»Verleiht der Natur ihre eigene Stimme« Maja Lunde, Bestsellerautorin von ›Die Geschichte der Bienen‹
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Mit Wärme, feinem Witz und großem sprachlichem Einfühlungsvermögen erzählt Anne Sverdrup-Thygeson von zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen – und von einem Sommer in den uralten Eichenwäldern Norwegens, der zeigt, wie aus Verletzlichkeit neue Kraft erwachsen kann. Dieser berührende, vielschichtige Roman verbindet die Suche nach dem Eremitenkäfer mit einer entscheidenden Frage unserer Zeit: Was müssen wir bewahren, damit Leben möglich bleibt – in der Natur und in uns selbst?
Nach einem schmerzhaften Verlust zieht sich Eva Wist aus Oslo, Norwegen, in ein Dorf in Vestfold zurück, um den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer zu suchen. Dort begegnet die 33-jährige Biologin ihrer neuen Nachbarin, der exzentrischen Olga. Die 76-Jährige lebt als Einsiedlerin inmitten des uralten Eichenwaldes. Auf ihrem Grundstück soll ein Steinbruch entstehen. Das Projekt verspricht Arbeitsplätze und eine Zukunft für die Region. Doch Olga will das unbedingt verhindern: Für sie ist der Wald lebendige Erinnerung – und der Schlüssel zu einem Familiengeheimnis, das sie endlich aufklären will. Während Eva die Artenvielfalt erkundet und mit Olga Freundschaft schließt, findet sie Schritt für Schritt aus der Trauer und ringt um die Frage, was bewahrt werden muss – im Leben wie in der Natur.
»Niemand schreibt so über die Natur wie Anne Sverdrup-Thygeson« Maja Lunde
Warm, hoffnungsvoll, hochaktuell – ein Roman mit echter Relevanz
Dieser Roman verbindet eine intime, emotional packende Geschichte mit großen Zukunftsfragen: Artensterben, Naturschutz, Verantwortung und die fragile Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Mit Wärme, Hoffnung und erzählerischer Kraft zeigt er, wie Natur trösten kann – und wie Freundschaft Grenzen von Alter, Erfahrung und Lebenswegen überwindet.
Für Fans von ›Die Geschichte der Bienen‹ von Maja Lunde, ›Der Gesang der Flusskrebse‹ von Delia Owens und ›Die Hummerfrauen‹
Wer Romane liebt, die Natur, Menschlichkeit und gesellschaftliche Themen klug miteinander verknüpfen, findet hier die perfekte Lektüre – atmosphärisch, berührend und lange nachhallend.
Internationaler Spitzentitel: Der große Roman der Frankfurter Buchmesse 2025
Ein Titel mit enormer Strahlkraft: auf der Frankfurter Buchmesse 2025 international gefeiert und bereits in 15 Länder verkauft – ein Roman, der Leserinnen und Leser weltweit erreicht.
Warum dieses Buch jetzt lesen?
- Roman über die besondere und heilsame Kraft der Natur
- Generationenübergreifende Freundschaft zwischen Frauen
- Aktueller Konflikt um Umwelt, Arbeitsplätze und die Zukunft
1. Auflage
Anne Sverdrup-Thygeson ist Professorin für Naturschutzbiologie an der Norwegischen Universität für Biowissenschaften. Sie hat sechs gefeierte Sachbücher veröffentlicht, die in über 25 Sprachen übersetzt wurden, darunter ›Extraordinary Insects‹, ein Sunday Times-Bestseller. ›Der Einsiedlersommer‹ ist ihr erster Roman, der in fünfzehn Ländern weltweit erscheint.
