Eine junge Frau erwacht eines Tages in einem anderen Leben: nicht mehr in der Stadtwohnung mit ihrem Partner, nein, im Heimatdorf mit ihrer Jugendliebe und Baby. Wäre ihr Leben etwa so verlaufen, hätte sie die eine entscheidende Abzweigung nicht genommen?
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Im Leben nebenan
Eines Morgens erwacht Toni nicht wie gewohnt neben ihrem langjährigen Freund in ihrer kleinen Altbauwohnung, weil die Dielen knarren und die Nachbarn viel zu laut sind. Nein. Zu ihrer Verwunderung befindet sie sich in einer großzügig geschnittenen Wohnung. Alles hell, ordentlich, teuer eingerichtet. Und der Blick aus dem Fenster? Seltsam vertraut. Antonia versteht: Sie ist wieder in dem Dorf ihrer Kindheit. Nach und nach erfährt sie, dass sie hier ein beschauliches Leben führt, bürgerlich geordnet, mit Auto vor der Tür, Schwiegermutter nebenan und Kind auf dem Schoß. Kind auf dem Schoß? Antonia kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ist das etwa ihr Baby? Und der Vater dazu? Offenbar ihre erste große Liebe – ein Mann, den sie nie ganz vergessen konnte.
Anne Sauer erzählt davon, wie das eigene Leben verlaufen könnte, hätte man die eine entscheidende Abzweigung nicht genommen. ‹Im Leben nebenan› spiegelt zwei Lebensszenarien einer jungen Frau, erzählt im Wechsel von zwei Versionen eines Lebens und nimmt dabei mit gebotenem Humor, Gefühl und Leichtigkeit den Horror von gewollter und ungewollter Mutterschaft in den Blick: das große Glück mit Kind, aber auch: ohne Kind zu leben.
»Anne Sauer kann amüsant, witzig, berührend und mit unerwarteter Melancholie davon erzählen, was im Leben so alles schiefläuft« Christine Westermann
»Anne Sauer zu lesen ist wie Serie schauen: mitreißend und süchtig machend!« Ruth-Maria Thomas
»Mit beeindruckender Konsequenz, Einfallsreichtum und Verve verwebt Anne Sauer beklemmend und präzise, abgründig und soghaft ein Frauenleben mit und ohne Kind. Dieses Buch erzählt berührend und sehr überraschend von Sehnsucht, Freiheit und Zumutung.« Maria-Christina Piwowarski
Bibliografische Daten
7. Auflage
Anne Sauer
Anne Sauer (*1989) lebt als freie Autorin und Moderatorin in Hamburg. Sie ist Teil von Literaturjurys und empfiehlt seit vielen Jahren aktuelle Gegenwartsliteratur, u. a. im Podcast ›MONATSLESE‹ oder als @fuxbooks auf Instagram. 2024 erschien ihr viel beachtetes Essay über Taylor Swift. ›Im Leben nebenan‹ ist ihr Romandebüt, mit dem sie direkt auf der SPIEGEL-Bestsellerliste einstieg und für den aspekte-Literaturpreis sowie den Harbour-Front-Debütpreis nominiert war.
