Frie und Robert kennen sich seit ihrer Jugend und fühlen sich voneinander angezogen. Doch erst dreißig Jahre und viele verpasste Gelegenheiten später finden sie zueinander.
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Man sieht sich
Sommer 1988. Friederika hat große Füße und nennt sich Frie. Robert, neu an der Schule und schüchtern, verliebt sich sofort, aber zeigt es nicht. Vielleicht flirtet sie nur zum Spaß mit ihm?
Winter 2002. Frie ist Mutter einer kleinen Tochter, Robert ist Musiker. Nach Jahren der Funkstille und einer zufälligen Begegnung bestätigt sich: Wann immer die beiden aufeinandertreffen, wird es kompliziert.
Sommer 2022. Frie, inzwischen fünfzig und seit dem Ende ihrer letzten Beziehung wieder Single, fährt zum Abitreffen. Mit dabei: all die Erinnerungen an Robert, den sie seit einer halben Ewigkeit nicht gesehen hat. Was wird diesmal zwischen ihnen passieren?
Ein mitreißend und liebevoll erzählter Roman übers Jungsein und Erwachsenwerden in den Neunzigern, über gelebte Träume und verpasste Gelegenheiten – und über eine neue Chance im Hier und Jetzt.
Nach ihrem erfolgreichen Debüt ›Am liebsten sitzen alle in der Küche‹ – der neue, eindringliche und sympathisch ehrliche Roman von Julia Karnick. Eine mit Feingefühl und Humor erzählte Geschichte über eine große Liebe und falsche Momente.
Bibliografische Daten
2. Auflage
Julia Karnick
Julia Karnick lebt und schreibt in Hamburg – unter anderem Kolumnen in der ›FÜR SIE‹ und den Bestseller übers Hausbauen ›Ich glaube, der Fliesenleger ist tot!‹. Mittlerweile hat sie auch Geschmack am Romanschreiben gefunden: Nach ihrem erfolgreichen Debüt ›Am liebsten sitzen alle in der Küche‹ erzählt sie in ihrem SPIEGEL-Bestseller ›Man sieht sich‹ klug und warmherzig von zwei Liebenden, die Jahrzehnte und viele Umwege brauchen, um zueinanderzufinden.
3 - 10 von 146 Leserstimme
Jahreshighlight
"Man sieht sich" ist ein toller Roman. Es ist definitiv eines meiner liebsten Bücher dieses Jahres bisher. Ich muss dazu sagen, dass ich einen Hang zum Kitsch habe. Das Buch könnte Personen verschrecken, die diesen Hang zum Kitsch nicht teilen. Ansonsten ist das Buch schnellzusammengefasst: es werden die Lebensgeschichten von Frie und Robert erzählt, von der Kindheit bis nach dem 50igen Geburtstag. Dabei ist das Buch aufgeklärt unterwegs und geht über viele Themen, die sich bei der Persönlichkeitsentwicklung von Menschen, Kinderwunsch und -erziehung, aber auch dem Umgang mit Sexualität und dem eigenen Körper im reiferen Alter ergeben, nicht einfach so hinweg. Robert und Frie zu folgen macht Spaß. Es ist wie einen guten Indiefilm zu sehen. Man wird in die Welt des Jazz und an die Musikhochschule entführt, mitgenommen nach Südtirol und in die ein oder andere Studenten-WG. Man sieht das dreckige Geschirr in der Spüle stehen, genau wie die Berglandschaften in der Abendsonne. Und am Ende will man am liebsten, dass es noch weitergeht.
Ist es Liebe ?