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Gemeinsam wird alles leichter
Anne Sverdrup - Thygeson hat mit ihrem Roman „ Der Einsiedlersommer“ eine sehr nachdenkliche Geschichte über den Natur- und Umweltschutz sowie zwischenmenschliche Beziehungen verfasst. Der Titel hat für mich eine ganz besondere Bedeutung, eigentlich gibt es gleich drei Einsiedler im Sommer 2012: Eva, die Biologin, Olga, die schon ewig in der Provinz Vestfold lebt, und natürlich der Eremit, der vom Aussterben bedrohte Käfer.Eva braucht Zeit und Abstand zu ihrem bisherigen Leben. Sie hat die Totgeburt ihres Sohnes Sander noch nicht verwunden und hofft, hier in der Einöde dieses Ereignis besser zu verarbeiten. Die ausgeschriebene Stelle zur Suche nach dem Eremiten und der Kartographierung der bestehenden Wälder nimmt sie an, ohne sich mit ihrem Partner darüber zu verständigen. Der kann ihre Flucht nicht nachvollziehen. Lange Zeit ist unklar, wie es mit den beiden weitergeht.In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wohnt Olga sehr zurückgezogen von allem. Aber auch Olga hat eine Geschichte zu erzählen. Genau wie Eva, hat auch sie ihre Tochter verloren. Die Autorin lässt beide Frauen ihre Sichtweisen erzählen. Irgendwie schaffen es die beiden Frauen gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Sie machen sich gegenseitig Mut ihr Leben zu leben. Olga schafft es ein Kindheitstrauma endlich zu hinterfragen und aufzuklären. Eva schafft es den Eremiten zu finden und ihr Leben wieder in geordnete Bahn zu bringen. Auch wenn die Geschichte nur Fiktion ist, bleibt sie nachhaltig in Erinnerung und zwingt den Leser auch über Mensch und Natur nachzudenken.
Zweierlei Einsiedler
Eva ist Biologin und braucht nach einer privat harten Zeit in Oslo dringend eine Auszeit und nimmt einen Sommerjob in den Wäldern im Süden Norwegens an. Dort soll sie den vermeintlich ausgestorbenen Einsiedlerkäfer suchen, von dem ein Exemplar gesichtet worden ist. Bei dieser Flucht lernt sie die 76-jährige Olga kennen und freundet sich mit ihr an. Die beiden so unterschiedlichen Frauen helfen einander dabei, seelisch zu heilen. Dieser Roman hat mich mit seiner emotionalen Tiefe sehr überrascht. Die Begegnung und Annäherung zwischen den beiden Frauen hat mich sehr berührt, dabei entbehrte sie auch nicht einer gewissen Spannung. Beide haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem von Eva gesuchten Käfer. Die aktuellen Themen um Umweltschutz und Ressourcenverbrauch stehen dazu nicht wie erwartet in Konkurrenz, sondern passen perfekt zu den Kämpfen der Frauen um ihren Seelenfrieden. Es ist gut herausgearbeitet, dass das alles sehr eng zusammenhängt. Ich habe einiges gelernt über die Natur Südnorwegens und über den Widerspruch zwischen Klima/Naturschutz und über das Überleben kleiner, von Abwanderung bedrohter Dörfer. Der Schreibstil ist packend und bildhaft, die Autorin beschreibt die wunderschönen Wälder sehr eindringlich. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und empfehle es ebenso gerne weiter.
