anne Sverdrup-Thygeson meine hohen Erwartungen zwar nicht in Gänze erfüllt. Dennoch ist das Romandebüt durchaus lesenswert.

gabriele 60 am 28.08.2026 10:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Weiterleben

Eva will nach der Stillgeburt ihres Sohnes einfach nur weg. Deshalb freut sich die Biologin, eine ihr gemäße Tätigkeit gefunden zu haben: Sie soll einen Wald kartieren, wo sich ein sehr seltener Käfer aufhalten soll. Mutig begibt sie sich in die neue Umgebung, ohne ihrem Freund Eric ihre Pläne mitzuteilen. Der versucht verzweifelt mit ihr zu sprechen – doch sie macht zu.Nachdem sie feststellt, dass sie mit der neuen, etwas eigenen Nachbarin mehr Gemeinsamkeiten hat, als auf den ersten Blick zu sehen war, entsteht zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen eine vertrauensvolle Freundschaft. Während sie sich gegenseitig in ihren Traumata unterstützen, werden tief verborgenen Geheimnisse ans Licht geholt.Gleichzeitig bangt man als LeserIn um einen ursprünglichen Wald, der der Gewinnung eines besonderen Gesteins zum Opfer fallen soll. Auch die Arbeitsweise der Biologin ist in schönen Worten beschrieben.Die 1966 geborene, norwegische Biologin und Professorin für Naturschutzbiologie Anne Sverdrup-Thygeson ist Professorin für Umwelt- und Biowissenschaften in Oslo und hat schon mehrere Sachbücher herausgegeben. Der Einsiedlersommer ist ihr erster Roman, der gleich in fünfzehn Sprachen übersetzt wurde.Ich habe dem Hörbuch mit großem Interesse gelauscht. Neben so manchem menschlichen Drama enthält es viel Nachdenkenswertes über Zusammenhänge in der Natur. Die Schauspielerin Heike Warmuth hat es zehn Stunden lang mit ihrer warmen, angenehmen Stimme vorgelesen.Fazit: Hörenswert!

katis_leseoase am 28.08.2026 01:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Zwischen Vertrauen, Familiengeschichte und Naturschutz

Welchen Wert haben Dinge, die wirtschaftlich keinen unmittelbaren Nutzen bringen und was sind die Menschen bereit dafür zu bewahren?„Der Einsiedlersommer“ nimmt uns mit in einen recht ereignisreichen Sommer – zumindest für die beiden Frauen Eva und Olga. Eva braucht nach einem schweren Schicksalsschlag eine Auszeit und stürzt sich in die Suche nach dem bedrohten Eremiten-Käfer. Olga hingegen lebt schon seit vielen Jahren das Leben einer Einsiedlerin, zum einen, um ein Geheimnis zu wahren und zum anderen, weil sie der Meinung ist, in der Dorfgemeinschaft aufgrund ihrer Vergangenheit nicht erwünscht zu sein. Die beiden freunden sich jedoch recht schnell an und finden einen unerwarteten Zugang zueinander, wodurch schon bald ein sehr vertrautes Verhältnis entsteht. Zwei Einsiedlerinnen, die sich gefunden haben. Und das mitten in der Natur eines norwegischen Dorfes. Metaphorisch gefällt mir die Parallele zum Eremiten sehr gut. Denn Olga kämpft sich Stück für Stück aus ihrem Kokon und entpuppt sich von der eigentümlichen, eigenwilligen und einsamen Einsiedlerin zu einer leicht schelmischen und resoluten Frau, die Stück für Stück mutiger wird. Und auch Eva findet ihren Frieden – wenn auch auf enormem Umweg. Gut gelungen ist zudem die Trennung der wissenschaftlichen Perspektive, die vor allem in den kurzen Tagebucheinträgen von Eva zum Tragen kommt und der eigentlichen Geschichte. „Der Einsiedlersommer“ ist ein Buch über Erinnerungen und Wahrheiten. Ein Buch über den Konflikt zwischen Naturschutz und wirtschaftlicher Entwicklung. Ein Buch über den Versuch, wieder ins Leben zurückzufinden.

jidewi am 27.08.2026 22:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Ein besonderer Sommer

