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Eichenblätter auf gelbem Hintergrund, mittig der Text "Die Suche nach dem Käfer und dem, was bewahrt werden muss - im Leben wie in der Natur", rechts davon das liegende 3D-Cover von "Der Einsiedlersommer" von Anne Sverdrup-Thygeson und links das Zitat "
Eichenblätter auf gelbem Hintergrund, mittig der Text "Die Suche nach dem Käfer und dem, was bewahrt werden muss - im Leben wie in der Natur", rechts davon das liegende 3D-Cover von "Der Einsiedlersommer" von Anne Sverdrup-Thygeson und links das Zitat "
Die Suche nach dem Käfer und dem, was bewahrt werden muss  – im Leben wie in der Natur

Der Einsiedlersommer

Mit Wärme, feinem Witz und großem sprachlichem Einfühlungsvermögen erzählt Anne Sverdrup-Thygeson von zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen – und von einem Sommer in den uralten Eichenwäldern Norwegens, der zeigt, wie aus Verletzlichkeit neue Kraft erwachsen kann. Dieser berührende, vielschichtige Roman verbindet die Suche nach dem Eremitenkäfer mit einer entscheidenden Frage unserer Zeit: Was müssen wir bewahren, damit Leben möglich bleibt – in der Natur und in uns selbst?

Nach einem schmerzhaften Verlust zieht sich Eva Wist aus Oslo, Norwegen, in ein Dorf in Vestfold zurück, um den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer zu suchen. Dort begegnet die 33-jährige Biologin ihrer neuen Nachbarin, der exzentrischen Olga. Die 76-Jährige lebt als Einsiedlerin inmitten des uralten Eichenwaldes. Auf ihrem Grundstück soll ein Steinbruch entstehen. Das Projekt verspricht Arbeitsplätze und eine Zukunft für die Region. Doch Olga will das unbedingt verhindern: Für sie ist der Wald lebendige Erinnerung – und der Schlüssel zu einem Familiengeheimnis, das sie endlich aufklären will. Während Eva die Artenvielfalt erkundet und mit Olga Freundschaft schließt, findet sie Schritt für Schritt aus der Trauer und ringt um die Frage, was bewahrt werden muss – im Leben wie in der Natur.

»Niemand schreibt so über die Natur wie Anne Sverdrup-Thygeson« Maja Lunde

Warm, hoffnungsvoll, hochaktuell – ein Roman mit echter Relevanz
Dieser Roman verbindet eine intime, emotional packende Geschichte mit großen Zukunftsfragen: Artensterben, Naturschutz, Verantwortung und die fragile Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Mit Wärme, Hoffnung und erzählerischer Kraft zeigt er, wie Natur trösten kann – und wie Freundschaft Grenzen von Alter, Erfahrung und Lebenswegen überwindet.

Für Fans von Die Geschichte der Bienen‹ von Maja Lunde, Der Gesang der Flusskrebse‹ von Delia Owens und Die Hummerfrauen‹
Wer Romane liebt, die Natur, Menschlichkeit und gesellschaftliche Themen klug miteinander verknüpfen, findet hier die perfekte Lektüre – atmosphärisch, berührend und lange nachhallend.

Internationaler Spitzentitel: Der große Roman der Frankfurter Buchmesse 2025
Ein Titel mit enormer Strahlkraft: auf der Frankfurter Buchmesse 2025 international gefeiert und bereits in 15 Länder verkauft – ein Roman, der Leserinnen und Leser weltweit erreicht.

Warum dieses Buch jetzt lesen?

  • Roman über die besondere und heilsame Kraft der Natur 
  • Generationenübergreifende Freundschaft zwischen Frauen 
  • Aktueller Konflikt um Umwelt, Arbeitsplätze und die Zukunft

Bibliografische Daten

EUR 16,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-45060-7
Erscheinungsdatum: 01.07.2026
1. Auflage
480 Seiten
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Norwegischen
Autor*innenporträt

Anne Sverdrup-Thygeson

Anne Sverdrup-Thygeson ist Professorin für Naturschutzbiologie an der Norwegischen Universität für Biowissenschaften. Sie hat sechs gefeierte Sachbücher veröffentlicht, die in über 25 Sprachen übersetzt wurden, darunter ›Extraordinary Insects‹, ein Sunday Times-Bestseller. ›Der Einsiedlersommer‹  ist ihr erster Roman, der in fünfzehn Ländern weltweit erscheint.

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Bei unserer Presseabteilung können Sie unter Angabe des Verwendungszwecks Autor*innenfotos anfordern.