Ein Sommer in den Wäldern Norwegens
Bei «Der Einsiedlersommer» von Anne Sverdrup-Thygeson sticht sofort das farbenfrohe und optimistische Cover ins Auge, das direkt zum Lesen einlädt. Dieser Optimismus zieht sich durch das gesamte Buch: Eva Wist, eine Biologin aus Oslo, flüchtet nach einem Verlust in die Wälder der Region Vestfold, um einen vom Aussterben bedrohten Käfer zu suchen und den Forstbestand zu katalogisieren.Das gelingt nicht ohne einige Abenteuer, die die Autorin mit viel Liebe zum Detail erzählt. Man merkt deutlich, dass Anne Sverdrup-Thygeson aus eigener Erfahrung spricht, wenn sie Eva gemeinsam mit ihrer Hündin Orca durch die Wälder Norwegens streifen lässt. Als Professorin für Naturschutzbiologie weiss sie genau, wie die Feldarbeit aussieht und wie sie die Natur in Worte fassen muss, um deren Zauber den Leserinnen und Lesern näherzubringen.Ihr Schreibstil ist sehr angenehm und lässt einen tief in die Geschichte eintauchen. Mein einziger kleiner Wermutstropfen ist das etwas offene Ende und die Fragen, die unbeantwortet bleiben. Andererseits regt genau dies dazu an, sich noch intensiver mit der Geschichte auseinanderzusetzen.Für mich ist es ein wundervolles Buch, das noch lange in Erinnerung bleiben wird. Besonders die Authentizität der Geschichte hat mich überzeugt. Zudem erfährt man viel über die norwegische Natur sowie über den Konflikt zwischen Naturschutz und wirtschaftlichen Interessen in einem verschlafenen Dorf, das mit der Abwanderung junger Menschen zu kämpfen hat. Ich kann dieses Buch wärmstens weiterempfehlen.
Ein beeindruckendes Buch
Ich habe das Buch, der Einsiedler Sommer von Anne Sverdrup-Thygeson, gelesen. Mich hat sofort das wunderschöne Buchcover fasziniert. Das Cover ist in harmonischen Farben gestaltet und in der Mitte liegt der als ausgestorbenen geltenden Eremitenkäfer. Das Cover ist gut mit dem Inhalt der Geschichte abgeglichen.Zur Geschichte: Sie spielt in Norwegen, in der Nähe von Oslo. Die Biologin Eva lernt ihre neue Nachbarin Olga kennen. Olga gilt als exzentrisch und ist mehr als doppelt so alt wie Eva. Eva ist auf der Suche nach den als ausgestorbenen geltenden Eremitenkäfer. Wird sie noch ein lebendes Exemplar finden? Was sie auf jeden Fall findet, ist eine wunderschöne Freundschaft zu Olga.Die Autorin schreibt sehr flüssig und bildhaft. Mir haben ganz besonders die Beschreibungen der Natur gefallen.Mich hat das Buch sehr gefesselt und berührt. Es ist eine besondere Geschichte, fesselnd, einfühlsam und stimmungsvoll erzählt.
Spannende kleine Lebewesen
Der Roman „Der Einsiedler Sommer“ von Anne Sverdrup-Thygeson hat mich wirklich begeistert. Schade, dass der Roman nur 475 Seiten umfasst. Die Hauptperson Eva wurde sehr gut dargestellt und war absolut authentisch. Ihr Verlust, den sie erlitten hatte, hat mich innerlich betroffen gemacht. Olga, die zweite wichtige Person im Roman, wird sehr differenziert beschrieben. Sowohl der Schreibstil, als auch das Cover gefallen mir sehr gut. Und wenn jemand bisher kein Interesse an Käfern hatte, nach dem Lesen dieses Romans, ist das sicherlich anders. Sehr ansprechend fand ich die Vielschichtigkeit und Tiefe der Themen, die angesprochen wurden. Es geht unter anderem um persönliche Beziehungen, Umwelt und Klima und um die Aufarbeitung von Vergangenheit. Also Themen, die alle ansprechen. Und schließlich ist der Handlungsort Norwegen immer eine Reise wert.