7 - 10 von 175 Leserstimme
Frau zwischen Rollenbildern
Anne Sauers Roman „Im Leben nebenan“ hat mich von der ersten Seite an berührt. Die große Beliebtheit des Buches und der ansprechende Klappentext haben mich überzeugt, das Buch direkt zu lesen. Allerdings verrät der Klappentext bei weitem nicht, was für eine tiefgehende Geschichte sich hier tatsächlich verbirgt.Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Antonia bzw. Toni, wir lernen beide mit ihren verschiedenen Lebensentwürfen kennen. Damit knüpft die Autorin an den spannenden Satzanfang „Was wäre, wenn…“ an. Denn in einem Leben ist Toni mit Jakob zusammen, sie wünscht sich sehnlichst ein Kind und durchlebt dabei all die schwierigen, schmerzhaften Prozesse des unerfüllten Kinderwunsches. Im anderen Leben erwacht sie plötzlich als Antonia, hat auf einmal ein kleines Baby, ist mit ihrer Jugendliebe Adam zusammen, doch trotzdem unglücklich. Sie fühlt sich in ihrem Körper fremd, leidet an Schwangerschaftsdepressionen, hat Schwierigkeiten mit ihrem Kind, Konflikte mit ihrer Schwiegermutter und erlebt die Beziehung zu ihrem Vater auf ganz andere Weise als im „anderen“ Leben.Besonders stark macht das Buch, dass es so nah an meiner eigenen Altersgruppe liegt und damit ein Thema aufgreift, mit dem viele in dieser Lebensphase konfrontiert sind. Dennoch ist es ein Roman, der auch darüber hinaus für Leser:innen jeden Alters relevant bleibt, weil er universelle Fragen nach Familie, Gesellschaft und Selbstbestimmung aufwirft. Kinderwunsch, Kinderlosigkeit, Mutterschaft, gesellschaftliche Erwartungen und die ambivalenten Gefühle rund um all diese Themen werden hier in einer Tiefe erzählt, die sowohl schmerzhaft als auch heilsam ist.Mich hat beeindruckt, wie viel Schmerz, wie viele Gedanken und wie viel Recherche in diesem Buch stecken. Anne Sauer hat Figuren erschaffen, die so greifbar und lebendig sind, dass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Die Perspektiven Antonia/Toni haben mich von Anfang bis Ende gefesselt. Sie sind stark herausgearbeitet, voller Facetten und Widersprüche, sodass man direkt mitfühlt.Ein ganz besonderer Pluspunkt ist der Schreibstil. Anne Sauer schreibt so schön, so poetisch, dass viele Sätze zitierwürdig sind. Immer wieder habe ich Stellen gefunden, die ich mir am liebsten angestrichen hätte, weil sie das Leben und die Gefühle so treffend schildern. Am Ende lässt die Autorin bewusst offen, welches Leben „besser“ oder „richtiger“ ist. Beide Versionen zeigen Licht und Schatten. Dadurch gelingt es ihr, die Rolle der Frau und Mutter in all ihren Facetten, den Erwartungen, Normen und Herausforderungen, die unsere Gesellschaft noch immer vorgibt, darzustellen.Für mich ist „Im Leben nebenan“ ein absolutes Highlight, ein Buch, das lange in meinem Herzen bleiben wird. Es hat mich gleichzeitig traurig, nachdenklich und glücklich gemacht, mich gesehen und verstanden fühlen lassen.
Lesenswertes Gedankenexperiment
Schon letztes Jahr im Sommer hatte ich erfahren, dass Anne Sauer 2025 ihr Romandebüt veröffentlichen wird. Ich hatte gerade ihren Essay über Taylor Swift „Look what she made us do“ gelesen und war davon sehr angetan, obwohl ich sicher kein Swifti bin. Ich mochte Sauers Art zu erzählen und ahnte, dass ein Roman von ihr sicher gut werden würde.And it turns out: Ich finde, er ist gut geworden!Ich denke, dass gerade ein jüngeres (äh, I know, Alter ist relativ…) weibliches Publikum Sauers Roman sehr mögen wird, beschäftigt er sich doch mit Entscheidungen, mit denen sich vor allem Frauen früher oder später auseinandersetzten müssen/sollen/wollen.Gerade die Entscheidung für oder gegen ein Kind hat für Frauen* auf allen Ebenen immer noch einen ganz anderen Impact als für Männer*.Sauer ist natürlich nicht die Erste, die aus der Frage: „Was wäre wenn?“ einen spannenden Roman strickt, aber mir macht dieses Gedankenexperiment immer wieder Freude. Allerdings nur beim Romanlesen. Um mir für mein eigenes Privatleben eine alternative Realität vorzustellen, fehlt mir die Fantasie (oder ich bin vielleicht schlicht zu zufrieden mit meiner Situation).Bei Sauer heißen die Figuren Antonia und Toni und sind eigentlich dieselbe Figur, die allerdings unterschiedliche Lebensentscheidungen getroffen hat. Während Toni in die Stadt gezogen ist und jetzt mit ihrem Freund Jakob versucht ihren Kinderwunsch zu realisieren, ist Antonia in ihrem Heimatdorf geblieben, hat ihre Jugendliebe geheiratet und ist bereits Mutter einer kleinen Tochter.Dieses gegensätzliche Szenario und die Entwicklung der Figuren finde ich sehr reizvoll. Sauer nutzt es, um die Ambivalenzen von Freiheit und Einsamkeit herauszuarbeiten. Die anfängliche Konstruktion der Geschichte allerdings - eine junge Frau wacht plötzlich in einem anderen Leben mit Baby auf- und die abschließende Auflösung hätte ich nicht unbedingt gebraucht. Der Roman kann schon allein mit den Unterschieden in Tonis und Antonias Leben und in ihren Beziehungen gute Akzente setzen. Ich denke, hier hätte Sauer mehr auf die Stärke ihrer Ausarbeitung und der Kernthemen vertrauen können, statt auf eine vermeintlich rätselhafte Plotline zu setzten.Sauers Erzählstil ist locker und modern und setzt nicht unbedingt auf literarische Finesse, sondern auf emotionale Nahbarkeit.Ich freue mich auf alles, was von Anne Sauer noch kommen wird!