141 von 141 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.61 von 5 Sternen


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2 - 10 von 141 Leserstimme

smilla.liest am 20.08.2026 09:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Über die Natur und eine außergewöhnliche Freundschaft

Mit "Der Einsiedlersommer" ist Anne Sverdrup-Thygeson ein eindrucksvoll vielschichtiger Roman gelungen. Vordergründig geht es um um die norwegische Natur, aber letztendlich um so viel mehr: um Verlust und Trauer, um Liebe, Freundschaft und Familie.Im kleinen norwegischen Dorf Vestfold treffen zwei ganz unterschiedliche Frauen aufeinander: die Biologin Eva, die zwischen uralten Eichenbäumen nach dem ausgestorben geglaubten Eremitenkäfer sucht und die exzentrische Olga, die sich sehr vom Dorfleben abkapselt. Über die Liebe zur Natur knüpft sich eine ganz besondere Frauenfreundschaft und überwinden zusammen die Grenzen der Einsamkeit.Nicht nur Eva und Olga verblüffen mit ihrer Charakterentwicklung, auch das Dorf und seine Einwohner überraschen mit dem ein oder anderen Geheimnis. Nicht alles wird komplett aufgelöst, sondern wird gewollt offen gelassen, was zum Nachdenken anregt.Die Figuren sind vielschichtig und authentisch gezeichnet, auch wenn ich ihrem Handeln nicht immer mit vollem Herzen zustimmen konnte.Die Autorin verwebt gekonnt persönliche Themen mit hochaktuellen gesellschaftlichen Themen wie Umweltschutz und verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen der Natur.Besonders gelungen sind auch die Beschreibung der wunderschönen Natur im norwegischen Sommer und die realistische Schilderung von Evas Feldarbeit. Man merkt einfach, dass die Autorin selbst Biologin ist und viel eigenes Wissen in den Roman einfließen ließ.Fazit: ein Sommerroman, der durch seine ruhige und eindringliche Art berührt!

lesefan_dani am 19.08.2026 15:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Der Einsiedlersommer

Der Einsiedlersommer von der Autorin Anne Sverdrup-Thygeson hat mir gut gefallen.Eva, eine Studentin, hat sich für ein Projekt tief in den Wäldern Norwegens entscheiden. Sie möchte den auf der roten Liste stehenden Eremitenkäfer aufspüren. Aber es ist auch eine Flucht. Eine Flucht vor sich selbst und den Gedanken um die Totgeburt und vor ihrem Freund. Sie wird in ein verlassenes Haus einquartiert und lernt gleich am nächsten Morgen die eigenwillige Nachbarin Olga kennen. Die erste Begegnung steht unter keinem guten Stern und Olga ist keine einfache Person. Langsam gewinnt sie das Vertrauen der Nachbarin und die beiden Frauen werden zu Freundinnen. Olga vertraut ihr sogar ein Geheimnis an…Ein sehr ruhiger, leiser und tiefgründiger Roman voller Atmosphäre. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Von der eigenwilligen Olga konnte ich mir besonders gut ein Bild machen. Die Verbindung, die trotz des Altersunterschieds zwischen den beiden Frauen herrscht, ist schon eine besondere. Sie verstehen und ergänzen sich sehr gut, haben auch fast das gleiche Schicksal zu tragen.Die biologischen Tätigkeiten von Eva waren gut beschrieben, ich konnte mir ein genaues Bild vom Ablauf des Käfersammelns machen. Das Setting, die wundervolle Natur Norwegens, kam mir aber leider doch etwas zu kurz. Da habe ich mir etwas mehr versprochen, hätte mir die Wälder noch bildgewaltiger gewünscht. Zweifelsfrei habe ich einiges über Käfer und Flora dazugelernt, habe jedoch erwartet der Natur noch ein Stück weiter näher zu kommen. Auch dem Kampf für den Erhalt des Waldes hätte mehr Raum bekommen können.Der Roman hat sich dank der kurzen Kapitel und des eingänglichen, flüssigen Schreibstils gut lesen lassen und war sehr kurzweilig.Olgas Geheimnis und die Suche nach dem Eremitenkäfer machten den Roman spannend bis zum Schluss und ich gebe gern eine Leseempfehlung für den atmosphärischen Sommerroman.

mimi81 am 19.08.2026 13:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Wenn die Natur zum Rückzugsort wird

Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, mitten in der norwegischen Natur zu stehen. Die Suche nach einem seltenen Käfer bildet den roten Faden der Geschichte, doch dahinter steckt viel mehr. Artenschutz, ökologische Zusammenhänge und menschliche Schicksale werden miteinander verbunden und regen zum Nachdenken an.Der Schreibstil ist locker und einladend und gleichzeitig so bildhaft, dass man ganz in die Geschichte eintauchen kann. Besonders die wunderschönen Naturbeschreibungen haben mir gefallen. Ganz nebenbei erfährt man viel über biologische Zusammenhänge, ohne dass es belehrend wirkt. Am Ende hatte ich nicht nur einiges gelernt, sondern wollte am liebsten eine alte Eiche umarmen.Im Mittelpunkt steht Eva, die nach einem schweren Verlust versucht, ihr Leben neu zu sortieren. Auch Olga, die zurückgezogen als Einsiedlerin lebt, trägt schwer an ihrer Vergangenheit und traumatischen Erlebnissen. Beide Frauen finden auf ihre eigene Weise Halt in der Einsamkeit der Natur. Für beide wird die Natur zu einem Ort, an dem sie zur Ruhe kommen und mit ihrer Vergangenheit umgehen können. Sie tragen ihre ganz eigenen Familiengeschichten mit sich herum und entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter. Besonders Olgas Veränderung hat mir gut gefallen. Man merkt, dass die Autorin viel Wert auf ihre Figuren legt.Die Käfersuche bleibt dabei immer präsent und sorgt bis zum Ende für ausreichend Spannung. Gleichzeitig werden zwischenmenschliche Probleme und schwierige Lebensgeschichten thematisiert. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass die Geschichte mit ihren vielen Seiten doch recht umfangreich ist. Langweilig wurde sie für mich aber nie.Ein atmosphärischer und tiefgründiger Roman, der Achtsamkeit für die Natur vermittelt und nach dem Lesen noch eine Weile im Kopf bleibt.4/5 Sternen