1988 – Friederika und Robert sind an einer Schule und Robert ist sofort verliebt in Frie – sie nennt sich so. Nach der Schule gehen sie unterschiedliche Wege.2002 - Frie hat ein kleine Tochter bekommen und Robert macht Musik. Sie sehen sich wieder und wie immer wird es nicht einfach zwischen den beiden.2022 – Frie, wieder Single fährt zum Abitreffen und hofft, das Robert auch zu der Feier kommt. Wird es wieder so kompliziert wie früher?Die Geschichte von Friederika und Robert zieht sich durch ihr ganzes Leben. Zunächst wird von der Schule erzählt, dann folgt ein Kapitel Jahre später und der letzte Abschnitt ist im jetzt und hier, Wir haben Teil am Leben der beiden, die ja nach der Schulzeit getrennte Wege gehen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, der Schreibstil ist wunderbar und es lässt sich toll lesen. Wir erfahren viel über das Leben der beiden und es wird uns sehr liebevoll und teilweise spannend erzählt. Eine wirklich wunderbare Geschichte. Die beiden Protagonisten haben eine Beziehung, aber welcher Art ist diese Beziehung. Ich hatte immer das Gefühl, sie können nicht miteinander und auch nicht ohne einander. Julia Karnick erzählt uns das Leben der beiden aus einer tollen authentischen Perspektive. Sehr gut gefallen hat mir die Mutter von Frie, die nach dem Tod ihres Mannes auf sich allein gestellt war. Toll geschriebe von der Autorin. Doch meine Lieblingsfigur war Herr Selk, ein guter Bekannter, wenn nicht sogar Freund von Robert. Er hat mit seinem Wissen und seinen Weisheiten sehr um Gelingen des Buchses beigetragen. Ein toller Mensch !Was mir nicht so gut gefiel war das Finale der Geschichte, das ist mir dann doch etwas zu weich. Ansonsten kann ich das Buch unbedingt empfehlen, es hat mir wunderbare Lesestunden beschert.
Tolles Buch
Der Titel und auch der Klappentext hat mich neugierig gemacht auf dcas Buch. Die Autorin war mir vorab nicht bekannt. Der Schreibstil ist flüssig und ich habe gut in die Geschichte gefunden. Für mich war in der Mitte des Buches eine Länge, wo ich für mich auch gern etwas weniger Seiten gelesen hätte, aber das ist reine Geschmackssache.Im Buch lesen wir in der Vergangenehit 1988, Winter 2002 und Sommer 2022. Die Autorin hat einen guten Flair geschaffen und auch die richtigen Worte für mich getroffen.Frie und Robert begegnen sich das erste Mal in der Schule, als er neu dort hinzieht. Robert verliebt sich sofort in sie, doch er ist viel zu schüchtern um es ihr zu gestehen. Nach der Schule trennen sich ihre Wege, wie das so ist im Leben.2002 - Robert ist Musiker, Frie lebt zusammen mit ihrer kleinen Tochter. Doch wie der Zufall so will treffen die Beiden wieder aufeinander und man merkt, es ist wieder kompliziert.Im Sommer 2022 findet das 50j Abitreffen statt und Frie macht sich auf dem Weg zu diesem Treffen. Sie hofft und fragt sich, ob auch Robert dort sein wird. Sie hat viele Erinnerungen an Ihn und mittlerweile haben Sie sich 20 Jahre nicht gesehen. Sie fragt sich, was diesmal passieren wird zwischen Ihnen, wenn sie sich wiedersehen??Ein Buch, das wie gesagt für mich gern hätte kürzer sein können. Ich hatte gute Lesestunden und vergebe 4 Sterne.
Echte Liebe braucht Geduld
Als Robert neu ist an der Schule, ist es Friederika aus der Parallelklasse, die ihn mit allem Wichtigen bekannt macht. Für ihn ist es Liebe auf den ersten Blick, doch für Frie nur eine Freundschaft, mit der man über alles und jeden reden kann. So trennen sich vorerst ihre Wege, bis sie sich nach wenigen Jahren wiederbegegnen - jeder mit noch ungewohnter Verantwortung und mit vielen unerfüllten Träumen im Kopf. So müssen erst weitere 20 Jahre verstreichen, bis sie die Einladung zum Klassentreffen nutzen, sich wiederzusehen.Eigentlich eine ganz banale Story, aber Julia Karnick versteht es, diese Geschichte sehr realistisch, sehr bildhaft und mit Tiefgang zu erzählen. Diese drei unterschiedlichen Lebensabschnitte von Frie und Robert skizziert sie mit einer genauen Beobachtungsgabe ... was bewegt Menschen in diesem Alter am meisten? Was war angesagt in den 80ern, in den 90ern? Was hieß es damals, ein Studium anzustreben oder eher eine Ausbildung zu beginnen? Was hieß es, in den Nullerjahren alleinerziehend zu sein? Welche Fragen stellt sich ein Mensch, wenn er auf die 50 zugeht? Welche