Klar erzählen, groß fühlen
Was wäre, wenn? Wenn sich unser Leben an einem inneren Scheideweg aufspalten könnte – in zwei Richtungen, zwei Entscheidungen, zwei Ichs? In ihrem Debüt »Im Leben nebenan« wagt Anne Sauer genau dieses kluge, aufwühlende und emotionale Gedankenexperiment.Antonia erwacht eines Morgens in einem fremden Haus – mit einem Baby im Arm und einem Mann, der ihr sagt, er sei ihr Ehemann. Adam, ihre Jugendliebe. Doch sie erinnert sich an nichts: »Dieses Baby gehört mir nicht.« (S. 11)Toni dagegen lebt in der Stadt, steht fest im Berufsleben, hadert mit einem unerfüllten Kinderwunsch. Mit Partner Jakob stellt sie sich der Frage, ob und wie ein Kind in ihr Leben passt – und kämpft sich durch Diagnosen, Hoffnungen und Enttäuschungen.Zwei Leben. Zwei Möglichkeiten. In wechselnden Kapiteln erzählt Anne Sauer die Geschichte einer Frau in zwei Versionen. Der Stil ist klar, introspektiv, stellenweise lakonisch – Gedanken blitzen auf, ungefiltert und nah. So wird Toni/Antonia greifbar, verletzlich, authentisch. Der Perspektivwechsel entfaltet Sogkraft – ich flog nur so durch die Kapitel.Was bleibt vom Ich, wenn ein Kind kommt? Was wird aus Liebe, Freundschaft, Leidenschaft, wenn sich alles um ein anderes Leben dreht? Und was, wenn der Kinderwunsch zur Zerreißprobe wird – von Zweifeln durchzogen oder am Ende ganz verworfen?Anne Sauer stellt keine Thesen auf. Sie urteilt nicht. Sie erzählt, sie fragt. Ehrlich, mutig, ohne Pathos. Beide Lebensentwürfe haben ihren Schmerz und ihr Glück – und beide ihre Berechtigung. Genau das macht diesen Roman so stark und stimmig.Ein wichtiges Buch – vielstimmig, weiblich, wahrhaftig.
Was wäre wenn… ein spannendes Szenario
„Vielleicht denk ich mir einfach ein zweites Leben für mich aus“ hatte sie gemeint…Toni wacht auf und fühlt sich wie im falschen Film. Wo ist sie? Und wem gehört dieses Baby? Gut, sie und Jakob, ihr langjähriger Freund, haben einen Kinderwunsch, doch bis jetzt hat es nicht geklappt. Also – das Baby ist nicht ihres, auch ist ihre Wohnung in der Großstadt eher beengt und diese hier ist direkt luxuriös, die Umgebung vertraut – hier, in diesem Dorf, ist sie aufgewachsen, wie ein Blick aus dem Fenster verrät. Es war eben noch Sommer……und plötzlich ist es Herbst. In diesem anderen Leben ist sie Antonia, sie lebt mit Adam im Dorf ihrer Kindheit, sie hat Mann und Kind. Was wäre wenn? Ein spannendes Szenario, direkt abstrakt. Anne Sauer erzählt zwei Geschichten parallel - von Kinderwunsch und Mutterschaft, von Toni und von Antonia. Das Hineinfinden in diese beiden Leben war zunächst befremdlich, da alles andere als alltäglich. Aber bald konnte ich mich damit anfreunden, dieses Wechselspiel hat mir zunehmend Spaß gemacht.Ich hab mich darauf eingelassen, mich zurückgelehnt und mir „Im Leben nebenan“ von Chantal Busse vorlesen lassen. Sie ist für dieses Buch die absolut richtige Sprecherin, ihre jugendliche Stimme passt hervorragend zu der jungen Toni bzw. zu Antonia. Sie hat Anne Sauers Idee, zwei Lebensszenarien nebeneinander aufzuzeigen, perfekt in Szene gesetzt.