leukam am 18.08.2026 20:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Wichtiges Thema, unterhaltsam verpackt

Eva, eine 33jährige Biologin aus Oslo, wird den Sommer über in Vestfold, einem kleinen Ort im Südosten Norwegens, verbringen. Im Auftrag der Gemeinde soll sie den Wald dort kartographieren und gleichzeitig nach dem als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer suchen. Dieser Job kommt Eva sehr gelegen, braucht sie doch gerade etwas Abstand zu ihrem Lebensgefährten Eirik. Das Paar muss mit der Totgeburt ihres Sohnes klarkommen, das macht jeder auf seine Art. Während Eirik nach vorne blicken möchte und schon ein nächstes Kind plant, ist Eva noch ganz gefangen in ihrer Trauer. Die zukünftige Arbeit soll ihr Ablenkung verschaffen und neue Kraft schenken.Bald macht sie Bekanntschaft mit ihrer Nachbarin Olga, einer alten, eigenwilligen Frau. Die will zunächst nichts wissen von der forschen Städterin, fühlt sich von ihr gestört und in ihrer Privatsphäre verletzt. Doch bald kommen sich die beiden ungleichen Frauen näher, denn es gibt doch einiges, was sie verbindet. Beide haben einen Verlust erlitten und beide fühlen sich stark verbunden mit der Natur. Und im Kampf für den Erhalt des Waldes stehen sie auf derselben Seite. Die Gemeinde plant nämlich den Abbau von Larvikat, einem Tiefengestein der Region. Der Steinbruch soll in einem Waldgebiet mit einem Bestand uralter Eichen entstehen. Die Gemeinde verspricht sich davon Wohlstand und Arbeitsplätze und dafür ist man bereit, schützenswerte Wälder mit einer ungeheuren Artenvielfalt zu opfern. Eva hofft nun einen Beweis für die Existenz des bedrohten Käfers zu finden und damit das Projekt zu verhindern.Auch Olga hat ein Interesse daran, dass der Wald in Ruhe gelassen wird. Aber erst nach und nach erfährt der Lesende den Grund dafür. Es hängt mit einem Familiengeheimnis zusammen, das weit in die Vergangenheit zurückreicht, bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, als Norwegen unter deutscher Besatzung stand. Die Autorin versteht es sehr gut, die verschiedenen Konflikte darzustellen. Für Spannung sorgt nicht nur die Frage, ob Eirik und Eva wieder zusammenfinden ( dazu hätte es garnicht den Flirt mit dem attraktiven Amtsleiter der Gemeinde gebraucht ), sondern vor allem die ungeklärte Vergangenheit von Olgas Familie.Dafür lässt sich die Autorin Zeit. Sie erzählt in einem ruhigen Ton, der perfekt zum Setting passt. Die Natur wird bilderreich und atmosphärisch beschrieben, aber auch mit viel biologischem Wissen. Die personale Erzählweise wechselt zwischen den beiden Frauenfiguren. Dazwischen gestreut sind Tagebuchaufzeichnungen von Eva, die eine zusätzliche Nähe schaffen.Auch mit ihrer Figurenzeichnung weiß die Autorin zu überzeugen. Es sind vielschichtige Charaktere, Menschen mit Ecken und Kanten, deren Handlungen nicht immer auf Zustimmung beim Lesenden stoßen werden. Aber gerade das macht sie zu lebendigen Figuren. Der Titel verweist zum einen auf die Suche nach dem Emeritenkäfer, stärker aber noch auf das einsiedlerische Leben der beiden Hauptfiguren . Eva sucht in der Abgeschiedenheit und Einsamkeit der Natur Heilung für ihre verwundete Seele. Sie braucht den Rückzug von ihrem gewohnten Umfeld und vor allem von Eirik, um den Verlust ihres Kindes zu verarbeiten. Und Olga hat sich in ihrem Einsiedlerdasein eingerichtet. Das traumatische Erlebnis in ihrer Kindheit hat sie tief in sich vergraben. Vom Leben und von den Mitmenschen enttäuscht, wurde sie zur Einzelgängerin. Das alles vermag die Autorin glaubwürdig und mit viel Empathie für ihre Charaktere darzustellen. Anne Sverdrup-Thygeson ist Professorin für Naturschutzbiologie . Da ist es nur folgerichtig, dass in ihrem Debutroman das Umweltthema einen so großen Raum einnimmt. Sie verpackt ihr Kernanliegen, also die Bedeutung von Natur- und Artenschutz , in eine emotional packende Geschichte um zwei Frauen und deren Traumata. Damit erreicht sie Leserschichten, die nicht unbedingt zu einem ökologischen Sachbuch greifen würden und sensibilisiert sie so für dieses Thema. Ihr fundiertes Wissen lässt sie dabei sehr geschickt in den Text einfließen.Der Roman eignet sich hervorragend für Lesekreise. Er vermag emotional zu packen, liest sich leicht und unterhaltsam und bietet dabei viel Gesprächs- und Diskussionsstoff