Mit den ersten Seiten spürt der Leser es direkt: dies ist kein gewöhnlicher Sommer inmitten der unvergleichbaren Weiten Norwegens, denn dieser Sommer ist besonders, anders, voller Begegnung, Emotionen, Erfahrungen und Aufarbeitung. Bestimmt von der Suche nach dem einen Insekt, diesem einem Käfer, der so klein doch so eine große Wirkung hat, treffen zwei Frauen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die doch so viel mehr vereint, als sie zunächst annehmen.Als Biologin kann Eva das Projekt in Vestfold in einem kleinen Dorf nicht ablehnen: die Suche nach dem Eremitenkäfer, der eigentlich als ausgestorben gilt. Und der Job kommt auch zur richtigen Zeit, denn sie braucht unbedingt einen Tapetenwechsel nach einem tragischen Verlust. Vor Ort ist die Stimmung jedoch explosiv- in den Wäldern soll ein Steinbruch errichtet werden und die Einsiedlerin Olga weigert sich ihren Wald dafür herzugeben, jedoch auch Eva vor Ort nach dem Insekt forschen zu lassen, das vielleicht eine Wende bringen könnte. Während die Frauen sich langsam annähern, kommt noch viel mehr ans Tageslicht, als beide zunächst wahrhaben wollen und schlussendlich stellt sich die Frage, was an die Oberfläche gehört und was besser verborgen bleibt.Der Stil ist einnehmend, die Geschichte leise, zart, wechselt zwischen der Handlung um das Dorf, Evas und auch Olgas Geschichte und der Suche nach dem Eremitenkäfer. Die Autorin vereint gekonnt Roman Elemente mit eindringlichen Schilderungen über die Natur. Dadurch wirkt die ganze Handlung ruhig, gesetzt und zieht den Leser in den Bann. Es gibt hier und da auch spannende Elemente, die die Stimmung anheizen, aber generell bleibt es bei einem Roman, der durch leise Töne besticht. Eine Empfehlung für alle, die umringt von Wäldern ihre innere Ruhe finden und Geschichten lieben, die dazu noch Generationen zusammenführen und emotional begleiten.

lisbethsalander am 27.08.2026 08:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Sommerhighlight

Auch wenn mir die Leseprobe dieses Romans "Der Einsiedlersommer" von Anne Sverdrup-Thygeson schon sehr gut gefallen hatte, war ich trotzdem überrascht, wie sehr mich die Lektüre letzten Endes gefangen genommen und berührt hat! Schon das Cover ist wunderschön und sehr speziell gestaltet und ließ mich das Buch immer wieder gerne zur Hand nehmen! Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 33jährige Biologin Eva, die sich nach einem schweren Schicksalsschlag in die einsame Natur Norwegens zurückzieht, um dort einen Auftrag der Gemeinde anzunehmen, nämlich den seltenen "Eremitenkäfer" zu suchen, von dem man nicht weiß, ob er als ausgestorben gilt. Hier lernt sie die mehr als doppelt so alte Einsiedlerin Olga kennen. Die Annäherung der beiden Frauen geht langsam vor sich, nicht nur das hat die Autorin ganz wunderbar beschrieben. Eva und Olga verbindet mehr als sie anfangs selber glauben, doch diesbezüglich möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen. Eva verbringt den gesamten Sommer in Norwegens Einsamkeit und hat der Hauptstadt Oslo, ihrem eigentlichen Wohnort, wo sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Eirik zu Hause ist, den Rücken kehrt. Die junge Frau war für mich eine sympathische Protagonistin, auch wenn ich sie so manches Mal schütteln mochte, weil einige Handlungsweisen sehr unreflektiert waren, und sie Menschen verletzt hat, ohne es eigentlich wirklich zu wollen. Kann man im Alter von 33 noch von zu wenig Lebenserfahrung sprechen? Da war ich mir manchmal nicht sicher! Egal - Anne Sverdrup-Thygeson hat mich mit ihrem Roman sowohl sehr berührt als auch perfekt unterhalten. Ich mochte den Schreibstil und die Themen, die im Mittelpunkt stehen. Naturschutz contra neue Arbeitsplätze, Freundschaften zwischen zwei altersmäßig sehr unterschiedlichen Frauen, was zählt wirklich im Leben, und wie sehr kann die Natur uns helfen, Verletzungen zu heilen, die uns das Leben zufügt. Die klitzekleinen Schwächen, die eventuell anzumerken wären, wie ein paar Längen in der Mitte, konnten nicht von der Tatsache ablenken, dass es sich für mich um einen perfekten Sommerroman mit Tiefgang handelte, der mich großartig unterhalten hat! Auch das Ende war weder kitschig noch zu vage, so dass ich das Buch sehr zufrieden zugeschlagen habe und eine unbedingte Leseempfehlung ausspreche!

streiflicht am 26.08.2026 17:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Was ist wirklich wichtig?