Zwischen Wunsch und Wirklichkeit – Eine bewegende Doppelperspektive
Zuallererst möchte ich meinen Hut ziehen vor Anne Sauer und Chantal Busse. Erstere ist hierbei die Autorin des Buches und zweitere die Sprecherin des Hörbuchs. Beide haben einen fantastischen Job gemacht.Die Idee des Buches, zwei verschiedene Leben ein und derselben Person parallel zu erleben, hat mich von Anfang an fasziniert. Allerdings hatte ich auch so meine Befürchtungen, dass mich dies, vor allem als Hörbuch, sehr verwirren könnte. Diese Befürchtung hat sich aber sofort in Luft aufgelöst, als ich mit dem Hören begonnen habe. Denn die Abgrenzung der beiden Geschichten war von Beginn an klar und äußerst eindeutig. Chantal Busse und ihre äußerst eindrucksvolle Stimme hat mich durch die Seiten und Stunden des Buches getragen. Ich wollte gar nicht mehr aufhören ihr zuzuhören. Und dies liegt nicht nur an der Geschichte. Chantals Stimmmelodie hat mir unglaublich gut gefallen, sie dürfte mir auch gerne eine Packungsbeilage eines x-beliebigen Medikamentes vorlesen und ich würde ihr noch immer gerne zuhören.Auf den Inhalt des Buches möchte ich nicht groß eingehen, diesen kann man der Beschreibung des Buches oder dem Klappentext entnehmen. Ein paar wenige Worte muss ich aber leider doch verlieren, um meine nachfolgende Bewertung ein wenig verständlicher zu machen.In diesem Buch begleitet man einerseits Toni, die mit ihrem Freund in einer schicken Wohnung wohnt und mehr oder weniger verzweifelt probiert ein Kind zu bekommen. Andererseits begleitet man aber auch Antonia, die gerade frisch Mutter geworden ist und mit dieser Situation ziemlich zu kämpfen hat. So weit, so gut. Toni und Antonia sind allerdings ein und dieselbe Person und nein es handelt sich weder um Polygamie noch um Schizophrenie. Wir begleiten sie einfach nur im Leben nebenan. Im was wäre, wenn. Was wäre, wenn sich Toni im Laufe der Jahre anders entschieden hätte. Wenn sie sich nicht von ihrer Jugendliebe getrennt hätte.Allein dieses Gedankenspiel als Grundlage für einen Roman hat bei mir Begeisterung hervorgerufen. Denn wie so viele andere auch, habe ich mir diese Frage bereits öfter gestellt. Was wäre passiert, wie würde mein Leben aussehen, wenn ich diese oder jene Entscheidung nicht getroffen hätte. Wäre ich jetzt glücklicher, zufriedener, mit mir selbst im Reinen? Anne Sauer gibt nicht unbedingt Antworten auf diese Fragen, eröffnet aber einen ganz besonderen Blickwinkel auf dieses Thema.Aber die Autorin macht an diesem Punkt noch nicht halt. Denn der Hauptunterschied oder zumindest das herausstechende Merkmal der beiden Leben, ist das Kind. Die eine hätte gerne eines, es funktioniert aber nicht so richtig. Die andere hat gerade eines bekommen und hadert mit der Situation. Anne Sauer verbindet die beiden doch sehr schweren Themen unerfüllter Kinderwunsch und regretting motherhood miteinander. Beides recht anspruchsvolle Thematiken, die man am liebsten nie selbst erleben möchte. Wobei ich für alle die vor allem zweiteres abschreckt einwenden muss, dass dies meine Interpretation ist. Im Roman selbst ist, ohne jetzt spoilern zu wollen, von Anpassungsstörungen die Rede. Es geht darum, wie fühlt man sich als Frau, wenn man gerade ein Kind bekommen hat. Liebt man es sofort und bis über beide Ohren, so wie es einem alle immer sagen?Mir ist bewusst, dass dies alles nach einem tragischen und schwerfälligen Roman klingt und sich viele vielleicht überlegen, ob sie sich das wirklich antun sollen. Meine Antwort darauf, ist ein klare Ja, denn so belastend die Themen auch sein können. Die Autorin Anne Sauer packt in all dies eine Prise Humor hinein, schwarzen Humor bis zu einem gewissen Grad, ja natürlich. Aber dennoch ist die Geschichte wirklich amüsant und dies ohne billige und platte Witze.Das Ende des Buches hat mich ein klein wenig irritiert und gestört. Ich kann einerseits verstehen, warum die Autorin das Buch genau so enden hat lassen, wie sie es eben getan hat. Andererseits habe ich das Gefühl, dass Anne Sauer mir noch ein paar erklärende Worte schuldet. Daher kann ich dem Buch auch leider nicht die Höchstnote geben. Aber eine Herzensempfehlung ist es auf jeden Fall.