squirrel73 am 18.08.2026 16:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Einsamkeit kann heilsam sein

"Der Einsiedlersommer" von Anne Sverdrup-Thygeson, Sprecherin Heike Warmuth, übersetzt von Franziska Hüther, erschienen im Juli 2026 im Hörbuch Hamburg Der Eremitenkäfer ist ein seltenes Insekt, das sein Leben in morschem Holz verbringt. Anne Sverdrup-Thygeson nimmt dieses verborgene Geschöpf als Ausgangspunkt für eine Auszeit der Biologin Eva. Nach einer Stillgeburt ist Eva schwer am Boden zerstört. Ein Angebot, in der Einsamkeit der Wälder nach dem Eremitenkäfer zu forschen, kommt da genau recht. Die Beziehung zu ihrem langjährigen Freund Erik ist zur Zeit eh schwierig. Eva braucht Abstand, um ihre Gedanken zu sammeln und mit der Trauer fertig zu werden.Die Sprecherin Heike Warmuth liest ruhig und sachlich, sie bringt aber genug Dynamik ein, um das Thema unterhaltsam zu machen.Gerade die leisen Töne geben der Geschichte eine emotionale Tiefe. Evas Gefühle haben mich getroffen, ich habe ihr Leiden deutlich gespürt.Es ist ein lesenswertes Buch für alle, die sich für Ökologie, Waldschutz und die oft übersehenen Details der Natur interessieren.Das Hörbuch bietet sanfte Unterhaltung mit zwischenmenschlichen Problemen. Ich habe die Zeit sehr genossen und konnte mich tief in die Natur einfinden.

lesepixie am 17.08.2026 15:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Eindrucksvoll

Eva, eine Biologin, die ihre weiterführenden Studien unterbrochen hat, nimmt nach der Totgeburt ihres Kindes einen Sommerjob in den norwegischen Bergen an. Für drei Monate soll sie ein Waldgebiet kartografieren und den vom Aussterben bedrohten, in Europa schon ausgerottet geglaubten, Eremitenkäfer aufspüren. Er benötigt ganz besondere Lebensbedingungen, die in diesem Landstrich noch vorhanden sind. Doch auch dort sollen sie durch einen Steinbruch zerstört werden.Wir begleiten Eva bei ihren Forschungen und der Suche nach dem Käfer und erfahren dabei unheimlich viel über die Natur und Biologie. Bei ihren Begegnungen treffen wir verschiedene Bewohner des Ortes mit unterschiedlichen Interessen. Wer ist auf ihrer Seite und wer nicht? Warum wird der Steinbruch als umweltschonend angesehen, obwohl er doch den Lebensraum des Käfers zerstört? Was ist wichtiger - der Erhalt des Lebensraums eines Käfers oder das wirtschaftliche Überleben eines Dorfes?Und dann ist da noch Olga, die in dem Bergwald zurückgezogen lebende Nachbarin von Eva, die ihre ganz eigene Geschichte hat. Langsam freunden sie und Eva sich an und entdecken dabei einige Gemeinsamkeiten. Sie helfen sich gegenseitig dabei zu erkennen, was sie vom Leben noch erhoffen.Sehr einfühlsam und informativ erzählt. Ruhig und trotzdem spannend.

botte05 am 17.08.2026 13:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein bewegender Waldspaziergang