Ängste, welche Sorgen hat er und über wie viel Lebenserfahrung verfügt er in diesem Alter? All das fasst die Autorin sehr einfühlsam in diesem Buch zusammen und gerade der Leser mit einem ähnlichen Geburtsjahr wie die Hauptfiguren findet sich an der einen oder anderen Stelle im Buch wieder.Robert ist für mich von Anfang an ein sehr reifer Mensch, der beobachtet und sich aufgrund seiner Erfahrungen in der Musik und bei der Pflege seiner Mutter und auch der jahrelangen Verbundenheit mit Herrn Selk oftmals eher zurückhält als vorschnell handelt. Nachdenklich macht zum Beispiel seine Einstellung "Wenn ich eine Frage stelle, kann ich dann mit der Antwort leben?" Das mag auch der Grund sein, warum erst so viel Zeit vergehen muss, bis sich der Weg zu Frie tatsächlich lohnt. Frie ist eher diejenige, die schneller etwas sagt oder tut, als erst einmal nachzudenken. Erst mit Anfang 50 und den ersten gemeinsamen Tagen mit Robert kommt bei ihr die Frage auf "Was will ich überhaupt von Robert? Was mache ich hier?" Diese Leichtfüßigkeit trägt den Leser gut durchs Buch, aber manchmal macht es Frie unsympathisch. Ich kann sehr gut mit dem Ende des Buches leben, aber vor allem wünsche ich Robert, dass er seinen Frieden finden möge.Ich liebe die Bücher von Julia Karnick und auch dieses Mal war es mir ein großes Vergnügen, dieses Buch zu lesen. Mögen noch recht viele Bücher von ihr kommen, die den Zeitgeist aus so vielen verschiedenen Lebenssituationen heraus widerspiegeln und dabei so viel Freude beim Lesen machen.
Über die eine große Liebe des Lebens
„Man sieht sich“ ist ein schöner, gediegener Roman, der sich viel Zeit nimmt zwei Lebensgeschichten mit allen Höhen und Tiefen zu erzählen. Diese kreuzen sich immer wieder und zwischen den Protagonisten besteht eine sehr enge Verbindung.Das Cover stellt eine grafische Verbildlichung des Plotts dar, was ich als sehr gelungen empfinde. Mich hat das Cover angesprochen - nur typografisch hätte man die Aufteilung so gestalten können, dass der Text ausgeglichener platziert werden kann.Frie und Robert lernen sich als Teenager in der Schule kennen und entwickeln eine sehr enge freundschaftliche und vertrauensvolle Beziehung. Doch während der eine auf mehr hofft, strebt die andere, geprägt von ihrer Familie, nach Freiheit und Unabhängigkeit.Als Leser begleiten wir die beiden Protagonisten nun auf ihren Lebenswegen, die sich immer mal wieder trennen und auch wieder kreuzen. Die Liebe der beiden, Hoffnung, Enttäuschung, Trauer und Glück spielen dabei eine zentrale Rolle. Auch der Freiheitsbegriff wird auf unterschiedliche Art und Weise beleuchtet. Dabei wird auch thematisiert, dass das Leben nicht immer so verläuft, wie man es als junger Mensch plant.Wir begleiten die beiden Freunde insgesamt über mehr als 30 Jahre, beginnend in den späten 1980ern. Meiner Meinung nach werden das Lebensgefühl und der Alltag in den jeweiligen Zeiten sehr gut eingefangen und wiedergegeben.Insgesamt erzählt der Roman sehr ausführlich, langsam und unaufgeregt - teilweise fast schon wie eine Auflistung an Geschehnissen. Wenn man im hinteren Teil des Romans an den Anfang zurück denkt, hat man tatsächlich das Gefühl, dass diese Handlung schon ewig her ist. Als hätte man das Leben mitgelebt. Interessanterweise hat mich die Handlung dennoch mitgenommen - ich habe es nicht als langatmig empfunden, wahrscheinlich einfach, weil man die Charaktere so gut kennen lernt.Ich muss aber auch sagen, dass die Liebesbeziehung mich nicht so richtig gepackt hat. Egal ob Drama oder Glück - ich habe es so hingenommen ohne emotional stark mitzufiebern.In der Hörbuchfassung wird die Geschichte von Katrin Daliot gelesen. Ich kannte die Sprecherin zuvor nicht und musste mich auch erst hineinhören. Nicht so sehr wegen der Stimmfarbe, die ich als angenehm empfinde, sondern eher wegen des Vorlesestils. Der kam mir anfangs etwas unemotional, teils fast geleiert vor. Je länger ich gehört habe, desto mehr bin ich aber zu der Überzeugung gekommen, dass der Stil sehr gut zum Stil des Buches passt und ich konnte mich gut darauf einlassen. Sehr gut gefallen hat mir eine kurze Passage, in der Robert und Frie zweistimmig singen oder wenn Mundart zum Einsatz kam. Das wurde wirklich sehr schön umgesetzt und war ein kleines akustisches Highlight.