Was ist denn nun wahr?
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und konnte nicht aufhören, da ich so gefesselt war.Die Sprecherin hat einen tollen Job gemacht.Um zuerst Verwirrung zu vermeiden: Das Buch erzählt aus zwei verschiedenen Lebenswegen von Antonia aka. Toni. In dem einen Leben als "Toni" ist sie aus ihrer Heimat gezogen und hat Jakob kennengelernt. Gemeinsam sind sie ungewollt kinderlos. Toni muss vieles über ihren Körper ergehen lassen und trotzdem will es einfach nicht klappen. Sie wacht auf und befindet sich plötzlich in ihrem anderen Leben, in dem sie in ihrer Heimat geblieben ist und ihre Jugendliebe Adam geheiratet hat. Sie hat gerade ein Kind entbunden.So, nun haben wir beide Szenarien und Toni ist nicht so wirklich glücklich mit beiden leben. In dem einen will sie unbedingt ein Kind haben, in dem anderen ist sie plötzlich Mutter und wird von niemanden ernst genommen. Gerade eben war sie doch noch mit Jakob...? Genauso verwirrt wie Toni war auch ich. Da braucht man wirklich kurz einmal um durchzusteigen.Wir lesen immer abwechselnd aus Tonis, aber auch aus Antonias Leben. Das Buch beinhaltet wirklich viele tiefgreifende Botschaften und befasst sich mit zwei heiklen Themen, über die ungern gesprochen werden. Was passiert mit dem Körper, wenn man frisch entbunden hat? Zusätzlich fühlt sich Antonia Fehl am Platz, kann mit diesem anderen Leben nichts anfangen und muss erstmal reinwachsen. Ist das jetzt ihr Leben?Ich fand beide Versionen von Toni wirklich gut beschrieben und die Hörbuchsprecherin machte es mir einfach, mich in beide Lebenslagen hineinzuversetzen. Man leidet in beiden Leben mit ihr mit und fühlt jede Emotion.FazitDas Ende blieb für mich ein Rätsel und auch etwas offen. Da hätte es für mich noch ein paar Seiten geben dürfen, doch eigentlich auch nicht. Es regt auf jedenfall wieder einmal zum Nachdenken an.Ich glaube jede:r von uns hat sich schon einmal im Leben an dem Punkt befunden: Was wäre wenn..?
Für alle, die schon mal über ihr anderes Leben nachgedacht haben
Selten hat mich ein Roman so berührt wie „Im Leben nebenan“ von Anne Sauer. Schon der Klappentext hat mich sofort gefesselt, und ich habe sehnsüchtig darauf gewartet, dieses Buch endlich lesen zu dürfen. Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen.Anne Sauer erzählt die Geschichte einer Frau, oder besser gesagt zweier Versionen derselben Frau, und wirft dabei die Frage „Was wäre wenn?“ auf: Was wäre passiert, wenn sie sich an einem entscheidenden Punkt im Leben anders entschieden hätte? Es ist diese Grundidee, die das Buch so besonders macht, ein Gedankenspiel, das viele von uns insgeheim kennen, aber selten so eindringlich durchlebt haben wie hier.Was mir „Im Leben nebenan“ jedoch wirklich großartig gefallen hat, ist die Beschreibung der Tiefe, mit der Anne Sauer das Gefühlsleben von Antonia/Toni beschreibt. Die innere Zerrissenheit, das Nachdenken über Mutterschaft, ja oder nein, der Umgang mit unerfülltem Kinderwunsch, das Erleben von Fehlgeburten, die Veränderungen in Partnerschaften durch oder ohne Kinder, all das wird mit einer solchen Sensibilität und Ehrlichkeit beschrieben.Es ist ein Roman über das Frausein in all seinen Facetten, mit all seinen Zweifeln, Hoffnungen, Träumen und Schmerzen. Über psychische Belastung, gesellschaftliche Erwartungen und die kleinen wie großen Entscheidungen, die unser Leben prägen. Anne Sauer gelingt es, beide Lebensentwürfe gleichwertig nebeneinanderzustellen, nicht wertend, sondern voller Mitgefühl.Dieses Buch ist eine Einladung zur Selbstreflexion, eine Ermutigung und ein Trost zugleich.Ich wünsche mir unbedingt mehr von Anne Sauer. Ihre Sprache, ihre Tiefe, ihre Themen haben mich total überzeugt.