Die Welt von Eva Wist ist vollkommen aus den Fugen geraten. Um sich wiederzufinden, flieht sie für eine dreimonatige Feldarbeit von Oslo in die einsamen Wälder Norwegens. Im Zuge ihrer Arbeit trifft sie auf ihren Streifzügen bald ihre einzige Nachbarin, die schrullige, abweisende Olga. Nach und nach entsteht eine Freundschaft und nicht nur die bedrohte Natur gibt nach und nach ihre Geheimnisse preis. Die Autorin hat ein wunderbares, interessantes, lehrsames, berührendes und sogar spannendes Buch verfasst. Ihre Ausdrucksweise, ihr Schreibstil lassen Worte zu Bildern werden, die mich bewegen und gefangen nehmen. Ich fühle mich den Darstellern schnell verbunden, begleite sie gerne auf ihrem Weg durch Höhen und Tiefen.Frau Sverdrup-Thygeson gelingt der Spagat, menschliche Schicksale, die Liebe zur Natur, naturwissenschaftliche Feldarbeit, den Klimawandel sowie die unmittelbare Bedrohung durch den Menschen ausgewogen unter einen Hut zu bringen und dabei richtig gut zu unterhalten. Das Zwischenmenschliche berührt, bereichert die Handlung und entbehrt Unnötiges. Die Schwere, die letztlich wie ein Schatten über allem schwebt, verliert durch die besondere Sprache ihre Härte. Die Handlung erscheint mir in ihrer Vielfalt und Tiefe gut recherchiert, hinausgehend über die Arbeit als Professorin für Naturschutzbiologin. Die Autorin verzichtet überdies darauf, auf alle Fragen eine Antwort bereitzuhalten und lädt zum Nachdenken ein. Das Buch hat einen sehr schönen Schutzumschlag, dessen Thema sich wunderbar im festen Einband wiederfindet. Der stilisierte Eremitenkäfer ist der heimliche Star dieses Buches, das Cover passt wunderschön zum Inhalt. Wie ein Waldspaziergang an einem Sommertag…Anne Sverdrup-Thygeson, Der Einsiedlersommer, Roman, gebundene Ausgabe, dtv Verlag, 480 Seiten, Erscheinungsdatum 21.07.2026

lesefastalles am 15.08.2026 08:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Was bewahrt werden muss

Der „Einsiedlersommer“ ist der erste Roman von Anne Sverdrup-Thygeson, nachdem sie bereits sechs Sachbücher veröffentlicht hat. Mit diesem Buch beweist sie eindrucksvoll, dass sie nicht nur eine ausgewiesene Expertin für Natur und Artenschutz, sondern auch eine meisterhafte Erzählerin ist.Im Mittelpunkt steht die 33-jährige Biologin Eva, die sich nach einem schmerzhaften Verlust neu orientieren muss. Sie nimmt einen Auftrag an, der sie in eine abgelegene Gegend in Vestfold führt. In einem kleinen Häuschen möchte sie gemeinsam mit ihrem Hund den Sommer verbringen. Ihre einzige unmittelbare Nachbarin ist die 76-jährige Olga, die sehr zurückgezogen lebt. Evas Aufgabe besteht darin, die Wälder der Umgebung nach schützenswerten Arten abzusuchen, besonders spannend ist die Suche nach Spuren des Eremitenkäfers, der in der Region als ausgestorben gilt.Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelt sich zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Frauen eine zarte Freundschaft. Bald verbindet sie auch ein gemeinsames Ziel. Sie wollen den geplanten Abbau eines besonderen Gesteins verhindern und damit die Zerstörung eines alten Waldes und eines wertvollen Lebensraums für zahlreiche seltene Insektenarten verhindern.Eva und Olga verbindet mehr, als zunächst offensichtlich ist. Als Eva Olga dabei unterstützt, ein altes Familiengeheimnis zu lüften, das diese seit vielen Jahren beschäftigt, entsteht eine besondere Nähe zwischen den beiden Frauen.Die Autorin ist Professorin für Naturschutzbiologie, und ihre fachliche Expertise ist auf jeder Seite spürbar. Sie versteht es wunderbar, die Natur zu beschreiben und Bilder entstehen zu lassen, sodass man beim Lesen beinahe das Gefühl bekommt, selbst durch den norwegischen Wald zu streifen. Besonders interessant fand ich auch die Schilderungen von Evas Feldarbeit als Biologin. Die wissenschaftlichen Aspekte werden nie trocken vermittelt, sondern geschickt in die Handlung eingebunden.Sehr gelungen fand ich außerdem, wie ausgewogen der Konflikt rund um die geplante Errichtung des Steinbruchs dargestellt wird. Auf der einen Seite stehen die wirtschaftlichen Interessen, es geht um Arbeitsplätze, um Geld und letztlich auch um die Zukunft einer Gemeinde, die ohne entsprechende Beschäftigungsmöglichkeiten von Abwanderung bedroht ist. Auf der anderen Seite stehen Evas Arbeit und ihr Einsatz für den Erhalt eines einzigartigen Lebensraums. Dadurch wird der Konflikt nicht einfach in „gut“ und „böse“ aufgeteilt, sondern von verschiedenen Seiten beleuchtet.Am meisten berührt hat mich jedoch die Freundschaft zwischen den beiden so unterschiedlichen Frauen und ganz besonders Evas innerer Konflikt. Ihre persönliche Geschichte verleiht der Handlung eine zusätzliche emotionale Tiefe.Ein wunderbares Buch, das einen ganz besonderen Zauber versprüht, gleichzeitig aber auch wichtige Fragen aufwirft und sehr zum Nachdenken über Natur, Verlust, Veränderung und die Entscheidungen, die wir treffen, anregt.