Eine perfekte Lektüre für ruhige Sommertage
Schon das farbenfrohe Cover von „Der Einsiedlersommer“ lädt dazu ein, in diese besondere Geschichte einzutauchen – und das Buch hält, was es verspricht. Hinter der sommerlichen Gestaltung verbirgt sich eine tiefgründige und berührende Erzählung über Natur, Verlust, Hoffnung und die Frage, was im Leben wirklich bewahrenswert ist.Die Biologin Eva Wist zieht sich nach einem schweren Schicksalsschlag in die Wälder von Vestfold zurück. Auf der Suche nach einem seltenen, vom Aussterben bedrohten Käfer möchte sie nicht nur die Natur erforschen, sondern auch einen Weg zurück zu sich selbst finden. Dort begegnet sie Olga, einer älteren Frau, die abgeschieden im Wald lebt und ebenfalls ihre ganz eigene Geschichte und Suche mit sich trägt.Besonders beeindruckt hat mich die bildhafte und einfühlsame Schreibweise der Autorin. Die Beschreibungen der Natur sind so lebendig, dass man sich als Leser direkt mitten im Wald wiederfindet. Gleichzeitig erzählt das Buch zwei bewegende Lebensgeschichten, die aus unterschiedlichen Zeiten stammen und sich auf besondere Weise miteinander verbinden.Mit viel Feingefühl zeichnet Anne Sverdrup-Thygeson ihre Figuren und lässt den Leser an ihren Gedanken, Sorgen und Hoffnungen teilhaben. Eingebettet in einen spannenden gesellschaftlichen Konflikt entwickelt sich die Handlung ruhig, aber mit zunehmender Spannung bis zum Ende. Jeder Erzählstrang hat seinen Platz und fügt sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.„Der Einsiedlersommer“ ist für mich ein wunderschönes Buch über die Kraft der Natur, über Neuanfänge und darüber, was wir schützen und bewahren sollten. Eine perfekte Lektüre für ruhige Sommertage, einen verregneten Urlaubstag oder einfach zum Versinken in eine besondere Geschichte.
Wundervoller Roman!
Bereits das Cover von Der Einsiedlersommer vermittelt eine ruhige, naturnahe Stimmung und passt hervorragend zum Inhalt des Romans. Die Gestaltung weckt Erwartungen an eine Geschichte, die eng mit Landschaft, Tierwelt und den Menschen verbunden ist, die darin leben.Anne Sverdrup-Thygeson erzählt von der Biologin Eva, die einen Sommer in der norwegischen Provinz verbringt, um nach dem seltenen Eremitenkäfer zu suchen und die Artenvielfalt eines Waldgebietes zu erfassen. Gleichzeitig versucht sie, Abstand zu einem schmerzhaften Ereignis in ihrem Leben zu gewinnen. In ihrer Nachbarschaft lebt die ältere Olga, die ebenfalls zurückgezogen und für sich allein ihren Alltag gestaltet. Im Laufe der Handlung werden die Lebensgeschichten beider Frauen miteinander verknüpft.Besonders gelungen finde ich, wie die Autorin ernste Themen wie Verlust, Trauer, Einsamkeit und Neuanfang mit Fragen des Natur- und Artenschutzes verbindet. Der vom Aussterben bedrohte Eremitenkäfer ist dabei weit mehr als nur Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Er steht sinnbildlich für Zerbrechlichkeit, aber auch für die Möglichkeit, selbst unter schwierigen Bedingungen weiterzubestehen. Dadurch erhält die Geschichte eine zusätzliche Bedeutungsebene.Der Schreibstil ist atmosphärisch und bildhaft. Vor allem die Beschreibungen der norwegischen Landschaften und Wälder haben mir sehr gefallen. Man merkt deutlich, dass die Autorin als Biologin über ein großes Fachwissen verfügt. Die naturkundlichen Aspekte wirken authentisch und fügen sich harmonisch in die Handlung ein. Gleichzeitig verliert der Roman nie die Menschen aus dem Blick.Die Figuren sind überzeugend ausgearbeitet. Eva und Olga wirken mit ihren Sorgen, Erinnerungen und Hoffnungen glaubwürdig und vielschichtig. Besonders gelungen ist, dass ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven gezeigt werden. Dadurch entsteht ein interessantes Zusammenspiel zwischen zwei Frauen verschiedener Generationen, die trotz aller Unterschiede Gemeinsamkeiten entdecken und einander neue Wege eröffnen.Was mir besonders gefallen hat, ist die nachdenkliche Grundstimmung des Romans. Die Geschichte regt dazu an, über den Umgang mit Verlust, über zwischenmenschliche Beziehungen und über die Verantwortung des Menschen gegenüber der Natur nachzudenken. Dabei wird nie belehrend erzählt, sondern auf eine ruhige und einfühlsame Weise.Insgesamt ist Der Einsiedlersommer ein berührender Roman, der Naturbeobachtungen mit emotionaler Tiefe verbindet. Wer Geschichten über persönliche Entwicklung, starke Figuren und die Schönheit sowie Verletzlichkeit der Natur schätzt, wird an diesem Buch viel Freude haben. Für mich ist es eine eindrucksvolle und lange nachwirkende Lektüre, die ich gerne weiterempfehle.