Was wäre, wenn ...
... Tonis Lebens anders verlaufen wäre und sie sich nicht von ihrer Jugendliebe getrennt hätte? Auf dieses Gedankenexperiment nimmt Anne Sauer die Leser:innen von "Im Leben nebenan" mit. Denn Toni wacht eines Tages nicht in der Stadt bei ihrem Freund Jakob auf, mit dem sie seit längerer Zeit versucht, ein Kind zu bekommen, sondern am Land mit einem Baby im Arm. Sukzessive stellt sich heraus, dass sie noch immer mit ihrer Jugendliebe Adam zusammen ist. Der Roman wechselt geschickt zwischen zwei Versionen von Tonis Leben: einmal kinderlos in der Großstadt, einmal als Mutter ohne Erinnerung an die letzten 13 Jahre im Heimatdorf. Dabei lotet Anne Sauer Fragen nach Mutterschaft, Lebensentscheidungen und weiblicher Selbstbestimmung aus. Sie schildert Mit großer Ehrlichkeit schildert sie die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen, zeigt Unsicherheiten, Sehnsüchte und das Gefühl, manchmal zwischen Glück und Überforderung zu pendeln. Mich hat "Im Leben nebenan" schnell in seinen Bann gezogen und mich mit den beiden Tonis mitleiden, mitfiebern und mitleben lassen. Ein schön komponiertes Romandebüt von Anne Sauer, die mir schon mit ihrem Taylor Swift-Buch einen Blick in die Welt einer erfolgreichen Musikerin und der Swifties gewährt hat.
Was wäre wenn…
Das Buch hat einen echten Nerv bei mir getroffen. Ich sehe mich und meine Familie total im Leben von Antonia wieder: Neugeborenes Baby, Jugendliebe geheiratet – und ich bin plötzlich in der Mutterrolle, die ich mir immer gewünscht habe. Und obwohl ich über all das nicht glücklicher sein könnte, denke ich manchmal: Was wäre, wenn ich damals einen anderen Weg eingeschlagen hätte? Wenn ich irgendwo anders abgebogen wäre? Wie wäre mein Leben wohl dann verlaufen? Über genau das schreibt Anne Sauer in ihrem Roman Im Leben nebenan.Toni und Jakob wünschen sich nichts sehnlicher als ein Baby – aber das Glück ist nicht auf ihrer Seite. Zahlreiche Schwangerschaftstests, Ovulationstests und Kinderwunschbehandlungen später sind sie immer noch zu zweit. Doch reicht das für ein gemeinsames Leben aus?Antonia wacht auf und hat plötzlich alles: eine kleine Tochter, eine schöne Wohnung – doch Jakob fehlt. Stattdessen ist da Anton – ihre Jugendliebe, von der sie sich vor Jahren getrennt hat. Und nun lebt sie dieses Leben, das ihr völlig fremd ist, hält ein Kind im Arm, das unmöglich ihres sein kann.Wir verfolgen in abwechselnden Kapiteln die unterschiedlichen Leben derselben Frau und erleben mit, wie sie in dem einen versucht, ihr Leben als frischgebackene Mutter zu navigieren, und in dem anderen, wie sie selbst und ihre Beziehung unter dem Druck des unerfüllten Kinderwunsches zu zerbrechen drohen. Anne Sauer hat mit ihrem Debütroman wirklich ins Schwarze getroffen! Die Frage nach dem Was wäre, wenn finde ich wahnsinnig spannend – und sie hat es mit ihrem Roman geschafft, genau dieses Gefühl zu wecken. Sie erzählt eine ergreifende, authentische Geschichte, die mitreißend, gefühlvoll und nahbar ist!