bücherwurm<3 am 14.08.2026 21:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Eva, Olga und ein Käfer

Der Einsiedlersommer hat 480 Seiten. Es ist eine Hardcover Ausgabe, die sehr schön gestaltet ist. Das Cover stellt den gesuchten Käfer in den Vordergrund und passt optimal zu dieser Geschichte. Der Klappentext macht auch neugierig auf das Lesen.Es geht um die Suche nach dem Käfer und dem, was bewährt werden muss-im Leben und in der Natur. Wir begegnen zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen im Sommer im Eichenwald Norwegens. Olga ist 76 Jahre alt, lebt als Einzelgängerin im Wald, sorgt für sich alleine, was die Natur ihr so gibt. In der Nähe soll jetzt ein Steinbruch entstehen. Das gefällt Olga überhaupt nicht. Eva ist 33 Jahre jung, lebt in Oslo, steht mitten im privaten, wie auch im beruflichen Leben. Sie hat gerade ein Kind verloren, ist verzweifelt und weiß nicht, wie es weitergehen soll mit ihr und mit ihrem Partner. Da kommt die Begleitung des Projekt über den Sommer hinweg wie gerufen. Eine andere Umgebung, andere Aufgaben, Abstand von ihrem Freund, Zeit zum Nachdenken und, um sich selbst wiederzufinden sowie den Schmerz und Verlust zu verarbeiten. Olga und Eva, der Anfang war gar nicht einfach für Olgas neue Nachbarin. Es folgen intensive Gespräche. Beide Frauen öffnen sich gegenseitig, versuchen ihre Verluste zu verarbeiten. Dadurch gewinnen sie an Kraft und Stärke. Die Gespräche sind sehr tiefgründig und intim. Olga öffnet sich zum ersten Mal, erzählt von ihrer Trauer und ihrem Verlust. Ob Evas Liebe die räumliche Trennung übersteht? Auch ihr Freund trauert, nur anders. Es ist für die beiden gar nicht so einfach. Sowas braucht Zeit, sowas vergisst man nicht. Eva stürzt sich in ihre Projektarbeit, ob sie den Käfer findet? Olga ist gegen den Steinbruch, sie denkt nicht an die neue Arbeitsplätze für die Umgebung, sondern an das Leben im Wald, um die Artenvielfalt, die dadurch noch mehr gefährdet wird. Es wird spannend und interessant, wie sich das Ganze entwickelt.Die Autorin schreibt sehr bildhaft, es gibt wunderschöne Beschreibungen der Naturkulissen. Kopfkino pur. Der Schreibstil ist leicht, locker und flüssig, er lässt Platz zum Nachdenken, zum in sich kehren, zum Innehalten, um über so manches reflektieren, es nachvollziehen und es verstehen zu können. Hat mir persönlich sehr gut gefallen. Die Hauptcharaktere wirken stark und authentisch, auch Evas Freund und der neue Bekannte gewinnen in Laufe der Geschichte an persönlicherStärke und Sympathie. Die Abschnitte haben angenehme Leselänge. Es liest sich gut, es kommt keine Langeweile auf, weil es passiert immer wieder etwas und man gerne weiterlesen möchte. Die Wendungen kommen manchmal sehr überraschend, einiges habe ich so nicht erwartet.Der Sommer neigt sich irgendwann dem Ende. Eva, Olga und ein Käfer und ihr Leben danach. Ein Buch, das nachhallt. Eine wunderschöne Geschichte, deshalb gibt es von mir definitiv vier Sterne und eine Weiterempfehlung für das Buch, das nicht nur für den Sommer geeignet ist.

282k am 13.08.2026 16:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Die Frage, was zählt im Leben, alte Schuld und dennoch eine leichte , perfekte Sommerlektüre

Von der ersten Seite an nahm mich die Handlung gefangen. Das lag zum einen an den lebendigen Beschreibungen von Landschaft und Gefühlslagen, aber auch an Evas Beweggrund und ihrem Auftrag. Eva fährt in das kleine, etwas abgelegene Dorf Vestfold, das vor allem viel Natur hat, aber wenig Geld. Eva soll prüfen, ob dort der fast ausgestorbene Eremitenkäfer heimisch ist. Das würde das Aus für den dort geplanten Tagebergbau bedeuten. Die Schilderungen ihrer Wanderungen und wissenschaftlichen Vorgehensweise nehmen einigen Raum ein, werden aber nie langweilig, sondern zeugen von der überwältigenden Schönheit der Natur. Evas Nachbarin ist die 76jährige Einsiedlerin Olga. Nach anfänglichen Schwierigkeiten nähern sich die beiden zunehmend an, auch weil sie viele Gemeinsamkeiten teilen. Dieser Prozess wird sehr einfühlsam beschrieben und hat mich auch ein wenig neidisch gemacht, denn solche Begegnungen sind kostbar. Eva muss ihre Beziehung zu ihrem Lebensgefährten Eirik neu überdenken und ob sie ihm weiterhin Platz in ihrem Leben geben will. Olga trägt schwer an einem Geheimnis aus Kindertagen während des Krieges , das ihr ganzes Leben überschattet hat. Durch ihre Freundschaft mit Eva ist sie breit, nach Antworten zu suchen und die Wahrheit zu enthüllen.Am Ende des Sommers kehren alle in ihr altes, neu geordnetes Leben zurück und es bleibt meiner Phantasie überlassen, wie es weiter geht. Das fand ich absolut passend. Trotz wichtiger und zum Teil schwierigen Themen liest sich das Buch leicht und im Grundtenor hoffnungsfroh und sehr unterhaltsam. Olgas Geschichte sorgt dabei für eine ordentliche Portion Spannung .