Ein unvergesslicher Sommer im Wald
Eva muss weg aus Oslo. Nach der Geburt ihres totgeborenen Sohnes muss sie weg. Sie verlässt ihren Partner und nimmt eine Stelle als Biologin in einer Gemeinde an. Ihre Aufgabe: Sie soll das Gebiet kartieren und einen Käfer wiederfinden, von dem man glaubte, er wäre ausgestorben. Sie verbringt die Sommermonate in dieser Gemeinde, wohnt in einem leerstehenden Anwesen außerhalb der Ortschaft und nimmt ihre Arbeit sehr ernst. Ihre nächste Nachbarin ist Olga, eine 76 jährige, die jede menschliche Gesellschaft meidet.Nach etlichen Hindernissen kommen sich die beiden Frauen näher, freunden sich an, stellen fest, wie viele Gemeinsamkeiten sie eigentlich haben und helfen sich gegenseitig. Es stellt sich die Frage, wer hier der eigentliche Einsiedler ist? Eva, die Abstand von ihrem bisherigen Leben sucht, Olga, die ein Trauma und Geheimnis aus der Kindheit hütet und dann der Eremit, der verschollen geglaubte Käfer. Alle drei benötigen die reichen, üppigen Wälder Norwegens, benötigen eine intakte Natur, in der sie sich erholen können, sich entfalten können. Der Käfer, um seine Population langsam und stetig wieder aufzubauen, die beiden Frauen, um ihre Trauer und Verluste zu überwinden. Anne Sverdrup-Thygeson zeichnet mit sehr feiner Feder diese beiden Frauen, erweckt sie vor unseren Augen zum Leben, lässt sie uns von Anfang an sympathisch sein. Auch Eirík, Evas Partner aus Oslo, wächst uns schnell ans Herz, unser Mitgefühl gilt Eva und Eirik für den Verlust von Sander, ihrem Sohn, der nicht leben sollte. Olga, die ihr Leben lang ein schreckliches Geheimnis hüten musste, kann mit Evas Hilfe dieses Drama abschließen, sich mit Arne, ihrem Vater aussöhnen. Im Buch gibt es noch eine andere “Hauptgestalt”: die Wälder, die Natur an sich. So wie die Autorin die Bäume, die Wiesen, die Gewässer und die Käfer beschreibt, haben die Lesenden das Gefühl, mittendrin zu sein, auch an einer alten Eiche zu lehnen, durch den Wald zu streifen und ihn zu erkunden. Dabei ist das Schicksal eines Teils des Waldes schon besiegelt. Unter dem Wald befinden sich reiche Vorkommen an Larvikit, das eine Firma im Tagebau abbauen will. Es ist ein wertvolles Gestein, das reiche Gewinne verspricht und für die unter Bevölkerungsschwund leidende Gegend neue Arbeitsplätze verspricht. Sobald Großindustrielle und Politiker mit Begriffen wie “neue Arbeitsplätze”, “Aufschwung”, “Wachstum”, “Kinder”, “nachhaltiges Wachstum”, “Wertschöpfung”, “Steuereinnahmen”, “Export” um sich werfen, hören alle ökologischen Beweggründe auf zu existieren. Kaum noch zu toppen sind “grünes Wachstum” und “Verantwortung” oder “lebendige nachhaltige Lebenswelt” und “grüner Wandel” (S. 372). Als die Gemeinde Eva mit der Kartierung und dem Auffinden des Einsiedlerkäfers beauftragt hatte, war das nur Augenwischerei, genau wie die Bürgerversammlung. Die Bergbaubehörde hatte den Abbau von Larvikit schon längst beschlossen, zumindest auf dem Storas-Berg und im offenen Tagebau, was