„Was wäre, wenn?“
Was wäre, wenn dein Leben eine andere Abzweigung genommen hätte?Anne Sauers Debütroman erzählt von Antonia, die eines Morgens in einem Leben erwacht, das sie nicht kennt – aber vielleicht hätte führen können. Zwischen Altbauwohnung und Dorfhaus, Partner und Ex-Liebe, Kinderlosigkeit und Mutterschaft verhandelt dieser Roman große Fragen weiblicher Selbstbestimmung – und bleibt dabei sprachlich leicht, aber emotional tief.Was hat das Buch bei mir ausgelöst?Der Einstieg hat mich sofort gepackt. Die Idee, zwei Lebenswege parallel zu erzählen, hat enorm viel Potenzial – besonders weil Mutterschaft, Care-Arbeit, Reproduktionsmedizin, Zyklus-Tracking, Partnerschaft nach Fehlgeburt oder auch bewusste Kinderlosigkeit sonst selten so komplex verhandelt werden.Einige Szenen hallen lange nach – etwa, wenn Toni „nur noch zur Beruhigung“ ihren Eisprung ignoriert oder während der hormonellen Behandlung Wut empfindet: „Er würde einfach nur an sein Erspartes ranmüssen. Nicht an seinen Körper, seine ganze Existenz.“ (S. 132)Die Beobachtungen zur strukturellen Überforderung von Frauen im System – in Beziehungen, im Gesundheitssystem, in der Arbeitswelt – sind pointiert, ohne belehrend zu sein. Die ironischen Dialoge (Stichwort: Parenthood Prime) und kluge Zeilen wie „Wenn sie sich heute anfassten, dann oft versehentlich“ (S. 213) zeigen, wie Intimität im Alltag zu verschwinden droht.Gegen Ende hat mich der Roman ein wenig verloren: Die Offenheit des Schlusses war mir persönlich zu vage. Trotzdem bleibt viel hängen – besonders das leise Nebeneinander von Nähe und Entfremdung, Hoffnung und Erschöpfung.Für wen ist das Buch interessant?Für alle, die sich für feministische Gegenwartsliteratur interessieren, sich in Fragen rund um Kinderwunsch, Körper, Care oder Entscheidungsmüdigkeit wiederfinden – oder einfach Bücher mögen, die mehr über das Nichtgesagte erzählen als über das Offensichtliche.FazitEin sprachlich kluges, emotional vielschichtiges Debüt über Entscheidungskonflikte und das Recht auf ein Leben jenseits gesellschaftlicher Erwartungen. Besonders stark in den Beobachtungen zu weiblicher Selbstwahrnehmung und dem, was es bedeutet, gleichzeitig Kind, Partnerin, Mutter, Freundin und Arbeitnehmerin sein zu sollen – oder eben nicht.Triggerhinweis: Das Buch enthält sensible Themen wie Fehlgeburt, unerfüllten Kinderwunsch, medizinische Eingriffe und postpartale Erschöpfung.Danke an @vorablesen.de, @fuxbooks & @dtv_verlag für das kostenlose Lese-/Rezensionsexemplar.
Pressestimmen
Anne Sauer blickt in ihrem Debüt ›Im Leben nebenan‹ aus zwei gegensätzlichen Richtungen auf das Frau...sein. Fantastisch! mehr weniger
01.12.2025
Mit Witz, Gefühl und Leichtigkeit zeigt der Roman dabei die beiden Seiten von Mutterschaft – das Glü...ck mit Kind und die Freiheit, ohne Kind zu leben. Ein Roman, der nicht nur Frauen zum Nachdenken anregen sollte. mehr weniger
Sarah Woipich, 04.11.2025
Grandiose Romanidee, packend geschrieben.
02.10.2025
Im Leben nebenan‹ ist ein Roman, den man nicht aus der Hand legen möchte. Eine unbedingte Leseempfeh...lung! mehr weniger
Anna Ostrowski, 11.09.2025
Ein spannendes Buch über unterschiedliche Lebensentwürfe und über weibliche Selbstbestimmung.
01.09.2025
Ein starkes Plädoyer für Selbstbestimmung. Für den eigenen Weg, der schwierig sein kann – egal, welc...he Abzweigung wir wählen. mehr weniger
Moni Münch, 26.08.2025
Was wie ein Krimi klingt, ist ein spannendes, vor allem aber auch klug komponiertes Buch über Kinder...wunsch und Mutterschaft. mehr weniger
16.08.2025
Ihr Buch berührt das Herz und klingt nach: Hätte man selbst die Weichen anders stellen können oder s...ogar sollen? mehr weniger
16.08.2025
Sauer erzählt mitreißend und klug.
