Coverbild Billard um halb zehn von Heinrich Böll, ISBN-978-3-423-00991-1
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Heinrich Böll

Billard um halb zehn

Roman

Drei Generationen einer rheinischen Architektenfamilie werden sich an diesem 6. September 1958 versammeln, um den achtzigsten Geburtstag ihres Oberhauptes zu feiern. Heinrich Fähmel hatte 1907 den Auftrag erhalten, die Abtei St. Anton zu erbauen. Sein Sohn Robert - er spielt täglich von halb zehn bis elf im Hotel Prinz Heinrich Billard - hat als Sprengmeister der Wehrmacht diese Abtei in den letzten Kriegstagen zerstört. Der Enkel Joseph wird am Wiederaufbau beteiligt. In den Gesprächen Roberts mit dem Hotelboy, in Rückblenden und Erinnerungen seines Vaters verknüpfen sich Vergangenheit und Gegenwart, werden die Situationen der einzelnen Zeitabschnitte deutlich.

Der Grundkonflikt, den Böll dabei mit der Symbolik vom »Lamm« und vom »Büffel« thematisiert, ist der Konflikt zwischen den selbständig denkenden und handelnden einzelnen und der opportunistischen Mehrheit.


Weitere Informationen zu Heinrich Böll gibt es unter: www.heinrich-boell.de

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  Taschenbuch
Coverbild Billard um halb zehn von Heinrich Böll, ISBN-978-3-423-00991-1
1. April 1974
978-3-423-00991-1
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dtv Literatur
336 Seiten, ISBN 978-3-423-00991-1
Lehrerprüfexemplar
1. April 1974

Autorenporträt

Heinrich Böll

Heinrich Böll, geboren am 21. Dezember 1917 in Köln, nahm nach dem Abitur eine Lehre im Buchhandel auf, die er bald abbrach. Nach einem gerade begonnenen Studium der ...

Preise und Auszeichnungen

Nobelpreis für Literatur

1972

Pressestimmen

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Leserstimmen

Ihre Meinung

Jens Erdmann, Mai 2003
»Im Mittelpunkt dieses Romans steht die Geschichte einer rheinischen Architektenfamilie, die gleichzeitig das deutsche Schicksal der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts symbolisiert. Die berufliche, aber auch die private Entwicklung dieser Architektenfamilie ist über drei Generationen eng mit einer Abtei verwoben, die dem gleichen Schicksal unterlag wie viele andere historische Gebäude. Die politischen Entwicklungen im Deutschland der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, die daraus entsprungene Mordlust, der Zerstörungswahn, gehen nicht spurlos an der Architektenfamilie und ihrer Umwelt vorüber. Heinrich Böll kommt von Fragen der Politik, Verantwortung, Überzeugung, Schuld, Moral, von der Bedeutung des Glaubens nicht los. Eine Art Ohnmacht über die deutschen Verhältnisse, die Ratlosigkeit über den weiteren Weg im Nachkriegsdeutschland, die Erkenntnis nicht aufgearbeiteter Schuld, nicht einsetzender Reue haben Böll meiner Meinung sicher bei der Verfassung dieses Romans begleitet. Daraus bildet sich eine Schwermut, die auch die Protagonisten des Buches erfasst. Sie können kaum kämpfen, moralisieren, sind vom Schicksal gefangen und von Schwermut bedrückt. Für mich war das eher eine melancholische Leseerfahrung, die ich aber auf jeden Fall in ihrer Art genossen habe, die zu einer meiner größten Leseerfahrungen gehört. Sicher ist dieser Roman einer der ganz wichtigen in der deutschen Nachkriegsliteratur, ein Klassiker, für Anhänger dieser Literatur sicher zum Pflichtprogramm gehörend. Eine Empfehlung möchte ich nicht geben, diese ergibt sich schon aus dem vielschichtigen, tief schürfenden Stoff.«
ANTWORTEN
Dr.Verena Flick, Sonnenberger Str.78 f, 65193 Wies, Oktober 1998
»Ich habe dieses Buch seinerzeit mit großer Spannung gelesen. Denn ich wartete darauf, daß Robert Fähmel als negative Figur entlarvt werden würde. Einige Indizien(Schafspriesterin, Angst der Sekretärin) deuteten darauf hin, daß diese Entlarvung kommen mußte. Und dann endete das Ganze in einer Apotheose Fähmels, die mich erschreckte und enttäuschte. Der Autor hatte mit diesem Buch wirklich etwas Großes gewagt: er wollte aus dem Über-Ich der Intellektuellen der Nachkriegsgeneration eine literarische Figur machen und dadurch wohl unbewußt dieses Über-Ich in Frage stellen. Doch das Über-Ich erwies sich als stärker. De Und das kann man nicht als privates Scheitern Bölls deuten, denn die anderen Autoren haben die Auseinandersetzung mit diesem Über-Ich nicht einmal gewagt. Und das ist schlimm, denn an dieses Über-Ich wird noch heute geglaubt. Hinter diesem Glauben steht der Wunsch, daß Deutschland durch den Akt des Vergessens von seiner Schuld gereinigt wird. Indem Fähmel so viele Spuren der Erinnerung wie möglich vernichten will, möchte er einen paradiesischen Zustand vor aller Geschichte erreichen, in dem alle Schuld vergeben und vergessen ist. Doch nicht umsonst lautet ein bekannter rabbinischer Spruch:"Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung." Im Nachkriegsdeutschland wurde die Erinnerung aber so weit wie möglich vernichtet, und das nicht nur in der Architektur. Daß sogar ein Autor wie Böll, der doch ganz und gar nicht zu denen gehörte, die wie wie Mörder ihre Spuren verwischen wollten, diese Vernichtung göorifizierte, hat mich immer erschreckt. Ich habe sogar deshalb in dem dicken Roman, an dem ich gerade schreibe, Robert Fähmel zu neuem, wenn auch nur episodischem Leben erweckt.«
ANTWORTEN
Ulrike Grossner, März 1998
»Eines meiner Lieblingsbuecher. Einerseits Familiensaga, andererseits Sittengemaelde oder auch Warnung vor sinnlosen Kriegen. Ziemlich melancholisch. Sollte vielleicht doch (fast) jeder Architekt gelesen haben. Oder mit den Worten meines Vaters: "Wir bauen auf, wir reissen nieder, Arbeit gibt es immer wieder!"«
ANTWORTEN
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