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt – auch weil es ein anderes Genre ist, als ich sonst lese. Ich liebe Krimis und Thriller, mache aber immer auch wieder gerne Ausflüge in andere Buchwelten. Ein Buch über den Sommer, die Natur und die Freundschaft, das hat mich neugierig gemacht. Die Autorin hält sich nicht lange auf und wirft ihre Leser recht schnell mitten in die Geschichte von Eva. Sie ist kein einfacher Charakter und macht es damit auch den Lesern nicht ganz einfach. Ich konnte sie meistens ganz gut verstehen, aber bisweilen hätte ich mir auch gewünscht, dass sie ihr Verhalten und Handeln mehr reflektiert. Vielleicht kann sie das aber auch aufgrund ihres Verlustes nicht.Ich mochte die wunderbaren Naturbeschreibungen, die mich zum Teil sehr berührt haben. Auch ich denke oft über die Zerstörung unserer Umwelt und Natur nach und möchte manchmal daran verzweifeln. Da konnte ich Eva gut verstehen, die dort draußen im Grün nach Heilung und Trost sucht. Auch die Begegnungen zwischen den beiden so ungleichen Frauen haben mir gut gefallen. Die zarten Bande, die sich ganz langsam und erst nach und nach zwischen ihnen finden, fand ich toll beschrieben. Und dann gibt es da noch dieses unfassbare Geheimnis in der Vergangenheit, das Olga über die Zeiten retten will …Ein faszinierendes Buch über die Macht der Trauer, die Frage, was wir bewahren müssen, wie wir die Natur schützen sollten und was das Leben so überraschend und schön macht!

murmel266 am 26.08.2026 12:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Naturschutz ist auch Menschenschutz

Der Roman der Autorin Anne Sverdrup-Thygeson ist im dtv Verlag erschienen. Mein erster Roman den ich von ihr gelesen habe. Das Cover ist beeindruckend schön. Eine flüssige Schreibweise, die mir zugesagt hat. Für mich waren Längen im Buch, die ich nicht gebraucht hätte.Die 33jährige Biologin Eva Wust begibt sich nach dem Verlust ihres Babys aus Oslo nach Vestfold um Ruhe zu finden und Feldforschung bezüglich des Eremitkäfer, der als ausgestorben gilt zu betreiben. Ihre neue Nachbarin, die 76jährige Olga führt dort ein Einsiedlerleben und ist ziemlich schrullig. Die beiden Frauen verstehen sich nach Anfangsschwierigkeiten erstaunlich gut. Auf dem Grundstück von Olga soll in Zukunft ein Steinbruch zum Abbau von einem Tiefengestein entstehen. Die beiden Frauen sind sehr naturverbunden und möchten Wald und Flur schützen da dort noch sehr viel Artenvielfalt herrscht. Es besteht ein grosses Interessen von ihnen das der Käfer dort gefunden wird.

meerblick am 25.08.2026 10:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Norwegens stille Naturgeheimnisse

Eva braucht eine Pause von ihrem Alltag. Ein Schicksalsschlag hat sie aus den Bahnen geworfen und die Aufarbeitung fällt ihr schwer. Kurz entschlossen nimmt sie über die Sommermonate einen Auftrag an fernab von Oslo, ihrem Wohnort. In den uralten Wäldern, in denen die Steineiche beheimatet ist, sucht sie nach dem Einsiedlerkäfer, der als ausgestorben gilt. Sie genießt die Stille der Natur und bemüht sich jedoch gleichzeitig um Nähe zu ihrer recht eigenwilligen Nachbarin Olga, die mehr als doppelt so alt wie Eva ist. Sie kommen sich langsam näher und stellen fest, dass es durchaus Gemeinsamkeiten in ihrem Leben gibt, die verbinden. Mehr und mehr öffnet sich Olga, gibt jahrelang gehütete brisante Familiengeheimnisse preis. Eirik wiederum, der Lebenspartner von Eva, leidet unter der Funkstille, die zwischen den beiden herrscht. Damit verstärken sich die Konflikte und es baut sich ein Spannungsfeld auf.Neben den pittoresken Naturbeschreibungen konzentriert sich Anne Sverdrup-Thygson in ihrem Roman ‘Der Einsiedlersommer‘ auf die Ausarbeitung der Charaktere ihrer Protagonisten, die sehr menschlich dargestellt sind mit ihren Schwächen und Stärken. Sie lässt ihre Liebe und Verbundenheit zur Natur intensiv in die Geschichte einfließen, beschreibt wie wichtig der Erhalt der Artenvielfalt für unser Ökosystem ist, ohne einen erhobenen Finger. Wer gern Naturbeschreibungen liest und dabei das Leben mit seinen Höhen und Tiefen spüren möchte, dem wird dieses Buch gefallen.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Zwei Seiten - Der Podcast über Bücher (WDR)
Für mich hat sich dieses Buch angefühlt wie ein Waldspaziergang.