31.07.2025
Eine emotionale Achterbahnfahrt, die man nicht so schnell vergisst.
Angela Perez, 24.07.2025
Ein spannendes, vor allem aber auch klug komponiertes Buch über Kinderwunsch und Mutterschaft, in de...m die Buchwissenschaftlerin und Literaturvermittlerin Anne Sauer das Was-wäre-wenn-Spiel durchexerziert, zwei Lebensentwürfe nebeneinanderstellt. mehr weniger
Stefanie Wirsching, 19.07.2025
Sauer erzählt von diesen und vielen weiteren Facetten des Frauseins – so spürbar, dass die Leserin s...tellenweise am liebsten selbst lachen oder schreien würde. „Im Leben nebenan“ lässt sich an einem Tag lesen und lässt eine dennoch tagelang nicht los. mehr weniger
Marie Dürr, 17.07.2025
Anne Sauer erzählt souverän auf diesen zwei Ebenen nicht nur von der Frage, ob es Kinder braucht, um... glücklich zu sein, sondern auch von der Veränderung in Paarbeziehungen, die mit Elternschaft oder unerfülltem Kinderwunsch einhergehen. mehr weniger
Anne Sauer, 17.07.2025
Anne Sauer legt mit „Im Leben nebenan“ ein dem Anschein nachumfangreich recherchiertes Buch vor, das... auch Männer interessieren muss. mehr weniger
17.07.2025
Im Leben nebenan“ provoziert Reflexion, Reibung und Anerkennung. In dieser Form, wie das schiere Erz...ählverfahren die Differenz unterschiedlicher weiblicher Lebensentwürfe suggestiv zur Geltung bringt, unterscheidet sich Anne Sauers Roman vom Gros der Debattensachbücher von „Regretting Motherhood“ bis „Söhne großziehen als Feministin“. mehr weniger
Cynthia Cornelius, 14.07.2025
Ein Roman, der existentielle Fragen stellt.
12.07.2025
Anne Sauer legt mit „Im Leben nebenan“ ein dem Anschein nach umfangreich recherchiertes Buch vor, da...s auch Männer interessieren muss. mehr weniger
Thomas Andre, 11.07.2025
Ein originell und handwerklich gelungener Roman.
Thomas Andre, 11.07.2025
Ein lesenswertes Debüt. Spielerisch experimentiert Sauer mit dem Leben ihrer Protagonistin, Toni, di...e dabei ein Avatar für die Unsicherheiten vieler junger Frauen im späten ersten Lebensdrittel wird. mehr weniger
Nina Wolf, 10.07.2025
Ich bin mir sicher: dieses Buch ist eine Welle!
@frau_hegerfeld , 10.07.2025
Anne Sauer entwirft in ‚Im Leben nebenan‘ ein faszinierendes Was-wäre-wenn-Szenario und lädt ein zu ...einem literarischen Gedankenexperiment über Identität, Entscheidungen und die leisen Töne des Frauseins. (…) Dieses Buch ist wie ein Blick durchs Fenster in ein anderes Zuhause – und in das eigene Herz. mehr weniger
@c_booksblog, 10.07.2025
Was Sauer so eindrücklich gelingt, ist die Schonungslosigkeit, mit der sie beide Lebensentwürfe zeig...t. (…) Sie legt den Finger genau in die Wunde gesellschaftlicher Erwartungen, die Frauen unausweichlich begleiten – egal, welchen Weg sie einschlagen. (…) Anne Sauer hat mit ‚Im Leben nebenan‘ einen Roman geschrieben, der leise erzählt und laut nachklingt. Er ist klug, empathisch, schmerzhaft und schön zugleich – und vielleicht eines der wichtigsten Bücher unserer Zeit zur Rolle der Frau in einer Gesellschaft. mehr weniger
@wassilkeliest, 10.07.2025
Die Geschichte trifft genau die leisten Zwischentöne, lässt Raum für das Ungesagte und spricht denno...ch so manche unbequeme, harte und schmerzhafte Wahrheit aus. mehr weniger
@zeitfuerzeilen, 10.07.2025
Ich habe absolut alles an diesem Roman geliebt. (…) Sowohl emotional als auch künstlerisch ein Meist...erwerk. mehr weniger
@bookishicecreamlover , 10.07.2025
Ein Roman, der das Herz und den Kopf berührt - und lange weiter rumort.
01.07.2025