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Zwei Seiten - Der Podcast über Bücher (WDR)
Für mich hat sich dieses Buch angefühlt wie ein Waldspaziergang.

Mona Ameziane, 08.09.2026

Für Sie
Ein hoffnungsvoller Roman über Freundschaft und die Kraft der Natur, die es mehr denn je zu schützen... gilt. mehr weniger

26.08.2026

Meins
Eva und Olga kämpfen, jede auf ihre Weise, fürs Leben und für die Natur.

29.07.2026

TV Hören und Sehen
Berührend!

24.07.2026

Hamburger Abendblatt
Die Norwegerin Sverdrup-Thygeson versteht sich auf eine umstandslose Erzählweise. Dies ist ein guter... Stoff für Leseabende, an denen die Hitze des Tages langsam schwindet. mehr weniger

15.07.2026

Stavanger Aftenblad
Ein beeindruckender Debütroman. ›Der Einsiedlersommer‹ ist nicht nur eine Geschichte über Umweltschu...tz und bedrohte Artenvielfalt, sondern auch eine existenzielle Erzählung über Menschen, die nach dem Verlust von etwas Wesentlichem darum ringen, wieder Anschluss an das Leben zu finden. mehr weniger

09.06.2026

Zitat von dodo1 auf vorablesen.de: »Für alle, die daran interessiert sind, dass unser Planet geschützt wird. Für alle, die Verluste erlitten haben und damit leben müssen. Für alle, die Freundschaft zu schätzen wissen.«
Zitat von katto auf vorablesen.de: »In einer oft hektischen Welt wirkt das Buch wie eine kleine Auszeit und erinnert daran, wie wichtig die Verbindung zur Natur sein kann.«
Zitat von la calvaera catrina auf vorablesen.de: »Anne Sverdrup-Thygesons Naturbeschreibungen sind so detailliert und lebendig, dass man das Gefühl hat, selbst durch den Wald zu wandern und die Insekten summen zu hören.«
Zitat von kerstin0312 auf vorablesen.de: »Es ist eine dringliche, aber leise Erinnerung daran, wie eng das menschliche Schicksal mit dem der Natur verknüpft ist.«
Zitat von connie94 auf vorablesen.de: »Ein Roman, der daran erinnert, wie schützenswert und kostbar unsere Natur und ihre Bewohner sind!«


Leseprobe

Fordern Sie hier Ihre exklusive Leseprobe an

Der Natur ganz nahe – Gewinnen Sie ein Wochenende im Baumhaus-Hotel

Gibt es einen besseren Ort für ›Der Einsiedlersommer‹ als mitten im Grünen? Anne Sverdrup‑Thygeson erzählt mit Wärme, feinem Witz und großem Einfühlungsvermögen von der tröstenden Kraft der Natur – und von der Frage, was wir bewahren müssen, damit Leben möglich bleibt: in der Natur und in uns selbst.

Mit unserem Gewinnspiel holen wir dieses Gefühl aus dem Roman in die Wirklichkeit: Der Natur ganz nahe können Sie ›Der Einsiedlersommer‹ dort erleben, wo man Waldluft atmet und den Alltag einmal leise werden lässt.

  • 1. Preis: Zwei Nächte inkl. Frühstück für zwei Personen in der Baumhaus-Herberge Bockhop sowie ein Exemplar des Romans
  • 2. Preis: Eine Nacht inkl. Frühstück für zwei Personen in der Baumhaus-Herberge Bockhop sowie eine Baumpatenschaft (mit Urkunde) und ein Exemplar des Romans
  • 3. Preis: 3x je eine exklusive Blogger*innen-Box zu ›Der Einsiedlersommer‹

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, füllen Sie das untenstehende Formular aus und beantworten Sie folgende Frage: Wald, Strand oder Berge: Wo in der Natur tanken Sie am liebsten neue Kraft – und warum?

Das Gewinnspiel endet am 1. September um 23:59 Uhr. Die Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

Lerne die Protagonistinnen Eva und Olga kennen

Eingesprochen von Hörbuchsprecherin Heike Warmuth

Auch als Hörbuch bei Hörbuch Hamburg

Ungekürztes Hörbuch, gelesen von Heike Warmuth.