die komplette Zerstörung des Berges bedeutet. Zumindest den Teil des alten Eichenwaldes, der auf dem Berg “Beinnesberget” wächst und gedeiht, kann die Bergbaufirma “Vestfold Ökostein” nicht die Hände drauf tun. Der Wald gehört Olga und sie wird niemals einem Verkauf zustimmen. Weshalb geht sozio-ökonomisches Wachstum nur mit Zerstörung der Umwelt einher? Weshalb ist die Begründung des Kahlschlags mit “anderswo gibt es auch schöne Wälder”, sollen die doch geschützt werden, solange hier an diesem Ort der Rubel rollt. So wird der Naturschutz ausgelagert, die Verantwortung dafür anderen aufgebürdet. Seit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ist der Konflikt präsent. Ein Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und Naturschutz. Dreimal dürft ihr raten, wer den Kürzeren zieht? Aber wenn eine Region von Abwanderung bedroht wird, muss der Naturschutz weichen. Ob “Osmoderma eremita”, der Eremitenkäfer, unter diesen Bedingungen überleben wird? Anne Sverdrup-Thygeson lässt das Ende in der Schwebe, und regt uns dadurch zum Nachdenken an.
"Dieser sture Drang des Menschen, sich einfach nach Belieben zu bedienen. Abholzen, graben, sprengen." S. 90
Anne Sverdrup-Thygeson, Professorin für Naturschutzbiologie, hat nach sechs gefeierten Sachbüchern nun ihren ersten Roman vorgelegt - "Der Einsiedlersommer". Eva ist dreiunddreißig und muss raus aus ihrem Leben, denn sie hält die Hilflosigkeit ihrer Trauer nicht mehr aus. Hinter dem Rücken ihres Lebensgefährten nimmt sie einen Sommerjob auf Lopperud an. Im Jahr zuvor tauchte dort unverhofft der Eremitenkäfer - Osmoderma eremita - auf, nachdem man ihn jahrzehntelang in Norwegen für ausgestorben hielt. Gemeinsam mit Hündin Orca begibt sie sich in tiefe Wälder voller uralter Bäume und macht sich auf die Suche - nach dem Käfer und nach sich selbst. Ihre exzentrische Nachbarin Olga, 76 und selbstgewählte Einsiedlerin, wird schnell zur Verbündeten. Gemeinsam sind sie sich Stütze in schwierigen Zeiten und begleiten sich gegenseitig auf dem Weg der Heilung. Auf 477 Seiten entführt Sverdrup-Thygeson ihre Leserinnen und Leser in die Wälder Norwegens. Dabei vermittelt sie nicht nur wertvolles Naturwissen, sondern auch jede Menge Lebensweisheit. Angesichts fortschreitender Umweltzerstörung unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes ist dieses Buch nicht nur hochaktuell, sondern auch brisant. Denn "In der Regel steht die Natur auf der Verliererseite. Sie zieht immer den Kürzeren." S. 319Authentisch und ehrlich erzählt sie von den Problemen unserer Zeit und es wäre wünschenswert, wenn politische Entscheidungsträger dieses Buch in die Hände bekämen. Ein Buch mit angenehmen, flüssigem Schreibstil und kurzen Kapiteln, das uns erkennen lässt "Was wichtig, schön und schützenswert ist, hängt vom eigenen Standpunkt ab." S. 272Eine lesenswerte Geschichte über Ressourcenverschwendung, Nachhaltigkeit und die Klimakrise - mit Nachdruck, ohne dabei aufdringlich zu sein.
Einsiedler-Variationen!