Mona Ameziane, 08.09.2026

Für Sie
Ein hoffnungsvoller Roman über Freundschaft und die Kraft der Natur, die es mehr denn je zu schützen... gilt. mehr weniger

26.08.2026

Meins
Eva und Olga kämpfen, jede auf ihre Weise, fürs Leben und für die Natur.

29.07.2026

TV Hören und Sehen
Berührend!

24.07.2026

Hamburger Abendblatt
Die Norwegerin Sverdrup-Thygeson versteht sich auf eine umstandslose Erzählweise. Dies ist ein guter... Stoff für Leseabende, an denen die Hitze des Tages langsam schwindet. mehr weniger

15.07.2026

Stavanger Aftenblad
Ein beeindruckender Debütroman. ›Der Einsiedlersommer‹ ist nicht nur eine Geschichte über Umweltschu...tz und bedrohte Artenvielfalt, sondern auch eine existenzielle Erzählung über Menschen, die nach dem Verlust von etwas Wesentlichem darum ringen, wieder Anschluss an das Leben zu finden. mehr weniger

09.06.2026

Verdens Gang
Ein lesenswertes Buch, voller Energie und tiefer Liebe zu allem, was in der Natur wächst und lebt.

09.06.2026

Zitat von dodo1 auf vorablesen.de: »Für alle, die daran interessiert sind, dass unser Planet geschützt wird. Für alle, die Verluste erlitten haben und damit leben müssen. Für alle, die Freundschaft zu schätzen wissen.«
Zitat von katto auf vorablesen.de: »In einer oft hektischen Welt wirkt das Buch wie eine kleine Auszeit und erinnert daran, wie wichtig die Verbindung zur Natur sein kann.«
Zitat von la calvaera catrina auf vorablesen.de: »Anne Sverdrup-Thygesons Naturbeschreibungen sind so detailliert und lebendig, dass man das Gefühl hat, selbst durch den Wald zu wandern und die Insekten summen zu hören.«
Zitat von kerstin0312 auf vorablesen.de: »Es ist eine dringliche, aber leise Erinnerung daran, wie eng das menschliche Schicksal mit dem der Natur verknüpft ist.«
Zitat von connie94 auf vorablesen.de: »Ein Roman, der daran erinnert, wie schützenswert und kostbar unsere Natur und ihre Bewohner sind!«


Leseprobe

Fordern Sie hier Ihre exklusive Leseprobe an

Der Natur ganz nahe – Gewinnen Sie ein Wochenende im Baumhaus-Hotel

Gibt es einen besseren Ort für ›Der Einsiedlersommer‹ als mitten im Grünen? Anne Sverdrup‑Thygeson erzählt mit Wärme, feinem Witz und großem Einfühlungsvermögen von der tröstenden Kraft der Natur – und von der Frage, was wir bewahren müssen, damit Leben möglich bleibt: in der Natur und in uns selbst.

Mit unserem Gewinnspiel holen wir dieses Gefühl aus dem Roman in die Wirklichkeit: Der Natur ganz nahe können Sie ›Der Einsiedlersommer‹ dort erleben, wo man Waldluft atmet und den Alltag einmal leise werden lässt.

  • 1. Preis: Zwei Nächte inkl. Frühstück für zwei Personen in der Baumhaus-Herberge Bockhop sowie ein Exemplar des Romans
  • 2. Preis: Eine Nacht inkl. Frühstück für zwei Personen in der Baumhaus-Herberge Bockhop sowie eine Baumpatenschaft (mit Urkunde) und ein Exemplar des Romans
  • 3. Preis: 3x je eine exklusive Blogger*innen-Box zu ›Der Einsiedlersommer‹

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, füllen Sie das untenstehende Formular aus und beantworten Sie folgende Frage: Wald, Strand oder Berge: Wo in der Natur tanken Sie am liebsten neue Kraft – und warum?

Das Gewinnspiel endet am 1. September um 23:59 Uhr. Die Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

Lerne die Protagonistinnen Eva und Olga kennen

Eingesprochen von Hörbuchsprecherin Heike Warmuth

Auch als Hörbuch bei Hörbuch Hamburg

Ungekürztes Hörbuch, gelesen von Heike Warmuth.

Mehr zum Hörbuch


Anne Sverdrup-Thygeson stellt ›Der Einsiedlersommer‹ vor


Interview mit Anne Sverdrup-Thygeson

Foto der Autorin Anne Sverdrup-Thygeson (Copyright: Agnete Brun)

Was hat Ihre Liebe zur Natur geweckt?