Liebe
Die Leben von Friederika und Robert, zwei Sechzehnjährigen, die sich in der Schule kennengelernt haben, werden von der Autorin bis ins mittlere Alter hinein begleitet. Stichprobenartig wird dabei in wechselseitigen Erzählperspektiven alle paar Jahre deren Aufeinandertreffen in den jeweiligen Lebenssituationen erzählt.Die beiden sind wie die zwei Königskinder aus dem Lied: Sie konnten zueinander nicht kommen …Einer ist verliebt, der andere nicht. Ein ewiges Hin und Her.Der Leser durchlebt ihren Reifeprozess, versteht ihre Handlungsweisen und möchte oft genug klärend in die Handlung eingreifen. Julia Karnick weiß mitreißend zu erzählen, aber in Situationen mit großen Gefühlen greift sie auf minimale Sprache zurück. Das bleibt beim Leser haften.Den ganzen Inhalt zu beschreiben, ist leider ohne Spoilern unmöglich.Es ist auf jeden Fall spannend, den beiden beim Erwachsenwerden und beim Erwachsensein zuzusehen.Eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei interessanterweise auch deren finanzielle Situation.Das Buch hat nicht nur einen großen Unterhaltungswert, sondern macht auch nachdenklich.Besonders gut hat mir die Hörbuchversion, gesprochen von Katrin Daliot, gefallen.
Es ist nie zu spät
Friederika und Robert kennen sich seit 1988, seit er neu in die Schule gekommen ist. Sie verlieben sich sofort ineinander, aber keiner getraut sich es dem anderen einzugestehen. Nach dem Abitur trennen sich zunächst ihre Wege, bis zu einer zufälligen Begegnung im Winter 2002. Frie ist inzwischen Mutter einer kleinen Tochter und Robert hat Karriere als Musiker gemacht. Die alten Gefühle sind sofort wieder da, aber nach einer kurzen Episode trennen sie sich abermals. Im Sommer 2022 ist Frie, sie ist nun bald fünfzig, auf dem Weg zum 30-jährigen Abi-Treffen. Ihre Gedanken schweifen zurück, erinnern sich an Robert, den sie seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen hat. Wird er auch da sein? Was wird passieren? Werden sie nun endlich zueinander finden? Julia Karnick, geb. 1970 in Hamburg, ist eine freiberufliche Autorin. Nach dem Abitur absolvierte sie eine journalistische Ausbildung und ist seit Jahren für BRIGITTE und FÜR SIE als Kolumnistin tätig. 2022 schrieb sie ihren ersten Roman, der zum SPIEGEL-Bestseller wurde, ihr zweiter Roman „Man sieht sich“ ist seit dem 13.6.24 auf dem Markt. Die Autorin ist verheiratet, hat einen Sohn und eine Tochter, und lebt in Hamburg. Wer hat sich nicht schon gefragt was wohl wäre, wenn man sich früher einmal anders entschieden hätte oder wie es wäre, wenn man plötzlich seine Jugendliebe wieder treffen würde? Ein interessantes Thema, das die Autorin in diesem Roman großartig umgesetzt hat, realistisch und durchaus nachvollziehbar. Warum können zwei Menschen, die sich immer als beste Freunde bezeichnen, einfach nicht zueinander finden? Warum können sie über alles reden, nur nicht über ihre Liebe? Julia Karnick lässt uns teilhaben an der wunderbaren Freundschaft der beiden Protagonisten, mit all seinen Höhen und Tiefen. Wir lernen ihr Elternhaus kennen, begleiten sie vom Teenager bis ins reife Erwachsenenalter und hoffen immer, dass aus ihnen endlich ein Paar wird. Wann endlich werden sie die Hürden, die ihnen das Leben in den Weg stellt, überwinden können und sich zu ihrer Liebe bekennen? Fazit: Ein unterhaltsamer Roman über verpasste Gelegenheiten und neue Chancen, den ich mit Vergnügen gelesen habe und gerne weiter empfehle!