Dieses Buch ist wie ein Pflaster auf die Wunden unterschiedlicher Tiefe, die Gesellschaften sich gegenseitig zufügen. Schon das Cover birgt Hoffnung in seinen Farbschattierungen alleinauf dem Rücken des Einsiedlerkäfers, der auf bunten Eichenblättern ange-siedelt ist. Farben des Lichts und der Hoffnung, aber auch die der Trauer und der Farblosigkeit. „Eva wurde nachdenklich. Olga hatte ja recht. Die Ereignisse des letztenhalben Jahres hatten sie ungeduldig gemacht. Als hätte sie eine Art mentales Peeling hinter sich, durch das sämtliche Schichten weg geschrubbt worden waren, die die Seele schützten. Alles eilte, musste auf der Stelle erledigt werden.“Eva ist von Oslo nach Midtstranda, einen kleinen Ort in der norwegischen Provinz Vestfold, förmlich geflohen, mithilfe eines Forschungsauftrags, den Einsiedlerkäfer zu finden, der in Norwegen als ausgestorben galt. Dieser Käfer wurde im alten Ägypten als Symbol der Wiedergeburt verehrt. Eva hat ihr Kind verloren und Eirik und sie haben eine schwere Zeit. Sie kann nicht mehr und zieht auf einen kleinen einsamen Hof, um in der Einsamkeit den Käfer und vielleicht sich selbst zu finden. Aber ihre Nachbarin Olga macht ihr das Leben schwer und auch die Gemeinde hat ganz eigene Ziele......Anne Sverdrup-Thygeson hat ein großartiges Buch geschrieben, mit aller Sensibilität und aller Brutalität der Wahrheit und allem was Menschen an Gutem und Bösen umtreibt. Ihr Wissen um die Natur und deren Zusammenspiel mit den wirtschaftlichen Interessen, ist sehr umfangreich und zeigt sehr viele Blickwinkel auf, nie nur das Beharren auf Standpunkten. Ich denke,hier isteine Vorlage für kontroverse Diskussionen unserer Zukunft. Und es ist ein Zeichen wieder zuzuhören und abzuwägen und hinzuschauen.Ganz wunderbar auch die Wendungen und die herrlichen Bilder der Natur,die auf jeder Wanderung, die ich mit Eva unternehmen darf, entstehen und über die Kraft der Liebe. Ob nur der Käfer ein Einsiedler ist, werden wir nach Genuss des Buches erfahren. Wir werden auch lesen, wie gut Stille in unserer lauten Gesellschaft tut. Ein Bücherschatz für Naturliebhaber und welche, die es werden wollen. Danke Anne Sverdrup-Thygeson!!
Pressestimmen
Stavanger Aftenblad
Ein beeindruckender Debütroman. ›Der Einsiedlersommer‹ ist nicht nur eine Geschichte über Umweltschu...tz und bedrohte Artenvielfalt, sondern auch eine existenzielle Erzählung über Menschen, die nach dem Verlust von etwas Wesentlichem darum ringen, wieder Anschluss an das Leben zu finden. mehr weniger
09.06.2026
Lerne die Protagonistinnen Eva und Olga kennen
Anne Sverdrup-Thygeson stellt ›Der Einsiedlersommer‹ vor
Interview mit Anne Sverdrup-Thygeson
Was hat Ihre Liebe zur Natur geweckt?
Ich war schon immer gerne draußen. Als Kind verbrachte ich die Sommerferien mit meiner Familie in einer kleinen Blockhütte im Wald. Abgesehen von Büchern war die Natur die einzige Unterhaltung – es gab einfach nicht viel anderes zu tun. So gewöhnte ich mich daran, mit den kleinen Waldbewohnern zu spielen und sie zu beobachten: Ameisen, Bienen und Käfer. Ich glaube, das war der Anfang meiner Faszination für die Natur.
Warum ein Roman – und kein weiteres Sachbuch?