Mehr zum Hörbuch


Anne Sverdrup-Thygeson stellt ›Der Einsiedlersommer‹ vor


Interview mit Anne Sverdrup-Thygeson

Foto der Autorin Anne Sverdrup-Thygeson (Copyright: Agnete Brun)

Was hat Ihre Liebe zur Natur geweckt?

Ich war schon immer gerne draußen. Als Kind verbrachte ich die Sommerferien mit meiner Familie in einer kleinen Blockhütte im Wald. Abgesehen von Büchern war die Natur die einzige Unterhaltung – es gab einfach nicht viel anderes zu tun. So gewöhnte ich mich daran, mit den kleinen Waldbewohnern zu spielen und sie zu beobachten: Ameisen, Bienen und Käfer. Ich glaube, das war der Anfang meiner Faszination für die Natur.

Warum ein Roman – und kein weiteres Sachbuch?

Im Rückblick sehe ich, dass sich meine Stimme mit jedem Sachbuch, das ich geschrieben habe, weiterentwickelt hat. Nach und nach habe ich mich getraut, mehr von mir selbst in das Schreiben einfließen zu lassen – nicht nur „Professorin Anne“, sondern auch Anne als Mensch, als Bürgerin, als Mutter … wenn das Sinn ergibt? Dadurch entstand Raum für mehr literarische Elemente in meiner Arbeit. Und ich bin von Natur aus ein neugieriger Mensch, also fragte ich mich: Könnte ich meine Stimme und Kreativität noch weiterentwickeln – bis hin zum Schreiben von Fiktion, vielleicht sogar eines ganzen Romans? Ich beschloss, es zu versuchen.

Warum der Eremitenkäfer – und was löst er in der Geschichte aus?

Ich habe in meiner Arbeit viel Zeit damit verbracht, alte Eichen und ihre Insektenbewohner zu untersuchen und zu beobachten – darunter auch den Eremitenkäfer. Dieser Käfer ist groß, schön und gilt sowohl in Europa als auch weltweit als gefährdet, vor allem, weil die Zahl alter hohler Bäume in unseren heutigen Landschaften abnimmt. Für mich ist der Eremitkäfer nicht nur für sich genommen faszinierend. Er steht auch symbolisch für das Dilemma, das entsteht, wenn menschliche Landnutzung mit den Bedürfnissen anderer Arten in Konflikt gerät.

Die Protagonistinnen Eva und Olga trennen 43 Jahre: Was unterscheidet sie und was verbindet sie?

Ja, sie sind in vielerlei Hinsicht unterschiedlich – in Alter, Persönlichkeit und Hintergrund. Eva ist jung, unruhig und aufgeschlossen, eine Wissenschaftlerin mit einer großen Leidenschaft für den Schutz der Natur. Die deutlich ältere und introvertiertere Olga hingegen lebt lieber zurückgezogen auf ihrem Hof, klettert auf Bäume und redet mit ihrem Kater – bis Eva unerwartet in ihr Leben tritt. Trotz all ihrer Unterschiede werden die beiden Frauen Freundinnen. Ich denke, sie erkennen etwas in der jeweils anderen – eine gemeinsame Erfahrung des Verlusts und eine geteilte Sehnsucht, die Welt zu verstehen. 

Der Roman hat ja den Titel ›Der Einsiedlersommer‹. Ist Olga eine Einsiedlerin?

In dem Moment, in dem wir sie kennenlernen, lebt Olga tatsächlich zurückgezogen von der Gesellschaft. Doch unter ihrer Schicht aus Misstrauen und Ablehnung verbirgt sich eine im Grunde warmherzige Frau, die den Kontakt zu anderen Menschen durchaus genießt. Das Leben hat sie jedoch mehr als einmal enttäuscht, und sie trägt Geheimnisse mit sich, die sie nur schwer verarbeiten kann.

Wie kamen Sie darauf, die Handlung im fiktiven Ort Lopperud bei Vestfold spielen zu lassen?

Diese Landschaft, mit einigen ihrer Schätze sichtbar und anderen, die unter der Oberfläche verborgen liegen, passt sehr gut zu meiner Geschichte. Sie spiegelt auch die realen Herausforderungen wider, vor denen wir ständig stehen: Wie finden wir einen Weg, unsere menschlichen Bedürfnisse mit denen der unzähligen anderen Arten in Einklang zu bringen, mit denen wir die Welt teilen?

Wie geht es nach ›Der Einsiedlersommer‹ weiter? Planen Sie einen weiteren Roman?

Jetzt, wo ich einmal damit angefangen habe, glaube ich nicht, dass ich mit dem Schreiben von Fiktion aufhören kann – auch wenn der Prozess manchmal holprig war, war er zugleich unglaublich bereichernd. Im Moment arbeite ich an einem Sachbuch, aber in meinem Kopf schwirren bereits Ideen und Figuren für einen neuen Roman herum …

Autorinnenfoto: © Agnete Brun