Eine Liebe, die an das Ende denkt, hat nie angefangen. (Alexander Engel)
Der Duden sagt zur Definition „Man sieht sich“ salopp: unverbindliche Abschiedsformel, die eine eventuelle neue Begegnung zu einem nicht näher bestimmten Zeitpunkt ankündigt. In erster Hinsicht geht die Geschichte um Frie und Robert und wir als Leser dürfen sie ins Erwachsenwerden begleiten. Über die Autorin steht im Klappentext, sie hat es als Grundschülerin geliebt, auf der Schreibmaschine ihres Vaters seitenlange Briefe und Geschichten zu schreiben. In genau dieser Zeit geschieht dieses Buch, in einer Zeit zwischen Schreibmaschine, Walkman, vermutlich auch Gameboy, die Findung von Jugendlichen in ihr Leben und Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe, der Flucht aus dem Elternhaus in die weite Welt, in die Studienzeit ins ungewisse, ins Erwachsenwerden. Schon am Anfang denkt man bei Frederika und Robert gesteht euch doch ein wie sehr ihr euch liebt, aber irgendwie scheinen sie immer aneinander vorbeizureden oder wie hier auch aneinander vorbei zu leben, oder wollen sie sich selbst vor der Liebe schützen? Mussten sie sich einander erst beweisen, oder war es das Leben was sie auseinandergehalten hat? Wann ist der richtige Zeitpunkt im Leben, wann ist es zu spät und man bereut unter dem Motto hätte ich doch, was wäre, wenn. Ich habe und das darf man in einer Rezension auch schreiben das Buch von Thorsten Nagelschmidt „Der Abfall der Herzen“ gelesen. Beim Lesen war ich mittendrinn, weil es in meiner Gegend spielt und die Leute im Buch genau so waren wie wir zu der Zeit, man erlebte es wieder mit. Genau so ist das hier auch, das Abi-Treffen hatten wir allerdings noch nicht. Und ob Frie und Robert sich doch noch finden, das können sie beim lesen dieses abwechslungsreichen und im ruhigen fließendem Text geschriebenen Buch selber entdecken, ein Buch um es mit in den Urlaub zu nehmen und wenn nicht in den Urlaub dann auf das Sofa, vielen Dank.
Wie im echten Leben
Das Cover in Kombination mit dem Titel hatten mich direkt angesprochen. Und ich fand es richtig gelungen, dass man den Titel direkt im ersten Teil der Geschichte auch wiedererkennt. Wir begleiten Friederika und Robert von ihrer Schulzeit, bis in ihre Fünfziger, immer mal wieder aus einer der beiden Perspektiven. Lebensabschnitte, die sie gemeinsam verbringen, wie die Zeit kurz vor dem Abschluss, die Zeiten der Entzweiung durch Auslandsaufenthalte und verschiedene Ausbildungswege und wie unterschiedlich ihre Leben verlaufen obwohl sie beide schon immer so viel verbunden hat. Ein wenig hat es mich an „Zwei an einem Tag“ erinnert, ist aber dennoch eine sehr eigene Geschichte. Ich mochte auch das Setting in Deutschland sehr gerne. Frie, wie Friederika sich nach eigener Entscheidung dann ab dem Abi nennt, weiß was sie will und möchte sich niemals von einem Mann so abhängig machen, wie ihre Mutter es einst hat. Ihren Charakter fand ich sehr stark, nur bei ihrer Entdeckung der Schwangerschaft fand ich sie kurz unsympathisch, unverantwortlich und zu egoistisch, das löste sich aber schnell wieder auf. Robert hingegen fand ich die ganze Zeit über super sympathisch, wie er versucht seinen Weg zu gehen, auch wenn er schon immer in Frie verliebt war und dabei aber auf sich und sein Herz geachtet hat. Was natürlich dann für die Wendungen sorgte. Zwei, die zueinander gehören, aber nie die richtige Zeit gekommen zu sein scheint. Auch die Nebenfiguren fand ich gut ausgearbeitet.Toll eingesprochen, daher eine klare Empfehlung für dieses Hörbuch.