Im Rückblick sehe ich, dass sich meine Stimme mit jedem Sachbuch, das ich geschrieben habe, weiterentwickelt hat. Nach und nach habe ich mich getraut, mehr von mir selbst in das Schreiben einfließen zu lassen – nicht nur „Professorin Anne“, sondern auch Anne als Mensch, als Bürgerin, als Mutter … wenn das Sinn ergibt? Dadurch entstand Raum für mehr literarische Elemente in meiner Arbeit. Und ich bin von Natur aus ein neugieriger Mensch, also fragte ich mich: Könnte ich meine Stimme und Kreativität noch weiterentwickeln – bis hin zum Schreiben von Fiktion, vielleicht sogar eines ganzen Romans? Ich beschloss, es zu versuchen. Warum der Eremitenkäfer – und was löst er in der Geschichte aus? Ich habe in meiner Arbeit viel Zeit damit verbracht, alte Eichen und ihre Insektenbewohner zu untersuchen und zu beobachten – darunter auch den Eremitenkäfer. Dieser Käfer ist groß, schön und gilt sowohl in Europa als auch weltweit als gefährdet, vor allem, weil die Zahl alter hohler Bäume in unseren heutigen Landschaften abnimmt. Für mich ist der Eremitkäfer nicht nur für sich genommen faszinierend. Er steht auch symbolisch für das Dilemma, das entsteht, wenn menschliche Landnutzung mit den Bedürfnissen anderer Arten in Konflikt gerät.
Die Protagonistinnen Eva und Olga trennen 43 Jahre: Was unterscheidet sie und was verbindet sie?
Ja, sie sind in vielerlei Hinsicht unterschiedlich – in Alter, Persönlichkeit und Hintergrund. Eva ist jung, unruhig und aufgeschlossen, eine Wissenschaftlerin mit einer großen Leidenschaft für den Schutz der Natur. Die deutlich ältere und introvertiertere Olga hingegen lebt lieber zurückgezogen auf ihrem Hof, klettert auf Bäume und redet mit ihrem Kater – bis Eva unerwartet in ihr Leben tritt. Trotz all ihrer Unterschiede werden die beiden Frauen Freundinnen. Ich denke, sie erkennen etwas in der jeweils anderen – eine gemeinsame Erfahrung des Verlusts und eine geteilte Sehnsucht, die Welt zu verstehen.
Der Roman hat ja den Titel ›Der Einsiedlersommer‹. Ist Olga eine Einsiedlerin?
In dem Moment, in dem wir sie kennenlernen, lebt Olga tatsächlich zurückgezogen von der Gesellschaft. Doch unter ihrer Schicht aus Misstrauen und Ablehnung verbirgt sich eine im Grunde warmherzige Frau, die den Kontakt zu anderen Menschen durchaus genießt. Das Leben hat sie jedoch mehr als einmal enttäuscht, und sie trägt Geheimnisse mit sich, die sie nur schwer verarbeiten kann.
Wie kamen Sie darauf, die Handlung im fiktiven Ort Lopperud bei Vestfold spielen zu lassen?
Diese Landschaft, mit einigen ihrer Schätze sichtbar und anderen, die unter der Oberfläche verborgen liegen, passt sehr gut zu meiner Geschichte. Sie spiegelt auch die realen Herausforderungen wider, vor denen wir ständig stehen: Wie finden wir einen Weg, unsere menschlichen Bedürfnisse mit denen der unzähligen anderen Arten in Einklang zu bringen, mit denen wir die Welt teilen?
Wie geht es nach ›Der Einsiedlersommer‹ weiter? Planen Sie einen weiteren Roman?
Jetzt, wo ich einmal damit angefangen habe, glaube ich nicht, dass ich mit dem Schreiben von Fiktion aufhören kann – auch wenn der Prozess manchmal holprig war, war er zugleich unglaublich bereichernd. Im Moment arbeite ich an einem Sachbuch, aber in meinem Kopf schwirren bereits Ideen und Figuren für einen neuen Roman herum …
Autorinnenfoto: © Agnete Brun