Ich war schon immer gerne draußen. Als Kind verbrachte ich die Sommerferien mit meiner Familie in einer kleinen Blockhütte im Wald. Abgesehen von Büchern war die Natur die einzige Unterhaltung – es gab einfach nicht viel anderes zu tun. So gewöhnte ich mich daran, mit den kleinen Waldbewohnern zu spielen und sie zu beobachten: Ameisen, Bienen und Käfer. Ich glaube, das war der Anfang meiner Faszination für die Natur.

Warum ein Roman – und kein weiteres Sachbuch?

Im Rückblick sehe ich, dass sich meine Stimme mit jedem Sachbuch, das ich geschrieben habe, weiterentwickelt hat. Nach und nach habe ich mich getraut, mehr von mir selbst in das Schreiben einfließen zu lassen – nicht nur „Professorin Anne“, sondern auch Anne als Mensch, als Bürgerin, als Mutter … wenn das Sinn ergibt? Dadurch entstand Raum für mehr literarische Elemente in meiner Arbeit. Und ich bin von Natur aus ein neugieriger Mensch, also fragte ich mich: Könnte ich meine Stimme und Kreativität noch weiterentwickeln – bis hin zum Schreiben von Fiktion, vielleicht sogar eines ganzen Romans? Ich beschloss, es zu versuchen.

Warum der Eremitenkäfer – und was löst er in der Geschichte aus?

Ich habe in meiner Arbeit viel Zeit damit verbracht, alte Eichen und ihre Insektenbewohner zu untersuchen und zu beobachten – darunter auch den Eremitenkäfer. Dieser Käfer ist groß, schön und gilt sowohl in Europa als auch weltweit als gefährdet, vor allem, weil die Zahl alter hohler Bäume in unseren heutigen Landschaften abnimmt. Für mich ist der Eremitkäfer nicht nur für sich genommen faszinierend. Er steht auch symbolisch für das Dilemma, das entsteht, wenn menschliche Landnutzung mit den Bedürfnissen anderer Arten in Konflikt gerät.

Die Protagonistinnen Eva und Olga trennen 43 Jahre: Was unterscheidet sie und was verbindet sie?

Ja, sie sind in vielerlei Hinsicht unterschiedlich – in Alter, Persönlichkeit und Hintergrund. Eva ist jung, unruhig und aufgeschlossen, eine Wissenschaftlerin mit einer großen Leidenschaft für den Schutz der Natur. Die deutlich ältere und introvertiertere Olga hingegen lebt lieber zurückgezogen auf ihrem Hof, klettert auf Bäume und redet mit ihrem Kater – bis Eva unerwartet in ihr Leben tritt. Trotz all ihrer Unterschiede werden die beiden Frauen Freundinnen. Ich denke, sie erkennen etwas in der jeweils anderen – eine gemeinsame Erfahrung des Verlusts und eine geteilte Sehnsucht, die Welt zu verstehen. 

Der Roman hat ja den Titel ›Der Einsiedlersommer‹. Ist Olga eine Einsiedlerin?

In dem Moment, in dem wir sie kennenlernen, lebt Olga tatsächlich zurückgezogen von der Gesellschaft. Doch unter ihrer Schicht aus Misstrauen und Ablehnung verbirgt sich eine im Grunde warmherzige Frau, die den Kontakt zu anderen Menschen durchaus genießt. Das Leben hat sie jedoch mehr als einmal enttäuscht, und sie trägt Geheimnisse mit sich, die sie nur schwer verarbeiten kann.

Wie kamen Sie darauf, die Handlung im fiktiven Ort Lopperud bei Vestfold spielen zu lassen?

Diese Landschaft, mit einigen ihrer Schätze sichtbar und anderen, die unter der Oberfläche verborgen liegen, passt sehr gut zu meiner Geschichte. Sie spiegelt auch die realen Herausforderungen wider, vor denen wir ständig stehen: Wie finden wir einen Weg, unsere menschlichen Bedürfnisse mit denen der unzähligen anderen Arten in Einklang zu bringen, mit denen wir die Welt teilen?

Wie geht es nach ›Der Einsiedlersommer‹ weiter? Planen Sie einen weiteren Roman?

Jetzt, wo ich einmal damit angefangen habe, glaube ich nicht, dass ich mit dem Schreiben von Fiktion aufhören kann – auch wenn der Prozess manchmal holprig war, war er zugleich unglaublich bereichernd. Im Moment arbeite ich an einem Sachbuch, aber in meinem Kopf schwirren bereits Ideen und Figuren für einen neuen Roman herum …

Autorinnenfoto: © Agnete Brun