Authentischer Einblick in zwei Leben
"Man sieht sich" - nicht die berühmtesten drei Worte, aber diejenigen, die die Beziehung zwischen Frie und Robert wohl am besten beschreiben. Ihre gemeinsame Geschichte beginnt 1988 und nimmt den Leser mit bis ins Jahre 2022, eine Zeitreise durch die Leben zweier Menschen und ihren Wegbegleitern.Die Perspektive wechselt hierbei abwechselnd zwischen Frie und Robert, was eine tolle Betrachtung der Gesamtsituation ermöglicht: Man erfährt nicht nur, wie eine Person die Beziehung wahrnimmt, sondern auch was der Andere hierzu denkt und fühlt.Die Handlung ist kein Blockbuster, es gibt keine erzwungenen Cliffhanger oder Dramatik, aber trotzdem fliegen die Seiten nur so weg und man mag gar nicht mehr aufhören zu lesen. Dies liegt hauptsächlich an den extrem authentischen Charakteren sowie der Beschreibung der Lebensumstände zu den verschiedenen Zeiten. Leser*innen im gleichen Alter wie Frie erkennen Dinge aus ihrer eigenen Jugend wieder, aber auch Jüngere stellen fest, dass sich ja im Grunde gar nicht so viel geändert hat und alle mit den gleichen Gefühlen und Problemen beim erwachsen werden zu kämpfen haben. Diese Generationen überspannende Erzählung wird ergänzt mit einer Vielzahl von Nebencharakteren, von denen man manche direkt nicht mag und andere sofort ins Herz schließt - aber auch hier gibt es kein eindeutiges Gut oder Böse, jede Person im Buch hat ihre eigenen Stärken und Schwächen und wirkt auf jeden Leser anders, sehr menschlich einfach. Auch die Symbolik im Text ist gut gelungen und regt an vielen Stellen zum Nachdenken und Diskutieren an.Insgesamt ist es ein echtes Herzensbuch, das einen ohne Klischees zu bedienen einfach berührt. Die Charaktere sind nicht geschrieben worden, um dem Leser zu gefallen, sondern sie sind einfach ganz normale Menschen, die wir eine Weile begleiten dürfen. Dadurch fällt es leicht, sich selbst in manchen Situationen wiederzuerkennen, aber dafür umso schwerer, das Buch am Ende wieder aus der Hand zu legen.
Pressestimmen
Einer der liebevollsten Romane dieses Sommers
14.08.2024
Ein großartiger Roman über zwei Menschen, die füreinander bestimmt zu sein scheinen und alles tun, u...m dem Glück im Weg zu stehen. Einfühlsam und voller Witz und Esprit erzählt die Autorin über Frie und Robert und greift nebenbei noch die großen Lebensfragen auf. mehr weniger
Mike Altwicker, 30.03.2025
Ohhh, wie schööön ist dieser Roman! (…) Eine Zeitreise der ganz besonderen Art.
05.08.2024
So ein Buch muss ein Hit werden, und es hat auch einfach viele Leserinnen und Leser verdient. Es dür...fte längst besonders ein Liebling der Buchhändlerinnen sein. mehr weniger
Thomas Andre, 05.08.2024
Julia Karnicks Roman über zwei, die sich immer wieder verknallen und verlieren kann man kaum weglege...n. mehr weniger
01.08.2024
Julia Karnick, ansonsten als Journalistin tätig, erzählt einfühlsam, lebensnah und sehr erfrischend.... mehr weniger
31.07.2024
Feinfühlig und mit viel Humor.
17.07.2024
Julia Karnick erzählt hinreißend frisch von einer hartnäckigen Sehnsucht, die uns in jedem Alter aus... der Bahn zu werfen vermag. mehr weniger
Angela Wittmann, 03.07.2024
Einfühlsam erzählt Julia Karnick von den Gefühlen und der Zerrissenheit der beiden, die sich Jahrzeh...nte schwertun werden, in ihren bewegten Leben zueinanderzufinden. Klar, schwingt da „Zwei an einem Tag“ mit und für mich auch mein eigenes Erwachsenwerden in den 90ern – das macht es ja so wunderbar! mehr weniger
02.07.2024
Perfekte Sommer-Lektüre!
Isabella Huber, 01.07.2024
Tolle Figuren, sehr lebensnah – mitreißend!
28.06.2024
Ein mitreißend und liebevoll erzählter Roman übers Jungsein und Erwachsenwerden in den Neunzigern, ü...ber gelebte Träume und verpasste Gelegenheiten – und über eine neue Chance im Hier und Jetzt. mehr weniger
20.06.2024
Ein wunderbarer Roman, der ganz lässig auch große Lebensfragen verhandelt.
Annette Schroeder, 19.06.2024
